Ja, Kommentare solcher Art hab ich mehrmals gehört und gelesen. Sehr nachvollziehbar der Frust, und ein Armutszeugnis für 'moderne' Gesellschaften. Menschen mit Behinderungen und ihre Bedürfnisse werden leider oft übergangen, an Lösungen nicht gross gearbeitet, aus was für Gründen auch immer. Minderheit - lohnt sich nicht?
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Aus ähnlicher Perspektive melden sich auch die ME/CFS Betroffenen (Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome). Bisher war Beratung und Behandlung mühsam zu bekommen, wurde gerne von Allgemeinärzten in der 'Too Hard' Schublade abgelegt, eine der typischen 'unsichtbaren Krankheiten'. Jetzt, wo ähnliche Symptome mit PostCovid und LongCovid zu kommen drohen, wird man wach.
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Zitat von frangipani im Beitrag #10227Ja, Kommentare solcher Art hab ich mehrmals gehört und gelesen. Sehr nachvollziehbar der Frust, und ein Armutszeugnis für 'moderne' Gesellschaften. Menschen mit Behinderungen und ihre Bedürfnisse werden leider oft übergangen, an Lösungen nicht gross gearbeitet, aus was für Gründen auch immer. Minderheit - lohnt sich nicht?
An welchen Lösungen arbeitest du frangipani ???
Mal abgesehen davon die Erlebnisse der behinderten Dame wegen Corona trifft auf viele Menschen zu. Ich nenne mal die Kinder und Jugendlichen denen ein großer Teil der schulischen und beruflichen Ausbildung verweigert wurde, ebenso soziale Kontakte. Die alten Menschen in den Altersheimen.
Singles deren soziale Kontakte verloren gingen ...
Sterbende denen die Begleitung verweigert wurde und und und
Zitat von ZeroZero im Beitrag #10091Wir sehen gerade, was Demokratie wirklich bedeutet - der Sture gewinnt. Ob FDP oder CDU.
Hmm, verstehe ich nicht. ICH sehe gerade, dass das Scheitern der Impfpflicht alleine an der Mutlosigkeit der Ampel liegt. Statt mit einem eigenen Gesetzentwurf in Vorlage zu gehen, haben SPD, Grüne und FDP die Sache laufen lassen. Die Verantwortung für diese Pleite trägt der Kanzler. Olaf Scholz hat den Koalitionsfrieden über die Gesundheit der Bürger gestellt.
War das wirklich eine "Pleite" oder konnte der Impfstoff und Herr Lauterbach im Bundestag nicht überzeugen ? Ich habe gelesen, dass der Impfstoff nur 6 Wochen wirkt. Suche das aber nicht raus, glaubt ja eh keiner.
Jedenfalls schaue ich bzw. wir grad nach Immobilien in der Nähe von Trier und haben dabei ziemlich viele Zwangsversteigerungen bemerkt. Eine Maklerin sagte mir: eine Folge von Corona. Wenn man bedenkt dass so viele Familien ins Unglück gestürzt wurden und dass viele Kinder jetzt gestört sind weil ihr Leben aus den Fugen geraten ist, dann kann man nicht immer mit Triage argumentieren, wenn es um Maßnahmen gegen den Virus geht. Die Frage ist nicht nur "dass" wir weiterleben sondern auch "wie" wir weiterleben. Das wurde schon mal am Anfang diskutiert, als alte und demente Menschen plötzlich tagelang oder wochenlang allein in ihren Zimmern saßen und ihre Familie vermisst haben. Ich meine, jeder sollte die Verantwortung wieder für sich selbst übernehmen, so wie es vor Corona auch war.
Zitat von DieUnsichtbare im Beitrag #10231 War das wirklich eine "Pleite" oder konnte der Impfstoff und Herr Lauterbach im Bundestag nicht überzeugen ?
Ich fand das jetzt nicht überraschend. Für das Ausrufen einer allgemeinen Impfpflicht im Sinne von „schütze Deinen Nächsten“ sind die Impfstoffe einfach nicht gut genug.
Aus meiner Sicht müsste Lauterbach jetzt endlich zurücktreten. So viele Fehler wie ihn wurden eigentlich nur Andreas Scheuer bislang verziehen.
@ Luna - ich hab in Deutschland eine Schwester im Rollstuhl. Da blieb es ueber die Jahrzehnte nicht aus, dass man sich einsetzt, fuer Regelschulteilnahme, fuer nicht zugeparkte Buergersteige, fuer Aufzuege an Kleinstadtbahnhoefen, etc etc. Waere ich heute in D, wuerde ich das wohl auch fuer verbesserten Digitalunterricht und Digitales Arbeiten machen. Das Land, in dem ich lebe, ist zumindest im Digitalen weiter und auch die Barrierefreiheiten machen Fortschritte. Trotzdem stehen Menschen mit zB psychischen Erkrankungen oder Autoimmunkrankheiten immer noch vor ziemlichen Hindernissen, grad weil ihre Krankheiten auf den ersten Blick ‘unsichtbar’ sind. Da hoffe ich, dass Long Covid da ein bisschen mehr die Augen oeffnet, wie sich das anfuehlt, wenn man nur eingeschraenkt einsatzbereit ist, wo durch Flexibilitaet im Arbeitsalltag geholfen werden kann. Ich hab hier eine Freundin, die seit 16 Jahren an ME/CFS leidet und oft gegen Waende rennt. Auch bei Aerzten. Da kommt jetzt hoffentlich etwas in Gang. Da hilft nur konstantes Bewusstseinschaerfen, auch bei den zustaendigen Stellen. Lokal und, wenn es geht, weitraeumiger.
Und natuerlich haben nicht nur Menschen mit Behinderungen gemerkt, wie frustrierend alles ist. Aber ich bezog mich nun mal auf diese.
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Bitte kommt zum Strangthema zurück! Wenn ihr über das deutsche Gesundheitswesen im Allgemeinen diskutieren wollt, eröffnet dafür bitte einen eigenen Strang.
Viele Grüße, Analuisa, Moderation
Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann, ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.
************************************ Moderatorin in der Pandemie, bei der Nachhaltigkeit und den Festen, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Aber wenn wir weg sollen von dem Thema Gesundheitswesen dann ist mir heute in der Presse aufgefallen, dass es neuerdings eine Gegenbewegung zur Aufforderung gibt, sich impfen zu lassen. [editiert] Sogar innerhalb von Familien hat eine Spaltung der Gesellschaft stattgefunden.
Diese Nacharbeitung von Corona in unserer Gesellschaft befindet sich momentan in dem Stadium, dass Personen, die die Beschimpfungen der Ungeimpften (Schwurbler rechtsradikal usw.) nicht vergessen wollen, als "Menschenjagd" bezeichnet wird.
Sollte man das ganze Geschehen aufarbeiten ? Oder dieses unrühmliche Kapitel besser vergessen ?
Zitat von DieUnsichtbare im Beitrag #10273Als Laie weiß ich dass die Geräte einen Warnton abgeben, wenn die Werte sich verschlechtern. Deshalb - vermute ich - muss das Personal nicht ständig am Bett sitzen und auf die Monitore schauen.
Bei sehr hohen Inzidenzen kann es zu viele Ausfälle beim Personal geben. Das mit dem Warnton ist nur teilweise richtig. Die Monitore erfassen nicht alles. Es gibt da noch einen Menschen, der sich - ungewollt - so verhalten kann, dass ein Schaden entsteht. Manchmal werden deswegen Sitzwachen organisiert, die nichts anderes zu tun haben, als alles, inkl. des Patienten, im Blick zu haben (oft nachts) und wenn nötig Hilfe herbeizurufen. Auch das wird bei sehr hohen Inzidenzen erschwert.
Oftmals beantwortet man die Postings, sobald man sie liest, und scrollt nicht erst zum Strangende. So kann es zu Überschneidungen mit Moderationsansagen kommen.
Zitat von -franzi- im Beitrag #10279 Oftmals beantwortet man die Postings, sobald man sie liest, und scrollt nicht erst zum Strangende. So kann es zu Überschneidungen mit Moderationsansagen kommen.
Ja, leider. Genau deshalb sind solche Schleifen so schwer zu unterbrechen. Schade um die Mühe, die in den Beiträgen steckt.
An alle: ich bin gerade in Absprache mit Nora wegen eines neuen Strangs.
Analuisa, Moderation
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So, zum Thema Kritik am deutschen Gesundheitswesen gibt es einen neuen Strang: Deutsches Gesundheitssystem - Mieser geht es kaum?, in den ich die Beiträge, die hier dazu geschrieben wurden, verschoben habe.
Bitte geht für die allgemeine Diskussion um das Gesundheitswesen dorthin und kommt hier zum Thema zurück.
Analuisa
Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann, ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.
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Bei uns geht es gerade reihum, Urprung unbekannt. Antwort des Gesundheitsamtes: Weiterleben wie bisher. Bei uns wurde die Quarantäne von Positiven vor ca. 3 Wochen abgeschafft, das hatte ich ja erzählt. Die KH Zahlen sind schon hochgegangen. Was mich daran aufregt: Die Maskenpflicht fällt morgen und überall wird zu Vernunft geraten und gedroht, man könne sie jederzeit wieder einführen. Und die Experten sagten, das sei vieeel zu früh. Dass die Experten den Wegfall der Quarantäne bemängelten, liest man seltenst in Nebensätzen. So ganz weiss noch keiner wie man damit umgehen soll. Der eine ist arbeiten gegangen, mit FFP2 Maske und hat Kunenkontakt vermieden, einer hat die Krankmeldung genommen, weil er sich nicht gut fühlte und bin gespannt was die 3. Person macht, weil sie nämlich nu r mit Kunden arbeiten kann. Wir als Kontaktpersonen sind eh im Home Office und haben die Tage Kontakt mit Freunden weitgehend vermieden, sind aber nicht immer zu Hause geblieben....
Bei uns ist ja bis auf Maskenpflicht in den Öffis und in KH/Altersheimen und die 7-10 Tage Isolation alles aufgehoben. Und es sind grad Viele infiziert...
Ich hab aber grad am WE wieder beobachten können, wie sorglos teilweise mit den Isolationsregeln und auch den normalen Abstandsregeln, etc umgegangen wird. Ich hab so ein bisschen den Glauben an die 'Selbstverantwortung' der Mitmenschen verloren.
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Ja, aber man sollte dabei auch nicht vergessen, worum es bei dem Ganzen eigentlich geht: Die Infrastrukrur soll funktionsfähig bleiben und eben das Gesundheissystem soll nicht in einer Art überbelastet werden, dass Menschen deswegen sterben müssen.
Beide Gefahren schwinden zunächst einmal. Was später und vor allem im Herbst kommen kann, ist noch offen.
Es geht bei den Maßnahmen nicht um den Schutz des Einzelnen. Für vulnerable Gruppen, die sich nicht ausreichend schützen können, ist seit mehreren Wochen höchste Alarmstufe. Aber wer denkt schon an sie? Wer hat an sie in der alljährlichen Grippesaison gedacht? Das fällt unter "Lebensrisiko".
Zitat von frangipani im Beitrag #10244 Ich hab aber grad am WE wieder beobachten können, wie sorglos teilweise mit den Isolationsregeln und auch den normalen Abstandsregeln, etc umgegangen wird. Ich hab so ein bisschen den Glauben an die 'Selbstverantwortung' der Mitmenschen verloren.
Selbstverantwortung besteht aber doch nicht darin, sich unter gar keinen Umständen zu infizieren. Es gibt keine „Pflicht“ dazu, sich selbst maximal gesund zu halten.
Selbstverantwortung schliesst Verantwortung für andere mit ein. Wenn nicht, ist der Begriff nichts anderes als ein Euphemismus für „ich mache genau das, was ausschliesslich mir dient, der Rest der Welt ist mir egal“ Also Egoismus.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
Zitat von Horus im Beitrag #10247Selbstverantwortung schliesst Verantwortung für andere mit ein..
Sehe ich nicht so. Selbstverantwortung bedeutet für mich: ich setze mich aktiv mit meinem Risikoprofil auseinander und handle entsprechend. Sonst hieße es ja nicht „Selbstverantwortung“, sondern „Fremdverantwortung“. Zum eigenen Profil kann natürlich gehören: ich habe vulnerable Personen zuhause und passe deshalb besonders auf.
Wenn man aber kein erhöhtes eigenes Risiko hat und auch keine Personen im direkten Umfeld, dann ist es doch auch in Ordnung, nicht ständig im Corona-Modus unterwegs zu sein. Wir werden "es" doch sowieso alle bekommen. Ich wüsste jetzt für meinen Teil nicht, warum ich das herauszögern sollte. Maske trage ich daher nur noch da, wo es vorgeschrieben ist. Im Supermarkt z. B. nicht mehr.
Viele Menschen brauchen halt Zeit, bis sie wieder aus dem Pandemie-Modus herauskommen. Nicht alle reflektieren darüber, was die Pandemie, jenseits des vielleicht Körperlichen, mit ihnen gemacht hat.
Ein älterer Mensch, der vor der Pandemie wegen einer Krebsbehandlung oder wegen anderer Krankheiten immunsuprimiert war und sich nicht gegen Grippe effektiv schützen konnte, war in Gefahr. Das war so und das wird auch zunächst so bleiben.
Selbstverantwortung ist das, was sie ist. Ob vor, während oder nach der Pandemie und jeder wird sie anders definieren. Inwiefern man auch an andere denkt, wenn man etwas tut oder nicht tut, das ist oft ein Balanceakt. Denkt man an südpazifische Inselstaaten und verzichtet man deswegen auf Reisen, aufs Auto, heizt man nicht über 18 Grad und und und?
Moral kann auch ungünstige Effekte nach sich ziehen, wenn sie zu einer Art Ideologie verkommt. Wie oft schon habe ich erlebt, dass nicht wenige Menschen die Moral dazu benutzen, um ein gutes Bild von sich zu kreieren.
Zitat von Horus im Beitrag #10247Selbstverantwortung schliesst Verantwortung für andere mit ein.
Das sehe ich ähnlich und genau deshalb, habe ich nun Ostern eine Verabredung von mir aus abgesagt. Obwohl ich mich gesund fühle und beim Job täglich getestet werde und das Treffen auch noch draußen hätte stattfinden sollen, fand ich es verantwortungsvoller abzusagen:Ich verbringe gerade sehr viel meiner Arbeitszeit damit, mich um Covid-Infizierte zu kümmern und das birgt nun mal leider auch bei aller Vorsicht das Risiko, dass ich unbemerkt von den Viren einsammelte und sie verteilen könnte, bevor der tägliche Test beim Job Alarm schlägt.