ich sollte jetzt nicht schreiben, weil ich gleich einen Teams-Call habe, und mir sicher die Tränen kommen, aber ich weiß gerade nicht wo hin mit mir...
In verschiedenen anderen meiner Beiträge wurde mir von euch (und auch von meinen Freunden) geraten, mich zu trennen. Ich habe es bisher nie geschafft, mein Ex-Partner hatte Fehler und sicher auch narzisstische Züge, aber wir passten von unseren Interessen, Vorlieben, Gemeinsamkeiten sehr gut zusammen. Es war immer (meistens) ein sehr schönes Zusammensein.
Dennoch hatte ich mich seit einiger Zeit distanziert. Aufgrund einiger "Verletzungen" in der Vergangenheit seinerseits, aufgrund dem Gefühl dass er nicht mehr "komplett bei mir" ist (ohne eine Affäre unterstellen zu wollen!), und auch aufgrund meiner Dauer-Erschöpfung. Ich funktioniere, genieße auch die Wochenenden in der Natur und kann dann durchatmen, aber ansonsten bin ich immer nur erschöpft und mutlos. Jahrelang allein erziehend mit 4 Kindern, Dauer finanzielle Belastung, Vollzeit-Jobs mit bis zu 3 Nebenjobs, hatte ich ja mal erzählt...
Vor einer Woche dann schrieb er nach dem Wochenende, er sei so frustriert, weil ich so distanziert sei. Und ich antwortete, dass ich einfach sehr erschöpft sei, und mal Zeit zum durchschnaufen bräuchte (er war schon immer sehr besitzergreifend). Daraufhin schrieb er, er wolle gerne den Weg mit mir weitergehen, und mir helfen dass ich glücklich bin. Und ich solle mir Zeit nehmen, aber jederzeit gerne melden. Also sehr lieb... Und ich habe mich gefreut. Dann war tatsächlich Funkstille, auch über das Wochenende. Heute fragte ich nach, wie es ihm ginge, und er meinte, er habe sich jetzt "auf den Weg raus aus der Beziehung gemacht". Ich weiss, dass ich auch darüber nachgedacht habe, und eigentlich weiß, dass das (auch) für mich besser ist, aber jetzt tut es eben doch sehr weh...
Es waren 14 Jahre, mit unzähligen wunderschönen Erlebnissen, traumhaften Stunden, aber ja, auch einige Dinge, auf dich ich gerne verzichtet hätte, und die immer an meiner Liebe zu ihm gekratzt haben...
Aber jetzt fühlt sich alles so leer an. Die bevorstehenden Wochenenden alleine (und ja, ich war am Wochenende auch alleine wandern, und es war okay...), das schweigende Handy, die Urlaube, ich hab Angst... Ich weiss momentan nicht, wie es ohne ihn sein soll. Er war immer dabei, 14 Jahre lang. Er gehörte zu meinem Leben, zu meinem Alltag - auch wenn wir getrennt gewöhnt haben...
Lissy, es tut natürlich erst einmal weh. Aber es wird jeden einzelnen Tag besser. Kleine Schritte😊 Tu dir was Gutes! Lass den Schmerz zu, nicht wegdrücken.
nach so einer langen Zeit darfst du auch mal traurig sein, ist doch klar! Komm doch in unseren Strang "alleine leben" . . du bist ja nicht die einzige Junggesellin hier im Forum!
*knuddel* Lg Luci
PS: IN der ersten Zeit waren die Wochenenden der blanke Horror für mich . . inzwischen geniesse ich das Reinleben in den Tag ohne Verpflichtungen.
ich fang mal an mit dem Mutmachen: bei mir ging eine langjährige Beziehung unschön zu Bruch und mir ging es wie dir. Ich fiel in ein Loch. Aber auch beim mir hatte die Beziehung ungute Eigenschaften und tat mir im Grunde nicht gut. Nach dem ersten Schock und einigen tränenreichen Tagen und Nächten ging es langsam besser. Besser eine Weile alleine als mit jemandem, der einem nicht gut tut. Mir tat es damals gut, erst einmal zu schauen, was und wer ich abgesehen von der Beziehung bin. Und das ist eine ganze Menge und das ist bei dir genauso.
Urlaube und Aktivitäten: Urlaube kann man in der Gruppe machen oder auch alleine, das geht alles. Es gibt zig Aktivitäten, wo man Gleichgesinnte finden kann. Kopf hoch
Ui, ich verstehe Dich gut und kenne das, dieser "erste Moment" des Realisierens..... Dazu kan ich Dir was schreiben: nicht gleich auf ein Mal alles sehen wollen, was es jetzt "nicht mehr" gibt, das wär mein Tipp. Das "Alles" erschlägt so dermaßen und ist auch Projektion, im Kopf, denn wer weiß schon, ob man selber nächstes Jahr noch da ist usw.
Versuche, nur das heute zu sehen (und ein Stück von morgen, bis Mittag). Denn Du schreibst ja selber, es gab auch Wochenenden und Abende und Unternehmungen, die Du alleine verbracht hast. Dass sie mit einer Beziehung im Hinterkopf sich ganz anders anfühlen als als Neu-Single, ist klar.....- aber ich fand es trotzdem immer hilfreich, mir das zu sagen.
Vielen, vielen Dank euch allen!❤️ Und es macht mir ein wenig Mut, trotz der Traurigkeit... Ich hoffe, dass ich mit jedem Tag sehe, dass es sicher besser ist. Aber gerade wünsche ich mir mein "altes Leben" zurück... Ich halte euch auf dem Laufenden!
Liebe Lissy, ich glaube, dass man in so einer emotional aufwühlenden Situation nicht klar denken kann und geneigt ist, immer nur das Schlechteste in dieser Zeit zu sehen.
Gib dir Zeit, bewerte nicht und lebe dein Leben, einen Tag lang, eine Woche, einen Monat, ein halbes Jahr. Und vermutlich erst dann hast du genug Abstand, um klar einzuschätzen, ob du mit dir allein besser dran bist als in einer nicht zufriedenstellenden Beziehung.
Nur Mut!
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
...eine Entbindung tut weh, sehr weh ! Besonders, wenn es (und das steckt ja auch im Wortstamm) das Ende einer sehr langen, festen Bindung ist. Kann man Dir als Außenstehender überhaupt helfen ? Vielleicht mit Teilnahme, Dir das Gefühl zu geben, dass Du nicht ganz allein bist, mitfühlende Zuhörer hast, dass Du vielleicht auch Antworten bekommst die Dir sagen, dass diese Erfahrungen vermutlich sehr viele Menschen machen müssen. Und es kommt natürlich auch darauf an, wie Du aus dieser bitteren Erfahrung herausgehst. Frustriert, traumatisiert oder auch erleichtert, froh, mit der Hoffnung auf einen neuen Lebensabschnitt...
Aber das dauert alles. Gibt es nicht von der Kübler-Ross diese Theorie mit den 5 Sterbephasen ?!
der Spruch "Die Zeit heilt alle Wunden" hört sich abgedroschen an, bei mir war es aber tatsächlich so.
Deine (Ex) Beziehung hört sich anstrengend und schwierig an. Nach meiner Erfahrung (und zum Glück musste ich diese Erfahrung nur einmal in meiner gesamten Beziehungsbiografie machen) ist es dann besonders schwer, los zu lassen. Schwierige Beziehungen führen oft dazu, dass du dich zu viel mit ihnen beschäftigst und zu wenig mit dir selbst. Das ist wie eine schlechte Gewohnheit, von der du nicht mehr lassen kannst.
Mein Weg raus war - gemessen an der Länge der Beziehung - lang und voller Rückschritte. Schon ziemlich schnell wusste ich, dass diese Beziehung mir nicht gut tut und ich versuchte verzweifelt, mich zu lösen. Wir haben zum Glück nie zusammen gewohnt, aber immer wieder bin ich rückfällig geworden. Ich habe damals viele Bücher gelesen, mir neue Freunde gesucht, viel Ablenkung, auch eine Selbsthilfegruppe habe ich besucht. Insgesamt habe ich mich aber zu viel mit dieser Beziehung beschäftigt, selbst wenn es nur noch darum ging: Warum ist er so? Wie komme ich da raus?
Irgendwann, ich kann keinen bestimmten Tag ausmachen, hat es Klick gemacht. Erstmal war da der Gedanke: Welcher Mann würde Selbsthilfegruppen aufsuchen und Beziehungsratgeber lesen, um mit mir eine gute Beziehung zu führen? Eben...keiner. Das Gebende, Machende, Verzeihende an mir....das muss aufhören. Lieben bedeutet nicht, sich ständig bemühen und abarbeiten zu müssen, auch wenn Frauen das oft so gewöhnt sind.
Ich habe dann mein Ich-streng-mich-für-andere-an-Syndrom noch eine Weile in einer ehrenamtlichen Tätigkeit kompensiert (immerhin war es dort sinnvoller, als in einer Beziehung), dann war ich erschöpft und nun bin ich zufrieden mit mir alleine und mache gar nichts mehr für andere (muss auch mal sein).
Irgendwann stellte ich fest, dass dieser Mann gar keinen Platz mehr in meinem Leben hat und ich schon ewig nicht mehr an ihn gedacht hatte. Und heute kommt mir die Zeit mit ihm absurd vor und ich weiß nicht, was mich da getrieben hat.
Und lass dir die Zeit, traurig zu sein: nicht nur wegen der teils ja als sehr schön beschriebenen Zeiten innerhalb eurer Beziehung, sondern auch wegen all deiner mit der Partnerschaft (ob nun bewusst oder unbewusst) verknüpften Träume, Wünsche, Hoffnungen, Sehnsüchte und Gefühle.
Auch dieser Abschied hat das "Recht", betrauert zu werden.
Diese Trauer ist kein Widerspruch, selbst wenn in Summe vieles nicht rosig (sondern bei Licht betrachtet auch viel eher Komplementärfarbiges dabei war).
Zitat von Twix im Beitrag #10Ich empfehle dir keinen Kontakt zu pflegen
Also garkeinen!!
Würde ich auch empfehlen. Dieses Wir-bleiben-Freunde ist in ehemals schwierigen Beziehungskonstellationen absolut nicht ratsam, weil das Drama dann nur weiter geht.
Mein bester Freund ist auch ein Ex, schon seit Ewigkeiten. Aber das war eine gesunde, fast langweilige Beziehung, in der wir uns auseinandergelebt haben. Und wir haben trotzdem erstmal eine Pause gebraucht, bis wir uns als Freunde angenähert haben. Das ist dann möglich und auch nur, wenn bestimmte Grenzen gewahrt bleiben. Wir sind null flirty zueinander, kein Körperkontakt und wir haben beide keinen Hang zu Drama und emotionalen Themen, dafür aber ein gemeinsames Hobby. Wir sprechen auch nie über uns als ehemaliges Paar oder über vergangene Zeiten - das Thema ist durch.
Nach "toxischen" Beziehungen (ich nenne das mal so, weil es im Eingangspost so beschrieben wurde) ist Kontakt und Freundschaft nix.
Ist das der Vater der Kinder? Inwiefern haben- auch wenn nicht- die Kinder eine Beziehung zu diesem Mann aufgebaut? Leider ist man mit Kindern nicht mehr alleine unterwegs und auch deren Empfindungen spielen eine Rolle - immerhin möchte man kaum vorleben, dass Menschen kommen und gehen, oder?
Zitat von Hydra im Beitrag #12 Nach "toxischen" Beziehungen (ich nenne das mal so, weil es im Eingangspost so beschrieben wurde) ist Kontakt und Freundschaft nix.
Dass es sich um eine toxische Beziehung handelte, lese ich aus dem EP nicht heraus. Dieses Label wird leider mittlerweile recht inflationär verwendet. Und die Kategorisierung hilft der TE mE auch nicht.
Liebe Lissy, wenn ich Dich richtig verstehe, dann ging die aktive Trennung eher von Deinem Partner aus, der den Rückzug angekündigt hatte. Das macht die Akzeptanz dann um einiges schwerer, vermute ich.
Es wird sicher seine Zeit dauern, bis Du alles verinnerlicht haben wirst. Der Zeit wird ja gerne nachgesagt, dass sie alle Wunden heilt. Das entspricht überhaupt nicht meiner persönlichen Erfahrung - darauf ist schlichtweg kein Verlass. Sobald Du bereit dafür bist, befasse Dich intensiv mit Dir selbst und mit Deinem Schmerz, das hilft beim Verarbeiten, beim Verstehen - und dabei, wieder Freude am Leben zu haben.
Wenn Du gerne liest, dann empfehle ich Dir ein Buch, das sich recht einfühlsam und gleichzeitig pragmatisch mit schmerzhaften Trennungssituationen auseinandersetzt: Wenn der Partner geht (von Doris Wolf).
Auch ein paar Therapie-Stunden können sehr hilfreich dabei sein, das eigene Gefühlswirrwarr klarer zu sehen.
Du hast in Deinem Leben schon enorm viel geleistet - tu Dir was Gutes, indem Du Dir das immer wieder vor Augen hältst.
Ich wünsche Dir von Herzen ganz viele Kraft und hilfreiche Erkenntnisse.
Vielen lieben Dank euch allen! Ich konnte heute Nacht schlafen, auch wenn das einschlafen dauerte, und ich auch früh wieder wach war...
Und nein, er ist nicht Vater der Kinder. Er hat sie (leider) auch immer sehr als "Konkurrenz" angesehen, so dass es nicht immer einfach war. Aber das war mal Thema in einem anderen Thread, und da möchte ich gar nicht mehr drüber nachdenken. Meine Jungs sind jetzt zwischen 20 und 30 Jahre alt, und spielen deshalb diesbezüglich keine Rolle mehr. Wobei ich zugeben muss, dass es innerlich doch immer ein kleiner Stachel war, dass er für sich entschieden hat, sie nicht weiter in sein Leben zu integrieren.
Tatsächlich habe ich schon seit einiger Zeit selbst an Trennung gedacht. Er hatte in den ganzen 14 Jahren immer wieder cholerische Anfälle, hat 2-3 Mal im Jahr immer mit großem Getöse die Beziehung beendet, aber es nie wirklich ernst gemeint. Aber mit mir hat es irgendwie was gemacht... Seit 2/3 Jahren aber kamen diese "Schlussmach-Aktionen" nicht mehr vor - vielleicht, weil ich ihm aufgrund des Alters der Kinder "uneingeschränkt" zur Verfügung stand. Ich weiss es nicht... Cholerische Anfälle hatte er immer noch, aber so "ins Blaue" , nicht direkt gegen mich gerichtet, und auch ohne Konsequenzen für mich. Aber es hat dennoch halt belastet... Er ist auch sonst eher ein negativ denkender Mensch, hat aber immer betont, wie glücklich er mit mir ist.
Jetzt hatte oder habe ich eine Phase wo ich wirklich sehr erschöpft bin. Die jahrelange Belastung, die schweren Krankheiten von meinem Vater voriges Jahr, wo ich mich sehr um meine Eltern (gerne!) gekümmert habe, im Job ist es aufgrund betriebsbedingter Kündigungen (bin aber nicht betroffen) nicht einfach, weil man doch immer Angst hat, der permanente finanzielle Druck - ich konnte/kann einfach nicht mehr. Und auch da fiel mir einfach auf, einen Rückhalt durch ihn habe ich nicht. Wenn ich etwas angesprochen habe, hat er es "abgetan" (auf nette Weise wie "Ach, du bist so gut, du schaffst das schon!" , usw), und irgendwann habe ich dann auch aufgehört was zu erzählen. Er hat auch nie nachgefragt... Und ich hab mich immer mehr "distanziert", sogar Berührungen wurden mir irgendwann zu viel... Da gebe ich mir sehr die Schuld, das war nicht fair ihm gegenüber, aber irgendwie... Ich war/bin so erschöpft, dass ich ganz oft einfach weine (wenn ich alleine bin) - im Bett, vorm Fernsehen, beim spazieren, zuletzt sogar während eines Teams-Calls...
Ob er die Trennung wirklich wollte, oder seine Nachrichten eher ein nachdrücklicher Hilfeschrei oder ein " Pistole auf die Brust setzen" war, ich weiss es nicht. Aufgrund seiner aktuellen Statusmeldung erkenne ich, dass er eindeutig mir die Trennung unterstellt...
Ich wusste immer, er hat Fehler. So wie jeder Mensch Fehler hat, ich ja auch. So ist es halt. Aber ansonsten passte es eigentlich gut. Gemeinsame Interessen, gleiche Vorlieben, irgendwie ein gut eingegroovtes Leben... Und das macht mir jetzt Angst. Ich kann nicht gut mit Veränderungen umgehen. Im Job ja, da hatte ich nie Probleme damit. Aber privat war ich glücklich, dass mein Leben in vorhersehbaren Bahnen lief - unter der Woche ich alleine mit Kind (einer wohnt noch bei mir), Hund, Job, etc, am Wochenende dann bei meinem Lebensgefährten. Die geplanten Urlaube, auf die wir uns schon gefreut haben. Und so weiter. Dieses Leben fehlt mir, und er auch, irgendwie. Nicht die Traurigkeit, die ich teilweise auch wegen ihm hatte, aber das Schöne was wir hatten. Dieses "ich kenne ihn, ich weiß, wie er tickt" , usw... Das fehlt mir. Und das macht mich traurig.
Aber ich muss da jetzt durch. Ich weiss nicht, ob er sich doch noch einmal meldet, und um noch eine Chance bittet (wie die Male zuvor). Und dann wüsste ich auch wieder nicht was ich tun soll... Aber jetzt versuche ich erst mal euren Rat zu beherzigen - von einem Tag bis zum anderen...
Und auch da fiel mir einfach auf, einen Rückhalt durch ihn habe ich nicht. Wenn ich etwas angesprochen habe, hat er es "abgetan" (auf nette Weise wie "Ach, du bist so gut, du schaffst das schon!" , usw), und irgendwann habe ich dann auch aufgehört was zu erzählen. Er hat auch nie nachgefragt...
Vor allem daran solltest du in schwachen Momenten denken und an die cholerischen Anfälle.
Was nützt dir ein Partner, der nur für gute Zeiten da ist, aber keinerlei Rückhalt bietet, wenn es dir schlecht geht?
Zitat von Lissy im Beitrag #16 Er ist auch sonst eher ein negativ denkender Mensch, hat aber immer betont, wie glücklich er mit mir ist.
Klar, weil du positiv bist und er dich ansaugen konnte! Oder aussaugen (das ist so ein hartes Wort).
Ja, du vermisst die Routine, das Schöne. Schreib “Choleriker! Aussauger!” auf einen Zettel und kleb ihn gut sichtbar irgendwohin, damit du keinen Rückfall erleidest, wenn er sich meldet. Ich fürchte, das wird er. Weil es ihm um sich geht, nicht um dich …
Und dann: Tag für Tag. Immerhin wird es Frühling!
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
ich wünsche Dir jetzt einfach mal einen schönen Tag. Als ich damals kurz vor meinem Geburtstag und kurz vor Weihnachten von einem Tag auf den anderen alleine war, noch dazu 1 Jahr lang betrogen wurde, wusste ich erst einmal auch nicht, wo vorne und hinten und oben und unten ist. Ich habe mich sehr mühsam aufgerappelt und am Anfang hat mir nur der Gedanke daran geholfen, dass mein privater Schwimmverein am 1.Mai öffnet und ich dann am Wochenende nie mehr alleine sein muss. Die Wochenenden habe ich am Anfang ganz schlecht weggesteckt. Schon dass keiner am Freitag fragt "was sollen wir kochen, was sollen wir unternehmen" hat mich gestresst ohne Ende.
Das ist alles lange her und heute grinse ich darüber.
Ach ja, als es mir etwas besser ging habe ich angefangen zu reiten. bei den Pferden fand ich die Ruhe, die sich lange nicht einstellen wollte. Ich reite nicht mehr, habe aber 2 Pflegepferde. Die freuen sich immer, wenn ich komme. (Wahrscheinlich wissen sie, dass ich immer Karotten mitbringe . . die sind echt ehrlich).
was ich sagen wollte: Du wirst nicht von heute auf morgen einen Schalter umlegen und vor Glück schreien, aber Dir wird es jeden Tag ein bisschen besser gehen. Glaube mir das!
Inzwischen habe ich meine "gated communities", wo ich jederzeit hingehen kann und immer jemand das ist . . sei es im Reitverein, im Schwimmverein oder bei meiner Mutti am Bodensee im Yachtclub, ich habe auch noch angefangen zu segeln. das Wissen, nie alleine sein zu müssen, hat mich echt gestärkt. Inzwischen bin ich erstaunlicherweise sehr gerne alleine. Wenn meine Vermieter mit den Kids im Urlaub sind, bleibe ich oft das ganze Wochenende zuhause und geniessse es.
Ach ja, ich wünsche Dir natürlich beruflich auch alles Gute. Es sind schwierige Zeiten. Ein Freund von mir muss demnächst 150 Mitarbeiter freistellen, das ist auch ein Horrorjob.
Zitat von Lissy im Beitrag #16Jetzt hatte oder habe ich eine Phase wo ich wirklich sehr erschöpft bin. Die jahrelange Belastung, die schweren Krankheiten von meinem Vater voriges Jahr, wo ich mich sehr um meine Eltern (gerne!) gekümmert habe, im Job ist es aufgrund betriebsbedingter Kündigungen (bin aber nicht betroffen) nicht einfach, weil man doch immer Angst hat, der permanente finanzielle Druck - ich konnte/kann einfach nicht mehr. Und auch da fiel mir einfach auf, einen Rückhalt durch ihn habe ich nicht. Wenn ich etwas angesprochen habe, hat er es "abgetan" (auf nette Weise wie "Ach, du bist so gut, du schaffst das schon!" , usw), und irgendwann habe ich dann auch aufgehört was zu erzählen. Er hat auch nie nachgefragt... Und ich hab mich immer mehr "distanziert", sogar Berührungen wurden mir irgendwann zu viel... Da gebe ich mir sehr die Schuld, das war nicht fair ihm gegenüber, aber irgendwie... Ich war/bin so erschöpft, dass ich ganz oft einfach weine (wenn ich alleine bin) - im Bett, vorm Fernsehen, beim spazieren, zuletzt sogar während eines Teams-Calls...
Ob er die Trennung wirklich wollte, oder seine Nachrichten eher ein nachdrücklicher Hilfeschrei oder ein " Pistole auf die Brust setzen" war, ich weiss es nicht. Aufgrund seiner aktuellen Statusmeldung erkenne ich, dass er eindeutig mir die Trennung unterstellt...
Liebe Lissy, es klingt ein bisschen unsensibel, ich freue mich für dich, dass du es geschafft hast, eine Grenze zu ziehen, auch wenn es vielleicht nicht so gedacht war. Dein Körper sagt dir doch seit Jahren, dass es so nicht mehr geht. Und ich verstehe, dass sich das jetzt verwirrend und schwer anfühlt. Ich würde auch empfehlen, keinen Kontakt zu haben. Vermutlich würde es dir nicht besser gehen, wenn du noch einmal "umfällst" - dann hättest du eine weitere Runde.
Gönne dir und nimm dir mal Zeit für dich - was willst du nur für dich? Da wartet noch Schönes auf dich, da bin ich sicher.
Falls du eine Theorie über mögliche Hintergründe hören willst, verlinke ich mal ein Video. Es ist etwas provokant bzw. provozierend, kann vielleicht auch ermutigen. Bitte nur anschauen, wenn es dir gerade ganz ok geht. Video zum Verschmelzungstyp
Ihr Lieben, ich war gestern Abend lange bei meiner Freundin, die, was ich aber ja auch vorher wusste, mir nochmal sagte, dass sie sich schon vor ganz vielen Jahren für mich die Trennung gewünscht hatte, und jetzt auch hofft (sofern es mir dabei gut geht), dass es bei der Trennung bleibt. Aber sie hat auch gesagt, dass sie das auch so empfindet wie ich, dass ich auf seine letzten Nachrichten zu schroff reagiert habe. Wir wissen beide, dass es aus der Erschöpfung heraus, der Ratlosigkeit, des "Eingeschnürtseins" heraus war, aber ich ihm aufgrund meiner Reaktionen gar keine Chance gegeben habe sein "ich bin so frustriert" zu relativieren. Und schon kam ich wieder ins Grübeln, gebe mir einen großen Teil der Schuld... :-(
Aber dann kamst du, @Julika, ins Spiel, mit deiner Nachricht, die scheinbar (unbewusst) genau so etwas vielleicht hat kommen sehen... Und zumindest denke ich, ja, dass ich jetzt zuletzt hätte anders reagieren soll (Wobei ich sowieso absolut keine Freundin davon bin, solche ernsten Themen per Whatsapp zu klären - erst recht nicht nach 14 Jahren und jenseits des Teeny-Alters), aber in der Summe all dessen was geschehen ist, es sicher richtig ist, bei der Entscheidung zu bleiben.
Und trotzdem tut es noch sehr weh. Von den beiden gebuchten Urlauben konnte ich erst einen stornieren (ich musste mich um sowas immer kümmern, habe ich aber auch gerne gemacht), den anderen (Herzensort, tausende schöne Erinnerungen) habe ich noch nicht geschafft...
Meine Gedanken drehen sich nach wie vor um ihn...
Das Video schaue ich mir an. Aber momentan noch nicht. Die Tränen kommen immer noch zu schnell...
Zitat von Lissy im Beitrag #16 Ob er die Trennung wirklich wollte, oder seine Nachrichten eher ein nachdrücklicher Hilfeschrei oder ein " Pistole auf die Brust setzen" war, ich weiss es nicht. Aufgrund seiner aktuellen Statusmeldung erkenne ich, dass er eindeutig mir die Trennung unterstellt... (...)
Aber ich muss da jetzt durch. Ich weiss nicht, ob er sich doch noch einmal meldet, und um noch eine Chance bittet (wie die Male zuvor). Und dann wüsste ich auch wieder nicht was ich tun soll... Aber jetzt versuche ich erst mal euren Rat zu beherzigen - von einem Tag bis zum anderen...
Ich kenne ja nichts von Vorgeschichte, aber ich wünsche dir, dass du die "Welle" jetzt reiten kannst und auf ihr aus dieser Beziehung rauskommst. Ansonsten, es schrieb schon jemand, machst du halt eine "weitere Runde", so geht es ja bei vielen Abhängigkeiten die man erst nach mehrmaligen Versuchen hinter sich lassen kann. Jeder neue Versuch lohnt sich, aber es heißt auch, dass die Kraft schwindet und es mit jedem Mal schwerer wird.
Ich "lese" die Sache so, dass er gespürt hat, dass du nicht mehr kannst und willst und hat dann "von sich aus" Schluss gemacht, damit er die Oberhand behält. Wenn es da entsprechende Persönlicheitszüge gibt, und dafür spricht die Beschreibung, dass er häufig mit viel Getöse Schluss gemacht hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass er diese Oberhand "braucht". Genauso wahrscheinlich ist es dann, dass er in bestimmten Abstand wieder versucht dich zurückzubekommen, dir aber weiter die Schuld an allem gibt.
Mache dir keine Vorwürfe, dass deine Nachrichten zu schroff, oder du körperlich zu abweisend gewesen wärst. Es ist was es ist. Du konntest nicht mehr anders. Und dass du die Schuld hast, hat eventuell auch System? Sei dir selbst wichtig, du verdienst jemanden der hinter dir steht und dich stärkt bzw. kannst du es dir nicht mehr leisten, dass dir jemand ständig Energie abzieht.
Ein Beziehungsende per Whatsapp nach so vielen Jahren klingt natürlich nicht gut. Aber es klingt auch danach, als wäre das eine Beziehung bei der das Schlussmachen zu einer Art Spiel gehört hat und es daher auch gar keine "normale" Art mehr geben kann, Schluss zu machen. Und daher ist die aktuelle Chance, dass es diesmal wirklich Schluss sein könnte - und sozusagen sogar beidseitig gleichzeitig - eine gute.
Ich habe auch Beziehungen gehabt aus denen es schwer war rauszukommen, inkl. Selbsthilfegruppen und ähnliches was schon beschrieben wurde. Zu diesen Beziehungen gibt es keine normalen Schlussmach-Szenarien, das ging alles nur höchst unkonventionell und schlussendlich mit hart eingehaltener Kontaktsperre. Zu den gesunden Beziehungen, die ich auch hatte, habe ich nach wie vor, nach entsprechender Pause, wieder guten Kontakt, wie es hier ebenfalls schon beschrieben wurde. Zu den ungesunden kann es keinen Kontakt geben, ich habe gelegentliche Kontaktversuche ignoriert und abgeblockt, irgendwann hörten sie dann auf. Leider sind das Situationen in denen man Taten sprechen lassen muss und nicht Worte. Also blocken statt sprechen. Denn das kannte ich von früher: man reicht den kleinen Finger.... und schon hängt man wieder mit Haut und Haar drin. Mehrere Runden habe ich auch manchmal gebraucht. Im Nachhinein hätte ich sie mir lieber erspart. Denn all die als schön erlebten Dinge werden auch die vielen Jahre danach durch die großen Schatten, die das durchgehend Ungute dieser Beziehungen wirft, verdeckt. Denn das Schöne, so sehe ich jetzt im Nachhinein, war nie die ganze Wahrheit, weil es nur bestehen konnte, weil ich den anderen Teil der Wahrheit (mühsam und teils schmerzhaft) ausgeblendet hatte.
Ich wünsche dir also viel Kraft und dass du diese Chance da rauszukommen nützen kannst. Lass die Trauer zu, die ist normal, sei aber stark und dir selbst die nächste und schütze dich davor, das Erreichte zu verlieren. Du hast schon viel Weg gemeistert und hinter dir, wäre schade drum. Mit der Zeit wird es besser. Und irgendwann merkst du dass der Schatten weg ist und das ist dann ein wirklich schönes und freies Gefühl.
Zitat von Schwimmerin im Beitrag #23Zu diesen Beziehungen gibt es keine normalen Schlussmach-Szenarien, das ging alles nur höchst unkonventionell und schlussendlich mit hart eingehaltener Kontaktsperre.
Kann ich so bestätigen. Bei mir war es so, dass ich mich einfach gar nicht mehr gemeldet habe. Keine Ankündigung, keine Aussprache, kein Schlussmachszenario. Schon alleine, weil ich mir unsicher war, ob ich es wirklich durchhalte, wollte ich nichts Großes ankündigen. Die Luft war dann aber raus und mir war der Gedanke an Kontakt irgendwann zuwider und da war dann klar: das Kapitel ist endlich für mich abgeschlossen. Ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht, weil ich mich still raus geschlichen hatte. Die Jahre davor habe ich seine ständigen, kindischen Schlussmachdramen über mich ergehen lassen. Da galten die normalen Gesetze der Fairness schon längst nicht mehr.
Zitat von Schwimmerin im Beitrag #23 Ein Beziehungsende per Whatsapp nach so vielen Jahren klingt natürlich nicht gut. Aber es klingt auch danach, als wäre das eine Beziehung bei der das Schlussmachen zu einer Art Spiel gehört hat und es daher auch gar keine "normale" Art mehr geben kann, Schluss zu machen.
Ja, da könnte was dran sein. Ähnlich anstrengend wie on-off-Beziehungen ...
@Lissy, vielleicht hilft es Dir auch, sein nicht sehr gutes Verhältnis zu Deinen Kindern über all die Jahre vor Augen zu halten. Auch wenn Du gar nicht den Anspruch an ihn hattest, Ersatz-Papa zu sein - für mich fühlte sich das schon beim Lesen (auch Deiner älteren Beiträge) alles andere als stimmig an. Für mich wäre das ein Ausschlusskriterium gewesen, möglicherweise hast Du das immer nur verdrängt.
Es geht nicht darum, jetzt *Schuld* Deiner- und seinerseits festzustellen, sondern einfach verschiedenen Perspektiven mal Raum zu geben.