Freunde sind meist mehr oder weniger gleichaltrig. Bei der Altersgruppe 80+ können sich Hilfebedürftige nicht unbedingt tatkräftig gegenseitig unterstützen. Dass die 40jährige berufstätige Familienmutter aus der Nachbarschaft nach einem ambulanten Eingriff bei meiner Mutter 80+ übernachten soll, ist schon eine seltsame Idee.
Ich würde auch gerne dafür bezahlen. Zum Glück gibt es hier an meinem Wohnort private Pflegedienste die so etwas anbieten. Solange aber mein Mann da ist brauche ich das nicht.
Das ist Dein gutes Recht, Knuffi. Jede, wie sie mag. Aber es kann - bei unserer demografischen Entwicklung - zukünftig nicht mehr von der Solidargemeinschaft getragen werden. Davor dürfen wir die Augen nicht verschließen.
Aber ambulante Überwachung, nach einem operativen Eingriff könnte auch gut elektronisch durchgeführt werden. Vernetzt mit einem Telemedizin Zentrum, kann das sogar besser funktionieren als Betreuung durch einen Laien.
Zitat von lenita im Beitrag #276Freunde sind meist mehr oder weniger gleichaltrig. Bei der Altersgruppe 80+ können sich Hilfebedürftige nicht unbedingt tatkräftig gegenseitig unterstützen. Dass die 40jährige berufstätige Familienmutter aus der Nachbarschaft nach einem ambulanten Eingriff bei meiner Mutter 80+ übernachten soll, ist schon eine seltsame Idee.
Ja, aber ganz bestimmt. Solch eine Bitte an jemanden heranzutragen, da käme ich mir auch blöd vor.
Zitat von Schreckgespenst im Beitrag #234Hm. Wenn es keine medizinischen Gründe gibt, dann kann man den Patienten nach Hause entlassen. [...]
Aus meiner Sicht muss man hier zwei Dinge trennen: Das Abholen wird oft kein Problem sein. Aber wenn der Facebook-Freund unterschreiben soll, dass er sich 24 Stunden beim frisch operierten Bekannten bleibt, dann finde ich das schon viel verlangt.
Stellen wir uns mal den seltenen Fall vor, dass es nach einem Eingriff doch zu einer unerwarteten schweren Komplikation kommt. Und der Facebook-Freund kann nicht reagieren, weil er sich selber kurz aufs Ohr gelegt hat. Dieses Problem würde ich jemandem, der mir überhaupt nicht nahesteht, ungern aufbürden.
Völlig berechtigt, dein Einwand, Schreckgespenst.
Tatsächlich haben wir hier zwei Sachverhalte parallel diskutiert, und ich war mit meinen Anmerkungen dazu mehr bei dem Thema "Patient abholen/ kleine Hilfsdienste leisten". Also Hilfestellungen, die man Freunden oder Familienangehörigen schon mal antragen kann, ohne auf ewig in deren Schuld zu stehen.
Ich bin auch nicht wirklich informiert, in welchem Umfang heutzutage Operationen bereits ambulant durchgeführt werden und wie häufig das ist, dass solche 24-Stunden-Betreuung-Zusicherungen abverlangt werden. Und ich schrieb ja auch, dass es von der Art des Eingriffs abhängig ist, ob solche Frühentlassungen und Übertragung der Verantwortung auf den Patienten/ die Begleitperson verantwortbar sind. Pauschal und generalisierend für alle Arten von Eingriffen kann man das schlecht diskutieren. Ich sehe auch die öffentliche Diskussion darum, dass man doch noch viel mehr ärztliche Maßnahmen ambulant durchführen könnte, sehr kritisch. Schrieb ich schon an anderer Stelle, dass dadurch zwangsläufig die Zahl der sog. "blutigen Entlassungen" steigen wird.
Weil hier gesagt wurde: Ich würde von niemandem verlangen, dass er/ sie sich für mich zwei Tage Urlaub nimmt, um mich nach einem Eingriff zu betreuen - das war nicht meine Herangehensweise. Eher andersrum: Dass Menschen von sich aus, weil sie das wollen, wieder mehr Verantwortung füreinander übernehmen. Sei es in der Nachbarschaft (es gibt Plattformen wie nebenan.de, über die man das organisieren kann), im Freundeskreis oder in der Familie. Wie sollen wir denn die Herausforderungen, die der demographische Wandel mit sich bringt, anders bewältigen?
Das ist eine gesellschaftliche Diskussion, die nötig ist. Ja, es stimmt, dass viele aus der mittleren Generation nicht mehr in der Nähe ihrer Eltern wohnen. Aber irgendwann sind die Eltern alt und gebrechlich und ihre Versorgung muss sowieso organisiert werden, auch unabhängig von eventuell nötigen ambulanten Operationen. Da wäre es doch auch eine Option, dass die alten Leute in die Nähe ihrer Kinder ziehen. Oder alternativ einen guten Freundeskreis pflegen, der möglichst altersgemischt ist, damit im Fall des Falles jemand da ist, der sich kümmern kann. Menschen, die in Rente gehen, aber noch fit sind, könnten darüber nachdenken, sich sozial zu engagieren (bevor das missverstanden wird: ich weiß, dass viele das bereits tun!), statt zu überlegen wie sich selbst ein möglichst angenehmes Leben an irgendeinem südlichen Strand machen. Menschen, die die entsprechenden finanziellen Ressourcen haben (z.B., weil sie im Eigentum wohnen), könnten mit 60 ein Wohnprojekt gründen, um der Einsamkeit im Alter vorzubeugen.
Ich habe etwas länger an dem Beitrag geschrieben, sehe gerade, einige andere argumentieren in dieselbe Richtung.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Zitat von Tabea57 im Beitrag #278Das ist Dein gutes Recht, Knuffi. Jede, wie sie mag. Aber es kann - bei unserer demografischen Entwicklung - zukünftig nicht mehr von der Solidargemeinschaft getragen werden.
@Tabea, zum hundertsten Mal. Ich will nicht, dass die Solidargemeinschaft das trägt. Ich würde unterschreiben, dass ich in eigener Verantwortung mit dem Taxi heim fahre, keine anderen Menschen gefährde, und Kontakt halte. Und wenn darauf bestanden wird, dass ich betreut bin, dann würde ich eine Übernachtung komplett selbst bezahlen.
Man kann von keinem Menschen verlangen, dass er private Personen für eine Betreuung, die mir aufoktroyiert wird, anquatscht. Ob sie dazu bereit sind, Chauffeurleistungen und vor allem medizinische Leistungen zu übernehmen, darauf habe ich doch nur sehr begrenzten Einfluss - ja, und auch wenn jemand selbst hilfsbereit ist!
Zitat von Sandsturm2 im Beitrag #261Da ging es dann aber um die Bestrahlung, nicht wegen der Pflegestufe.
Ich verstehe nicht ganz, was du mir damit sagen willst. Hier wurde gesagt, dass die Krankenbeförderung erst ab PG 3 übernommen wird, ich habe nur angemerkt, dass das so absolut nicht stimmt.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Die Sorge um den demokraphischen Wandel kommt mir etwas fehlgeleitet vor. In 20 Jahren werden wir ganz andere Probleme haben. Da ist die Überalterung nur noch ein Fliegenschiss. Wenn es sich nicht dann sowieso schon erledigt hat.
Zitat von Cerulean im Beitrag #284Die Sorge um den demokraphischen Wandel kommt mir etwas fehlgeleitet vor. In 20 Jahren werden wir ganz andere Probleme haben. Da ist die Überalterung nur noch ein Fliegenschiss. Wenn es sich nicht dann sowieso schon erledigt hat.
Aha. Du denkst jetzt an Klima? Atomkrieg?
Man weiß ja nie, aber das kann doch nicht heißen, dass man sich mit den demographischen Entwicklungen nicht beschäftigt.
Und jemand, der gerne allein lebt, muss in keinster Weise einsam sein, an einige gerichtet, die sinngemäß schreiben, "dann pflegt halt mehr Freundschaften und helft einander, dann habt ihr in solch einem Fall auch jemanden." Aber für mich medizinische Leistungen zu erbringen, obwohl ich in der Lage bin, diese aus dem Gesundheitswesen zu zahlen, dazu sind Bekannte für mich nicht da!
Es kann doch auch Freundschaften und die Beziehung zu Bekannten massiv, wenn man etwas an sie heranträgt, bei dem sie dann ein schlechtes Gefühl haben, weil sie nicht ablehnen wollen, aber eigentlich keine Zeit haben usw. Ich bin ein Mensch, der die Lebensbereiche gerne getrennt hat, und für medizinische Leistungen das bezahlt, was sie kosten. Und das hat man genauso zu respektieren.
Zitat von Cerulean im Beitrag #284Die Sorge um den demokraphischen Wandel kommt mir etwas fehlgeleitet vor. In 20 Jahren werden wir ganz andere Probleme haben. Da ist die Überalterung nur noch ein Fliegenschiss. Wenn es sich nicht dann sowieso schon erledigt hat.
Aha. Du denkst jetzt an Klima? Atomkrieg?
Man weiß ja nie, aber das kann doch nicht heißen, dass man sich mit den demographischen Entwicklungen nicht beschäftigt.
Ja, wenn du dich damit gerne beschäftigen willst, nur zu.
Das Thema "Ambulante Operationen und Narkose als Single ohne Angehörige" hat auch nichts mit dem demographischen Wandel zu tun, sondern auch Jüngeren wird diese Eigenverantwortung von den ach so verantwortungsvollen Tageskliniken nicht zugestanden. Ihnen wird genauso nahegelegt, einfach mal Bekannte für ihre medizinischen Probleme zwei Tage einzuspannen.
Ich lebe in einem Mietshaus, wo man schon gut aufeinander schaut. Aber letzthin kam es doch zu einem Engpass, weil wirklich niemand Zeit hatte (und das war wirklich so) eine ältere Nachbarin zum Arzt zu begleiten. Ich an ihrer Stelle, hätte von vornherein ein Taxi genommen.
War letztens auch in der Klinik, weil ich ich an der Hand verletzt hatte, es ging um eine OP, bekam eine Schiene und durfte eine halbe Woche lang nicht Auto fahren. Bin mit dem Taxi gefahren. Es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, Nachbarn zur fragen, wenn es anders möglich ist. Wobei ich das nun nicht so schlimm gefunden hätte, aber es musste ja nicht sein. Wenn es finanziell halt nicht möglich ist, wird es schwierig. Aber es gibt halt auch Bitten um "Gefälligkeiten" wie medizinische Dinge, die gute Nachbarschaften oder Kollegialität überstrapazieren.
Bei meinem Patient 1 habe ich es mal so versucht: Beim Pflegedienst gegen Rechnung 6 mal Putzdienst/Hauswirtschaft gebucht (ich war 14 Tage nicht vor Ort). Eine relativ nette Pflegerin für stundenweise Verhinderungspflege geordert, was wohl arbeitsrechtlich eher illegal war, weil 1:1 verabredet. Richtig gut geklappt hat beides nicht.
Von einer tageweise 24-Betreuung in der Häuslichkeit war das außerdem weit entfernt. Und es wäre auch schwierig gewesen, wenn es in der Zeit tatsächlich einen Notfall gegeben hätte.
Zitat von Charlie03 im Beitrag #269Ich verstehe nicht, warum man keine Freunde hat, die unterstützen.
Dann freu Dich drüber, daß es bei Dir nicht so ist!
Dafür gibt es viele mögliche Gründe, von denen ich einige auch schon erwähnt habe (ich weiß nicht mehr, ob hier oder einem anderen Strang): Zum einen wohnen Freunde nicht automatisch um die Ecke, sondern eben aufgrund der Lebensumstände auch gerne mal 600 km entfernt. Zum zweiten sind die meisten Freundeskreise, die ich kenne, altersmäßig ziemlich homogen. Das bedeutet dann auch, daß alle innerhalb weniger Jahre gleich unfit werden, um z.B. jemanden weit irgendwohin zu fahren. Es hilft auch nicht, wenn man Jüngere im Umfeld hat, die dann mit Mitte 40 plötzlich sterben (kenne ich leider gleich mehrere Fälle).
Und man sucht sich doch (hoffentlich) seinen Freundeskreis nicht nach der potentiellen Nützlichkeit aus.
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
Dein letzter Punkt, das ist auch ein Aspekt, @Bri-Eule. Ich werde nicht plötzlich von einem gerne etwas zurückgezogenen Menschen zu jemandem, der permanent die Bude zu Hause voll hat oder umgekehrt, weil das mir im Notfall etwas bringen könnte. Dasselbe, wenn ich jemanden unterstütze.
Zitat von Tabea57 im Beitrag #268Heute liegt es an uns, Nachbarschaft zu pflegen und Freundschaften zu halten.
Oder man lässt die Menschen einfach frei entscheiden als mündiger Bürger und Patient. Ich unterschreibe, dass ich aus freien Stücke auf die empfohlene Betreuung verzichte, nehme ein Taxi und verbringe die Nacht allein. Ende Gelände. Es könnte so einfach sein.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Schon die Frage, wie das mit der "Fernüberwachung" so klappt. Wenn man z.B. einfach durchschläft, bricht dann die Feuerwehr die Haustüre auf? Oder bemerkt es niemand, wenn man sich NICHT meldet?
Ich bin da - auch aus Erfahrung mit hausinternen Notrufsystemen z.B. - auch etwas skeptisch.
Ist halt eine Möglichkeit für diejenigen, die allein bleiben wollen. Wenn mein Betreuer nachts schläft, und ich sterbe, bemerkt er es vielleicht auch nicht, oder bis der Krankenwagen da sein kann, kann es auch zu spät sein. Wenn man nicht im Krankenhaus ist, kann man halt nicht alle Eventualitäten abdecken. Wenn das aber der Anspruch ist, dann halt stationär.