Zitat von frauclooney im Beitrag #1264Aber Karneval/Fasching ist auch so ein schönes Beispiel. Als Kind habe ich es geliebt als Teenager/junge Erwachsene hatte ich dann recht schnell keine Lust mehr, mich - weil Hoppeditz und Prinz Karneval "Lustigkeit" befahlen - von Männern jeglichen Alters, Aussehens etc. begrabblen, an den Po fassen oder gar "bebützen" zu lassen.
Das empfand ich auch so. Ist allerdings ein bereich, in dem ich grosse veränderungen gesehen habe. Des Brauchtums ist der Karneval dadurch nicht verlustig gegangen.
Viel krasser sehe ich die gegenwehr von Schützenvereinen, frauen mitmachen zu lassen. Aber selbst da ändert sich was. Traditionen können sich anpassen, und dass es nicht hals-über-kopf geschieht, finde ich erträglich.
Wobei ich vermute, dass es den harten kern gibt, dem es ums Feiern an sich geht, egal zu welchem anlass. Jetzt machen sie eben Junggesell*innenparties oder fliegen zum Ballermann.
Ach ja, wenn das ein Panorama Bericht war, dann ist der mit Sicherheit absolut neutral. Panorama, Frontal und was es sonst noch für absolut neutrale und rein informierende Magazine gibt, die meide ich inzwischen wie die Pest. Und bin sauer, dass die von GEZ finanziert werden.
Bei den Privaten weiß ich, dass es um Clickbait (im übertragenen Sinne geht). Bei den Rechtschaffenen, die ganz selbstlos und zu meinem Nutzen und tendenziös berichten, nach ihrer Couleur - das empört mich, das als seriöse neutrale Berichterstattung verkaufen zu wollen. Schon alleine ihre Werbeclips sind hanebüchen.
Zitat von SASAPI im Beitrag #1267... Kinder und verheiratete Frauen sowie Mütter und nicht auf Borkum Geborene lässt der Klaasohm übrigens in Ruhe bzw verteilt an diese Honigkuchen. Und so grundlegend: Auf Borkum leben knapp mehr als 5000 Menschen. Davon sind derzeit etwa 120 Personen im "Klaasohm Alter", was jünger oder älter ist, wird in Ruhe gelassen. Nur, damit man einen Eindruck vom Umfang des Skandals bekommt.
Na, das finde ich natürlich sehr beruhigend, dass bei dieser Festivität "nur" etwa 120 junge Frauen gefährdet sind Opfer körperlicher Gewalt zu werden.
ZitatMan kann dieses Brauchtum völlig bescheuert finden. Aber es nicht Sache Außenstehender, den Borkumern vorzuschreiben, was sie tun und lassen sollen. ...
Es geht nicht darum, ob mensch dieses Brauchtum "völlig bescheuert findet", sondern darum vorsätzliche Körperverletzung und andere Gewalttaten strikt abzulehnen. Richter:innen, die Urteile u. a. bei Gewalttaten verhängen, damit eben nicht jede:r tun und lassen kann, was sie:er will, sind übrigens immer Außenstehende.
Zitat von Genny im Beitrag #1277Ach ja, wenn das ein Panorama Bericht war, dann ist der mit Sicherheit absolut neutral. Panorama, Frontal und was es sonst noch für absolut neutrale und rein informierende Magazine gibt, die meide ich inzwischen wie die Pest. Und bin sauer, dass die von GEZ finanziert werden. ...
Verstehe ich das richtig? Du hast den Beitrag nicht gesehen, weil du Panorama u. a. "meidest, wie die Pest", findest ihn aber tendenziös, weil dir andere Beiträge mal negativ aufgefallen sind?
Zitat von SASAPI im Beitrag #1267... Kinder und verheiratete Frauen sowie Mütter und nicht auf Borkum Geborene lässt der Klaasohm übrigens in Ruhe bzw verteilt an diese Honigkuchen. Und so grundlegend: Auf Borkum leben knapp mehr als 5000 Menschen. Davon sind derzeit etwa 120 Personen im "Klaasohm Alter", was jünger oder älter ist, wird in Ruhe gelassen. Nur, damit man einen Eindruck vom Umfang des Skandals bekommt.
Na, das finde ich natürlich sehr beruhigend, dass bei dieser Festivität "nur" etwa 120 junge Frauen gefährdet sind Opfer körperlicher Gewalt zu werden.
So ganz genau scheinen es die Borkumer damit auch nicht zu nehmen. Eine Frau berichtet, dass ihre Mutter mit ihr im Kleinkindalter auf dem Arm ebenfalls in den zweifelhaften „Genuss“ der Behandlung kam.
Alufolie hält Menschen davon ab, deine Gedanken zu lesen. Beweis: niemand weiß, was Folienkartoffeln denken.
Wissenschaft sagt: „Dafür gibt es keine Belege.“ Alufolie sagt: „Doch.“
Im Grunde ist es doch wie überall... es wird halt übertrieben... es kommt zu unschönen Szenen... und dann sollen die Opfer die Klappe halten, damit die angeblich schöne Tradition nicht ausstirbt!
Als grundsätzliches thema finde ich es interessant. Tradition als begründung dafür, dass sich nichts ändern soll. Als begründung dafür, anderen leid zufügen zu dürfen oder auch nur, sie zu benachteiligen. Ist nicht nur in bezug auf Sexismus so, aber auch. 'Das haben wir schon immer so gemacht.'
Es ist die angst einer gruppe, vermeintliche privilegien abgeben zu müssen. Oder sich zu bewegen.
Es gibt diverse Brauchtümer, in denen männliche Stärke im Vordergrund steht und auch Gewalt toleriert wird.
Im Alpenraum z.b verkleiden sich zur Fasnacht junge Männer mit hölzernen Masken und Schaffellen, jagen auch Frauen und schlagen sie. Hat sich wohl gehalten daraus, wie man sich früher Frauen besorgt hat: statt sie zu umwerben, werden sie gefangen. Nein, natürlich finde ich es nicht gut, schon mal gar nicht zeitgemäß, aber der Borkumer Brauch ist nicht der einzige.
Man könnte diese Bräuche sicherlich zeitgebässer gestalten, und ich kann mir vorstellen, dass es im Alpenraum, wo dieser Brauch deutlich offener gezeigt wird, auch passiert, da wird vielleicht der Brauch mit der Zeit nur noch angedeutet, statt Frauen wirklich zu schlagen. Aber Voraussetzung dafür ist tatsächlich eine gewisse Transparenz.
Oder die schlagenden studentenverbindungen – sie prügeln sich zwar untereinander und fügen einander Gewalt zu, aber es geht auch um Kraft und Stärke.
Schon recht übergriffiges Post... vielleicht erklärst Du mal, was mit "Deines Schlages" gemeint sein soll ... und wieso du meinst, mit den Mund verbieten zu wollen.
Immerhin führt man in München wir eine Verbrechensstatistik zum Oktoberfest und gibt unsere Polizei Pressekonferenzen zu dieser.
Ich selbst Zeichen für kein Fehlverhalten dort verantwortlich ... dort feiern Jahr für Jahr Millionen von Menschen aus aller Herren Länder ... das Fest ist weltweit beliebt und findet überall auf der Welt Akzeptanz und Nachahmung.
In München schweigen die Frauen nicht, wenn es um die Probleme im Zusammenhang mit der Wiesn geht... da besteht kein Gruppenzwang nichts zu outen!
Bei uns in Bayern ist es mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, dass so einiges an Brauchtum und Tradition immer mal wieder kritisch hinterfragt wird ... sei es Krampuslaufen... sei es Liedergut auf der Kirchweih ... und dann eben neu und zeitgemäß aufgestellt. Und das gilt auch für so Manches auf dem Oktoberfest! Dort ist einiges auch neu und anders geregelt als anno 1900 noch üblich.
Wieso es Dich so triggert, das in ähnlicher Form von den Leuten auf Borkum auch zu erwarten... kann ich nicht nachvollziehen!
Zitat von just me im Beitrag #1285Ich glaube nicht, dass da Frauen tatsächlich "verprügelt" werden. Stattdessen wird wohl eher so getan, als ob.
Wie auch immer: ein "Brauch", der darauf abzielt, als einziger Sinn, Frauen zu erniedrigen und körperlich zu verletzen, gehört abgeschafft. Die Frauen müssen sich vor einer johlenden Menge vorbeugen, also ihren Hintern in die Menge halten, um dann öffentlich geschlagen zu werden. Warum die Frauen sich dessen nicht erwehren, habe ich nicht mitbekommen.[/quote] Also wer sich mal den Bericht der ARD ansieht, da ist die Kraft der Schläge deutlich sichtbar! Ich finde die Gewalt kritisch, unter dem Deckmantel der "Tradition". Und victim blaming: selber schuld wenn sie an dem Tag rausgeht.
Dieser Beitrag ist einfach nur bodenlos. Du willst jemandem den Mund verbieten, weil es in seinem Bundesland ein Fest gibt, auf dem es zu Gewalttaten kommt? Witzig.
Das steht eigentlich für sich, trotzdem: Ein eklatanter Unterschied ist, dass das Oktoberfest ein Volksfest zum Trinken und Feiern ist, während Schlägereien offenbar der einzige Zweck von Klaasohm ist. Von historischen Umzügen, Pferdegespannen, Spielmannszügen, Essen, Fahrgeschäften, Trachten usw. war auf Borkum jedenfalls keine Rede. Das Oktoberfest besuchen 6,7 Millionen Menschen aus der ganzen Welt, niemand will das geheimhalten. Laut deinem Link gab es in diesem Jahr 1764 Polizeieinsätze bei 6,7 Millionen großteils betrunkenen Menschen, das macht 0,00026 Prozent der Besucher aus, dass ist kaum darstellbar. Warum es im Gegenzug zu Borkum keine Polizeieinsätze gibt, hast du ja selbst haarklein ausgeführt.
Zitat von Syriana im Beitrag #1288 Warum die Frauen sich dessen nicht erwehren, habe ich nicht mitbekommen.
Eben! Also MIR gibt das zu denken.
Du meinst selbst schuld? Nee, ne....
Ich habs nicht mitbekommen, weil ich phasenweise abgelenkt war.
Unabhängig davon ist dies für mich auch nur ein (weiteres) Beispiel dafür, wie tief Frauenverachtung und männliche Dominanz in allen Ecken und Winkeln noch unausrottbar vorhanden sind.
Und dabei lebe ich privat, beruflich, örtlich und wohntechnisch so, das ich im Alltag wenig davon mitbekomme.
Heute war ich, das finde ich dann auch wieder daneben, schon ne Sekunde misstrauisch, als mir ein Mann den Koffer eine endlose, ausgefallene Rolltreppe hochschleppen wollte.
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"Paradise has never been about places. It exists in moments. In connection. In flashes across time."
Zitat von frangipani im Beitrag #1181Starbuck, kurz zu Queensland (bin am Handy, da ist mir die Zitatebeschneiderei grad etwas zu fummelig) - meine unbestätigte Theorie ist, dass es da viel Land und (noch) zu wenig Menschen * gibt und sich schrullige Weltansichten eher festsetzen, bzw kreiert werden können. Schrullig und aber auch gefährlich. Ich glaube, dass es kein Zufall ist, dass sich dort die einzige AfD aehnliche Partei ‘OneNation’ gegründet hat. Qld ist auch Heimat einiger extrem konservativer Politiker und Grossgrundbesitzer, die dann ihr Publikum dort finden.
*2.5x so gross wie Texas und 5.5 Mio Einwohner.
Danke, @frangipani Ich war mal in QLD, aber für einen wirklichen Einblick in die Verhältnisse dort war die Zeit zu kurz.
Zitat von Mediterranee im Beitrag #1214Ich finde es bedrückend, wie in den letzten Tagen z.T. mit Annalena Baerbocks Trennung umgegangen wurde. Die vielen Stimmen, es sei ja kein Wunder, dass sie sich getrennt haben, weil sie ja nur durch die Welt jettet statt sich um ihre Kinder zu kümmern, kamen auch von Frauen. So lange so eine Denke herrscht, haben wir noch einen weiten Weg vor uns.
Dass männlichen Politikern so ein Vorwurf noch nie gemacht wurde, muss ich nicht extra betonen.
Ja, das geht mir auch so.
Dass wir (also, wir Frauen) durch die sozialen Medien ständig draufgestoßen werden, wie viele Männer über uns denken (und welchen Platz sie uns gerne zuweisen würden), vertrage ich je nach aktueller seelischer Verfassung mal mehr, mal weniger gut. Und für das Ehepaar Baerbock tut es mir leid, ich hoffe, sie tun es sich nicht an, das nachzulesen….
Könnt ihr euch gar nicht den Druck vorstellen, eine Inselgemeinschaft, man kennt sich, da den Mut aufzubringen, also ich denke dass viele Borkumerinnen diese "Tradition" so nicht mehr wollen aber sich nicht trauen was zu unternehmen.
Zitat von Beisserchen im Beitrag #1291 Also wer sich mal den Bericht der ARD ansieht, da ist die Kraft der Schläge deutlich sichtbar! Ich finde die Gewalt kritisch, unter dem Deckmantel der "Tradition". Und victim blaming: selber schuld wenn sie an dem Tag rausgeht.
Wieso zitierst du dazu in deinem Beitrag mich? Ich sehe das doch genauso.
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Zitat von Beisserchen im Beitrag #1298Könnt ihr euch gar nicht den Druck vorstellen, eine Inselgemeinschaft, man kennt sich, da den Mut aufzubringen, also ich denke dass viele Borkumerinnen diese "Tradition" so nicht mehr wollen aber sich nicht trauen was zu unternehmen.
Das ist Unsinn. Ich finde es interessant, was man über Fremde zu wissen glaubt, nur weil sie das gleiche Geschlecht teilen.