Soo schlecht waren viele Tarifabschlüsse in den letzten 5 Jahren auch nicht. Viele fühlen sich hier anscheinend so, als seien sie zu kurz gekommen, aber wie man am Beispiel der Rentner sieht, war die Erhöhung so schlecht gar nicht. Die jährlich gestiegenen Durchschnitts- und Mediangehälter zeigen das ja ebenfalls.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Das stimmt schon. Nur wären sie eben nicht besser als die der Rentner. Ich finde dieses Aufrechnen albern, wo doch bekannt ist, dass die Renten- an die Lohnentwicklung gekoppelt ist. Ja, es gibt Inflation und ja, sie wirkt unterschiedlich, aber Rentner stehen da auch nicht schlechter da als Arbeitender in den niedrigeren Lohnklassen. Im Gegenteil, die Negativentwicklung blieb ihnen sogar erspart.
Eigentlich hätte nämlich schon längst der Nachhaltigkeitsfaktor greifen müssen, der zu geringeren Erhöhungen der Rente geführt hätte. Die starke Erhöhung ist rein politisch getrieben, zahlen müssen es die kommenden Generationen.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
1. Die Rentner haben meist eine Rentenerhöhung. Wenn der Arbeitgeber nicht tarifgebunden ist, kann es durchaus sein, dass über Jahre (!) keinerlei Lohnerhöhung erfolgt. Ich kenne mittlerweile 2 Personen, die über 10 Jahre keinen Cent mehr bekommen haben. Ja, klar können die kündigen, wechseln,... aber das ist aus diversen Gründen nicht immer möglich (und dann kämen ein zweites Auto und die Fahrtkosten dazu, und die Lohnerhöhung wäre auch nicht vorhanden).
2. Zur Geschäftsfähigkeit: Jede Narkose führt meiner Meinung nach zum 24 h-Verlust der Geschäftsfähigkeit (und dem Verbot, für diese Zeit am aktiv am Verkehr teilzunehmen).
Bei der Darmspiegelung meines Mannes war ich die Begleitperson. Sie begann um 9.50 Uhr und endete mit dem Verlassen der Praxis gegen 11 Uhr. Wäre ich dann bis zum nächsten Tag um 10.30 Uhr verantwortlich gewesen? Ich bin ja auch am frühen Morgen zur Arbeit gegangen... Mein Mann wurde nur für einen Tag (dem Narkose- und Untersuchungs-Tag) krank geschrieben, am nächsten Tag hat er (nach 18 Stunden) wieder gearbeitet (und ist dazu mit dem Auto zur Arbeit gefahren). Bei meiner Magen-Darm-Spiegelung war ich drei Tage krank geschrieben: Für's Abführen, für die Untersuchung - und für die 24 h ohne Fahrerlaubnis und Geschäftsfähigkeit. Das finde ich viel fürsorglicher. Ich war dann zwar am nächsten Tag nach dem Frühstück alleine, aber über Nacht wurde ich natürlich betreut (Ehemann). Immerhin brauchte ich nicht Autofahren. In beiden Fällen rief die Praxis die Begleitperson an. Wir hätten nicht einfach ins Taxi gehen dürfen, sie entlassen nur mit Übergabe an eine definierte Betreuungsperson.
Mich durfte ein Taxifahrer mitnehmen, der mich allerdings in der Praxis abholen musste, damit ich nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehme. Danach war ich allein zu Hause.
Es scheint bei Darmspiegelungen durchaus unterschiedlich gehandhabt zu werden.
Bei meiner ersten bin ich einfach so entlassen worden (mit entsprechenden Hinweisen und der Empfehlung ein Taxi zu nehmen oder mich abholen zu lassen) ich bin dann (was vermutlich nicht wirklich vernünftig war) zu Fuß nach Hause gelaufen, weil ich mich gut fühlte. Ich hatte allerdings noch einige Zeit danach im Krankenhaus zugebracht und war zumindest wieder richtig wach.
Bei meiner zweiten hat mein Vater mich abgeholt und bei meiner dritten hat die Arztpraxis mir ein Taxi gerufen.
Nach meinen Augen-OPs hat mich ein Freund abgeholt und nach dieser Vollnarkose war ich nicht mal selbständig in der Lage den Weg zum Aufzug zu finden und stand komplett neben mir, damit hatte ich so krass nicht gerechnet. Aber bei dieser Art von OP in einer ambulanten Arztpraxis ist nichts anders vorgesehen, wer da eine private Betreuung nicht gewährleisten kann, muss den Eingriff im Krankenhaus vornehmen lassen.
Nach einer langen Zahnarztbehandlung, für die ich vorher Dormikum (Scheiß-Egal-Pille) bekommen habe, musste ich auch unterschreiben, dass ich mich abholen lasse und ich kann nur sagen, es war gut, dass ich mich habe abholen und nach Hause begleiten liess, ob wohl ich nur 700 Meter von der Zahnarztpraxis entfernt wohne .... aber ich war so im bekifften Völlig-Egal-Zustand, dass ich auch einfach direkt vor einen Bus gelaufen wäre ... mit einem entrückten Lächeln auf den Lippen. Das war mir vorher nicht so wirklich klar und die Wirkung ist vermutlich auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich und auch tagesformabhängig.
Viel absurder finde ich, das ich bei allen diesen Narkosen einen Schrieb bekam, dass ich anschließend 24-Stunden geschäftsunfähig hin und keine Verträge unteschreiben sollte ... aber trotzdem ein erläuternden Arztgespräch hatte ... an das ich mich im wesentlichen Punkten nicht erinnere.
Und letztlich haben wir es der Rechtsprechung und ihren Anforderungen an die ärztliche Haftung zu verdanken, bzw. den Patienten oder Angehörigen zu verdanken, die geklagt haben, weil sie oder ihre Angehörigen zu Schaden gekommen sind nach der Entlassung nach einen wie auch immer gearteten Eingriff.
Und nach meinen eigenen Erfahrungen würde ich mich tatsächlich immer von eine solchen Eingriff abholen lassen und sicherstellen, dass alle paar Stunden jemand nach mir sieht, ich habe aber zum Glück ein soziales Umfeld, in dem das kein größeres Problem ist. Ich vermute nämlich, dass ich bei dem Spaziergang nach meiner ersten Darmspiegelung einfach nur viel Glück hatte ... und aufgrund von Corana (Anfang 2020) war auch nicht viel Verkehr.
Zitat von ereS im Beitrag #506da die rente an das lohnniveau angepasst wird, und danach erhoeht wird, kann deine aussage so gar nicht stimmen
Ich war zu faul, das aufzudröseln, stimmt. Die Rente wird an das Lphnniveau angepasst. Allerdings wurden die negativen Lohnjahre ausgenullt, d.h. man wollte niemandem eine Rentenkürzung zumuten, bei den Löhnen war das jedoch der Fall.
Daher (und es gab noch einen Effekt, den müsste ich aber nachsehen ist die Rente stärker gestiegen als die Löhne es sind.
Das eigentlich Drama ist die Aussetzung des Nachhaltigkeitsfaktors. Es ist nämlich nicht so, dass die vorherigen Regierungen überhaupt nichts gemacht hätten. Der Nachhaltigkeitsfaktor wurde, glaube ich (?), unter Schröder eingebaut, um die explodierenden Rentenkosten zu dämpfen. Er wäre jetzt wirksam geworden und hätte die Renten gesenkt. Tja, Wahlgeschenke....
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Pia, das sind keine "Wahlgeschenke", ohne Rentenerhöhungen würden die Sozialkassen an anderer Stelle belastet werden und da käme einiges zusammen: Grundsicherung im Alter sowie Wohngeld. Es wäre ein "Nullsummenspiel" bzw. würden die, die Leistungen bisher nicht in Anspruch genommen haben bzw. knapp über der Einkommensgrenze, diese Leistungen dann in Anspruch nehmen.
Aber ... im Strangthema geht es um etwas anderes als das Rententhema.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Mich würde ja interessieren, wie das mit dieser 24-Stunden-Betreuung in der Praxis laufen soll. Es bräuchte doch zwei solcher Betreuungspersonen, denn es wird wohl niemand 24 Stunden wach sein können? Ein Eingriff, der in den nächsten 24 Stunden zu Komplikationen führen könnte, muss demnach stationär erfolgen.
Ich hatte dieses Jahr eine Darmspiegelung (leider mussten viele Polypen entfernt werden, darum darf ich nun in zwei Jahren schon wieder), und da musste ich nur unterschreiben, danach nicht Auto zu fahren. Begleitperson für die Rückreise war dann schon nur eine Empfehlung. Ich bin alleine mit dem ÖV nach Hause, wie auch schon das letzte Mal. Bushaltestelle vor dem Spital, Umstieg am HB in meine Bahn, zwei Stationen und dann noch 100 Meter zur Wohnung, also wirklich easy. Bei der Entlassung die Anweisung, den Notdienst zu rufen, falls es zu einer schweren Blutung kommt.
Jetzt stelle ich mir vor, ich müsste eine private 24-Stunden-Betreuung haben - sitzt die Nachbarin oder Freundin dann 24 Stunden im Wohnzimmer, in Hörweite meines Krankenlagers? Oder meine 89jährige Mutter? Kriegen die dann Aufputschmittel mit?
Ich hoffe einfach, die kommen hierzulande nicht auch noch auf diese Idee.
Denn wie gesagt, wenn medizinisches Personal der Meinung ist, dass das Risiko hoch ist, dass er in den 24 Stunden nach dem Eingriff zu Komplikationen kommen kann, die überwacht gehören, ist das kein Eingriff, der ambulant durchgeführt werden sollte.
Sich über andere zu ärgern ist wie Gift zu trinken und zu hoffen, dass der andere davon stirbt. - Buddha
Zitat von Campari.Soda im Beitrag #509 und da musste ich nur unterschreiben, danach nicht Auto zu fahren. Begleitperson für die Rückreise war dann schon nur eine Empfehlung.
Eigentlich finde ich das nicht in Ordnung. Der Eingriff ist doch immer gleich, warum sind die Vorschriften dann so gravierend anders? Ich werde mindestens 3 Stunden nach dem Eingriff in der Klinik überwacht und dann darf ich gehen, allerdings nur mit Begleitperson.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Zitat von Campari.Soda im Beitrag #509 und da musste ich nur unterschreiben, danach nicht Auto zu fahren. Begleitperson für die Rückreise war dann schon nur eine Empfehlung.
Eigentlich finde ich das nicht in Ordnung. Der Eingriff ist doch immer gleich, warum sind die Vorschriften dann so gravierend anders? Ich werde mindestens 3 Stunden nach dem Eingriff in der Klinik überwacht und dann darf ich gehen, allerdings nur mit Begleitperson.
Weil sie anscheinend nicht in Deutschland, sondern in einem anderen Land lebt. Ich vermute, der Schweiz.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #511Weil sie anscheinend nicht in Deutschland, sondern in einem anderen Land lebt. Ich vermute, der Schweiz.
Ah okay, kann ich ja nicht wissen.
Wobei es ja auch in Deutschland sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Wie man hier gut lesen kann.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Wobei ich immer davon ausgehe, dass der gleiche Eingriff bei jedem Menschen andere Aus-, Nach- und Nebenwirkungen haben kann. Und bis zu einem gewissen Punkt hat jede Praxis eben auch ihre eigenen Vorgaben, vielleicht weil sie (gegebenenfalls anhand ihrer mehr oder weniger speziellen Patientenstruktur) selbst unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben.
Nicht alles ist immer logisch und manchmal ändern sich auch die Richtlinien oder was auch immer.
Und für mich heißt "die nächsten 24 Stunden nicht allein" nicht, dass mich jemand tatsächlich rund um die Uhr aufmerksam betrachten muss, sondern nur, dass er gelegentlich nach mir schaut bzw. ansprechbar ist, wenn ich etwas brauche. Und das ist ja, wenn man komplett alleine ist eben nicht gegeben, weil man zB wenn plötzlich der Kreislauf weg sackt noch rufen kann, aber eventuell nicht mehr das Telefon findet oder es rutsch einem aus der Hand und man soll sich nicht bücken tbc.
Wie zB nach meine Augen-OP, ich war aufgrund der Narkose völlig daneben und hätte nicht mal den Fahrstuhl gefunden und war insofern dankbar, dass mein Freund mich aus der Praxis nach unten geführt und ins Auto gesetzt hat und mich zuhause auf die Couch verfrachtet und mir einen Tee gekocht hat. Nein er war danach nicht 24-Stunden wach und direkt an meiner Seite, aber wenn was gewesen wäre, hätte ich ihn rufen können und alle paar Stunden hat er mal aktiv nach mir geschaut, ob ich noch lebe und ob ich was brauche. Wenn er es nicht gemacht hätte, hätte ich Nachbarn gebeten, oder eine andere Freundin wäre vorbei gekommen oder ich hätte sonst einen Weg gefunden.
Wenn ich niemanden gehabt hätte, dann hätte ich keine Vollnarkose für die OP bekommen. Alles andere wäre alleine möglich gewesen - aber mit einem verbundenen Auge auch nicht unbedingt lustig.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #511Weil sie anscheinend nicht in Deutschland, sondern in einem anderen Land lebt. Ich vermute, der Schweiz.
Ah okay, kann ich ja nicht wissen.
Ich hab es auch nur aufgrund der Formulierungen ihres Beitrags angenommen. Wusste ich nicht definitiv.
Zitat von Kleinfeld im Beitrag #512 Wobei es ja auch in Deutschland sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Wie man hier gut lesen kann.
Ja, wir sind kein zentralistisch geführtes Land und es kommt noch hinzu, dass Ärzte im Rahmen ihrer Möglichkeiten und geltender Gesetze die Dinge auch so handhaben, wie es für sie am sinnvollsten erscheint.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Zitat von ereS im Beitrag #506da die rente an das lohnniveau angepasst wird, und danach erhoeht wird, kann deine aussage so gar nicht stimmen
Ich war zu faul, das aufzudröseln, stimmt. Die Rente wird an das Lphnniveau angepasst. Allerdings wurden die negativen Lohnjahre ausgenullt, d.h. man wollte niemandem eine Rentenkürzung zumuten, bei den Löhnen war das jedoch der Fall.
und auch diese aussage von dir ist schlichtweg falsch, denn es darf keine rentenkuerzungen geben, das ist gesetzlich vorgeschrieben nachzulesen hier
Ja, natürlich ist das so vorgeschrieben. Ich kenne die gesetzliche Regelung. Aber das ist doch genau, was ich schrieb: die Steigerungen der Löhne wurden mitgenommen, die Verminderung nicht (ausgenullt). Daher sind im Endeffekt die Löhne weniger stark gestiegen als die Renten. Eigentlich soll das im Jahr danach durch den Nachholfaktor wieder angeglichen werden, das wurde jedoch ausgesetzt (siehe z.B. hier Wiki Rentenanpassung). Die Rentenanpassungsformel aufzudröseln gehört nicht hierher, da hat Sariana recht, man muss doch nur das Ergebnis vergleichen um zu sehen, wie die Renten im Vergleich zu den Löhnen erhöht wurden?
Wir können aber gerne in einem Extrastrang das Rentensystem durchdiskutieren (nicht ironisch gemeint!), denn da spielen ja noch viel mehr Effekte mit rein. Das sprengt diesen Strang.
Edit: link ergänzt
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Zitat von Sariana im Beitrag #508Pia, das sind keine "Wahlgeschenke", ohne Rentenerhöhungen würden die Sozialkassen an anderer Stelle belastet werden und da käme einiges zusammen: Grundsicherung im Alter sowie Wohngeld. Es wäre ein "Nullsummenspiel" bzw. würden die, die Leistungen bisher nicht in Anspruch genommen haben bzw. knapp über der Einkommensgrenze, diese Leistungen dann in Anspruch nehmen.
Aber ... im Strangthema geht es um etwas anderes als das Rententhema.
Das kann ich so nicht stehen lassen. Natürlich sind es "Wahlgeschenke" - und zwar aus dem Topf der RV, in den immer weniger Menschen einzahlen und aus dem immer mehr Menschen Geld erhalten. Grundsicherung und Wohngeld werden (zu Recht) nicht aus der RV bezahlt.
Dein angebliches "Nullsummenspiel" geht überproportional zu Lasten der RV-Einzahler.