Deshalb habe die Sendung auch so schrecklich gefunden : die Beauftragte im Krankenhaus hat sich morgens die die zu erwartenden Sterbefälle geben lassen. Es wurde nicht gesagt, wie alt sie sind. Und die Mutter, die Krebs hatte , wurde auch noch Spenderin.
Zitat von Naomi im Beitrag #15 … Solche Beiträge und auch so eine Berichterstattung ärgert mich massiv, weil sie unnötige Ängste schürt, ein falsches Bild vermittelt und letztendlich nur dazu beiträgt, dass die Bevölkerung schlecht informiert ist.
Was es braucht sind solide, verlässliche Informationen und Vertrauen ins System. Das ist auch der Grund, warum Spanien so viele Organspenden hat.
Danke, Naomi.
Wenn ich so richtig Lust auf Schokolade habe, esse ich anstatt der Schokolade eine Banane. Dann eine Paprika, einen Apfel, Reiswaffeln, Naturjoghurt, eine Gurke und dann die Schokolade.
Zitat von Hattima im Beitrag #26Deshalb habe die Sendung auch so schrecklich gefunden : die Beauftragte im Krankenhaus hat sich morgens die die zu erwartenden Sterbefälle geben lassen. Es wurde nicht gesagt, wie alt sie sind. Und die Mutter, die Krebs hatte , wurde auch noch Spenderin.
Letzteres halte ich für kritisch. Hierzulande sind Menschen mit einer aktiven Krebserkrankung als Spender ausgeschlossen, ebenfalls mit einigen Infektionskrankheiten.
Sich zu Beginn des Arbeitstages über die Patient:innen, die mit großer Wahrscheinlichkeit den Tag nicht überleben werden, zu informieren, ist meiner Meinung nach nicht verwerflich.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Ich habe meinen Spenderausweis leider auch nicht immer dabei und überlege, mir das Zeichen auf den Unterarm tätowieren zu lassen. Das wäre mein erstes und vermutlich auch letztes Tattoo, sie könnten es also nicht übersehen. ;) Es würde sicher auch meine Nachkommen glücklich machen, wenn ich nach meinem Ableben irgendjemandem ein besseres Leben ermöglich kann.
Erst auf die perfekte Konstellation zu hoffen, ist der sicherste Weg, um nicht von der Stelle zu kommen. (Cédric Sapin-Defour)
Grünekatze, ich hoffe, dir ist bewusst, dass ein Tattoo keinen Ausweis ersetzt?
Sinnvoller wäre da das Erstellen von Vorsorgevollmachten, möglichst für mehrere Personen, damit die im Fall, dass du deinen Willen nicht mehr kundtun kannst, für dich sprechen können.
Edit: Ein solches Tattoo ist kein rechtsgültiges Dokument, siehe hier (ZDF). In dem Artikel wird über die Initiative Opt.Ink berichtet, vielleicht wäre das etwas für dich.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Ich habe einen Organspenderausweis, seitdem ich volljährig bin. Ich setze mich immerhin immer wieder mal mit der Frage auseinander, ob ich nach wie vor zu meiner damaligen Entscheidung stehe und stelle immer wieder fest: Ja. Ich habe es vor allem aber jedem im Familien- und engen Freundeskreis gesagt, dass ich einen Organspendeausweis habe und wie ich mich darin entschieden habe. Damit im Falle des Falles meine Haltung bekannt ist und nicht in einer tragischen Situation meine Familie sich fragen muss, was meine Wünsche wären.
Ich halte es für zumutbar, dass sich jeder einmal in seinem Leben mit der Frage Organspende beschäftigt und eine Entscheidung festlegt. Es ist völlig legitim, das abzulehnen und auch das entsprechend festzuhalten. Und dafür muss sich auch niemand rechtfertigen. Aber einmal ja oder eben nein zu sagen ist wichtig.
Die meisten würden ja auch gerne im Falle des Falles ein Spenderorgan erhalten. Gerade die Hornhauttransplantation ist häufig (ca 9000 pro Jahr) , und sehr viele der Transplantate kommen aus den Niederlanden oder den USA, weil hier zu wenig verfügbar sind
Sorry, vielleicht war das missverständlich ausgedrückt, mein Umkreis weiß natürlich, dass ich einen Organspendeausweis habe und wie ich dazu stehe. Ebenfalls schon seit Jahren. Aber ich hatte gedacht, dass Tattoo ersetzt den Ausweis. Dann werde ich ihn wieder immer mit mir führen.
Erst auf die perfekte Konstellation zu hoffen, ist der sicherste Weg, um nicht von der Stelle zu kommen. (Cédric Sapin-Defour)
Ich verstehe ehrlich gesagt den Titel des Beitrags nicht - was ist an der Debatte verlogen.
Ich kann verstehen, daß man unterschiedliche Haltungen zur Organspende hat (meine persönliche ist: wer auf gar keinen Fall spenden will, sollte faierweise aber auch ablehnen, Empfänger zu sein).
Es sollte aber doch jedem Diskutierenden klar sein: Eine Organtransplantation ist eine Operation mit hohem Risiko.
Es gibt Richtlinien für die Organe - und natürlich gibt es Sicherheitsrichtlinien darüber, welche Personen nicht als Spender geeignet sind. Und irgendwo gibt es eine "Linie". Die - Stand der Forschung - sich vermutlich auch verschiebt.
Hypothetisch gesagt: Wenn man inzwischen weiß, daß Krankheit xy genetisch verankert ist und bei 50 % der Genträger zu Nierenversagen führt, wird man vermutlich die Niere so eines Spenders nicht als Spenderorgan einsetzen.
Die Operation und auch das weitere Leben der Empfänger ist risikobehaftet. Vor allem muß man sich vor Augen halten, daß die Empfänger ja starke Medikamente einnehmen müssen, die die Abstoßung des Organs verhindern. Es ist ziemlich sicher möglich, daß diese Medikamente bewirken, daß andere Krankheiten, mit denen das Immunsystem sonst fertig würde, nun Angriffsfläche haben.
Ich bin überzeugt, daß die Entscheidung, ob ein Spender geeignet ist oder nicht, nicht leichtfertig getroffen wird um "eine bessere Statistik" zu haben.
Und ich bin ziemlich überzeugt, daß die Empfänger - wenn man sie fragen würde - das Risko eingehen, wenn die Frage lautet: "Wir haben einen Organspender und Du wärst auf der Eurotransplant-Liste der nächste Empfänger. Wir haben nun erfahren, daß es eine familiäre Disposition für diese oder jede schwere Krankheit gibt. Das Organ ist derzeit gesund - aber das Risiko ist da. Willst Du zurücktreten oder willst Du das Organ haben".
Wo ist etwas verlogen? Jeder "normale" Mensch, der nicht auf der Empfängerliste ist, lebt auch mit einem gewissen Risiko, im Laufe des Lebens eine lebensbedrohlichen Krankheit zu erleiden.
Ich würde ein Organ annehmen, bräuchte ich es. Der Umkehrschluss für mich bedeutet, ich bin auch Spender. Den Ausweis habe ich stets im Portemonnaie, und meine Familie weiß Bescheid.
Was für mich/uns schwieriger war, war die Frage, ob unser Kind im Fall des Falles Organspender wäre. Auch hier haben wir uns schlussendlich dazu entschieden; denn auch für sie würden wir selbstverständlich ein Organ annehmen. Jetzt ist sie 15, und soll selber darüber entscheiden. Momentan ist sie noch in der Infophase, und hat Redebedarf.
Meine Mutter ist völlig dagegen, hat auch Angst vor "Geiern", und davor, für tot erklärt zu werden, obwohl es noch Hoffnung gäbe. Und davor, dass Hirntot eben nicht tot ist, die Seele noch da ist und das "Ausweiden" miterlebt, im Körper gefangen.
Zitat von Skala_Rachoni im Beitrag #39Und davor, dass Hirntot eben nicht tot ist, die Seele noch da ist und das "Ausweiden" miterlebt, im Körper gefangen.
Hm, ich glaube, das verstehe ich nicht: toter als hirntot gibt es doch gar nicht. Und wenn bei Hirntod der Körper noch funktioniert, dann doch nur wegen der Geräte, und wenn man die Geräte abschaltete, wäre alles sofort nicht mehr funktionsfähig.
Ah, ich glaube ich habe es doch verstanden: es geht gar nicht um das "Naturwissenschaftliche", sondern eher um das "Esoterische". (Obwohl ich sehr technisch orientiert bin, habe ich beim Tod meiner Mutter auch so lange an ihrem Bett gesessen, bis ich das Gefühl hatte, nun sei die "Seele" gegangen. Verrückt.)
Da ich diesen Strang eröffnet hatte, möchte ich etwas richtigstellen : es geht mit nicht um die Debatte Spenden oder nicht, sondern um einen Fernsehbericht, den ich missverständlich fand. In Spanien wird die Organspende anders gehandhabt und ist deshalb nicht direkt mit Deutschland vergleichbar. Bei uns werden keine Sterbenden gefragt, ob sie ihre Organe spenden wollen, denn sie sind hirntot und keiner Antwort fähig.
Zitat von Skala_Rachoni im Beitrag #39Und davor, dass Hirntot eben nicht tot ist, die Seele noch da ist und das "Ausweiden" miterlebt, im Körper gefangen.
Hm, ich glaube, das verstehe ich nicht: toter als hirntot gibt es doch gar nicht. Und wenn bei Hirntod der Körper noch funktioniert, dann doch nur wegen der Geräte, und wenn man die Geräte abschaltete, wäre alles sofort nicht mehr funktionsfähig.
Ah, ich glaube ich habe es doch verstanden: es geht gar nicht um das "Naturwissenschaftliche", sondern eher um das "Esoterische". (Obwohl ich sehr technisch orientiert bin, habe ich beim Tod meiner Mutter auch so lange an ihrem Bett gesessen, bis ich das Gefühl hatte, nun sei die "Seele" gegangen. Verrückt.)
Ja, genau das ist es. Ich hab mit Spiritualität und Esoterik nicht wirklich was am Hut, verstehe aber, warum sie das für sich nicht möchte. Ich spinne mal weiter: bekommt die Seele (ich nenne das einfach mal so) die Entnahme tatsächlich mit, spielt es vielleicht auch eine Rolle, ob man damit einverstanden war oder nicht; ob man wohlwollend "zuguckt" oder ohnmächtig wütet. Dass man in dem Zustand tatsächlich noch Schmerzen empfinden kann, das glaube ich nicht.
So esoterisch finde ich das gar nicht, denn de facto weiß natürlich niemand, ob der Körper/ die Seele nach dem Hirntod noch was merkt und falls ja, was. Immerhin werden in anderen Ländern die Menschen vor der Organentnahme sediert - das müsste ja nicht sein, wenn es nicht Reaktionen gegeben hätte, die dafür sprechen.
Ich betone nochmal: Es ist für mich völlig akzeptabel, Organspende abzulehnen (meiner Meinung nach dann aber nicht als Einbahnstraße - denn da würde ich sagen: Du unterstellst den Ärzten Skrupellosigkeit bei der Entnahme - hättest aber keine Probleme damit, diese vermeintliche Skrupellosigkeit anzunehmen, wenn Du Empfänger wärst...).
Und ich glaube nicht, daß in Spanien ein Patient quasi auf dem Sterbebett gefragt wird "ach übrigens - willst Du Organspenden, dein Herz gibt gleich auf"... Spanien hat die Widerspruchslösung - das sorgt naturgemäß für mehr "verfügbare" Transplantate. Und als Indikator gilt unter anderem auch "Tod durch irreversiblen Herzstillstand". Um es mal pragmatisch auszudrücken - toter geht es auch kaum: irreversible heißt nunmal unumkehrbar.
Es ist auch nicht so, dass jede/r, die/der nicht widerspricht/zustimmt/einen Organspendeausweis hat, überhaupt spenden kann. Viele sind einfach aufgrund von Erkrankungen ungeeignet.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Zitat von Antje im Beitrag #46Mein Lapsus bei der Formulierung. Ich hätte "potentiell verfügbar" schreiben müssen.
Ah, okay. Danke. Allerdings finde ich den Gedankengang dahinter nicht so richtig schön, denn das heißt halt auch, dass Leute, die aus irgendwelchen Gründen keine Entscheidung treffen wollen/ können, dann quasi "auf gut Glück" Spender werden. Aber das gehört wohl in einen anderen Strang.
Im Prinzip ist das in Deutschland ohne Organspendeausweis mit Widerspruch“ nicht anders! Da werden die Angehörigen gefragt… Zwar nach „Wunsch der Verstorbenen“ - aber letztendlich entscheiden die Angehörigen!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.