Meine Mutter ist seit einigen Wochen ungeplant nach einem Unfall in einer Pflegeeinrichtung untergebracht. Ich sichte gerade ihren Papierkram und durchforste ihre Versicherungsordner. Puh.... Braucht man als 89jährige Frau in einer Pflegeeinrichtung wirklich noch eine Unfallversicherung? Mit einer Zusatzversicherung für 2Bettzimmer im Krankenhaus und Chefarztbehandlung habe ich auch so meine Zweifel. Es ist doch aktuell eher so, dass man froh sein muß, überhaupt ein Bett zu bekommen, da wird es doch sicher keine großen Spielräume für Extrawünsche geben.
Die Frage kommt in unseren Demenzgruppen auch immer wieder. Bei der Unfallversicherung würde ich als erstes mal schauen, welche Leistungen sie denn im Falle eines Unfalls bekäme und wie der Nutzen im Falle eines Unfalls aussähe. Hat sie von dem Nutzen noch etwas? Ich hatte nie eine Unfallversicherung, weil ich den Nutzen für mich nicht sah, aber das muss immer jeder für sich beurteilen. Ich halte eine Unfallversicherung für Menschen im Pflegeheim für verzichtbar, aber wie gesagt, kommt drauf an.
Bei der Zusatzversicherung für Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung ist es genausowenig eindeutig: kommt drauf an, wie teuer diese ist und wie wichtig das deiner Mutter war/ist. Meine Erfahrung mit Krankenhäusern ist, dass die meisten Zimmer sowieso Zweitbettzimmer sind, das kann aber je nach KH variieren. Auf eine Chefarztbehandlung könnte ich verzichten. Da wäre mir der Oberarzt lieber, der die Operation am häufigsten durchführt. Als weiteren Gesichtspunkt: ältere Menschen stolpern häufiger mal, ein Bruch der Hüfte oder des Oberschenkels ist nicht unwahrscheinlich.
Was die Haftpflichtversicherung betrifft, die du nicht erwähnt hattest: da kann man sich häufig in einer bestehende Haftpflichtversicherung des Pflegeheims integrieren lassen, das ist günstiger. Außerdem bin ich davon ausgegangen, dass ein eventueller Schadensfall innerhalb des Pflegeheims so leichter geregelt werden kann. Wie gesagt, diese Versicherung hattest du nicht erwähnt, aber vielleicht liest es ja jemand anders.
Ich passe genau zwischen Bettdecke und Matratze. Das kann doch kein Zufall sein!
Ist es denn sinnvoll ausgerechnet im Alter, wenn Krankenhausaufenthalte wahrscheinlicher werden, die Zusatzversicherung dafür zu kündigen? Auf jeden Fall würde ich die Mutter dazu befragen, vielleicht ist es ihr immer noch so wichtig wie zu dem Zeitpunkt, wo sie die Versicherung abgeschlossen hat.
Ich persönlich hätte sogar Einbettzimmer + Chefarzt im Vertrag, aber Einzelzimmer sind heutzutage nun wirklich rar. Ob nun Chefarzt oder Oberarzt ist wahrscheinlich egal, sofern man nicht gerade mit einer echten Koryphäe zu tun hat, aber eine Chefarztoption benötigt man auch, wenn man in einem beliebigen Krankenhaus um eine Chefarztsprechstunde nachsucht. Und die bekommt man dann eben sehr zeitnah angeboten ganz im Gegenteil zu den Massensprechstunden, wo man dann ohne Termin stundenlang in der Ambulanz sitzt.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Zitat von Mambi im Beitrag #2Sie ist akut nach einem Unfall dort, kann sie denn aufgrund des Unfalls keine Leistungen aus dieser Versicherung geltend machen?
Nein, sie ist gestürzt, weil sie nichts gesehen hat (AMD), und konnte eigentlich sowieso nicht mehr zuhause alleine leben, dieser letzte Sturz hat sie endlich auch selber zu der Einsicht gebracht, so dass sie vom Krankenhaus direkt in eine Pflegeeinrichtung verlegt wurde, wo sie jetzt auch bleiben möchte. Wenn man wegen sowieso bestehender körperlicher Beeinträchtigungen verunfallt, zahlen die nicht, habe ich sinngemäß den Versicherungsbedingungen entnommen.
@Nocturna ich habe sie wegen dieser Krankenhaus-Zusatzgeschichte bereits angesprochen; dass es idR sowieso Zweibettzimmer gibt, hat sie selber bei ihren letzten Krankenhausaufenthalten schon mitbekommen... ich denke, sie überlegt noch, ich werde da später noch mal nachhaken... 😉
@BBlueVelvet guter Hinweis, sie hat natürlich auch eine Haftpflichtversicherung, aber ich werde da den Kundenbetreuer im Heim mal fragen, wie das geregelt ist.
Zitat von SusanneB im Beitrag #5 Wenn man wegen sowieso bestehender körperlicher Beeinträchtigungen verunfallt, zahlen die nicht, habe ich sinngemäß den Versicherungsbedingungen entnommen.
Aus diesem Grund habe ich meine Unfallversicherung jetzt auch gekündigt. Bei jedem Schaden sehen sie sich zuerst die vorherigen Krankengeschichten an. Wenn ein Mensch mit Rollator auf dem Gehsteig von einem Auto überfahren wird, zahlt seine Unfallversicherung nichts, dann allerdings die des Unfallverursachers.
Zudem hat meine Unfallversicherung jedes Jahr den Betrag erhöht und die eventuell zu zahlenden Konzepte gekürzt.
Zitat von macaronesia im Beitrag #7Wenn ein Mensch mit Rollator auf dem Gehsteig von einem Auto überfahren wird, zahlt seine Unfallversicherung nichts, dann allerdings die des Unfallverursachers.
Das wäre auch bei jedem anderen Menschen so. Wenn es einen Verursacher des Unfalls gibt, dann ist in jedem Fall dieser haftbar.
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"Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"