Aber schräger Vater hin oder her - zum Glück klingt die Beschreibung jetzt eigentlich ganz normal. Es zeigt auch - ebenfalls zum Glück - dass die Befürchtung, das Kind werde unwiderruflich "vermurkst" sein, nur, weil es in den ersten Monaten so schräg lief, unnötig war. Auch ist es offenbar durchaus möglich, dass das Kind zu seiner Cousine eine Bindung entwickelt, auch ohne bereits in den ersten Wochen von besagter Cousine gehalten worden zu sein. Manchmal macht man sich da echt zu viel Stress und Sorgen.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
Tut halt weh, wenn man sowas bei der eigenen Schwester ansehen muss, nicht aktiv eingreifen kann und nur hoffen kann, dass es sich normalisiert im Laufe der Zeit. Kann ich nachempfinden, sowas hatte ich bei meiner Schwester auch. Ist wie ein Zugunglück, man sieht es voraus und kann nichts machen außer Daumen drücken, dass die Weiche irgendwann mal funktioniert.
Und während du beim Zähneputzen noch denkst : " Das wird mein Tag !" , hat dir der Zahnpastavogel schon aufs T-Shirt geschissen....
Hach, wie schön, dass es Menschen gibt, die immer den totalen Durchblick haben...
an Dich habe ich gestern gedacht. Meine älteste Freundin ist Oma geworden. Sie freut sich tierisch, wird den Enkel aber erst an Weihnachten sehen dürfen. Fahrzeit wäre eine Stunde. .
Krass. Als meine Kinder (vor Jahrzehnten) geboren wurden, kamen meine Familie, Schwiegerfamilie und gute Freunde am selben oder nächsten Tag ins Krankenhaus. Gerade dort war mir das sowas von egal bzw. sogar recht, denn von einem Krankenhausinsassen verlangt niemand Bewirtung oder eine saubere, aufgeräumte Wohnung, bzw. man kann dort zusammen in die Cafeteria gehen.
Ich finde das auch spannend, wie unterschiedlich damit umgegangen wird. Als mein Sohn geboren wurde, hatte ich am nächsten Tag die Verwandtschaft im Krankenhaus (also meine Mutter, Schwester, Schwager und Neffe). Fahrzeit 2,5h. Und wie mytholon sagt, im Krankenhaus war mir das echt wurscht. Sie hatten Sekt dabei (alkoholfreien natürlich) und Gläser ;-)
Und sowohl meinen Neffen als auch den Sohn meiner besten Freundin habe ich 24h nach der Geburt kennenlernen dürfen.
Akzeptieren kann ich dieses "erstmal als Familie aneinander gewöhnen" ja, aber verstehen nicht.
Kein Mensch kann in der Wüste leben und davon unberührt bleiben. Er wird fortan, wenn vielleicht auch kaum merklich, das Zeichen der Nomaden tragen. (Wilfried Thesiger)
Meinen Kleinen wäre das eh egal gewesen, sie schliefen meist;-) und wenn sie wach waren, wo ist das Problem, wenn eine andere Person als ich sie streichelte oder im Arm hielt? Aber das war vor über 30 Jahren und heute nehme ich viel mehr persönliche Befindlichkeiten bei den jüngeren Erwachsenen wahr, sei es beruflich oder privat.
Meine Freundin ist maßlos enttäuscht. Vor 4 Jahren ist ihr Mann verstorben. Er war spielsüchtig. Alle 3 Söhne haben studiert. Meine Freundin hatte es nicht leicht und hat sich für die Kinder viel vom Mund absparen müssen. Warum sie bis Weihnachten warten soll, um ihr erstes Enkelchen mal zu sehen, kann ich mir nicht erklären. Sie hat auch keine Erklärung dafür.
Luci, Du erwähnst Söhne...bei jungen Frauen nehme ich auch mehr als früher "per se" Animositäten gegenüber der Schwiegermutter wahr. Die eigene Mutter der jungen Frau darf das Kleine garantiert früher sehen...
Als mein erstes Kind geboren wurde, kamen meine Eltern nach 6 Wochen vorbei. Fahrzeit 6 Stunden und meine Mutter arbeitete im Schichtdienst. Das hat mich auch getroffen und ich hab einen Abend geheult, dann ging es. Beim zweiten Kind hatte ich nach der Entbindung auf alles Bock, nur nicht, mit meiner Mutter zu telefonieren. Pflichtbewusst rufe ich sie trotzdem an, verkünde den zweiten Enkel und sie sagt: "Du, ist gerade schlecht, ich steh gerade an der Kasse und muss bezahlen. Wir reden später." Ooookay, später war dann aber einiges später bei mir... Liest sich total schlimm, aber sie liebt ihre Enkel (und mich) wirklich sehr und war eine tolle Mutter und Oma. Das muss also nichts heißen. Dass deine Freundin die Schwiegermutter der Junge Mutter ist spielt sicher eine Rolle, ihre Enttäuschung kann ich gut verstehen.
Luci, da würde ich beim Sohn sehr sehr direkt nachhaken. Und ihn mal kurz drauf aufmerksam machen, was ich alles für ihn getan haben. Und auch deutlich machen, wenn er eine involvierte Oma ( Betreuung? Liebe? Selbstgestricktes? etc) haben möchte, dann bitte von Anfang an. Wie ist das Verhältnis von ihr zum Sohn?
Und während du beim Zähneputzen noch denkst : " Das wird mein Tag !" , hat dir der Zahnpastavogel schon aufs T-Shirt geschissen....
Hach, wie schön, dass es Menschen gibt, die immer den totalen Durchblick haben...
Manchen ist das Besuchen und Besuchtwerden auch einfach nicht so wichtig. Und die merken dann gar nicht, was sie mit ihrer Ablehnung eines Besuchs beim Gegenüber, dem das wichtig ist, anrichten. Das muss gar kein böser Wille sein.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Auf mich wirkt das wie ein Absolutheitsanspruch, den die jungen Eltern erheben (bzw. meist die junge Mutter, ihr Partner ist meist nur Erfüllungsgehilfe bzw. bekommt selbst Ärger, wenn er nicht bedingungslos zu seiner Partnerin hält). Dabei ist ein Neugeborenes nicht nur Kind, sondern auch Enkelkind, Geschwister, Nichte oder Neffe.
Zitat von Genny im Beitrag #587Und ihn mal kurz drauf aufmerksam machen, was ich alles für ihn getan haben. Und auch deutlich machen, wenn er eine involvierte Oma ( Betreuung? Liebe? Selbstgestricktes? etc) haben möchte, dann bitte von Anfang an.
Ernsthaft? Forderungen stellen?
Damit hätte sich bei uns jede rausgekegelt.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Zitat von mytholon im Beitrag #590Dabei ist ein Neugeborenes nicht nur Kind, sondern auch Enkelkind, Geschwister, Nichte oder Neffe.
Ganz ehrlich, ich habe mir meine Eltern nicht ausgesucht. Meinen Partner und meine Kinder schon. Letzteren gegenüber bin ich verpflichtet, ersteren gegenüber nicht.
Und das sehe ich bei meinen Kindern genauso. Sie sind mir gegenüber zu nichts verpflichtet. Wenn die Beziehung so gut und innig ist, dass sie den Wunsch haben, solche Erlebnisse mit mir zu teilen, freue ich mich, aber wie käme ich dazu, das einzufordern?
PS: wir haben ähnliche Forderungen von beiden Großelternseiten (jeweils die Mütter) erlebt. Unnötig zu sagen, dass nur das Verhältnis zu den nicht fordernden Großelternteilen gut war?
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Ich würde auch lieber nichts sagen. Vermutlich sind die jungen Eltern extrem dünnhäutig, besonders jetzt und besonders bei diesem Thema. Von erwachsenen Kindern gezogene Grenzen müssen Eltern akzeptieren, gerade wenn es um deren eigene Kinder geht. Sorgt die Freundin jetzt für Spannungen im jungen Familienglück beweist sie geradezu, dass es richtig ist, sie auf Abstand zu halten. Besser wird es dann nicht.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Ich sehe das etwas anders. Nur weil ich meine (Ex-)Schwiegermutter (oder Schwägerin usw.) vielleicht nicht besonders mag, so kann sie meinem Kind dennoch eine gute Oma, Tante etc. sein und mich im Krankheitsfall, Betreuungsengpass usw. vielleicht auch mal unterstützen, indem mein Kind zu ihr kann. Ein Kind wird ja auch mal älter und fragt, warum es diese oder jene Verwandte nicht kennt...soll ich dann antworten: weil mir deren Nase nicht gefällt?
Ergänzung zu Ronja: die genannte "Dünnhäutigkeit" kenne ich nur von den Frauen, die Männer sind da eher gleichgültig bzw. werden von ihren Partnerinnen in einen Loyalitätskonflikt gegenüber ihren Eltern und Geschwistern hineingezogen. Wie gesagt,nur mein Eindruck, dafür zahlreich.
Luci, sehr sehr schade für deine Freundin. Und ich verstehe sie sehr gut. Aber auch ich würde da erstmal nix sagen in Richtung Vorwurf, sondern maximal andeuten, dass ich sehr gerne vor Weihnachten mal mit einem selbstgemachten Essen vorbeikäme.
Ich würde versuchen, den Hintergrund dieser Bitte zu verstehen und dann entsprechend handeln. Es ist ja Verschiedenes denkbar. Bei uns war die versammelte Mannschaft auch am Tag nach der Geburt im KH, ich fand eigentlich ganz gut, dass die erste Neugier dann schonmal gestillt war und sie dann nicht noch alle auf einmal daheim eingefallen sind 😁
Zitat von Pia im Beitrag #592 Sie (edit: die Kinder) sind mir gegenüber zu nichts verpflichtet. Wenn die Beziehung so gut und innig ist, dass sie den Wunsch haben, solche Erlebnisse mit mir zu teilen, freue ich mich, aber wie käme ich dazu, das einzufordern?
Das sehe ich auch so.
Etwas wie Dankbarkeit einfordern führt recht oft nicht nur zu innerer Ablehnung, sondern zeigt sich im Außen durch sog. Pflichtbesuche. Beides würde sich für mich, als Mutter, richtig schlimm anfühlen.
Zitat von Ronja im Beitrag #593 Von erwachsenen Kindern gezogene Grenzen müssen Eltern akzeptieren, gerade wenn es um deren eigene Kinder geht.
Ja, und das scheint manchen Eltern extrem schwerzufallen.
In Lucis Fall kann ich mir aber nicht wirklich vorstellen, dass der Sohn seine Mutter mit 'bis Weihnachten wirst Du einfach warten müssen' abgespeist hat, ohne jegliche Erklärung. Das wäre sehr sonderbar.
Zitat von mytholon im Beitrag #595 Ein Kind wird ja auch mal älter und fragt, warum es diese oder jene Verwandte nicht kennt...soll ich dann antworten: weil mir deren Nase nicht gefällt?
Um gar nicht kennenlernen geht es hier doch gar nicht.
Schon mein Vater hat zu seiner Mutter gesagt "ich habe nicht darum gebeten geboren zu werden, das war allein euer Spaß und eure Entscheidung". Insofern sehe ich auch keine Verpflichtung der Kinder gegenüber ihren Eltern (umgekehrt sehr wohl).
Aber trotzdem finde ich es immer spannend, wenn Besuch nach der Geburt so extrem dosiert wird und würde vermutlich aus Interesse und Neugierde nachfragen.