Das frage ich etwas provokant - aber vielleicht ist mein "Suchhorizont" nur zu klein.
Es gab eine Gruppe von sehr aktiven Finanzbloggern, die unterschiedliche Leserschaften gut abdeckten. Da war Madame Moneypenny, der Finanzrocker, der Finanzwesir, aber auch der Frugalist, die Beziehungs-Investoren - und in den USA Mr Money Mustache oder Elizabeth Willard Thames von Frugalwoods (und natürlich noch viele mehr - ich habe nur ein paar herausgegriffen).
Allen Blogs war gemein, daß regelmäßig Content angeboten wurde - nicht immer nur Finanzcontent - auch mal was persönliches, oder ein Update zu früheren Beiträgen etc. Und allen ist gemein, daß es nicht nur ruhiger - sondern geradezu grabesstill geworden ist.
Man hat den Eindruck, jetzt werden Kurse angeboten gegen viel Geld (genannt Coaching, weil einige davon keine Finanzberatung anbieten dürfen) und das Mitteilungsbedürfnis, das früher groß war (und ja durchaus auch Einkommen generiert hatte) ist heute gen Null.
Zeitlich läßt sich das erstaunlicherweise ganz gut auf die 2. Hälfte des Jahres 2023 eingrenzen.
Manche dieser (meist der jüngeren) Blogger haben wohl auch die Erfahrung gemacht, daß die Planung und das Schlagwort noch so gut sein kann - und dann passiert das Leben und die ganze Planung sieht auf einmal nicht mehr so in Stein gemeißelt aus.
Das meine ich nicht unbedingt negativ - Oliver (von der Seite Frugalisten) wurde halt wegen seiner markigen Aussage "So gehe ich mit 40 in Rente" auch durch die Medien gereicht - und manches Mal kam man sich als Leser oder Zuschauer dabei vor, wie seinerzeit zum ersten Börsenboom, als man den Eindruck hatte, man selbst wird der oder die sein, die das Licht ausmacht, weil man zu dem Zeitpunkt einfach kein Geld hatte, groß einzusteigen. Alle werden auf den Bahamas sein und Drinks mit Schirmchen schlürfen - nur man selbst wird bis zum bitteren Ende arbeiten müssen.
Aber genauso wie damals haben auch die jetzigen Finanzblogger offensichtlich festgestellt: Und dann passiert das Leben. Die Börse geht nicht nur aufwärts. Oder die Ausgaben bleiben nicht immer so weit unten, daß man eine Sparrate von 60 % realisieren kann. Oder die persönliche Lebenssituation ändert sich so, daß die Ausgaben steigen.
Oder äußere Umstände, auf die man keinerlei Einflüsse hat ändern die persönliche Situation oder die persönlichen Ziele.
Ich wünschte mir allerdings, damit würden die Autoren auch offen umgehen. Die wenigsten machen das. Das ist schade für die User (selbstverständlich gibt es kein Recht der User auf Information).
Oder ist inzwischen alles gesagt, alles geschrieben und das Ei des Kolumbus gefunden? Muß ich die nächste Generation Finanzseiten suchen, die wiederum glauben, daß der heilige Gral noch vor ihnen liegt?
Ich habe diese Seiten anfänglich auch ganz gerne gelesen. Hatte allerdings schon immer das Gefühl, dass mir die Herrschaften nichts Neues erzählen können und habe sie eher aus der Perspektive der etwas älteren Anlegerin betrachtet, die die meisten der beschriebenen Schritte schon hinter sich hat.
Irgendwann gab es dann nicht mehr viel zu optimieren oder berichten und die Postings wurden seltener. Es ist halt alles gesagt, die Finanzwelt ist endlich. Gerade wenn man buy ans hold mit etfs betreibt, passiert einfach jahrelang nichts Spannendes mehr.
Einige Blogger versuchen, Geld zu verdienen und bieten meines Erachtens überteuerte Coachings an oder driften in die Produktverkäuferecke ab.
Ich lese daher nur noch sehr, sehr selten dort mit, höchstens mal speziellere Gebiete rein (beim Rentenfuchs z.B.) und ansonsten im Wertpapierforum.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Ich hatte oft beim Lesen der Blogs - besonders von Schreibern, die deutlich jünger waren als ich - das Gefühl: Ich kann in mancher Hinsicht viel lernen.
Denn ich gebe zu: Manche Produkte gab es in meiner Jugend einfach nicht - zumindest nicht für jedermann. Und es gab eine lange Zeit, in der ich einfach trotz 2 Jobs keinen Cent übrig hatte zum investieren - da habe ich mich mit der Materie überhaupt nicht beschäftigt.
Aber ich hatte auch das Gefühl: Eure Alltags-Lebensrealität hat absolut gar nichts mit meiner zu tun. Das waren häufig ausgezeichnet verdienende junge männliche Single-Akademiker - oft aus der IT-Branche. Mit Einkommen, die ein Vielfaches von meinem Einkommen waren. Die taten sich leicht, manchmal mehrere tausend € im Monat zu investieren. Das, was da nach Abzug der Sparrate übrig blieb, war mehr, als viele anderen (und vor allem Frauen) überhaupt verdienen - da bleiben nicht diese Summen.
Aber immerhin - an fachlicher Info konnte ich schon viel mitnehmen.
Richtig verstanden fühlte ich mich eher im Brigitte Forum - im ETF-Anfänger Thread - besonders Nocturna ist ja eine, immer geduldig, auch wenn die gleiche Frage in Variationen erneut auftaucht. Immer neutral, nie ein verkäuferisches Interesse dahinter. Das war für mich auch der Grund, einen solchen Thread hier zu eröffnen.
Auch wenn Geld weder männlich noch weiblich ist - an vielen Stellen wird die realistische finanzielle Situation von Frauen nicht ernst genommen. Die Ausgangssituation von vielen Frauen als Investorinnen ist anders als von Männern.
(Damit will ich nicht sagen, alle Frauen haben nur ein kleines Einkommen - aber leider ist die Finanzbildung von vielen Frauen eher auf die Alltagsausgaben ausgerichtet und nicht auf Geldanlagen. Nicht weil sie dümmer sind, nicht weil sie es nicht könnten - oft weil sie selber sagen "das macht mein Mann").
Und der Alltag in der Welt ist ja ebenfalls oft noch so: Geh als Paar irgendwo hin zur Geldanlage - dann wird der Mann adressiert. Mir wurde mal ein völlig fremder Mann "zugeordnet", weil es ja so unwahrscheinlich ist, daß eine Frau allein bei der Bank auf den Termin mit dem Mitarbeiter wartet.
Zitat von Antje im Beitrag #3Mir wurde mal ein völlig fremder Mann "zugeordnet", weil es ja so unwahrscheinlich ist, daß eine Frau allein bei der Bank auf den Termin mit dem Mitarbeiter wartet.
War er wenigstens nett?
Ich glaube, Deine Beobachtung, dass Frauen eher auf der Haushaltsebene wirtschaften, Männer mit größeren Summen investieren, stimmt im Allgemeinen. Und das spiegelt sich auch bei den Bloggern wider. Männer tendeziell eher auch der Seite "wie lege ich möglichst viel an", Frauen eher auf der Seite "wie gebe ich möglichst wenig aus". In der Tendenz, gilt natürlich nicht für alle.
Als ich begonnen habe, mich mit Anlage zu befassen, war ich Bafög Empfängerin und nur auf der "nichts ausgeben" Seite unterwegs. Netz und Blogs gab es noch nicht, etf auch nicht (oh Gott, wie alt ich schon bin...). Das waren dann eher Bücher aus der Bib, Frauenfinanz, Finanztest, Helma Sick usw. Meine ersten gemeinsamen Erfahrungen (Wohnungsfinanzierung) mit meinem Mann waren so wie von Dir beschrieben: mein Mann wurde angesprochen, nicht ich. Da er sich für Finanzdinge allerdings Null interessierte, musste sie bei den Antworten dann doch mit mir Vorlieb nehmen. Heute, 20 Jahre später, hat sich das übrigens gewandelt. Ich habe gerade eine neue Finanzierung abgeschlossen. Es wurde überhaupt nicht mehr als ungewöhnlich wahrgenommen, dass ich alles alleine verhandelt und organisiert habe und mein Mann dann nur noch seine Unterschrift druntergesetzt hat. War vor 10 Jahren auch schon ähnlich, da habe ich ebenfalls alleine verhandelt. Allerdings waren meine Verhandlungspartner auch Frauen, vielleicht macht das etwas aus?
Blogs aus Frauensicht, mit kleineren Summen und Anlagetipps, gibt es wenige. Das dürfte allerdings auch daran liegen, dass weniger Publikum dafür da ist.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Ich hatte in meinem Leben "finanztechnisch" ein paar prägende Dinge:
Zum einen haben meine Eltern während meiner Teenagerzeit "gebaut" und bei uns zu Hause wurde tatsächlich über Geld gesprochen. Nicht in dem Sinn, daß meine Eltern für jede DM uns Kindern gegenüber Rechenschaft abgelegt hätten - aber über Einkommen und Ausgaben und Kosten eines Baus. Wir wurden nicht kurz gehalten - uns wurde erklärt, warum wir gespart haben, obwohl doch beide Eltern arbeiteten. Und ich habe sehr früh Haushaltseinkäufe erledigt und auf Angebote geachtet, weil meine Mutter Vollzeit berufstätig war und ich häufiger die Lebensmittel besorgen mußte, die beim wöchentlichen Großeinkauf nicht dabei war.
Trotzdem haben wir Taschengeld bekommen - aber es wurde auch positiv vermerkt, wenn wir Nebenjobs hatten, um das aufzustocken.
Und mir war damit schon ziemlich jung ziemlich klar, was Dinge kosten. Und wie lange ich für etwas arbeiten mußte.
Und - mein Vater legte Wert darauf (bei all seinen Fehlern) - daß ich z.B. mit meiner ersten Berufstätigkeit (Ausbildung) meine Steuererklärung selbst mache oder auch einen Teil meines Einkommens spare und auch "Haushaltsgeld" anteilig abgeben muß (wir haben das Geld als Starthilfe beim Auszug bekommen - aber erstmal haben wir gelernt: den Einnahmen stehen auch Ausgaben gegenüber).
Und er hat mir beigebracht: Wenn Du einen Vertrag nicht verstehst, unterschreib ihn nicht. Besonders, wenn es um Geld geht. Er war zutiefst mißtrauisch gegenüber "Finanzberatern", und ganz besonders gegenüber solchen, die sich als Freunde ausgeben und einem Versicherungen oder Finanzprodukte andrehen wollen.
Dieses grundlegende: Ich muß es verstehen - Hypothekenrechnen, Darlehenskosten usw. - das hat mir später viel geholfen.
Und - ich muß es mal lobend sagen - der Kreditsachbearbeiter meiner Bank hat mich immer ernst genommen. Als ich wegen einer Hypothek (und es war nicht das erste Mal) bei ihm war, kam mal die Frage auf, ob er einen Azubi dazuholen darf - weil es so selten ist, daß Frauen allein kommen, gut vorbereitet sind (ich kam mit einem Packen Excelausdrucken) und zudem bereit sind, die Konditionen zu verhandeln. Und er will, daß der Azubi auch lernt, NICHT nur die Männer als Kunden zu sehen. Das war Mitte der 90er Jahre. Mit diesem Mitarbeiter habe ich tatsächlich eine komplette Hypothek vom ersten Tag bis zum Ablösen des letzten Euro bearbeitet - zu dem Zeitpunkt war er schon längst nicht mehr für solchen "Kleinkram" zuständig - aber ich war eine seiner wenigen verbliebenen Endverbraucherkunden. (und die Konditionen meiner "Hausbank" waren damals tatsächlich nach etwas Basarhandel die besten).
Aber ich weiß - ich war und bin bis heute eine Ausnahme. Und es ist leider immer noch nicht die Regel, daß Frauen ihre Finanzen und rechtlichen Angelegenheiten in die eigenen Hände nehmen. Und leider kommt ganz häufig das bittere Erwachen bei einer Ehescheidung.
Aber ich weiß - ich war und bin bis heute eine Ausnahme. Und es ist leider immer noch nicht die Regel, daß Frauen ihre Finanzen und rechtlichen Angelegenheiten in die eigenen Hände nehmen. Und leider kommt ganz häufig das bittere Erwachen bei einer Ehescheidung.
Ich bin in der Erstausbildung Bankkauffrau geworden, geprägt durch meinen Opa, der Zeit seines Lebens Buchhalter und Finanzminister der Familie war.
Das bittere Erwachen hatte mein Ex-Mann. Er hat sich 20 Jahre um nichts gekümmert, Hauptsache es kam Geld aus dem Geldautomat.
Ich bin gerade dabei, mein Wissen an meine Kinder weiterzugeben - Sohn ist wie ich mathematisch begabt, der saugt auf und versteht, leider zeigt meine Tochter wenig Interesse, sie habe ja mich für sowas . Sie steht allerdings auch auf Kriegsfuß mit Mathe. Da muss ich dranbleiben.
Ich würde es heute nicht mehr so als Ausnahme ansehen. Aber vielleicht bin ich auch voreingenommen, da ich in einem finanzinteressierten Umfeld arbeite und das natürlich auch für die Frauen dort gilt.
Sonofi, meine Mann kümmert sich auch um nix. Er verdient gut, kann sich das leisten und gibt auch nicht übermäßig viel aus. Allerdings bemerken wir inzwischen, dass meine "Kleinvieh macht auch Mist"-Haltung dazu führt, dass mein Vermögen deutlich schneller wächst als seines, obwohl ich etwas weniger verdiene als er und wir gleichmäßig zum Familieneinkommen beitragen. Da er in den großen Brocken zu 50% mitdrinhängt, könnte es viel schlimmer aussehen, aber so langsam wirkt sich Zins und Zinseszins aus, meine über die gemeinsamen Investitionen hinausgehenden tragen Früchte. Und das betrifft nur den Kleinkram, bei den größeren Dingen achte ich darauf, dass er abgesichert ist, eine Altersvorsorge hat, investiert.
Meine Finanzbildung stammt zuallererst aus Excel. Ich habe mich bei ausnahmslos jedem Finanzthema hingesetzt und losgeexcelt. Einfach um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich kleine Stellschrauben auswirken. Ich brauche das, obwohl ich den Kram in der Theorie durchdringe und das eigentlich reichen sollte. Aber ich muss damit herumspielen. Ich gehe auch völlig schmerzfrei mit Excel in die Vertragsverhandlung. Heute, wo vieles telefonisch stattfindet, ist das ja einfach.
Wo ich definitiv noch Lücken habe, ist in der rechtlichen und steuerlichen Gestaltung. Da setze ich zwar den ein oder anderen Finanztesttipp um, aber ich habe bereits reichlich Lehrgeld gezahlt und es gäbe noch viel Optimierungspotential. Nur sind das leider Themen, die in den Blogs selten besprochen werden und für die man, wenn man professionellen Rat sucht, so dermaßen viel zahlt, dass es dann bei den doch vergleichsweise kleinen Summen auch schon wieder nicht lohnt. Wenn da jemand gute Lektüretipps hat, sei es im Netz, sei es auf Papier, dann bitte her damit!
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Ja - Excel ist für Interessierte wie Fortunas Füllhorn. Damit kann man zum einen manchem selbsternannten Berater ganz schnell den Wind aus den Segeln nehmen und man kann in aller Ruhe durchexerzieren, was genau welche Konsequenzen hat.
Beispiel: Mich wollte mal jemand für ein Nahrungsergänzungs-Multi-Level Konstrukt anwerben (es war eine weilläufige Geschäftsbekannte - man merkt, wie verzweifelt die schon auf der Suche nach neuen Opfern war). Ich hab mir das angehört, gegooglet, alles in Excel eingegeben und ihr beim Follow-Up Telefonat mal gesagt, wieviel sie erstmal ranschaffen muß, wieviel ihre "gute Freundin" an ihr selbst verdient, wer davon profitiert und wieviele andere sie anheuern muß, damit das für sie so lukrativ wird, wie sie ihr erzählen und habe dann die Frage gestellt, wie weit sie in diesem Pyramidensystem schon ist. Sie war sehr angefressen und wir haben seitdem keinerlei Kontakt mehr gehabt.
Und ich bin der Ansicht: Wenn ich die Sache nicht selbst in Excel mit den "Versprechen des Anbieters" nachvollziehen kann, dann ist es nichts für mich.
Ja - mir mag die ein oder andere echte Chance entgangen sein (ich bin bis heute skeptisch gegenüber Krypto, werde dort auch nicht investieren und halte das Ganze für eine absolute Blase. Aber - hätte ich in Krypto investiert, als 1 Bitcoin auf 300 € stand - seufz - dann müßte ich jetzt nicht mehr arbeiten. Und ich hab es damals für völlig überbewertet gehalten).
Als ich den Titel las, dachte ich schon Antje will über die Zukunft der Aktienmärkte spekulieren.
Dass es generell ruhiger wird, hängt wohl damit zusammen, dass man die Leute, die für das Thema Finanzen empfänglich sind, schon erreicht hat. Und zum Thema ETF wurde wirklich schon alles von jedem gesagt. Die wirklich Interessierten haben alle ganz brav ihren Sparplan laufen und müssen jetzt nur noch auf die Rente warten, lapidar ausgedrückt.
Die Early Retirer sind vorsichtiger geworden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Börse nicht nur steigt, sondern auch mal längerfristig auf Tauchstation gehen kann, dringt in manche Köpfe vor. Keiner hatte Krieg in Europa auf dem Schirm, keiner ahnte, dass wir unsere Bundeswehr massiv aufrüsten müssen und ob Trumps Gebaren ein Segen für die Aktienmärkte sind, muss sich noch herausstellen.
Vielleicht haben sie auch geheiratet, Kinder bekommen, die studieren wollen und ihre Finanzplanung hat sich massiv verändert. Tatsache ist, dass die sichere Entnahmerate für den Ruhestand nach unten korrigiert wurde und wer nicht dauerhaft auf Kante leben will, hängt noch ein paar Arbeitsjahre dran. Bei Finanztip wurde kürzlich die Devise ausgegeben, dass sie in Zukunft nur noch mit 6% ETF-Rendite rechnen. Vorsicht greift allerorten um sich. Schadet meiner Meinung nach nicht, denn zu viele haben die Steigerungsraten der letzten Jahre hochgerechnet und sich binnen 15 Jahre als Millionär im Vorruhestand gesehen.
Die EM-Markets, die lange Zeit der US-Wirtschaft hinterherliefen, könnten einen überfälligen Aufschwung nehmen. Einige Anleger versuchen auch die Dominanz der glorreichen Sieben in der US-Wirtschaft zu entschärfen, weil die Luft oben doch sehr dünn und ein Absturz teuer wird. Es wird wahrscheinlicher, dass der Markt zur Normalität zurückkehrt, nur verläuft das in der Regel nie gemäßigt, sondern geht wahrscheinlich mit viel Kursturbulenzen einher. Wer das einkalkuliert und keine dauerhaften Traumrenditen erwartet, den sollte das nicht so sehr tangieren, wenn es passiert.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Zitat von Nocturna im Beitrag #9Als ich den Titel las, dachte ich schon Antje will über die Zukunft der Aktienmärkte spekulieren.
Ich auch.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Ne - ich spekuliere nicht über die Zukunft der Börse - da kann ich genausogut eine Kristallkugel beim Otto-Versand bestellen.
Wenn ich eins in meinem Leben gelernt habe: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich spar treudoof per Sparplan in ETF. Ich sehe das Weltgeschehen mit großer Sorge - wobei manches, was ich politisch miserabel finde sogar den Aktienkursen zugute kommen wird. Das lehrt einen, daß es immer 2 Seiten einer Medaille gibt.
Ich freue mich, wenn meine Positionen steigen - aber ich kann es ganz gut ignorieren, wenn es nicht ständig aufwärts geht.
Und wenn alles den Bach runtergeht - dann bin ich überzeugt, daß soviel so schlimm geworden ist, daß unser Aktiendepot trotz aller Verluste noch unsere geringste Sorge ist.
Zur Eingangsfrage: kann es sein dass Blog einfach nicht mehr "das" Medium ist? Also ja, eine Internetpräsenz braucht man, wenn man im Netz wer sein möchte, aber kann es sein, dass der alltägliche Kram eher in anderen Medien stattfindet? Instagram, Youtube, TikTok?
Oder die hier benannte Bloggergeneration hat sich ihr Business aufgebaut (z.B. Onlinekurse) und es läuft mittlerweile auch ohne Blog als Kundenmagnet oder sie haben umgesattelt auf ein anders Business weil der Blog doch nicht so viel einbringt wie erhofft.
Gerade zu Pandemiezeiten boomte ja das Business mit Onlinekursen und Kursen wie man Onlinekurse macht oder Blogs oder andere Projekte monetarisiert. Da wird mittlerweile der Horizont abgelaufen worden sein. Und wer kein Geld damit mehr macht oder den das Thema auch nicht mehr so interessiert, der macht das halt nicht mehr weiter. Vielleicht gabs auch irgendwann zu viele von solchen Bloggern, und, wie ihr schon schriebt: es bleibt dann inhaltlich ja eigentlich doch immer das gleiche. Die Seiten und Blogs bleiben vermutlich noch online weil durch vorbeisurfende "Laufkundschaft" noch weiter passives Einkommen reinkommt.
"Aber genauso wie damals haben auch die jetzigen Finanzblogger offensichtlich festgestellt: Und dann passiert das Leben. Die Börse geht nicht nur aufwärts. Oder die Ausgaben bleiben nicht immer so weit unten, daß man eine Sparrate von 60 % realisieren kann. Oder die persönliche Lebenssituation ändert sich so, daß die Ausgaben steigen."
stimmt 100 %.
auch so Coaching-Aussagen: Du musst dir nur ein Moodboard erstellen und manifestieren und so wohnst du wie ich bald in London in einem Loft und bist Millionärin...das macht nur den Coach zum Millionär.
Sicher, ein Finanzpolster sollte sein und auch die entsprechenden Versicherungen. Aber nicht für jeden sind Aktien etwas und nicht jeder hat das Zeug zum Unternehmer.
Ironie an: Du meinst, irgendwann stellt auch der ambitionierte Jung-Aktionär fest, daß er nicht weiter aus seinem Kinderzimmer bloggen möchte, wie easy es ist, 80 % seinen Einkommens als Ingenieur zu investieren und verabschiedet sich vom Traum der frühen Rente, weil er erkennen muß, daß 1 Zimmer-Wohnklos die Sparquote schnell drücken?
Oder das Double-Income-No-Kids Paar, das noch mit geringen Ausgaben in der 1 ZKB Studentenbude lebte merkt, daß mit dem ersten Kind und dem Wegfall eines Einkommens und dem Bedarf nach mindestens einer 3 ZKB die Ausgabenseite auf einmal ungeahnte Höhen erreicht und daß Pampers echt teuer sind?
Oder daß - wie gerade geschehen - Deinen sorgfältige "Entsparen-Taktik" übern Haufen geworfen wird, weil der ETF, den Du bespart hast seinen Sitz von Luxembourg nach Irland verlegt - was zwar langfristig die Kosten senkt - aber kurzfristig für den Investor in diesen ETF bedeutet, daß das steuerlich wie ein Verkauf und Neukauf gewertet wird und Du mal eben kurzfristig für einen großen Batzen Deines Portfolios 25 % Kapitalertragssteuer plus Soli abdrücken darfst. (ich bezieh mich auf den LU1781541179.... grummel...)