Tatsächlich geht auch in D schon sehr viel mit Telemetrie. Zb wird ein laufendes EKG samt anderer wichtiger Vitalfunktionen aus dem RTW bei Bedarf direkt an die angefahrene Notaufnahme übermittelt- gerade für Patienten in kritischem Zustand ist das wichtig. So kann sich das Krankenhaus vorbereiten- und es kommt durchaus vor,dass der die übermittelten Daten betrachtende Arzt im Krankenhaus Anweisungen an die Mannschaft gibt. Das ist eine grosse Hilfe.
Zitat von SASAPI im Beitrag #327Tatsächlich geht auch in D schon sehr viel mit Telemetrie. Zb wird ein laufendes EKG samt anderer wichtiger Vitalfunktionen aus dem RTW bei Bedarf direkt an die angefahrene Notaufnahme übermittelt- gerade für Patienten in kritischem Zustand ist das wichtig. So kann sich das Krankenhaus vorbereiten- und es kommt durchaus vor,dass der die übermittelten Daten betrachtende Arzt im Krankenhaus Anweisungen an die Mannschaft gibt. Das ist eine grosse Hilfe.
Das klingt wirklich mal ganz gut. Bei akuten Herzproblemen ist aber vermutlich am wichtigsten, dass es nicht so lange dauert, bis der Notarzt zum Patienten hinkommt.
Schwierig. Einerseits sehe ich auch nicht ein, warum es nicht möglich sein soll - ggf. gegen Bezahlung - eine Nacht im Krankenhaus zu bleiben, wenn es sich nicht anders ermöglichen lässt. Andererseits finde ich schon auch, dass man es sich leisten können muss zu sagen "Tja, ich bin halt so, dass ich keine Leute um mich mag, mich das stresst, ich keine Lust hab, andere zu behelligen oder behelligt zu werden." Da wird man sich da eventuell aus seiner Komfortzone bewegen müssen. Es wird ja genug andere Fälle und Umstände geben, wo es gut ist, wenn man Leute hat, auf die man sich verlassen kann. Ich finde auch nicht, dass es berechnend ist, wenn man sich ein Netzwerk aufbaut. Es geht ja nicht darum, eine bestimmte Person "anzufüttern", damit genau sie dann irgendwann etwas für einen tut, weil man ja vorher etwas für sie getan hat. Sondern allgemein zu schauen, wo man hilfsbereit sein kann. Dann ergibt es sich schon von alleine, dass andere auch helfen wollten - so jedenfalls meine Erfahrung.
Beispiel aus dem Umfeld: Ein Freund, deutlich älter als ich, ist etwas klapprig geworden und war so vernünftig sein Auto abzugeben und jetzt Öffis zu nutzen. Seine Frau fährt nicht Auto. Er hat Zeit seines Lebens ein Herz für andere gehabt. Und jetzt fahren ihn bei Bedarf die Flüchtlinge, die er vor einigen Jahren begleitet hat und die jetzt Job, Wohnung und Auto haben, wohin auch immer er möchte. Unser Angebot, das ebenfalls zu tun, wurde daher bisher selten in Anspruch genommen. Die Unterstützung hat er nicht geleistet, weil er sich davon was erhofft hat, sondern weil es seinen Überzeugungen entspricht. Die Hilfsbereitschaft ihm gegenüber hat sich daraus natürlich ergeben.
Bei mir ist das nächste KH etwa einen Kilometer entfernt, mit dem Bus in wenigen Minuten erreichbar. Aber ob ich im Fall des Falles dort aufgenommen würde?
Vor einem Jahr hatte ich dort eine Bauch-OP, ambulant und minimalinvasiv, aber mit einer „richtigen“ Narkose. Ich war insgesamt sehr zufrieden, die Krankenpfleger und Ärzte waren freundlich und zugewandt, obwohl sie voll zu tun hatten. Mein Mann hat mich abgeholt. Wir haben kein Auto und ich hatte ihn gebeten, mit dem Taxi zu kommen. Hat er komplett vergessen, er war aufgeregt. Bei der Entlassung nach reichlich zwei Stunden musste ich mich zusammenreißen: was brauche ich, was muss ich noch klären? Also nichts mit Erholung nach der OP… Ich habe vergessen zu fragen, wie ich mich verhalten sollte, aber: Frau kann googeln. Vom KH bis zur Bushaltestelle waren es ca. 200 Meter. Ich sagte mir, das schaffe ich. Und war wieder mal froh über meinen robusten Kreislauf und meine Fitness. Im Bus fand ich einen Sitzplatz, auch gut. Von der Haltestelle nach Hause waren es nochmal ca. 200 Meter. Bisher konnte ich, wie gesagt, nicht klagen, doch allmählich wünsche ich mir, was die gesundheitliche Betreuung angeht, die DDR zurück.
Meine Mutter, damals 86 Jahre alt, hatte eine mehrstündige Knie-OP, ambulant mit Narkose. In der Vergangenheit hatte sie mehrfach Kreislaufprobleme nach der Narkose gehabt. Ein stationärer Aufenthalt über Nacht kam wohl nicht in Frage. Sie kam mit dem Taxi nach Hause, und ich habe die Überwachung übernommen, obwohl ich null Ahnung von medizinischen Dingen habe und mich komplett von der Situation überfordert fühlte. Aber: ich wollte sie nicht im Stich lassen. Ob ich richtig reagiert hätte, wäre etwas passiert, bezweifle ich. Es ging alles gut. Aber ich halte es, ehrlich gesagt, für eine Zumutung, ohne jegliche medizinische Kenntnisse Pflegerin spielen zu sollen. Hätte ich geahnt, wie sich die Dinge entwickeln, hätte ich vielleicht doch, wenn auch vorübergehend, eine medizinische Ausbildung begonnen, obwohl ich dafür denkbar ungeeignet bin. Aber die heutige Situation hätte ich nicht mal in den schlimmsten Alpträumen ahnen können. Wer in medizinischen Dingen versiert ist, kann sich das wahrscheinlich nicht vorstellen.
Ich erinnere mich an meine Norwegenreise und dort gabs, im Norden, ein großes Krankenhaus und direkt daneben ein Hotel. Der Reiseleiter erklärte uns, es sei für Besucher und Ab- und Anreise wegen der dort ja sehr großen Entfernungen. Sowas wäre hierzulande sicherlich auch manchmal gut, wenn es das gäbe.
Gibt es sicherlich überwiegend. Vielleicht nicht immer, so wie in meinem Fall, mit fußläufig keine 10 Minuten Entfernung. Hotels lassen sich in jeder größeren Stadt finden.
Meine Schwester musste vor Jahren mit ihrem Teenager Sohn ins Herzzentrum nach Leipzig. Da gab es für die Angehörigen direkt daneben extra eine Unterkunftsmöglichkeit vom Klinikum.
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
Zitat von lenita im Beitrag #309Ich war jetzt von 2011 bis 2025 in die Betreuung von Pflegebedürftigen 80+ eingebunden und habe reichlich Erfahrung mit Niedergelassenen verschiedener Fachrichtungen, Kliniken, ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen. Und Krankenkassen selbstredend Da kommt einiges zusammen.
Ich auch lenita. Reichlich.
Ich habe von 2018 bis'23 ein Drittel meiner Zeit bei meinen Eltern gewohnt, sie versorgt und begleitet, und dabei auch so allerlei erlebt.
Da waren selbstredend auch schlechte Erfahrungen dabei, das bleibt ja nicht aus. Aber da ich selbst in dem Metier tätig war, weiß ich, dass man, wenn Dinge blöd laufen, den dort Beschäftigten als letztes einen Vorwurf machen kann. In aller Regel jedenfalls, Knalltüten gibt es natürlich immer dazwischen, wie in jedem anderen Job auch. Aber ich habe da einen anderen Blick drauf, ich freue mich einfach über alles, was gut gelaufen ist. Der Nachtschwester des Heims, die an einem Sonntag Morgen darauf bestanden hat, dass ein Arzt gerufen wird, damit meine Mutter endlich Morphium bekommt, bin ich heute noch dankbar. Der Palliativschwester, die wir jederzeit anrufen konnten, wenn wir ein Problem bei der Betreuung des Vaters hatten, ebenso. Letztendlich haben wir sie kaum gebraucht, aber allein dass es die Möglichkeit des Anrufs gab, rund um die Uhr, war so hilfreich und erleichternd. Und die Kosten werden von den Kassen getragen. In welchem Land der Welt gibt es das denn noch?
Nein, ich erwarte kein "schlüssiges Gesamtkonzept" für eine Neuorganisation des Gesundheitswesens; wenn ich annehmen würde, dass du das auf Lager hättest, würde ich dich als nächste Gesundheitsministerin vorschlagen
Aber wenn man überall ausreichend zugewandtes, ausgeschlafenes, bestens qualifiziertes medizinisches Personal vorfinden will, die Sicherheit, dass man telefonisch sowohl in Praxen als auch Krankenhäusern sofort jemand Kompetentes erreicht, der einem ausführlich Auskunft geben kann, gleichzeitig auf einen Arzttermin nicht länger als zwei Wochen warten will, außerdem die Wahl haben will, ob man eine OP ambulant oder stationär machen lässt und wie lange man dann im Krankenhaus verbleibt, und noch so manches mehr, was hier in verschiedene Strängen gewünscht wird - dann müssten die Krankenkassenbeiträge nicht nur etwas, sondern um 50% steigen. Schätze ich mal so.
ZitatWenn es am Personal fehlt, dann müssen wir vielleicht gezielt ausgebildete Leute auch anwerben. In vielen Ländern der Welt gibt es weiterhin starkes Bevölkerungswachstum, gleichzeitig aber auch qualifizierte Leute, die zu Hause nicht unterkommen. Ich denke z.B an die Philippinen.
Das wird längst getan. Ich habe in den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit mehrere philippinische Krankenpfleger:innen (ja, es war auch ein Mann dabei) eingearbeitet. Sagen wir es so: Es ist gut, dass es diese Anwerbeverträge gibt, aber es dauert mindestens ein, eher zwei Jahre, bis die Kolleg:innen wirklich angekommen sind und eine hiesige Kraft ersetzen. Sie erhalten Unterricht (auch die fertig Ausgebildeten, weil die rechtlichen Regelungen hier andere sind als im Heimatland), müssen eine fachliche Prüfung machen, außerdem eine Sprachprüfung (B2 ist Pflicht - aber auch wer B2 hat tut sich schwer - Theorie und Praxis eben), die praktische Einarbeitung dauert ebenfalls. Oft gibt es Probleme mit Heimweh.
ZitatWenn im Pflegeheim 3.000 Euro Selbstzahlung monatlich bezahlt werden müssen (also zusätzlich zur eigentlichen Pflegeleistung) - wo geht das hin?
Nein, der Anteil, der von den Pflegekassen gezahlt wird, deckt die Pflegekosten nicht komplett. Die Eigenanteile sind in den letzten Jahren stark gestiegen, weil die in diesem Bereich geltenden Mindestlöhne erhöht wurden. Was überfällig war. Die Zahlungen von den Pflegekassen sind gleich geblieben.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Zitat von lenita im Beitrag #309 …Wenn im Pflegeheim 3.000 Euro Selbstzahlung monatlich bezahlt werden müssen (also zusätzlich zur eigentlichen Pflegeleistung) - wo geht das hin?
Nein, der Anteil, der von den Pflegekassen gezahlt wird, deckt die Pflegekosten nicht komplett. Die Eigenanteile sind in den letzten Jahren stark gestiegen, weil die in diesem Bereich geltenden Mindestlöhne erhöht wurden. Was überfällig war. Die Zahlungen von den Pflegekassen sind gleich geblieben.
Das sind ja nicht die Pflegerinnen und Pfleger alleine, deren Löhne in den Tarifverträgen deutlich gestiegen sind. Der gesetzliche Mindestlohn ist in den letzten 5 Jahren um fast 50% gestiegen, dadurch sind auch alle anderen Gehälter gestiegen. Egal ob im Heim selbst gekocht wird oder das Essen vom Catering kommt, ob die Wäsche dort selbst gewaschen wird oder in einer Wäscherei, die gestiegenen Kosten müssen umgelegt werden und wenn der Mindestlohn so drastisch steigt, muss der Lohnabstand für ausgebildete Kräfte ja auch gewahrt bleiben.
Den Spruch „da verdienen dann die Shareholder“ hört man ja oft - man sieht aber auch, dass immer mehr Pflegeheime insolvent gehen und das bestimmt nicht deshalb, weil da so irre viel Geld verdient würde, dass man sich wie Dagobert im Geld wälzen könnte ;-)
Was mir allerdings immer wieder auffällt: die kirchlichen Träger sind oft die mit den höchsten Zuzahlungen. Beispiel hier in der Gegend: die Caritas. Liegen immer mehrere hundert Euro pro Monat über den anderen Pflegeheimen, dabei haben die oft Grundstücke, die seit Jahrzehnten und Jahrhunderten in ihrem Eigentum sind, die sie also nicht mehr finanzieren müssen wie andere Träger. Das finde ich überhaupt nicht in Ordnung. Konkret heißt das: 4.600 Euro monatliche Zuzahlung in einem ganz normalen Alten/Pflegeheim. Nix Schickimicki.
Sorry, OT, ich weiß. Musste grad mal raus.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Insofern verstehe ich auch nicht, dass die Pflegesätze nicht angehoben werden. Damit sich zu pflegende ihr Leben einigermaßen leisten können, alsos eigentlich nur ihr Überleben, müssen die sätze angepasst werden
Zitat von lenita im Beitrag #312Mit 50 oder gar 30 kann man sich meist nicht vorstellen, dass man selbst auch mal alt sein könnte. Oder alt und krank. Im schlimmsten Fall alt und krank und arm. Und womöglich noch alleinstehend.
Doch, warum denn nicht? Ich bin Ende 40, mein Freundeskreis ähnlich, und das ist durchaus Thema. Ich gehe davon aus, später alleinlebend zu sein und muss natürlich Vorsorge treffen, dann zurechtkommen zu können. Man sieht doch gezwungenermaßen bei Eltern, Großeltern, Verwandten, wie es läuft und weiß, was auf einen zukommt.
Zur medizinischen Fernüberwachung: wenn man das googelt, kommt ja schon sehr viel. In einigen Bereichen (Herzinsuffizienz) scheint es das auch schon zu geben, unsere Smartwatches dürfen leider nicht herangezogen werden, weil sie keine Zulassung als Medizinprodukte haben. Aber ich denke, da wird einiges kommen, RPM (Remote Patient Monitoring) wird auf jeden Fall von allen namhaften Herstellern angeboten.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Die Quote der Pflegeheimbewohner, die aufgrund mangelnder Eigenleistungsfähigkeit Hilfe zur Pflege erhalten ( dh der Eigenanteil wird vom Sozialamt übernommen) liegt derzeit bei 36 Prozent ( über ganz Deutschland gerechnet). Tendenz aufgrund der steigenden Eigenanteile steigend. Heime in Gegenden mit überwiegend "armen" Senioren haben jetzt schon grosse Probleme.
Zitat von lenita im Beitrag #312Mit 50 oder gar 30 kann man sich meist nicht vorstellen, dass man selbst auch mal alt sein könnte. Oder alt und krank. Im schlimmsten Fall alt und krank und arm. Und womöglich noch alleinstehend.
Doch, warum denn nicht? Ich bin Ende 40, mein Freundeskreis ähnlich, und das ist durchaus Thema. Ich gehe davon aus, später alleinlebend zu sein und muss natürlich Vorsorge treffen, dann zurechtkommen zu können. Man sieht doch gezwungenermaßen bei Eltern, Großeltern, Verwandten, wie es läuft und weiß, was auf einen zukommt.
Vorsorge sollte man immer treffen, indem man, wenn es einem möglich ist, etwas auf die Seite legt, auch wenn man nicht alleinlebend ist. Die Leute damit unter Druck zu setzen, indem sie für medizinische Leistungen wie das Kümmern nach ambulanten OP´s - die nur aus deren Sicht notwendig sind, und die der Patient nicht mal verlangt - gezwungen werden, irgend welche Bekannte zu finden. Man kann sich schließlich keinen privaten Chauffeur und Krankenpfleger, der als mir nicht Nahestehender Urlaub nimmt, backen oder aus dem Ärmel schütteln. Dann gibt es die zwei Möglichkeiten, wenn der Patient nach Aufklärung einverstanden ist, entweder Eigenverantwortung statt Bevormundung mit Kontakt halten, oder Übernachtungsmöglichkeit gegen Bezahlung, wenn die Tagesklinik sich unbedingt absichern will. Das gilt nach Verletzungen etc. genauso. Hatte die Hand verbunden und gefühlt hundert Prellungen am rechten Knie, am Knochen zum Glück nichts. Ich pflege keine so engen Kontakte, aus Berechnung sowieso nicht. Habe mir dann halt Essen bestellt, für einmal Einkaufen ein Taxi bestellt und später mit Öffis. Was nicht heißt, dass ich, wenn ich so etwas mitbekomme, keine Hilfe anbiete.
Zitat von Knuffi im Beitrag #339Vorsorge sollte man immer treffen, indem man, wenn es einem möglich ist, etwas auf die Seite legt, auch wenn man nicht alleinlebend ist.
Ich meine tatsächlich nicht nur die finanzielle Vorsorge, auch wenn ein gut gefülltes Konto natürlich vieles erleichtert.
Mir geht es auch darum, sich bewusst zu werden, wo und wie man leben will, was dafür an Unterstützung nötig sein wird, wo man die bekommt.
Meine Kinder möchte ich damit nicht belasten, denn ich sehe ja selbst, welch ein Tort es ist, das aus 100en km Entfernung zu organisieren.
Also eher um so Dinge wie sich früh genug um eine geeignete Wohnung zu bemühen. Sich früh genug um seine Gesundheit, Kraft, Beweglichkeit zu kümmern. Sich früh genug mit lästigen Dingen, Patientenverfügung, wer erbt, wer kümmert sich im Krankheitsfall um die elende Beihilfe, usw. zu kümmern.
Ich bin auch nicht der Typ, seine Freunde und Nachbarn einzuspannen, aber auch das kann, auf Gegenseitigkeit beruhend, eine Lösung sein.
Zitat von Analuisa im Beitrag #226Auch wer arbeitet, kann sich einen Tag frei nehmen, um Mutter/ Vater/ Partnerin/ Bruder von einer Untersuchung abzuholen.
Das sehe ich nicht so. Man hat nur eine sehr endliche Anzahl an Urlaubstagen. Und noch einen Haufen anderer Verpflichtungen. Und irgendwann muss man sich auch erholen. Wir haben das gemacht, weil von den Eltern eingefordert, es hat uns unendlich viel Kraft gekostet (wir mussten gleichzeitig für kleine Kinder da sein) und tw in den den Burnout geführt. Das werde ich definitiv von niemandem verlangen, das muss ich selbst hinbekommen. Angst habe ich in dem Zusammenhang nur vor Demenz, da sehe ich keine Lösung.
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Zitat von SASAPI im Beitrag #338Die Quote der Pflegeheimbewohner, die aufgrund mangelnder Eigenleistungsfähigkeit Hilfe zur Pflege erhalten ( dh der Eigenanteil wird vom Sozialamt übernommen) liegt derzeit bei 36 Prozent ( über ganz Deutschland gerechnet).
Oh, da hätte ich mit einer höheren Quote gerechnet, angesichts der hohen Eigenanteile, die neuerdings üblich sind. Nur ein Drittel?
Zitat von -franzi- im Beitrag #335Insofern verstehe ich auch nicht, dass die Pflegesätze nicht angehoben werden. Damit sich zu pflegende ihr Leben einigermaßen leisten können, alsos eigentlich nur ihr Überleben, müssen die sätze angepasst werden
Was genau meinst du mit "Pflegesätze"? Die Summen, die pflegende Angehörige ausgezahlt bekommen? Die sind doch aber nicht dazu da, den Lebensunterhalt dieser Personen zu decken. Sie sind eine Art Aufwandsentschädigung, die sogar m.W. auf Sozialleistungen nicht angerechnet wird.
Zitat von Pia im Beitrag #340Also eher um so Dinge wie sich früh genug um eine geeignete Wohnung zu bemühen. Sich früh genug um seine Gesundheit, Kraft, Beweglichkeit zu kümmern. Sich früh genug mit lästigen Dingen, Patientenverfügung, wer erbt, wer kümmert sich im Krankheitsfall um die elende Beihilfe, usw. zu kümmern.
Das kann man nicht dick genug unterstreichen. Leider sind ja viele Menschen aus der jetzigen Generation der Alten (80+) von der Sorte "Kopf in den Sand, es wird sich schon irgendwie regeln, ich bleibe auf jeden Fall so lange in meinem Haus wie es irgendwie geht". Wenn man so viel wie möglich rechtzeitig regelt und in die Wege leitet, tut man seinen Kindern und seinem sonstigen Umfeld den größten Gefallen.
Zitat von Pia im Beitrag #340Das sehe ich nicht so. Man hat nur eine sehr endliche Anzahl an Urlaubstagen.
Ich hätte das ohne Arbeitszeitreduktion auch nicht machen können. Und nein, mir ist vollkommen klar, dass das nicht für jeden machbar ist, aber wenn ich höre, dass im Freundeskreis meiner Eltern (zwei Ehepaare, eine Witwe mit jeweils drei erwachsenen Kindern, alle (*) in guten, überwiegend akademischen Berufen) sich niemand in der Lage fühlt, vorübergehend beruflich kürzerzutreten, um sich um die sehr alten Eltern (alle 90+) zu kümmern, dann wundere ich mich schon ein bisschen. (*) Ausnahme: einer der Söhne des einen Ehepaars ist wohl gerade arbeitslos und ist in die Dachwohnung im Haus der Eltern gezogen.
Zum "vorübergehend kürzertreten": Es gibt mehrere gesetzliche Regelungen, die dies ermöglichen, ohne dass man seinen Arbeitsplatz gefährdet, Stichworte: Pflegezeit, Familienpflegezeit, Begleitung Angehöriger in der letzten Lebensphase *siehe hier*. Darauf hat man einen Rechtsanspruch und benötigt nicht die Zustimmung des Arbeitgebers, also ähnlich wie bei der Elternzeit. Ich habe immer wieder den Eindruck, dass das kaum bekannt ist.
Zitat von Nora im Beitrag #336Und das können sich die wenigsten leisten, ohne daß ihr „alltäglicher“ Lebensstandard massiv sinkt.
Da sollte man sich dann mal fragen, was wichtiger ist.
Nein, ich rede nicht von Mindestlohnempfängern (die jetzt ganz sicher wieder aus dem Hut gezaubert werden).
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Zitat von Analuisa im Beitrag #342Ich hätte das ohne Arbeitszeitreduktion auch nicht machen können. Und nein, mir ist vollkommen klar, dass das nicht für jeden machbar ist, aber wenn ich höre, dass im Freundeskreis meiner Eltern (zwei Ehepaare, eine Witwe mit jeweils drei erwachsenen Kindern, alle (*) in guten, überwiegend akademischen Berufen) sich niemand in der Lage fühlt, vorübergehend beruflich kürzerzutreten, um sich um die sehr alten Eltern (alle 90+) zu kümmern, dann wundere ich mich schon ein bisschen. (*) Ausnahme: einer der Söhne des einen Ehepaars ist wohl gerade arbeitslos und ist in die Dachwohnung im Haus der Eltern gezogen.
Zum "vorübergehend kürzertreten": Es gibt mehrere gesetzliche Regelungen, die dies ermöglichen, ohne dass man seinen Arbeitsplatz gefährdet, Stichworte: Pflegezeit, Familienpflegezeit, Begleitung Angehöriger in der letzten Lebensphase *siehe hier*. Darauf hat man einen Rechtsanspruch und benötigt nicht die Zustimmung des Arbeitgebers, also ähnlich wie bei der Elternzeit. Ich habe immer wieder den Eindruck, dass das kaum bekannt ist.
An diesem Punkt möchte ich aber folgendes zu bedenken geben: Das "vorübergehende Kürzertreten" kann sich über Jahre oder Jahrzehnte hinziehen. Erst ist es der krebskranke Vater, dann die an Demenz erkrankte Mutter. Dann deren Lebenspartner. Und wenn jemand erst seine Arbeitszeit reduziert hat, dann erwartet die Familie oft völlig selbstverständlich, dass auch die Sorge für die Schwiegereltern oder die alleinstehende Tante übernommen wird.
Ich will in dieser Diskussion gar keinen Geschlechterkampf aufmachen, aber es ist natürlich häufig ein Frauenthema. Erst wird die Arbeitszeit wegen der Kinder reduziert, dann wegen der Pflege von Eltern oder Schwiegereltern.
Ich will dieses Lebensmodell nicht abwerten oder gegen andere Modelle ausspielen, aber so ganz trivial finde ich das nicht. Einerseits wird oft gefordert, dass die Deutschen wieder mehr und länger arbeiten müssten, andererseits soll man im Idealfall auf der individuellen Ebene das abfedern, was die Solidargemeinschaft nicht mehr tragen kann.
Zu deinem Beispiel: Wenn die Eltern über neunzig sind, dann können die zugehörigen Kinder auch nicht mehr ganz frisch sein. Ich habe es in der Verwandtschaft und im Bekanntenkreis erlebt: Menschen die selber um die sechzig oder fast in den Siebzigern sind, sind oft selber nicht mehr ganz gesund und schaffen es kräftemäßig teilweise kaum noch, sich um die alten Eltern zu kümmern.
Was in der ganzen Diskussion meines Erachtens oft untergeht, ist die Tatsache, dass die Faktoren Einsamkeit, schlechte Gesundheit und Armut nicht unabhängig voneinander sondern sehr stark korreliert sind.
Ärmere Menschen sind in der Tendenz weniger gesund. Wer gesundheitlich angeschlagen ist und im Extremfall früh erwerbsunfähig wird, der wohnt naturgemäß beengter, kann sich aus Geldmangel oft nicht an sozialen Aktivitäten beteiligen, lädt seltener Gäste ein, zieht sich vielleicht aus Scham zurück oder ist einfach weniger aktiv, weil er die Kraft dazu nicht hat.
Die Menschen, die besonders dringend auf ein soziales Netzwerk angewiesen wären, haben oft keines.
Zitat von Schreckgespenst im Beitrag #343 Ich will in dieser Diskussion gar keinen Geschlechterkampf aufmachen, aber es ist natürlich häufig ein Frauenthema. Erst wird die Arbeitszeit wegen der Kinder reduziert, dann wegen der Pflege von Eltern oder Schwiegereltern.
Ich habe jetzt auf die Schnelle keine seriöse Statistik gefunden, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der Frauenanteil bei über 85% liegt - weil ja das Kümmern (möglichst unbezahlt) Frauensache ist. Und diesen Job lassen sich viele Frauen inzwischen nicht mehr zuschieben.
Zitat von Analuisa im Beitrag #342was genau meinst du mit "Pflegesätze"? Die Summen, die pflegende Angehörige ausgezahlt bekommen? Die sind doch aber nicht dazu da, den Lebensunterhalt dieser Personen zu decken. Sie sind eine Art Aufwandsentschädigung, die sogar m.W. auf Sozialleistungen nicht angerechnet wird.[quote]
Bei Pflegeheimen bin ich bislang davon ausgegangen, dass dort Leute leben, die einen Pflegegrad haben.t aber vielleicht irre ich mich und es sind eigentlich Altersheime gemeint.
Wer einen Pflegegrad hat, bekommt Pflegegeld bzw kann es direkt mit einem entsprechenden pflegedienst verrechnen. Da die Pflegedienste jetzt im nächsten Jahr in der Regel ihre Kosten erhöhen, können die entsprechenden Patienten mit demselben Budget, dass sie haben, entweder nur noch weniger Leistung bekommen, oder sie müssen zuzahlen. Aber da die Renten noch miserabler angehoben werden wie alles andere (oder gab es 25% Rentenerhöhung in bin vergangenen fünf Jahren?) , Muss das Geld gendwoher kommen. Vermutlich von den Rentnern nicht, weil sie ohnehin nicht so viele haben, vom pflegegeld nicht, weil es nicht angehoben wird, also bleibt nur weniger Leistung. Also nur noch einmal in der Woche waschen statt täglich? Nur noch einmal im Monat duschen statt wöchentlich? Haare bleiben ungewaschen?
Nach meinem Verständnis müssten die Pflegesätze, also das was mit den pflegediensten verrechnet wird, entsprechend angehoben werden, damit es Mindestmaß an Versorgung weiterhin möglich ist.
Zitat von Anemone im Beitrag #331Ich erinnere mich an meine Norwegenreise und dort gabs, im Norden, ein großes Krankenhaus und direkt daneben ein Hotel. Der Reiseleiter erklärte uns, es sei für Besucher und Ab- und Anreise wegen der dort ja sehr großen Entfernungen. Sowas wäre hierzulande sicherlich auch manchmal gut, wenn es das gäbe.
Bei Fach-/Spezial- und größeren Kliniken gibt es Hinweise zu nahegelegenen Hotels meist auf der Website. Oft sind die Sekretariate der Abteilungen behilflich, nicht nur bei Privatpatienten.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von -franzi- im Beitrag #346Wer einen Pflegegrad hat, bekommt Pflegegeld bzw kann es direkt mit einem entsprechenden pflegedienst verrechnen.
Nee, es ist schon so, wie Analuisa schrieb: Pflegegeld ist das, was Angehörige oder so bekommen, die jemanden pflegen. Das was du meinst, hat einen anderen Namen, den ich jetzt nachschlagen müsste - aber nicht "Pflegegeld".
Zitat Da die Pflegedienste jetzt im nächsten Jahr in der Regel ihre Kosten erhöhen, können die entsprechenden Patienten mit demselben Budget, dass sie haben, entweder nur noch weniger Leistung bekommen, oder sie müssen zuzahlen. Aber da die Renten noch miserabler angehoben werden wie alles andere (oder gab es 25% Rentenerhöhung in bin vergangenen fünf Jahren?) , Mutter fällt dir irgendwoher kommen. Vermutlich von den Rentnern nicht, weil sie ohnehin nicht so viele haben, vom pflegegeld nicht, weil es nicht angehoben wird, also bleibt nur weniger Leistung.
Zitat von Analuisa im Beitrag #342Ich habe immer wieder den Eindruck, dass das kaum bekannt ist.
Naja, was hilft es, wenn jemand, der 500km entfernt wohnt und sich um Kindergartenkinder kümmern muss, das beantragt? Und in einer Phase, in der man gerade begonnen hat, ein Haus abzuzahlen ist es auch ungünstig, beruflich deutlich kürzer zu treten.
Ich muss sagen, dass ich damals ziemlich wenig amüsiert war. Dass wir bei Kindern, Haus und Co keine Unterstützung bekommen haben, fand ich normal, die Distanz war sowohl in der Entfernung als auch emotional recht groß. Da haben wir nichts erwartet. Dass umgekehrt jedoch erwartet wurde, dass wir zahlen, springen und organisieren und das in einer Zeit, in der wir selbst schon am Anschlag waren, hat mich doch ziemlich ernüchtert.
Ich möchte nicht, dass meine Kinder so über mich denken und werde mir alle Mühe geben, sie nicht in solch eine Situation zu bringen.
Zitat von -franzi- im Beitrag #346Aber da die Renten noch miserabler angehoben werden wie alles andere
Das ist nicht der Fall. Die Renten sind an die Lohnentwicklung gekoppelt und durch ein paar Sondereffekte in den letzten Jahren sogar stärker als die Löhne gestiegen.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Mag sein dass das stimmt, aber sie sind nicht angepasst an das, was man Ausgaben hat.
Lebensmittelpreise sind ca um 25% gestiegen, und Lebensmittel sind in Wesentlichen das, was sich Rentner leisten können. Jedenfalls durchschnittsrentner, keine Pensionäre und keine alten Leute, die jetzt in den 90ern sind und damit die Hochzeit der hohen Renten abgegriffen haben. Durchschnittsrentner eben. Sie haben effektiv immer weniger Geld.