Zitat von Linaya im Beitrag #499Das mit dem "ich bin nicht schuld" klappt leider gar nicht, dafür ist das Einsamkeitsgefühl zu groß.
Agathe13, ja, möchte ich. Ich mache dieser Person vorsichtige Kontaktangebote (sie befindet sich gerade selbst in einer Ausnahmesituation, daher das vorsichtig). Das ist jetzt aber ein besonderer Fall und nicht verallgemeinerbar. Ich mache auch anderen Personen Kontaktangebote, die aber häufig jetzt nicht umsetzbar sind, da zur Weihnachtszeit die Leute wenig Kapazitäten übrig haben. Dafür kann ich nichts, weh tut es trotzdem, weil ich beobachte, dass Menschen gerade jetzt sehr wohl Zeit finden für andere Menschen, die ihnen am Herzen liegen. Das bin ich aber nicht.
Wenn ich mal deine Selbstanalyse aufgreife, da kann ich einiges unterschreiben, das mit der Familie, oder dass ich ebenfalls keine Kinder habe, ja, das ist meine Entscheidung. Andererseits lese ich den Teil über Entscheidungen, als müsse man eben mit Einsamkeit leben, wenn man nicht genug oder das Richtige getan hat, um eben nicht einsam zu sein. Das trifft es auch nicht.
Und es gibt noch den Faktor, dass andere Menschen eigene Entscheidungen treffen, die ich wiederum nicht beeinflussen kann. Beispiel: eine Interessengruppe, die wir privat geführt haben, bricht nun auch noch auseinander, weil sich die anderen anders orientieren möchten. Das ist deren Recht, alles gut. Aber ich kann nichts dafür, und so schnell bauen sich neue Kontakte ja auch nicht auf. Gerade jetzt nicht.
Ich vermute, dass Du Dich "schuldig" fühlst und es so sehr an Deinen Selbstwert geht hat tieferliegende Gründe in der Vergangenheit (Herkunftsfamilie?). Das lässt sich nicht einfach so "abstellen". Wenn Du so sehr darunter leidest, wäre es eine Option für Dich das mit professioneller Hilfe anzuschauen, zu bearbeiten? Wahrscheinlich ist es eine ganz alte Wunde die immer wieder aufgerissen wird.
Jetzt zur Weihnachtszeit nach Kontakten Ausschau zu halten und Angebote zu machen halte ich für schlechtes Timing. Die Leute sind überwiegend gestresst und haben meist genug damit zu tun Familie, Verpflichtungen ectr. unter einen Hut zu bringen. Das da für jemand außerhalb des Kreises gerade kein Platz ist, kann ich verstehen. Auch jemand der in einem "Ausnahmezustand" ist, wie Du schreibst, befindest sich in einer Krise und hat aufgrund dessen gar nicht den Kopf frei, sich mit dir zu treffen. Wenn Du Dir das bewusst machst, dann dürfte es eigentlich nicht weh tun, weil es mit Dir als Person so rein gar nichts zu tun hat. Wenn Du nicht darauf achtest und kein Gefühl dafür entwickelst was jetzt bei anderen Menschen möglich ist und was nicht, verletzt Du Dich permanent selbst und bestätigst Dich darin, dass es eh vergeblich ist und ziehst darauf die Schlussfolgerung, dass Dich keiner mag. Das ist mein Eindruck beim Lesen, welcher falsch sein kann.
Das Gruppen auseinander gehen ist schade und normal. Du könntest im neuen Jahr die Initiative ergreifen und z.b bei nebenan.de selbst einen Aufruf starten und einfach mal schauen was passiert. Wenn ich mir die Resonanzen auf dieser Plattform so ansehe, scheint es so zu sein, dass viele Menschen nur darauf warten das irgendjemand die Initiative ergreift. Scheitern gehört zum Leben. Vieles braucht mehrere Versuche und Anläufe bis ein Ziel erreicht wird.
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
So habe ich mich heute mit einer Frau aus dem betreuten Wohnen in meiner Nachbarschaft unterhalten, die mit ihrem kleinen Hund dort eingezogen ist. heute hatte sie zwei hundis dabei, und ich habe sie verwundert darauf angesprochen. Der zweite Hund allerdings sei nur ein Pflege, sagte sie. Ich habe es lobend hervorgehoben, dass sie ihren Hund mit ins betreuten Wohnen nehmen durfte, und sie erzählte, das ist einerseits ein ziemlicher Kampf gewesen sei, aber andererseits könne man doch nicht alten Menschen ihre Tiere wegnehmen, denn gerade alte Menschen leiden doch unter Einsamkeit, und man wisse doch inzwischen, wie wichtig Tiere seien, wenn Menschen schon so einsam seien. ....
Menschen, die anderen Menschen einfach ihr Tier wegnehmen, haben Null-Empathie für meine Begriffe. Selbst demenzkranken Menschen helfen Tiere ungemein.
Um mit jüngst Martin Rütter, dem Hunde-Experten zu sprechen: Wer hat mehr Zeit, sich um sein Tier zu kümmern, als ein Senior.
Ich wollte ja schon lange hier weiter schreiben. Leider ist alles rund um dieses Thema so diffus in meinem Kopf und in meinen Gefühlen. Am einfachsten wäre es wahrscheinlich alles was auch auf mich zutrifft von euren Beiträgen zu kopieren
Was dann wahrscheinlich auch ein ziemliches durcheinander beim Lesen zur Folge hätte
Um mal ein Beispiel zu nennen:
Ich beneide Menschen die derzeit auf vielen Weihnachtsfeiern sind, ebenso auf vielen Weihnachtsmärkten verabredet Ich bin jedoch oft zu müde und mag auch grundsätzlich nicht Stunden draußen in Menschenmassen rumstehen
Darf ich andere Personen dann dennoch beneiden?( Frage an mich selbst )
@Timeless: Es gibt eine Hintergrundgeschichte, ja, die ich auch schon mal therapeutisch bearbeitet habe. Dennoch ist das Einsamkeitsgefühl gerade jetzt stark. Ich kann auch nicht wirklich dahin kommen, dass ich glaube, dass es nicht an mir liegt. Und selbst wenn ich das glauben würde: Ich wäre immer noch einsam. Ich halte es - meine persönliche Meinung - auch für utopisch, an einen Punkt zu kommen, an dem man sich selbst genügt und nichts/niemanden braucht. Das schreibe ich, weil es mir manchmal so vorkommt, als würde mir das als Ideal aufgestellt. Ich meine nicht hier, sondern allgemein. Bezüglich dieser einen Person: Das hat noch andere Komponenten, ist tatsächlich ein besonderer Fall. Dass die Person sich mit mir nicht treffen kann, ist klar, dennoch mache ich da vorsichtige Angebote, um den Kontakt zu halten (nicht um irgendwas zu wollen).
Gerade jetzt Kontakte knüpfen zu wollen, klappt natürlich nicht, das ist klar. Aber was tun? Man will sich ja auch verbunden fühlen. Mit den Gruppe: Na klar kann man sich Neues suchen, das habe ich dieses Jahr schon ein, zwei Mal gemacht. Nur wenn man mehr möchte als reine lockere Freizeitkontakte, muss auch was länger Dauerndes dabei sein, wie sollen sich Kontakte sonst vertiefen?
Zu dem Aspekt, dass man sieht, was bei anderen (scheinbar) möglich ist: Da würde ich auf die Gedanken von Agathe zurückkommen und für mich festhalten, dass ich bestimmte Lebensentscheidungen getroffen habe (zb keine Kinder) und entsprechend lebe. Diesbezüglich ist aber auch gar keine Bitterkeit bei mir vorhanden. Für mich ist es nicht so, dass ich sehe, aha, andere treffen sich mit Familie unterm Baum, glänzende Kinderaugen etc., wieso hab ich das nicht? Da wäre ich unehrlich mir gegenüber, denn ja, ein Leben mit Kindern und großer Familie führe ich nicht. Will ich auch nicht. Schon eher schmerzt die Erkenntnis, dass sich andere gemeinsam treffen und da für mich kein Raum ist (etwas platt formuliert: dass eine Freundin dann mit mir nicht mehr auf den Weihnachtsmarkt möchte, weil sie die Woche ja schon zwei Mal raus war und nächste Woche noch mit der Arbeit, es werde zuviel, sie wolle Zeit für sich - das fühlt sich dann so an, als fiele ich hinten runter, ohne etwas dazu zu können. Bitte nicht am Weihnachtsmarkt aufhängen, das ist nur ein Beispiel). Mir geht es um grundsätzliche Fragen: Wem bedeute ich was? Wer hat einen lieben Gedanken für mich? Wo darf ich mich verbunden fühlen. Da geht es nicht bloß um Weihnachten, jetzt verdichtet es sich nur. Um wieder auf den Gedanken mit den Entscheidungen zurückzukommen: Ich habe keine Kinder, keine Familie - das heißt aber nicht, dass ich mich für ein Leben mit nur lockeren, unverbindlichen Kontakten entschieden hätte.
@Twix Dass sich da einiges diffus anfühlt, geht mir oft auch so, wenn mir das passiert, bin ich von manchen Aspekten einfach überfordert. Oder von meinen eigenen Gefühlen. Vielleicht würde es helfen, so wie mit deinem Beispiel einige einzelne Aspekte einfach hier in den Austausch zu geben und zu schauen, ob du aus den Reaktionen etwas herausziehen kannst für dich. Und wenn's durcheinander ist, ist das eben so. Vielleicht fällt ja jemandem hier etwas ein, das dir hilft, oder wo du dich verstanden fühlst. Hoffentlich.
Zu dem Beispiel, das du gibst: Das verstehe ich total gut. Ich mag kein draußen Herumstehen, keine Weihnachts-Zwangsbeschallung, keinen fiesen Billigglühwein. Ich will mich nicht durch Menschenmassen drängeln. Was in mir Neid auslöst, ist das Gefühl, Gemeinsamkeit zu sehen, die mir verwehrt ist. Gemeinschaft ist ja unbestreitbar sichtbar, wenn da Gruppen zusammenstehen, man selbst aber zu keiner hinzugehört.
So fühle ich mich derzeit eigentlich immer, wenn ich durch die Stadt gehe. Lichter, im Café Freundinnenpaare, Familien und Grüppchen, die sich zum Frühstücken treffen, während ich hier alleine am Laptop sitze. Ach du je. Ich kann aber auch nicht ständig scrooge-mäßig zu Hause sitzen. Bei mir kommt die Überlegung: Na gut, Weihnachten geht vorüber, aber dann kommt der lange Januar, da hast du ja auch keine Gemeinschaft. Oh, ich habe böses Dezember-Herzschmerz-Virus...
Gestern hat mir youtube dieses Video präsentiert: Wohnen für Hilfe.
Was haltet ihr davon? Könnte dieses Modell ein Instrument sein, um Einsamkeit im Alter zu begegnen und mehr Kontakt und Austausch zwischen den Generationen zu befördern?
Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche. D. Bonhoeffer
************************************ Moderatorin in der Pandemie, bei der Nachhaltigkeit und den Festen, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Was haltet ihr davon? Könnte dieses Modell ein Instrument sein, um Einsamkeit im Alter zu begegnen und mehr Kontakt und Austausch zwischen den Generationen zu befördern?
Also wer das macht, wird sicherlich Kontakt und Austausch fördern- ob bei dem Anspruch, der offenbar an die Studenten gestellt wird, das aber dauerhaft gut tut- ist eine ganz andere Frage.
So wie es im Film anklingt, wirkt es ja mehr nach 24h-Kraft- sobald man im Haus ist, wird gefordert....finde ich sehr drüber für jemanden, der zwar Hilfestellungen geben möchte, aber doch nicht so einen Dauerjob!
Das Grundkonzept finde ich gut, aber ich verstehe unter helfen, Handreichungen, vielleicht Durchputzen oder auch zusammen essen oder kochen, aber keine Dauerverfügbarkeit, weil man dann im Haus ist. Wie auch keinesfalls Pflege, was aber je nach Hilflosigkeit, womöglich vorkommen könnte.
Die Ansage im Film- auf jeden Senior kämen 26 Studenten- mag auf dem Papier so sein, aber ob jeder von denen tatsächlich in jeder Minute seines Aufenthaltes in der Wohnung (wo man doch seine Ruhe sucht) zur Verfügbarkeit stehen will, halte ich für unrealistisch.
Mir scheint, der Preis der niedrigeren Miete steht in keinem Verhältnis, wenn der Versorgungs-Aufwand mit ständiger Verfügbarkeit gekoppelt ist.
Ich habe mir den Film jetzt nicht ganz angesehen. Aber es gehört eben auf beiden Seiten viel Bereitschaft dazu, sich auf den anderen einzulassen. In der Theorie klingt das alles toll. Die liebe Omi, die den netten jungen Studenten bekocht, der Student, der den Rasen mäht und die Einkäufe erlerledigt In der Praxis will der Student arbeiten und feiern und den Rasen hat er schon bei seinen Eltern höchst widerwillig gemäht. Und die Omi mault herum, weil der Student morgens nicht aus dem Bett kommt und seine Barthaare im Waschbecken liegen. Meine Mutter sagte immer "Jung und Alt passen nicht zusammen ". Alte und junge Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Und die wenigsten sind für ein gemeinsames Leben geeignet.
Zitat von Analuisa im Beitrag #506Was haltet ihr davon?
Ich hab den Film nicht gesehen, kenne aber Leute, die das gemacht haben. Letztlich sind sie auch deshalb wieder ausgezogen, weil es nie bei den vereinbarten Stunden blieb.
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Mit klar abgegrenzten Bereichen, Aufgaben und Zeiten kann ich mir vorstellen, dass es funktioniert. Den Mietern sollte klar sein, dass es ein Zweitjob ist, allerdings ohne Urlaub und Krankentage.
Die Erde hat Musik für diejenigen, die zuhören. WS
Ich halte davon wenig, mir gefällt die definierte Rolle mit Rechten/Pflichten besser, die ich als Vermieterin gegenüber meinem studentischen Untermieter habe. Ich würde stattdessen ein oder zwei Studenten/Studentinnen bei mir wohnen lassen und die Mieteinnahmen jemand anders zukommen lassen, der dann bei mir putzen, den Rasen mähen oder sonstwas Beschwerliches erledigen darf. Gerne auch wieder aus dem studentischen Umfeld. Bleibt noch das Problem, dass ich mäkelig in Sachen Sauberkeit und Ordnung bin, das dürfte in Küche und Bad schwierig werden.
Ich habe das Video noch nicht angeschaut, sondern die Hinweise des Studentenwerks gelesen, und bin auch skeptisch. Ich denke ebenfalls, dass die Bedürfnisse zu wenig zusammenpassen. Und wie soll dann mit unausgesprochenen Erwartungen umgegangen werden, zb wenn der Senior sich wünscht, dass ein gegenseitiges herzliches Verhältnis entsteht, in dem der Student abends mit auf der Couch sitzt und sich die Lebensgeschichte des Älteren anhört? Oder was, wenn, wie hier auch schon geschrieben, der Senior hohe Sauberkeitsstandards hat und der junge Mitbewohner es nicht recht machen kann? Das sind ja alles Dinge, die nicht klar vereinbart werden können. Die Idee klingt sehr schön, aber für ein Zusammenwohnen braucht es gegenseitige Sympathie, Verständnis und Toleranz, die entstehen nicht per Mietvertrag.
Ich habe selbst schon mal an so etwas wie Mehrgenerationenwohnen gedacht. Ich bin ja auch alleine und werde es wohl auch im Alter sein. Da gibt es Projekte, deren Beschreibungen sich toll lesen, aber ich denke dann immer, am Ende sind wir doch alle nur Menschen mit unseren Erwartungen und Wünschen, am Ende gibt es Reibungen und Stress, das vergällt einem dann das Wohnumfeld.
Zitat von Linaya im Beitrag #512 Ich habe selbst schon mal an so etwas wie Mehrgenerationenwohnen gedacht. Ich bin ja auch alleine und werde es wohl auch im Alter sein. Da gibt es Projekte, deren Beschreibungen sich toll lesen, aber ich denke dann immer, am Ende sind wir doch alle nur Menschen mit unseren Erwartungen und Wünschen, am Ende gibt es Reibungen und Stress, das vergällt einem dann das Wohnumfeld.
Das Interesse an solchen Wohngemeinschaften alt und jung besteht imo nur bei den Älteren und Alten, die so etwas brauchen oder befürchten, es irgendwann zu brauchen. Aber wo sind die Jungen, die das auch wünschen? Die leben ihr Leben und haben genug damit zu tun, ohne an fremde alte Menschen zu denken, die Hilfe brauchen. Sie müssten es aber in einem solchen Fall. In ein Mehrgenerationenhaus ziehen und ihren Beitrag sozusagen auf Vorschuss liefern, weil sie selber ja keine Hilfe brauchen außer vielleicht babysitten. Aber selbst das kann nicht jeder alte Mensch. Trotzdem ist es natürlich EINE Möglichkeit, ebenso wie das Zimmer für den Studenten bei einem Senioren. Auch das wird in der Regel eine Notlösung für den Studenten sein, aus Geldknappheit, aber keineswegs, weil er/sie sich für das Zusammenleben mit einem Oldie interessiert. Er ist besser in einer WG unter seinesgleichen aufgehoben, ebenso der/die Oldie. WGs für alte Menschen wären auch eine Möglichkeit, aber auch das bringt garantiert Schwierigkeiten mit sich, wie überhaupt das hohe Alter.
Zitat von Twix im Beitrag #514Ev funktioniert ein Mehrgenerationenhaus besser, wenn es mit vielen Personen umgesetzt wird
Dieses 1:1 ist zu eng
Bei gemischtem Alter und Fähigkeiten/Talenten/Bedürfnissen kann das ev besser gelingen
Eventuell, ja, aber ich habe da meine Zweifel. Mit welchen Talenten können denn Ältere den Jüngeren von Nutzen sein, vor allem, wenn sie bedürftig sind? Begehrt sind Oldies allenfalls, wenn sie jungen Familien unter die Arme greifen und die Eltern bei den Enkelkindern entlasten könne, aber sonst? Seien wir doch mal ehrlich: Im Grunde sind die "Alten" in unserer Gesellschaft doch nur lästig. Sie besetzen Wohnungen, verbrauchen Geld für Renten und belasten die Krankenkassen, und zwar enorm.
Ich sehe das keinesfalls verbittert, sondern realistisch und pragmatisch, obwohl ich selbst ein Oldie bin . Zu meinem Glück kein bedürftiger ... Wenn ich das eines Tage sein werde, ziehe ich die Reißleine, ehe ich andere mit mir belaste.
Aber bitte nicht missverstehen: es gibt sie, die Ausnahmen in intakten Familien, zweifellos! Nur - aus welchem Grund sollen denn jüngere Menschen für die alten dasein, vor allem für fremde?
Weil sie selber einmal alt sein werden? Das ist zwar Fakt, aber trotzdem in der Jugend reine Theorie. Wir leben in einer Jugendkultur, das ist nun mal so.
Ich denke schon, dass es win win Situationen geben kann:
Ich lese oder höre immer mal wieder, dass Kinder ihre Eltern gerne zum Babysitten haben oder um Zeit mit den Enkel zu verbringen. Junge Familien, die solche Eltern nicht in der Nähe haben, können tatsächlich von älteren Menschen profitieren. Aber das ist natürlich keine Einbahnstraße. es macht vielleicht schon etwas aus, wenn man den Wocheneinkauf für die älteren Menschen miterledigt, wenn man mit dem Auto zum großen Supermarkt fährt.
Aber es braucht natürlich dazu ein gewisses Denken mit Gemeinschaftssinn. Vielleicht haben das viele junge Leute nicht mehr.oder alte eben auch nicht.
Und Wohnen gegen Hilfe: es funktioniert wohl in Universitätsstätten, in den Mieten sauteuer sind, und nur für Studenten, die ihr Geld sehr gut einteilen müssen. Wer natürlich alles von den Eltern reingestopft bekommt, hat keine Notwendigkeit, auf derartige Angebote zurückzugreifen.
Zitat von Caramac im Beitrag #516Der Gewinn für die Studenten soll ja in der niedrigen Miete bestehen. Selbst bei Mindestlohn hat ein Student da recht schnell Zimmermiete abgearbeitet
Ein Problem, das ich aus der Perspektive der Beobachterin mitbekommen habe, ist die unterschiedliche Auffassung davon, was mit zur "Arbeit" gehört und was nicht. So frei nach dem Motto: wenn du eh für dich einkaufen gehst und mir dann was mitbringst, zählt das nicht. Wenn du den Garten mitnutzt, zählt Rasenmähen nicht. Nächste Problem: Besuch. Vor allem über Nacht.
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Zitat von Caramac im Beitrag #516Der Gewinn für die Studenten soll ja in der niedrigen Miete bestehen. Selbst bei Mindestlohn hat ein Student da recht schnell Zimmermiete abgearbeitet
Ein Problem, das ich aus der Perspektive der Beobachterin mitbekommen habe, ist die unterschiedliche Auffassung davon, was mit zur "Arbeit" gehört und was nicht. So frei nach dem Motto: wenn du eh für dich einkaufen gehst und mir dann was mitbringst, zählt das nicht. Wenn du den Garten mitnutzt, zählt Rasenmähen nicht. Nächste Problem: Besuch. Vor allem über Nacht.
Eben - da tun sich Abgründe auf! Junge Menschen wollen ungehindert ihre Jugend ausleben mit allem, was dazu gehört. Die (meisten) Senioren haben alles hinter sich und wollen ihre Ruhe. Wie soll das funktionieren!?
Wendy, die gute Nachricht lautet: Es wird niemand dazu gezwungen. Sowohl die älteren als auch die jungen Leute machen das komplett freiwillig. (Man muss auch nicht zwingend alt sein, um eine solche Hilfe zu benötigen, eine chronische Krankheit oder Behinderung kann auch in jüngeren Jahren auftreten.)
Du hast vermutlich das Video gar nicht gesehen. Sonst hättest du auch mitbekommen, dass das Interesse auf Seiten der Studierenden offenbar größer ist, als auf Seiten der alten Leute.
Wobei ich die dort gezeigten Beispiele unterschiedlich bewerte. Man hat den Eindruck, als würde die junge Frau weit über den vereinbarten Umfang hinaus im Haushalt des behinderten Mannes arbeiten, das ist natürlich ungut. Da hätte ich mir ein paar kritische Worte seitens des Kommentators gewünscht (natürlich nicht zu ihr, sondern zu den Zuschauern). Und ich habe mich auch gewundert, dass da nicht zusätzlich ein Pflegedienst mit im Boot ist, jedenfalls wurde das nicht erwähnt. Kein Wunder, dass es dem Mann nicht leicht fällt, eine:n Nachfolger:in zu finden, die/der bereit ist, sich genauso aufzuopfern wie Felicitas.
Natürlich sind klare Absprachen zwingend erforderlich, damit solch ein Zusammenleben gelingt - wie im übrigen in jeder WG und in jeder Familie und Ehe auch. Hier aber vielleicht noch mehr, weil die Beteiligten aus unterschiedlichen Kontexten kommen und auch Geld eine Rolle spielt.
Wenn die Vereinbarungen von beiden Seiten eingehalten werden und die Chemie stimmt, sehe ich nicht das grundsätzliche Problem.
Zitat von kenzia im Beitrag #507So wie es im Film anklingt, wirkt es ja mehr nach 24h-Kraft- sobald man im Haus ist, wird gefordert...
So kann es kaum gedacht sein, wenn von einer Stunde im Monat pro m² des Zimmers die Rede ist. Und natürlich sieht man die Szenen im Film, wo die jungen Leute den alten zur Hand gehen - was sonst hätten sie denn zeigen sollen?
Josef und Mustafa fand ich jedenfalls ein tolles "Paar" - ja, kann sein, dass die Darstellung etwas geschönt ist, aber im Wesentlichen wird es schon stimmen, der Sender wird ja wohl die Zustimmung der Beteiligten eingeholt haben, bevor er die Sendung ausgestrahlt hat. Josef hat mich ein bisschen an meinen Vater erinnert, genauso geistig rege und an der Welt interessiert war der im hohen Alter auch noch. Und ich könnte mir vorstellen, dass, gesetzt den Fall, meine Mutter wäre früher gestorben und er hätte zu dem Zeitpunkt noch in unserem früheren Familienhaus gewohnt, das ein Modell gewesen wäre, das für ihn infrage gekommen wäre. Mein Vater hat immer gern mit jungen Leuten diskutiert und ihnen etwas beigebracht, er war Lehrer mit Leib und Seele.
Für mich könnte ich es mir theoretisch vorstellen, wenn ich später mal den Bedarf habe und wenn ich den dafür nötigen Platz hätte, aber den habe ich leider nicht. Aber es gibt ja sehr viele alte, alleinstehende oder verwitwete Menschen, die eine große Wohnung oder gar ein Haus allein bewohnen.
Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche. D. Bonhoeffer
************************************ Moderatorin in der Pandemie, bei der Nachhaltigkeit und den Festen, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Zitat von Wendy im Beitrag #520Junge Menschen wollen ungehindert ihre Jugend ausleben mit allem, was dazu gehört. Die (meisten) Senioren haben alles hinter sich und wollen ihre Ruhe. Wie soll das funktionieren!?
Ein früherer Partner von mir hat das einige Jahre gemacht. Teure Stadt, er besaß ein Haus, ein Zimmer hat er zur Verfügung gestellt, Küche und Bad wurden geteilt. Da hat es funktioniert. Sie waren sich allerdings ähnlich vom Wesen. Lockere Rheinländer (es hat noch immer jott jejange...) charmant und locker drauf. Den Senior störte es nicht, wenn der Junior immer andere Mädels (der war ein Herzensbrecher) mitbrachte oder spät ins Bett ging. Ich war einmal dabei, als sie (der junge Mann hatte gekocht) mit einer jungen Frau in der Küche saßen und Spaß hatten. Wie viele Stunden er geholfen hat, weiß ich nicht mehr. Aber sicher ist, es geht nur mit Toleranz und einer gewissen Lockerheit (über die mein Ex verfügte). Bei den Beiden war es eine gute Sache.
Zitat von Analuisa im Beitrag #521Josef und Mustafa fand ich jedenfalls ein tolles "Paar"
Ja ich auch. Mustafa profitierte viel von "Dschosef" und umgekehrt. So mental beweglich wie Josef ist aber nicht jeder.
Zitat von Analuisa im Beitrag #521Für mich könnte ich es mir theoretisch vorstellen, wenn ich später mal den Bedarf habe und wenn ich den dafür nötigen Platz hätte, aber den habe ich leider nicht.
Ich hätte ihn, bin aber nicht sicher, ob ich bereit und offen genug wäre, wenn ich alt bin. Ich hoffe es. Allerdings ist hier keine Uni. Wobei.... ich komm gerade auf Ideen...
Ich denke, das kann gut funktionieren, wenn beide "von der Persönlichkeit her dazu geeignet sind".
Bei den Alten setzt das aber eine Offenheit voraus, die vermutlich dafür sorgt, dass sie auch sonst nicht zu den Einsamen gehören würden - sondern irgendwie noch Kontakte haben bzw. aufbauen könnten.
Zitat von Tabea57 im Beitrag #523Allerdings ist hier keine Uni.
Vielleicht gibt's Stellen für Praxissemester? Hätte auch den Vorteil, dass es zeitlich begrenzt ist.
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