Zitat von Analuisa im Beitrag #225Es ging da nicht um irgendwelche belanglosen Briefe, die mit dem Leben ihrer Kinder nichts zu tun haben, in diesen Briefen hat Magnusson ihrer Schwiegermutter wöchentlich von dem Leben ihrer Familie berichtet. Magnusson lebte viele Jahre im Ausland, und Briefe schreiben war in der damaligen Zeit die einzig mögliche Kommunikationsform. D.h. Magnussons Kinder erben da einen Schatz - eine Art Tagebuch über ihre eigene Kindheit. Ich konnte das sehr gut nachvollziehen, denn auch ich habe als Kind mehrere Jahre im Ausland gelebt und die Briefe und Reiseberichte, die vor allem meine Mutter in jener Zeit angefertigt hat, sind mir sehr kostbar. Diese fünf Jahre im Ausland sind die bestdokumentierte Zeit meines Lebens. �� Die Briefe erzählen im Grunde mehr, als Fotos das je könnten, und müsste ich mich entscheiden, ob ich lieber diese Berichte oder die Fotos, die es natürlich auch gibt, behalte, käme ich ganz schön in Konflikte (zum Glück muss ich mich ja nicht entscheiden).
Gerade du, Zinn, die du schon mehrmals geschrieben hast, wie wichtig du Fotoalben als Erinnerungsstücke findest, müsstet das verstehen.
Verstehe. Das macht die von mir empfundene Krempelattacke zur nachvollziehbaren Handlung.
Trotzdem finde ich die Übergabe etwas unglücklich durchgeführt.
Es wäre weniger invasiv, wenn die Mutter die Originale dem ihrer Kinder gegeben hätte, das in ihren Augen an der Familiengeschichte am meisten interessiert ist. Oder dem sentimentalsten ihrer Kinder, das sowieso gerne getrocknete Blumen aufbewahrt.
Die Geschwister können bei dieser Siegelbewahrerin Kopien ziehen, falls sie welche haben wollen.
Noch schöner wäre es, wenn die Original-Briefe bei Familientreffen herausgeholt würden und daraus vorgelesen würde.
Bei jeder Hochzeitsrede für eins der Geschwister können Stellen aus den Briefen zitiert werden.
Mir geht es um eine wirklich stattfindende Nutzung der kostbaren Originale.
Doch ich kann deine Sicht nachvollziehen. Meine Perspektive ist die des Einzelkindes, das sowieso alle Erinnerungsstücke geerbt hat, und damit kämpft, welche davon aufbewahrt werden sollen.
Bei Geschwistern sind Kopien vielleicht besser, damit niemand sich zurückgesetzt fühlt.
Vielen Dank, dass du deine Gedanken zu dem Buch mit uns teilst @Analuisa Du hast Recht, es wäre zum Verständnis vermutlich besser gewesen, den Hintergrund der Briefe (Dokumentation des Lebens im Ausland) zu erwähnen.
Ich habe das tatsächlich auch kurz überlegt, mich dann aber bewusst dagegen entschieden. Für mich spielt es hier keine Rolle, ob es persönliche Briefe oder Einkaufszettel aus den 80er Jahren sind. In diesem Buch fand ich die (meiner Meinung nach) unnötige Multiplikation von Dingen einfach fehl am Platz.
Dem Erhalt der Originale innerhalb der Familie - wie von @Zinn beschrieben, steht ja nichts entgegen. Aber zum Glück ist ja jede Jeck anders und darf mit dem eigenen Hab und Gut machen, was er/sie will.
@Zinn - welche Familienfeiern, welche Hochzeitsreden? Und wenn es keine gibt? 😉
ZitatMeine Perspektive ist die des Einzelkindes, das sowieso alle Erinnerungsstücke geerbt hat,
Okay, dann verstehe ich deine Sicht. Nein ich möchte nicht darauf angewiesen sein, dass eins meiner Geschwister mir gnädig Zugang zu den Erinnerungsstücken gewährt, das fehlte noch. Ich habe meine Mappe mal hergeholt, sie ist 2 cm schmal, passt also in jedes Bücherregal, und darin sind Kopien von ein paar (wenigen, aber längeren) Briefen, die meine Eltern an die daheim gebliebene Familie aus dem Ausland geschrieben haben, + ein paar Berichte von den längeren Reisen, offenbar im Jahr 2004 auf der Basis von älteren Notizen erstellt, teils mit Fotos ergänzt. Meine Mutter hat die Mappe 18 Jahre vor ihrem Tod zusammengestellt, und ich war ihr sehr dankbar dafür, denn meine Erinnerungen aus der Zeit (meine Grundschulzeit) sind naturgemäß dünn.
Ich wünschte, meine Eltern hätten mehr Schriftliches hinterlassen, anstatt immer nur Fotos zu produzieren - Fotos haben wir tonnenweise (ich übertreibe nur leicht).
ZitatTrotzdem finde ich die Übergabe etwas unglücklich durchgeführt.
Im Buch steht nichts weiter, als dass sie das vielleicht machen will, wenn sie die Zeit dafür findet.
Ich finde das sehr fürsorglich und liebevoll den eigenen Kindern gegenüber.
Jetzt lese ich die Hobrack ("Erbgut") - werde berichten, wenn ich damit durch bin.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Wir haben hier ja nun inzwischen einige Stränge zum Thema 'Lebensende' (was ich gut und wichtig finde). Daher musste ich erst überlegen, wo dieser Filmtip am besten hinpasst. Vielleicht hier, weil es ja oft nicht nur um organisatorische Dinge und Eigentum geht, die geordnet werden können, sondern auch um das Verhältnis untereinander.
Am 24 Dezember startet ein Film auf Netflix (und erstmal in ausgesuchten Ländern und Kinos), mit Kate Winslet, Toni Colette, Helen Mirren, Andrea Riseborough. Regie: Kate Winslet, Drehbuch: ihr Sohn Joe. Helen Mirren spielt June, die Mutter von 3 Töchtern und 1 Sohn, deren Gesundheit sich plötzlich unerwartet verschlechtert und die nun im Sterben liegt. Dieses bringt die Familiendynamik ziemlich durcheinander und alte Gräben brechen wieder auf. Doch June schafft es auf ihre unverbesserliche Art, dass es zu einem friedlichen Ende kommt. Allein schon die Besetzung, vor allem Kate Winslet und Helen Mirren, ist für mich Grund, den Film zu sehen.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer