... für mich persönlich würde sich durch ein umfassenderes Gesamtpaket das Gefühl des bestraft werdens mindestens zum Teil umwandeln in solidarisches Verhalten zum Wohle aller / soziale Marktwirtschaft oder ähnliches. Das sind Konzepte und Werte, unter dessen Schutz ich aufgewachsen bin und denen ich mich verbunden fühle, allerdings nur, wenn sie für alle gelten, und nicht immer mehr Menschen (an beiden Enden!) sich herausziehen können oder rausgehalten werden.
Den Leistungsgedanken halte ich für wichtig - sozialen Frieden aber auch. Und ich sehe die immense Schwierigkeit, miteinander immer wieder aufs Neue eine Balance mit einer mindestens mal mehrjährigen Halbwertszeit zu erreichen, die für möglichst viele als gerecht und angemessen empfunden wird.
Aber ich glaube, hier kommen wir langsam ins OT...
Zitat von Hydra im Beitrag #144Ich war fast 42 bei meiner ersten Entfristung
Da ging es mir mit Mitte 30 ja noch direkt gut... An Aufatmen war aber trotzdem nicht zu denken: danach kamen dann mehrere Firmenverkäufe und eine Abbauwelle nach der anderen. Eigentlich ein Wunder, daß ich überhaupt so lange bleiben konnte.
Zitat von Hydra im Beitrag #144Undenkbar [...] Wohneigentum jemals zu haben. Geerbt habe ich auch nichts.
Genau so geht es mir auch.
Vielleicht piekst der Vorschlag deshalb auch diejenigen besonders an, die "Aufstieg durch Bildung" erlangt haben. Ohne finanziellen Background der Familie. Wer dagegen weiß, daß er eines Tages die Häuser von Eltern und/oder Großeltern erben wird (vielleicht noch als Einzelkind), kann das wahrscheinlich nicht ansatzweise nachvollziehen.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #150Trotzdem werden dann die bestraft, die vorgesorgt haben, zugunsten derer, die das nicht taten.
So ist es. Obwohl das erste feste Gehalt dann gut war, ist das Geld für die private Vorsorge auch bei mir nicht einfach übriggeblieben, sondern ich konnte dafür eben an anderen Stellen weniger ausgeben. Bei mir kommt daher eher der Gedanke auf "hätte ich es damals mit beiden Händen ausgegeben, könnte man mir jetzt nichts wegnehmen und die dummen anderen würden dann ja zahlen". Und da bin ich bestimmt nicht die Einzige.
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
Das finde ich gar nicht OT und sehe es genauso. Ein System, welches als ungerecht empfunden wird, hat entweder keine Chance auf Umsetzung oder es wird Widerstände und letztendlich Unfrieden erzeugen. Es fördert diejenigen politischen Kräfte, die viel versprechen, aber kein tragfähiges Konzept haben. Ganz besonders, wenn man für die Lebensleistung im Nachhinein bestraft wird: je besser du für dich vorgesorgt hast, desto eher/mehr kann man dich schröpfen.
Allerdings muss etwas geschehen - dann aber, wie du schreibst, mit einer Beteiligung aller Einkommen und Vermögen. Man kann nicht beides haben - ein tragfähiges System für alle und den kompletten Schutz des persönlichen Vermögens. Dafür braucht es aber mehr als "die Rentner müssen länger und mehr arbeiten plus sich finanziell solidarisieren"
Zitat von Nicolo im Beitrag #148Warum glaubst Du, dass eine höhere Besteuerung von Kapitalerträgen nur bei manchen Produkten kommen könnte? Und welche meinst Du?
Da habe ich unsauber formuliert. Klar würde eine Erhöhung der Abgeltungssteuer auch Zinsen treffen, allerdings sind Festzinsprodukte für die 3. Säule der Altersvorsorge suboptimal aufgrund des niedrigen Zinsumfelds. Der Staat dürfte also deutlich höhere Einnahmen aus der Besteuerung von Wertpapieren erzielen als mit Festzinsprodukten, weshalb eine Erhöhung der Abgeltungssteuer eine einfache Methode wäre mehr Geld in die Staatskassen zu spülen.
Eine vernünftige Förderung der dritten Säule findet nicht statt (Riester war kein Erfolgsmodell) und wer privat vorsorgt, wird bereits in der Ansparphase steuerlich belastet. Falls man dann 40 Jahre gespart hat, droht am Ende die Umverteilung. Finde nur ich das ungerecht? Wenn man Bürger wirklich für die Altersvorsorge frühzeitig sensibilisieren will, dann über Steuerfreiheit bis zu einem gewissen Betrag für jedermann, Steuerstundung während der Ansparhase und für einkommenschwache Gruppen auch Zulagen. Das Altersdepot bleibt dann bis zum Ruhestand gesperrt und hat auch Zeit sich zu entwickeln analog den vermögenswirksamen Leistungen mit derzeit 7 Jahre Sperrfrist.
Ich weiß aber, dass das nur ein Traum ist, weil die Sozialverbände den Kapitalmarkt für das Böse schlechthin halten. Hat sich ja auch bei der Diskussion damals gezeigt, als Lindner einen ähnlichen Vorschlag einbrachte.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Tatsächlich profitiere ich von einem aktienbasierten Vorsorgemodell welches mein Arbeitgeber anbietet. Ich zahle freiwillig ein seit über 20 Jahren und es gibt einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Sowohl einen Basisbetrag, als auch eine Zugabe für Beträge, die man selbst einzahlt. In den letzten Jahren vor der Rente wird dann umgeschichtet Richtung Rentenfonds, aus Sicherheitsgründen. Das ist keine Betriebsrente sondern ein zusätzliches Angebot.
Ich weiß nicht, wie viele Arbeitgeber so etwas anbieten aber ich finde, das gehört auch auf die Liste der Möglichkeiten.
Zitat von Nocturna im Beitrag #154Ich weiß aber, dass das nur ein Traum ist, weil die Sozialverbände den Kapitalmarkt für das Böse schlechthin halten. Hat sich ja auch bei der Diskussion damals gezeigt, als Lindner einen ähnlichen Vorschlag einbrachte.
Achtung Verschwörungstheorie: Je mehr eigenes Vermögen der Bürger hat, desto unabhängiger ist er vom Staat. Und je unabhängiger vom Staat, desto "aufmüpfiger" wird er.
Zum Boomer-Soli: Es ist eine Frechheit, zu behaupten, die geburtenstarken Jahrgänge hätten es in der Ausbildung und im Beruf leichter gehabt. Man musste sehr viel leisten, um sich gegen die vielen Mitbewerber durchzusetzen. Ich hatte mich in der Oberstufe in den 90er Jahren mal für eine Ausbildung zur Bankkauffrau beworben. Selbst zu dieser Zeit gingen bei den Banken noch Hunderte von Bewerbungen für einige wenige Ausbildungsplätze ein. Die konnten sich die Bewerber aussuchen. Ich habe mich dann trotz Stellenzusage anders entschieden und nach dem Abi ein technisches Studium absolviert. Das Fach war zu der Zeit dermaßen unpopulär, dass ich überfüllte Hörsäle nur in den Nebenfächern erlebt habe, aber nie in meinem Hauptfach.
Was m. E. viele vergessen, die immer wieder "Höhere Steuern für Reiche" fordern: Es trifft niemals die Herren vom Schlag eines Jeff Bezos, sondern immer nur den gehobenen Mittelstand im Angestelltenverhältnis. Mit dem Boomer-Soli wären wir dann aber endgültig im normalen Mittelstand angekommen – den fleißigen Leuten, die ein Leben lang gearbeitet haben und an die Geschichte vom Aufstieg durch Bildung und Fleiß geglaubt haben. Aber in den letzten 20 Jahren ist bei mir die Erkenntnis gereift, wer sich auf den Staat verlässt, der ist verlassen. Der Staat hat nicht nur die Rentenkassen geplündert, sondern darüber hinaus nachträglich Steuern und Abgaben für Rentner eingeführt. Und mittlerweile ist es sogar so weit, dass sich Arbeiten für viele mit ganz normalen Ausbildungsberufen wie Bäcker oder Fleischer nicht einmal mehr lohnt.
Das finde ich jetzt doch übertrieben. Deutschland hat auch viele Sozialleistungen, von denen andere Länder nur träumen können. Dann könnte man auch sagen: je mehr Geld der Bürger hat, desto mehr kann er auf Sozialleistungen pfeifen -das wäre dann das Ende der Solidargemeinschaft. Ich möchte z.B. auf die Krankenversorgung hier nicht verzichten, auch wenn es da einiges zu verbessern gäbe.
Leider ist das System ineffizient, zu viel Bürokratie, zu viel Wust und Kleinteiligkeit. Es geht viel Geld verloren, z.B. wofür braucht es zig Krankenkassen. Und am Ende hat Solidarität doch auch Grenzen, sie ist ja nicht unbeschränkt. Siehe Beitragsbemessungsgrenzen.
Vielleicht sollte man auch nicht nur auf die Steuern gucken.
Ja schon, aber ich muss auch sagen, dass es die Boomer und danach waren, die die Unattraktivität der Ausbildungsplätze verursacht hat. Den Ausbau der Gymnasien und der Hochschulen haben "wir" beschlossen, damit unsere Kindergeneration bessere Rahmenbedingungen vorfindet als wir damals. Ob das immer so klug war, ist die Frage. Ich blicke da vor allem auf die BWL, die Studienplätze werden gerade an den Fachhochschulen schon nicht mehr voll - und wenn man das nicht an einer sehr guten Uni/FH studiert, bekommt man Jobs, die früher Industriekaufleute mit Ausbildung gemacht haben. Zu höheren Kosten für die Allgemeinheit, Hochschule ist deutlich teurer als der Berufsschulunterricht.
Allerdings haben, wenn ich an meine Grundschulbekanntschaften mit Hauptschulabschluss denke, viele die Fleischer- oder Bäckerausbildung nicht aus Interesse gemacht, sondern weil es sonst keine Plätze gab und die erste Gelegenheit genutzt, um die auch damals schon schlechtbezahlten Branchen wieder zu verlassen - man ging lieber ans Fließband des örtlichen Großunternehmens, das noch über dem Metalltarif zahlte. Da trafen sie dann die wieder, die die begehrten Ausbildungsplätze dort als Schlosser, Mechaniker oder Elektriker (hieß ja damals alles noch nicht so fancy) erhalten hatten und für die es direkt im Ausbildungsberuf keine Stellen gab, sondern nur in der Produktion. Aber für ein gutes Mittelklasseleben samt Hausbau im ländlichen Umfeld hat es gereicht (wenn keine Scheidung etc. dazwischenkam). Deren Kinder studieren in der Regel - eine Ausbildung in einer Bäckerei käme nicht in Frage...
Zitat von Maus im Beitrag #156Was m. E. viele vergessen, die immer wieder "Höhere Steuern für Reiche" fordern: Es trifft niemals die Herren vom Schlag eines Jeff Bezos, sondern immer nur den gehobenen Mittelstand im Angestelltenverhältnis.
Das stimmt wohl. Es ist auch ein Grund, warum ich ungern konsumiere. Ich stelle mir dann immer vor, wie ich Konzerne mit meinem hart verdienten Geld reicher mache, die mir ein Bedürfnis aufquatschen wollen, und mir selbst fehlt das Geld dann im Alter.
Zitat von Bri-Eule im Beitrag #152Vielleicht piekst der Vorschlag deshalb auch diejenigen besonders an, die "Aufstieg durch Bildung" erlangt haben. Ohne finanziellen Background der Familie. Wer dagegen weiß, daß er eines Tages die Häuser von Eltern und/oder Großeltern erben wird (vielleicht noch als Einzelkind), kann das wahrscheinlich nicht ansatzweise nachvollziehen.
Mich piekst der Vorschlag nicht. Es ist mittlerweile eine Gleichgültigkeit eingetreten. Das Gefühl, eh nichts entscheiden zu können. Aber ich gebe dir Recht: das Leben als Bildungsaufsteiger ohne Auffangnetz durch die Familie, ohne Erbschaft und überhaupt ein Leben als Alleinkämpfer prägt natürlich. Als potentieller Erbe triffst du ganz andere Entscheidungen und hast keine schlimmen Existenzängste. Ich schrieb es schon mal in einem anderen Thread. Einige meiner jungen Kollegen arbeiten nur 50 %. Sie leben schon heute mietfrei in Wohnungen, die ihren Eltern gehören und werden später noch das Haus erben. Ihrer Ansicht nach, wird es für sie ohnehin später kaum Rente geben, deshalb lohnt es sich nicht, Vollzeit zu arbeiten. Diese Lockerheit hatte ich nie. Ich sah mich immer kurz vor Hartz4 und habe trotz Berufstätigkeit immer in billigen Wohnungen gewohnt...weil, könnte ja morgen alles vorbei sein. Das ist auch der Grund, warum ich mein Erspartes nie angelegt habe.
Zitat von Maus im Beitrag #156Man musste sehr viel leisten, um sich gegen die vielen Mitbewerber durchzusetzen. Ich hatte mich in der Oberstufe in den 90er Jahren mal für eine Ausbildung zur Bankkauffrau beworben.
In meiner Berufsschulklasse als Buchhändlerin (vor dem Studium) waren nur Abiturientinnen (und verdrängten somit Realschulabgängerinnen). Was damals ein Image als Traumberuf hatte, war ein schlecht bezahlter Verkäuferinnen-Beruf. Den ganzen Tag ohne Tageslicht und es wurden viele Non-books statt toller Literatur verkauft.
Zitat von print im Beitrag #157Dann könnte man auch sagen: je mehr Geld der Bürger hat, desto mehr kann er auf Sozialleistungen pfeifen -das wäre dann das Ende der Solidargemeinschaft.
Diese Schlussfolgerung teile ich nicht. Die Sozialkassen würden doch entlastet, wenn man den Leuten das Ansparen am Kapitalmarkt erleichtern würde?
Und zum Thema Solidargemeinschaft: Ein Sozialstaat mit offenen Grenzen funktioniert nicht. Das ist eine mathematisch belegbare Tatsache.
Man muss sich also entscheiden: Jeder sorgt für sich selbst (Modell USA). Oder: Nur Staatsbürger, die idealerweise vorher eingezahlt haben, erhalten Sozialleistungen. Die jetzige Situation in Deutschland führt zwangsläufig zum (Finanz-)kollaps.
Da haben für dein Modell die Rentner aus der ehemaligen DDR aber echtes Glück gehabt, dass solche Ideen erst jetzt en vogue sind. Weil die bis 1990 auch nichts in "unser" System eingezahlt haben aber Renten daraus. Nun gut, diese dürften nun bald nicht mehr sein. Trotzdem wollte ich es erwähnen, dass solche Ideen auch ihre Tücken haben.
Ich stimme dir aber teilweise zu - Einzahlungen und Auszahlungen, da muss es eine Balance geben.
Einiges wirst du aber einfach nicht steuern können, wie du es dir vorstellst. Z.B. kostenlose Schule/Ausbildung/Universität - ob diese Kinder als Erwachsene Einzahler in Deutschland werden, das ist nicht fixiert, es steht allen frei, ihr Glück in einem anderen Land zu suchen. Da ist die potentielle "Ernte" aus der Investition quasi nachgelagert.
Man darf eben auch nie aus den Augen verlieren, dass man auch vieles für selbstverständlich hält und nicht wertschätzt. Gemeckert wird aber pauschal....
Zitat von Hydra im Beitrag #159Ich sah mich immer kurz vor Hartz4 und habe trotz Berufstätigkeit immer in billigen Wohnungen gewohnt...weil, könnte ja morgen alles vorbei sein. Das ist auch der Grund, warum ich mein Erspartes nie angelegt habe.
Du meinst, nie langfristig angelegt - um es im Notfall zur Verfügung zu haben? Denn Tagesgeld ist ja auch Geldanlage, trotzdem hat man es kurzfristig verfügbar.
In the future, there is a small, quiet room that is just yours, where you are safe and you are free. In that room your shoulders will finally start to come down from around your ears. Nobody can come into that room unless you let them. In that clean quiet place, you will work and you will study. You will love and you will heal. I know this is true because I am there with you. We are there together because you saved us. You saved us because you were brave and because you never stopped believing in that room. See you there, Your Future Self
Zitat von Hydra im Beitrag #159 … Ich schrieb es schon mal in einem anderen Thread. Einige meiner jungen Kollegen arbeiten nur 50 %. Sie leben schon heute mietfrei in Wohnungen, die ihren Eltern gehören und werden später noch das Haus erben. Ihrer Ansicht nach, wird es für sie ohnehin später kaum Rente geben, deshalb lohnt es sich nicht, Vollzeit zu arbeiten.
Ich glaube, es ist eher andersrum. Sie haben wenig Lust, Vollzeit zu arbeiten und denken, dass sie das in ihrer Situation ja auch nicht müssen und deshalb auch gut auf die Rente verzichten können, sollte sie nicht kommen. Den Spruch mit „meine Generation kriegt später sowieso keine Rente mehr“ den kenne ich seit Ende der 80er Jahre, fortlaufend. Oft, sehr oft gehört. Den haben viele meiner Freundinnen und Kolleginnen immer dann verwendet, wenn sie in jungen Jahren mehr oder weniger ganz aus dem Berufsleben ausgeschieden sind. War für mich immer unlogisch. Gerade dann, wenn ich davon ausgehe, keine staatliche Rente zu bekommen, muss ich arbeiten und was beiseite legen, wenn ich im Alter kein Sozialfall werden will. Aber darum ging es denen nicht. Sie wollten einfach nicht oder nicht viel arbeiten. Ob sich das so schön ausgeht wie angedacht, ist ja dann auch immer die Frage. Braucht nur jemand von den Eltern früh an Demenz erkranken und ins Heim müssen, schon ist ein guter Teil des Geldes weg. Hätte ich nie meine Karten drauf gesetzt.
Zitat von Hydra im Beitrag #159Diese Lockerheit hatte ich nie.
Ich auch nicht. Meine finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit war mir immer sehr wichtig. Ich bestaunte die Lockerheit, mit der sich viele Freundinnen finanziell vollkommen abhängig von einem Mann machten. (Nur zur Sicherheit: ich kritisiere niemanden persönlich, ich konnte es nicht.) Ich hab auch immer darauf geachtet, schon recht früh, immer drei Netto-Monatsgehälter auf dem Konto zu haben, damit ich, wenn es mir zu blöd wurde, den Job hätte hinschmeißen können. Damals wurde noch anders mit Mitarbeitenden umgegangen, gab ja genug. Die Handhabung kann ich nur jedem empfehlen, man kann dann besser für sich einstehen.
Wenn ich so richtig Lust auf Schokolade habe, esse ich anstatt der Schokolade eine Banane. Dann eine Paprika, einen Apfel, Reiswaffeln, Naturjoghurt, eine Gurke und dann die Schokolade.
Daran ist erstmal nichts verwerfliches. Nicht jeder hat einen Beruf, mit dem er sich identifiziert und vergiss nicht, dass es jede Menge Jobs gibt, die du in Vollzeit kaum aushalten kannst. Weil sie anstrengend sind oder die Arbeitsbedingungen nicht gut sind.
Dass diese jungen Kollegen aufgrund ihrer Eltern in der Lage sind, sich nicht den Bedingungen ihres Jobs Vollzeit auszusetzen, ist eine gesunde Entscheidung.
Natürlich könnte man argumentieren, dass sie sich durch Weiterbildung für bessere Jobs qualifizieren könnten. Aber nicht jeder kann einen Traumjob haben, weil es davon einfach nicht genug gibt. Irgendwer muss die Bullshit-Jobs machen.
@Agathe13 Langfristige Anlagen bringen halt mehr. Das bisschen, was ich bei meinem damals noch schlechten Gehalt sparen konnte (trotz einfachstem Lebensstil) wäre auf einem Tagesgeldkonto auch kein Gamechanger gewesen.
Ein Problem kann auch dieses Modell werden: einen guten Beruf haben aber keine Karriere machen, oder Teilzeit arbeiten (z.B. 80%) und lieber auf ein Auto oder 3 Urlaube oder sonstigen Luxus im Jahr verzichten (letzteres kostet Geld, wird dann ja auch nicht zum sparen verwendet).
Man kann sich dann (heute!) ausrechnen, dass es zu den aktuellen (!) Bedingungen für einen Auskommen im Alter gut reicht. Wenn dann aber ständig an dieser Rechnung genagt wird, dann kann es auch schwierig werden. Es sollte auch nicht viel dazwischen kommen: längere Arbeitslosigkeit, Krankheit (Erwerbsminderungsrente).
Man müsste also theoretisch von Angfang arbeiten so viel wie irgend möglich, um das Risiko so weit wie möglich zu drücken. Ich finde, das ist auch eine Einschränkung für den Lebensentwurf. Man kann doch nicht alles auf das Alter ausrichten? Der eine oder andere hat sich auch schon ins frühe Grab gebuckelt. Kann man natürlich zynisch sagen: für die Rentenkasse ist das doch super...
Daran ist erstmal nichts verwerfliches. Nicht jeder hat einen Beruf, mit dem er sich identifiziert und vergiss nicht, dass es jede Menge Jobs gibt, die du in Vollzeit kaum aushalten kannst. Weil sie anstrengend sind oder die Arbeitsbedingungen nicht gut sind.
Okay, da kommen wir nicht zusammen. Ich sehe nicht, dass es „jede Menge“ Jobs gibt, die man in Vollzeit nicht aushalten könnte. Wenn der Beruf so wenig zu einem passt, dann frisst das ja auch in Teilzeit jede Menge Energie, vollkommen unnötig. Wenn das so ist, kann man sich einen anderen suchen. Ist auch anstrengend, ja, aber da die allermeisten von uns Jahrzehnte arbeiten müssen, ist die kurz- oder mittelfristige Anstrengung in die Qualifizierung für einen anderen Job es wert.
ZitatDass diese jungen Kollegen aufgrund ihrer Eltern in der Lage sind, sich nicht den Bedingungen ihres Jobs Vollzeit auszusetzen, ist eine gesunde Entscheidung.
Ich fände es gesünder, sich einen Job zu suchen, in dem es einem besser geht. Wenn ich dich richtig verstanden habe, sind das ja auch keine ungelernten Hilfskräfte, sondern haben sich durchaus qualifiziert, teils mit Studium, um den Job überhaupt ausüben zu können. Und da merkt man während der langen Ausbildungszeit nicht, dass man dafür nicht geeignet ist und biegt in eine andere, besser geeignete Richtung ab? Finde ich seltsam.
ZitatAber nicht jeder kann einen Traumjob haben, weil es davon einfach nicht genug gibt. Irgendwer muss die Bullshit-Jobs machen.
Dem einen sein Traumjob ist den anderen sein Bullshit-Job. Für den einen ist Finanzbroker ein Traumjob, für jemand anderen wäre das der Alptraum.
Wie gesagt, ein einmal ergriffener Beruf ist nichts, was man sein Leben lang machen muss. Ich weiß, von was ich rede.
Wenn ich so richtig Lust auf Schokolade habe, esse ich anstatt der Schokolade eine Banane. Dann eine Paprika, einen Apfel, Reiswaffeln, Naturjoghurt, eine Gurke und dann die Schokolade.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #166Und da merkt man während der Ausbildung nicht, dass man dafür nicht geeignet ist und biegt in eine andere, besser geeignete Richtung ab? Finde ich seltsam.
Nicht alle Nachteile/Folgen eines Jobs können bereits in der Ausbildungs- oder Studienzeit abgeschätzt werden. Ich mag diese verbreitete "Selbst Schuld...hättest ja etwas anderes werden können" Einstellung nicht.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #166Wenn das so ist, kann man sich einen anderen suchen
Es ist schlicht nicht möglich, dass sich jeder einen der besseren Jobs sucht und keiner mehr die unbeliebten, schlecht bezahlten und gesundheitlich belastenden Jobs macht. Eigentlich kann man froh sein, dass viele die Bullshit Jobs noch machen, weil sie das wenigstens noch in Teilzeit aushalten.
Ich glaube nicht, dass angehende Lehrerinnen im Studium denken, dass sie den Job in Vollzeit nicht aushalten. De facto arbeitet aber die Hälfte in Teilzeit: https://www.destatis.de/DE/Presse/Presse...24_N002_21.html Nur ist es da so, dass man auch mit 80 Prozent gut leben kann... (Und nicht alle, ehe die Gebetsmühle wieder angeworfen wird, haben Kinder oder pflegebedürftige Eltern...)
Zitat von print im Beitrag #165Ein Problem kann auch dieses Modell werden: einen guten Beruf haben aber keine Karriere machen, oder Teilzeit arbeiten (z.B. 80%) und lieber auf ein Auto oder 3 Urlaube oder sonstigen Luxus im Jahr verzichten (letzteres kostet Geld, wird dann ja auch nicht zum sparen verwendet).
Teilzeit in jungen Jahren muss man sich leisten können. (Wir reden hier immer von gesunden und leistungsfähigen Menschen, der Mehrheit also, nicht den Ausnahmen) Unser System fußt nunmal auf drei Säulen und das wissen wir alle seit Jahrzehnten: gesetzliche Rente, Betriebliche Altervorsorge, was auch der dämliche und unzureichende Riester sein kann und die private Vorsorge. Wer eine der Säulen weglässt, geht ein Risiko ein. Wer zwei weglässt, erst recht.
Zitat von print im Beitrag #165 Man müsste also theoretisch von Angfang arbeiten so viel wie irgend möglich, um das Risiko so weit wie möglich zu drücken. Ich finde, das ist auch eine Einschränkung für den Lebensentwurf. Man kann doch nicht alles auf das Alter ausrichten? Der eine oder andere hat sich auch schon ins frühe Grab gebuckelt. Kann man natürlich zynisch sagen: für die Rentenkasse ist das doch super...
Die, die sich ins frühe Grab buckeln, haben in der Regel einen anderen Antrieb als den Wunsch, ihren Lebensstandard auch im Rentenalter zu halten. Meistens geht’s da um Anerkennung. Der Eltern, der Gesellschaft etc., gibt natürlich auch andere Gründe.
Wenn ich so richtig Lust auf Schokolade habe, esse ich anstatt der Schokolade eine Banane. Dann eine Paprika, einen Apfel, Reiswaffeln, Naturjoghurt, eine Gurke und dann die Schokolade.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #166Ich fände es gesünder, sich einen Job zu suchen, in dem es einem besser geht. Wenn ich dich richtig verstanden habe, sind das ja auch keine ungelernten Hilfskräfte, sondern haben sich durchaus qualifiziert, teils mit Studium, um den Job überhaupt ausüben zu können. Und da merkt man während der langen Ausbildungszeit nicht, dass man dafür nicht geeignet ist und biegt in eine andere, besser geeignete Richtung ab? Finde ich seltsam.
...
Und
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Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #166Wie gesagt, ein einmal ergriffener Beruf ist nichts, was man sein Leben lang machen muss. Ich weiß, von was ich rede.
...
J-ein: wer als junger Mensch, durchaus aus Interesse und Freude daran, eine Lehre in einem der Berufe machte, der zu den grundsätzlich nicht "überbezahlten" Jobs gehört und, sagen wir mal, nach ein paar Jahren feststellt, dass
a) er nicht dauerhaft Schichtarbeit in einem nicht üppig bezahlten Job leisten möchte, der einen auch mit viel Berufserfahrung finanziell nie wirklich auf einen grünen Zweig bringt (inklusive Aussicht auf eine schmale Rente im Alter) oder
b) er feststellt, dass man etwa ab dem mittleren Alter gesundheitliche Probleme durch körperlich anstrengende Arbeit bekommt,
hat, beim Umsatteln, ein echtes Problem, wenn die eigene Gesundheit nicht so schlecht ist, dass man den erlernten Berüf nicht mehr ausüben könnte - denn das sind genau die Berufe, in denen sich die Arbeitgeberanfragen auch im Amt stapeln und wer dann nicht die Rücklagen hat, eine zweite Ausbildung von, sagen wir mal im Schnitt 3 Jahren inklusive Lebenskosten allein stemmen zu können oder keine Familie hat, die während dieser Zeit einspringt, hat es sehr schwer.
Danke, Zehstern. Nicht unerheblich ist, dass es auch sogenannte Quereinsteiger schwerhaben, da in D so eine Art "Papiergläubigkeit" herrscht und man relativ wenig Hilfe durch die Arbeitsagentur/Integrationsdienst etc. erfährt. In der weiteren Familie habe ich ein Beispiel erlebt, GdB 50, maximal 6 Stunden tägliche Arbeitszeit mit Auflage wechselnder Tätigkeit aufgrund chronischer Erkrankung. Umschulungsangebot: 8-Stunden-Vollzeit als Bürokauffrau Muss ich dazu sagen, dass zu diesem Zeitpunkt kaufmännische Berufe scharenweise zum Arbeitsamt gehen mussten, weil Angebot und Nachfrage sich nicht die Waage hielten.
Ich kenne aus meiner beruflichen Vergangenheit die Aussagen: überqualifiziert (was bedeutete zu teuer, ohne nach der Gehaltsvorstellung gefragt zu haben), kein BWL-Studium (der Schein fehlte, die berufliche Erfahung im mittleren Management inklusive Personalverantwortung nicht), Team ist jung, man wisse nicht ob ich mich integrieren könne (sprich die Frau ist Ü50, zu teuer und wir werden sie nicht so schnell los). Dazu kam noch vor ein paar Jahren der "Makel", dass Frau "zu" flexibel war, indem sie versuchte, Jobs und Kinder unter einen Hut zu bekommen, was auch mitunter ein Jobwechsel inklusive Ortswechsel zur Folge hatte.
BBlueVelvet, ich gönne jedem, wenn er in der Lage ist, 3 Monatsgehälter in Reserve zu haben. Jedoch glaube ich, dass die, die das nicht können/konnten, hier eher selten mitschreiben, wie ich auch schon in der Bri beobachtet habe. Hier ist schon ein eher gut gestellteres, sowohl was Bildung als auch was Finanzen anbelangt, Klientel. Mein Eindruck zumindest.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Sariana im Beitrag #171 … BBlueVelvet, ich gönne jedem, wenn er in der Lage ist, 3 Monatsgehälter in Reserve zu haben. Jedoch glaube ich, dass die, die das nicht können/konnten, hier eher selten mitschreiben, wie ich auch schon in der Bri beobachtet habe. Hier ist schon ein eher gut gestellteres, sowohl was Bildung als auch was Finanzen anbelangt, Klientel. Mein Eindruck zumindest.
Das ist mir am Anfang meines Berufslebens sehr schwer gefallen. Vor allem, als ich in München meine erste eigene Wohnung hatte, die war im Verhältnis zu meinem Gehalt schweineteuer, aber es gab einfach nichts anderes. Schon damals stand man mit über 100 Leuten auf der Straße für eine Besichtigung und als ich dann endlich eine Wohnung hatte, haben alleine schon die drei Monatsmieten Kaution eine große Lücke in mein Erspartes gerissen, da war dann fast nichts mehr da. Die Wohnung hatte einen Herd (war vorgeschrieben) aber keinen Kühlschrank. Den musste ich mir ersparen, hab ein paar Monate meine Butter auf dem Balkon gekühlt und war irgendwann wahnsinnig stolz auf meinen ersten Kühlschrank. Dito die Einrichtung. Ich habe Vollzeit mit (unbezahlten) Überstunden gearbeitet plus Nebenjob, um mich einzurichten und gleichzeitig die drei Monatsgehälter wieder anzusparen. Ich war Nebenjobs seit meinem 15. Lebensjahr gewöhnt, da hab ich schon neben der Schule gejobbt, so dass ich immer etwas Geld hatte. Ja, ich war gesund und konnte das, aber gesund zu sein ist in jungen Jahren eher die Regel als die Ausnahme. Ich hab halt auch an einigem gespart, beispielsweise Urlaub oder teure Freizeitaktivitäten wie häufig Skifahren zu gehen, wie das in meinem Bekanntenkreis durchaus üblich war - und das war normaler Mittelstand, keine reichen Leute. Das konnte / wollte ich mir dann eben nicht leisten.
Falls der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich mir die drei Monatsgehälter mal eben so beiseite gelegt habe, dem ist nicht so. Ich erzähle das, um zu verdeutlichen, dass das eine Priorität für mich war.
Dessen ungeachtet ist das natürlich richtig, dass hier ein teilweise höheres Niveau herrscht als in der durchschnittlichen Bevölkerung, was Bildung betrifft, vielleicht auch Finanzen.
Wenn ich so richtig Lust auf Schokolade habe, esse ich anstatt der Schokolade eine Banane. Dann eine Paprika, einen Apfel, Reiswaffeln, Naturjoghurt, eine Gurke und dann die Schokolade.
Zitat von print im Beitrag #165Ein Problem kann auch dieses Modell werden: einen guten Beruf haben aber keine Karriere machen, oder Teilzeit arbeiten (z.B. 80%) und lieber auf ein Auto oder 3 Urlaube oder sonstigen Luxus im Jahr verzichten (letzteres kostet Geld, wird dann ja auch nicht zum sparen verwendet).
Teilzeit in jungen Jahren muss man sich leisten können. (Wir reden hier immer von gesunden und leistungsfähigen Menschen, der Mehrheit also, nicht den Ausnahmen) Unser System fußt nunmal auf drei Säulen und das wissen wir alle seit Jahrzehnten: gesetzliche Rente, Betriebliche Altervorsorge, was auch der dämliche und unzureichende Riester sein kann und die private Vorsorge. Wer eine der Säulen weglässt, geht ein Risiko ein. Wer zwei weglässt, erst recht.
Ich fühle mich missverstanden. Wer 80% wählt (drunter finde ich auch schwierig, vor allem in jungen Jahren) kann eine bewußte Entscheidung treffen, lieber mehr freie Zeit zu haben als den Luxus, den er sich mit +20% leisten könnte.
Das könnte auch aufgehen - wenn dann eben nicht über die Lebenszeit sich dann alles so sehr verändert, dass die Rechnung nicht mehr aufgeht. Allerdings, wer in materiellen Luxus investiert, hat zumindest damit privat auch nix vorgesorgt - das Geld steckt in der Weltreise (Beispiel) und ist dann auch weg.
Das ist ein Lebensrisiko, das ist mir klar. Kann man nicht 100% absichern. Mir ging es eher darum, wie frei wir eigentlich sind, solche Entscheidungen treffen zu können wenn die Konsequenzen sehr hart sein können. Vor allem, wenn sie so hart sind, weil politische Weitsicht über viel Jahre gefehlt hat.
Für mich wäre solch eine an der Basis abgesicherte Freiheit Teil eines Fortschritts. Ich meine damit nicht das Bürgergeld sondern ein anderes Lebensmodell mit dem man trotzdem für sich selber sorgen kann.
Zitat von Hydra im Beitrag #167Nicht alle Nachteile/Folgen eines Jobs können bereits in der Ausbildungs- oder Studienzeit abgeschätzt werden. Ich mag diese verbreitete "Selbst Schuld...hättest ja etwas anderes werden können" Einstellung nicht.
Ich konnte meine Jobchancen auch nicht wirklich vor dem Studium einschätzen - sondern erst im Laufe dessen. Habe es dann trotzdem zu Ende geführt. Es geht auch nicht um Schuld, sondern um Verantwortung für das eigene Leben - wer sonst sollte das haben? Und klar ist man nicht völlig frei in der Wahl seines Jobs oder anderer wichtiger Lebensentscheidungen. Aber eben auch nicht völlig ausgeliefert, und irgendwo dazwischen wird man seinen Weg finden müssen. Und ggf. eben korrigieren, wenn es eine echte Fehlentscheidung war.
ZitatEs ist schlicht nicht möglich, dass sich jeder einen der besseren Jobs sucht und keiner mehr die unbeliebten, schlecht bezahlten und gesundheitlich belastenden Jobs macht. Eigentlich kann man froh sein, dass viele die Bullshit Jobs noch machen, weil sie das wenigstens noch in Teilzeit aushalten.
Die meisten Leute werden den Job, den sie machen, doch deshalb machen, entweder weil sie ihn mögen, oder weil sie andere Jobs noch weniger mögen würden. Oder meinst du wirklich, die meisten "opfern" sich für die Gesellschaft, weil es ja irgendwer tun muss? Darüber hinaus glaube ich, dass sich je nach Mensch unterscheidet, was unbeliebt ist oder als belastend empfunden wird, je nach persönlichen Vorlieben und Eigenschaften. Nur bei wenigen Jobs dürfte sich die Mehrheit einig sein, dass sie übel oder ganz toll sind.
Und außerdem: dass jemand die "üblen" Jobs machen muss, heißt ja nicht, dass manche sie ihr ganzes Berufsleben lang machen müssen - kann ja auch eine Station von mehreren sein.
Zitat von Sariana im Beitrag #171Nicht unerheblich ist, dass es auch sogenannte Quereinsteiger schwerhaben, da in D so eine Art "Papiergläubigkeit" herrscht und man relativ wenig Hilfe durch die Arbeitsagentur/Integrationsdienst etc. erfährt.
Das mit der Papiergläubigkeit würde ich nicht so verallgemeinern. Es gibt viele Bereiche, wo total egal ist, was du für eine Ausbildung hast, solange du das kannst, was du können musst. Für meinen Job hat mal einer meiner Chefs gesagt, die Voraussetzung wäre "Gesunder Menschenverstand und tagsüber noch nichts vor". Bisschen übertrieben, aber triffts schon so halbwegs. Die Anforderungen, die der Job natürlich mit sich bringt, sind andere als formale.
Zitat von _Zehstern_ im Beitrag #170denn das sind genau die Berufe, in denen sich die Arbeitgeberanfragen auch im Amt stapeln und wer dann nicht die Rücklagen hat, eine zweite Ausbildung von, sagen wir mal im Schnitt 3 Jahren inklusive Lebenskosten allein stemmen zu können oder keine Familie hat, die während dieser Zeit einspringt, hat es sehr schwer.
Nicht jede Umorientierung verlangt eine komplett neue Ausbildung. Man kann auch - zumindest in vielen Bereichen - irgendwo "reinrutschen", indem man Schwerpunkte verlagert, in benachbarte Bereiche wechselt etc.
In the future, there is a small, quiet room that is just yours, where you are safe and you are free. In that room your shoulders will finally start to come down from around your ears. Nobody can come into that room unless you let them. In that clean quiet place, you will work and you will study. You will love and you will heal. I know this is true because I am there with you. We are there together because you saved us. You saved us because you were brave and because you never stopped believing in that room. See you there, Your Future Self
In meinem Berufsleben fand ich es vor allem schwierig, einen Job mit einem gut absichernden Gehalt und gleichzeitig der Möglichkeit reduzierter Stunden (damit meine ich gar nicht zwingend Teilzeit, sondern auch einfach nur Vollzeit ohne Überstunden) zu finden. Das mag an der Branche oder meinem Naturell liegen, aber es waren immer Jobs, die ein gewisses Zusatzengagement erfordert haben. Das man auch eine Zeit lang sehr gerne liefert, weil es Spaß macht, der Job spannend ist und viele Möglichkeiten zur Verwirklichung bietet, aber eben auch sehr hohen Einsatz fordert. Ich glaube - und da lass ich mich wirklich sehr gern eines Besseren belehren - dass viele eher hochqualifizierte Jobs diese Rahmenbedingung haben und damit ein Dilemma darstellen