Letzte Woche habe ich mich mit einer Bekannten unterhalten, deren Kind jetzt in die 6te Klasse Gymnasium geht. Sie erzählte mir, ihr Kind hätte zuletzt eine Präsentation vorbereiten sollen zu einem Thema. Hat es auf dem Laptop der Mutter mit KI erstellt und absichtlich ein paar Fehler eingebaut bzw. ein paar Sätze umformuliert, damit es nicht so perfekt rüberkommt. Wie ist das bei euch? Spielt KI bei euch schon eine Rolle, ist es erlaubt, wird es thematisiert?
A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one. George R. R. Martin
Das dürfte mit ein Grund sein, aus dem die Kinder die Präsentationen möglichst im Unterricht erstellen sollen.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Sowas haben wir kaum bis gar nicht, Kind geht in die 7. Gymnasium und da ist digitales generell eher kaum vertreten. KI ist in der Schule so gut wie kein Thema
Aber das lässt sich doch kaum überprüfen, was daheim wie gemacht wurde? Die Präsentation sollte auch mit Plakat gemacht werden. Der hat sich den kompletten Text dazu von der KI daheim mit ein paar Stichwörtern erstellen lassen.
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Zitat von Pia im Beitrag #5927Das dürfte mit ein Grund sein, aus dem die Kinder die Präsentationen möglichst im Unterricht erstellen sollen.
Ich habe auch Lehrer in der Familie bzw. im Bekanntenkreis, und laut denen geht die Tendenz auch dahin, dass weniger Aufgaben zum Bearbeiten zu Hause gegeben werden, weil die Schüler eben reihenweise KI benutzen bzw. sich die Eigenleistung auf die Erstellung eines Prompts beschränkt.
Meiner Erfahrung nach müssen die Schulen neue Wege suchen. Referate o.ä. ergeben durch die KI immer weniger Sinn, entweder muss in der Schule gearbeitet werden oder der Fokus muss auf der mündlichen Präsentatioun und vor allem Reflexionsfragen liegen.
Zitat von Liane im Beitrag #5926Letzte Woche habe ich mich mit einer Bekannten unterhalten, deren Kind jetzt in die 6te Klasse Gymnasium geht. Sie erzählte mir, ihr Kind hätte zuletzt eine Präsentation vorbereiten sollen zu einem Thema. Hat es auf dem Laptop der Mutter mit KI erstellt und absichtlich ein paar Fehler eingebaut bzw. ein paar Sätze umformuliert, damit es nicht so perfekt rüberkommt. Wie ist das bei euch? Spielt KI bei euch schon eine Rolle, ist es erlaubt, wird es thematisiert?
In der sechsten Klasse gibt es bei uns gerade Buchvorstellungen als Präsentation und da wurde konkret vorgegeben, dass ein Plakat und keine PPP verwendet wird. Ab Klasse 7 gibt es die GFS. Da zählt inzwischen das Kolloquium danach (also Fragerunde, Fragen des Lehrers und die Wissenskompetenz der präsentierenden Schüler:innen) mehr als die eigentlice Präsentation. Zudem ist KI nicht verboten, muss aber deklariert werden - dazu gibt es extra einen auszufüllenden Bogen, der unterschrieben werden muss.
Zitat von Stina im Beitrag #5932Zudem ist KI nicht verboten, muss aber deklariert werden - dazu gibt es extra einen auszufüllenden Bogen, der unterschrieben werden muss.
Interessant, die Vorgehensweise finde ich gut. In dem Fall war das wohl nicht angedacht, dass KI eingesetzt wird. Ich war so überrascht, wie fröhlich und selbstverständlich meine Bekannte das erzählt hat, dass mir da erstmal wenig zu eingefallen ist.
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Mir fällt grad ein, es gab dieses Schuljahr (also 6. Klasse Gymnasium) noch eine zweite Präsentation, die durfte daheim mit PP erstellt werden und sie haben auch moderat KI dafür eingesetzt - in dem fall mit Wissen des Lehrers. Die Lehrkräfte sind ja auch nicht doof. Und unser Schulleiter sagt klar, es wäre auch falsch, den Einsatz zu verbieten. Erstens macht es ohnehin die Mehrheit trotzdem. Und zweitens ist auch nichts falsch dran - nur müssen sie eben den Umgang damit lernen und offiziell ist auch nicht jede KI erlaubt, wobei auch da recht offen kommuniziert wird, dass das nicht gut überprüfbar ist. Aber ob jemand das, was präsentiert wird, auch verstanden und auf den Wahrheitsgehalt überprüft hat, ist es ja durchaus.
Am meisten irritiert mich eigentlich, dass Eure Kinder so viele Präsentationen halten müssen. Meine Tochter hatte in Klasse 5 und 6 gar nichts in der Art. Jetzt in Klasse 7 geht es halt los mit der GFS. Und da finde ich es eigentlich gut, dass auf die "Befragung" hinterher jetzt größeren Wert gelegt wird. Da kann man hoffentlich herausfinden, ob das Kind sich mit dem Thema beschäftigt hat oder nicht.
Sohn hatte in Klasse 5 mal eine Buchvorstellung. Das ist so lange her, da hat noch niemand an KI gedacht. Aber da frage ich mich grade, wie man da heutzutage herausfinden kann, ob das Kind das Buch wirklich gelesen hat oder nur eine Zusammenfassung per KI geschrieben hat.
Die Präsentationen, die sie in der Grundschule halten mussten, wurden größtenteils auch dort erarbeitet. Das hilft nicht nur gegen den Einsatz von künstlicher Intelligenz, sondern auch gegen den übertriebenen Einsatz von Mamas Intelligenz.
Seit Jahrzehnten beobachten alle, wie die Gesellschaft immer mehr Risse bekommt, und keiner kittet sie. Da darf man sich nicht wundern, wenn sie schließlich zerbricht. (Views, Marc-Uwe Kling)
Früher hat man halt den Kindler umgeschrieben - 3 haben die Luft angehalten, weil sie es erkannt haben, der Lehrer war entzückt.
Hier muss es auch deklariert werden und mein Sohn hat sich ein Ei gelegt - das Gedicht hatten sie schon selbst interpretiert, aber als morgens vor dem Vortrag noch das Handout erstellt werden musste, wurde ChatGPT befragt und dem Lehrer fiel auf, dass der Dichter laut Handout die Ballade nicht zu Lebzeiten verfasst hat.
Es ist ein Problem, aber von Seite der Schule ist auch Problembewusstsein vorhanden.
Wer oder was ist Kindler? Wir haben aber früher auch nicht ein einziges Referat halten müssen, 13 Jahre lang nicht. Höchstens mal was schriftlich ausgearbeitetes.
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Referate, Powerpoint und Co sind teil der vielbeschworenen „Kompetenzen“.
Dad Faszinierende: Diese Kinder können zwar Referate halten, was unsere Generation dann meist erst im Studium lernte. Dafür verfallen sie aber in Schockstarre, wenn sie selbst Brötchen zu stellen sollen in der Bäckerei - oder Pizza per Telefon! (Lieferando-App geht…)
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Kindlers Literaturlexikon - 22 (oder so) Bände, wo alle mehr oder weniger bedeutenden Literaturwerke zusammengefasst und interpretiert werden. Der Lehrer hat behauptet, das würde ihm auffallen - stimmte aber nicht.
Oha, das kannte ich nicht. Gab es Leute, die das zuhause haten, oder gab es das in der Bücherei? Müsste glatt mal nachschauen, ob die Bücherei hier das hat.
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Bei uns hatten von mehreren Kinder die Eltern "den Kindler". So bildungsbeflissene Menschen, die auch einen Brockhaus hatten, vielleicht waren es auch (wie meine Mutter) Germanisten. Ansonsten gab es den aber sicher auch die Stadtbücherei. So richtig der Geist des letzten Jahrhunderts ;-)
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Wir hatten keine Schulbibliothek. Und ich glaube nicht, dass jemand dieses Lexikon hatte. Aber egal, wir haben es überlebt.
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Sohn hatte in Klasse 5 mal eine Buchvorstellung. Das ist so lange her, da hat noch niemand an KI gedacht. Aber da frage ich mich grade, wie man da heutzutage herausfinden kann, ob das Kind das Buch wirklich gelesen hat oder nur eine Zusammenfassung per KI geschrieben hat.
...
Nun ja, bei so einer Buchvorstellung sollten eigentlich auch Text-Passagen vorgelesen werden. Also irgendwie muss das Kind sich schon mit dem Buch beschäftigen. Wenn es nur um die Zusammenfassung ginge: Da könnte man auch die Zusammenfassung auf der Rückseite des Buches vorlesen.
Zitat von Liane im Beitrag #5929Aber das lässt sich doch kaum überprüfen, was daheim wie gemacht wurde? ....
Das ließ sich schon nicht in Vor-KI-Zeiten überprüfen. Ob es das Kind selbst gemacht hat oder die kompetente Mutter oder der zufällige Professor in der Familie.
Weil es mich interessiert hat habe ich gestern mal mit Kind geredet wie so eine Präsentation bei Ihm(!) in der klasse abläuft. Da geht es gar nicht wirklich um den Inhalt der muss passen das ist klar es geht primär um Vortragsstil Vorbereitung und struktureller Aufbau der Präsentation also im Grunde Dinge wo dir die KI auch nicht wirklich weiter hilft. Da wo sich mein Kind KI wirklich wünschen würde ist die KI (OTon) "leider dümmer als wir Schüler": Latein ! Da kommen auch viele Übersetzer ins straucheln und damit ist Hand/kopfarbeit für die Schüler angesagt. KI und IT werden bei ihm in der Schule kaum verwendet was ich persönlich aber eher positiv finde.