Ich kann aber keine Privatbetreuung backen oder herzaubern! Es war eine medizinisch notwendige OP. Im übrigen kann man nie jedes Risiko zu hundert Prozent verhindern. Zudem hat er Arzt oder Anästhesist mich ohnehin nicht unter Kontrolle, wenn ich zu Hause bin. Was ist, wenn ich einen Betreuer hätte, und sein Chef hätte angerufen, er würde in der Firma dringend gebraucht, oder seine eigenen Eltern oder Kleinkinder bräuchten ihn wegen eines mehr oder weniger Notfalls?
Es geht ja nicht um 100% Risikovermeidung, sondern darum, dass während der ersten Zeit, in der am häufigsten Komplikationen auftreten können, jemand da ist. Wenn du niemanden hast, bleibst du eben im KH.
Edit zu deinem Edit: So ist das mit dem Betreuer eben nicht gedacht, das sollte doch klar sein, dass das jemand ist, der zuverlässig da ist.
Zitat von Convallaria im Beitrag #477Es geht ja nicht um 100% Risikovermeidung, sondern darum, dass während der ersten Zeit, in der am.meisten Komplikationen auftreten können, jemand da ist. Wenn du niemanden hast, bleibst du eben im KH.
Ich bin ja ins Krankenhaus gegangen, um eine Nacht unter Beobachtung zu sein. Aber man kann nicht gleichzeitig über die hohen Kosten jammern - was ja vollkommen berechtigt ist -, dann aber dem Patienten jedes bisschen Eigenverantwortung, das er bereit ist, zu übernehmen, wie einem Kleinstkind absprechen.
Ich denke, dass es an vielen Stellen, wie der OP-Nachsorge, durchaus sinnvoll ist, die Entscheidung dem ausgebildeten Personal zu überlassen. Halte ich für ein schlechtes/unsinniges Beispiel für Überversorgung. Edit, und ich würde auch bezweifeln, dass es wirtschaftlich effizient ist, das grundsätzlich dem Patienten zu überlassen. Die neu entstehenden Kosten durch zusätzliche Noteinweisungen übersteigen möglicherweise die der standardmäßigen Versorgung.
Klar ist es sinnvoll. Aber der Patient hat schließlich mitzureden - immer nur für sich und sein eigenes Risiko, niemals für die Fremdgefährdung oder anderen eine Haftung aufzubürden, nur als Selbstverantwortung, was niemals verwerfllich ist. Habe übrigens schon oft die Erfahrung gemacht, dass man als mündiger Patient sich niemals ausschließlich auf das medizinische Personal verlassen sollte. Die Ärzte müssen aufklären und informieren, die letztendliche Entscheidung liegt immer bei einem selbst. Ich lehne diese Autoritätsgläubigkeit und Hörigkeit nach dem Motto "Der Arzt muss ja besser wissen, was für mich wichtig ist" komplett ab. Bei mir wurde schon ein malignes Melanom als harmlos eingestuft, wurde dennoch Gott sei Dank sehr früh entdeckt, weil ich "dahinter her war." Auch bei der Mammographie, bei deren Auswertung die Brustdichte eine Rolle spielt, habe ich keine Informationen darüber bekommen. Das sind nur zwei Beispiele. Wenn ich in der Vergangenheit den Zahnarzt gewechselt habe, kaum einmal, dass der neue die Kronen und die Technik, die der vorige angewandt hat, nicht zumindest in Teilen kritisert hat. Aktuelles Beispiel: Habe einen ausgerenkten Finger, der eingerenkt wurde. In der Uniklink kam jetzt die Schiene weg, ich solle den Finger bewegen. Und der Durchgangsarzt, zu dem ich geschickt wurde, hat gemeint "Was für eine Idiotie, der Finger muss noch ruhig gestellt werden." Mit diesen Beispiel will ich nur sagen, dass eben nie einfach wie ein Kind, das mit fünf Jahren alles für bare Münze nimmt, was Mama oder Papa sagen, nie einfach einem Arzt blind vertrauen darf.
Ich frage mich die ganze Zeit, was wäre z.B., wenn eine Patientin behauptet, sie hätte zu Hause jemanden, der die ersten 24 Stunden nach der OP bei ihr bleiben würde - Was aber nicht stimmt, die Patientin ist alleine nach der OP - Wenn diese Patientin, noch benebelt nach der Narkose, zu Hause die Treppe herunter fâllt und sich das Genick bricht (ist natürlich ein extremes Beispiel, aber nicht unwahrscheinlich).
Würde es dann nicht eine polizeiliche Untersuchung geben und auch der operierende Arzt befragt werden nach den Umständen der Entlassung?
Ich könnte mir denken, dass in solchen Fällen ein operierender Arzt doch in irgendeiner Form "mit hineingezogen" würde.
Ich finde, ganz so einfach ist die Sache nicht, wenn jemand lügt und sagt, er würde nach einer ambulanten OP zu Hause betreut, wenn das gar nicht der Fall ist.
Zitat von Knuffi im Beitrag #480 . Aber der Patient hat schließlich mitzureden - immer nur für sich und sein eigenes Risiko, niemals für die Fremdgefährdung oder anderen eine Haftung aufzubürden, nur als Selbstverantwortung, was niemals verwerfllich ist..
Sessellift - ohne vorgelegten Haltebügel wirst du nicht mitgenommen. Flugzeug - wenn du dich nicht anschnallen willst, fliegst du nicht mit.
Zitat von Harfe im Beitrag #481Ich frage mich die ganze Zeit, was wäre z.B., wenn eine Patientin behauptet, sie hätte zu Hause jemanden, der die ersten 24 Stunden nach der OP bei ihr bleiben würde - Was aber nicht stimmt, die Patientin ist alleine nach der OP - Wenn diese Patientin, noch benebelt nach der Narkose, zu Hause die Treppe herunter fâllt und sich das Genick bricht (ist natürlich ein extremes Beispiel, aber nicht unwahrscheinlich).
Würde es dann nicht eine polizeiliche Untersuchung geben und auch der operierende Arzt befragt werden nach den Umständen der Entlassung?
Ich könnte mir denken, dass in solchen Fällen ein operierender Arzt doch in irgendeiner Form "mit hineingezogen" würde.
Ich finde, ganz so einfach ist die Sache nicht, wenn jemand lügt und sagt, er würde nach einer ambulanten OP zu Hause betreut, wenn das gar nicht der Fall ist.
Nein, dann kann der Arzt nichts dafür. Was soll er genau falsch gemacht haben?
Google und KI sagen, dass auch die Begleitperson bei grober Fahrlässigkeit in die Haftung genommen werden kann. Natürlich sind die Grenzen zwischen leichter Fahrlässigkeit und grober Fahrlässigkeit oft fließend. Deswegen würde ich das never ever jemand anderem zumuten. Und umso mehr finde ich es empörend, dass Ärzte meinen, dass es ja "nur eine kleine Gefälligkeit ist, für die man Freunde hat oder gute Nachbarschaft pflegt." Und ich kann jeden verstehen, der das ablehnt.
Zitat von Harfe im Beitrag #481Ich frage mich die ganze Zeit, was wäre z.B., wenn eine Patientin behauptet, sie hätte zu Hause jemanden, der die ersten 24 Stunden nach der OP bei ihr bleiben würde - Was aber nicht stimmt, die Patientin ist alleine nach der OP - Wenn diese Patientin, noch benebelt nach der Narkose, zu Hause die Treppe herunter fâllt und sich das Genick bricht (ist natürlich ein extremes Beispiel, aber nicht unwahrscheinlich).
Würde es dann nicht eine polizeiliche Untersuchung geben und auch der operierende Arzt befragt werden nach den Umständen der Entlassung?
Ich könnte mir denken, dass in solchen Fällen ein operierender Arzt doch in irgendeiner Form "mit hineingezogen" würde.
In die Untersuchung wird ÄrztIn natürlich mit hineingezogen - die Polizei taucht bei ihr auf und will wissen, ob/warum der Patient alleine war.
Doc weist Dokument vor, in das PatientIn vor der Operation unterschrieben hat, dass sie/er eine Betreuungsperson hat. End of story für ÄrztIn - Er/sie hat nichts falsch gemacht.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Harfe im Beitrag #481Ich frage mich die ganze Zeit, was wäre z.B., wenn eine Patientin behauptet, sie hätte zu Hause jemanden, der die ersten 24 Stunden nach der OP bei ihr bleiben würde - Was aber nicht stimmt, die Patientin ist alleine nach der OP - Wenn diese Patientin, noch benebelt nach der Narkose, zu Hause die Treppe herunter fâllt und sich das Genick bricht (ist natürlich ein extremes Beispiel, aber nicht unwahrscheinlich).
Würde es dann nicht eine polizeiliche Untersuchung geben und auch der operierende Arzt befragt werden nach den Umständen der Entlassung?
Ich könnte mir denken, dass in solchen Fällen ein operierender Arzt doch in irgendeiner Form "mit hineingezogen" würde.
In die Untersuchung wird ÄrztIn natürlich mit hineingezogen, - die Polizei bei ihr auf und will wissen, ob/warum der Patient alleine war.
Doc weist Dokument vor, in das PatientIn vor der Operation unterschrieben hat, dass sie/er eine Betreuungsperson hat. End of story für ÄrztIn - Er/sie hat nichts falsch gemacht.
Aber das mit einer möglichen Haftung der Begleitperson ist ein absolut starkes Argument, sich darauf nicht einzulassen, weder als Patient noch als mögliche Begleitperson. Alles immer leicht daher gesagt, solange nichts passiert.
Zitat von Knuffi im Beitrag #484Google und KI sagen, dass auch die Begleitperson bei grober Fahrlässigkeit in die Haftung genommen werden kann. Natürlich sind die Grenzen zwischen leichter Fahrlässigkeit und grober Fahrlässigkeit oft fließend. Deswegen würde ich das never ever jemand anderem zumuten. Und umso mehr finde ich es empörend, dass Ärzte meinen, dass es ja "nur eine kleine Gefälligkeit ist, für die man Freunde hat oder gute Nachbarschaft pflegt." Und ich kann jeden verstehen, der das ablehnt.
Ich finde tatsächlich auch, dass das nur eine „kleine Gefälligkeit“ ist, für die man Freunde hat! (Für Nachbarn gilt das nicht wirklich.)
Ich würde das aus „Haftungsgründen“ nur ablehnen, wenn ich weiß, daß PatientIn zur Gattung „hält sich nicht an die Verhaltensregeln nach OP“ gehört.
Und „fahrlässig zu sein“, wenn Deine einzige Aufgabe ist, verantwortungsvoll anwesend zu sein, halte ich schon für ziemlich schwierig.
Bedeutet halt, keine Rauschmittel oder Schlaftabletten nehmen, nicht mit dem Hund einen ausgedehnten Spaziergang zu machen, nicht irgendwie zwischendurch mal Einkaufen zu gehen oder sonstwie die Wohnung/das Haus zu verlassen und auch nicht stundenlang im Hobbyraum mit Kopfhörern auf zu zocken. Sagt einem aber der besagte gesunde Menschenverstand.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Sehe ich anders. Da kann es schnell aus sein mit der Freundschaft. Natürlich kommt es aufs Verhältnis an. Das muss jeder für sich selbst beurteilen. Wenn irgendetwas passiert, wird immer genau nachgefragt, und belastend ist es für die Begleitperson dann immer. Für Nachbarn und Kollegen sowieso nicht. Mich ärgert halt nur die Selbstverständlichkeit, mit der die Ärzte davon ausgehen, das man das privat auf diese Art und Weise zu regeln und anderen zuzumuten hat. Aber deswegen gibt´s ja die Paragraphen, dass man in solch einem Fall ins Krankenhaus geht.
Bei der Selbstverantwortung ist das überhaupt so eine Sache. Jau, ich bin mündig, selbstverantwortlich und unterschreibe ganz selbstverantwortlich, dass ich allein nach Hause fahre und dort allein bleibe, auch ganz selbstverantwortlich. Nur was ist, wenn was schief geht, Kreislauf schlapp macht, Blutungen auftreten, sonstige schwere plötzliche Wirkungen. Dann ist dieser selbstverantwortliche Mensch natürlich am Fon und ruft Hilfe. Die sich dann natürlich kümmern muss, vielleicht viel aufwändiger als es unter anderen Umständen sein müsste. 'Dann kann nämlich kein RTW oder Klinik sagen, ätsch bätsch, du wolltest es ja nicht anders, jetzt sieh, wie du zurecht kommst.
Die Dinge, die passieren können, die du aufgezählt hast, sind ja unabhängig von einer Begleitperson. Es geht bei der Begleitperson darum, dass man ggf. ohnmächtig ist und nicht telefonieren kann. Außer der Aspekt, dass eine andere Person jemanden zum Arzt fahren könnte, was man selbstverständlich nicht darf.
Seh ich ähnlich mit der Eigenverantwortung. Freiheit bedeutet ja nicht nur, dass es keine Regeln gibt, an die ich mich halten müsste, damit einher geht ja auch Verantwortung. Je weniger formelle Regelungen es gibt, desto stärker ist man darauf angewiesen, dass Menschen eigenverantwortlich ihr eigenes Handeln kritisch reflektieren und auch mal Regeln der Gemeinschaft akzeptieren. Im öffentlichen Diskurs wird aber seit einiger Zeit nur eine Schmalspurvariante von Freiheit diskutiert, Freiheit light. Der einzelne kann alles und darf alles, aber gesellschaftliche Verantwortung: nope.
Mein Psychologe meinte, ich solle spazierengehen, wenn ich wütend bin. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin jetzt in Italien.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #492Seh ich ähnlich mit der Eigenverantwortung. Freiheit bedeutet ja nicht nur, dass es keine Regeln gibt, an die ich mich halten müsste, damit einher geht ja auch Verantwortung. Je weniger formelle Regelungen es gibt, desto stärker ist man darauf angewiesen, dass Menschen eigenverantwortlich ihr eigenes Handeln kritisch reflektieren und auch mal Regeln der Gemeinschaft akzeptieren. Im öffentlichen Diskurs wird aber seit einiger Zeit nur eine Schmalspurvariante von Freiheit diskutiert, Freiheit light. Der einzelne kann alles und darf alles, aber gesellschaftliche Verantwortung: nope.
So bin absolut nicht gestrickt. Meine Freiheit für mich persönlich hört da auf, wo andere betroffen sind bzw. darunter zu leiden haben oder gefährdet werden könnten. Dazu hat niemand das Recht. Und natürlich sind auch Kosten gemeint, die ich der Allgemeinheit unnötig aufbürde.
Zitat von ereS im Beitrag #386mit alle anderen, meinst du alle rentner ?
Nein, die Berufstätigen.
allerdings haben berufstaetige die moeglichkeit einen hoeheren lohn auszuhandeln, um die preissteigerungen abzufangen, um die es urspruenglich ging der rentner dagegen muss sich mit dem an rentenerhoehungen zufrieden geben, welche der staat ihm gewaehrt und da schlagen die kv beitraege und die kostensteigerungen ganz anders durch, weil trotz renetenrhoehungen unterm strich weniger von der rente uebrig bleibt
alone we can do soo little together we can do so much
Zitat von ereS im Beitrag #386mit alle anderen, meinst du alle rentner ?
Nein, die Berufstätigen.
allerdings haben berufstaetige die moeglichkeit einen hoeheren lohn auszuhandeln, um die preissteigerungen abzufangen, um die es urspruenglich ging der rentner dagegen muss sich mit dem an rentenerhoehungen zufrieden geben, welche der staat ihm gewaehrt und da schlagen die kv beitraege und die kostensteigerungen ganz anders durch, weil trotz renetenrhoehungen unterm strich weniger von der rente uebrig bleibt
Ich muss mich als Arbeitnehmer auch mit dem Wenigen zufrieden geben, was die Tarifpartner aushandeln. Bin an einen Tarifvertrag gebunden. Kein Verhandlungsspielraum.
Zitat von Knuffi im Beitrag #465 Die Alleinlebenden, die keine Begleitperson bei Fuß stehen haben, werden in diesen Diskussionen über Ambulantisierung von Operationen überhaupt nicht erwähnt. Und ich werfe den Kliniken nicht vor, dass sie Vorschriften einhalten wollen, aber dass sie - so wie damals bei mir - in aller Überheblichkeit davon ausgehen, dass man automatisch Privatpersonen hat, die man mal so einspannen kann, "Ja, sie haben doch bestimmt Freunde" , "Ich glaube Ihnen nicht, dass Sie niemanden haben." Jeder hat seinen eigenen Lebensstil und jeder hat dazu alles Recht der Welt.
Derartige Aussagen empfinde ich als absolut grenzenlos und übergriffig.
Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben aber muss man es vorwärts (frei nach Sören Kierkegaard)
Zitat von Clarissa im Beitrag #496Ich muss mich als Arbeitnehmer auch mit dem Wenigen zufrieden geben, was die Tarifpartner aushandeln. Bin an einen Tarifvertrag gebunden. Kein Verhandlungsspielraum.
Zitat von ereS im Beitrag #495allerdings haben berufstaetige die moeglichkeit einen hoeheren lohn auszuhandeln,
Nur ist genau das in de Masse eben nicht passiert. Die durchschnittlichen Lohnsteigerungen waren geringer als die Rentenerhöhungen.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken