Zitat von ereS im Beitrag #777ich werde demnaechst mal berichten von einer frau, die mit 72 jahren wieder zurueck in ihre heimat, die schweiz gegangen ist
Ich kann mir vorstellen, dass im Alter, und wenn dann die schwereren gesundheitlichen Probleme langsam auftauchen, die Leute doch froh sind. wenn sie darüber mit dem Arzt in der Muttersprache reden können.
Das glaube ich auch. Und nicht nur das: ich glaube, "Heimat" sitzt tief in einem. Und dass danach Sehnsucht besteht, weil Heimat Sicherheit vermittelt, vielleicht auch gute Erinnerungen, ist nachvollziehbar.
Und dann kommt der sogenannte reverse culture shock, wenn man dann feststellt, dass sich die alte Heimat in der Zwischenzeit auch veraendert hat und man nicht an dem Punkt wieder einsteigt, wo man ausgestiegen ist.
Ich hab von mehreren Faellen gehoert, wo alte Leute dann in D sassen und nicht klarkamen. Familie und Freunde nicht so praesent waren, wie sie es sich vorher vorgestellt haben. Das waren nicht nur alte Leute, sondern auch mittelalte. Aber dann allein im Pflegeheim in D sitzen, bei 5 Monaten mit dunklen Tagen und mit dem System klarkommen muessen, da muss man schon der entsprechende Typ sein.
Wer die ganzen Jahrzehnte regelmaessig im Jahr in D/A/CH war und seinen Freundes- und Familienkreis da aktiv am Leben gehalten hat, der hat aber wohl eher weniger Umstellungsprobleme, das stimmt. Gutes Einkommen hilft auch.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Ich denke, das ist eine der Hauptschwierigkeiten – die alte Heimat hat sich ja nach und nach verändert – und auch die Freunde und Angehörigen haben ein aktives Leben weitergeführt. Wenn man nicht regelmäßig da gewesen ist und auch an deren Leben weiterhin teilgenommen hat, wird es sehr schwierig, sich wieder einzuleben. Vor allem, wenn die Auswanderung Jahrzehnte zurückliegt.
Deutschland hat sich natürlich in den letzten 30 Jahren verändert. Mal völlig wertneutral ob zum Guten oder zum Schlechten. Es ist aber definitiv anders.
Für uns hier lebende geschieht das „organisch“ – nirgends auf der Welt herrscht 30 Jahre Stillstand – ob es technische Änderungen sind, gesellschaftliche oder auch Veränderungen im Stadtbild und Stadtleben.
Und bei Freunden und Familie haben sich vielleicht 180° Wendungen im Leben ergeben – Ehen, Scheidungen, Familiengründungen, Lebensstil-Wandlungen, – was auch immer es so gibt. Hat man an denen nicht teilgenommen, steht man da jetzt oft außen vor und stellt fest – nein – die haben nicht darauf gewartet, daß ich wieder komme. Die Beziehungen müssen von einer komplett neuen Startposition neu entstehen.
Eine Freundin ist gerade „zurückgewandert“ – für die war es jedoch tatsächlich ein „heimkommen“ – was auch daran lag, daß sie immer die Kontakte gehalten hat, lange Telefonate, Videochats, jährliche ausführliche Besuche in Deutschland, Treffen immer mit möglichst allen Freunden, während ihrer Aufenthalte gemeinsame Aktivitäten.
Sie konnte hier wieder „einsteigen“ als ob sie nie weg war. Der Alltag hier ist ihr nicht fremd, weil sie während ihrer Aufenthalte bei den Freunden gewohnt hat und am Alltagsleben teilgenommen hat.
Die Beziehungen sind immer eng und vertraut geblieben.
Bei einer anderen Freundin ebenfalls im Ausland würde ich eine Rückkehr bei weitem nicht so optimistisch sehen – da sind die Bande weitaus loser.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #793Ich erinnere mich an einen TV Bericht hier aus dem Thread, wo eine fortgeschritten demente eigentlich deutschsprachige Schweizerin in Thailand in einer von einem Schweizer geführten Pflegeeinrichtung war. Sie sprach aus irgendeinem Grund immer Englisch mit den Pflegerinnen und diese immer deutsch mit ihr. Ich meine, sie hätte lange in einem englischsprachigen Land gelebt, weiß es aber nicht mehr genau. So ist das mit Demenz, man steckt nicht drin und kann wenig voraussehen.
Ich bin zufällig in diesen Strang gekommen ...
Meine Großmütter waren beide schwer dement (vollkommen verschiedene Demenzformen). Die Großmutter mit der Demenz vom Alzheimer-Typhat als junge Frau in der Schwiegerfamilie Italienisch gelernt. Je weiter die Demenz fortschritt, umso mehr kam sie mit den Sprachen durcheinander. Sie rang mitten im Satz um eine italienische Formulierung oder dann wieder um eine deutsche. Wobei sie insgesamt große Schwierigkeiten mit dem Sprechen hatte und im letzten Jahr mit niemandem mehr so richtig sprechen konnte.
Ich kann mir aber vorstellen, dass meine Großmutter große Probleme gehabt hätte, im hohen Alter in Thailand oder in Hinterposemuckel gepflegt zu werden, da ihr meist die ca. letzten 50 Jahre ihres Lebens fehlten und sie sich extrem entwurzelt fühlte. Zuhause ging es noch gerade so, weil sie aus irgendwelchen Gründen manches noch (er)kannte und über den Tag verteilt auch eine Reihe von Momenten hatte, in denen sie uns noch erkannte. Wenngleich sie mich oft für ihre Nichte hiet, auch wenn sie nie eine hatte. Wahrscheinlich auch wegen der italienischen Sprache (nipote heißt Enkel/in, aber auch Nichte/Neffe).
@ereS Könnte es sein, dass du das Ganze zu einfach siehst?
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Glaube nicht, dass es mich im Alter in die Heimat ziehen wird. Ich wüsste nicht wieso. Wenn man im Wahlland lange integriert gelebt hat, passiert das eher selten. Wenn ich dementsprechend nur noch meine Muttersprache spreche, wird mich das nicht ärgern. 😉. Zum Alt werden finde ich meine Wahlheimat viel besser oder ich kenne mich besser aus. Entweder werde ich im Altenclub abhängen, den es in fast jedem Ort gibt, vielleicht gibt es dann noch die staatlich geförderten Seniorenreisen (ca. 100 € pro Woche all-inclusive innerhalb des Landes) , es bleibt immer noch die Parkbank, auf der man auch im Winter immer jemand zum Quatschen findet 😉.
Zitat von Allemann im Beitrag #805Entweder werde ich im Altenclub abhängen, den es in fast jedem Ort gibt, vielleicht gibt es dann noch die staatlich geförderten Seniorenreisen (ca. 100 € pro Woche all-inclusive innerhalb des Landes) , es bleibt immer noch die Parkbank, auf der man auch im Winter immer jemand zum Quatschen findet 😉.
Das klingt nach einem guten Plan. Bist du da unter lauter Einheimischen oder sind da auch andere Ausgewanderte dabei? Gibt es eigentlich eine deutsche Senioren-Community?
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Hier in Sydney gibt es, wie wahrscheinlich in den meisten ausländischen Metropolen, einen Deutschen Club. Da treffen sich schon regelmässig die alten und langjährigen Auswanderer. Ich bin da allerdings nicht sehr oft - auch wenn ich mich altersmässig mit 63 schon dazuzählen könnte. Ist nicht ganz so mein Ding.
Dann gibt es hier deutsche evangelische (seit 1866) und katholische (seit 1972) Kirchengemeinden, die sich um Senioren kümmern. Die katholische Gemeinde hat ihre eigene Kirche, die evangelische teilt sich eine mit der ungarischen lutherischen Gemeinde. Die deutsche evangelische Gemeinde ist älter, die Gründer waren Flüchtlinge, die damals wegen der erzwungenen Kirchenreform aus Preussen geflohen sind. Die meisten haben sich damals in der Nähe von Adelaide niedergelassen, da gibt es heute noch den Ort Hahndorf (allerdings eher ein Tourimagnet als alles andere)
Alle hiesigen deutschen Kirchengemeinden 'unterstehen' der deutschen Kirche, heisst die Pastoren/Pfarrer werden regelmässig entsand und ausgetauscht, so wie Diplomaten.
Und es gibt in Sydney 2 Altersheime, die sich auf deutschsprachige Bewohner eingestellt haben, wo es deutschsprachiges Personal gibt. Früher gab es da auch deutsche Zivis, als es noch Zivis gab.
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Gruss aus 🇧🇪 : die Auslandskirchen müssen sich grǒsstenteils durch ihre Gemeindemitglieder selbst finanzieren!
“Es fing nicht mit Gaskammern an, sondern mit einer Politik des WIR gegen DIE; mit Intoleranz und Hassreden, mit der Aberkennung von Grundrechten und mit brennenden Häusern! Es fing an mit Menschen, die einfach wegschauen!” Quelle unbekannt.
Und der katholische Pfarrer ist schon lange am selben Standort, nix mit diplomatischem Wechsel. 😉
“Es fing nicht mit Gaskammern an, sondern mit einer Politik des WIR gegen DIE; mit Intoleranz und Hassreden, mit der Aberkennung von Grundrechten und mit brennenden Häusern! Es fing an mit Menschen, die einfach wegschauen!” Quelle unbekannt.
Ich weiß nicht, ob es hier deutsche Senioren-Clubs oder Heime gibt. Mir würde ein Einheimisches reichen 😉.
Die Rentner, die zur Rente ins Land kommen wohnen eher woanders. Mein Freundeskreis ist gemischt.
Es gibt hier eine evangelische Gemeinde. Ich glaube kaum, dass die sich selbst finanziert. Ich war da mal zum Laterne laufen mit meinem Sohn damals. Der Pfarrer wohnt in der schicksten Gegend der Stadt (Metropole). Ich kenne niemand mehr, der auch nur annähernd so wohnt außer berühmte Persönlichkeiten.
Gibt es in Deutschland Tagesheime? Hier ist das gerade bei den Eltern einiger Freunden sehr angesagt. Ist so ne Art Kita für Senioren. Dort werden sie unterhalten, verpflegt und die Fitness gefördert, aber nur von 9-17 Uhr. Mein Sohn hat auch eins mit der Klasse besucht und die Leute interviewt.
Ich weiß, daß in vielen "Auswandererhochburgen" die deutschen Kirchen Pfarrgemeinden haben, die oft neben der Seelsorge auch Notfallhilfe leisten - häufig wohl nötig bei gescheiterten Existenzen, Senioren (wenn die Situation auftritt, daß keine Kontakte da sind, aber ein Alleinleben nicht mehr möglich ist).
Ich muesste mal fragen, wie es bei den katholischen Gemeinden hier aussieht, mit dem Pfarrer. Ich bin nicht katholisch, ich weiss nur von den evangelischen, dass sie so alle paar Jahre wechseln. So wie ich das von aussen mitbekomme, wird da die ganz normale Gemeindearbeit gemacht. Die Mitglieder sind gemischt aus Auswanderern, hier Geborenen oder Expats, die nur ein paar Jahre hier sind, weil beruflich entsendet. Die Tochter einer Freundin, hier geboren, Eltern schon lange hier, war bei ihrer Konfirmation (so um die 10 Konfirmanden) die Einzige, die hier geboren war, die anderen waren Kinder von Eltern, die nur einige Jahre hier leben und arbeiten (Konzerne, Goetheinstitut, Aussenhandelskammer, diplomatischer Dienst, etc). Aber wie gesagt, ich bekomm das nur am Rande mit. Waere ich Kirchgänger, würde ich wohl eine in meiner Nachbarschaft wählen und nicht die deutsche (die zudem auch 30km von mir entfernt in der Innenstadt ist).
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Die evangelischen Auslandsgemeinden finanzieren sich aus der EKD und dem örtlichen zu zahlenden Kirchgeld. Ich kenne Pfarrwohnungen, die auch das Gemeindehaus sind. Die Pfarrer werden für eine bestimmte Zeit entsandt. Die Gemeinde hat aber ein Mitspracherecht.
Für viele sind sie ein wichtiger Angelpunkt.
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Es gibt einen neuen Beitrag vom ZDF über deutsche Rentner in der Türkei
In Alanya hat sich ein deutscher Stammtisch von Rentnern etabliert, die zusammen ihren Lebensabend in der Türkei verbringen. Da die Renten in Euro ausgezahlt werden, ist die türkische Inflation kein großes Thema und speziell das Wohnen immer noch sehr günstig. Sprachkenntnisse sind bei den meisten eher nicht vorhanden, aber es gibt viele türkische Rückkehrer in die Heimat und Deutsch ist nicht ganz unüblich in der Stadt. Der deutsche Club ist ziemlich rührig mit einem eigenen Youtube Kanal und bietet auch gemeinsame Ausflüge an. Es gibt einige Anlaufpunkte in der Stadt wie ein deutsches Café oder die Strandbar, auch einige Ärzte haben sich auf deutsche Patienten spezialisiert.
Im Moment sind die Rentner noch ziemlich gesund. Es gibt aber auch die Aussage von einigen Personen, dass sie bei größeren medizinischen Problemen wieder zurück in die Heimat gehen würden. In der Türkei übernimmt das Krankenhauspersonal nur medizinische Pflichten, die Familie stemmt dagegen die Pflege. Ohne Angehörige wirds also schwierig. Die deutsche Krankenversicherung wird in der Türkei akzeptiert, für eine akzeptable jährliche Summe kann man auch private Krankenhäuser nutzen.
Die gezeigten Personen sind mit ihrer Wahl sehr zufrieden, aber eben auch noch im besten Rentenalter. Man bekommt eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung, wenn man für 170.000 Euro eine Immobilie kauft. Ob es jetzt allein ausreicht, wenn man eine Renten bezieht oder das zusätzlich zur Immobile verlangt wird, ist mir im Beitrag nicht ganz klar geworden.
Den Beitrag habe ich vorhin auch gesehen und ich habe die Maklerin so verstanden, daß es reicht, wenn man so eine Immobilie kauft und den Rentenbescheid vorweist, ohne Mindesthöhe.
Interessant fand ich eine Frau, die in Deutschland mit einem Türken verheiratet war. Inzwischen sind sie wieder geschieden und er lebt jetzt in Deutschland und sie in der Türkei. Nach 10 Jahren in Alanya war sie wieder nach Deutschland zurückgekehrt, hat es aber nur 2 Jahre ausgehalten. Jetzt ist sie wieder in der Türkei zurück.
Ein Ehepaar pendelt zwischen Deutschland (1. und 3. Quartal) und der Türkei (2. und 4. Quartal). Sie hatten überlegt, ganz in die Türkei zu ziehen, haben sich dann aber doch entschieden, beim Pendeln zu bleiben. Hauptgrund sind seine Enkel.
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
Ich habe den Beitrag auch gesehen. Für mich käme Auswandern ebenfalls nicht in Frage wegen meiner Kinder und Enkelkinder. Alle vier Kinder plus die Enkel wohnen zwar im gesamten Bundesland verstreut, aber die Türkei wäre mir zu weit weg.
Zitat von Nocturna im Beitrag #817Ohne Angehörige wirds also schwierig.
Ohne Kenntnisse der Landessprache wahrscheinlich auch.
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
... oder Schwerhörigkeit und ein völlig anderer deutscher Dialekt... wenn ich mir vorstelle, ich hätte meinen Vater nach Süddeutschland "umgepflanzt"... der ist im Seniorenheim eine Strasse weiter als die frühere Wohnung sozialmässig besser aufgehoben. Vor allem, weil seine Altersklasse noch alle am selben Ort wohnen, bzw. sie "von früher" erzählen können, den und den kennen. Er dort mehr bekannte Leute trifft und sieht, als hier (nur uns). Solch Fall kenne ich auch - wieder zurück in die alte Heimatstadt gezogen, weil in der absoluten "Pampa" von Deutschland keine altersgerechte Versorgung mehr drin war, erwartet, dass das Kind in Heimat sich rührend um Mutti und Stiefvater kümmert - das passiert aber nicht in dem gewünschten Maße. Und dann wird sich beklagt.
Zitat von Anemone im Beitrag #823Ich habe den Bericht auch gesehen, mein Mann auch, und wir fanden diese Gruppe gruselig. Muss man mögen, sowas.
Meins wäre es auch nicht. Ich fand’s auch irgendwie schade, dass sie für das offizielle Fest, auf dem sie deutsches Liedgut präsentieren sollten, „an der Nordseeküste“ eingeübt haben. Der ganze Ort wäre mir auch zu touristisch, aber klar, in einem etwas authentischeren türkischen Dorf hat man andererseits weniger Kontakte zu anderen Deutschen. Gut finde ich einerseits, dass sie in der Gruppe alles politische konsequent ausblenden. Gerade bei denen, die wenig Rente haben, könnte ich mir vorstellen, dass sie oft über Deutschland lästern. Damit käme ich weniger gut klar. Vor allem, wenn der Grund der niedrigen Rente darin begründet ist, dass man wenig eingezahlt hat, zum Beispiel weil man selbstständig war. Andererseits bleiben dann natürlich viele Gespräche an der Oberfläche, zumal die Landessprache zu lernen für die meisten da unwichtig / überflüssig zu sein scheint. Na egal, wäre für mich eh nichts.
Ich hab das mit der Aufenthaltserlaubnis übrigens so verstanden, dass man entweder eine Wohnung kaufen muss ODER ein ausreichendes Einkommen durch seinen Rentenbescheid nachweisen. So ist es auch im Internet nachzulesen, da ist von 500 $ monatlich die Rede. Die türkische Regierung möchte einfach keine mittellosen Ausländer, gut nachzuvollziehen.
Mein Psychologe meinte, ich solle spazierengehen, wenn ich wütend bin. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin jetzt in Italien.
Bis auf diejenigen, die schon in jüngeren oder mittleren Jahren ausgewandert sind, komme ich immer mehr zur Überzeugung, dass eine temporäre Auswanderung nach Beginn des Ruhestand die beste Option ist. Wenn man noch voller Elan ist, die Bürden einer lebenslangen Berufstätigkeit abgestreift hat und die grenzenlose Freiheit winkt, warum sollte man dem nicht nachgeben? Am besten haben es da Paare ohne Kinder oder anderweitige Verpflichtungen, in Miete wohnend und mit ein paar finanziellen Reserven.
Warum nicht in die Ferne aufbrechen und ein letztes großes Abenteuer erleben. Im Idealfall ist man noch überwiegend körperlich fit, geistig frisch und neugierig auf ein anderes Leben. Man lässt sich irgendwo nieder, wo man glaubt das Paradies gefunden zu haben und erlebt 10+ wunderschöne Jahre mit allen Sinnen. Falls sich dann Schicksalsschläge ereignen, ein Partner oder man selbst so krank wird, dass die medizinische Behandlung/Pflege im Ausland mühselig wird, dann packt man halt seine Koffer und zieht wieder zurück. Eine Bleibe in der Heimat lässt sich schon wieder finden, vielleicht hat man auch gar nicht mehr so viel Lebenszeit übrig. Aber die Erinnerung bleibt (hoffentlich) und man kann am Ende des Lebens immerhin sagen, dass man nichts verpasst hat.
Ein Kollege von mir ist mit Frau nach Kroatien gezogen. Geplant hatten sie ihren Lebensabend im Schwäbischen in einem neu gebauten, seniorentauglichen Haus mit Einliegerwohnung für die Pflegekraft. Alles schon geplant. Dann hat es ihnen im Urlaub in Kroatien so gut gefallen und das wärmere Klima hat der Frau mit ihren Beschwerden so gut getan, dass sie ihr Haus pünktlich zum Rentenbeginn verkauft haben und sich in Kroatien günstig ein 3-Familienhaus gekauft haben, wovon 2 Apartments als Ferienwohnung vermietet werden zur Rentenaufbesserung. Sie sprechen kein Kroatisch und greifen auf die Hilfe der deutschen Community vor Ort zurück. Sie haben erst vor ein paar Monaten frisch gestartet und es gibt noch keine Erfahrung. Erst habe ich mir gedacht, wie können sie nur? Mittlerweile denke ich, warum nicht? Einfach ausprobieren. Wem sollten sie Rechenschaft schuldig sein? Sie funktionieren gut als Paar, da kann man das doch tun. Und falls die Gesundheit mal so nachlässt oder ein Partner krank wird/stirbt, packt man und fährt die 8 Stunden zurück nach Deutschland. Wohnung mieten, anmelden und gut ist es.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)