Zitat von MiniMouse im Beitrag #1924 Das sehe ich auch so. Grundsätzlich ist ein Staat mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung nämlich verpflichtet, ein „Problem“ zu lösen indem er eine funktionierende und ausreichende Infrastruktur organisiert und nicht dadurch, dass er die Bürger dauerhaft und massiv in der Ausübung ihrer Grundrechte einschränkt. Das mag in einer akuten Krise kurzfristig notwendig und angemessen sein, darf aber nicht zur Dauerstrategie werden. Und wenn das zB im Fall von Covid nur mit einem erheblich ausgebauten und damit teureren Gesundheitssystem zu bewerkstelligen sein sollte, wird man darüber reden müssen und ggf. müssen wir dann eben alle tiefer dafür in die Tasche greifen.
Wärest Du selbst auch bereit, substantielle Veränderungen zu akzeptieren und umzusetzen?
Mich betrifft das ja nicht. Aber natürlich bin ich dafür in den systemrelevanten Berufsgruppen mehr Personal einzustellen. Es kann doch nicht sein dass hier alles derart aus den Fugen gerät wenn mal etwas unvorhergesehenes passiert!
Dich betrifft es also nicht?
Du denkst nicht, dass Deine gewohnte Art zu leben und zu konsumieren etwas "damit" zu tun haben könnte?
Mich betrifft das ja nicht. Aber natürlich bin ich dafür in den systemrelevanten Berufsgruppen mehr Personal einzustellen. Es kann doch nicht sein dass hier alles derart aus den Fugen gerät wenn mal etwas unvorhergesehenes passiert!
Das betrifft dich aber spätestens dann, wenn du wesentlich mehr für die Krankenversicherung zahlen musst
Mehr Personal einzustellen, etwa im Gesundheitsbereich, bedeutet, dass diese Bereiche mehr kosten. Was wir alle bezahlen, mit den Versicherungsprämien. Sind wir bereit dazu?
Desgleichen für andere öffentliche Aufgaben - Polizei, Feuerwehr, Lehrpersonal, ÖV-Personal ... stellt man mehr Personal ein, um Belastungsspitzen zu brechen und Ausfälle besser kompensieren zu können, steigen die Kosten, die wir alle berappen, durch höhere Steuern und/oder höhere Ticketpreise. sind wir bereit dazu?
Wenn das Transportwesen ausgebaut und/oder Produktionsbetriebe vom Ausland zurück ins Inland geholt werden, um zu verhindern, dass Produkte aufgrund von Lieferengpässen im Ausland (die etwa durch Krankheitsabsenzen und/oder Einreisebürokratie entstehen) und/oder sehr hoher Nachfrage knapp werden, verteuert dies die Produkte. Sind wir bereit dazu, mehr zu bezahlen?
Sinnvoll wäre es.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
Zitat von Saraya! im Beitrag #1918Ich finde, dass man dann schon erwarten kann, dass unsere Regierenden dann eben die entsprechenden Massnahmen R E C H T Z E I T I G und V O R A U S S C H A U E N D ergreifen und wir nicht in einem Karussell aus Lockdown und Lockerungen auf ewig gefangen sind.
Ist es auch etwas, was du als "selbstverständlich" betrachtest, wie Gesundheit und Wohlstand?
In einer idealen Welt sollte eine Regierung so handeln, ja. In einer idealen Welt würde auch jeder verstehen, wie man sich in einer Pandemie verhält, da hätten wir die meisten Probleme gar nicht.
Nur leben wir in der Realität und niemand macht das, was du (oder ich) für richtig hältst.
Zitat von Horus im Beitrag #1929Mehr Personal einzustellen, etwa im Gesundheitsbereich, bedeutet, dass diese Bereiche mehr kosten. Was wir alle bezahlen, mit den Versicherungsprämien. Sind wir bereit dazu?
In der idealen Welt würde sich jeder mündige Bürger intensiv damit befassen, was er selbst zur Bewältigung der Krise beisteuern kann, als da wären (zufällig herausgepickte Beispiele, die Liste könnte sehr viel länger ausfallen): - Nachtwachen in medizinischen Einrichtungen übernehmen, um das Personal zu entlassen. Vor allem heute, an Weihnachten, oder zu Silvester. - Nachbarschaftshilfe organisieren und sich praktisch engagieren (einkaufen oder Hunde ausführen für Leute in Quarantäne, Kinder, die in der Schule positiv getestet wurden, abholen, wenn die Eltern nicht können, Kinderbetreuung organisieren, um Eltern im Home Office zu entlasten ...) - selber in die Politik gehen, Entscheidungspositionen anstreben, es dort dann besser machen als die Politiker jetzt - einen Beruf ergreifen im systemrelevanten Bereich, oder sich umschulen lassen - in der öffentlichen Verwaltung arbeiten, sich dort in Entscheidungspositionen hocharbeiten und es dort dann besser machen als die jetzigen Verwaltungsleute
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
Zitat von Horus im Beitrag #1933In der idealen Welt würde sich jeder mündige Bürger intensiv damit befassen, was er selbst zur Bewältigung der Krise beisteuern kann, als da wären (zufällig herausgepickte Beispiele, die Liste könnte sehr viel länger ausfallen): - Nachtwachen in medizinischen Einrichtungen übernehmen, um das Personal zu entlassen. Vor allem heute, an Weihnachten, oder zu Silvester. - Nachbarschaftshilfe organisieren und sich praktisch engagieren (einkaufen oder Hunde ausführen für Leute in Quarantäne, Kinder, die in der Schule positiv getestet wurden, abholen, wenn die Eltern nicht können, Kinderbetreuung organisieren, um Eltern im Home Office zu entlasten ...) - selber in die Politik gehen, Entscheidungspositionen anstreben, es dort dann besser machen als die Politiker jetzt - einen Beruf ergreifen im systemrelevanten Bereich, oder sich umschulen lassen - in der öffentlichen Verwaltung arbeiten, sich dort in Entscheidungspositionen hocharbeiten und es dort dann besser machen als die jetzigen Verwaltungsleute
Das ist ja schon idealistisch..aber klar, das wäre schon eine schöne Vorstellung.
Du denkst nicht, dass Deine gewohnte Art zu leben und zu konsumieren etwas "damit" zu tun haben könnte?
Meine " gewohnte Art zu leben" hat sicher nichts mit fehlendem Personal zu tun.
Und genau deshalb wird dieser "man", von dem Du sprichst, es nicht richten - und auch gar nicht richten können. Denn es betrifft jeden einzelnen Menschen nebst seinen Erwartungen und seiner Lebensgestaltung. Horus hat dazu gute Denkanstösse geliefert.
Zitat von Horus im Beitrag #1936Nein, das ist nicht idealistisch. Was davon gehst du an? Es geht nicht darum, was ANDERE tun können. Sondern jeder und jede selbst. Auch du und ich.
Ich? Ich habe nun wirklich keine Zeit. Habe mit meiner Mutter und meinem Hund genug zu tun.
Wir hier in Deutschland wollen für alles eine Einzelfallgerechtigkeit. Das erfordert unglaublich viel Bürokratie, weil du es begründen musst.
Ich bitte um Beispiele!
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Zitat von Horus im Beitrag #1936Nein, das ist nicht idealistisch. Was davon gehst du an? Es geht nicht darum, was ANDERE tun können. Sondern jeder und jede selbst. Auch du und ich.
Ich? Ich habe nun wirklich keine Zeit. Habe mit meiner Mutter und meinem Hund genug zu tun.
Dacht' ichs mir. Rumnöhlen, dass "die anderen" nichts tun bzw. das Falsche tun. Aber selber nichts dazu beitragen und es selber nicht besser machen.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
Zitat von Charlie03 im Beitrag #1939Das ist immer lustig..
Bürokratieabbau - was für ein Gummibandwort
Wo willst du denn die Bürokratie abbauen?
Wir hier in Deutschland wollen für alles eine Einzelfallgerechtigkeit. Das erfordert unglaublich viel Bürokratie, weil du es begründen musst.
Ich bitte um Beispiele!
Das Pflegepersonal spricht zum Beispiel davon, wie sehr sich deren bürokratischer Aufwand in den letzten Jahren vervielfacht hat..die sagen, dass das Dokumentieren so viel Zeit in Anspruch nimmt, die den Patienten verloren geht...da könnte man doch sicher etwas ändern..ist nur ein kleiner Punkt, aber wenn es davon einige gibt...
Bürokratieabbau wäre eine allgemeine Impfpflicht. Keine 3 G-Regel, sondern nur 1 G.
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"Die Politik" ist aber nicht etwas von uns Getrenntes. Wir alle machen Politik. Wir alle können in die Politik gehen, als Politiker bessere Entscheidungen treffen.
Das ist wie mit den Fussballspielen: jeder Zuschauer glaubt, es besser zu wissen als die Schiedsrichter, und besser spielen zu können, als die Spieler, und ist unzufrieden. Komischerweise ist aber niemand von den Zuschauern selber Spieler oder Schiedsrichter. Wohl zu anstrengend ...
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
Ja, klar macht das Pflegepersonal das. Weil wir wissen wollen, warum wir so behandelt wurden, weil wir wegen Ärzte- und Pflegefehler klagen können.
Dazu muss sich das Personal absichern.
Absolut verständlich, oder?
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Zitat von Horus im Beitrag #1936Nein, das ist nicht idealistisch. Was davon gehst du an? Es geht nicht darum, was ANDERE tun können. Sondern jeder und jede selbst. Auch du und ich.
Ich? Ich habe nun wirklich keine Zeit. Habe mit meiner Mutter und meinem Hund genug zu tun.
Zitat von Charlie03 im Beitrag #1942Bürokratieabbau wäre eine allgemeine Impfpflicht. Keine 3 G-Regel, sondern nur 1 G.
Ob die Impfpflicht dem Bürokratieabbau dient? Die Frage ist, wie man sie durchsetzt. Dazu braucht man in jedem Fall Kontrolle oder/und Sanktion. Geht nicht ohne Bürokratie.
"Tell me, what it is you plan to do with your one wild and precious life?" - Mary Oliver
Moderatorin im Reiseforum, Frauengesundheit, Kinder, Familie und Erziehung, Kindergesundheit, Kinderwunsch, Psychische Gesundheit und psychische Erkrankungen, Schwangerschaft, Baby und Kleinkind, Umbrüche im Leben, Verlust und Trennung, Was bringt Dich aus der Fassung? sowie Mode und Kosmetik
Zitat von Charlie03 im Beitrag #1945Ja, klar macht das Pflegepersonal das. Weil wir wissen wollen, warum wir so behandelt wurden, weil wir wegen Ärzte- und Pflegefehler klagen können.
Dazu muss sich das Personal absichern.
Das ist eigentlich der Grund. Vergessen wir aber oft. Und sicher wäre es möglich, da Routinen zu erstellen, um es dem Personal leichter zu machen, aber auch die muss einer erstellen. Hin wie her, es wird nicht weniger an Arbeit werden, da beisst die Maus keinen Faden ab. Wenn man aber im Vorfeld was tun kann, um den Mehr-Aufwand relativ gering zu halten, wie zB. mit Impfen bei Krankheiten, wo das möglich ist, dann wäre das schon mal eine Möglichkeit. Muss aber auch in den Köpfen ankommen. Und bis dahin braucht es scheinbar noch ne Weile. Sodele, ich wäre für Weihnachtsruhe, ich wünsche allen hier einen schönen besinnlichen Heiligabend.
-------------------------------------- „Die Toleranz wird ein solches Niveau erreichen, dass intelligenten Menschen das denken verboten wird, um Idioten nicht zu beleidigen." Fjodor M. Dostojewski
Die Dokumentation in der Pflege dient nicht nur der Absicherung, sondern vor allem der Qualitätssicherung. Das ist keine sinnlose Bürokratie.
Ob diese Dokumentation von Pflegekräften gemacht werden miuss, kann ich ncht beurteilen. Faktisch wird es von ihnen verlangt, ohne das für diese Mehrarbeit mehr Personal eingestellt worden wäre. So läuft es halt in einem kapitllaistisch profitorientierten Gesundheitswesen. Und höhere Krankenlkassenbeiträge, da jammert als allererstes die Arbeitgeberseite: höhere Perosnalkosten., Wettbewerbsfähigkeit etc.
Ist hier aber offtopic und zudem verboten. Denn was politiisch besser organisiert werden könnte/müsste, ist eine politische Frage. Politikthemen sind hier aber noch unerwünscht.
Wenn die Dokumentation nicht von den Pflegekräften selbst erstellt wird, sondern von zusätzlichem Administrativpersonal, so muss das Pflegepersonal das Administrativpersonal instruieren, was genau dokumentiert werden muss. Dann schreibt die Pflegefachperson nicht selbst "Zum Zeitpunkt X der Patientin Y die Medikamente A, B, C (jeweils mit Dosis) verabreicht durch Pflegefachperson Z", sondern teilt dem Administrativpersonal mit "Schreib auf, dass ich zum Zeitpunkt X der Patientin Y die Medikamente A, B, C (jeweils mit Dosis) verabreicht habe". Ob das so viel weniger aufwändig ist für die Pflegefachperson? Entweder ruft sie das hastig ins Schreibbüro (Fehleranfälligkeit!), muss ev. noch was dazu erklären, weil die Administrativkraft eben keine Pflegefachkraft ist, oder sie notiert es und schiebt den Zettel der Administrativkraft rüber (je nach Handschrift: Fehleranfälligkeit), die abtippt und ablegt. Oder sie spricht es in ein Diktaphon. Zeitersparnis dürfte minimal sein. Allzugrosse Sequenzierung der Abläufe ( = jede Art von Arbeit wir durch jemand anderen erledigt, alle sind auf irgendwas spezialisiert) führt nicht zwingend zu schnelleren Abläufen und Zeitersparnis, sondern im Gegenteil nicht selten zu Reibungsverlusten und Erschwernissen.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.