Holunder Ich denke Alter ist da tatsächlich "höher" als Frau. Und die Kinder haben du und meinen Vornamen gesagt ( sofern sie sprechen konnten 😁) , die Eltern Sie und meistens meinen Nachnamen. Das wurde im ganzen Haus, also auch im Kindergarten so gehalten. Wobei es immer auch Ausnahmen gab, zb wenn die Eltern und die Kolleginnen sich persönlich gekannt haben. Aber die meisten Eltern waren beim Sie. Komischerweise haben mich oft die unangenehmen Eltern geduzt. Ich hab da konsequent zurück gesiezt
Zitat von Sariana im Beitrag #97Ich (!) persönlich würde niemals einem älteren Mann das Du anbieten. Ich bin da sehr konventionell, auch was die Konventionen gegenüber Titeln anbelangt.
Genau so halte ich das auch und werde das beibehalten.
Zitat von Dineke im Beitrag #87Ich bin die einzige, die anderen Kollegen sind deutlich jünger oder kennen ihn als Praktikanten. Dass er mich (und gefühlt jeden) duzt, stellt für mich kein Angebot dar.
Ich halte es für möglich, daß hier genau das zuschlägt, was Agathe im Post über Deinem geschrieben hat - vielleicht denkt er, Du müßtest es als Frau anbieten...
Ich kenne diese Situationen auch noch von früher, daß es widersprüchliche Kriterien gab. Wenn sich die Situation ergab, habe ich dann gesagt "ich weiß jetzt nicht, was bei Knigge siegt, aber ich hätte nichts dagegen, geduzt zu werden". Damit war die Entscheidung dem anderen überlassen. In all diesen Fällen hat mein Gegenüber dann gerne das Du angeboten und gesagt, daß er/sie selber unsicher war und froh war, daß ich es angesprochen habe.
In Deinem Fall, luciernago, würde ich allerdings auch abwarten, ob einer von den beiden etwas sagt. Euer Verhältnis ist doch auch so gut, da braucht es doch kein Du und mir wäre in diesem speziellen Fall das Risiko zu hoch, daß dieses gute Verhältnis leidet.
Danke, franzi, für den Link! Interessant, daß es als Argument für Emanzipation gesehen wird, daß beruflich "Ladies first" nicht mehr gilt. Ich kannte nur die inzwischen offensichtlich veraltete Regel und ich glaube, die neue kennt in meiner Bubble auch niemand. Und noch was habe ich in diesem Strang gelernt: Wie schön einfach ist das Leben in meiner Firma dadurch, daß eben jeder jeden duzt!
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
In meinem beruflichen Umfeld war es üblich, sich zu duzen. Auch der oberste Vorgesetzte duzte und wurde geduzt, Dass ich ihn nach einigen unschönen Entwicklungen, die letztlich dann auch zu meinem Ausscheiden führten, konsequent siezte, wurde in der restlichen Belegschaft sehr wohl registriert. Er selber war wohl merkbefreit - oder so trotzig, dass er weiterduzte. Allerdings nur noch einige Wochen lang. Dann war das unschöne Kapitel zuende.
Ich wollte aber gar nichts sagen zur generellen Frage "Du" oder "Sie". Sondern zu einer Folgeerscheinung, die mich immer wieder genervt hat, die ich aber nicht abstellen konnte. Also: Alle duzen sich. Auch mit den Kollegen an anderen Standorten, deren Nachnamen man kennt, mit denen man manchmal telefoniert, manchmal, ohne den genauen Vornamen zu wissen. Und dann kommt eine Mail, in der steht "Wer diese und jene Information beisteuern kann, möge sich an Werner wenden, der das alles sammelt." oder "Sandra hat eine Präsentation erstellt, in der genau erklärt wird, wie das funktioniert." oder "Nachfragen zum neuen Verfahren beantwortet euch Foxi gerne." Dann musste ich oft nachdenken: Wer ist Werner? Wer ist Sandra? Und ist Foxi ein Vorname oder ein Spitzname? Und wenn ich diejenigen anrufen will - wie finde ich die im Telefonverzeichnis. Outlook ist ja alphabetisch sortiert - nach den Nachnamen. Ich selber handhabte es so, dass ich in Mails zwar nicht von "Herrn Müller" oder "Frau Meier" schrieb, aber eben "Werner Müller" und "Sandra Meier". Noch schlimmer war es, wenn von Meetings Protokolle angefertigt wurden, in denen, sofern es nicht reine Ergebnisprotokolle waren, die Redner auch nur mit Vornamen bezeichnet wurden.
So ein Protokoll war m.E. insofern wertlos, als drei Jahre später, wenn es mal was nachzuprüfen gab, evtl. keiner mehr wusste, wer "Heiner" oder "Elfriede" waren.
Das habe ich auch so erlebt. Alle duzen sich. Das war anfangs mit ca. 25 Leuten überschaubar. Am Ende meines Berufslebens mit ca. 140 war es kompliziert. Welcher von den 5 oder 6 Christians, welche von den 4 Larissas, 3 Melissas ist gemeint.
Ich fand das aber weniger störend als die Kundeduzerei. Die jüngeren bei uns sind immer wieder reingefalllen, weil sie dem Trugschluss erlegen sind, dass das "du" schon Zeichen einer Freundschaft ist oder eine Form von Nähe transportiert.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Zitat von GuteLaune im Beitrag #108So ein Protokoll war m.E. insofern wertlos, als drei Jahre später, wenn es mal was nachzuprüfen gab, evtl. keiner mehr wusste, wer "Heiner" oder "Elfriede" waren.
Das ist tatsächlich ein Problem, aber bei "Herrn Müller" oder "Frau Meier" auch nicht anders...
Und da gibt es noch ganz andere Fallen, wenn es denn alle Schreibweisen eines Namens gibt (mit dem selben Vornamen!) wie Maier/Mayer/Meier/Meyer.
In meiner Firma gibt es so viele Mitarbeiter, daß die e-Mail-Adressen teilweise durchnumeriert werden, also z.B. Heiner.Müller3@firma Da gab es immer wieder sehr interessante Irrläufer... /OT Ende>
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
Bri-Eule: vielleicht hast Du recht, und jeder von uns denkt, der andere müsste das Angebot machen. Ich kann da aber nicht aus meiner Haut im Punkt "Chef ist Chef". Und es ist auch kein Problem.