Zitat von Farfalle im Beitrag #3541Ein junger Mann telefonierte mit seinem Freund. Ging mit ihm seine jetzige Beziehung in Details durch. Ja ob er überhaupt eine Beziehung wolle wüsste er eigentlich nicht ( ging noch). Dann schilderte er eine Szene wie er mit der Freundin Sex hatte ( too much). Ich konnte mich gerade noch beherrschen das ich ihn angesprochen hätte.
Ich hätte da ganz sicher was gesagt. Sowas wie "halt, stopp, können Sie das bitte wiederholen, damit ich es aufnehmen kann? Das muss ich doch auch mal ausprobieren" oder sowas
All your life you're yellow. Then one day you brush up against something blue, the barest touch, and voilà, the rest of your life you're green. - Tess Callahan
Sometimes-not-vegan-but-always-veggie-person. - angelehnt an Oatly!
Ich persönlich finde ja ein menscheln in der Kirche schön! Bei der Konfirmation der Tochter war es ein sehr schöner Gottesdienst, weil der Pfarrer alles sehr entspannt und mit viel Humor gemacht hat. So viel gelacht wie da habe ich noch nie in der Kirche! Und es war wunderschön. Ich freue mich schon auf den diesjährigen Weihnachtsgottesdienst mit ihm, der letztjährige war auch einfach wunderschön. Und trotz aller Besinnlichkeit auch mit Humor. Ich bin sicher, dass Gott/Göttin den Menschen nicht umsonst mit Humor gesegnet hat.
Lautes Telefonieren in der Öffentlichkeit nimmt zu. Ich fürchte schon, daran müssen wir uns gewöhnen.
Also immer nur noch mit dicken Headphones unterwegs sein, was ich ja eigentlich hasse. Aber einen Lauttelefonierer neben mir hasse ich noch mehr ! Manchmal rede ich dann einfach mit und mische mich ein - provokativ. Dann ist meist Ruhe.
Zitat von Betty29 im Beitrag #3555Die Aussage, dass in der Kirche nicht gelacht werden darf, erinnert mich an "Der Name der Rose".
Dieselben, die in der Kirche laut lachen oder es gut heißen, beklagen sich beim nächsten Mal über das laute Telefonieren in der Öffentlichkeit.
Nein, es sind wahrscheinlich nicht dieselben Leute, aber es sind zwei Arten von Störungen die eine wird hier offenbar toleriert, nämlich Unruhe in der Kirche, Telefonieren in der Öffentlichkeit scheint verpönt zu sein. Für mich ist das komplett verkehrtherum, denn ich bin noch so groß geworden, dass die Kirche ein "Ruheraum" ist. Ein Ort der Kontemplation.
Während des Gottesdienstes währe mir lautes Lachen auch nicht angenehm. Für mich ist Kirche auch ein Ruheraum. Allerdings zum Ende hin einmal lachen schadet doch nicht.
Mitmenschlichkeit ist die schönste Art der Erderwärmung 🌹
Zitat von -franzi- im Beitrag #3557 ... ich bin noch so groß geworden, dass die Kirche ein "Ruheraum" ist. Ein Ort der Kontemplation.
Das, was @clara geschildert hat, war doch leicht erkennbar der Situation geschuldet.
Ein wenig Leichtigkeit tut gerade der Kirche ganz gut Erst recht, wenn man junge Menschen gewinnen möchte. .
@schafwolle, danke. Und ich habe weder laut gesprochen (sondern mich leise meinem Mann und dann dem Kind in der Bank vor mir zugewandt), noch lauthals gelacht. Die Dame vor mir hat sich auch über meine Unentspanntheit beschwert.
Und es war schon etwas komisch, wenn sich alle Leute Richtung Sakristei umdrehen (die von der Kirche einsehbar ist) und sehen, wie der arme Mann sucht, die Frau dazu kommt und sich nichts findet. Erst die dritte Person bringt die Vermeldungen.
Während dieser Zeit stand der Priester am Altar und schmunzelte ebenfalls.
Und natürlich hat niemand sich vor Lachen auf die Schenkel geklopft oder lag deswegen auf dem Boden.
Wie ist denn die Idee der Kirche als generellem Ruheraums damit zu vereinbaren, dass während der Zeremonien eigentlich ständig mindestens eine/r spricht, gern auch elektronisch verstärkt, gesungen, sowie laut gebetet oder per Orgel o.Ä. musiziert wird? Ich sage mal, Lachen ist doch mit das angenehmste Geräusch, das Menschen überhaupt machen können, und wenn etwas wirklich komisch ist, auch sehr angemessen und menschlich.
Ich denke da an die Pastorin, der es partout nicht gelingen wollte, am Ostersonntag die Kerzen zu entzünden und dies nach dem dritten Versuch auch kommentierte ...
Das Verkniffene habe ich früher, als ich noch gezwungen wurde, zur Kirche zu gehen, immer gehasst.
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Kinder von Freunden haben einen sehr großen Hund, Martha. Von Martha gibt es viele Geschichten. Eine: Das jüngste wird getauft, und Martha, sehr gut erzogen und brav, darf mit in die Kirche. Es kommt zur Predigt, nach 5 Minuten lautes Seufzen. Alles schaut sich verstohlen um. Es geht so weiter, Raunen und gepresstes Kichern, predigen und Seufzen.
Bis sich herausstellt: Es ist Martha, die seufzt.
Der Herr Pastor versichert ihr, dass er nun gleich fertig ist und muss schwer an sich halten, um nicht loszuprusten.
Kontemplation ist doch nur ein Teil dessen, was in Kirchen passiert. Kirchen feiern doch (auch) das Leben, ich finde, Lachen gehört da unbedingt dazu.
Aus anderen Gründen bin ich nicht mehr in der Kirche, aber so habe ich das in meiner Jugend, die deutlich stärker kirchlich geprägt war als mein Leben heute, auch durchaus erlebt.
Zitat von Nicolo im Beitrag #3562Wie ist denn die Idee der Kirche als generellem Ruheraums damit zu vereinbaren, dass während der Zeremonien eigentlich ständig mindestens eine/r spricht, gern auch elektronisch verstärkt, gesungen, sowie laut gebetet oder per Orgel o.Ä. musiziert wird? Ich sage mal, Lachen ist doch mit das angenehmste Geräusch, das Menschen überhaupt machen können, und wenn etwas wirklich komisch ist, auch sehr angemessen und menschlich.
Ich denke da an die Pastorin, der es partout nicht gelingen wollte, am Ostersonntag die Kerzen zu entzünden und dies nach dem dritten Versuch auch kommentierte ...
Das was du da beschreibst ist die Lithurgie. Da quatscht nicht staendig einer dazwischen, sondern es gehört zum Ablauf. Das dieser Ablauf so ganz geregelt immer wieder gebracht wird gehört auch dazu das jemand sich darin vertiefen kann. Ja, bei evangelischen geht es lockerer zu. Das mag ich auch sehr.
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Zitat von Farfalle im Beitrag #3566... Das was du da beschreibst ist die Lithurgie. ...
Ist mir bekannt, daher die zutreffende Beschreibung. Na und?
Zitat... Da quatscht nicht staendig einer dazwischen, sondern es gehört zum Ablauf. ...
Dies verfehlt das, was ich schrieb, um zwei, drei Meter. Denn ruhig im Sinne von geräuschlos ist die Lithurgie, das Ritual eben nicht. Und es ging hier auch nicht um ständiges Dazwischenquatschen, sondern um eine sehr menschliche Reaktion auf etwas, was außerplanmäßig einfach so passiert (= "Das pralle Leben." - "Aber doch nicht in der Kirche?!") und allgemein als lustig oder komisch empfunden wird.
Let's agree to disagree oder auch: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Zitat von Farfalle im Beitrag #3566 Ja, bei evangelischen geht es lockerer zu.
Nicht unbedingt. Sobald eine gewisse Nähe zum Pietismus konstatiert werden kann, dreht sich das komplett um.
"Das vornehme Wort Kultur tritt anstelle des verpönten Ausdrucks Rasse, bleibt aber ein bloßes Deckbild für den brutalen Herrschaftsanspruch." Theodor W. Adorno
"Wohlstandsstreben allein macht keine guten Bürger." Alexis de Tocqueville
Seufz ... nicht wirklich fassungslos, aber genervt. Wir haben ein neues Tool bekommen, das die Arbeit für die Abteilung, die hauptamtlich damit zu tun hat, stark systematisiert und vereinfacht. So weit, so gut. Eigentlich mag ich so was. Allerdings ist das Tool so mächtig, dass diejenigen, die nur wenige Male im Jahr damit zu tun haben (ich z.B.), im Grunde immer wieder von vorne anfangen, uns da einzuarbeiten, wodurch es für uns deutlich mehr Zeit beansprucht als vorher. Seufz ...
All your life you're yellow. Then one day you brush up against something blue, the barest touch, and voilà, the rest of your life you're green. - Tess Callahan
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Zitat von Farfalle im Beitrag #3566 Ja, bei evangelischen geht es lockerer zu.
Nicht unbedingt. Sobald eine gewisse Nähe zum Pietismus konstatiert werden kann, dreht sich das komplett um.
Genau: eigentlich sind die Katholiken "fröhlicher". Die können zur Not ja immer wieder beichten.
Es gibt aber auch, abseits pietistischer Kontaminierungen, andere, gegenteilige Beispiele:
<Nähkästchen auf> Ich war über viele Jahre Hochzeitsfotograf und erinnere noch phantastische protestantische Hochzeiten, wie z.B. auf Sylt (Keitum), da gab (gibt?) es einen Pastor, der eine faszinierende Art hatte, die Leute einzubeziehen, ohne daraus einfach eine platte Show zu machen. Das hatte eher etwas Gospel-artiges und war fernab jeglicher bleierner Liturgie. Oder den Pastor in Norden. Die Brautmutter, extrem gewissenhaft, extrem helikopterisch und penibel perfektionistisch, hatte an alles gedacht – nur nicht an die Trauringe, die sie während der Trauung dann mit dem Taxi von zuhause holen musste. Der Pastor hat wirklich eine halbe Stunde die Gemeinde mit Witzen und Skurrilitäten unterhalten können. Großartig. </Nahkästchen zu>
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Zitat von Ranunkel im Beitrag #3564Kinder von Freunden haben einen sehr großen Hund, Martha. Von Martha gibt es viele Geschichten. Eine: Das jüngste wird getauft, und Martha, sehr gut erzogen und brav, darf mit in die Kirche. Es kommt zur Predigt, nach 5 Minuten lautes Seufzen. Alles schaut sich verstohlen um. Es geht so weiter, Raunen und gepresstes Kichern, predigen und Seufzen.
Bis sich herausstellt: Es ist Martha, die seufzt.
Der Herr Pastor versichert ihr, dass er nun gleich fertig ist und muss schwer an sich halten, um nicht loszuprusten.
In meiner Jugend war die evangelische Kirche und Gottesdienst sehr locker. Mit Gitarrenmusik und toller flotter Jugendarbeit - Sit in, Jugendkreis, Freizeiten.
Als ich dann den evangelischen Pfarrer beim Tod meines Vaters kennenlernte, war ich geschockt über dessen Sturheit und die Dogmen, die der vertrat. Die Wandlung war nicht zum Guten in meinen Augen.
Aber ist mir egal, ich bin raus. Komplett. Jeder darf glauben, was passt. Solange andere nicht bekehrt werden penetrant.