Ich denke generell zum Thema, dass zwei, die sich spät im Leben finden und teils oder beide verwitwet sind, sich in einer völlig anderen Situation befinden als ein junges Paar. Das will in der Regel etwas aufbauen, meist auch Nachwuchs haben, und da ist es ganz natürlich, dass man zusammenzieht und gemeinsam an der Zukunft bastelt. Die Älteren, besonders, wenn verwitwet, haben das meiste schon hinter sich, auch das Arbeitsleben. Jeder hat seine Erinnerungen, seine Umgebung, sein in Jahrzehnten gewachsenes Geflecht des Lebens. Das müsste dann gegenseitig respektiert werden. Änderungswünsche müssten beiden entsprechen, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Aspruch an eine solche späte Beziehung einfach ein anderer ist.
@Kürbiskern Ich finde, Du ziehst Dir da Schuhe an, die dir weder gehören, noch passen!
Es ist ja schön, dass du mit „deinem“ auskommst. Aber es gehört auch zu einer Partnerschaft, einander, „Wohltaten“ zukommen zu lassen. Du limitierst da euch beide!
Die Next deines Vaters hat dich um dein Erbe gebracht - ok, böse Sache.
Aber nur, weil die so eine miese Nuss war, weist du jetzt das, was Dein Partner Dir zukommen lassen möchte, zurück? Damit bloß niemand denkt, Du wärest auch „so eine“?
So positionierst du dich in dich irgendwie als „zweite Wahl“, finde ich. Du bist die Frau, die er sich jetzt ausgesucht hat. Mit genauso viel Anspruch auf seine Wohltaten, wie seine vorherige Frau!
Und eventuell ist „geben“ seine Love Language – ich empfinde so ein Verhalten als „Killjoy“ (=Spielverderber, aber der deutsche Ausdruck trifft es nicht ganz richtig. „ Freude-Mörder“ dagegen gut). Eine Partnerschaft wäre verdammt schwierig, denn Großzügigkeit ist da Teil meiner Person.
Und was die direkt Erbberechtigten angeht - hat dein Partner schon mal versucht diesen einzunorden, dass es sie einen feuchten Kehricht angeht, was er mit seinem Geld macht, solange er lebt - und wen er in seinem Testament bedenkt? Er hat übrigens auch die Möglichkeit, das Testament so zu verfassen „ wenn mein Erbberechtigter XY versucht, das meiner Partnerin zugedachte Erbe anzufechten, enterbe ich ihn hiermit bis auf den Pflichtteil.“ Und dann soll er mal probieren, was er möchte…
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
@Nora, habe ich mich so missverständlich ausgedrückt? Ich bin finanziell ganz gut aufgestellt, mein Partner noch etwas besser. Klar? Geld geben, großartige Geschenke machen als Lovelanguage? Na vielen Dank. Da lege ich auf anderes mehr Wert wie emotionale Zugewandtheit.
Und, sorry für die offenen Worte, aber wie kommst du dazu, ein derartiges Urteil über meine Beziehung abzugeben?
Wo habe ich geschrieben, dass mich die LG meines Vaters um mein Erbe gebracht hat? Das hatte er sehr gut für meine Schwester und mich geregelt, da kam die LG auch nicht ran. Sie hat sich aber von ihm praktisch den gesamten Lebensunterhalt zahlen lassen, ok, seine Sache, dass er das mitgemacht hat. Aber dass sie in den letzten 18 Monaten seines Lebens als Schwerstpflegefall im Heim eine mittlere 5stellige Summe in bar von seinem Konto abgehoben hat, das finde ich schäbig. Das Geld selbst ärgert mich nicht, aber es tut ob mir von Herzen leid, dass sie meinen Vater hintergangen hat. Mehr dazu sage ich nicht, diese Geschichte ist hier sowieso völlig OT.
Aufgrund deiner Erzählungen gebe ich kein Urteil über deine Beziehung ab, sondern über deine Einstellung zu Finanzen in dieser!
Ja, Geschenke machen, jemand wertig umsorgen IST eine love language - Und genauso wertig wie Gedichte schreiben oder was auch immer Du mit „emotionaler Zugewandtheit“ meinst.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Du meine Güte… meine Einstellung zu Finanzen in unserer Beziehung… sie ist, wie sie ist. Punkt.
Emotionale Zuwendung - Gedichte schreiben? Da muss ich echt lachen . Für mich da sein, mich unterstützen bei Dingen, die ich nicht so gut kann, mir mal was Schönes kochen, wenn es mir nicht so gut geht etc.. Nur Beispiele. Das ist mir nun mal tausend Mal mehr wert als Materielles. Wenn du das anders siehst, gerne. Aber wirf mir bitte nicht vor, ich zöge mir falsche Schuhe an. Das ist sehr wohl ein Urteil.
Zitat von Wendy im Beitrag #28Ich denke generell zum Thema, dass zwei, die sich spät im Leben finden und teils oder beide verwitwet sind, sich in einer völlig anderen Situation befinden als ein junges Paar. Das will in der Regel etwas aufbauen, meist auch Nachwuchs haben, und da ist es ganz natürlich, dass man zusammenzieht und gemeinsam an der Zukunft bastelt. Die Älteren, besonders, wenn verwitwet, haben das meiste schon hinter sich, auch das Arbeitsleben. Jeder hat seine Erinnerungen, seine Umgebung, sein in Jahrzehnten gewachsenes Geflecht des Lebens. Das müsste dann gegenseitig respektiert werden. Änderungswünsche müssten beiden entsprechen, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Aspruch an eine solche späte Beziehung einfach ein anderer ist.
Ja, ich denke, das ist der wesentliche Punkt. Beide haben ein Leben, Wohnung, im Idealfall eine finanzielle Absicherung - der Faktor, sich gemeinsam was aufzubauen, eine Familie zu gründen…entfällt völlig.
Die Beziehung ist kein Grundbaustein mehr, sondern ein Sahnehäuchen.
@Kürbiskern , verstehe Dich gut, ich sähe auch keinen Grund, sich wechselseitig finanziell zu unterstützen, bei einem deutlich vermögenderen Mann käme ich mir gekauft vor, bei einem finanziell ähnlich aufgestellten Mann würde ich mich unter Zugzwang gesetzt fühlen und das wollte ich nicht - meine Kinder gehen da eindeutig vor. Die Liebessprache „materielle Zuwendung“ kann man auch mit schönen, normalpreisigen Geschenken oder Einladungen im normalen Rahmen ausleben.
"Tell me, what it is you plan to do with your one wild and precious life?" - Mary Oliver
Moderatorin im Reiseforum, Frauengesundheit, Kinder, Familie und Erziehung, Kindergesundheit, Kinderwunsch, Psychische Gesundheit und psychische Erkrankungen, Schwangerschaft, Baby und Kleinkind, Umbrüche im Leben, Verlust und Trennung, Was bringt Dich aus der Fassung? sowie Mode und Kosmetik
Bei dir gibt es nur entweder oder ? Also entweder emotionale oder finanzielle Zuneigung? Verdammt enges Beziehungsbild.
Doch, ich informiere Dich, dass du falsche Schuhe trägst!
Du bist ja keine habgierige, ausnehmende Next. Aber Du sagst, Du nimmst nichts an, weil Du sowas so erlebt hast. Und damit ziehst Du Dir Ihre Schuhe an: „wenn ich das tue, dann wäre ich...“
Annehmen können ist auch ein Geschenk an den Partner.
Ich hatte so einen Partner, der das nicht konnte. Das ist unglaublich frustrierend bis beleidigend für die „gebende“ Person.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von fritzi im Beitrag #34 Die Liebessprache „materielle Zuwendung“ kann man auch mit schönen, normalpreisigen Geschenken oder Einladungen im normalen Rahmen ausleben.
Kann man.
Ich fantasiere gerade … ich bin eine reiche Frau und bin verliebt in meinen Mann und er in mich. Er ist nicht so wohlhabend wie ich, aber das ist irgendwie nebensächlich, er kommt super mit seinem Leben klar. Ich liebe es, ihn einzuladen! Ich organisiere uns gerade eine tolle Reise, und wir werden nicht sparen und das Vergnügen nicht “im normalen Rahmen ausleben”, weil ich es kann, weil es Spaß macht und wir uns beide daran erfreuen können.
So könnte es auch gehen.
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
Ja, Rotweinliebhaberin, wenn das für euch beide klar geht. Wenn ich nun sehr knapp bei Kasse wäre und er unbedingt eine schöne Reise mit mir zusammen machen wollte, weil er davon träumt, wahrscheinlich würde ich mitkommen. Als Ausnahme. Aber ich bin halt in einer anderen Situation und sehr zufrieden damit.
Es ist ja nun auch nicht so, dass ich mich nicht über einen Blumenstrauß oder ein Buch oder ähnliches freuen würde. Aber teuren Schmuck oder Klamotten, nee. Ich wüsste auch gar nicht, wann und wo ich das tragen könnte. In die Oper gehen wir nicht und zu Galas werden wir nur äußerst selten eingeladen 🤣. Und nur um „meins“ sagen zu können, bin ich nicht der Typ.
Zitat von Kürbiskern im Beitrag #38 Und nur um „meins“ sagen zu können, bin ich nicht der Typ.
Darum ging es mir auch so ganz und gar nichts. Macht aber nicht, ich will hier niemanden von irgendwas überzeugen. Wir sind vielfältig und das ist auch gut so!
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.