Zitat von -franzi- im Beitrag #146Denn mit dem Komma was ich gerne esse,
Welches Komma isst du denn gerne? 🤔
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Zitat von kaffeewasser1 im Beitrag #137Man sagt doch immer, dass es so und so viel Monate braucht, um neue Gewohnheiten integrieren zu können - das müsste doch mit einem Jahr schon einen Anstoß geben, der etwas hinterlässt (nach meinem laienhaften Verständnis).
Ich könnte mir vorstellen, dass es bei einem hohen BMI deutlich länger dauert als nur Monate oder auch ein Jahr, bis man neue Gewohnheiten antrainiert hat.
Ich habe mir im Laufe der Zeit einige Essgewohnheiten abtrainiert, weil ich es wollte, aber aus Erfahrung kann ich sagen, das dauert wirklich lange. Bis ich meinen Espresso genussvoll (!) ohne Zucker trinken konnte, war ein Akt von einem Jahr. Ich habe diese Zuckersticks (5 oder 6 Gramm Gewicht) grammweise reduziert über Monate und ich schwöre, das letzte Gramm war das Schwerste. Meinem Mann, der null auf Süßes steht, gelang das von heute auf morgen. Das hat mich echt genervt.
Oder auch bis ich keinen Jieper mehr auf Nutella hatte, dauerte Ewigkeiten. Erst habe ich es radikal zuhause gestrichen, als Belohnung fürs Durchhalten gab es dann nur noch im Urlaub Nutella. Es waren mindestens fünf Jahre Urlaub, bis ich endlich keine Lust mehr auf Nutella hatte und mental entwöhnt war. Auch harmlose Änderungen dauern, wie beim Iglo Rahmspinat, den ich als Kind geliebt habe. Im Zuge verbesserter Ernährung gab es nur noch Blattspinat, selbst gewürzt ohne Sahne. Bis mir das geschmeckt hat, vergingen wirklich etliche Mahlzeiten.
Gewohnheiten und Prägungen sind machtvoll. Insofern würde ich annehmen, dass man die Spritzen wirklich mehrere Jahre nehmen muss, bis sich neue Routinen etabliert haben.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Für mich sind die bisherigen Erklärmodelle alle nicht schlüssig. Die hohen Prävalenz ist mE nicht so einfach mit psychischen Herausforderungen zu erklären.
Dass wir in einer adiposigenen (oder so) Welt leben, ist klar, aber zu wenig konkret für wirksame Massnahmen wie die bisherigen Misserfolge zeigen.
Und auf Populationsebene verzehren wir wohl eher signifikant mehr Kalorien, als wir fett werden. Das würde zum einen bedeuten, dass es durchaus Gewichtsregulationsmechanismen gibt. Und zum anderen erklären, warum Massnahmen wie die Reduktion von Zucker in Softdrinks oder das Cappen von Portionsgrössen nichts bringen.
Mein Grundumsatz (klein, älter, wenig Bewegung da körperlich eingeschränkt) liegt nur etwas über 1200 kcal. Hatte in Abnehmphasen schon öfters mit Haarausfall zu tun. Google-Recherche führte zu Ergebnissen, denen zufolge man mindestens 1300 kcal/Tag aufnehmen muss, um dem Haarausfall vorzubeugen, zusätzlich zur Beachtung der Makros.
Genau, @Amelanchier, du sagst es. Adipositas ist einfach noch nicht verstanden. Vermutlich braucht noch eine Menge Forschung, bis man diesen unangenehmen krankmachenden Phänomen richtig auf die Spur kommt.
Zitat von Amelanchier im Beitrag #154Und auf Populationsebene verzehren wir wohl eher signifikant mehr Kalorien, als wir fett werden.
Wie ist das gemeint?
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
@mytholon Leute nach Magenverkleinerung sprechen auch von haarausfall. Er geht wohl nach einem Vierteljahr wieder weg bzw dann beginnen die ausgefallenen Haare wieder zu wachsen. Offenbar braucht man eine bestimmte Menge von richtigen Nährstoffen, damit das Richtige im Körper passiert.
Ich frag nochmal- ist der Anteil der Adipösen von allen Übergewichtigen nicht gering? Und wenn es um eine Stoffwechselstörung geht, muss das doch über Tests nachweisbar und generell anwendbar sein auf alle.
Ich frage mich, woran macht ihr es denn fest, wenn ihr sagt, ihr seid Adipositas-erkrankt?
Und ist das dann angeboren oder erworben? Ward ihr dann schon von Baby an immer übergewichtig? Wenn nein- wann ging es los?
Ich denke auch, dass der Zusammenhang von Psyche und Essen sehr unterschätzt wird. Selbst ein angestellter Coach muss keinen Zugang zur Seele erhalten- der Mensch entscheidet immer selbst, was er zulässt (gerne auch das Unterbewusste, was sich gut zu schützen weiß). Der Anteil von Missbrauchsopfern soll in dem Bereich sehr hoch sein. Wobei das auch kein „generell“ heißen soll, aber solche Lebensgeschichten lassen sich nunmal auch nicht flott mit einem Coach bearbeiten.
Zitat von kenzia im Beitrag #159Ich frag nochmal- ist der Anteil der Adipösen von allen Übergewichtigen nicht gering?
19% der Erwachsenen gelten als adipös.
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Zitat von Amelanchier im Beitrag #154Und auf Populationsebene verzehren wir wohl eher signifikant mehr Kalorien, als wir fett werden.
Wie ist das gemeint?
Wenn man einfach nur stur auf Populationsebene die zuviel gegessenen Kalorien gegen den durchschnittlichen Verbrauch der Erwachsenen rechnet, dann werden deutlich mehr Kalorien zuviel verzehrt, als die Bevölkerung zu dick ist.
Oder anders gesagt: bis zu einem gewissen grad können unsere Körper auch eine Überversorgung puffern.
Oder nochmal anders: es ist noch nicht verstanden , welche Faktoren aus einer Überversorgung Übergewicht machen.
Auf der negativen Seite: Wir müssten an der Überversorgung deutlich mehr schrauben, als realistisch, um einen Effekt zu erzielen. Oder auch: auch erfolgreiche Bemühungen, Kalorien aus der Ernährung zu entfernen (wie das Projekt von Michelle Obama) konnten die Wachstumsrate (!) für Adipositas nicht verkleinern.
Zitat von Amelanchier im Beitrag #162Wenn man einfach nur stur auf Populationsebene die zuviel gegessenen Kalorien gegen den durchschnittlichen Verbrauch der Erwachsenen rechnet, dann werden deutlich mehr Kalorien zuviel verzehrt, als die Bevölkerung zu dick ist.
Woher nimmst du die Grundlage für diese Aussage?
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Kenzia, da landet man aus meiner Sicht bei einem Zirkelschluss bzw. die Frage ist nicht hilfreich, weil es uns an Verständnis mangelt.
Ist Übergewicht eines der Symptome eines fehlangepassten Stoffwechsels oder ist es die Folge eines Verhaltensproblems? Oder eine Mischung mit Wechselwirkung?
Definitiv widerlegt ist die folgende Annahme: Übergewicht lässt sich mit einigen einfach umzusetzenden Verhaltensänderungen adressieren.
@Sturmfalke: es gibt auch gesunde Übergewichtige, und ja, auch wenn man als adipöse Person längerfristig gesund und nicht mehr über den Bedarf isst, normalisieren sich erhöhte Werte schnell.
Zitat von sturmfalke im Beitrag #161ja, aber sind die alle krank?
Dazu gibt es sicherlich Informationen, die auch im Internet zu finden sind.
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Zitat von Amelanchier im Beitrag #162Wenn man einfach nur stur auf Populationsebene die zuviel gegessenen Kalorien gegen den durchschnittlichen Verbrauch der Erwachsenen rechnet, dann werden deutlich mehr Kalorien zuviel verzehrt, als die Bevölkerung zu dick ist.
Woher nimmst du die Grundlage für diese Aussage?
Die Daten sind in dem Buch „tackling the obesity crisis“ zu finden.
Falls ich das hier in der Form nicht als Quelle nutzen darf, kann ich es gern wieder entfernen.
Zitat von Amelanchier im Beitrag #162Oder auch: auch erfolgreiche Bemühungen, Kalorien aus der Ernährung zu entfernen (wie das Projekt von Michelle Obama) konnten die Wachstumsrate (!) für Adipositas nicht verkleinern.
Heftig.
PS danke für den Literaturtipp!
Pps @Amelanchier kommt er denn in dem Buch auf dauerhafte Lösungen zu sprechen?
Zitat von Amelanchier im Beitrag #162Oder auch: auch erfolgreiche Bemühungen, Kalorien aus der Ernährung zu entfernen (wie das Projekt von Michelle Obama) konnten die Wachstumsrate (!) für Adipositas nicht verkleinern.
Ich kenne das Projekt nicht. Worum geht/ging es da genau?
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Zitat von Amelanchier im Beitrag #164 Definitiv widerlegt ist die folgende Annahme: Übergewicht lässt sich mit einigen einfach umzusetzenden Verhaltensänderungen adressieren.
Wodurch ist die widerlegt? M. E. ist tatsächlich der Fehler in der Annahme "einfach umzusetzen". Denn es gelingt denen, die damit kämpfen ja nicht.
Oder meinst Du genau das?
Denn dass es heruntergeht, wenn man dieses Verhaltensänderungen umsetzt, das wird doch in den meisten Fällen so sein. Nur "einfach" ist es halt nicht.
Zitat von Amelanchier im Beitrag #167Die Daten sind in dem Buch „tackling the obesity crisis“ zu finden.
Und was genau sind das für Daten? Wie wurde sie erhoben?
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Zitat von sturmfalke im Beitrag #161ja, aber sind die alle krank? und könnte man die Gesundheit nicht auch durch andere Maßnahmen verbessern?
Adipositas an sich IST eine Krankheit. In diesem Sinne: Ja, die sind alle krank. Wie viele davon weitere Krankheiten als Folge davon haben, wäre die korrekte Frage.
.
"Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"
Also ja, man kann relativ einfach feststellen, ob man adipös ist.
Denn das hohe Gewicht IST die Krankheit.
Dann gibt es noch drei Abstufungen. Adipositas Grad III ist die höchste, beginnt ab BMI >40 und nennt sich dann Adipositas per Magna. Das ist dann die Grenze, ab der bariatrische OPs empfohlen und von der Kasse übernommen werden, da es statistisch gesehen nur ein einziger Teil der Leute schafft, das Gewicht auch ohne diesen Schritt wieder zu verlieren.
Die Crux ist häufig auch, dass eben so immens adipöse Menschen, bei denen eine OP zur Magenverkleinerung empfohlen wird, dann bereits ein durch das Gewicht stark belastetes Herz Kreislauf System haben, so dass die OP an sich ein Hochrisiko darstellt. Oft müssen sie vor dieser dann unbedingt abnehmen, was dann natürlich mit dem Medikament sicher einfacher gelingen kann.
.
"Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"
@Lilly danke, dann ist es ja doch einfach erklärt. Lediglich wie es zu dem Gewicht kommt ist ja dann die - sehr multifaktorielle - Frage.
Dass ein Körper nach Jahren mit diesen Werten, anderweitige Erkrankungen bekommt und eine Rückläufigkeit immer schwerer wird, ist halt auch gut zu verstehen. Wenn dann noch das Alter dazu kommt, ist es bestimmt immens schwer, noch selbst alleine etwas zu verändern.
Dass allerdings der Körperfettanteil schon bei sehr jungen Menschen gestiegen ist, ist sichtbar und ganz sicher unserer Esskultur zuzuschreiben. Viel zu leicht, zu viele Kalorien zu sich zu nehmen und Bewegung ist auch ein Fremdwort geworden.