Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #48Sie könnten sich das leisten, wollen aber nicht
Das trifft bei uns oft zu. Weil ich genau die Rechnung aufmache: wie lange muss ich für den Urlaub, die Hose, den Freizeitparkbesuch, das neue Fahrrad arbeiten und ist es mir das wert?
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Am lehrreichsten war für mich die Arbeit in der Autoindustrie. Das Geld war gut, aber die Arbeit ebenfalls sowas von öde. Es war nicht schwer, aber laut, schmutzig und in einer Halle ohne Tageslicht. Und, da ich das im Sommer gemacht habe: ich sah viele Kolleg*innen in den Jahresurlaub fahren... und wieder zurückkommen. Für die ging es weiter, während für mich nach sechs bis acht Wochen Schluss war. Das hat mich doch angespornt, mein Studium voranzutreiben.
Zitat von Pia im Beitrag #44lieber in Bildung und Eigentum investieren als in Autos oder schicke Reisen
Autos sind uns wumpe, aber Reisen sehen wir durchaus als Investition in die Zukunft der Kinder und als Bildung. Kommt natürlich ganz auf die Art der Reise an.
Zitat von Ronja im Beitrag #53Kommt natürlich ganz auf die Art der Reise an.
Das meine ich. Nocturna schrieb, ihr Sohn gäbe sie für arm gehalten, weil sie keinen all incl. Urlaub gemacht hätten. Ich befürchte, der käme uns sogar billiger als der Jugendherbergsurlaub, den wir statt dessen buchen.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Auf Reisen würde ich auch nicht verzichten wollen - allerdings gibt es da schon eine wirklich große Spannbreite. Edit, hat sich überschnitten, genau das meinte ich.
Es kommt ja auch drauf an, ob man zur Miete wohnt oder aber im Eigentum. Als Eigentümer braucht es viel mehr Geld im Rückhalt, als wenn ich nur Miete zahlen muss.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Ja, das stimmt. Wobei ich die Rücklagen für das Haus auch nicht unbedingt als Notgroschen sehen würde, das läuft auf ein eigenes Konto bei uns, ist aber ebenfalls im Notfall kurzfristig verfügbar. Aber eben für "Haus" und nicht für Brille, Waschmaschine, Fahrrad oder so.
Wir sind eher vorsichtig, daher ist unser "Notgroschen" so konzipiert, dass wir etwa 1 Jahr über die Runden kämen. Mit Einschränkungen natürlich.
Zitat von Hydra im Beitrag #49@Antje Das hört sich nach sinnvoller Konsumerziehung an. Kindern nicht nur den Umgang mit Geld/bewusstes Geldausgeben vermitteln, sondern auch Belohnungsaufschub (den "Marshmallow-Test" kennst du wahrscheinlich) fördern und vorleben, dass Selbstwert nicht von Konsum abhängt.
Nachdem wir eine Clique Erwachsener sind, die sich eigentlich wöchentlich sehen (und gemeinsam kochen), haben alle Kinder ein vorgelebtes "gemeinsam kochen und essen ist erstrebenswert", "Äußerlichkeiten als Statussymbole sibd nicht existent" und "Wertschätzung von Arbeit". Das heißt nicht, daß wir völlig konsumfrei leben - jeder hat ein Handy, wir reisen alle gerne, wir haben Autos - allerdings werden die gefahren, bis sie nicht mehr fahren. Aber wir sind alle eher die "investieren in Erlebnisse" als in Dinge-Fraktion.
Das größte Kind (kein Kind mehr) ist völlig uninteressiert an typischen Konsumartikeln - die liest und wäre mit 2 Outfits-Sets zufrieden - die muß man zu etwas mehr quasi zwingen. Das Mittelkind wünscht sich statt Dingen meist Erlebnisse - also Konzertbesuch, Musical etc. Vor Ort gibts immer auch das Kulturprogramm mit Museen usw. Ausflüge sind dann auch gerne mal so eine immersive Kunstausstellung - das macht Spaß und hat trotzdem einen Lerneffekt. Das kleinste Kind bekommt naturgemäß viel von oben durchgereicht und hat deswegen absolut keinen Mangel an Spielen, Büchern und Klamotten. Hat natürlich zu Weihnachten oder Geburtstag schon einen Wunschzettel. Hat aber große Begeisterung daran, "Fertigkeiten" zu lernen - bei mir nähen, ein Freund gibt ihr Musikunterricht, sie sportelt. Wenn die Eltern verreisen, wird dabei auch was unternommen - und nicht nur "gechillt" - als Uffizien...
Zitat von Agathe13 im Beitrag #40Auch wohlhabende Eltern können einen moderaten Lebensstil haben. Und ob das Kind weiß, wie wohlhabend seine Eltern sind und was für ein Lebensstil damit möglich wäre, bezweifele ich.
Es kommt darauf an wie gut die Eltern Understatement leben können.
Laut der Klassiker "Theorie der feinen Leute" oder "Die feinen Unterschiede", ist es ziemlich unmöglich, seinen Status, zu dem auch die ökonomischen Mittel gehören, zu verbergen.
Status/Habitus und Geld müssen ja nicht verknüpft sein. Klassiker der verarmte Landadel vs. die Neureichen.
In the future, there is a small, quiet room that is just yours, where you are safe and you are free. In that room your shoulders will finally start to come down from around your ears. Nobody can come into that room unless you let them. In that clean quiet place, you will work and you will study. You will love and you will heal. I know this is true because I am there with you. We are there together because you saved us. You saved us because you were brave and because you never stopped believing in that room. See you there, Your Future Self
Zitat von Nordsee im Beitrag #43Was verstehst du unter einem moderaten Lebensstil?
Vereinfacht und verallgemeinert gesprochen: ein Lebensstil, der sich nicht wesentlich von dem unterscheidet, den das Umfeld lebt, also bei einem Kind das, was die Eltern anderer Kinder tun, was in der Schule zu sehen ist oder im Verein
ZitatEs ist doch normal, dass man mit einem hohen Einkommen anders lebt als mit einem niedrigeren. Man will ja auch in irgendeiner Form davon profitieren und nicht nur Reichtümer auf der Bank anhäufen.
In the future, there is a small, quiet room that is just yours, where you are safe and you are free. In that room your shoulders will finally start to come down from around your ears. Nobody can come into that room unless you let them. In that clean quiet place, you will work and you will study. You will love and you will heal. I know this is true because I am there with you. We are there together because you saved us. You saved us because you were brave and because you never stopped believing in that room. See you there, Your Future Self
Zitat von Hydra im Beitrag #42Es kommt darauf an wie gut die Eltern Understatement leben können.
Laut der Klassiker "Theorie der feinen Leute" oder "Die feinen Unterschiede", ist es ziemlich unmöglich, seinen Status, zu dem auch die ökonomischen Mittel gehören, zu verbergen.
Das kommt doch sehr drauf an. Die ökonomischen Mittel sind ja nur eine von mehreren Komponenten. Passen die anderen Komponenten eh nicht zu einem hohen ökonomischen Status, fällt es natürlich leichter, das Vermögen zu verbergen.
Wobei es auch auf die Größenordnung und das Drumherum ankommt. Die klassischen Firmenerben, die einen dreistelligen Miobetrieb vermacht bekommen haben, werden das kaum verheimlichen können, der Angestellte, der Glück mit Bitcoins hatte, schon.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken