Zitat von Analuisa... ich möchte mal als Frage in den Raum stellen, ob es der Solidargemeinschaft zuzumuten ist, dass sie für Patienten, die angeben, "niemanden zu haben", der für ein paar Stunden, ggf. auch über Nacht, bei ihnen bleibt, aufkommen muss in dem Sinn, dass nur aus solchen Gründen (ich rede hier nicht vom medizinischen Gründen!) ein stationärer Aufenthalt gerechtfertigt wird.
Das habe ich oben eigentlich schon schreiben wollen, also ergänze es ist hier:
Es geht doch darum, dass offenbar nach bestimmten Eingriffen 24 Stunden lang eine gewisse Überwachung notwendig ist. Bei ambulanten Operationen wird diese Überwachung einfach abgeschoben an irgendjemanden. Würde man die Überwachung ernst nehmen, müsste man die Leute unweigerlich eine Nacht im Krankenhaus belassen, weil dort die Überwachung wirklich gewährleistet ist.
Zitat von lenita im Beitrag #179Da könnte man vermutlich auch Überwachung von Narkosenachwirkung oder Nachblutungen o.ä. geltend machen.
Das auf geriatrische PatientInnen einzuschränken, ist jetzt aber medizinisch sinnfrei. Diese Gefahren bestehen genauso bei jüngeren Menschen! Und nicht unbedingt seltener.
ZitatWer in einem Alter ist, wo er noch berufstätig ist, dem könnte meinetwegen auch eine ordentliche Zuzahlung oder ggf. Selbstzahlung zugemutet werden für eine medizinisch nicht-notwendige KH-Übernachtung.
Klar, macht Sinn weil frau ja mit Mindestlohn natürlich so viel Geld übrig hat… >Sarkasmuswiederaus<
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Analuisa im Beitrag #177 …Das mit dem "niemanden haben" sollte man aber auch mal hinterfragen.
Ich rechne damit, dass ich mir jetzt auch Unmut zuziehen werde, aber ich möchte mal als Frage in den Raum stellen, ob es der Solidargemeinschaft zuzumuten ist, dass sie für Patienten, die angeben, "niemanden zu haben", der für ein paar Stunden, ggf. auch über Nacht, bei ihnen bleibt, aufkommen muss in dem Sinn, dass nur aus solchen Gründen (ich rede hier nicht vom medizinischen Gründen!) ein stationärer Aufenthalt gerechtfertigt wird.
Ich bin da bei dir, sehe das ähnlich. Ich kann mit dieser Vollkaskomentalität und der daraus resultierenden Erwartungshaltung, was die Solidargemeinschaft alles bezahlen soll, wenig anfangen. Egal um was es geht, es wird immer gleich das Bild der armen alten Rentnerin, die gar niemanden mehr hat, rausgeholt und weil sie angeblich gar niemanden hat, soll die KK dann immer alle möglichen Leistungen erbringen, die mit der Gesundheitsversorgung an sich nichts zu tun haben? Übrigens ist man nicht automatisch arm, weil man in Rente ist, auch nicht automatisch, wenn man älter und Frau ist. Es arbeitet auch nicht jeder für Mindestlohn. Ich bezweifle das auch, dass man „gar niemanden“ hat, der einen mal vom KH abholt. Sowas ist doch immer ein Geben und Nehmen.
Meine Nachbarin bekam Lymphdrainagen nach OP, dafür wurde sie mit dem Taxi abgeholt und wieder zurückgebracht. Ich fragte sie, ob sie denn nicht mehr Autofahren könne. Doch, könne sie, aber das sehe sie ja gar nicht ein, wenn die KK das Taxi bezahlen würde. Ab da habe ich mal genauer hingeschaut, tatsächlich, sie fuhr wie immer 3-4 x die Woche mit dem Auto zum Einkaufen oder Wasauchnimmer und das Taxi kam noch immer 2 x die Woche. Die Lymphdrainagen hat sie nach einer Zeit übrigens aufgegeben. Der Arzt hätte ihr weiterhin welche verschrieben, aber da sie ab da die 10 km einfache Fahrt selbst hätte fahren müssen, hatte sie keine Lust mehr.
@Fels, der Mann hätte sich Lymphdrainage mit Hausbesuch verordnen lassen können, weißt du ja selbst. Ich weiß, dass Physios ungern Hausbesuche machen, weil schlecht vergütet, aber das kann man ja finanziell ausgleichen. Ich finde nicht, dass die KK dafür bezahlen muss, wenn er „ab vom Schuss“ am Berg wohnt. Das ist seine persönliche Entscheidung, die hat Vor- und Nachteile, damit muss er leben, die Vorteile hat er ja auch.
Mir fehlt da generell etwas die Eigenverantwortung.
Wenn ich so richtig Lust auf Schokolade habe, esse ich anstatt der Schokolade eine Banane. Dann eine Paprika, einen Apfel, Reiswaffeln, Naturjoghurt, eine Gurke und dann die Schokolade.
Zitat von lenita im Beitrag #183Meiner Mutter wurde mitgeteilt, sie müßte abgeholt werden und dürfte die ersten 24 Stunden nicht alleine zu Hause sein. Sonst könnte sie nicht operiert werden. So stand es meiner Erinnerung nach auch in den Aufklärungspapern.
Natürlich stand das da, weil das der Aufklärungsbogen zu einer a m b u l a n t e n Operation war. Die darf dann nicht durchgeführt werden, weil das Risiko für die Patientin viel zu hoch ist.
Das bedeutet nicht, dass diese Operation nicht durchgeführt werden darf! Sondern dann muss geklärt werden, dass sie stationär durchgeführt werden muß.
ZitatTatsächlich ist sie auch einfach nicht der Typ, der an dieser Stelle anfängt verhandeln zu wollen. Oder sich irgendwelche Paragraphen raussucht. Eher würde sie sich in dem Fall nicht operieren lassen (geht halt nicht)
Daß jemand, die Zähne nicht auseinander bekommt, ist dann aber ein ganz persönliches Problem. Keines der Krankenkassen.
ZitatDe facto war es auch nötig, dass ich 8 Tage da sein könnte, sie konnte halt etliche Tage nicht gut sehen und wäre da alleine zu Hause nicht sicher gewesen.
Wäre sie im Krankenhaus gewesen, hätte man sie mit „kann sich nicht im Raum orientieren“ auch nicht entlassen. (Mit „ kann die Tageszeitung nicht lesen“ schon).
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Farfalle im Beitrag #172Ich bin schon nach stationärem Aufenthalt mit dem Taxi nach Hause gefahren. Habe einen Taxischein bekommen. Da muss nix vorher genehmigt werden. Man gibt den Schein dem Fahrer und der Rechner am Ende die Selbstbeteiligung aus. 10 % muss man zahlen. Die 90 % holt das Taxiunternehmen sich von der Kasse.
Leider nicht. Zumindest nicht in den letzten fünf Jahren, denn ich bin damit schon reingefallen. Die Techniker jedenfalls hat nichts gezahlt, und ich musste die über 100 selbst berappen.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #204Ich finde nicht, dass die KK dafür bezahlen muss, wenn er „ab vom Schuss“ am Berg wohnt. Das ist seine persönliche Entscheidung, die hat Vor- und Nachteile, damit muss er leben, die Vorteile hat er ja auch.
Mir fehlt da generell etwas die Eigenverantwortung.
Wenn man das folgerichtig weiterdenkt, würden dann nicht generell alle Fahrten zu Behandlungen, sei es Dialyse oder Chemo, zur Debatte stehen?
Es ist schließlich die Entscheidung des Landbewohners ländlich zu wohnen und nicht bequem in der City. Dementsprechend könnte man argumentieren, dass die Krankenbehandlung Dialyse natürlich von der Krankenkasse gedeckt wird, die Anreise aber nicht. Oder eine alternative Lösung, um es ganz gerecht zu machen für alle: es gibt nur einen Pauschbetrag von X Euro, der gleichermaßen den Stadt- und Landbewohnern zur Verfügung steht, der Rest ist Privatvergnügen. Jeder, der sich im Wissen um die schlechte Verkehrsverbindung ländlich niederlässt, muss eben frühzeitig Reserven bilden.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Ich kann mit dieser Vollkaskomentalität und der daraus resultierenden Erwartungshaltung Ich bezweifle das auch, dass man „gar niemanden“ hat, der einen mal vom KH abholt. Sowas ist doch immer ein Geben und Nehmen.
Mir fehlt da generell etwas die Eigenverantwortung.
Ich hingegen finde diese Haltung eher etwas peinlich. Meine Güte, die Rentnergeneration hat vielleicht 40 Jahre einbezahlt und war in dieser Zeit einmal jährlich beim Zahnarzt und beim Gynäkologen Schön für Dich, dass es offenbar sehr weit von Deiner Lebenswelt entfernt ist, dass einen niemand mit Auto abholen kommen könnte. In unserer Nachbarschaft gibt es eine Generation +/- 40, die sind voll berufstätig und eine Generation 85-90, die sind meist selbst etwas angeschlagen und fahren nicht mehr selbst Auto. Meine Mutter hat ein paar Freundinnen, für die letzteres auch gilt. Wir Kinder wohnen 300-500 km vom Elternhaus und versuchen das dann.halt koordiniert zu bekommen.
Von mir aus muß es auch kein Rentnerausweis sein. Wenn es besser gefällt, wäre mir auch ein Einkommensnachweis recht in Tateinheit mit Allgemeinzustands Beurteilung, gibt ja auch jüngere, die nicht gut alleine zurecht kommen.
Ich kann mit so sozialdarwinistischen Einstellungen (wer nicht rechtzeitig genug zur Seite legt/keine Familie vor Ort hat/dann auch noch krank wird - der hat halt Pech gehabt) nämlich nix anfangen.
Bei jeder "Staatsknete" bzw. Versicherungsleistungen gibt es auch Mißbrauch und der ist auch zu bekämpfen, darum geht es nicht.
Da ich seinerzeit (2023) in meiner Wunschklinik operiert werden wollte und zudem noch fahrtüchtig war, bin ich selbst gefahren. Die Fahrt zur Klinik und die Abholung von dort habe ich organisiert, ebenso wie das Auto und ich wieder nach Hause kamen.
Drei Wochen nach OP begann die AHB. Ich habe "meinem" Taxifahrer die Genehmigung der KK per WA geschickt und er stand auch zur Abholung parat, nachdem ich ihm den Entlassungstag mitgeteilt hatte. Auch habe ich einige Patienten erlebt, die nach der AHB zum Beispiel anstandslos nach Hause kutschiert wurden, weil sie alleinstehend waren und selbst noch nicht fahren durften, inklusive mir und das über mehr als 100 km einfach.
Je nachdem wie fit ich nach der Hüft-TEP und der anschließenden AHB bin, hat mir meine Physiotherapeutin bereits angeboten, Hausbesuche zu machen, falls notwendig. Auch die Physiotherapie-Praxis hat regelmäßig Kassenpatienten, die mit dem Taxi gebracht werden. Hausbesuche machen sie bei nicht mobilen Langzeitpatienten ohnehin.
Ja, ich lebe in der Großstadt, doch Pflegedienste, Sozialstationen sowie Physiotherapeuten fahren über Land, was ich sowohl in Rheinland-Pfalz als auch von BaWü und Bayern gerade aktuell mitbekomme. Und ja, es ist mit Aufwand verbunden, doch einerseits wird über steigende KV-Beiträge geschimpft, andererseits hätte Mensch gerne für dieses und jenes Blankoverordnungen ohne die vorgeschriebenen Wege einhalten zu wollen.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #204Ich finde nicht, dass die KK dafür bezahlen muss, wenn er „ab vom Schuss“ am Berg wohnt. Das ist seine persönliche Entscheidung, die hat Vor- und Nachteile, damit muss er leben, die Vorteile hat er ja auch.
Mir fehlt da generell etwas die Eigenverantwortung.
Wenn man das folgerichtig weiterdenkt, würden dann nicht generell alle Fahrten zu Behandlungen, sei es Dialyse oder Chemo, zur Debatte stehen?
Es ist schließlich die Entscheidung des Landbewohners ländlich zu wohnen und nicht bequem in der City. Dementsprechend könnte man argumentieren, dass die Krankenbehandlung Dialyse natürlich von der Krankenkasse gedeckt wird, die Anreise aber nicht. Oder eine alternative Lösung, um es ganz gerecht zu machen für alle: es gibt nur einen Pauschbetrag von X Euro, der gleichermaßen den Stadt- und Landbewohnern zur Verfügung steht, der Rest ist Privatvergnügen. Jeder, der sich im Wissen um die schlechte Verkehrsverbindung ländlich niederlässt, muss eben frühzeitig Reserven bilden.
Zwar etwas radikal gedacht, aber prinzipiell zumindest eine Überlegung wert.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
lenita, vielleicht hat der/die Betroffene 40 Jahre in die Kassen einbezahlt, vielleicht aber auch nicht. Ich denke da nur an Familienversicherte, die ggf. noch einen Minijob hatten und nie einen Cent in die Kassen selbst eingezahlt haben, die werden genauso medizinisch versorgt wie die ArbeitnehmerInnen, die ihr ganzes Arbeitsleben eingezahlt haben oder noch einzahlen. In Bezug auf Gesundheits- und Krankheitsausgaben wird da in der GKV nicht unterschieden.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Das Thema Fahrten wird wohl heute anders gehandhabt. Meine Mutter war nicht gehfähig, außer ein paar Metern mit Rollator im Haus. Sie hätte MIT DEM BUS, in den sie schon nicht einsteigen konnte, zu den Nachuntersuchungen ins Krankenhaus fahren müssen. In mein Auto konnte sie nicht einsteigen. Den Mitarbeiter:innen bei der GKV war es richtig unangenehm, weil sie den Taxischein ablehnen mussten. Sie hätten aber mehrere Wochen bis zur Frakturheilung als stationären Aufenthalt übernommen. Soweit ich mich erinnere, wurde das dann mit dem Sanka gelöst; Sitzendtransport. Das war in den frühen 90ern, wenn ich mich recht erinnere. Physio als Hausbesuch war damals auch schwierig zu verordnen. Offenbar ist das alles jetzt im SGB anders geregelt.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Vom Einspargedanken: wenn die frisch augenoperierte Rentnerin dann doch versuchen würde, den Bus zu nehmen und dann dabei oder zu Hause stürzt und sich was bricht, wird es jedenfalls auch nicht billiger für die Solidargemeinschaft.
Zitat von Nocturna im Beitrag #208Es ist schließlich die Entscheidung des Landbewohners ländlich zu wohnen und nicht bequem in der City.
Nein! Die dort Geborenen wurden bereits erwähnt und dann gibt es ja z.B. auch noch den Wohnungsmangel in den Städten und den Abbau des ÖPNV, den es vielleicht noch gab, als man (z.B. wegen des Arbeitsplatzes) "aufs Land" gezogen ist. Und wer schon einmal versucht hat, nach einer orthopädischen OP mit einem Rollator in einen Reisebus zu steigen (ja, auf dem Land sind Niederflurbusse auch nicht die Regel), der würde vielleicht auch nicht so argumentieren.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #204Ich bezweifle das auch, dass man „gar niemanden“ hat, der einen mal vom KH abholt. [...] Mir fehlt da generell etwas die Eigenverantwortung.
Ich wünsche jedem, der so argumentiert, daß er selbst mal in diese Lage kommt. Danach reden wir weiter.
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
ZitatUnd ich spreche nicht von der 85jährigen Witwe ohne Kinder, die mehr schlecht als recht in ihrer Zweiwimmerwohnung allein zurecht kommt. Diese hat in den meisten Fällen auch irgendeine Nebenerkrankung, mit der sich ein stationärer Aufenthalt rechtfertigen lässt. Sondern ich meine junge Menschen und solche mittleren Alters, die mitten im Leben stehen. Junge Menschen mit den sprichwörtlichen 300 Facebook-Freunden, die sich dann aber von niemanden abholen lassen können. 50jährige geschiedene Workaholics, deren Kinder und Freunde natürlich auch in ihren jeweiligen Jobs absolut unabkömmlich sind und deshalb nicht in Betracht kommen.
Ich finde das eine ziemlich überhebliche Betrachtungsweise.
Ja, genau bei denen kann es genauso schwierig sein. Weshalb soll nur ältere Menschen niemand haben, der sich default-mässig um sie kümmert? Wenn keiner da ist, ist keiner da! Egal, ob 30 oder 80.
Genau: gerade bei dem Mittelalten ist es vielleicht besonders schwierig, weil das Standardfamilienmodell, auf das die persönliche Betreuung Fust, längst Auslaufmodell ist. Es wird erwartet, dass jeder arbeitet, aber wer arbeitet, kann andere nicht betreuen. Und wer allein steht, hat vielleicht Freunde die auch wiederum berufstätig sind. wer nimmt sich schon einen Tag frei für andere?
Bri-Eule, ich weiß, was du meinst, dennoch kann man es zumindest versuchen, indem man Nachbarn, in der Kirchengemeinde, Freunde, Bekannte und/oder deren Kinder fragt.
Da macht sich der eventuell vorhandene Mangel an Kontakten oder die Einstellung "bloß niemanden fragen" bemerkbar. Ich lese gelegentlich bei nebenan, dass Menschen nach OP oder mit temporären Einschränkungen nach Hilfe suchen und diese auch finden.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Bri-Eule im Beitrag #216Nein! Die dort Geborenen wurden bereits erwähnt und dann gibt es ja z.B. auch noch den Wohnungsmangel in den Städten und den Abbau des ÖPNV, den es vielleicht noch gab, als man (z.B. wegen des Arbeitsplatzes) "aufs Land" gezogen ist. Und wer schon einmal versucht hat, nach einer orthopädischen OP mit einem Rollator in einen Reisebus zu steigen (ja, auf dem Land sind Niederflurbusse auch nicht die Regel), der würde vielleicht auch nicht so argumentieren.
Die "Landgeborenen" können doch frei entscheiden, ob sie weiter ländlich wohnen wollen. Keiner zwingt sie am Heimatort zu leben.
Ich sage nicht, dass es es so kommen wird, aber die Kosten wachsen der Solidargemeinschaft über den Kopf. Die Kommunen gehen reihenweise pleite und unser Land hängt immer noch wirtschaftlich durch. Geld fehlt an allen Ecken und Enden. Es wird eingespart werden müssen und das können wir kaum bei der medizinischen Behandlung machen. Aber das Außenherum wird zur Debatte stehen, früher oder später. Natürlich kommen nicht alle Einschränkungen auf einmal, aber wir haben den Scheitelpunkt des sozialen Wohlstands überschritten. In Zukunft rechne ich mit Verschlechterungen, scheibchenweise.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
-franzi-, solche Freunde/Bekannte gibt es, die einspringen, ihre Arbeitszeiten ggf. verlegen oder nur mal nach dem Rechten schauen. Sogar zwei "fremde" Mütter von befreundeten Mitschülern meines Jüngsten, habe ihn für ein paar Tage aufgenommen, als ich ins Krankenhaus musste. Das Angebot kam von ihnen, ich kannte sie nur von Elternabenden und wenn ich den Jüngsten bei ihnen abgeholt habe.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Sariana im Beitrag #218Bri-Eule, ich weiß, was du meinst, dennoch kann man es zumindest versuchen, indem man Nachbarn, in der Kirchengemeinde, Freunde, Bekannte und/oder deren Kinder fragt.
Die muß man eben erst einmal haben, da drehen wir uns im Kreis. Ich kenne genug solcher Beispiele, deshalb faßt mich das so an.
Nicht umsonst ist das Thema Einsamkeit so aktuell, auch bei Jüngeren. Und wenn die Kollegen in Indien sitzen, ist auch das keine Option...
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
Ob jemand nach der OP noch im Krankenhaus bleiben "darf" oder nach Hause "muss" ist heute wohl eine Einzelfallentscheidung. Oft wird erst gesagt: das machen wir ambulant. Wenn jemand dann aber sagt: nee, das geht so nicht weil........ Kann es durchaus sein das der Dr. ein Formular rausholt, drei Kreuzchen macht und sagt: Ok, drei Tage. Ist auf der einen Seite eine Kostenabwaegung, auf der anderen Seite muss man menschliches auch mit einbeziehen.
Zitat von Nocturna im Beitrag #219Die "Landgeborenen" können doch frei entscheiden, ob sie weiter ländlich wohnen wollen. Keiner zwingt sie am Heimatort zu leben.
Das "frei" ist nur leider durch das Vorhandensein von Arbeitsplätzen und Wohnungen arg eingeschränkt. Nicht alle, die auf dem Land wohnen, tun das nur, weil sie im Grünen wohnen wollen...
Nachtrag:
Zitat von Nocturna im Beitrag #219In Zukunft rechne ich mit Verschlechterungen, scheibchenweise.
Einen Vorgeschmack haben wir ja jetzt bereits wie man auch hier im Strang lesen kann. Aber ich teile Deine Befürchtung, daß es nicht besser werden wird.
Zitat von Sariana im Beitrag #220Sogar zwei "fremde" Mütter von befreundeten Mitschülern meines Jüngsten, habe ihn für ein paar Tage aufgenommen, als ich ins Krankenhaus musste. Das Angebot kam von ihnen, ich kannte sie nur von Elternabenden und wenn ich den Jüngsten bei ihnen abgeholt habe.
Das find ich super und es freut mich, daß es so etwas noch gibt! Nur leider kann man sich auf solche Ausnahmen nicht verlassen.
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
Zitat von Nocturna im Beitrag #219Die "Landgeborenen" können doch frei entscheiden, ob sie weiter ländlich wohnen wollen. Keiner zwingt sie am Heimatort zu leben.
Das "frei" ist nur leider durch das Vorhandensein von Arbeitsplätzen und Wohnungen arg eingeschränkt. Nicht alle, die auf dem Land wohnen, tun das nur, weil sie im Grünen wohnen wollen...
Ich verstehe dich sehr gut und viele Städte platzen ja bereits jetzt aus allen Nähten, die können keinen zusätzlichen Zuzug gebrauchen. Ich halte es auch nicht für praktikabel oder gar wünschenswert, dass alle umziehen. Aber wir haben ein Finanzierungsproblem. Wenn die letzten Boomer in Rente gehen, gehen die Steuereinnahmen in die Knie, die jetzt am höchsten sind, weil alle Boomer am Ende ihrer Karriere am meisten Geld verdienen und kräftig Steuern zahlen. Da kommt erstmal wenig nach und dann haben wir noch einen Haushalt voller Schulden, bei dem in fünf Jahren das große Erwachen kommt, wenn die Zinszahlungen explodieren. Das ist auch Geld, was uns fehlen wird.
Man kann einem nackten Mann (= Staat) nicht in die Tasche greifen. Und die Milliardäre kann man auch nur einmal beim Erben melken, dann ist das Geld weg und womöglich auch gleich die dazugehörige Industrie ins Ausland abgewandert. Es ist sparen angesagt, auch wenn sich das in dieser Deutlichkeit noch kein Politiker zu sagen traut, solange man das Thema rausschieben kann, siehe Rentendebatte. Wir alle sind aber noch jung genug um in den nächsten 20 Jahren die Veränderungen mitzuerleben. Ein Blick auf die Alterspyramide und die Kosten für die Rentenversicherung reicht, die bis 2045 auf 800 Mrd steigen wird. Das ist mehr als der ganze Bundeshaushalt.
Aber das Thema wird zu wirtschaftslastig und offtopic, deswegen höre ich hier auf, es geht ja mehr um die sozialen Aspekte.
Zitat von Bri-Eule im Beitrag #216 Und wer schon einmal versucht hat, nach einer orthopädischen OP mit einem Rollator in einen Reisebus zu steigen (ja, auf dem Land sind Niederflurbusse auch nicht die Regel), der würde vielleicht auch nicht so argumentieren.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #204Ich bezweifle das auch, dass man „gar niemanden“ hat, der einen mal vom KH abholt. [...] Mir fehlt da generell etwas die Eigenverantwortung.
Ich wünsche jedem, der so argumentiert, daß er selbst mal in diese Lage kommt. Danach reden wir weiter.
Ich finde auch, wir sollten in 20 Jahre noch mal reden. Einige Mitschreibenden sind dann vielleicht nicht mehr dabei (so oder so). Aber da wäre vielleicht etwas mehr Verständnis. Ich ärgere mich oft, wie meine Eltern medizinisch (und rundum) betreut werden (bzw wurden) - oder halt nicht. Für mich selbst ist mir allerdings auch angst und bange. Wie soll das werden, wenn es mal nicht mehr 24 Millionen 60+ gibt, sondern vielleicht 34? Gibt es dann nur noch Pflegecomputer? Die sich abstellen zum 80. Geburtstag?