Oh, bei uns gibt's auch eine Fortsetzung. Das Kind ist mittlerweile 14 Monate alt, und darf mit ausgewählten Personen Kontakt haben. Die Omas haben je einen festen Tag pro Woche, aber nur gesund, heisst auch kein Schnupfen. Die Cousine, also meine Tochter, darf ab und an am Wochenende kommen und die Kleine bespaßen. Wenn ich sie dann abhole sehe ich die Kleine natürlich, mir wird aber direkt gesagt ich soll nicht mit ihr spielen, das wäre ihr zuviel. Ok....? Neulich wollte sie aktiv zu mir auf den Arm, von dem ihres Vaters. Der Blick von ihm! Und die Ansage "aber überfordere sie nicht!". Himmel. Einen Weihnachtsbaum haben sie heuer nicht, Begründung, die Kleine könnte ihn umreißen. Kommentar des Gatten: Wie überfordert kann man bitte sein? Die kreisen echt 24/7 um die Kleine, die hätte doch gar keine Gelegenheit, dem Baum allein nahe zu kommen. Nun ist das Kindchen krank, stark erkältet mit Fieber. Es wird gesucht wer Schuld ist, wer sie im passenden Zeitraum gesehen hat. Bin ich froh, dass wir da raus sind! Sie soll in 4 Monaten in die Kita, ich weiß nicht, wie das funktionieren soll, bei den Ansprüchen....
Ich rege mich gar nimmer auf. Ich wundere mich nur noch, kopfschüttelnd.
Skala- der Wahnsinn zeigte sich ja schon von Anfang an- man muss sich wirklich nicht wundern. Kann nur hoffen, dass das Kind nicht total verdreht wird bei diesem Theater.
Kita dürfte dann eine große Herausforderung werden......können die nicht endlich noch ein Kind in die Welt setzen??
In meiner Nachbarschaft wohnt eine Erzieherin, die nicht zuletzt wegen schwieriger Eltern schon mehrfach die Einrichtung gewechselt hat und bereits in eine psychosomatische Reha musste.
Kita dürfte dann eine große Herausforderung werden.
Glaub ich eher nicht, weil das Kind sehr selten in der Kita anzutreffen ist, weil es wirklich jeden einzelnen Virus und Bazillus einsaugen wird, eine Rotnase haben wird, damit zuhause bleiben muss und Mama und Papa gleich mit ansteckt. Und meiner Erfahrung nach leiden die dann länger und heftiger dran als das Kind.
Stimmt Genny- den Schuldigen für die nächsten Infekte wissen sogar schon wir!😁 Und da jedes Kind am Anfang viel aufgreift, wird es wohl wirklich mehr Beitrag zahlen als ihn nutzen🤪
Ich frag mich, ob bei dem psychischen Stress der Eltern, nicht iwann einer von denen- bevorzugt DAD - in der Psychiatrie landet! Burnout wegen 1.Kind!!!😂😂😂 Wäre immerhin DIE Auszeit für das arme Kind!
Skala, falls die Omas auch genervt sind, können sie schon mal ankündigen, dass sie die Kleine weiterhin auch nur völlig gesund nehmen, um sich zu schützen. Ab Kita sind Großeltern, die Kinder auch mit leichteren Infekten betreuen, Gold wert. Wirst du selbst wissen :-)
Zitat von Skala_Rachoni im Beitrag #701 Sie soll in 4 Monaten in die Kita, ich weiß nicht, wie das funktionieren soll, bei den Ansprüchen....
Hm, ich spekuliere jetzt mal, dass das Kind einer anthroposophischen Kita anvertraut werden wird. Dort dürften die Ansprüche nicht so aus dem Rahmen fallen wie in einer anderen *normalen* Einrichtung.
Da bin ich ja froh, mangels eigener Kinder auf "Leihenkel" zurückgreifen zu können . . die Oma war meine Freundin und ist verdammt früh gestorben. Die Kids werden mir spontan gerne übergeben, wenn sie krank sind und nicht in Kita bzw. Schule gehen können. Ich bin, da selbständig und Frühaufsteher, da echt ein Rettungsanker. Ja, wir treffen uns im Stall (die Mutter arbeitet im RV) und malen dann im Reiterstüble bzw. die Kinder brüllen auch mal rum . . kranke Kids wollen halt am liebsten zu Mutti.
Neulich hat die kleine Prinzessin eine geschlagene Stunde im warmen Stüble rumgebrüllt, bis sie platt war . . es ging aber nicht anders. Ich konnte sie krank nicht mit zur Mutter nehmen, es war einfach zu kalt im Stall. Sie hat es überlebt und mag mich immer noch . .
Zitat von Skala_Rachoni im Beitrag #701 Sie soll in 4 Monaten in die Kita, ich weiß nicht, wie das funktionieren soll, bei den Ansprüchen....
Hm, ich spekuliere jetzt mal, dass das Kind einer anthroposophischen Kita anvertraut werden wird. Dort dürften die Ansprüche nicht so aus dem Rahmen fallen wie in einer anderen *normalen* Einrichtung.
Trotzdem alles befremdlich :(.
Da bin ich ganz bei Dir, das wird wohl ein Waldorfkind . .
Seit Jahrzehnten beobachten alle, wie die Gesellschaft immer mehr Risse bekommt, und keiner kittet sie. Da darf man sich nicht wundern, wenn sie schließlich zerbricht. (Views, Marc-Uwe Kling)
Jo, das Anstrengendste ist wohl der Vater. Wieso soll das Kind denn in die Betreuung ? Darf die Mutter wieder arbeiten ? Die Zwergin wird sich da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einige Bazillen einfangen, und darf dann nicht in den Kindergarten. Lass die mal machen. Guck dir das an wie ein Theaterstück 😉
Naja, Waldorfkitas sind zumindest hier im Umfeld eher für Impfskepsis und regelmäßige Masernausbrüche bekannt. Ob das jetzt so passt, bezweifele ich.
Ich muss sagen, dass wir bei Schnupfen auch eher nicht besuchen. Egal, wer ihn hat. Ich würde auch nicht mit Erkältung jemanden besuchen, Ausnahme sind die Familien, die Kinder in Kinds Klasse haben. Da haben eh alle dasselbe, was wir haben.
Als das Kind noch nicht in der Kita war, waren eher die Erwachsenen die Einschlepper, danach hat das gedreht und im Winterhalbjahr war das Kind Bazillenmutterschiff. In der Akutphase haben wir uns halt nicht getroffen und fertig, das hat uns allen viele Krankheitstage erspart.
Bakterien/Viren kriegen die Kids sowieso genug ab, da braucht es nicht noch Extradosen. Und wir tragen das auch nicht zu den Großeltern.
Mittlerweile, im Grundschulalter, ist das zum Glück hier nicht mehr so ein Thema. Was für ein gut trainiertes Immunsystem spricht.
Zum Thema Kind anderen auf den Arm geben:
1. Man sollte sich meiner Ansicht nach fragen, was man selbst mögen würde. Möchte man von Arm zu Arm bei eher fremden Leuten gereicht werden? Ich eher nicht, ich drücke auch nicht jeden. Engere Bezugsersonen mal ausgeklammert, wer auch immer das ist. Dass Eltern da auch Großeltern außen vor sehen können, kann Gründe haben. 2. Früher nicht so bekannt gewesen ist die Gefahr, die von Herpesviren ausgeht und die für Neugeborene lebensgefährlich sein können. Das schreibe ich auch deshalb, weil mich ein Opa total entgeistert angesehen hat, als er das Kind nicht auf den Arm nehmen durfte. Neumodisches Zeugs 😉
Masernimpfung ist in Deutschland für alle Einrichtungen Pflicht, da dürfen auch Waldorfkitas sich nicht ausnehmen.
Schnupfen kommt bei uns drauf an und so empfehle ich es auch in den Kursen: Wenn das in den ersten Tagen und akut ist, versuchen wir eher auf Abstand zu gehen, Infekte, die älter als eine Woche sind, werden eher ignoriert, sofern der Gesamtzustand gut ist. Sonst könnten manche Familien nie kommen. Bei Erkältungen sind wir aber insgesamt eher tolerant, und einfangen kann man die sich ja überall, wenn das Immunsystem grad entsprechende Durchlässigkeiten hat. Bei Magen-Darm herrscht dagegen Null-Toleranz.
Beim Arm finde ich, dass es auf die Reaktion des Kindes ankommt. Ich bin auch eher Fan davon, es mal zu probieren und dem Kind erst mal zuzutrauen, dass es die Situation meistert und davon profitiert. Dazu gehört aber auch, ihm Zeit zu geben und es nicht direkt zu "überfallen" und auf seine Stimmung und Signale zu achten. Und es insbesondere auch ernst zu nehmen, wenn das Kind Missfallen ausdrückt. Dann sollte nämlich auch prompt reagiert werden und das Baby den Eltern zurückgegeben werden und nicht lang probiert werden, ob es sich nicht doch noch beruhigt oder die "da muss es jetzt halt mal durch"-Sprüche ausgepackt werden. Das klappt aber leider nicht in allen Familien gut.
Generell bin ich auch eher dafür, gesunde Babys nicht zu sehr vor der Umwelt zu schützen. Die haben anfangs gegenüber vielen Infektionen einen prima Nestschutz. Ausnahmen sind aber Frühchen, Babys, die eine Neugeboreneninfektion hatten und die, die in der Erkältungssituation noch nicht gegen RSV geimpft sind. Und das weiß man ja nicht immer alles. Und wegen der Herpes-Sache sollen Babys nicht im Gesicht geküsst werden - auch das ist in manchen Familien und Kulturkreisen schwierig, den Erwachsenen klarzumachen und wird dann schnell als Hysterie, Überängstlichkeit, falsches Bemuttern abgetan.
Stina, du hast vollkommen recht natürlich mit der Impfpflicht. Da sieht man mal, wie schnell die Kids groß werden - das war eine Info in Bezug auf unsere Tochter, als sie noch nicht vollständig geimpft war, da gab es einen Masernausbruch im Umfeld der Waldorfkita vor Einführung der Pflicht. Also eher ungesundes Halbwissen, dafür entschuldige ich mich 🌷
Ansonsten bin ich, wie immer, für einen Mittelweg zu haben. Eher befremdet hab ich im Freundeskreis eine Familie beobachtet, wo die Kinder in größeren Gesellschaften allen möglichen Leuten in den Arm gedrückt wurden (mir zum Beispiel, ungewollt). Das finde ich nicht OK, weder für die Kinder, die so weitergereicht werden wie eine Sache, noch für die Erwachsenen, bei denen einfach davon ausgegangen wird, dass sie Babies sooooo süß finden.
Ein Baby zu isolieren finde ich auch merkwürdig, das scheint mir gegen die Natur zu sein.
Also auf dem abstrakten Level sehe ich es auch so, auf die Signale zu achten von allen Beteiligten kann nicht verkehrt sein.
Auf dem individuellen Level denke ich wiederum, dass es Gründe geben kann. Warum jemand ein Baby nicht halten soll; warum ein Baby nicht früh vielen Menschen einfach übergeben wird. Diese werden ggf nicht unbedingt breitgetreten. Im diskutierten Fall zum Beispiel die problematische Situation des suchtkranken Opas mit allen verbundenen Themen. Oder eine spezielle Konstitution des Kindes. Ich finde nicht OK, aus so einem Verhalten direkt darauf zu schließen, dass die Eltern nicht alle Latten am Zaun haben, platt formuliert. Es wird schon Gründe geben.
Ja, definitiv. Das meinte ich auch im letzten Absatz. Es ist ein bisschen einfach, nur die Eltern als Spinner abzutun, denn meiner Erfahrung nach liegen die Gründe vielfach im Verhalten derer, die die Erwartungen haben, dass es anders sein sollte.
Aber hier ging’s um ein 14 Monate altes Kleinkind wo die Eltern Angst haben dass es überfordert ist, wenn es mal bei der Tante auf dem Arm ist Das ist schon etwas speziell
Zitat von Wolkenschaf im Beitrag #719Aber hier ging’s um ein 14 Monate altes Kleinkind wo die Älteren Angst haben dass es überfordert ist, wenn es mal bei der Tante auf dem Arm ist Das ist schon etwas speziell
Das sehe ich auch so. Ich haette mein neugeborenes auch nicht jedem in die Arme gedrückt, aber in og Alter kann man das Kind schon der Tante geben. Es sei denn man kann die Tante gar nicht leiden.
Zitat von Wolkenschaf im Beitrag #719Aber hier ging’s um ein 14 Monate altes Kleinkind wo die Älteren Angst haben dass es überfordert ist, wenn es mal bei der Tante auf dem Arm ist Das ist schon etwas speziell
Ja. Definitiv.
Aber meine letzten Antworten bezogen sich auf Fels neue Erfahrung.
Zitat von Skala_Rachoni im Beitrag #701 Sie soll in 4 Monaten in die Kita, ich weiß nicht, wie das funktionieren soll, bei den Ansprüchen....
Hm, ich spekuliere jetzt mal, dass das Kind einer anthroposophischen Kita anvertraut werden wird. Dort dürften die Ansprüche nicht so aus dem Rahmen fallen wie in einer anderen *normalen* Einrichtung.
Trotzdem alles befremdlich :(.
Nein, es kommt in eine "normale" Einrichtung, was mich auch erst sehr wunderte. Und soll später auch eine Regelschule besuchen.
Die Erklärung lieferte unsere Mutter: Wir waren beide in unseren Wohnorten (zuerst Stadt, dann Dorf) kaum bis gar nicht vernetzt, was Freundschaften usw anging. Einfach, weil alle Nachbarskinder zusammen in der Kita und Grundschule waren, und sich kannten. Und wir eben nicht. Und das hat sie wohl meiner Schwester und ihrem Mann gegenüber mehrfach bedauernd erwähnt, dass das ein Fehler war, vom sozialen Umfeld her. Dazu kommt, dass die nächste Waldorfschule ziemlich blöd zu erreichen ist, von ihrem Wohnort aus, und nicht den besten Ruf hat.
Gottseidank, sage ich hier einfach mal ganz laut. So hat die Kleine hoffentlich die Chance auf ein normales Sozialleben, sobald sie in Kita und Grundschule Freundschaften geschlossen hat.
Zitat von Stina im Beitrag #708Skala, falls die Omas auch genervt sind, können sie schon mal ankündigen, dass sie die Kleine weiterhin auch nur völlig gesund nehmen, um sich zu schützen. Ab Kita sind Großeltern, die Kinder auch mit leichteren Infekten betreuen, Gold wert. Wirst du selbst wissen :-)
Dazu ist der Leidensdruck bei beiden Omas nicht groß genug. Und sie wollen ihre Enkelin natürlich auch regelmäßig sehen. Kann ich auch verstehen.