Zitat von Zinn im Beitrag #10Gute Beziehungen zu den Nachbarinnen. Ist Erfolg versprechend, da logistisch einfach für die Helferinnen, und daher keine große Zumutung.
Wenn ich mir überlege, wie hier ständig ausgezogen und neu eingezogen wird...irgendwie beschleicht mich der Eindruck, dass es je nach Wohnhaus/Umgebung nicht so einfach ist, sich da ein Netzwerk aufzubauen.
Wir Frauen brauchen keine Männer, die uns beschützen. Wir brauchen Männer, die andere Männer NICHT beschützen. - Inge Bell -
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Zitat von SASAPI im Beitrag #8Ja. Es hilft ja nichts, wenn ein Anspruch zwar besteht, aber niemand da ist,der diesen Anspruch erfüllt. Ob Kurzpflege oder ambulante Hilfen- da ist es immer eng und knapp. Ich würde mir auch ein Sicherheitsnetz aufbauen.
Es ist sogar egal, ob es die entsprechenden Hilfskräfte GIBT - es muß auch jemand die entsprechenden Anträge/Aufträge in die Wege leiten.
Eine Planung für eine anstehende Operation wie z.B. Knie oder so ist eines - das kann frau selbst. Aber was, wenn frau schnell so krank wird, daß sie "neben sich steht" - und garnicht in der Lage dazu ist. Da ist das Sicherheitsnetz, das sich kümmert - und kümmern DARF (Vorsorgeverfügung etc.!!!) immens wichtig!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von mytholon im Beitrag #28Es wird auch Menschen geben, die niemanden haben, dem sie derart Wichtiges per Vollmacht anvertrauen möchten...
Dann muss derjenige damit leben, dass diese wichtigen Dinge ein gesetzlich bestellter Betreuer entscheidet. Anders wirds nicht gehen. Dass das nicht das gleiche ist wie wenn jemand sich um einen kümmert, der einen liebt oder mag, steht natürlich ganz außer Frage. Ich kann jemanden bezahlen, mir eine Geburtstagstorte zu backen, aber wenn’s ein Freund für mich tut, weil er mich gerne hat, fühlt sich das anders an. Aber das obliegt jedem selbst, sich ein solches Umfeld zu schaffen. Immerhin, wer es nicht macht, bekommt hier eben trotzdem Hilfe, anders als in anderen Ländern.
Wobei man natürlich einiges, was gesundheitliche Maßnahmen betrifft, in der Patientenverfügung festhalten kann. Und alles, was die eigene Bestattung betrifft, kann man in einem Bestattervertrag festhalten. Und bezahlen, das Geld wird treuhänderisch hinterlegt. Dann gibt’s da für andere schonmal nichts zu entscheiden, was diejenigen auch als große Erleichterung empfinden.
Mein Psychologe meinte, ich solle spazierengehen, wenn ich wütend bin. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin jetzt in Italien.
Zitat von mytholon im Beitrag #28Es wird auch Menschen geben, die niemanden haben, dem sie derart Wichtiges per Vollmacht anvertrauen möchten...
Dann muss derjenige damit leben, dass diese wichtigen Dinge ein gesetzlich bestellter Betreuer entscheidet. Anders wirds nicht gehen.
Wobei man natürlich einiges, was gesundheitliche Maßnahmen betrifft, in der Patientenverfügung festhalten kann. Und alles, was die eigene Bestattung betrifft, kann man in einem Bestattervertrag festhalten. Und bezahlen, das Geld wird treuhänderisch hinterlegt. Dann gibt’s da für andere schonmal nichts zu entscheiden, was diejenigen auch als große Erleichterung empfinden.
Ich habe keine Angehörigen und praktisch nur Kontakte, die in meinem Alter oder älter sind. Ich habe zwar in meiner Vorsorgevollmacht jemanden als Betreuer eingesetzt, aber diese Person ist auch schon Mitte 70. Ich finde das auch sehr schwierig.
Mein Begräbnis ist mir übrigens egal. Da regle ich nix.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Ich will bezüglich meines Begräbnisses insoweit bald etwas regeln, als ich eine sehr günstige Bestattung verfüge und das Finanzielle bereits jetzt regele, damit meine Kinder nach meinem Ableben diesbezüglich keine Sorgen haben müssen.
Zitat von mytholon im Beitrag #37Ich will bezüglich meines Begräbnisses insoweit bald etwas regeln, als ich eine sehr günstige Bestattung verfüge und das Finanzielle bereits jetzt regele, damit meine Kinder nach meinem Ableben diesbezüglich keine Sorgen haben müssen.
Verstehe ich, aber ohne Angehörige (auch keine entfernten Verwandten) ist es mir egal.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Zitat von Ewiger_Bub im Beitrag #9Wie "baut man sich denn ein Sicherheitsnetz auf" ?
Gute Beziehungen zu den Nachbarinnen.
Das ist wohl Persönlichkeitssache ob man das kann, ich grüße meine Nachbarn wenn ich sie (selten) im Stiegenhaus sehe aber mehr Kontakt ist da nicht, mit einer Ausnahme mit der plaudere ich schon mal aber mehr auch nicht. Und wenn ich darüber nachdenke, von 7 anderen Parteien im Haus sind 5 deutlich älter als ich. Also ich kann davon ausgehen daß in den nächsten Jahren viele neue Leute hier einziehen werden, vermutlich mit Migrationshintergrund, wie ich denen jetzt beibringen soll daß sie mir mal helfen sollen. Eher unrealistisch.
Vielleicht, indem du wenigstens bei neuen Nachbarn ihnen mal Hilfe anbietest, wenn du siehst, dass sie sie brauchen könnten, wenn du schon glaubst, dass es sich bei den jetzt älteren Nachbarn nicht mehr für dich lohnt? Hilfe bekommen ist ( nicht immer, aber oft auch) die Bereitschaft, selbst Hilfe zu geben
Zitat von Ewiger_Bub im Beitrag #39Also ich kann davon ausgehen daß in den nächsten Jahren viele neue Leute hier einziehen werden, vermutlich mit Migrationshintergrund, wie ich denen jetzt beibringen soll daß sie mir mal helfen sollen. Eher unrealistisch.
Warum sollten sie dir auch helfen, sowas wie Nachbarschaftshilfe beruht immer auf (potentieller) Gegenseitigkeit. Dann bleibt dir noch der Weg, jemanden zu bezahlen.
Mein Psychologe meinte, ich solle spazierengehen, wenn ich wütend bin. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin jetzt in Italien.
Zitat von mytholon im Beitrag #28Es wird auch Menschen geben, die niemanden haben, dem sie derart Wichtiges per Vollmacht anvertrauen möchten...
Dann muss derjenige damit leben, dass diese wichtigen Dinge ein gesetzlich bestellter Betreuer entscheidet. Anders wirds nicht gehen.
Wobei man natürlich einiges, was gesundheitliche Maßnahmen betrifft, in der Patientenverfügung festhalten kann. Und alles, was die eigene Bestattung betrifft, kann man in einem Bestattervertrag festhalten. Und bezahlen, das Geld wird treuhänderisch hinterlegt. Dann gibt’s da für andere schonmal nichts zu entscheiden, was diejenigen auch als große Erleichterung empfinden.
Ich habe keine Angehörigen und praktisch nur Kontakte, die in meinem Alter oder älter sind. Ich habe zwar in meiner Vorsorgevollmacht jemanden als Betreuer eingesetzt, aber diese Person ist auch schon Mitte 70. Ich finde das auch sehr schwierig.
Mein Begräbnis ist mir übrigens egal. Da regle ich nix.
Ich habe zwar Freundinnen, die jünger sind als ich (5, 7, 10 und 25 Jahre) aber ob die sich um mich kümmern wollen würden und könnten, steht auch in den Sternen, auch in welchem Umfang. Die haben jeweils ihr eigenes Leben und ich hab bei meiner Mutter gesehen, dass es viel Kümmerns bedarf, wenn alles richtig laufen soll. Da werde ich schon auch bezahlen müssen.
Mein Psychologe meinte, ich solle spazierengehen, wenn ich wütend bin. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin jetzt in Italien.
Familie haben bedeutet nicht immer, dass eine gute Unterstützung vorhanden ist. Manchmal wohnen die Kinder zu weit weg oder der Partner ist keine gute Unterstützung.
Über das Thema habe ich mir seit dem Tod meiner Mutter auch intensiver Gedanken gemacht. Meine Mutter hatte immer auf ihre Männer "gesetzt", welche sich komplett um alles gekümmert haben. Andere Kontakte waren für sie unwichtig und sie hat fremde Hilfe abgelehnt. Leider sind ihre letzten zwei Männer vor ihr gestorben. Der letzte (15 Jahre jünger als sie) drei Jahre vor ihrem eigenen Tod. Als dieser starb ist für sie das eingetreten, wovor sie immer Angst hatte: sie war 77 und komplett alleine. Wir beide hatten schon länger keinen Kontakt mehr und ich hätte mich aus gesundheitlichen Gründen ohnehin nicht intensiv um sie kümmern können.
Erschwerend kam hinzu, dass sie recht unselbständig war: sie konnte keinen Bankautomaten bedienen, hat sich nie selbst um "Papier-Kram" gekümmert, ist kein Auto gefahren, war noch nie im Internet und hatte kein Handy.
Sie hatte aber großes Glück. In der Nachbarschaft wohnte eine Frau, die sich die letzten drei Jahre intensiv um meine Mutter gekümmert hat.
Manchmal ist es einfach Zufall, dass einem dann noch mal Hilfe aus dem persönlichen Umfeld ins Leben purzelt .... planen lässt sich das aber nicht immer zuverlässig.
Im Gegensatz zu meiner Mutter würde ich niemals komplett auf Menschen aus dem Umfeld setzen (und schon gar nicht auf eine einzelne Person). Ich hätte mehr Wissen darüber, wo und wie ich professionelle Hilfe organisieren kann. Pflegedienste, Haushaltshilfe über die Krankenkasse, Online Lebensmittelbestellungen, Essen auf Rädern, mit dem Taxi fahren.....was auch immer ich benötigen werde, ich bin da ziemlich organisiert und einfallsreich (ist wohl meinem Beruf geschuldet).
Krankenhaustasche ist bei mir ohnehin immer gepackt, Patientenverfügung usw sind gut zu finden.
Auch würde ich immer jemanden im Umfeld kennen, der mir zwischendurch mal hilft. Aber für dauerhafte Unterstützung müssten dann Profis ran, was aber von Vorteil sein kann.
Als meine Mutter noch lebte, gab es von der Gemeinde organisierte ehrenamtliche Seniorenhelfer (Niedersachsen). Mit der Frau hat sie auch Einiges an bürokratischen Dingen abwickeln können, sie hat ihr beim Lesen geholfen, da meine Mutter u.a. starke Makulardegeneration hatte.
Katelbach, du würdest aber denjenigen, die deine Beerdigung organisieren müssen, Einiges an Überlegungen abnehmen, wenn du Anordnungen hinterlässt. Oder ist es dann so, dass du dann grundsätzlich eingeäschert wirst und eh auf die grüne Wiese kommst? Dann ist es natürlich wurscht, ob du was hinterlässt, ja.
Ich bin auch in ähnlicher Situation, allerdings bin ich nicht die Einzige hier in meinem Bekanntenkreis, der es so geht. Und deshalb bin ich auch so dahinter, mehr über Compassionate Communities zu lernen und bei der Umsetzung mitzumachen (mehr steht im entsprechenden Strang hier irgendwo im Forum, der aber nicht in Bewegung kommt). Wir Baby Boomer werden mit 100% Sicherheit nicht mehr auf die Angebote von offizieller Seite zurückkommen können wie es jetzt möglicherweise noch funktioniert Ausser es bewegt sich politisch jetzt etwas. Oder es fängt auf Grassrootebene an, sich etwas zu entwickeln.
Es passt jetzt nicht exakt hier rein, weil man vorab schon Leute im Umfeld haben muss, aber es ist zumindest ein hilfreiches Werkzeug. Es gibt hier eine App, in der man seine möglichen Helfer listen kann (natürlich nach Absprache und in einer geschlossenen Gruppe) und dann im Notfall mit Hilfe der App einen Roster auf die Beine stellen kann, in der die Hilfeleistungen koordiniert werden können. Für jeden Beteiligten einsehbar. Aber sowas meine ich, unkomplizierte nachbarschaftliche Hilfe. Gab es da in Holland nicht auchmal ein Modell dazu?
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Zitat von Ewiger_Bub im Beitrag #39Also ich kann davon ausgehen daß in den nächsten Jahren viele neue Leute hier einziehen werden, vermutlich mit Migrationshintergrund, wie ich denen jetzt beibringen soll daß sie mir mal helfen sollen. Eher unrealistisch.
Es gibt Faktoren (wenn auch keine verlässlichen), die es wahrscheinlicher machen, dass dir geholfen wird: -Du hast ein gutes Netzwerk von Freunden, Bekannten, Nachbarn -Du hast dich selbst sozial engagiert und daraus haben sich Freundschaften entwickelt -Du hast soziale Kompetenzen und die Leute helfen dir gerne -Du bezahlst Menschen dafür (z.B. Geld durch Pflegestufe)
@BBlueVelvet Ich meinte in meinem Post insbesondere, dass ich schon altersmäßig niemanden als Betreuer:in vorschlagen könnte.
An praktische Unterstützung habe ich gar nicht gedacht. Ich war von 13 bis 49 bis auf wenige Jahre durchgängig in die Pflege (vor allem ins Pflegemanagement) meiner Mutter und meiner Großmütter eingebunden und weiß, wie einen das beschäftigt.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Zitat von frangipani im Beitrag #44 Katelbach, du würdest aber denjenigen, die deine Beerdigung organisieren müssen, Einiges an Überlegungen abnehmen, wenn du Anordnungen hinterlässt. Oder ist es dann so, dass du dann grundsätzlich eingeäschert wirst und eh auf die grüne Wiese kommst? Dann ist es natürlich wurscht, ob du was hinterlässt, ja.
So ähnlich wird es wohl sein. Ich wüsste nicht, wer die Organisation übernehmen würde, außer ich verabschiede mich bald. Wir sind alle alte Leute ...
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Manchmal wundert man sich, wer da um die Ecke kommt, wenn es brennt. Auch bei Hilfe im Alltag (um nicht so am Thema Beerdigung hängen zu bleiben). Kollegen, zB. Oder - allgemein gesehen, nicht in deinem speziellen Fall - Vereinsmitglieder, Leute aus dem Chor, Nachbarn. Forumsmitglieder :)
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Interessantes Thema! Ich mache mir keinen Kopf und lasse alles auf mich zukommen, obwohl ich hier mit Abstand die Älteste bin. Zunächst mal ist da mein Mann, dem ich die letzten Jahre so angenehm wie möglich mache, und alles, was mich betrifft, tritt in den Hintergrund. D.h. eigentlich nicht. Hilfe von Freunden oder Nachbarn, es sei denn ab und zu mal als Gefälligkeit, okay, aber mehr möchte ich auf keinen Fall. Das betrifft auch meine Söhne, von denen einer höchstwahrscheinlich auch in ein paar Jahren aus Hamburg verschwindet. Sohn Nummer zwei lebt eh weit weg. Ich will überhaupt nicht pflegebedürftig sein, weil ich weiß, was das bedeutet. Auch ein Pflegeheim kommt für mich nicht infrage. Mein Plan: ich trete demnächst dem Sterbehilfeverein bei, damit ich jederzeit, wenn ich allein sein werde und das nicht ertrage, selbstbestimmt abtreten kann. Essen auf Rädern, mühsam am Rollator humpeln, Pflegedienst - nein danke! Mir ist Lebensqualität, nicht -quantität wichtig, und wenn die nicht mehr gegeben ist, werde ich bereit sein zu gehen.
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
@Katelbach, einige Bestattungsunternehmen bieten- kostet natürlich- so ein Rundum Paket an. Du kannst zu Lebzeiten festlegen, wie und wo die Bestattung erfolgen soll und auch, falls gewünscht, wer informiert werden soll. Ansonsten kümmert sich halt die Kommune, in der Du Deinen letzten Wohnsitz hattest.