Ich hab meine schriftlichen Hausaufgaben mit großer Zuverlässigkeit erledigt, da blieb einiges hängen. In Fächern wie Erdkunde, Geschichte oder Bio gab es kaum schriftliche Hausaufgaben, da hätte ich so lernen müssen. Hab ich sehr oberflächlich, deshalb hat es da immer nur zu einer drei oder vier gereicht, was aber für meine Eltern in Ordnung war. Die haben sich um meine Hausaufgaben nicht gekümmert. Mein Mann war im Internat, da gab es jeden Tag zwei Stunden Studienzeit, wer eher fertig war durfte lesen, aber den Raum nicht verlassen. Seine Noten waren wesentlich besser, weil er sich einfach mit den Fächern viel mehr beschäftigt hat. Ich denke, die meisten Kinder lernen freiwillig nur das, was sie wirklich interessiert und Spaß macht, aber dafür ist unser Schulsystem zu wenig ausgerichtet. Konstantes lernen wäre ideal. Aber wir sind leider nicht bei wünsch dir was sondern bei is halt so. Ich glaube, die Noten werden durch angekündigte Tests einfach besser
Also - eigentlich verstehe ich noch immer nicht, wieso wir jetzt plötzlich über meine Tochter dikutieren, ohne dass überhaupt ein Problem vorliegt, aber ich lasse nicht gerne Fragen unbeantwortet stehen.
[quote=Nora]Das was Du da postilierst, mit „nicht in der Woche, nur übers Schuljahr“ ist für mich das Absurde. Wieso soll das „nicht möglich sein“? Was verhindert diese Lerntechnik?[/quote]
Das ist nicht absurd, das ist logisch. Um etwas zu vertiefen, brauche ich Zeit. Wenn ich davon wenig habe, kann ich nicht 12-14 Fächer gleichzeitig gleichermaßen vertiefen. Ich kann aber Schwerpunkte setzen, die je nachdem, was ansteht, gesetzt werden. Deshalb spricht überhaupt nichts gegen die Forderung, Stoff regelmäßig zu prüfen. Aber es ist fair, wenn SchülerInnen wissen, welchen sie dabei aktuell priorisieren sollten und was mal noch etwas zurückstehen kann. Das hat nichts mit "Stoff erst zur Arbeit reinbimsen" zu tun, denn aufpassen, Hausaufgaben,.. sollte natürlich trotzdem stattfinden. Und auch selbständiges vertiefen - nur nicht jede Woche in jedem Fach.
Zitat
ZitatIch hätte es damals zeitlich vermutlich schaffen können, bei meiner Tochter (die notenmäßig ja auch im vorderen Bereich mitspielt) geht es faktisch nicht, dass man in allen Fächern jede Woche so vorbereitet ist, dass ein Test dann auch ein halbwegs motivierendes Ergebnis bringt.
Warum ist das bei Deiner Tochter nicht möglich, aber war es bei Dir aber schon? Was ist in ihrem Leben so anders?
Aus ähnlichen, aber nicht mal identischen Gründen wie bei Pia. Ganztag hat meine Tochter nicht und sie ist auch nur in einer einzigen AGs. Hobbys hat sie in der Tat mehr als ich. Vor allem aber hat sie durch G8 massiv viel mehr Unterricht als ich damals und ein Hauptfach mehr. Ich schrieb ja, von Mo-Fr hat sie ca. 14 Stunden Freizeit + das Wochenende und da müssen alle Hobbys, Hausaufgaben, Lernen für Arbeiten, Vorbereiten von Präsentationen, Verabredungen, Termine, Instrument üben, Zimmer aufräumen, chillen, mit Freundinnen quatschen,... rein. Bei insgesamt 16 Fächern, von denen in 13 theoretisch Wissen abgeprüft werden könnte, fände ich ein wenig viel verlangt, wenn sie da jederzeit auf Test oder Abfrage vorbereitet sein müsste. Verlangt aber wie gesagt auch keiner, daher ist die ganze Diskussion hinfällig.
Zitat Vielleicht verstehst Du auch falsch, was so ein adhoc-Test sein soll - kein elaborates Ausarbeiten von irgendwas in epischer Breite, sondern 2, 3 kurze Fragen, eine Rechenaufgabe, 10 Vokabeln… eben „das was wir in der letzten Stunde gemacht haben“.
Das hat weniger mit falsch verstehen als mit eigener Erfahrung zu tun. Und mit dem, was du schreibst, war es in den unangekündigten Tests zu meiner Zeit meist nicht getan. Das, was meine byrische Verwandtschaft erzählt, klingt auch nicht danach, wobei es da nun wohl zum Glück auch geändert wurde. Und sowas findet ja auch statt - Vokalbelabfragen gibt es durchaus (unangekündigt finde ich die nicht, denn die Vokalbeln sind ja selbstverständlich Lernstoff) Ich fühle mich aber darin, dass ich regelmäßige Tests sehr befürworten würde und es mir nur um das Unangekündigte geht, weiterhin nicht wahrgenommen.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #98Wie ich oben schon schrieb, wenn en Kind Schwierigkeiten hat, sich die Haltevom Tag zu merken, wäre es villeicht im Sinne der Lernfreude und der Erfolgserlebnisse hilfreicher, nicht täglich AGS bis 20 Uhr einzuplanen, sondern etwas seit zur Erinnerung einzurichten. Sonst müssen für Vorbereitungen von Arbeiten ja noch größere Zeitspannen eingeplant werden.
Aber die Kinder haben ja nicht täglich alle Fächer. Bis z.B. meine Kinder wieder Englisch haben, vergehen 3 Tage mit x anderen Fächern. Da ist das Kurzzeitgedaechtnis schon wieder voll mit anderen Dingen.
Ja, und es gibt Kinder, die wissen das trotzdem noch, da, wie oben schon geschrieben, entweder ihr Gedächtnis besser behält und oder sie sich aus Interesse weiter vertiefen und oder eben fleißig Sachverhalte noch einmal durchgehen.
Kinder, die sich Dinge weniger gut merken, weniger motiviert oder interessiert sind oder in manchen Fächern schlechter verstehen, haben doch nur sehr begrenzt die Wahl entweder schlechtere Noten hinzunehmen oder sich irgendwann mit dem jeweiligen Stoff zu beschäftigen.
Jetzt kann man sich überlegen, welche Strategien am effizientesten sind und vielleicht auch noch die Freude am Lernen stärken. Und da ist häufigeres kurzes Wiederholen eben effizienter. Genau dies soll meines Erachtens durch unangekündigte Tests gefördert werden, im Sinne des Lernen lernens der Schüler, wenn Test zu Beginn jeder Stunde zu viel sind.
Ähnliche Ziele verfolgen die Stategien jedes Mal einen Test, x Leute geben ab oder auch jedes Mal ein Test, Kinder dürfen abgeben und gute Noten sammeln.
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
Jetzt kann man sich überlegen, welche Strategien am effizientesten sind und vielleicht auch noch die Freude am Lernen stärken. Und da ist häufigeres kurzes Wiederholen eben effizienter. Genau dies soll meines Erachtens durch unangekündigte Tests gefördert werden, im Sinne des Lernen lernens der Schüler, wenn Test zu Beginn jeder Stunde zu viel sind.
Ich verstehe es noch immer nicht. Und wieso soll das Lernen auf angekündigte Tests weniger effizient sein? Oder das angekündigte Präsentieren der Hausaufgabe? - Gut, das leuchtet mir noch halbwegs ein, dass sich da unter Umständen nur 2 Schüler vorbereiten und der Rest nicht - da aber bei uns die mündliche Note eine große Rolle spielt, ist die Motivation, die Hausaufgaben gründlich zu machen, eigentlich grundsätzlich da. Jedenfalls bei meinen Exemplaren udn was ich so drumherum mitbekomme.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #103 Jetzt kann man sich überlegen, welche Strategien am effizientesten sind und vielleicht auch noch die Freude am Lernen stärken.
Eher die Pflicht zu lernen bei den meisten.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #103 Und da ist häufigeres kurzes Wiederholen eben effizienter. Genau dies soll meines Erachtens durch unangekündigte Tests gefördert werden, im Sinne des Lernen lernens der Schüler, wenn Test zu Beginn jeder Stunde zu viel sind.
Sehe ich nicht so. Es leuchtet mir nicht ein, warum es dafür unangekündigte Test braucht. Irgendwie widersprichst Du Dir auch. Ein Kind, das aus und mit Freude lernt, wird von sich aus dabei bleiben und selber den Stoff wiederholen. Die anderen, die nicht mit Freude lernen, werden nehmen die schlechten Noten in Kauf, haben Angst und Stress oder versuchen die Aufschriebe in letzter Sekunde noch ins Hirn zu kriegen. Da bleibt doch auch nichts hängen.
A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one. George R. R. Martin
Zitat von Liane im Beitrag #105Ein Kind, das aus und mit Freude lernt, wird von sich aus dabei bleiben und selber den Stoff wiederholen. Die anderen, die nicht mit Freude lernen, werden nehmen die schlechten Noten in Kauf, haben Angst und Stress oder versuchen die Aufschriebe in letzter Sekunde noch ins Hirn zu kriegen. Da bleibt doch auch nichts hängen.
Genau so war es bei mir. Ich hatte das mit den Exen einfach nicht so drauf (es gibt da Kinder, oft Lehrerkinder, die ganz genau einschätzen koennen, wann man wieder eine Ex fällig ist - die lernten auch nicht kontinuierlich, sondern hatten einen besseren Riecher bzw. Eltern mit Ahnung.) Ich hatte jedes Mal wieder dieses „Ach du Schreck, vielleicht morgen Ex!“ (falls es z.B. jemand erwähnt hatte) und habe dann Bulimie gelernt, und wenn ich es nicht vorgeahnt habe, bin ich halt reingefallen und hatte mittelmäßige bis schlechte Noten.
In Teste, die angekündigt waren, habe ich meist ganz gut abgeschnitten und habe mich ordentlich und systematisch vorbereitet. Da ist definitiv mehr hängengeblieben.
Im übrigen hatte ich letztlich ein sehr gutes Abi, und in der Kollegstufe (=Oberstufe, ausserhalb Bayerns) gab es bei uns keine Exen mehr. Die Mittelstufe war stressig und bei mir eher negativ besetzt.
Ich sehe wie Stina und einige andere: Kontinuierliches Abfragen/Kurztests sehr gerne, aber dass sie unbedingt unangekündigt sein sollen halte ich für überflüssig und eher negativ als positiv.
Ich finde vor allem immer erstaunlich, wie viele starke Meinungen zu solchen Themen zusammenkommen bei gleichzeitigem völligem Fehlen einer Datenbasis zur Meinungsbildung. Alles anekdotische Evidenz aber dann grosse und starke Aussagen draus abgeleitet.
Zitat von Amelanchier im Beitrag #107Alles anekdotische Evidenz aber dann grosse und starke Aussagen draus abgeleitet.
Das ist der USP dieses Forums… ;-)
"Das vornehme Wort Kultur tritt anstelle des verpönten Ausdrucks Rasse, bleibt aber ein bloßes Deckbild für den brutalen Herrschaftsanspruch." Theodor W. Adorno
"Wohlstandsstreben allein macht keine guten Bürger." Alexis de Tocqueville
Zitat von Amelanchier im Beitrag #107Ich finde vor allem immer erstaunlich, wie viele starke Meinungen zu solchen Themen zusammenkommen bei gleichzeitigem völligem Fehlen einer Datenbasis zur Meinungsbildung. Alles anekdotische Evidenz aber dann grosse und starke Aussagen draus abgeleitet.
Pädagogik ist leider nur in seltenen Fällen eine exakte Wissenschaft…
Zitat von Amelanchier im Beitrag #107Ich finde vor allem immer erstaunlich, wie viele starke Meinungen zu solchen Themen zusammenkommen bei gleichzeitigem völligem Fehlen einer Datenbasis zur Meinungsbildung. Alles anekdotische Evidenz aber dann grosse und starke Aussagen draus abgeleitet.
Wäre ja schlimm, wenn man sich nur eine Meinung bilden dürfte, wenn es zur Fragestellung 3 verschiedene oder überhaupt eine Studie gibt.
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Ehrlich gesagt habe ich den Anspruch in einem nicht-wissenschaftlichen Diskussions- und Unterhaltungsforum auch weder an andere noch an mich, immer auf der Basis wissenschaftlich erhobener Daten zu diskutieren. Die Idealistin in mir würde sich aber weniger Verbissenheit und Aggressivität wünschen.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #103 Jetzt kann man sich überlegen, welche Strategien am effizientesten sind und vielleicht auch noch die Freude am Lernen stärken.
Eher die Pflicht zu lernen bei den meisten.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #103 Und da ist häufigeres kurzes Wiederholen eben effizienter. Genau dies soll meines Erachtens durch unangekündigte Tests gefördert werden, im Sinne des Lernen lernens der Schüler, wenn Test zu Beginn jeder Stunde zu viel sind.
Sehe ich nicht so. Es leuchtet mir nicht ein, warum es dafür unangekündigte Test braucht. Irgendwie widersprichst Du Dir auch. Ein Kind, das aus und mit Freude lernt, wird von sich aus dabei bleiben und selber den Stoff wiederholen. Die anderen, die nicht mit Freude lernen, werden nehmen die schlechten Noten in Kauf, haben Angst und Stress oder versuchen die Aufschriebe in letzter Sekunde noch ins Hirn zu kriegen. Da bleibt doch auch nichts hängen.
Ich bin nicht der Meinung, dass ich mir widerspreche. Im besten Fall, entwickelt ein Kind Freude an den Themen und Neugier am Kommenden, weil es Freude macht, Alles zu verstehen, mitzudenken. Dann ist es egal, dann wird ein Test eher als Herausforderung erlebt. Im ungünstigsten Fall, freut es sich über gute Noten und hat das Gefühl mitzukommen und die Inhalte zu verstehen. Wer sich nicht mit dem Stoff auseinandersetzen will, tut dies nicht mit oder ohne unangekündigte Tests. Da ist ein schlechter Test hoffentlich ein Hinweis darauf, welche Aspekte noch nicht verstanden sind, um sich vor einer Arbeit noch damit befassen zu können.
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Wenn die Voraussetzung für das Schreiben in diesem Forum ist, mir Studien mit hinreichenden Gütekriterien zu suchen, wird mir ein Meinungsaustausch aufgrund mangelnder Zeit unmöglich. Vor allem im Hinblick auf die Kritik mangelnder Replizierbarkeit in der Sozialforschung, fragt sich auch, welches Fundament sich damit ergibt.
Da man gleichzeitig Studien zur Untermauerung unterschiedlicher Ansichten finden kann, bin ich nicht mal sicher, wie uns das darüber hinaus, weiterbrächte. Diskutieren wir dann über Itemformulierung, Effektstärken, Relevanz von Signifikanzen in Abhängigkeit von der Stichprobengröße?
Interessant wäre, wie in der Studie die Ankündigung des fachspezifischen Abfrageverfahrens lief, welche Hinweise die Schüler zum eigenen Lernvorgehen erhielten, wie die Beziehung der jeweiligen Lehrkraft zuvor zu den Schülern war usw., denn natürlich geht es nicht um die Induktion von Angst, sondern die Förderung der Freude an Erkentnissen, Entwicklung, Selbstwirksamkeit, Wissenszuwachs, Neugier.
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Ich meinte eher, dass es mich erstaunt, wie stark und allgemeingültig formuliert die ohne Daten gebildeten Meinungen zum Teil (!) sind. Nicht dass man sich keine bilden darf.
Ich persönlich habe ja auch eine. Nur beruht die halt eher auf persönlichen Präferenzen als auf der Annahme, ich könne generell abschätzen, wie Kinder am Besten lernen.
Persönlich bin ich eher ein Fan von unangekündigten Tests gewesen, weil ich dann weniger Stress empfunden habe und keine Schuldgefühle, dass man ja noch was tun sollte. Und zudem stimmt das Aufwand / Nutzen Verhältnis für mich persönlich bei unangekündigten Tests mehr.
Ich kann aber gut nachvollziehen und sehe das auch im Job, dass anderen „Typen“ eine gute Vorbereitung viel Sicherheit gibt.
Bei uns ist zudem „wir schreiben jeden Freitag einen Vokabeltest“ kein Problem.
Grundsätzlich finde ich mehr kleine Tests besser als wenige grosse.
Was sich seit meiner Schulzeit deutlich verbessert hat (kann aber auch daran liegen, dass wir viele schlechte Lehrer an der Schule hatten): Für die Kinder ist viel klarer, was die Lernziele und Anforderungen in allen Fächern sind. Das macht Vorbereitung effizienter und die Noten transparenter. Und das sogar in Fächern wie Sport und bildnerisches Gestalten, die für mich damals ein einziges Mysterium waren.
Übrigens: auch wenn ich nicht finde, dass es für den Austausch persönlicher Meinungen und Erfahrungen aussagekräftige Studien braucht. So hoffe ich doch, dass die Entscheider solche zur Verfügung haben und sich ihre Meinung nicht so bilden wie wir hier
Das wollen wir doch mal hoffen. Zumal das ohnehin Ländersache ist und das betroffene Bundesland das alleine entscheiden kann. Ist wohl auch besser so- niedersächsische Politiker verstehen vom bayrischen Schulsystem vermutlich so viel wie ne Kuh vom Eislaufen. Wobei: Generell fände ich es besser, wenn der Bildungsföderalismus aufhören würde und es einheitlicher wäre. Dass Familien das Bundesland wechseln ( müssen) ist nicht so selten und ein Wechsel ist immer stressig. Da braucht man nicht noch Schulstress oben drauf.