Zur Hirntoddiagnostik: siehe den DSO Leitfaden für die Organspende: "Feststellung des Todes durch Nachweis des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls": unter 4.3.4 wird zum Nachweis der Irreversibilität der Hirnschädigung ein Beobachtungszeitraum von 12 bzw. 72 vorgeschrieben, alternativ mehrere Untersuchungen, die für sich genommen schon Stunden dauern. Aber ich denke auch, dass du das eigentlich weißt.
Ein Körper, dessen Kreislauf nicht maschinell/ medikamentös aufrechterhalten wird, ist übersteht das nicht, du beobachtest/ untersuchst dann eine Leiche, krass gesagt.
Ich glaube allerdings auch nicht, dass das Arbeiten mit der Mitleidsnummer "X Personen warten auf ein Spenderorgan", wie es regelmäßig am Tag der Organspende aus allen Medien schallt, die Bereitschaft in D wesentlich erhöhen wird. Meinem Eindruck nach gibt es einfach viele Zweifel und diffuse Ängste, die auf mangelnder Information beruhen. Die Erinnerung an Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Thema Organvergabe, wie sie in den Jahre 2012ff aus mehreren Krankenhäusern berichtet wurden, mag da auch immer noch eine Rolle spielen.
Den Bericht aus Spanien, den du, Hattima, eingangs erwähnst, habe ich noch nicht gefunden. (*) Bisher nur redaktionelle Artikel, in denen dann so Nullaussagen getroffen werden wie Zudem haben die Spanier großes Vertrauen in ihr öffentliches Gesundheitssystem, fürchten nicht, dass vorschnell Organe entnommen werden könnten. Zitat aus zdf heute. Äh ja, und warum ist das so? Übrigens ist da von nur 5 Minuten Karenzzeit nach dem Eintritt des Herz-Kreislaufstillstandes, bis Ärzte eingreifen dürfen, die Rede. Ob das so stimmt, weiß ich nicht.
(*) Edit: möglicherweise war es diese drei-Minuten-Reportage. Da wird allerdings das Vorgehen nach Herztoddiagnose nicht erläutert.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Erfolgt in Spanien denn die Entnahme mit Vollnarkose, und das Vertrauen der Menschen ist vielleicht allein schon deshalb größer? Würde mich interessieren!
Die Narkotisierung bei Organentnahme an hirntoten Spendern erfolgt bekanntlich nicht, weil man den vorangegangenen Tod anzweifeln würde, oder weil man damit rechnen würde, dass der Tote noch Schmerzen empfinden könnte. Kann er nicht mehr, denn es gibt sein Bewusstsein und somit das, was ihn als lebende Person ausmacht, nicht mehr. Die Reflexe im Rückenmark können noch vorhanden sein, weil das Rückenmark dank der maschinellen Beatmung und Herzsteuerung noch mit Sauerstoff versorgt wird. Stellt man die Maschinen ab, fallen auch diese Reflexe irreversibel und sofort aus. Sie sind also "künstlich" noch da und kein Hinweis auf ein Weiterleben der Grosshirn- und Stammhirnfunktionen und somit des Bewusstseins inkl. Schmerzempfinden. . Sondern narkotisiert wird, weil manchmal noch rückenmarksgesteuerte vegetative Reflexe vorhanden sein können, auch dann, wenn das Grosshirn und der Hirnstamm längst komplett und irreversibel ausgefallen sind. Solche Reflexe gilt es bei einer OP zu unterdrücken, weil sonst die OP schwieriger werden könnte. Ausserdem beeinflussen gewisse Rückenmarksreflexe den Kreislauf, auch wenn er künstlich aufrechterhalten wird. Ohne Narkotisierung währen bei der Organ-Entnahme-OP Schwankungen möglich, die die Durchblutung des Spenderorgans beeinträchtigen könnte.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
@Analuisa Ich beziehe mich auf Tod durch Herztod, nicht bei Tod durch Hirntod. Bei ersterem wäre eine apparative Kontrolle (EEG/Nachweis des zerebralen Zirkulationsstillstands) quasi „nur“ die Bestätigung - durchaus durchführbar. Nicht die eigentliche Todesfeststellung, wie beim Hirntod - die dauert länget, logisch.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #79@Analuisa Ich beziehe mich auf Tod durch Herztod, nicht bei Tod durch Hirntod.
Ja, weiß ich.
Aber du schriebst in #73, das auch nach erfolgtem Herztod eine Hirntoddiagnostik durchgeführt werden könnte.
Ich weiß nicht, wie lange es dauert, ein EEG zu schreiben. Und das Gerät dafür müsste schon einsatzbereit am Bett stehen. Überhaupt ist mir der Zeitfaktor bei diesem Vorgehen noch unklar.
Das können doch nur sehr minderwertige Organe sein, die man auf diesem Wege "gewinnt".
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Zitat von Katelbach im Beitrag #4In D wird aus Sicherheitsgründen bisher der Herztod ausgeschlossen, denn sobald die Zirkulation nicht mehr funktioniert, also das Herz nicht mehr schlägt, werden die Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt.
Deshalb wird HLW unterrichtet. Soll wohl gestrichen werden? Das war jetzt etwas zugespitzt, aber mich ärgert die Diskussion. Organspende ist eine Frage von leben und Tod und solche Fragen sollten mMn sehr vorsichtig und behutsam behandelt werden. Lieber etwas restriktiver als zu wenig restriktiv-ich finde es gefährlich Menschen zu opfern, damit andere (eventuell) ein Organ bekommen. Reduktion auf Herztod finde ich problematisch. Wenn das kommt, vernichte ich meinen Ausweis auch umgehend.