Zitat von lenita im Beitrag #137 [quote]Wer nicht privat einen Chauffeur organisieren kann, darf bei der Gelegenheit auch Taxikosten in unbegrenzter Höhe selbst tragen (bei uns waren es 150 Euro).
Taxi wofür?
Na, um ins KH zu kommen und vor allem danach wieder nach Hause.
Zitat von Kleinfeld im Beitrag #167und ich dann gefragt habe, wie Menschen das machen, die niemanden haben.
Das mit dem "niemanden haben" sollte man aber auch mal hinterfragen.
Ich rechne damit, dass ich mir jetzt auch Unmut zuziehen werde, aber ich möchte mal als Frage in den Raum stellen, ob es der Solidargemeinschaft zuzumuten ist, dass sie für Patienten, die angeben, "niemanden zu haben", der für ein paar Stunden, ggf. auch über Nacht, bei ihnen bleibt, aufkommen muss in dem Sinn, dass nur aus solchen Gründen (ich rede hier nicht vom medizinischen Gründen!) ein stationärer Aufenthalt gerechtfertigt wird.
Und ich spreche nicht von der 85jährigen Witwe ohne Kinder, die mehr schlecht als recht in ihrer Zweiwimmerwohnung allein zurecht kommt. Diese hat in den meisten Fällen auch irgendeine Nebenerkrankung, mit der sich ein stationärer Aufenthalt rechtfertigen lässt. Sondern ich meine junge Menschen und solche mittleren Alters, die mitten im Leben stehen. Junge Menschen mit den sprichwörtlichen 300 Facebook-Freunden, die sich dann aber von niemanden abholen lassen können. 50jährige geschiedene Workaholics, deren Kinder und Freunde natürlich auch in ihren jeweiligen Jobs absolut unabkömmlich sind und deshalb nicht in Betracht kommen.
Klar, das ist für die behandelnden Ärzte und auch für die Krankenkassen natürlich kaum zu kontrollieren, ob jemand wirklich so mutterseelenallein auf der Welt ist wie er/sie angibt, da wird vermutlich so eine Aussage mangels Gegenbeweisen und Eingriffsmöglichkeiten oft einfach so hingenommen. Ich würde mir aber wünschen, wenn - wie auch immer das geschehen könnte, keine Ahnung - da ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft stattfinden würde. Dass medizinische Leistungen, auch wenn ich (als gesetzlich Versicherte, bei Privaten läuft das ja anders) sie nicht direkt zahlen muss, kosten, und zwar nicht wenig.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
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Zitat von Analuisa im Beitrag #177 Sondern ich meine junge Menschen und solche mittleren Alters, die mitten im Leben stehen. Junge Menschen mit den sprichwörtlichen 300 Facebook-Freunden, die sich dann aber von niemanden abholen lassen können. 50jährige geschiedene Workaholics, deren Kinder und Freunde natürlich auch in ihren jeweiligen Jobs absolut unabkömmlich sind und deshalb nicht in Betracht kommen.
An die Gruppe hatte ich jetzt nicht gedacht
Ich bin von älteren, alleinstehenden Menschen ausgegangen.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Und ich spreche nicht von der 85jährigen Witwe ohne Kinder, die mehr schlecht als recht in ihrer Zweiwimmerwohnung allein zurecht kommt.
Mir geht es schon um diesen Patientenkreis. Da könnte man vermutlich auch Überwachung von Narkosenachwirkung oder Nachblutungen o.ä. geltend machen.
Wer in einem Alter ist, wo er noch berufstätig ist, dem könnte meinetwegen auch eine ordentliche Zuzahlung oder ggf. Selbstzahlung zugemutet werden für eine medizinisch nicht-notwendige KH-Übernachtung.
Ich denke, es gibt für fast alles eine Lösung. Es wird halt meist erwartet, dass das irgendwer schon regelt und man selbst möglichst nichts tun muss. Die Erwartungshaltung an Ärzte, KK und medizinisches Personal ist enorm.
Als ich vor meiner Augen OP das Vorgespräch hatte, bin ich gefragt worden, ob ich jemanden dabei haben werde, der mich heim fährt. Sonst hätte das die Praxis organisiert.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Als ich vor meiner Augen OP das Vorgespräch hatte, bin ich gefragt worden, ob ich jemanden dabei haben werde, der mich heim fährt. Sonst hätte das die Praxis organisiert.
Meiner Mutter wurde mitgeteilt, sie müßte abgeholt werden und dürfte die ersten 24 Stunden nicht alleine zu Hause sein. Sonst könnte sie nicht operiert werden. So stand es meiner Erinnerung nach auch in den Aufklärungspapern.
Tatsächlich ist sie auch einfach nicht der Typ, der an dieser Stelle anfängt verhandeln zu wollen. Oder sich irgendwelche Paragraphen raussucht. Eher würde sie sich in dem Fall nicht operieren lassen (geht halt nicht).
Der facto war es auch nötig, dass ich 8 Tage da sein könnte, sie konnte halt etliche Tage nicht gut sehen und wäre da alleine zu Hause nicht sicher gewesen.
Zitat von Sariana im Beitrag #165Im Falle von ambulanten Eingriffen, weiß ich nicht, inwiefern das von Krankenhausseite organisiert werden kann/wird. Allerdings bin ich der Meinung, dass man das, die kognitiven Fähigkeiten vorausgesetzt, im Vorfeld des Eingriffes erfragen und abklären kann.
Ja naja, nicht alles, was einem selbst plausibel erscheint, ist auch so vorgesehen. Z.B., dass man nach einer Augenoperation nicht alleine zurückfahren kann ist eigentlich klar. Dass, wenn dann kein Abholer/Chauffeur zur Verfügung steht, z.B. ein Transportschein mind. für Taxi hilfreich wäre, eigentlich auch. Fand die KK aber nicht relevant, da war Schulterzucken. Klar, 150 Euro Transportkosten können die meisten stemmen, wenn es sein muß. Hätte man Grundsicherung, wäre es aber schon ein Brocken.
Einen Transportschein von der Krankenkasse bekommt man meines Wissens erst ab pflegegrad 3, und natürlich nur mit Genehmigung. Und ja, ansonsten ernte man ein Schulter zocken
Zitat von Farfalle im Beitrag #172Ich bin schon nach stationärem Aufenthalt mit dem Taxi nach Hause gefahren. Habe einen Taxischein bekommen. Da muss nix vorher genehmigt werden. Man gibt den Schein dem Fahrer und der Rechner am Ende die Selbstbeteiligung aus. 10 % muss man zahlen. Die 90 % holt das Taxiunternehmen sich von der Kasse.
Leider nicht. Zumindest nicht in den letzten fünf Jahren, denn ich bin damit schon reingefallen. Die Techniker jedenfalls hat nichts gezahlt, und ich musste die über 100 € selbst berappen.
Zitat von lenita im Beitrag #183Meiner Mutter wurde mitgeteilt, sie müßte abgeholt werden und dürfte die ersten 24 Stunden nicht alleine zu Hause sein. Sonst könnte sie nicht operiert werden. So stand es meiner Erinnerung nach auch in den Aufklärungspapern.
Kommt sicher auch auf die Praxis an.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Zitat von Kleinfeld im Beitrag #167und ich dann gefragt habe, wie Menschen das machen, die niemanden haben.
Das mit dem "niemanden haben" sollte man aber auch mal hinterfragen.
Ich rechne damit, dass ich mir jetzt auch Unmut zuziehen werde, aber ich möchte mal als Frage in den Raum stellen, ob es der Solidargemeinschaft zuzumuten ist, dass sie für Patienten, die angeben, "niemanden zu haben", der für ein paar Stunden, ggf. auch über Nacht, bei ihnen bleibt, aufkommen muss in dem Sinn, dass nur aus solchen Gründen (ich rede hier nicht vom medizinischen Gründen!) ein stationärer Aufenthalt gerechtfertigt wird. [quote]
Sondern? Wie soll die Lösung aussehen?
Ich finde es eher unverschämt, dass man davon ausgeht dass Leute jemanden haben. Und dass man gewisse Operation nicht durchführen lassen kann, wenn man keinen hat, kann ja wohl kaum der Fall sein.
Zitat von mytholon im Beitrag #180Diese Option der selbst bezahlten Übernachtung hatte ich gar nicht auf dem Schirm, klingt aber gut und ist vielleicht in manchen Fällen die Lösung?
Es kommt darauf an, wie teuer eine Nacht im Krankenhaus ist.
Zitat von -franzi- im Beitrag #184Einen Transportschein von der Krankenkasse bekommt man meines Wissens erst ab pflegegrad 3, und natürlich nur mit Genehmigung. Und ja, ansonsten ernte man ein Schulter zocken
Mein Vater hatte keinen Pflegegrad, bekam trotzdem immer einen Taxischein wenn er zur Chemo musste. Er hat nur 10 Euro Zuzahlung geleistet.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Als ich vor meiner Augen OP das Vorgespräch hatte, bin ich gefragt worden, ob ich jemanden dabei haben werde, der mich heim fährt. Sonst hätte das die Praxis organisiert.
Meiner Mutter wurde mitgeteilt, sie müßte abgeholt werden und dürfte die ersten 24 Stunden nicht alleine zu Hause sein. Sonst könnte sie nicht operiert werden. So stand es meiner Erinnerung nach auch in den Aufklärungspapern.
Genau, das ist doch unmöglich.
Bei mir steht auch irgendwann eine graue Star Operation an, und ich habe keinen, der mich dann 24 Stunden lang betreut. Kann ich mich da nicht operieren lassen oder was? Nee, ich finde es unmöglich, so etwas abzuwälzen auf die Patienten.
Zitat von -franzi- im Beitrag #184Einen Transportschein von der Krankenkasse bekommt man meines Wissens erst ab pflegegrad 3, und natürlich nur mit Genehmigung. Und ja, ansonsten ernte man ein Schulter zocken
Mein Vater hatte keinen Pflegegrad, bekam trotzdem immer einen Taxischein wenn er zur Chemo musste. Er hat nur 10 Euro Zuzahlung geleistet.
Hängt vielleicht von der Kasse ab.
Ich kenne nur den Ärger mit der KK und entsprechende verweigerungen.
Ich habe gerade so einen Fall als Patienten: Anfang 70, ohne Frau und Kinder in einem Seitental des Schwarzwaldes lebend. Hat dort ein Haus von den Eltern geerbt, das allerdings am Berg steht und sich über mehrere Ebenene hinzieht. So, nun hat der eigentlich fitte Mann sich unglücklich das Bein gebrochen. 1 Woche Kkh nach OP, dann nach Hause. Dort kommt er aber kaum zurecht. Hat natürlich keinen Pflegegrad, da er einen solchen bisher auch nicht gebraucht oder beantragt hat. Irgendwie fällt er durchs Raster. Um in unsere Praxis zur Lymphdrainage zu kommen, braucht er ein Taxis, allerdings sind wir ca. 20 km entfernt, dort gibt es keine Praxis und alle, die näher waren, hatten keinen Termin frei. Einen Taxisschein bekommt er nicht, da nicht mindestens Pflegegrad 3, so die Krankenkasse. Er darf aber das Bein nicht belasten und läuft an Stöcken, wie also soll er zu uns kommen? Er hat leider niemanden, der ihn fahren könnte und selbst kann er es in nächster Zeit ja nicht. Eine Haushaltshilfe ist laut seiner Kasse auch nicht vorgesehen.
Soll er sich jetzt in die Kurzzeitpflege einweisen lassen? Zumal er da auch wohl nicht direkt aufgenommen wird mangels Plätzen. Außerdem wäre das ja deutlich teurer, als ihm 2 x die Woche ein Taxis zu bezahlen und für ein paar Stunden in der Woche vielleicht noch eine Haushaltshilfe. Vertrackt!
Zitat von Farfalle im Beitrag #172Ich bin schon nach stationärem Aufenthalt mit dem Taxi nach Hause gefahren. Habe einen Taxischein bekommen. Da muss nix vorher genehmigt werden. Man gibt den Schein dem Fahrer und der Rechner am Ende die Selbstbeteiligung aus. 10 % muss man zahlen. Die 90 % holt das Taxiunternehmen sich von der Kasse.
Leider nicht. Zumindest nicht in den letzten fünf Jahren, denn ich bin damit schon reingefallen. Die Techniker jedenfalls hat nichts gezahlt, und ich musste die über 100 € selbst berappen.
Ich habe es in den letzten 5 Jahren 2x beanspruchen muessen. Es gab keine Probleme.
Zitat von mytholon im Beitrag #180Diese Option der selbst bezahlten Übernachtung hatte ich gar nicht auf dem Schirm, klingt aber gut und ist vielleicht in manchen Fällen die Lösung?
Eine Nacht im KH? Meiner Meinung nach unbezahlbar, da das sicher mehrere 100€ kostet. Ich musste letzte Woche, um eine Übernachtung im KH kämpfen, weil anders als geplant letztlich medizinisch, nach dem Eingriff, doch keine Übernachtung nötig war. Das hätte aber bedeutet, dass ich ab 20 Uhr 3 Stunden mit dem Zug und Gepäck hätte zurück fahren müssen. Zum Abholen hatte ich niemanden mit Auto. Kräftemäßig hätte ich das nicht geschafft. Der Arzt hatte ein einsehen und hat mir ein Bett besorgt.
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
Zitat von -franzi- im Beitrag #191Ich kenne nur den Ärger mit der KK und entsprechende verweigerungen.
Darüber kann ich ein Buch schreiben.
Aber im Fall meines Vaters hat es gut geklappt.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Na, um ins KH zu kommen und vor allem danach wieder nach Hause.
Ich dachte, ihr wart da? Deshalb die Frage.
Generell muß eine solche Fahrt verordnet werden („Taxischein“), und bei „ohne höheren Pflegegrad/Schwerbehinderung“ auch von der KK genehmigt.
Komplett unverständlich ist es, daß das so nur bei ambulanten Ops gehandhabt wird - bei stationären muss die Verordnung ja nicht erst genehmigt werden.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Kleinfeld im Beitrag #167und ich dann gefragt habe, wie Menschen das machen, die niemanden haben.
Das mit dem "niemanden haben" sollte man aber auch mal hinterfragen.
Ich rechne damit, dass ich mir jetzt auch Unmut zuziehen werde, aber ich möchte mal als Frage in den Raum stellen, ob es der Solidargemeinschaft zuzumuten ist, dass sie für Patienten, die angeben, "niemanden zu haben", der für ein paar Stunden, ggf. auch über Nacht, bei ihnen bleibt, aufkommen muss in dem Sinn, dass nur aus solchen Gründen (ich rede hier nicht vom medizinischen Gründen!) ein stationärer Aufenthalt gerechtfertigt wird.
Und ich spreche nicht von der 85jährigen Witwe ohne Kinder, die mehr schlecht als recht in ihrer Zweiwimmerwohnung allein zurecht kommt. Diese hat in den meisten Fällen auch irgendeine Nebenerkrankung, mit der sich ein stationärer Aufenthalt rechtfertigen lässt. Sondern ich meine junge Menschen und solche mittleren Alters, die mitten im Leben stehen. Junge Menschen mit den sprichwörtlichen 300 Facebook-Freunden, die sich dann aber von niemanden abholen lassen können. 50jährige geschiedene Workaholics, deren Kinder und Freunde natürlich auch in ihren jeweiligen Jobs absolut unabkömmlich sind und deshalb nicht in Betracht kommen.
Ich finde das eine ziemlich überhebliche Betrachtungsweise.
Ja, genau bei denen kann es genauso schwierig sein. Weshalb soll nur ältere Menschen niemand haben, der sich default-mässig um sie kümmert? Wenn keiner da ist, ist keiner da! Egal, ob 30 oder 80.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.