Es gibt spezialisierte Rechtsanwälte im Betreuungsrecht die nicht nur beraten und Verträge für den Notar ausarbeiten. Sondern auch die Betreuung anschließend übernehmen.
Zitat von Martissa im Beitrag #101Es gibt spezialisierte Rechtsanwälte im Betreuungsrecht die nicht nur beraten und Verträge für den Notar ausarbeiten. Sondern auch die Betreuung anschließend übernehmen.
Und das sind eben die Berufsbetreuer. Da gibt es in meinem Umfeld schlechte Erfahrungen und ich kenne auch unschöne Berichte aus der Tageszeitung. Natürlich muss das nicht so sein, aber so arg selten ist es nicht.
Mir ging es darum, dass ich niemanden habe, den ich als Betreuer:in in die VV aufnehmen könnte, weil - wie geschrieben - mein kleiner Freundeskreis mindestens so alt ist wie ich, teils aber auch deutlich älter. Die Person, die ich aktuell in meiner VV habe, ist auch schon 76.
Bei meiner Großmutter hat Ende der 90er ein Jugendfreund meines da schon längst verstorbenen Vaters auf meinen Wunsch die Betreuung übernommen. Er war für mich eine Vertrauensperson. Für die schwer demente Großmutter wäre er auch eine gewesen. Er hatte auch das Standing, dem A*** von psychiatrischen Gutachter entgegenzutreten und er hat mich in emotional schwierigen Entscheidungen unterstützt. Er kannte sich auch in finanziellen und rechtlichen Dingen aus, da er vor dem Ruhestand eine Wirtschaftsprüfer-Kanzlei geführt hat. Aber so jemand wird sich für mich wohl nicht finden.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Zitat von Martissa im Beitrag #101Es gibt spezialisierte Rechtsanwälte im Betreuungsrecht die nicht nur beraten und Verträge für den Notar ausarbeiten. Sondern auch die Betreuung anschließend übernehmen.
Und das sind eben die Berufsbetreuer. Da gibt es in meinem Umfeld schlechte Erfahrungen und ich lenne auch unschöne Berichte aus der Tageszeitung. Natürlich muss das nicht so sein, aber so arg selten ist es nicht.
Kommt darauf an. Wir haben im Freundeskreis einen Rechtsanwalt, der das für eine Freundin gemacht hat. Er ist kein Berufsbetreuer. Er hat es als Freundschaftsdienst gemacht und lehnte ab, als ich fragte, ob er das z. B. für unsere demente Nachbarin machen würde. Weil es viel zu wenig Geld für die aufgewendete Zeit gibt.
Wenn man jetzt das Geld hat, könnte man rechtzeitig verfügen, dass ein solcher spezialisierter Rechtsanwalt angemessen entlohnt wird - dann würde der das auch sicher machen.
In wohlhabenden Einzelfällen sicher eine hervorragende Lösung, die aber leider nicht auf Ottilie Durchschnittsverdienerin geschweige Empfänger von Grundsicherung im Alter übertragbar ist.
Denen, die sich dies leisten können, sei es aber selbstverständlich gegönnt!
Zitat von Martissa im Beitrag #101Es gibt spezialisierte Rechtsanwälte im Betreuungsrecht die nicht nur beraten und Verträge für den Notar ausarbeiten. Sondern auch die Betreuung anschließend übernehmen.
Und das sind eben die Berufsbetreuer. Da gibt es in meinem Umfeld schlechte Erfahrungen und ich lenne auch unschöne Berichte aus der Tageszeitung. Natürlich muss das nicht so sein, aber so arg selten ist es nicht.
Kommt darauf an. Wir haben im Freundeskreis einen Rechtsanwalt, der das für eine Freundin gemacht hat. Er ist kein Berufsbetreuer. Er hat es als Freundschaftsdienst gemacht und lehnte ab, als ich fragte, ob er das z. B. für unsere demente Nachbarin machen würde. Weil es viel zu wenig Geld für die aufgewendete Zeit gibt.
Wenn man jetzt das Geld hat, könnte man rechtzeitig verfügen, dass ein solcher spezialisierter Rechtsanwalt angemessen entlohnt wird - dann würde der das auch sicher machen.
Das würde ich jederzeit machen, aber das ist dann auch ein fremder Mensch. Und in dem Angebot einer Großstadt jemanden finden, stelle ich mir sehr schwierig vor.
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Zitat von Tigerente im Beitrag #103 Wenn man jetzt das Geld hat, könnte man rechtzeitig verfügen, dass ein solcher spezialisierter Rechtsanwalt angemessen entlohnt wird - dann würde der das auch sicher machen.
Nun- spezialisiert heißt ja auch nur, für die Betreuung ausgebildet (wie bei den ehrenamtlichen Betreuern). Die bezahlten Stunden sind am Anfang - 5 im Monat - a` (ich mein zu) 44,-€- also sattes Geld - wie schnell 5 Stunden aufgebraucht sind, kann sich jeder vorstellen. Wenn man bedenkt, dass ein RA einen Stundensatz von 200- 300 Euro nimmt.....braucht es schon VIEL Geld hintendran, um eine ausgewogene Bezahlung für einen RA zu garantieren. Im übrigen wird es vermutlich nicht erlaubt sein, dass man als Berufsbetreuer vom Gericht bestellt wird und sich noch separat bezahlen lässt. Dazu ist es angreifbar, wenn man selbst Anwalt ist und dann - sozusagen sich selbst- die Aufträge auf diese Weise vermittelt. RAè, die Berufsbetreuer sind, geben daher solche Vorgänge an andere Rechtsanwälte weiter.
ps- aufgrund der schlechten Bezahlung und weil man für mehr als 5 Stunden, auch kein Geld bekommt, ist es üblich, zig Betreuungen zu übernehmen- die angesetzte Stundenzahl reduziert sich auch im Laufe der Zeit.
Zitat von kenzia im Beitrag #106 Im übrigen wird es vermutlich nicht erlaubt sein, dass man als Berufsbetreuer vom Gericht bestellt wird und sich noch separat bezahlen lässt. Dazu ist es angreifbar, wenn man selbst Anwalt ist und dann - sozusagen sich selbst- die Aufträge auf diese Weise vermittelt. RAè, die Berufsbetreuer sind, geben daher solche Vorgänge an andere Rechtsanwälte weiter.
Das kann gut sein.
Generell ist es halt gut, wenn man so vorsorgt, dass man gar nicht erst durch einen Berufsbetreuer betreut werden muss. Das ist sehr schwierig, wenn man keine Freunde oder Verwandten hat, denen man 100%ig vertraut, dass sie zum eigenen Besten entscheiden würden.
Ich kenne mich mit den rechtlichen Aspekten nicht aus, aber wird hier nicht immer empfholen, genau das zu vermeiden, dass "irgendwer" einen betreut, indem man eine Vorsorgevollmacht macht? Wäre es nicht möglich, da eine Person zu bevollmächtigen, die man "von Amts wegen" (z. B. ein Anwalt) für vertrauenswürdig hält?
Zitat von mytholon im Beitrag #104In wohlhabenden Einzelfällen sicher eine hervorragende Lösung, die aber leider nicht auf Ottilie Durchschnittsverdienerin geschweige Empfänger von Grundsicherung im Alter übertragbar ist.
Denen, die sich dies leisten können, sei es aber selbstverständlich gegönnt!
Das ist immer das Problem. Bei allem im Leben. Ottilie Normalverbraucherin muss, wenn sie in die Lage kommt, sich Leistungen "kaufen" zu müssen, nehmen was sie kriegen kann.
Ich denke manchmal, man sollte sich wieder darauf besinnen, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, und einen so "diversen" Freundeskreis wie möglich haben (auch und gerade altersmäßig). In dem man sich gegenseitig hilft, wen Not am Mann oder an der Frau ist.
Wir können nicht immer erwarten, dass Institutionen, Versicherungen etc. alles regeln, gerade wenn es im Endeffekt ja um Menschliches geht.
Zitat von mytholon im Beitrag #104In wohlhabenden Einzelfällen sicher eine hervorragende Lösung, die aber leider nicht auf Ottilie Durchschnittsverdienerin geschweige Empfänger von Grundsicherung im Alter übertragbar ist.
Denen, die sich dies leisten können, sei es aber selbstverständlich gegönnt!
Womit sich wieder zeigt, dass man ordentlich Knete haben muss wenn man im Alter überleben will.
Zitat von kenzia im Beitrag #106 Im übrigen wird es vermutlich nicht erlaubt sein, dass man als Berufsbetreuer vom Gericht bestellt wird und sich noch separat bezahlen lässt. Dazu ist es angreifbar, wenn man selbst Anwalt ist und dann - sozusagen sich selbst- die Aufträge auf diese Weise vermittelt. RAè, die Berufsbetreuer sind, geben daher solche Vorgänge an andere Rechtsanwälte weiter.
Das kann gut sein.
Generell ist es halt gut, wenn man so vorsorgt, dass man gar nicht erst durch einen Berufsbetreuer betreut werden muss. Das ist sehr schwierig, wenn man keine Freunde oder Verwandten hat, denen man 100%ig vertraut, dass sie zum eigenen Besten entscheiden würden.
Ich kenne mich mit den rechtlichen Aspekten nicht aus, aber wird hier nicht immer empfholen, genau das zu vermeiden, dass "irgendwer" einen betreut, indem man eine Vorsorgevollmacht macht? Wäre es nicht möglich, da eine Person zu bevollmächtigen, die man "von Amts wegen" (z. B. ein Anwalt) für vertrauenswürdig hält?
Ehrlich, ich habe keine Ahnung.
Bevollmächtigen ist bevollmächtigen- dann hat jemand die Vollmacht. Ein Betreuer hat sich letztlich vor Gericht zu verantworten (auch vollkommen egal ob Ehrenamt oder Berufsbetreuer und dann kann eben Missbrauch von zB Geldern, nicht so einfach passieren).
Man darf auch einfach nicht unterschätzen WIE VIEL Arbeit es ist, wenn man einen Mensch begleitet. Und ein Betreuer- siehe alleine angesetzte Stundenzahl- kauft keine neuen Schuhe oder interessiert sich nicht für die verschmutzten Hörgeräte- das sind alles "soziale Leistungen", die einen Betreuer nicht interessieren, da er "rechtlicher Betreuer" ist. Also zB zum Arzt begleiten- auch das macht kein Betreuer- der sorgt nur dafür, dass ein Taxischein erstellt wird.
Ich glaube, gesucht wird immer ein "sozialer Betreuer"- den man aber nicht über das Gericht bekommt und was auch ein hohes Maß an Menschlichkeit bedeutet- viel Einsatz von Zeit, Empathie und Energie. Dafür Menschen zu finden IST schwer- Haushaltshilfe über die KK ist vielleicht noch eine gute Option für einen bestimmten Zeitraum.
Was das Alter angeht- hat der, der keinen hat, der sozial nach ihm schaut- wahrhaftig keine gute Karten.
Zitat von -franzi- im Beitrag #109 Womit sich wieder zeigt, dass man ordentlich Knete haben muss wenn man im Alter überleben will.
Mittlerweile glaube ich dazu gar nichts mehr- habe in unterschiedliche Altenheime Einblick und ob du in einem Heim lebst und Sozialhilfe brauchst oder in einem teuren Altenheim bist- sagt einfach NICHTS darüber aus, wie gut du versorgt bist. Manch kleines AH ist sozial besser aufgestellt als teure Kliniken - es gibt schlicht keine Garantie.
Man holt sich eine polnische Kraft und hat für die das Geld? Wer sagt dir, dass du dabei gut versorgt bist? Du bist doch nur alleine mit derjenigen!
Seien wir doch ehrlich- solange wir noch widersprechen können, solange wir uns noch wehren können- solange ist noch alles im Rahmen. Aber die wirkliche Versorgung beginnt doch da, wo wir RICHTIG auf die Hilfe angewiesen sind und ausgeliefert - und dazu gibt es einfach keine Garantie. Familie kann noch gut sein, aber selbst da......wie erzählte letztens eine Kraft, dass die Frau zum Tennis ist und die Mutter zuhause "eingeschlossen wurde" in der Zeit- aber Hauptsache "Familie" ??
@Katelbach Kennst du Wohnen für Hilfe? Da bietet man vergünstigten Wohnraum an für Studierende an nach der Formel: 1 m² Wohnfläche = 1 Stunde Hilfeleistung im Monat. Nebenkosten müssen bezahlt werden. Was man sich unter Hilfeleistung vorstellt, wird vorher vertraglich vereinbart. So helfen die Studierenden beispielsweise bei Einkäufen, im Haushalt oder Garten, begleiten bei Arztbesuchen oder gehen mit den Senioren/-innen spazieren.
Solange man noch nicht zum Vollpflegefall geworden ist, bei dem ein Heimplatz für Alleinstehende sowieso unausweichlich wird, wäre das vielleicht eine Möglichkeit noch längere Zeit im eigenen Zuhause zu verbringen.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Zitat von Nocturna im Beitrag #112@Katelbach Kennst du Wohnen für Hilfe? Da bietet man vergünstigten Wohnraum an für Studierende an nach der Formel: 1 m² Wohnfläche = 1 Stunde Hilfeleistung im Monat. Nebenkosten müssen bezahlt werden. Was man sich unter Hilfeleistung vorstellt, wird vorher vertraglich vereinbart. So helfen die Studierenden beispielsweise bei Einkäufen, im Haushalt oder Garten, begleiten bei Arztbesuchen oder gehen mit den Senioren/-innen spazieren.
Wenn Studenten sich auf einen solchen Handel einlassen, dann in 99 Prozent der Fälle wegen Geld, was nicht automatisch heißt, dass sie überhaupt in der Lage sind, die erforderliche Hilfe zu leisten, geschweige denn, es gern zu tun. Ich weiß nur, dass ich das nicht wollen würde. Und all das, was ich für meinen Mann mache, würde ich auch niemals für jemand anderen machen wollen, ich könnte es nicht. Ebenso wenig soll das ein Angehöriger oder ein fremder Mensch für mich tun. Ich war und bin Zeit meines Lebens eine do it yourself Frau, habe immer alles selber gemacht und werde das auch weiterhin tun. Hier ist übrigens der link zur Sterbehilfe: https://www.sterbehilfe.de/ueber-uns/ Da ist eigentlich alles sehr gut erklärt. Die deutsche Zweigstelle in Hamburg ist nicht weit von mir entfernt, und ich hole mir demnächst einen Termin für ein Gespräch. Wenn ich dann Mitglied geworden bin, wird das für mich eine gute Versicherung gegen (für mich) unerträgliche Lebensumstände sein. Muss ja nicht mal sein, dass ich das tatsächlich in Anspruch nehme, aber es ist dann eine beruhigende Option.
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Kenne ich, @Nocturna Das habe ich auch im Hinterkopf. Für später.
Jetzt mit demnächst 68 höre ich gerade auf zu arbeiten und ich brauche keine Hilfe. Hoffentlich noch möglichst lang.
Hauptsächlich beschäftigt mich die Frage, wie es später laufen kann. Vor allem eben die Betreuung, falls sie nötig wird. Und da ich vom Teenageralter bis fast 50 in die Pflege und dann vor allem ins Pflegemanagement meiner 3 letzten Familienmitglieder (eine 25 Jahre krank, die anderen beiden unterschiedlich dement) involviert war, habe ich in dem ganzen Bereich (selber pflegen, eingekaufte Pflege, Pflegedienste, Transporte, Essen auf Rädern, Heime, Betreuung ...) viel Erfahrungen - nicht nur positive.
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@Wendy Da geht es um Einkaufen, Rasenmähen, evtl. mal was kochen oder mal zum Arzt fahren. Nicht um körpernahe Tätigkeiten oder putzen. Die Student:innen brauchen ja auch Zeit fürs Studium.
Was für mich da wichtig wäre: Ich müsste vorher umbauen. Ich lebe ziemlich offen, keine Türen außer Badtüren, da geht das nicht mit Fremden.
*edit: Mir gefiele aber auf jeden Fall die Idee, die andere, kleinere Wohnung im Haus an eine Tiermedizin-Studentin in einem höheren Semester günstig zu vermieten. Das würde mir vielleicht viel Fahrerei ersparen.*
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So etwas sah ich vor einiger Zeit in unserem Lokalsender, da eine Unistadt in der Nähe ist. Gezeigt wurden 2 junge ausländische Studenten, die bei einer alten Dame gegen Hilfe in deren riesigem Haus lebten. Es wurde der Rasen gemäht, geputzt, eingekauft und regelmäßig gemeinsam Kaffee getrunken und sich unterhalten. Die alte Dame war allerdings geistig voll auf der Höhe, und ihre Tochter kam regelmäßig vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Das Ganze lief über einen bei der Uni angedockten Verein als Kontrollinstanz zur Vermeidung von Schindluder. Letzteres halte ich auch für zwingend notwendig, und es kommt nur für Menschen in Betracht, die in Uninähe ihre zu große Immobilie haben.
Zitat von Katelbach im Beitrag #114Hauptsächlich beschäftigt mich die Frage, wie es später laufen kann. Vor allem eben die Betreuung, falls sie nötig wird.
Kann ich gut verstehen, allerdings gibt es auch die Möglichkeit, dass du es gar nicht brauchst.
Es gibt auch Senioren, denen eine gute Gesundheit vergönnt ist. Meine Nachbarin hier ist heuer 88 geworden und bearbeitet gerade ihr Gemüsebeet. Ja, sie hat sich letztes Jahr den Arm beim Gärtnern gebrochen und war kurzfristig auf Hilfe angewiesen. Die haben ihr ihre Kinder auch organisiert, Putzhilfe und vorübergehender Pflegedienst. Aber letztlich wäre diese Frau auch mit Wohnen für Hilfe und etwas Nachbarschaftshilfe über die Runden gekommen.
Zitat von Katelbach im Beitrag #115Was für mich da wichtig wäre: Ich müsste vorher umbauen. Ich lebe ziemlich offen, da geht das nicht mit Fremden.
Immerhin hast du Optionen, die ein anderer nicht hat. Und du könntest auch ganz legal eine Haushaltshilfe beschäftigen gegen Geld, die x Stunden pro Woche zu dir kommt.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Zitat von Katelbach im Beitrag #115@Wendy Da geht es um Einkaufen, Rasenmähen, evtl. mal was kochen oder mal zum Arzt fahren. Nicht um körpernahe Tätigkeiten oder putzen. Die Student:innen brauchen ja auch Zeit fürs Studium.
Genau, es geht um all die Dinge, die auf eine Art regelmäßig und gleichzeitig gelegentlich anfallen (manche Ärzte erreicht man selbst, zu manchen muss man evtl. gefahren werden, ähnliches mit dem Rasen und so Zeugs). Vor allen Dingen um genau die Dinge, die eben nicht anderweitig abgedeckt sind, genau dieser ganze Kleinkram, das was unter "Alltagshilfe" fällt. Es gibt auch Altenwohnstifte, die einzelne Wohnung an Studis vermieten, auch gegen Hilfe, und diese Hilfe kann von Spazierengehen über Zeitung vorlesen oder "beim Ausflug in die Stadt mit dem Minibus begleiten" bis hin zu "dem überlasteten Hausmeister beim Stühlerücken für eine Veranstaltung helfen" gehen. Wobei hauptsächlich "soziale" Dinge gemeint sind, weil auch der Kontakt zwischen "jung und alt" angestrebt ist.
Mein Sohn könnte sich so was auch super vorstellen, wenn er demnächst zum Studium auszieht.
Diese Optoionen habe ich und habe sie auch schon genutzt, als ich nach meiner COPVID-Infektipn noch so lange niocht wieder auf die Beine kam.
Aber: Ich sehe das Alter tatsächlich hauptsächlich negativ, was an den familiären Erfahrungen liegt. Ich glaube schon, dass es anders und auch gut laufen kann. Aber ich habe keine erträglichen Rollenbilder fürs Alter gelernt, wenn ich meine winzige Familie anschaue ... Großväter mit/vor 50 gestorben, Vater auch. (Übrigens auch mein Mann.) Ich denk mir oft, die haben es noch am besten getroffen.
Mutter ab Mitte 50 bis 79 schwerst rheumakrank und dadurch schwerbehindert und hilfs-/pflegebedürftig. Großmütter dement - eine ab ca. 70, die andere ab Ende 80 inkl. Einweisung in eine geschlossene Abteilung eines Pflegeheims (ihren Garten hat sie aber bis dahin schon noch bearbeitet).
Keine schöne Perspektive.
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Katelbach, ich kann das alles nachempfinden. Ich bin vor 13 Jahren quasi mit der Nase auf all die unliebsamen Aspekte des Alterns gestoßen worden. Seitdem weiß ich leider nur zu gut, was das Alter anrichten kann. Natürlich nicht muss - ich selber bin das beste Beispiel dafür. Aber drei Jahre tägliche Besuche in einem Pflegeheim und dann Umzug in eine Seniorenwohnung zeigten und zeigen mir überdeutlich, dass Menschen Dinge zustoßen können, mit denen sie nie gerechnet haben, und das einzig und allein, weil sie alt sind. Ich weiß nicht genau, wie viele Menschen seit unserem Einzug hier im Haus z.B. schon gestorben sind, aber allein auf unserem Flur mit 5 Wohnungen waren es in 10 Jahren 5. Das ist deprimierend. Nein, ich bin auch kein Freund des Alters und würde es nie schönreden. Es gibt auf der ganzen Linie zu viele Verluste, und zu denen, die 100 Jahre alt werden wollen, gehöre ich definitiv nicht. Daher auch meine Idee mit dem eventuellen Notausgang.
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Ich glaube, der eventuelle Notausgang ist auf jeden Fall für einen selbst gut, damit man das Gefühl hat, die Wahl zu haben.
Letztlich aber glaube ich, dass die meisten Menschen gern leben, und wenn man älter wird oder je älter man wird, desto mehr schränkt man sich selbst ein und kann auch mit der Einschränkung des Alters zurechtkommen und trotzdem im Leben Schönes finden. Und solange man Schönes findet, möchte man vielleicht gar keinen NotAusgang betreten.
Zitat von Wendy im Beitrag #121 Aber drei Jahre tägliche Besuche in einem Pflegeheim und dann Umzug in eine Seniorenwohnung zeigten und zeigen mir überdeutlich, dass Menschen Dinge zustoßen können, mit denen sie nie gerechnet haben, und das einzig und allein, weil sie alt sind.
Aber Menschen können immer Dinge zustoßen, mit denen sie nie gerechnet haben. Einzig und allein, weil sie Pech haben, egal ob sie durch eine Krankheit pflegebedürftig werden oder sterben, oder durch einen Unfall. Und das kann auch jüngeren Menschen geschehen.
Ich war 30 Jahre alt, als ich eine tiefe innere Krise hatte, weil ich zu einer geplanten, aber etwas größeren OP in Krankenhaus musste, aber aufgrund von mehreren beruflich bedingten Umzügen in den Jahren zuvor in der neuen Stadt kaum jemanden eng genug kannte, um ihn zu bitten, mir evtl. mal saubere Wäsche ins KH zu bringen oder so. Am Ende kamen meine Eltern vorbei und unterstützten. Mich hat das tief getroffen, dass ich da kein "soziales Netz" hatte, und es hat mich sehr bestärkt, mein Leben so zu gestalten, dass ich nicht mehr alle paar Jahre umziehen muss, und dass ich stabile soziale Beziehungen "vor Ort" haben kann. Das wird natürlich im Alter ein Problem, wenn die gleichalt, älter oder nur unmerklich jünger sind und ähnlich gebrechlich werden oder wegsterben. Insofern - immer "jung" bleiben und auch Freunde haben, die 10 oder 20 Jahre jünger sind als man selbst.
Bei den Mietwohnungen im Umfeld würden die Vermieter sicher keinen Umbau für die Kurbel-Rollos ermöglichen, so lange die bisherigen (schwer händelbar) funktionieren. Der Großteil der Rollos war in manchen Wohnungen noch mechanisch, in anderen elektrisch.
Die Toiletten im Umfeld sind meist separat mit kleinem Kaltwasser-Waschbecken. Dieses Po-Dusche-Plastikdingens ist ein Witz, wird für die Autoreinigung manchmal benutzt.
Die Tante (wir hatten keinen regelmäßigen Kontakt zu ihr in den letzten Jahrzehnten und ihr Kind wohnte weit weg) hatte nur wenige Monate die Unterstützung mit zwei Rollatoren im OG und EG bis zum finalen Sturz mit dem 2.Rollator beim Hauseingang. Sie fuhr bis Anfang 80 noch Auto und Fahrrad und mit dem Bus zum Hausarzt. Sie hatte Glück und musste nicht ca. 50 Treppenstufen zur Bahn, Bus steigen, wie es bei mir der Fall wäre. Schon alleine ohne schwere Taschen, Gepäck für Reise oder mit Kinderwagen ist es nicht ganz einfach, zur nächst gelegenen Bahn zu gelangen, außer man geht den zigfachen Umweg. Da hatte die Tante Glück, sie hatte die ebene Bushaltestelle 20 m vom Hauseingang entfernt, wenn sie zum Hausarzt fuhr.
Alle Geschäfte, Café, Bank, Apotheke, Friseur, Bäcker, Discounter, Kleidergeschäft (sie hatte kein Internet), Sozialstation, Bestatter waren fußläufig.
Sie hatte eine sehr hilfreiche Nachbarschaft. Eine Nachbarin hat ihre Wäsche gewaschen, andere kauften regelmäßig ein. Ab und zu wurde sie auch zu Arztterminen außerhalb gefahren. Sie war die Jahrzehnte davor sehr kontaktfreudig und aktiv in mehreren Vereinen (mit den Vereinen verreiste sie ständig oder machte Wanderungen). Sie hätte eigentlich noch länger in ihrer komfortablen Wohnung im 2. OG mit riesiger Terrasse wohnen können.
Sie war gewohnt, dass sie täglich viele Kontakte zum Austausch hatte, was mir z.B. viel zu viel wäre.
Alles im Alltag (Essen, Kleidung, Medikamente) war gut organisiert, allerdings nicht die erforderlichen wichtigen Anträge, Behördenschriftverkehr, Gesundheitsangelegenheiten, Mails, Dokumente ausfüllen, Erstattungen anfordern, Witwenrente beantragen Telefonate etc. Das war das Hauptproblem. Alle, die den Versuch unternahmen zu helfen, scheiterten, da die notwendigen offiziellen Dokumente unauffindbar waren oder irgendwo im oft ungeöffneten Posteingang (Berge auf dem Esstisch und anderswo) lagen. Etliche Ämter benötigteen beglaubigte Dokumente oder waren schlecht erreichbar. Ein kompetentes RA-Büro mit den entsprechenden Mitarbeitern hat es dann übernommen, alles zu regeln. Das ist die Kurzfassung.
Mir wäre wichtig, dass ich noch lange selber mit dem Auto fahren kann, aus Gründen. Es ist einfach viel leichter, für mich selber zu sorgen mit dem Auto.
Mit den Öffentlichen wäre es sehr umständlich und anstrengend. Sollte ich mal nicht mehr selber fahren können, gibt es einige, die mich fahren würden und mich auch so jederzeit unterstützen werden, natürlich nicht täglich.
Mehrmals wurde dieser sehr leichte Rollator Acre Ultralight empfohlen (nicht ganz billig), 4,8 kg:
Der Carbon Ultralight Rollator lässt sich flach zusammenfalten und ist im zusammengeklappten Zustand nur 25 cm breit.
Er kann leicht in den Kofferraum eines Autos gehoben werden und wir haben noch keinen Kofferraum gefunden, in den er nicht passt. Die Maße für den gefalteten Rollator betragen: 66 x 25 x 80 cm.
ZitatMehrmals wurde dieser sehr leichte Rollator Acre Ultralight empfohlen (nicht ganz billig), 4,8 kg:
Der Carbon Ultralight Rollator lässt sich flach zusammenfalten und ist im zusammengeklappten Zustand nur 25 cm breit.
Er kann leicht in den Kofferraum eines Autos gehoben werden und wir haben noch keinen Kofferraum gefunden, in den er nicht passt. ie Maße für den gefalteten Rollator betragen: 66 x 25 x 80 cm.
Sehr viel wichtiger als das Packmaß sind bei Rollator und Faltrollstuhl die Breite im aufgeklappten Zustand. Die Türbreiten sind z. B. bei Speisekammern/begehbarer Putzschrank oft extrem schmal.
Ich habe in meiner Wohnung ein Exemplar mit nur 55 cm Durchlass. (Zum Vergleich: Wohnungtüre 90 cm, Zimmertüren 80 cm, Badtüre 65 cm hier.)