Zum Thema Überforderung: Kinder halten nachweislich viel aus und ich könnte mir vorstellen, dass das Kind nach MEHR Input geradezu lechzt. Sie wird natürlich dann auch erst einmal fix und fertig sein, aber dann doch eher ausgepowert als überfordert.
Ich sehe hier dagegen viel Potential für den Vater, der das arme Kind als schutzbedürftig ansieht und selbst am meisten überfordert sein wird. Seinen Burnout hab ich ja schon „angekündigt“😉
Wobei ich zugeben muss, dass das bei uns auch bei beiden Kindern so war - obwohl unsere Kinder viele Kontakte hatten und wir ihnen auch immer eher mehr zugemutet und zugetraut haben. Aberw enn es um Trösten, Schlafen, Krankheit ging, konnte auch lange nur ich wirklich helfen.
Zitat von Skala_Rachoni im Beitrag #729Kenzia, den seh ich auch kommen.
Aktuell sind ja Mutter und Kind krank, und er völlig verzweifelt, weil die Kleine bei ihm nur schreit und zu Mama will. Das kann er gar nicht fassen.
Ich grinse nur in mich rein.
Ja - es hat schon was von Absurdistan! Gleichzeitig kann einem der Mann schon leid tun- wer je Mitleid mit den Hunden bei Martin Rütter hatte, die nur gestresst durch die Gegend laufen, weil ihnen Ruhe fehlt, müsste hier mit dem Vater auch so empfinden. Da ist etwas außerhalb von ihm, dass er beschützen möchte und er verliert mehr und mehr die Kontrolle.....hat Angst und dreht am Rad - Skala, ich würde das deiner Schwester mal sagen- auf dass sie ihren Mann vielleicht mal mit zum Arzt nimmt (auch den vorher "impfen") und so vielleicht ein Zugang geschaffen werden kann. Dabei liegt dann der Blick nur auf ihm.
Mit dem Kind muss man bei ihm nicht argumentieren- das kann er nicht erfassen, weil er viel zu emotional ist. Da hilft kein einziges rationales Argument - die Angst wird alles zudecken.
Zitat von kenzia im Beitrag #731… Da ist etwas außerhalb von ihm, dass er beschützen möchte und er verliert mehr und mehr die Kontrolle.....hat Angst und dreht am Rad -
Das Bedürfnis nach umfassender Kontrolle ist meiner Meinung nach sowieso der Grund, warum es viele seltsame Auswüchse bei Eltern in Bezug auf ihre Kinder gibt. Alles wird immer mit dem Wohlergehen der Kinder begründet, zugrunde liegt aber das Kontrollbedürfnis der Erwachsenen.
Und es geschah also, dass zu jener Zeit die Töchter und Söhne an ihre Geburtsstätten zurückkehrten, um die IT Probleme ihrer Eltern zu lösen.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #733 Das Bedürfnis nach umfassender Kontrolle ist meiner Meinung nach sowieso der Grund, warum es viele seltsame Auswüchse bei Eltern in Bezug auf ihre Kinder gibt. Alles wird immer mit dem Wohlergehen der Kinder begründet, zugrunde liegt aber das Kontrollbedürfnis der Erwachsenen.
Ich muss gestehen, dass es mir anfänglich ähnlich ging, als mein Vater ins Altenheim kam. Die Pflege und alles drumrum, nun von Fremden machen zu lassen - hat bei mir immer wieder das Gefühl von "es geht ihm sicher nicht gut damit" ausgelöst. Ich hätte es sozusagen selbst machen müssen, was ich aber wirklich nicht leisten konnte. Insofern war das der einzige Weg, aber so gut wie bei mir- wenn er zu Besuch war- hatte er es halt nirgendwo ;-) und dann mitzubekommen, dass im AH eben nicht alles rund läuft, hat es noch schwieriger gemacht.
Es hat seine Zeit gebraucht, bis ich die Sicherheit in mir hatte, dass es ihm dort gut geht! Selbst mit dem einen oder anderen Häkchen, wenn was mal nicht passt, ist das ein wirklich gutes Haus und er dort absolut richtig.
Ich würde also sagen, die Kontrolle- beinhaltet schon eine tiefe Fürsorge und - was ich auch vermute - eine eigene sehr alte Angst und Erfahrung, ausgeliefert gewesen zu sein, als man klein war.
Zitat von Stina im Beitrag #730Wobei ich zugeben muss, dass das bei uns auch bei beiden Kindern so war - obwohl unsere Kinder viele Kontakte hatten und wir ihnen auch immer eher mehr zugemutet und zugetraut haben. Aberw enn es um Trösten, Schlafen, Krankheit ging, konnte auch lange nur ich wirklich helfen.
Das ist doch voellig normal. Selbst wenn der Vater sich bemueht, er ist nicht die Mama.
Mitmenschlichkeit ist die schönste Art der Erderwärmung 🌹
Zitat von Skala_Rachoni im Beitrag #729Kenzia, den seh ich auch kommen.
Aktuell sind ja Mutter und Kind krank, und er völlig verzweifelt, weil die Kleine bei ihm nur schreit und zu Mama will. Das kann er gar nicht fassen.
Ich grinse nur in mich rein.
Ja - es hat schon was von Absurdistan! Gleichzeitig kann einem der Mann schon leid tun- wer je Mitleid mit den Hunden bei Martin Rütter hatte, die nur gestresst durch die Gegend laufen, weil ihnen Ruhe fehlt, müsste hier mit dem Vater auch so empfinden. Da ist etwas außerhalb von ihm, dass er beschützen möchte und er verliert mehr und mehr die Kontrolle.....hat Angst und dreht am Rad - Skala, ich würde das deiner Schwester mal sagen- auf dass sie ihren Mann vielleicht mal mit zum Arzt nimmt (auch den vorher "impfen") und so vielleicht ein Zugang geschaffen werden kann. Dabei liegt dann der Blick nur auf ihm.
Mit dem Kind muss man bei ihm nicht argumentieren- das kann er nicht erfassen, weil er viel zu emotional ist. Da hilft kein einziges rationales Argument - die Angst wird alles zudecken.
Nee, da habe ich weder Verstaendnis noch Mitleid. Was Martin Ruetter macht ist was voellig anderes. Der Ruetter greift ein damit es Hund und Herrchen besser geht, damit der Mensch den Hund besser versteht. In diesem vorliegenden Fall muss der Vater nicht eingreifen damit es dem Baby besser geht. Es geht dem Winzling ganz hervorragend, denke ich. Er will es vor Gefahren schützen die gar nicht existieren.
Mitmenschlichkeit ist die schönste Art der Erderwärmung 🌹
Zitat von Stina im Beitrag #730Wobei ich zugeben muss, dass das bei uns auch bei beiden Kindern so war - obwohl unsere Kinder viele Kontakte hatten und wir ihnen auch immer eher mehr zugemutet und zugetraut haben. Aberw enn es um Trösten, Schlafen, Krankheit ging, konnte auch lange nur ich wirklich helfen.
Das ist doch voellig normal. Selbst wenn der Vater sich bemueht, er ist nicht die Mama.
Nicht zwangsläufig. Bei meiner großen Tochter bin ich nach 7 Monaten wieder Vollzeit arbeiten gegangen und dann war der Papa mit ihr 6 Monate tagsüber zu Hause. Dann war er der Tröster und sehr schnell auch die Nummer 1 zum Trösten wenn ich zu Hause war.
Ich später hatten beide Kinder durchaus Phasen wo Papa der bevorzugte Tröster war
Das Mama oder nur Papa geht hatten wir eigentlich nie
Na ja, solange das Kind ausschließlich von der Mama gestillt wird, mit Körperkontakt und nicht abgepumpt mit Flasche, ist das schon sehr häufig der Fall. Babys reagieren meiner Erfahrung stark auf Geruch. Und Mama riecht nun mal entsprechend nach Milch und vertraut. Da muß der Papa schon mächtig Gas geben, dass er das ausgleichen kann. Bei uns funktionierte es erst nach dem Abstillen.
So habe ich das bei meinen Enkeln auch erlebt. Sie wurden alle lange gestillt, da hat der Vater zumindest abends wenig Chancen.
Ansonsten finde ich das überbehütende Gehabe des Vaters schon sehr merkwürdig bis kontraproduktiv für das Kind. Wir haben aber im näheren Umfeld auch einige, die es (vielleicht weniger krass) so handhaben. Da wird dem Kind immer mal unterstellt, es wäre überfordert. Bei meiner Kollegin ist die Kleine nun fast 1 Jahr alt und weder sie noch ihre Eltern (die Urgroßeltern) dürfen sie oft sehen, und wenn die junge Familie da ist, dann wird streng darauf geachtet, dass die Kleine nicht überfordert wird. Sie akzeptieren das natürlich, finden es aber auch schade. Gerade die Urgroßeltern wissen ja nicht, wieviel Zeit ihnen noch mit der Kleinen bleibt. Nach meiner nicht ganz unerheblichen Erfahrung als Mutter und Oma zeigen Kinder schon an, wenn ihnen was nicht passt. Sie können sich ja bis zum Alter von ca. 3 Jahren noch nicht verstellen. Sie geben deutlich zu verstehen, zu wem sie wollen, wer sie trösten soll oder wenn ihnen alles zuviel wird.
Ich handhabe das immer so, dass ich nicht direkt auf die Kleinen losstürme, vorallem die Ältere meines Sohnes braucht immer etwas Anlaufzeit. Die Kleinere alllerdings sieht mich von weitem und schreit: Oooommmmaa Feeeels! Und weicht mir nicht mehr von der Seite. So unterschiedlich können Kinder sein! Das Mäuschen meiner Tochter ist auch eher zurückhaltend, kommt jetzt aber schon gleich auf mich zu, wenn sie mich sieht, um sich dann nochmal zur Mama zurück zu ziehen. Ich lasse alles zu und reagiere.
Das mit dem Stillen muss nicht der Grund sein. Natürlich begünstigt das die Abhängigkeit zur Mutter, aber Kinder sind da trotzdem sehr verschieden. Meine Tochter konnte ich im ersten Lebensjahr völlig problemlos beim Papa lassen und weggehen, die hat jede Flasche akzeptiert und sich auch selbtst abgestillt - zwischen 18 und 36 Monaten war es trotzdem oft Drama, wenn es ums Bett gehen ging. Beim Sohn war es als Baby unmöglich, dafür später besser, wobei da auch die Schwester eine Rolle gespielt hat.
Bei beiden Kindern gibt es jeweils einen unvergessenen Abend, über den wir rückblickend lachen können, der aber in der jeweiligen Situation gar nicht lustig war.
Wie gesagt finde ich auch, dass das mit dem Überforden Blödsinn ist und es im Gegenteil viel wichtiger ist, Kindern etwas zuzutrauen und ihnen das auch zu vermitteln. In "das ist ales viel zu schwer und belastend für dich" steckt ja auch eine Botschaft ans Kind, und die kommt leider früh an. Zeit geben und das Kind das Tempo mitbestimmen lassen, finde ich aber schon sehr wichtig. Klingt doch super bei dir, Fels.
Dass der Papa von Skalas Nichte nicht ganz normal tickt, darin besteht glaub ich kein Zweifel...