Schafwolle, ich kann nur am Wochenende zu ihr, und da ist ihr Mann da. Warum sie nicht duscht wenn er da ist hab ich gefragt, da erzählte sie irgendwas von Ritualen, die sie abends gemeinsam haben, ganz verstanden habe ich das nicht, wollte aber nicht nochmal nachhaken.
Ich bin jetzt mal pöhse: Da hat der Papa sich ganz viele „gute Nacht“-Rituale ausgedacht, die abgearbeitet werden müssen, in denen „Mama duscht“ nicht vorkommt. Allenfalls „Papa ritualt mit Baby und Mama macht derweil mal Haushalt“.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Die Zeit arbeitet für dich, Skala - und für deine Schwester.
Ich kann das so gut nachvollziehen. Hier war es so, daß meine Schwester immer die Nase gerümpft hat, weil meine Kinder schon so früh fernsehen durften. In der zweiten Schwangerschaft ging das mit den "Teletubbies" los und ich war froh, daß ich den munteren Erstgeborenen zwischendurch ein bißchen ruhigstellen konnte.
Er war nie allein vor der Flimmerkiste und wir haben uns über die Geschichten unterhalten - aber ich konnte dabei auf dem Sofa liegen, während ich Zwillinge ausgebrütet habe. Auf dem KiKa gab es damals ein paar wunderbare Serien, für die ich sehr dankbar war.
ICH habe den Fernseher eingeschaltetet - und wieder ausgemacht.
Meine Schwester war der hohen Meinung, daß ihre zukünftigen Kinder nicht fernsehen dürften, bevor sie nicht fünf Jahre alt wären. Und dann nur ausgewählte Sendungen. Mhm. Ich habe es vernommen und geschwiegen.
Meine wirklich große Leistung bestand ein paar Jahre später darin, ihr das NICHT unter die Nase zu reiben, als sie stolz erzählt hat, ihr Jüngster wäre so pfiffig, daß er schon mit zwei Jahren morgens aus dem Bettchen krabbeln und ins Wohnzimmer marschieren würde, um fernzusehen...
Manchmal muß man als große Schwester abwarten - und schweigen.
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Was bei Eltern manchmal gefühlt wie Sturheit oder Trotz empfunden wird, ist beim Baby nur ein Ausdruck von Bedürfnissen, Frustration, Unwohlsein.
Das stimmt und ist gleichzeitig die Begründung, wieso banale Tätigkeiten wie duschen tatsächlich manchmal schwierig sind (allerdings sollten sie in der Tat möglich sein, wenn der Partner daheim ist), denn im Gegensatz zu Wünschen sollten Babybedürfnisse wirklich möglichst zeitnah beantwortet werden und deshalb hält man verzweifeltes Babyweinen auch nur ganz schlecht länger aus. Und Betroffene entwickeln aus guten Gründen oft regelrecht Angst vor den Schreiattacken, da überlegt man sich schon, ob man das wegen einer Dusche riskiert. Meine eigenen waren da übrigens auch pflegeleichter, duschen konnte ich schon, wenn auch mal gemeckert wurde. Aber das heißt halt nicht, dass andere sich nur ein bisschen anstellen
Ob Skalas Nichte ein Schreibaby ist, weiß ich nicht, eigentlich liest es sich nicht so. Dennoch ist niemand von uns dabei.
Zitat von bunte Kuh im Beitrag #528Die Zeit arbeitet für dich, Skala - und für deine Schwester.
Ich kann das so gut nachvollziehen. Hier war es so, daß meine Schwester immer die Nase gerümpft hat, weil meine Kinder schon so früh fernsehen durften. In der zweiten Schwangerschaft ging das mit den "Teletubbies" los und ich war froh, daß ich den munteren Erstgeborenen zwischendurch ein bißchen ruhigstellen konnte.
Er war nie allein vor der Flimmerkiste und wir haben uns über die Geschichten unterhalten - aber ich konnte dabei auf dem Sofa liegen, während ich Zwillinge ausgebrütet habe. Auf dem KiKa gab es damals ein paar wunderbare Serien, für die ich sehr dankbar war.
ICH habe den Fernseher eingeschaltetet - und wieder ausgemacht.
Meine Schwester war der hohen Meinung, daß ihre zukünftigen Kinder nicht fernsehen dürften, bevor sie nicht fünf Jahre alt wären. Und dann nur ausgewählte Sendungen. Mhm. Ich habe es vernommen und geschwiegen.
Meine wirklich große Leistung bestand ein paar Jahre später darin, ihr das NICHT unter die Nase zu reiben, als sie stolz erzählt hat, ihr Jüngster wäre so pfiffig, daß er schon mit zwei Jahren morgens aus dem Bettchen krabbeln und ins Wohnzimmer marschieren würde, um fernzusehen...
Manchmal muß man als große Schwester abwarten - und schweigen.
Das stimmt, KiKa war wirklich toll! Sie durfte ab da, wo sie in die Kita ging (mit etwa anderthalb also) das Sandmännchen gucken, das war ja in diese Baumhaussendung eingebaut. Und das KiKaninchen! Das hat sie dann als kleines Plüschi bekommen und heiß geliebt (und ich war schlau genug, das doppelt zu kaufen 😅). Sie wollen das Kind auch medienfrei erziehen, ich bin gespannt wie lange das funktioniert. Zumal Papa ja schon gern Kurzvideos am Handy guckt 😂
Zitat von Skala_Rachoni im Beitrag #526Schafwolle, ich kann nur am Wochenende zu ihr, und da ist ihr Mann da.
Ach so - ja, das ist dann natürlich blöd.
Aber dass auch die Omas wegbleiben, die ja unter der Woche Zeit haben, muss sich für Deine Schwester seltsam anfühlen, oder? Wenn ich mir das so vorstelle - ich glaube, ich würde mir da abgelehnt vorkommen.
ZitatWarum sie nicht duscht wenn er da ist hab ich gefragt, da erzählte sie irgendwas von Ritualen, die sie abends gemeinsam haben, ganz verstanden habe ich das nicht, wollte aber nicht nochmal nachhaken.
Da hätte ich wohl auch nicht nachgehakt. Das klingt wirklich so seltsam, dass man sich nichts darunter vorstellen kann.
Zitat von bunte Kuh im Beitrag #528Die Zeit arbeitet für dich, Skala - und für deine Schwester.
Wieso denn für die Schwester?
Sie kennt ihren Mann schon so lange, dass seine Ansichten und sein Verhalten keine totale Überraschung sein dürften. Sie hat beschlossen, just mit diesem Mann ein Kind zu bekommen und sie trägt ganz offensichtlich seine Entscheidungen rund ums Baby-Handling mit. Ich gehe schon davon aus, dass hier Beide an einem Strang ziehen.
Zitat von Stina im Beitrag #529 ... sollten Babybedürfnisse wirklich möglichst zeitnah beantwortet werden und deshalb hält man verzweifeltes Babyweinen auch nur ganz schlecht länger aus.
Hätte ich ebenfalls kaum ausgehalten, mein Mann übrigens auch nicht. GsD sind die Zeiten von *Schreien kräftigt die Lunge* längst vorbei.
Ich telefoniere ja jeden Morgen mit meiner Mutter, gerade erzählt sie mir: Unsere Mutter war gestern dort, nachdem meine Schwester sie gebeten hatte zu kommen. Bekam die Kleine in den Arm gedrückt, meine Schwester hat dann erstmal was gegessen und danach - tadaa - geduscht. Und sich dann hingelegt. Oma hat die Kleine bespasst, gewickelt usw. Nach 2 hatte die Kleine dann Hunger, und Mama wurde geweckt. Hat im Liegen gestillt, und ist wieder eingeschlafen.
Ich hab das Gefühl, dass sie ziemlich geschlaucht ist von den ganzen Ansprüchen, die ihr Mann so stellt....
Das erinnert mich an den Arzt bei meiner ersten Entbindung, der gesagt hat, es kämen immer wieder Väter in den Kreißsaal, die sich mit verschränkten Armen neben ihre brüllende Frau stellen würden mit den Worten: "WIR nehmen kein Schmerzmittel."
Aber siehste: die Zeit vergeht und die ersten Dinge ändern sich.
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Zitat von Skala_Rachoni im Beitrag #533Bekam die Kleine in den Arm gedrückt, meine Schwester hat dann erstmal was gegessen und danach - tadaa - geduscht. Und sich dann hingelegt.
Das wäre damals mein absoluter Wunschtraum an Entlastung gewesen! Man ist allerdings irgendwann so dermaßen geschlaucht, dass man nicht mehr in der Lage ist, das zu kommunizieren. Und meine Hebamme, die das hätte erkennen können, war eine Luftnummer.
Doppelt gut, dass Deine Schwester Deine Mutter um Hilfe bitten kann: dass sie es erkennt, und dass Deine Mutter unterstützen kann.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Das, was mglw der Mann dazu sagt, das müssen die beiden dann unter sich aushandeln. Meine persönliche wichtigste Lernerfahrung seit Kind ist "go with the flow" 😂 Das konnte ich ganz schlecht, und ich finde mich da mittlerweile deutlich besser drin. Das lernen selbst die größten Planer und Perfektionisten von so einem kleinen Menschen 😉
Zitat von bunte Kuh im Beitrag #534Das erinnert mich an den Arzt bei meiner ersten Entbindung, der gesagt hat, es kämen immer wieder Väter in den Kreißsaal, die sich mit verschränkten Armen neben ihre brüllende Frau stellen würden mit den Worten: "WIR nehmen kein Schmerzmittel."
Lach, na dem hätte ich was gehustet, wenn das meiner gewesen wäre.
ZitatWarum sie nicht duscht wenn er da ist hab ich gefragt, da erzählte sie irgendwas von Ritualen, die sie abends gemeinsam haben, ganz verstanden habe ich das nicht, wollte aber nicht nochmal nachhaken.
Da hätte ich wohl auch nicht nachgehakt. Das klingt wirklich so seltsam, dass man sich nichts darunter vorstellen kann.
Ich finde das nicht seltsam. Ich denke, jede Familie hat so ihre Rituale - und den Kindern tun feste Abläufe gut, gerade abends vorm Schafengehen.
Gemeinsam Abendessen, wenn der Papa von der Arbeit kommt, gemeinsam noch ein bisschen spielen mit dem Kind, dann nochmal stillen, Baby schlafen legen. Und dann haben sich die Eltern vielleicht vorgenommen, auch täglich Zeit als Paar einzuplanen. Also sitzt man abends eine Stunde gemeinsam auf dem Sofa, redet über sich und den Tag, genießt bewusst die Zeit zu zweit ohne Hausarbeit, Duschen oder Schuheputzen. Uns Schwupps.... ist es auch für die Eltern Zeit, ins Bett zu gehen, weil ja irgendwann das Baby wieder aufmacht, und der Mann morgens zur Arbeit muss...
Ich finde zwar das, was hier über die junge Familie geschrieben wird, auch in einigem etwas seltsam. Aber das mit den Ritualen ist für mich zumindest irgendwie nachvollziehbar.
Zitat von schafwolle im Beitrag #532 Das klingt wirklich so seltsam, dass man sich nichts darunter vorstellen kann.
Ich finde das nicht seltsam. Ich denke, jede Familie hat so ihre Rituale - und den Kindern tun feste Abläufe gut, gerade abends vorm Schafengehen.
Seltsam finde ich Rituale überhaupt nicht, und so meinte ich das auch gar nicht.
Rituale, die ihren festen Platz im Alltag haben, sind gerade für Familien mit kleinen Kindern gut und wichtig. Sie vermitteln Entspannung, Geborgenheit und stellen eine kleine gemeinsame Auszeit dar, die allen gut tut.
Ich dachte lediglich ganz pragmatisch, dass es eigentlich möglich sein sollte, zB den abendlichen Beginn der Rituale 15 Minuten zu verschieben, um das Duschen zu ermöglichen, wenn es tagsüber so ein unlösbares Problem darstellt.
Zitat von Genny im Beitrag #540Dito. Wobei ich sagen muß: Wielange duscht ihr? Ich bin da mit (allerdings kurzem Haar) mit 10 Minuten locker durch, wenn es klemmt , auch mit 5.
Ja, ich auch. Allerdings kriege ich derzeit schon ab und zu mal einen Anruf meiner Tochter: Mann auf Dienstreise, Kind 1 nicht im Kindergarten wegen irgendeiner Seuche, Kind 2 noch sehr klein - und sie müsste dringend mal Haare waschen. Das dauert bei mehr als schulterlangem Haar einschließlich Fönen schon einige Zeit. Dann schau ich halt solange auf die Kinder. (Allerdings sind diese Bitten um Hilfe bei uns alltäglich. Wechselseitig. Wir wohnen sehr nahe beieinander und unser Verhältnis ist nicht so kompliziert wie das imAusgangsposting)
Ich glaube, jemand anders schrieb es schon. Ich hätte das jetzt nicht gehört als: Bitte löse mein logistisches Duschproblem.
Sondern eher als: krass wie sich mein Leben geändert hat. Selbst einfache Dinge sind auf einmal kompliziert und ich hab Mühe, mich zu orientieren und einen Rhythmus zu finden und fühle mich fremdbestimmt.
Mir persönlich ging das selbst beim Dritten noch so.
Zitat von Genny im Beitrag #540Dito. Wobei ich sagen muß: Wielange duscht ihr? Ich bin da mit (allerdings kurzem Haar) mit 10 Minuten locker durch, wenn es klemmt , auch mit 5.
Ich habe neulich mal gestoppt. 5 Minuten incl. Haare waschen. Ich habe einen kinnlangen Bob mit nicht allzuviel Volumen, das geht natrülich fixer als bei einer wallenden Mähne.
Sondern eher als: krass wie sich mein Leben geändert hat. Selbst einfache Dinge sind auf einmal kompliziert und ich hab Mühe, mich zu orientieren und einen Rhythmus zu finden und fühle mich fremdbestimmt.
Mir persönlich ging das selbst beim Dritten noch so.
Das sehe ich ebenso, wenn Frau allein den ganzen Tag ums Baby kreist wird es schnell erdrückend und zumindest meine Tochter hatte im 1. Jahr ihren Rhythmus ständig verändert .
Je nach Typ und persönlichen Umständen, sieht man vor Müdigkeit den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Rückblickend würde ich jetzt auch einiges anders machen und gelassener nehmen als damals.
harder, better, faster, stronger
beating the competition ist easy, beating yourself is a never ending commitment
Als junge Mutter will man doch alles anders und besser machen als jeder andere zuvor. Und dann kommt leider die Realität dazwischen. Ich denke, in ein paar Monaten sind die jungen Eltern komplett in der Realität angekommen und wahrscheinlich froh, wenn dann noch jemand da ist, der sich ab ind zu mal kümmert. Und wenn nicht kannst du eh nix machen
Naja, es ging im selben Stil weiter. Unsere Mutter fährt jetzt 1x die Woche hin, wenn er nicht da ist; meine Schwester ist deutlich entspannter, und lässt sie mit der mittlerweile 7 Monate alten Kleinen allein und auch mal allein spazieren. Wenn er da, ist das Baby auf seinem Arm angewachsen. Ostern haben wir uns alle bei Mutter getroffen. Er kommt rein rein und erstmal im Kommandoton: Und jetzt machen hier alle ihr Handy auf lautlos! Und hat dann erst die Anwesenden begrüßt.
Es hat sich keiner getraut lauter zu lachen oder zu reden. Keiner hat sich getraut das Kind anzufassen. Sie lag dann auf ihrer Krabbeldecke, meine Schwester, Mutter, Tochter und ich daneben und haben uns unterhalten, uns natürlich auch mit der Kleinen interagiert. Da kommt er, legt sich neben die Kleine, lenkt ihre ganze Aufmerksamkeit auf sich. Dann steht er wieder auf, geht zum Tisch zurück und sagt zu seiner Mutter: ich muss ja gucken, nicht, dass sie sie überfordern! Mein Mann hat das gehört und sich sehr auf die Zunge gebissen.
Es ist wirklich schade, ich würde gerne öfter mal hinfahren, kann aber nur am Wochenende, wenn er auch da ist. Die beiden Male, wo ich trotzdem da war, hatte ich keine Chance - sie war auf seinem Arm angewachsen und er wollte sie auch partout nicht hergeben. So kann ich keine Beziehung zu meiner Nichte aufbauen, und nur da hinfahren um blöd rumzusitzen und seinen Weisheiten zu lauschen.... nein. Wie gesagt, mit meiner Schwester allein ist es völlig anders, das bestätigt auch meine Tochter, die ab und zu mit meiner Mutter hinfährt.
Einmal war Mutter mit ihr allein spazieren, als er überraschend vom Geschäft heimkam um was zu holen. Das war ein echtes Drama, dass er seine Tochter da nicht sehen konnte! Und dass meine Schwester nicht mit ist (sie hatte sich hingelegt)! Aber da hat sie ihn wohl auf den Pott gesetzt.
Mein Mann und ich sind uns einig: Schade, wirklich schade um die Kleine, um die Chance mit ihr eine Beziehung aufzubauen, später auch mal Ausflüge zu unternehmen und sowas. Aber solange mein Schwager sich so verhält, werden wir den Kontakt zu ihm meiden. Besser für unseren Blutdruck.
Die Rückbildung mit Kind ist ad acta gelegt worden, nachdem sie sich offenbar dort Eibe Erkältung geholt hat. Meine Schwester durfte dort nicht mehr hin, musste einen Kurs ohne Kind suchen. Auch eine Krabbelgruppe will er nicht, da könnte sie sich ja auch was holen.
Eigentlich hatte meine Schwester an Ostern gesagt, sie würde gerne nach 1 Jahr wieder arbeiten, 2x die Woche im Büro für 5 h und sonst HO, und eine Krippe suchen. Für ihn ganz schlimm! Da soll die Kleine zur Oma, da kann sie sich wenigstens nichts holen!
Boah, ist der vereinnahmend und schräg drauf! Für deine Schwester sicher schwierig. Und dass auch du traurig bist, kann ich nachvollziehen.
Aber: Der Zug von wegen Beziehung zu deiner Nichte aufbauen ist für dich noch längst nicht abgefahren, also keine Sorge. Man muss ein Kleinkind nicht unbedingt auf dem Arm haben als Tante, um zu ihm einige Jahre später eine enge Beziehung haben zu können. Ich hab die Neffen meines Partners nie auf dem Arm oder Schoss gehabt. Ganz ehrlich, ich kann dem nichts abgewinnen. Dennoch waren alle 3 während ihrer Kindheit gerne mit mir zusammen, ich konnte immer was mit ihnen unternehmen. Und jetzt, als junge Männer, haben wir ein gutes, freundschaftliches Vertrauensverhältnis. Ich behaupte, das hat auch damit zu tun, dass ich ihnen nie auf die Pelle gerückt bin. Ich könnte mir vorstellen, dass deine Nichte dich in einigen Jahren gerade dafür schätzen wird, dass du sie eben nicht vereinnahmst. Denn irgendwann wird ihr das Getue ihres Vaters auf den Keks gehen.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.