Zitat von Cynara im Beitrag #172 Mich würde eher interessieren, warum die Kinder die Tafel nicht als gute Adresse für die Aktion betrachten.
Woher weißt du, dass dem so ist? Ich habe hier nur von Ronja gelesen, dass die Klasse sich quer gestellt hat als sie erfahren hat, dass sie nicht am Erlös beteiligt ist. Und außerdem, dass Ronja selbst die Tafel als kein gutes Spendenziel ansieht.
Davon ab: Vielleicht könnte man diese Arabesken Richtung "Wer sich edel vorkommt und warum" mal lassen. Das ist mit Sicherheit keine Schüler-Denke sondern etwas, was Erwachsene hier anderen gerade anhäkeln wollen, um auch ja Recht zu behalten.
Zitat von Kambara im Beitrag #176 Ich habe hier nur von Ronja gelesen, dass die Klasse sich quer gestellt hat als sie erfahren hat, dass sie nicht am Erlös beteiligt ist. Und außerdem, dass Ronja selbst die Tafel als kein gutes Spendenziel ansieht.
Ich hatte das so verstanden, war vielleicht ein Missverständnis. Dann bleibt immerhin noch das Problem mit dem unüblicherweise gestrichenen Anteil.
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Zitat von Nordsee im Beitrag #166Die Klasse macht nicht mit, hatte also durchaus eine Wahl.
Sie haben gesagt, dass sie nicht mitmachen wollen, worauf die Lehrerin die Entscheidung vertagt hat. Die steht nun noch aus.
Der Vollständigkeit halber: meine Tochter war die einzige, die am Anfang richtig begeistert von dem Basar war, der Großteil der Klasse hatte schon keinen Bock, als noch davon auszugehen war, dass die Aufteilung 50:50 wie immer ist. Selbst da waren viele zu träge.
Was mich interessiert: macht die Klasse jetzt auf Grund der fehlenden Einnahmen weniger? Fallen zB Ausflüge aus, die sonst möglich gewesen wären? Oder werden die Eltern früher wieder zum Nachzahlen aufgefordert?
(Ich bin vor allem kein Fan von Kuchenverkäufen. Weder als Kunde noch als Lieferant. Für letztere ist es übrigens nicht verpflichtend, den Kuchen selbst zu backen)
Zitat von Kambara im Beitrag #176Ich habe hier nur von Ronja gelesen, dass die Klasse sich quer gestellt hat als sie erfahren hat, dass sie nicht am Erlös beteiligt ist.
Das stimmt so nicht. Nicht die Klasse hat sich quer gestellt, sondern meine Tochter hatte dann keine Lust mehr. Die Klasse hatte im Großen und Ganzen schon vorher!!!! keinen Bock, sich mit einem Stand am Basar zu beteiligen.
Deine Frage kann ich nicht beantworten, Amelanchier. Die Geld war für nichts konkretes eingeplant. Die letzten zwei Jahre haben sie eine Klassenweihnachtsfeier gemacht, vielleicht hätten sie es dafür genommen, vielleicht haben sie dieses Jahr darauf aber eh keine Lust mehr, ich weiß es nicht.
Zitat von Kambara im Beitrag #176Ich habe hier nur von Ronja gelesen, dass die Klasse sich quer gestellt hat als sie erfahren hat, dass sie nicht am Erlös beteiligt ist.
Das stimmt so nicht. Nicht die Klasse hat sich quer gestellt, sondern meine Tochter hatte dann keine Lust mehr. Die Klasse hatte im Großen und Ganzen schon vorher!!!! keinen Bock, sich mit einem Stand am Basar zu beteiligen.
Muss ich wohl überlesen haben oder es kam nicht so rüber.
Aber so oder so: Was sagt das nun über die Sozialkompetenzen dieser Klasse oder deren Großteil aus?
Zitat von Kambara im Beitrag #182Muss ich wohl überlesen haben oder es kam nicht so rüber.
Das stimmt, das hatte ich nicht erwähnt, weil es nur im meine Tochter ging. Die hatte sich wirklich darauf gefreut und versucht, die anderen mitzureißen. Umso größer dann ihre persönliche Enttäuschung. Was das über die Klasse aussagt? Es sind zu 2/3 Jungs deren Lebenszeit außerhalb der Schule hauptsächlich für Gaming draufgeht. Der Zusammenhalt innerhalb der Klasse ist sowieso nicht hoch. Die Erwartung, dass diese Kinder, die teilweise in Jogginghose in die Schule kommen direkt dabei sind, wenn es darum geht selbstlos was für andere zu tun ist komplett unrealistisch. Die tun teilweise nicht mal was für sich selbst.
Zitat von Ronja im Beitrag #184 Was das über die Klasse aussagt? Es sind zu 2/3 Jungs deren Lebenszeit außerhalb der Schule hauptsächlich für Gaming draufgeht. Der Zusammenhalt innerhalb der Klasse ist sowieso nicht hoch. Die Erwartung, dass diese Kinder, die teilweise in Jogginghose in die Schule kommen direkt dabei sind, wenn es darum geht selbstlos was für andere zu tun ist komplett unrealistisch. Die tun teilweise nicht mal was für sich selbst.
Das ist traurig.
Aber dann hätte es offenbar keinen Unterschied gemacht, wenn von Seiten der Schule kommunikativ anders an die Sache ran gegangen worden wäre? Sie hätten den Basar wohl so oder so boykottiert und deine Tochter wäre es eh verleidet worden.
Schade, wenn beinahe eine ganze Klasse so "verloren" ist. Und das schon im Alter um ca. 11 Jahre rum.
Zitat von Kambara im Beitrag #185Aber dann hätte es offenbar keinen Unterschied gemacht, wenn von Seiten der Schule kommunikativ anders an die Sache ran gegangen worden wäre? Sie hätten den Basar wohl so oder so boykottiert und deine Tochter wäre es eh verleidet worden.
Das ist gut möglich, dass die Sache in jedem Fall mangels Beteiligung geplatzt wäre, ja. So ging durch zu-viel-gewollt dann noch die letzte Motivation flöten. Meine Tochter ist so, im "guten wie im bösen", wenn man so sagen will. Es beeindruckt sie nicht, wenn man ihr sagt, du musst vollkommen selbstlos sein und alles abgeben. Genausowenig wie sie sich den Spaß am Plätzchenbacken verleiden lässt, weil der Rest der Klasse nicht will. Das hätte sie auch mit wenigen Mitstreitern durchgezogen. Sie geht ihren Weg auch gegen Widerstände und ist kein Mitläufer, das finde ich toll. Da ich das Verhalten der anderen eh nicht ändern kann war das gar nicht mein Fokus in der Diskussion und ich habe dazu nichts geschrieben. Es wäre für den Gesamteindruck vielleicht doch von Bedeutung gewesen. Aber gut, die Argumente sind nun wohl wirklich ausgetauscht.
Hmm, nein Kambara, für mich wird anders herum ein Schuh draus. Gerade in dieser Klasse war klar, dass die entweder knallhart beordert oder abgeholt werden müssen. Für beides gäbe es Argumente. A) 'Wir können bis zum St. Nimmerleinstag auf Engagement warten, dann wird das jetzt per Ordre de Mufti befohlen und aus. An dieser Schule ist der Basar für einen wohltätige Zweck und da haben sie ihr Scherflein zu leisten, schadet ihnen gar nicht.' B) 'Man muss das Desinteresse überwinden, zB durch Klassengespräche über Armut, evtl ist, wie hier auch schon vorgeschlagen wurde, ein Besuch bei einer Tafel drin. Man muss den Kindern also die Relevanz des Engagements näherbringen.'
Persönlich kann ich mich für beides erwärmen. Bei beidem wird es auch Grenzen des Machbaren geben. Aber einer eh schon lustlosen Klasse erst den schwachen Anreiz wegnehmen; zweitens nach Schema A), also eher autoritär, kommunizieren, und aber drittens von den Schüler:innen herzechtes Engagement zu erwarten ist einfach pädagogisch schlecht gemacht. Das nur unter dem Vorbehalt, dass dies alles auf der Schilderung einer 12jährigen aus zweiter Hand beruht. 😉
"It has to be possible to feel the pain in one community without denying it to the other. It has to be!" John Oliver
Moderatorin in den Foren zu Beziehung und Sex, zu Kunst, Musik und Literatur, zu Politik und Tagesgeschen und zum Handwerken (warum auch immer). Ueberall sonst gilt: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Zitat von Flau im Beitrag #187Das nur unter dem Vorbehalt, dass dies alles auf der Schilderung einer 12jährigen aus zweiter Hand beruht.
Aber die Info, dass die Klasse insgesamt keinen Bock hatte passt genau zu meinem persönlichen Eindruck aus Sommerfesten und Eltern-Kind Veranstaltungen, dem, was wir jedes Mal beim Elternabend zu hören kriegen und dem, was Tochter seit 2 Jahren aus der Schule erzählt, das ist stimmig.
@Ronja ich wollte auch nicht die Wahrheitsliebe Deiner Tochter anzweifeln, sondern nur anerkennen, dass auf dem Weg von bspw den Worten der Lehrerin bis zu mir jede Menge Potential für Informationsverzerrung und -Verlust ist. Nicht weil irgendwer unzuverlässig wäre, sondern schlicht durch die Länge des Wegs.
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Zitat von Ronja im Beitrag #184 Was das über die Klasse aussagt? Es sind zu 2/3 Jungs deren Lebenszeit außerhalb der Schule hauptsächlich für Gaming draufgeht. Der Zusammenhalt innerhalb der Klasse ist sowieso nicht hoch. Die Erwartung, dass diese Kinder, die teilweise in Jogginghose in die Schule kommen direkt dabei sind, wenn es darum geht selbstlos was für andere zu tun ist komplett unrealistisch. Die tun teilweise nicht mal was für sich selbst.
Ich überlege gerade, ob das ggf. auch Auswirkungen der Corona-Maßnahmen sein könnten. Diese Schüler waren damals gerade erst einmal ca. ein Jahr in der Schule und haben dann viele Monate zu Hause verbracht, am Monitor gelernt, Kontakte zu Freunden zeitweise nur via Social Media halten können - sofern Zugang bestand. Den Kindern wurde damals viel zugemutet und ich habe mich damals schon gefragt, welche längerfristigen Folgen das haben wird.
Ich weiß nicht, wie es dieser Altersgruppe so geht - ich habe keine Kinder dieses Alters in meinem Umfeld, mit denen ich mich dazu austauschen könnte.
Zitat von Kambara im Beitrag #185Aber dann hätte es offenbar keinen Unterschied gemacht, wenn von Seiten der Schule kommunikativ anders an die Sache ran gegangen worden wäre? Sie hätten den Basar wohl so oder so boykottiert und deine Tochter wäre es eh verleidet worden.
Möglich. Oder auch nicht. Das kann wohl niemand von uns beurteilen.
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Zitat von -franzi- im Beitrag #153@Holunder Natürlich ist eine Klassenkasse nicht verwerflich.
Aber deutlich edler ist es, Spenden für andere, denen es schlecht geht, zu sammeln. Das könnte man als Eltern und Lehrer durchaus formulieren, und es wäre ein Lernziel.
Deutlich edler, ja - aber etwas völlig anderes. Ich finde es ein bißchen schade, dass der Elfjährigen ihr ursprünglicher Eifer "ich leiste etwas für unsere Gruppe, etwas, das ich gut kann" genommen wurde. Das ist doch auch eine schöne Sache! Und beim nächsten Spendenaufruf oder der großen Gemeinschaft Dienlichem wäre sie gewiss wieder dabei.
Zitat von Ranunkel im Beitrag #135@Nora @BBlueVelvet: Vielen Dank für die Erläuterungen zum Mantel des St. Martin. Wer hätte das gedacht? Es war gar kein Mantel mit Ärmeln?! Na sowas! (manchmal fragt man sich, für wie dämlich...aber lassen wir das).
Wenn es Dir klar ist, wie das Ding aussah, warum verstehst Du dann die Geschichte nicht??
"Verstanden" war vielleicht nicht der richtige Ausdruck - ich finde es halt wenig sinnvoll, so einen Umgang zu teilen. Mit den verbleibenden Stücken kann dann keiner mehr so recht was anfangen. Aber es ist eine Legende, und natürlich kann man nun diskutieren, wie groß der Umhang war und ob die Aktion sinnvoll war oder nicht. Eine Zeitlang habe ich auch gedacht, dass dies im übertragenen Sinn zu verstehen ist - sein späteres Leben, aufgrund dessen auch die Heiligsprechung erfolgte, könnte ein Hinweis sein.
Vielen Dank für die Erläuterungen zum Mantel des St. Martin.
Wer hätte das gedacht? Es war gar kein Mantel mit Ärmeln?!
Na sowas!
(manchmal fragt man sich, für wie dämlich...aber lassen wir das).
@Ranunkel, ich wollte dich nicht ärgern, ich hatte deinen Beitrag „Die Geschichte von St. Martin habe ich noch nie wirklich verstanden. (Jedenfalls nicht konkret, als Mantel an sich).“ dann anscheinend falsch verstanden.
Zitat von Ranunkel im Beitrag #109Mal abgesehen von der schlechten Kommunikation * finde ich es nicht richtig, zu sagen, ich mache nur mit, wenn mir das Spendenziel passt
Das finde ich ehrlich gesagt seltsam. Spendest du privat denn auch an Organisationen, deren Spendenziel dir nicht passt?
Das verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht. Hier geht es doch nicht um Einzelpersonen. Ich wollte ausdrücken (und meine auch, es so geschrieben zu haben), dass, egal wie eine Abstimmung oder Entscheidung zustande kommt, es immer jemanden gibt, dem sie nicht passt. Und ich meine, dass man in einer solchen Situation - wohltätiger Weihnachtsbasar einer Schule- dann auch mal über seinen Schatten springen sollte und trotzdem mitmachen.
Zitat von Ronja im Beitrag #184 Was das über die Klasse aussagt? Es sind zu 2/3 Jungs deren Lebenszeit außerhalb der Schule hauptsächlich für Gaming draufgeht. Der Zusammenhalt innerhalb der Klasse ist sowieso nicht hoch. Die Erwartung, dass diese Kinder, die teilweise in Jogginghose in die Schule kommen direkt dabei sind, wenn es darum geht selbstlos was für andere zu tun ist komplett unrealistisch. Die tun teilweise nicht mal was für sich selbst.
Ich überlege gerade, ob das ggf. auch Auswirkungen der Corona-Maßnahmen sein könnten. Diese Schüler waren damals gerade erst einmal ca. ein Jahr in der Schule und haben dann viele Monate zu Hause verbracht, am Monitor gelernt, Kontakte zu Freunden zeitweise nur via Social Media halten können - sofern Zugang bestand. Den Kindern wurde damals viel zugemutet und ich habe mich damals schon gefragt, welche längerfristigen Folgen das haben wird.
Ich weiß nicht, wie es dieser Altersgruppe so geht - ich habe keine Kinder dieses Alters in meinem Umfeld, mit denen ich mich dazu austauschen könnte.
Diesen Gedanken finde ich total interessant! Wie lange waren die kinder ( und Gesellschaft) isoliert, mussten zuhause bleiben und lernten am pc? Gibt es Studien über die psychische Entwicklung oder sogar Schäden aus dieser Zeit?
Es gibt zb die CoPsy Studie- ua. Hier eine Pressemitteilung des UKE zur zweiten "Auflage". Es ist nicht die Pandemie alleine, die für Probleme sorgte, siehe hier: