Liebe Flower, vielleicht kannst du dir immer wieder vornehmen, den heutigen Tag mit etwas Schönem zu füllen. Denk nicht an morgen, an nächsten Monat an Feiertage, sondern gehe nur heute möglichst gut durch den Tag. Mir hat das sehr geholfen, als die Beziehung zum Vater meines Kindes auseinander ging. Kind war damals gerade ein Jahr alt und ich war sehr sehr unglücklich und hatte lange zu kämpfen. Aber ein Tag ist überschaubar und zu schaffen. Alles Liebe!
Dank euch für eure Antworten! So hilfreich. Hm, mit der Verbundenheit meine ich so ein Gefühl der Zugehörigkeit, des Zu-Hause- seins. Das hatte ich mit ihm schon. Dieses selbstverständliche l: Wir gehören zusammen. Dass das nun nicht mehr da ist, schmerzt einfach. Ich glaube, das zu überwinden ist das Schwierigste für mich. Adventszeit: super aufgeladen mit Erwartungen und falschen Vorstellungen.. Ich denke gerade so viel an die Menschen, denen es gerade nicht gut geht...
Den Tipp, Mordgeschichten und traurige Gedichte zu schreiben finde ich grossartig. Und vorher fliegt noch die kitschige Weihnachtsdeko an die Wand... 😬
Zitat von Flower im Beitrag #102... Hm, mit der Verbundenheit meine ich so ein Gefühl der Zugehörigkeit, des Zu-Hause- seins. Das hatte ich mit ihm schon. Dieses selbstverständliche l: Wir gehören zusammen. Dass das nun nicht mehr da ist, schmerzt einfach. Ich glaube, das zu überwinden ist das Schwierigste für mich.
Das dauert, bis du das Gefühl des Zuhause-Seins auch wieder mit dir alleine spürst. Ich finde es wichtig, nach einer Trennung gerade das in den Fokus zu nehmen: Mach es dir in deinem Zuhause so richtig schön, gestalte vielleicht einiges um, was dich an ihn erinnert. Habt ihr zusammen gewohnt? Dann ist jetzt die Zeit, dich ohne Kompromisse so einzurichten, wie es dir gefällt. Manchmal wirkt es Wunder, einfach nur eine Wand in einer neuen Farbe zu streichen oder neue Bilder aufzuhängen, ein paar Möbel umzustellen oder einer vom Partner nicht geteilten Vorliebe für Kerzen, Deko, Raumduft... hemmungslos nachzugehen.
Und Zuhause-Sein hat ja nicht nur mit der Wohnumgebung zu tun. Es dauert einfach einige Zeit, bis du dich nicht mehr als amputierten Teil eines Paares siehst und erlebst.
Zitat von Flower im Beitrag #102 ...Den Tipp, Mordgeschichten und traurige Gedichte zu schreiben finde ich grossartig. Und vorher fliegt noch die kitschige Weihnachtsdeko an die Wand... 😬
Ein Amateur hat die Arche gebaut, Profis die Titanic.
„Einmal trafen sie eine Krähe. "Vögel sind nicht dumm", sagte der kleine Bär und er fragte die Krähe nach dem Weg."Welchen Weg?", fragte die Krähe. "Es gibt hundert und tausend Wege." (Zitat aus"Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch)
@Mariecken Danke sehr. In aller Unbescheidenheit sage ich mal, Liebeskummer-Begleitung ist nicht zufälligerweise eine meiner ganz wenigen, sehr starken Seiten. Aber online weiss man ja nix genaues, ich hoffe, es hilft Flower irgendwie weiter.
Denn darum geht's: weitergehen. Mitten in der Hölle ist der Weg zurück genauso weit wie der zum Ausgang.
Denn darum geht's: weitergehen. Mitten in der Hölle ist der Weg zurück genauso weit wie der zum Ausgang.
@Nicolo , ich hätte Dich gern als Liebeskummerbegleiter gehabt und der zitierte Satz ist toll!!
Zitat von Flower im Beitrag #97Gestern war ich eingeladen, lauter Paare, und ich habe gefühlt, was fehlt: dass immer jemand da ist, man sich nicht verabreden/organisieren muss, um in Gesellschaft zu sein. Mir fehlt dieses sich verbunden fühlen mit einer Person. Das hatte ich mit ihm.
@Flower - die gefühlte fehlende Verbundenheit hat mir am längsten zu schaffen gemacht, niemanden zu haben, für den ich der "wichtigste Mensch" oder "der Lieblingsmensch" bin.
Aber irgendwann verschob sich mein Blick auf Partnerschaft und andere Paare und ich habe angefangen, Paare nicht mehr mit Neid zu betrachten, sondern, wie windsbraut schreibt, zu schauen, ob das alles immer so toll ist. Ich habe dann die Tendenz entwickelt, alles, was Paar-Sein betrifft als negativ, langweilig, nervig, spiessig, unemanzipiert, abhängig .... anzusehen, was natürlich andersrum nicht objektiv ist und bin jetzt an dem Punkt, dass ich für mich bevorzuge, nicht Teil eines Paars in einer klassischen Beziehung zu sein, ohne Paar-Sein generell als negativ anzusehen.
Durch Familie und Freunde fühle ich mich inzwischen weitgehend verbunden genug, wenn ich, was immer noch vorkommt, da einen Mangel spüre, versuche ich mir das zuzugestehen, aber auch mir durch Kontaktaufnahme mit jemandem ein Verbindungsgefühl herzustellen, wobei mir oft schon das Wissen, bald ein schönes Treffen oder eine Unternehmung mit jemandem vor mir zu haben, genügt.
Vielleicht kannst Du Dir auch solche "Verbundenheitakner", gerade für die Adventswochenenden und Weihnachtszeit suchen, jenseits von Paar-Abenden?
"Tell me, what it is you plan to do with your one wild and precious life?" - Mary Oliver
Moderatorin im Reiseforum, Frauengesundheit, Kinder, Familie und Erziehung, Kindergesundheit, Kinderwunsch, Psychische Gesundheit und psychische Erkrankungen, Schwangerschaft, Baby und Kleinkind, Umbrüche im Leben, Verlust und Trennung, Was bringt Dich aus der Fassung? sowie Mode und Kosmetik
Ich bin mir nicht sicher, ob tatsächlich „alle Wege nach Rom führen.“ Manchmal braucht‘s dazu auch einen Kompass.
@Flower: im Moment scheinst du deine Beziehung zu diesem Mann zu glorifizieren und übersiehst dabei, dass es bei euch ja schon länger im Argen lag.
Ich bezweifle wirklich, dass das Pflegen von Illusionen („es war doch alles soo schön“) ein geeignetes Mittel ist, den Trennungsschmerz zu lindern. Im Gegenteil: es behindert das Loslassen (-können) erheblich.
So oder so ist für dich „der Weg nach Rom" jetzt etwas steinig … aber ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du möglichst schnell dort ankommst
Denn darum geht's: weitergehen. Mitten in der Hölle ist der Weg zurück genauso weit wie der zum Ausgang.
Danke für den Satz, Nicolo.
Den Satz hätte ich wohl ganz gern vor etlichen Jahren gekannt ...stattdessen bin ich dort hängengebleiben, wo ich nicht sein wollte, kam aber nicht raus ... ich habe viel zu lange der Vergangenheit nachgetrauert. So ein Forum hätte den endgültigen Schluss vielleicht beschleunigt, doch zu der Zeit gabs noch gar kein Netz geschweige denn, ein Forum
Genau, die Glorifizierung dessen, was war, hat mich blockiert und festgehalten ...es war nur wenig, was schön war, doch das war plötzlich alles, an das ich mich erinnerte oder erinnen wollte. Ich habe viel zu lange der kaputten Vergangenheit nachgetrauert, weil ...es gab ja auch Schönes, das übertünchte das Elend ungemein ... viel dabei über mich erfahren und bin letztlich in einem noch grösseren Desaster steckengeblieben. Ich bin froh, dass diese Zeiten vorbei sind.
Zitat von Flower im Beitrag #102 Dieses selbstverständliche l: Wir gehören zusammen. Dass das nun nicht mehr da ist, schmerzt einfach.
Das kann ich so gut nachvollziehen, weil ich das auch nach den ganzen Jahren noch vermisse.
Natürlich kann man sich vor Augen halten, dass viele andere Paare Beziehungen führen, die man für suboptimal hält und die man für sich selbst so nicht haben wollte. Das hilft und besänftigt tatsächlich ein wenig.
Ich neige aber auch dazu, Paare zu sehen, die *es geschafft haben* und denen es auch nach vielen Jahren wirklich gut geht miteinander. Da werde ich dann schonmal neidisch in dem Sinne, dass ich denke, das wäre uns auch gelungen, wenn wir, bei all den guten Voraussetzungen, die wir hatten, nur so oder so gehandelt und entschieden hätten. Und diese Art illusorische Reminiszenz macht mich auch heute noch traurig.
Aber auch diese Gedanken zuzulassen finde ich wichtig.
ZitatAdventszeit: super aufgeladen mit Erwartungen und falschen Vorstellungen.
Ich verstehe sehr gut, was Du meinst - aber das ist etwas, auf das Du wirklich viel Einfluss hast. Sowohl gefühlsmäßig als auch in der Praxis, indem Du Dir diese Zeit ganz persönlich gestaltest. @windsbraut hat es schön und treffend beschrieben.
es geht weiter mit dem Gefühls-Auf-und-Ab. Puh. In der letzten Woche dachte ich wirklich, ich hätte es ein Stück weiter geschafft, weil es mir in großen Teilen wirklich gut ging. Heute ist es wieder schwierig, bin krank geworden, zu Hause und die Gedanken kreiseln...
Die Einladung, bei der ich am WE war, stellte sich tatsächlich zufällig als Pärchen-Veranstaltung heraus. Mein Freundeskreis besteht zum Glück u.a. auch aus einigen Single-Frauen in meinem Alter - das kann ich gerade sehr schätzen. Überhaupt sind meine Freund*innen für mich da, das tut gut. Und doch gibt es immer wieder diese Momente, in denen mir klar wird: Du bist jetzt allein. Dann falle ich oft in so unangenehme Löcher, dazu kommen Ängste, Selbstzweifel und Gedankenkreisel: Was ist, wenn du jetzt für immer allein bleibst? Warum immer diese schmerzhaften Trennungen? Warum ich? Ich will mein altes Leben zurück...
Immer anblenken funktioniert nicht. Diese Momente, in denen die Erkenntnis: du bist jetzt allein! mit voller Wucht zuschlägt, sind die Schlimmsten. Dann wird es nur grau und düster in mir. Habt ihr da eventuell Tipps, wie damit am besten umgehen?
Zitat von Flower im Beitrag #112... Diese Momente, in denen die Erkenntnis: du bist jetzt allein! mit voller Wucht zuschlägt, sind die Schlimmsten. Dann wird es nur grau und düster in mir. Habt ihr da eventuell Tipps, wie damit am besten umgehen? ...
Wenn ein Kind Angst vor dem Krokodil unter'm Bett hat, hilft es nix, es abzulenken oder immer wieder zu beteuern, da wäre keins. Lasst das Kind nachschauen. Vor Gespenstern kannst Du wegzurennen versuchen (aaaaaaaaaaaaaaaaaanstrengend) oder stehenbleiben, Dich umdrehen und sie Dir genauer ansehen. Manchmal sind's bloß erbärmliche Schießbudenfiguren oder Engel mit fragwürdigen Outfits und miesem Make-up.
Erneut uncharmant: Du bist jetzt allein, im Sinne von Single. Stell' Dich dem, es ist so, Tatsache, Fakt.
Aber allein sein in diesem Sinne bedeutet nicht unbedingt einsam. Und umgekehrt: mensch kann auch zu zweit oder unter ganz vielen sehr einsam sein. Alleinsein bedeutet grundsätzlich auch überhaupt nichts Negatives und das musst Du eben (ernut?) erfahren, erleben, fühlen. Was kannst Du ohne Partner ganz konkret tun, was sich für Dich schön, gut, richtig anfühlt?* Auch das ist "sich dem stellen, was ist", nicht bloß Ablenkung. Du musst jetzt Dein eigenes Leben für Dich selbst gut gestalten - nur Dich, niemanden sonst. (Nebenbei: gedurft und gekonnt hättest Du das natürlich auch innerhalb einer Beziehung.)
Ohne Partner heisst ja auch nicht wirklich allein. Du hast Freundinnen, die auch Single sind? Na dann ...
* Gibt es etwas, was Du liebend gern tust, was Dein Ex aber ganz grässlich fand und Du deshalb "immer nur allein machen konntest"? Na super, dann mach genau das und genieße es. Egal, was es ist und wie "Andere das wohl finden". Ich denke da beispielsweise an bestimmtes Essen, bestimmte Musik oder Filme, oder gewisse Unternehmungen ...
Hallo Flower, gute Besserung dir! Hoffentlich ist es nicht allzu schlimm. Wenn man krank ist, fühlt man sich gleich noch mal so allein wie eh schon. Hast du Menschen, die nach dir schauen, dir was einkaufen, sich ein bisschen um dich kümmern? Das wünsche ich dir.
Zitat von Flower im Beitrag #112Dann falle ich oft in so unangenehme Löcher, dazu kommen Ängste, Selbstzweifel und Gedankenkreisel: Was ist, wenn du jetzt für immer allein bleibst? Warum immer diese schmerzhaften Trennungen? Warum ich? Ich will mein altes Leben zurück...
Zu deinen kreiselnden Gedanken: Erstens bin ich fest davon überzeugt, dass du bei nüchterner Betrachtung das alte Leben = die alte Beziehung nicht zurück willst. Für Momente vielleicht, und auch nur die schönen Dinge daran. Aber es war ja vieles nicht mehr schön, wie du schon geschrieben hast. Stell dir einfach vor, die gute Fee erfüllt dir deinen Wunsch, und dann geht was schief und du bekommst nur das, was nicht so schön war (so ist das meist mit den Wünschen - irgendeinen Pferdefuß gibt es immer). Nee, das willst du wirklich nicht.
Zweitens: Die Frage, warum du - du! - immer diese schmerzhaften Trennungen durchmachen musst, geht viel tiefer. Wenn du da ein Muster erkennst, würde es sich lohnen, das mit einem Profi zu bearbeiten. Du wirst bald fünfzig, hast du geschrieben, das könnte doch ein schönes Geschenk an dich selbst sein.
Drittens: Ob du für immer allein bleibst oder ob du eine neue Liebe findest, hängt von so vielen Dingen ab, nicht zuletzt davon, zu welchen Erkenntnissen du kommst, wenn du der Frage nach den schmerzhaften Trennungen nachgehst und womöglich Antworten findest, die dir eine neue Sicht auf dich selbst schenken. Ich kann dir aus meiner Erfahrung jedenfalls sagen, dass einen die Liebe auch mit über fünfzig finden kann.