Heute kommt um 22.10 Uhr auf MDR "Über Sex sprechen". Laut VT geht es in der Dokumentation über die Entwicklung des Sprechens über Sex seit 1900. Vielleicht interessiert es jemanden?
@Kaffeesahne , hast Du es gesehen und war es interessant? Ist hoffentlich noch ein bisschen in der Mediathek, mich würde es interessieren.
Zitat von kaffeewasser1 im Beitrag #200 Ich nehme hier manchen Input mit, angesprochen hat mich Fritzis Bemerkung irgendwo weiter vorne, heute anders mit der eigenen Sexualität umgehen zu wollen (sinngemäß. Oder von mir als sinngemäß herausgelesen).
Weiss nicht, welchen Satz Du genau meinst (hab den Überblick über mein Geschreibsel verloren;-)) und es war anfangs persönlich gar keine so willentliche Entscheidung, anders mit der eigenen Sexualität umgehen zu wollen, es hat sich so ergeben und ich habe gemerkt, wie spannend und schön es sein kann, mehr über eigene Grenzen, ob jede aus mir kommt oder aus gesellschaftlichen, anerzogenen Erwartungen, nachzudenken und welche ich unbedingt einhalten möchte, weil es mir und meinen Vorlieben entspricht und bei welcher es sogar richtig gut sein kann, sie mal zu überschreiten. Für Mädchen fände ich ein Nachdenken und Sprechen noch wichtiger...naja, hab ich ja schon geschrieben.
Was mich interessieren würde, ist so ein Ausblick in weibliches, sexuelles Erleben in einem Alter über meinem. Momentan, mit Anfang 50 habe ich so viel Freude an Sex wie noch nie (was nicht heisst, dass ich davor keine Freude daran hatte und ihn nicht geniessen konnte) und ich frage mich öfter, ist das ein Aufbäumen des Körpers vor der Menopause? Oder geht das noch ein Weilchen? Oder länger? Ist es realistisch, zu erwarten, mit Anfang 60 oder Anfang 70 noch mehr als seltenes und verhaltenes Verlangen zu haben? Schwindet die Lust dauerhaft oder kann sie auch in einem höheren Alter durch Umstände, wie zB einen neuen Partner, wieder geweckt werden?
Daneben fände ich ganz spannend, mal von anderen zu hören, ob Praktiken (omg - das klingt jetzt sehr technisch) die Ihr mögt, auch vom Partner abhängen können? Das hat mich nämlich sehr überrascht, dass trotz mancher Dinge, die ich grundsätzlich bei jedem Mann bisher mochte, manches, was bei mir vorher immer unter "ist ok, aber naja" lief mit einem neuen Partner plötzlich "wow" war (ohne dass das jetzt daran lag, dass er etwas besonderes machte). Weiss nicht, ob die Frage verständlich ist und ob das zu intim ist, als dass jemand antworten möchte.
"Tell me, what it is you plan to do with your one wild and precious life?" - Mary Oliver
Moderatorin im Reiseforum, Frauengesundheit, Kinder, Familie und Erziehung, Kindergesundheit, Kinderwunsch, Psychische Gesundheit und psychische Erkrankungen, Schwangerschaft, Baby und Kleinkind, Umbrüche im Leben, Verlust und Trennung, Was bringt Dich aus der Fassung? sowie Mode und Kosmetik
Zitat von kaffeewasser1 im Beitrag #200 Ich nehme hier manchen Input mit, angesprochen hat mich Fritzis Bemerkung irgendwo weiter vorne, heute anders mit der eigenen Sexualität umgehen zu wollen (sinngemäß. Oder von mir als sinngemäß herausgelesen).
Weiss nicht, welchen Satz Du genau meinst (hab den Überblick über mein Geschreibsel verloren;-)) und es war anfangs persönlich gar keine so willentliche Entscheidung, anders mit der eigenen Sexualität umgehen zu wollen, es hat sich so ergeben und ich habe gemerkt, wie spannend und schön es sein kann, mehr über eigene Grenzen, ob jede aus mir kommt oder aus gesellschaftlichen, anerzogenen Erwartungen, nachzudenken und welche ich unbedingt einhalten möchte, weil es mir und meinen Vorlieben entspricht und bei welcher es sogar richtig gut sein kann, sie mal zu überschreiten. Für Mädchen fände ich ein Nachdenken und Sprechen noch wichtiger...naja, hab ich ja schon geschrieben.
Ich meinte Post Nr 96, darin das Zitat von Dir:
"Und zu letzterem sehe ich nur den Weg der Auseinandersetzung mit dem Thema - sei es durch Reden darüber, mit dem Partner, aber möglicherweise auch mit Dritten, um sich der Bandbreite der Möglichkeiten bewusst zu werden und in Bezug auf die eigene Sexualität aus „dem Vollen“ zu schöpfen.
Als ich unfreiwillig getrennt wurde, meinte eine Freundin zu mir: das bietet auch die Chance, Deine Sexualität völlig neu zu entdecken - und ich fragte mich, was sie meint, weil mein Sex-Leben für mich gut war. Aber tatsächlich hat sich mir inzwischen eine andere Dimension eröffnet - nicht, weil‘s davor schlecht war, sondern weil ich mich neu mit mir, meinen sexuellen Wünschen und mit sexueller Bandbreite auseinandergesetzt habe und sagen kann - es lohnt sich, sich dem Thema, Grenzen, Wünschen und Möglichkeiten zu stellen."
Zu Deiner späteren Frage: Ich hab sowas auch schon erlebt, dass mit einem Partner was verlockend ist, was mit einem vorhergehenden nicht besonders reizvoll war (auch umgekehrt), bei mir war das Ausschlaggebende, dass irgendwas in Chemie oder seelischer Chemie da besser passte.
Ahja, danke, stimmt - inhaltlich passt dann meine gestrige Antwort und wenn ich den Text nicht mehr im Kopf hatte, habe ich vermutet, dass ich sowas in der Richtung geschrieben hatte. Freut mich, dass es als Input getaugt hat.
Ansonsten waren meine Fragen gestern zu intim?
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Zitat von fritzi im Beitrag #204Ansonsten waren meine Fragen gestern zu intim?
Nein. Aber da ich in meinem Leben nur einen Partner hatte - weil wir halt einfach schon immer zusammen sind- und halt einfach erst Mitte 20, kann ich sie nicht beantworten😅
Fritzi, deine Fragen sind intim, ja. Aber auch wenn ich nicht ins Detail gehen möchte, denke ich, so unterschiedlich die Frauen, so unterschiedlich die Empfindungen. Ich war zwischen 50 und ca. 65c sehr aktiv sexuell und habe auch keinerlei Altersprobleme gehabt, die ja oft mit den WJ kommen. Die Libido war toll, unser Sexleben war toll. Aber dann ist es halt weniger geworden wegen der Probleme meines Mannes und da sehe ich das Ganze halt für mich so individuell, dass bei mir einfach die Sexualität "eingeschlafen" ist. In jeder Beziehung. Selbstbefriedigung war für mich auch nie so wirklich interessant. Auch das Thema ist ja auch bei Frauen durchaus unterschiedlich. Und da sind eben Frauen, ältere, halt auch unterschiedlich. Mir fehlt jetzt nichts, und die Zärtlichkeiten sind für mich jetzt eher nett im Sinne von liebevoll, aber nicht erregend. Auch das ist bei älteren Frauen ja komplett unterschiedlich. Ich habe auch im Bri Forum diesbezüglich manchmal gelesen, dass es Frauen gibt, die mit Beginn der WJ keinerlei sexuelles Interesse mehr hatten bzw. die Annäherungsversuche ihrer Partner eher als lästig empfunden hatten. So gings mir ja nie. Ich weiß es schlicht nicht, wie ich fühlen würde, wäre es bei meinem Mann noch anders.
Wie Anemone schreibt, reagieren/empfinden Menschen völlig unterschiedlich.
Lustlose Phasen hatte ich bisher nur im Krankheitsfall und während einer Beziehung vor 25 Jahren, in der quasi jeden Abend das "Pflichtprogramm" drohte. Ich habe mich unter anderem deshalb getrennt, als ich mich als Person nicht mehr gesehen fühlte sondern nur als "Erfüllungsobjekt".
Nach wie vor bin ich mit 69 ein lustvoller Mensch, auch ohne aktuellen Sexualpartner. Ich gebe zu, die "Errodig", das Knistern und die Berührungen zwischen zwei Menschen fehlen mir gelegentlich. An Interessenten mangelt(e) es nicht. Ich stelle jedoch für mich fest, dass in gewisser Weise eine sowohl geistige als auch erotische Anziehung vorhanden sein muss, um mich "entflammbar" zu machen. Ich brauche die "allumfassende" Berührung.
Falls mir ein mich derart berührender Mann nicht noch einmal begegnet, blicke ich irgendwie getröstet auf die vielen Jahre, die hinter mir liegen und in denen ich diese berührenden Begegnungen hatte, zurück.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Klar empfindet jeder anders, aber das macht den Austausch interessant und ich kann mehr mitnehmen, wenn mir jemand von seinen persönlichen Erfahrungen berichtet, als von pauschalen Aussagen, dass es Menschen gibt, die im Alter noch Sexualität leben oder welche, die keine Lust mehr haben.
Daher danke für Eure Berichte
Sariana, mit der Entflammbarkeit geht es mir wie Dir. Und ich glaube, meine Ansprüche sind da einerseits gestiegen, andererseits fühle ich mich offener, zu erkennen, wenn sie das ist.
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Zitat von Sariana im Beitrag #207 An Interessenten mangelt(e) es nicht. Ich stelle jedoch für mich fest, dass in gewisser Weise eine sowohl geistige als auch erotische Anziehung vorhanden sein muss, um mich "entflammbar" zu machen. Ich brauche die "allumfassende" Berührung.
Das kann ich absolut nachvollziehen. Wenn ich mit Freundinnen oder Freunden über Sexyness spreche, bin ich immer wieder überrascht, wie stark die Wahrnehmung auf körperliche Attribute begrenzt ist. Für mich (das war eigentlich schon immer so, jetzt im *hust* Alter aber ganz extrem…..) ist eher das Gesamtpaket ansprechend - also ein offener Geist, Humor, (Körper-) haltung, die Art, wie ich angesehen werde, Freundlichkeit dem Leben gegenüber - das finde ich sexy. Auch bei Menschen, die mir nicht auf den ersten Blick als attraktiv auffallen. Also kurz gesagt: die „allumfassende“ Berührung, das hast Du toll ausgedrückt, @Sariana! 💐
Mittlerweile habe ich die Doku "Über Sex sprechen. 100 Jahre Aufklärungsarbeit in Deutschland" gesehen.
Mir fällt es schwer, davon zu erzählen, weil sie in der Zeit herumsprang. Eine chronologische Erzählung hätte ich besser gefunden.
In Erinnerung geblieben ist mir, das die erste große Aufklärung in Deutschland im Rahmen des 1. Weltkrieges erfolgte. Viele Soldaten haben weit weg von zu Hause sexuelle Begegnungen, und sich mehrere Krankheiten eingefangen. Gezeigt wurde eine Krankenstation, die mit Soldaten mit Syphillis belegt war. Um die Syphillis aufzuhalten, wurde informiert - nur die jungen Männer - und zum ersten Mal in größerem Umfang Verhütungsmittel hergestellt und verteilt - Kondome.
Die Rolle von Dr. Magnus Hirschfeld als Sexual-Wissenschaftler wurde an mehreren Stellen der Doku betont. Er hat erkannt und gelehrt, das jeder Mensch ein Individuum ist, das Geschlecht und Neigung nicht immer das selbe sind, das es Menschen im falschen Körper gibt. Er und seine Kollegen haben Veranstaltungen gemacht, in denen sie über Sex sprachen, und die Zuhörer (nur Männer), Fragen stellen konnten.
Frau Beate Uhse hat mit ihren Produkten zur "Ehe-Hygiene" maßgeblich zur Aufklärung beigetragen.
In den 20er Jahren forderte die SPD ein Abtreibungsverbot - und initierte Informationsveranstaltungen für Frauen.
Im 3. Reich war Sexualität rein auf Reproduktion von Arierkindern propagiert.
DDR und BRD gingen auch in der Aufklärung unterschiedliche Wege. Bereits Ende der 50er Jahre wurde auch in der Schule aufgeklärt.
Die BRD hatte eine Gesellschaftskrise wg dem "Sexualatlas", ein Aufklärungsbuch, das das Gesundheitsministerium herausgab im Jahr 1969.
Die Westdeutschen hatten ihre Informationen in der Regel aus der "Bravo".
Aids war auch ein großes Thema. In der Doku wurde gemeint, das rund um das Auftreten der Krankheit ein großer Backlash einsetzte, dessen Folgen wir heute noch erleben.
Die Kommentare von Influenzern, Sexualwissenschaftlern usw kann ich zusammenfassen in: "Jeder Jeck ist anders. Sei wie du bist, du bist ok!"
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Ich bin seit ca. 1 Jahr in einer Beziehung und war von der 1.Sekunde an überwältigt, wie schön der Sex mit diesem Mann ist. Und es wird immer besser.
Ich kann mich völlig gehen lassen, denke keine Sekunde über meinen Körper nach, ich darf wirklich sein. Berührung ist für mich ganz essentiell.
Was die Frage nach Praktiken betrifft: Wir harmonieren da wunderbar und können sehr offen über Wünsche sprechen und Dinge probieren. So konnte ich mich wieder für etwas öffnen, dass mir durch eine Gewalterfahrung vor vielen Jahren genommen wurde.
Mein Partner ist fast 60 und für mich ist deutlich spürbar, dass er alle Zeit der Welt hat um Sex zu genießen und für uns beide lustvoll zu machen. Das liegt sicherlich auch an seiner Persönlichkeit, aber das Alter und die Erfahrung spielt da auch mit rein.
Zitat von bazeba im Beitrag #215Ich bin seit ca. 1 Jahr in einer Beziehung und war von der 1.Sekunde an überwältigt, wie schön der Sex mit diesem Mann ist. Und es wird immer besser.
Ich kann mich völlig gehen lassen, denke keine Sekunde über meinen Körper nach, ich darf wirklich sein. Berührung ist für mich ganz essentiell.
Was die Frage nach Praktiken betrifft: Wir harmonieren da wunderbar und können sehr offen über Wünsche sprechen und Dinge probieren. So konnte ich mich wieder für etwas öffnen, dass mir durch eine Gewalterfahrung vor vielen Jahren genommen wurde.
Mein Partner ist fast 60 und für mich ist deutlich spürbar, dass er alle Zeit der Welt hat um Sex zu genießen und für uns beide lustvoll zu machen. Das liegt sicherlich auch an seiner Persönlichkeit, aber das Alter und die Erfahrung spielt da auch mit rein.
Oh @bazeba, wie schön das klingt! Ich gönne es Dir von Herzen und freue mich sehr für Dich! Eine erfüllte und erfüllende Sexualität in liebevoller Partnerschaft leben zu können ist so wunderbar, da musste ich Deinen Beitrag tatsächlich in voller Länge zitieren! 😊 Und : Ich (!) kann mir vorstellen, dass euer gegenseitiges Genießenkönnen auch viel mit dem Alter zu tun hat - wir sind uns unserer Selbst bewusster? Müssen uns nicht mehr verbiegen? Kennen uns, unsere Körper, Vorlieben und Grenzen besser? Wissen was geht, gehen könnte? 💝
Ich könnte wirklich nicht glücklicher sein, wobei ein bisschen, wenn wir nicht so weit auseinander wohnen würden ;-).
Das Älter-werden hat bei mir zumindest zu viel größerer Entspanntheit geführt. Ich gehe gerne in die Sauna, genieße meinen Körper ganz anders, bin sinnlicher in vielerlei Hinsicht, genieße so viel mehr (sei es Sport, Essen, Wasser, Luft, Wind, Berührung,...)