Zitat von MissTwist im Beitrag #19Ich habe im Juli einen neuen Job gefunden, der meine Wünsche (näher dran, nicht mehr eine Stunde in die Großstadt pendeln, Teilzeit, "irgendwas kaufmännische ohne Projektverantwortung") erfüllt - nachdem ich nur 5 Bewerbungen geschrieben hatte. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, ich bin immerhin 57 und hatte mich auf eine deutlich längere Durststrecke eingestellt.
Danke für das Update und gratuliere zum neuen Job!
Das mit dem Alter sag ich ja immer: das ist schon lange kein Thema mehr, wenn der Rest sonst passt.
Also, meine Firma schmeißt auch ordentlich raus, und , außer Einem, hat keiner der älteren einen neuen Job gefunden, innerhalb eines Jahres Ich glaube, bei Frauen ist es schwerer, als bei Männern.
Meine Firma baut ja immer bevorzugt die Älteren ab, die sich dann mit Abfindung, notfalls Arbeitslosigkeit und vorzeitigem Renteneintritt in die Rente retten können. Das ist ja noch halbwegs sozialverträglich, obwohl auch das schon manche individuelle Planung über den Haufen wirft.
Diesmal hat es aber erstmals seit vielen Jahren auch Jüngere erwischt. Da meine Firma leider nicht die Einzige ist, die im Ländle gerade abbaut ("nur" Einstellungsstop ist da schon die Ausnahme), weiß ich nicht, ob die, die auf jeden Fall noch arbeiten müssen, inzwischen einen neuen Job haben.
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
Yupp. Bei uns trifft es die Leute quer durch die Bank, nach undurchsichtigen Kriterien, und in allen Ländern. Im Januar wurden erst einige wichtige Funktionen in Balkanlãnder verlegt; nun wurden diese Leute gekündigt, und auch das nach iIndien verlegt.
Am übelsten ist es sicher, wenn man mit Ende 50 gekündigt wird.....Schlechte Chancen, was Neues zu finden, aber auch noch zu jung um sich irgendwie bis zur Rente rüber retten zu können.
Insofern schön, von der TE mal eine gute Story zu hören. 😊
Ich kann berichten, dass die wenigsten von uns gleich einen Anschlussjob gefunden haben - teilweise auch schon mit knapp 40. Wir waren alle im weitesten Sinne im Bereich Medien/grafische Industrie angesiedelt, das gehört man dann wohl definitiv zum alten Eisen. Ein Ex-Kollege ist während der Probezeit im Anschlussjob wieder gegangen, einer versucht sich in einen vorgezogenen Ruhestand zu hangeln, zwei verdingen sich mangels Alternativen ab Januar als freie Mitarbeiter auf dem Markt...
Plötzlich sind dann auch wieder Nachweise/Qualifikationen zur Leistungen gefragt, die man einfach jahrelang selbstverständlich erbracht hat. Um bei dem Beispiel mit der "Herstellung der Brigitte" zu bleiben: Einer meiner Kollegen wäre da z.B. gelernter Drucker, hat sich jahrelang um den Einkauf von Papier, Druckfarben etc gekümmert und im Zuge dessen natürlich sehr solide SAP-Kenntnisse erworben - aber eben offiziell keine kaufmännische Ausbildung oder Qualifikationen vorzuweisen. Das fällt ihm jetzt massiv vor die Füße. Aber als Drucker ist er natürlich auch nicht einzusetzen, er hat jahrzehntelang nicht im Drucksaal gearbeitet...
Ich habe nun 2 Monate in der neuen Firma gearbeitet, so langsam verstehe ich den Laden und finde mich zurecht, kenne die Kollegen und die Abläufe besser. Und überwinde langsam den "Kulturschock". In meinem alten Umfeld, war der Umgangston deutlich lockerer und flapsiger, es war letztlich gewünscht, dass man Aufgaben im Team löst, rumguckt, was andere machen, vielleicht etwas zu einem anderen Projekt beiträgt oder seine Erfahrungen einbringt. Jetzt höre ich eher mal "Musst Du da wirklich hingehen? Kannst Du das nicht per Telefon klären? Wenn Du da jetzt 5 Minuten am Schreibtisch stehst und das erklärst, dann hältst Du ja alle 4 Leute im Büro vom Arbeiten ab." Und ich so: 😳 Damit hatte ich nicht gerechnet!
Aber inzwischen höre ich auch schon mal: "Mensch, seit Du da bist, ist es hier ein bisschen netter geworden."
Ich denke, ich finde meinen Weg dort. Der erste Monat war hart, aber es wird...
Zum Glück ist privat alles richtig super. Wir sind schon 15 Jahre zusammen, aber ist wirklich so, wie mir alle prophezeit haben: "Verheiratet sein fühlt sich nochmal ganz anders an." Kann ich bestätigen. Fühlt sich richtig toll an, wir sind sehr glücklich. ❤️
Schön, dass es privat wenigstens gut läuft, wenn Du schon fremdelst beim neuen Job. 😊
Ich fürchte, Medien, Grafik etc ist auch ein Bereich, der ziemlich von KI gebeutelt werden wird.
Danke auch für die Info, dass Qualifikationen, die man Jahrzehntelang erworben hat, auf einmal nichts mehr gelten, wenn man keine formale Ausbildung hat. Das ist übel .
Es scheint mir im Moment sowieso ein gehöriger Rollback stattzufinden. Auch, was remote -Tätigkeiten angeht.