Skala, lass dich nicht vertreiben. Fast alle hier sehen es nicht als "über andere herziehen" an, ich auch nicht.
Mir kommt das Verhalten der Eltern sehr merkwürdig und extrem vor, vorsichtig ausgedrückt, und ich fürchte, auf Dauer werden sie damit eher das Gegenteil erreichen.
Aber du kannst da wohl nichts machen, dich nur wundern.
Allerdings würde ich mir als Besuch keinen stundenlangen Flüsterton vorschreiben lassen wollen; das wäre dann für längere Zeit mein letzter Besuch gewesen - oder man sucht andere Möglichkeiten (immer nur ein oder zwei Personen, oder Baby wird mal im Nebenzimmer abgelegt - aber das geht wohl auch nicht? Es muss immer von einem Elternteil getragen werden?)
Pferdekuss und (schlafende) Babys einfach hochnehmen und ständig mit fremden Leuten an ihnen herumtatschen lassen wäre das andere Extrem- das sollte man auch eher lassen, mMn.
Aber das wolltest du ja auch gar nicht.
Das mit den Stramplern geht gar nicht, da wäre ich sicher (auch - wie andere TN hier) geplatzt.
Alle ! Eltern mit einem gerade erst geborenem Kind dürften auch einfach sagen "Sorry, wir möchten Weihnachten dieses Jahr allein verbringen"
Ich finde es zwar auch befremdlich, ein Neugeborenes so arg vor Reizen abschotten zu wollen, weil ich das aus dem direkten Umfeld persönlich nicht kenne. Aber ich stehe allen Eltern die Kompetenz zu, dass sie für sich und ihr Kind so entscheiden, wie sie es passend finden!
Da kann man sich drüber wundern, in der engsten Familie auch enttäuscht sein, aber man muss das akzeptieren.
Ich sehe das wie Stina: Besucher bekommen nicht mit, wie es die andere Zeit des Tages/der Nacht läuft. Und jedes Kind reagiert anders auf fremde Stimmen etc. 🤷♀️
Wir hatten das im Familienkreis auch, dass eine junge Mutter ihr Neugeborenes am Liebsten von allen anderen Menschen abschottete. Das war dann nicht so einfach für Großeltern, die Uroma etc. dass es meistnur Fotos aufs Handy gab, aber das Kind nicht live zu erleben/sehen war, weil Besuche nicht gewünscht waren und nur mit langer Vorausplanung ein Termin gesagt wurde, der dann meist kurzfristig gecancelt wurde (logisch, denn Babies halten sich nicht an Termine mit ihren aktuellen Befindlichkeiten/Bedürfnissen). Die gute Nachricht: dieses Kind wird nun bald 2 Jahre alt, ist viel zusammen mit den Kindern befreundeter Eltern und auch Großeltern+Uroma haben Kontakt. Wenn es nach denen ginge, dürfte das zwar auch noch etwas mehr sein, aber die Menschen haben ihren gemeinsamen Weg im Familienkreis gefunden, obwohl das im 1. Lebensjahr eher frustrierend und blöd lief für alle Beteiligten.
Ich schließe mich da WhiteTara an. Ich finde das auch übertrieben, aber dass man mit 2 Monate altem Baby Weihnachten alleine oder vielleicht nur mit der Oma verbringen möchte, kann ich schon verstehen.
Und auch was die Unkenrufer angeht, dass man da ein Problem heranzüchtet beim Kind - glaube ich nicht. Dann müssten viele Kinder meiner oder älterer Generationen auch massive soziale oder sonstige Probleme haben. Als ich ein Baby war, galt nämlich bei vielen auch noch als richtig, das Baby nicht "dabeizuhaben", sondern in einem ruhigen Zimmer hinzulegen und eigentlich nur zum Füttern und Wickeln und spazierenfahren rauszuholen. "Satt und sauber" und Ruhe zum Schlafen war damals die Doktrin. (Ja, incl. schreien lassen, wenn man der Meinung war, jetzt ist es satt und sauber, es kann keinen Grund haben zum Schreien. Schlimm, ich weiß, aber so war es.)
Ich habe selbst Kinder, die es als Babies gut fanden, "dabei" zu sein, also wenn Besuch da war, normale Lautstärke und so, aber bei zu viel Trubel auch nölig wurden.
Ansonsten sehe ich es wie Horus und einige andere: bei den abgeschnittenen Füßen der Strampler wäre ich stinkig gewesen, hätte das auch gesagt, und ab da hätten die von mir nur noch Sachen bekommen, die ich eh nicht zurückhaben möchte.
Zitat von Farfalle im Beitrag #335Ja, sie können ihre Kindererziehung handhaben wie sie wollen, aber nicht so das sie alle anderen Personen im sich herum bevormunden.
Doch, das dürfen sie. Mein Zuhause, meine Regeln.
Zitat von Farfalle im Beitrag #344Allerdings wuerde ich, wenn ich so vorsichtig wäre wie das Paar, auch nicht mit dem Kind zu so einer Feier gehen. Wuerde dann eben zu Hause bleiben.
Sind sie ja gerade nicht. Sondern sind zu Hause geblieben und haben, wie Skala ja schrieb, der Oma zuliebe einem Besuch zugestimmt.
Wie wissen nicht, wie ihre Nächte laufen, wie das Kind bei mehr Reizen reagiert. Vielleicht war es ja auch entspannt und freundlich gerade weil alle ruhig geblieben sind? Entscheidung der Eltern.
Skala, die Oma, die Nichte, der Gatte müssen damit leben, dass die jungen Eltern lieber alleine geblieben wären und sich nur ihnen zuliebe auf einen Besuch eingelassen haben. Was ist daran so schlimm oder unverständlich? Warum kann man das nicht akzeptieren?
Hier wird ja von einigen so getan, als wäre es schlimm für die Neumutter, wenn Skala die schrägen Regeln nicht akzeptierte und nur noch telefonisch Kontakt hielte. Aber ist das nicht genau das, was dee jungen Familie im Moment deutlich lieber wäre? Ich lese hier implizit Forderungen, das Baby besuchen zu dürfen, es sehen zu dürfen, es im Arm halten zu dürfen, usw. Es sind doch nicht die jungen Eltern, die das fordern, sondern ihr Umfeld.
Was spricht denn dagegen, telefonisch Kontakt zu halten, sich über die anstehenden Herausforderungen mit Baby auszutauschen, aber eben nicht hinzufahren? Irgendwann wird das Kind größer sein und die Eltern werden von selbst wieder persönlichen Kontakt suchen.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Zitat von Borghild im Beitrag #349 Und wer hätte zu Hause bleiben sollen?
Alle ! Eltern mit einem gerade erst geborenem Kind dürften auch einfach sagen "Sorry, wir möchten Weihnachten dieses Jahr allein verbringen"
Ja, dürften sie - haben sie in diesem Fall aber nicht.
Das klar im Vorfeld zu vermitteln ist aber nochmal etwas anderes als den anwesenden Gästen durch die Christrose zu sagen, dass sie eigentlich nicht so richtig erwünscht sind. Das hat weder etwas mit dem Kind noch mit den Gästen zu tun, sondern ist nichts weiter als richtig schlechtes Benehmen.
Was das *Neugeborene* betrifft: das Baby ist rund zwei Monate alt und eben kein Neugeborenes mehr.
ZitatBesucher bekommen nicht mit, wie es die andere Zeit des Tages/der Nacht läuft.
Zitat von schafwolle im Beitrag #355Vier Personen sind beim besten Willen nicht viele. Dazu auch keine Fremden, sondern engste Familie.
Das Argument mit der engsten Familie verstehe ich überhaupt nicht. Vier Fremde würden wahrscheinlich viel weniger Umstände und Arbeit machen, da sie eher bereit sein dürften, die vom Paar aufgestellten Regeln zu akzeptieren und mit weniger Erwartungen an das Paar herantreten dürften.
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Zitat von Horus im Beitrag #320Mir fällt auf, dass du in dem Bereich, der dich nichts angeht (der Umgang deiner Schwester und Mann mit ihrem Baby) sehr ausführliche, echauffierte Schilderungen bringst und dir Bemerkungen nicht verkneifst (wie Schafwolle halte ich die keineswegs für unschuldig), aber dort, was dich angeht, nicht reagierst. Es gibt kein Recht darauf, anderer Leute Säuglinge zu halten, auch nicht innerhalb der Bluts- und Schwiegerverwandtschaft.. Darauf aber bestehst du zumindest innerlich. Hingegen gibt es ein Recht darauf, sein Eigentum unbeschädigt zurückzuerhalten. Darauf bestehst du nicht, schweigst also. Warum hast du die Strampler nicht sofort zurückverlangt, „und zwar unbeschädigt“? Und dann, da sie nicht unbeschädigt gemacht werden können (bzw. doch, könnten sie: abgeschnittene Teile wieder annähen), ein paar Takte erzählt?
Dass auch ich und viele andere das Getue von Schwester und Schwager schräg finden, steht ausser Frage.
Vollzitat: Das sehe ich auch so, Horus. Auch wenn ich selten mal einen Kommentar abgebe, lese ich öfters Beiträge von Skala_Rachoni und auch anderen.
Skala_Rachoni, mir ist das mehrfach bei deinen Beiträgen aufgefallen, dass du bei bestimmten Situationen / Personen übertriebener reagierst, als ich reagieren würde oder manch' andere, die ich kenne. Mir ist das oft zu viel Drama.
Zitat von Borghild im Beitrag #356 Vier Fremde würden wahrscheinlich viel weniger Umstände und Arbeit machen, da sie eher bereit sein dürften, die vom Paar aufgestellten Regeln zu akzeptieren und mit weniger Erwartungen an das Paar herantreten dürften.
Das mit den Erwartungen stimmt sicherlich.
Aber die Arbeit, die die Jungeltern mit dem Besuch hatten, dürfte sich in Grenzen gehalten haben. Essen wurde mitgebracht, der Tisch selbst gedeckt.
Und ich gebe zu: gerade bei Letzterem hätte ich mich als Besuch nicht sonderlich wertgeschätzt gefühlt. Finde ich völlig daneben, dass sich die Gastgeber nicht mal die Mühe gemacht haben, den Tisch einladend herzurichten.
Ich sehe das überhaupt nicht wie Horus. Um die Bindung zu einem Familienmitglied würde ich auch eher kämpfen als um ein zerschnittenes Kleidungsstück, wegen dem würde ich ganz sicher nicht die Weihnachtstafel sprengen und finde es sehr überlegt von Skala, diesen Konflikt zu vertagen.
ZitatBesucher bekommen nicht mit, wie es die andere Zeit des Tages/der Nacht läuft.
In wie fern ist es von Bedeutung?
In sofern als "usnere Tochter ist sehr reizsensibel" dann nicht unbedingt als die maßlose Übertreibung stehenbleibt, als die Skala sie erlebt und vielleicht mehr Verständnis dafür da wäre, dass die Kleine bei den Eltern bleibt und weder abgelegt wird noch in andere Arme gegeben.
Zitat von schafwolle im Beitrag #358Und ich gebe zu: gerade bei Letzterem hätte ich mich als Besuch nicht sonderlich wertgeschätzt gefühlt. Finde ich völlig daneben, dass sich die Gastgeber nicht mal die Mühe gemacht haben, den Tisch einladend herzurichten.
Ja, das ist eine Frage der Erwartungen. Ich würde das überhaupt nicht mit mangelnder Wertschätzung in Verbindung bringen. Nicht mal, wenn ich noch den Tisch abwischen und die Spülmaschine ausräumen "müsste".
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Ich finde, man sollte sich auch im Umgang mit Babies vor Augen halten, dass sie ganz richtig fertige Menschen sind. Kleine, ja, aber eben richtige Personen. Was sie noch nicht gut können, ist, ihre Bedürfnisse klar äußern.
Das war damals oft, was wir als "Richtschnur" genommen haben. Fänden wir es gut, von Arm gereicht zu werden? Eher nicht. Also haben wir das auch nicht so gehalten. Kann man auf viele Situationen anwenden, finde ich.
Ich glaube nicht, dass die Bindung irreversibel auf immer und ewig gestört wird, nur weil man nicht quasi sofort ein Baby halten darf (das war doch schon Thema direkt nach der Geburt). Sondern ich hab meistens die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, auf Zeit und Distanz zu vertrauen. Da renkt sich vieles ganz von selbst wieder ein und entschärft sich.
Einer der Neffen meines Partners hat seit Kindertagen eine sehr enge Bindung zu mir. Obwohl ich ihn als Baby nie auf dem Arm und als Kleinkind nie auf dem Schoss hatte. Nicht, weil die Eltern ihn mir nicht hätten geben wollen, sondern weil ich selbst nicht wollte. Ich bin keine Babyknuddlerin. Und der Neffe gehört zu den Menschen, die sich nicht gerne anfassen lassen, schon als kleines Kind nicht. Die gibt es. Bindung kann man trotzdem aufbauen. Es ist also bei weitem nicht Hopfen und Malz verloren bezüglich Bindung. Einfach mal ein paar Schritte zurück und Zeit lassen.
Aber durchaus anbegehrte und vor allem freiwillige Dienstleistungen überdenken, wenn die als selbstverständlich angesehen und ausgeliehene Dinge absichtlich kaputt gemacht werden. Also sicher nicht noch zusätzlich Brot backen, wenn bereits die Herstellung der Hauptmahlzeit angefordert wurde (ja, und auch das zurückhaltender handhaben).
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
@Stina...! Obwohl meine Kinder inzwischen gut aus der Babyzeit heraus sind und ich teils auch wirklich tolle hauptberufliche Unterstützer:innen hatte - ich wünsche allen Eltern, und besonders allen Ersteltern mindestens eine Betreuerin wie Dich! 🥲 So ruhig und empathisch! Hach... wer schneidet hier Zwiebeln?!
Und ja, ich denke, wir erfahrenen Eltern tun gut dran zu bedenken, dass man immer nur einen Ausschnitt sieht und selbst nur einen Ausschnitt kennt. Es ist wahrscheinlich leichter gesagt als getan, aber mein Vorschlag an Dich @Skala wäre, sowohl Deine eigenen Gefühle anzunehmen als auch zu versuchen, Dich von der schwesterlichen Kernfamilie zu dissoziieren. Also in etwa: 'Ja, ich bin enttäuscht, ich finde das übertrieben, ich habe mich geärgert ich wünsche mir mehr Wertschätzung, usw. usf.' Das darf man ja fühlen und wollen. Ubd man darf es auch hier oder gegenüber dem Ehemann o.ä. ablassen. Aber halt auch wahrnehmen: Nicht mein Problem, nicht meine Baustelle. Du kannst nicht ändern, wie Deine Schwester als Mutter ist, wie sie und Dein Schwager als Eltern sind. Aber Du musst halt auch nicht. Vielleicht handeln sie sich damit irgendwelche Probleme ein - sind aber nicht Deine Probleme. Das kann auch befreiend sein. Interessant fand ich sowohl die Beobachtung von Horus als auch von Ronja. Eventuell kann das auch für Dich interessant sein, einfach mal zu beobachten: wo reagiere ich und wo nicht? (Musst Du gar nicht hier ausbreiten, wenn Du magst, nur einfach mal für Dich hinschauen.)
"It has to be possible to feel the pain in one community without denying it to the other. It has to be!" John Oliver
Moderatorin in den Foren zu Beziehung und Sex, zu Kunst, Musik und Literatur, zu Politik und Tagesgeschen und zum Handwerken (warum auch immer). Ueberall sonst gilt: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Achso, und daran, dass man sich durch Verhalten X Persönlichkeit Y "heranzieht" hab ich auch Zweifel, ich glaub ganz so monokausal funktioniert das nicht. 😉 Zu meiner persönlichen Seelenhygiene fände ich es viel lustiger mir vorzustellen, dass die Nichte zu einer robusten kleinen Rabaukin heranwächst, die dann die sensiblen Eltern reizüberflutet. (Ehe sich jemand über meine Unfreundlichkeit aufregen möchte, bitte nochmal genau lesen: "Ich würde mir vorstellen..., und zu meiner persönlichen Seelenhygiene.
"It has to be possible to feel the pain in one community without denying it to the other. It has to be!" John Oliver
Moderatorin in den Foren zu Beziehung und Sex, zu Kunst, Musik und Literatur, zu Politik und Tagesgeschen und zum Handwerken (warum auch immer). Ueberall sonst gilt: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Sei ein wenig milder zu Deiner Schwester und vergleiche nicht Deine Zeit als Jungmutter mit der ihren. Ich weiß nicht, wie alt Dein Kind ist und wie detailliert Du Dich noch an die erste Zeit mit dem unbekannten Wesen erinnerst.
Ich war vor fast 20 Jahren sehr unsicher, trotz entsprechender Vorbereitung durch Lektüre und Kurse. Nach der Geburt ging es mir psychisch nicht gut, das dauerte einige Zeit, bis ich in meiner neuen Rolle gefestigt war.
Du klingst, entschuldige bitte, dass ich das so deutlich schreibe, grundsätzlich nicht sehr zugewandt Deiner Schwester gegenüber. Vielleicht resultiert daraus auch diese Strenge...
Zitat von Farfalle im Beitrag #365@Skala_Rachoni : wie beurteilst du dein Verhaeltnis zu deiner Schwester.
Dazu hatte sich die TE bereits geäußert:
Zitat von Skala_Rachoni im Beitrag #190 Mit der Geburt ihrer Nichte (meiner Tochter) wurde das Verhältnis sogar sehr gut. Wir haben uns mal zusammengesetzt und uns ausgesprochen, einen Strich unter die Vergangenheit gezogen und neu angefangen.(...)
Beste Freundinnen werden wir nie, dazu sind wir zu unterschiedlich, aber das Verhältnis ist jetzt ein Gutes. Kein superenges, aber ein Gutes.
Nach dem, was im EP steht, scheint es sich hier nicht um evt. vorhandene Probleme egal welcher Art auch immer zu handeln, sondern um einen geplanten Umgang mit Besuchern für die Zeit nach der Geburt.
Kann man so machen. Muss man nicht. Muss man aber auch nicht gut finden, das sieht Scala eben anders.
Von den vielfältig möglichen weiteren Problemen (Stillstress, Wochenbett, Überlastung, Schlafmangel, hormonelle Probleme tbc) gehe ich deshalb erst einmal nicht aus. Und ja, ich weiß wovon ich rede, ich habe wochenlang abgepumpt und gefeedet, hatte ein Schreikind mit enormen Sensibilitäten und Schlafproblemen und noch dazu selber Probleme mit der Kaiserschnittnarbe wegen KH-Keim.
Wir waren u. A. deshalb auch in den ersten Wochen ziemlich zurückgezogen, aber die engste Verwandtschaft und die engsten Freunde (und überfallartig auch die halbe Nachbarschaft bei Wiederankunft zu Hause, was ich definitiv lieb, aber nicht gut fand 🤪) haben den Lütten trotzdem gesehen und auch mal halten dürfen. Die Nachbar jedoch nicht.
Insofern bleibe ich bei dem derzeitigen Wissensstand dabei, dass ich es überzogen und auch nicht gut für das Kind finde.
Sicherlich wird das aber nicht unbedingt dazu führen, dass keine gute Beziehung zu der Kleinen auf Dauer entstehen kann.
Ein Amateur hat die Arche gebaut, Profis die Titanic.
Man weiß nie, wo es hingeht im Leben, aber man weiß immer, wo man herkommt.
⚖️ Es ist was abzunehmen. Und das ist ein Problem ☹️.
Zitat von Farfalle im Beitrag #365@Skala_Rachoni : wie beurteilst du dein Verhaeltnis zu deiner Schwester. Ich finde das nicht unwichtig in dem Zusammenhang.
Das wurde jabereits beantwortet, danke an dieser Stelle.
Aktuell ist es tatsächlich auch so, dass sie mich oft (=fast täglich) anruft oder anschreibt, mit Fragen und um Rat bittet. Auch während der abendlichen Schreistunden, ich bekomme das also durchaus mit - für mein Empfinden ist das ein ganz "normales" Verarbeiten des Tages, wenn abends eine oder zwei Stunden geschrien wird. Mehr ist es, nach ihrer Aussage, auch nicht. Allerdings nehmen sie, bzw eher mein Schwager, dies dann zum Anlass, am nächsten Tag noch weniger "Reize" zuzulassen: einen Spaziergang gibt es dann zb nicht. Ich weiß, dass meine Schwester wesentlich gelassener ist. Ist sie alleine mit Baby und unsere Mutter kommt, bekommt diese das gestellte und gewickelte Baby in den Arm gedrückt und meine Schwester widmet sich anderen Dingen, geht auch mal einkaufen und sowas. Nur wenn er da ist, wird so ein bohei gemacht. Und "leider" ist er fast immer da, in seiner Werkstatt hat er gerade nicht soviel zu tun, im Winter sind halt einfach weniger Aufträge. Schon in der Schwangerschaft fiel extrem auf, dass er permanent die Hände am Bauch hatte, oder den Kopf drauflegte. An Stelle meiner Schwester hätte mich das sehr genervt, dieses dauernde Getatsche 😅
Wir haben gestern Abend noch gesprochen und beschlossen: Wir werden dort nimmer hinfahren, da wir eigentlich unerwünscht sind und das kostbare Kind nur beunruhigen. Sorry not sorry, das brauch ich nicht. Unserer Tochter wurde versprochen, das nächste Mal dürfe sie ihre Cousine halten. Da kann sie dann mit der Oma hinfahren, ich tu mir das nicht mehr an. Das tut zu sehr weh.
Ich glaube, niemand hier kann sich diese Situation tatsächlich vorstellen, dieses Verhalten meines Schwagers, diese, ja, Ablehnung, die in jedem seiner Sätze und seinen Handungen mitschwingt.
Was die Geschenke angeht, die selbstgenähten Sachen; ich nähe (auch) gewerblich, gerade Kleidung für dieses Alter und bis etwa 4 Jahren. Allerdings bin ich dabei alles abzuverkaufen und zu verschenken, da ich festgestellt gsbe dass es inzwschen einfach zuviele Anbieter dafür gibt und es sich nimmer lohnt. Ich werde mich in Zukunft auf Lederpuschen und Accessoires konzentrieren. Deswegen hab ich meiner Schwester eine Auswahl mitgebracht, der Rest landet wieder im Laden.
Was die abgeschnittenen Füße betrifft: ich schrieb ihr gestern Abend noch, dass sie doch bitte die anderen nicht abschneidet, und auch, warum - dass wir die Teile ja eigentlich wiederhaben wollten. Und dass ich vor Ort kein Fass aufmachen wollte, und es ihr lieber einfach schreibe. Ich werde dann schauen, was ich da noch retten kann, evtl schneide ich den Fuss komplett weg und nähe ein passendes Bündchen dran. Sie reagierte betreten und entschuldigte sich, das hatte sie vergessen.
Natürlich sind sie die Eltern und entscheiden. Das heisst aber nicht, dass ich nicht traurig sein darf, nicht enttäuscht sein darf, nicht meine Konsequenzen (= nicht mehr hinfahren) ziehen darf. Ich bin ein absoluter Babymensch, vielleicht tut es auch deswegen so weh. Das sind nunmal meine Gefühle, diese mir rational absprechen zu wollen bringt nichts. Ich bin traurig, enttäuscht, sehr emotional. Für mich. Den beiden gegenüber lasse ich das nicht raus, mein Mann meinte noch, dass ich nach der verbalen Klatsche (als ich anbot die Kleine zu nehmen, damit er in Ruhe essen kann - ich sass direkt neben ihm) sehr ruhig reagiert habe, er habe sich auf die Zunge gebissen... Dabei ist er der Besonnene von uns beiden 😂
Mir kommt bei all der Betrachtung auch ein wenig der Umstand zu kurz, dass das Baby ein lange ersehntes kleines Wesen ist. Skala, ich glaube, auch das hast du nicht immer im Blick. Die späten Eltern wollen ihren Schatz behüten, sind möglicherweise in Sorge, wollen alles in ihrer Macht stehende richtig machen. Das "richtig machen" ist anders als du/ihr es mit eurer Tochter getan habt - doch das ist kein Maßstab.
Es ist ärgerlich, dass die Strampler nun modifiziert wurden, doch hätten sie auf andere Weise ebenfalls beschädigt werden können. Insofern ärgerst du dich möglicherweise auch über dich selbst, dass du Erinnerungsstücke weitergegeben hast. Ich denke, deiner Schwester wird so etwas erst bewusst, wenn sie etwas, was ihr wichtig war/ist, verleiht und beschädigt zurück bekommt.
Nur ein aktuelles Beispiel: meine Schwiegertochter hatte ein Wolljäckchen, welches Erst- und Zweitgeborener getragen haben, an ihre Schwester weitergegeben. Nachdem jetzt noch ein Nachzügler geboren wurde, kam das Jäckchen zurück. Leider haben sich bei ihrer Schwester Wollmotten daran gütlich getan, was diese nicht bemerkt hatte. Es war zwar kein Stück welches die Schwiegertochter nach Gebrauch zurück haben wollte, dennoch war sie traurig, dass es nun für den Jüngsten nicht mehr brauchbar ist. Auch ich habe Erinnerungen daran, da ich vor neun Jahren Knöpfchen und die Knopfschlingen angebracht habe.
Eine zurückhaltende Lautstärke und lautlos gestellte Handys finde ich völlig angemessen, ganz unabhängig von Babys. Es sei denn einer der Besucher hat Bereitschaft, doch da wird in meinem Umfeld schon vorher "gewarnt".
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Skala, gut wenn du weiterhin mit deiner Schwester in Kontakt bleibst. Sie hat ihren Mann gewählt und der ist der Kindsvater, du kannst dich über seine Art aufregen oder dir in einer ruhigen Minute sagen, sie wird mit ihm zurecht kommen (müssen), es ist nicht deine Tasse Tee.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Ich glaube, niemand hier kann sich diese Situation tatsächlich vorstellen, dieses Verhalten meines Schwagers, diese, ja, Ablehnung, die in jedem seiner Sätze und seinen Handungen mitschwingt.
Sei dir versichert, ich kann dir sehr sehr gut nachfühlen. Will ich nur hier vor einigen mißgünstigen Mitlesern nicht wirklich vertiefen.