Also ich hab ja auch öfter mal die Erfahrung gemacht, es ist komplett lehrerabhängig ... selbes Fach, unterschiedlicher Lehrer.. bei einem betreibst du den doppelten Stress und den dreifachen Aufwand und raus kommt von Note 3 bis 5 alles ... und beim anderen nicht - aber raus bekommt man trotzdem konstant Note 3 ...
Von daher: Noten sind überbewertet und sagen oft nicht viel aus .... man muss halt damit leben und ja, Kindern machen sie oft Angst und unnötigen Druck!
Wichtig ist, dass sie Frustrationstoleranz entwickeln.
Getade, weil die meisten Kinder üblicherweise nicht mehr tun als nötig, finde icg ankündigen effektiver. Ich war nämlich selbst auch so. Und hab meistens nichts gelernt, man hofft ja immer, dass der Test nicht kommt oder die Abfrage einen nicht selbst trifft. Und danach ist es erst mal ums Eck.
Zitat von Nora im Beitrag #72Beim Abfragen „erwischt“ es einzelne Schüle
Ah, ne, da verstehen wir uns falsch, ich spreche den Bayernsprech bzgl. der Schule nicht. Abfragen kann man schriftlich die ganze Klasse gleichermaßen.
London, MC als Klassenarbeitsersatz, so wie es tw in Massenfächern an der Uni betrieben wird, halte ich für großen Käse (auch wenn ich verstehen kann, warum man das macht). Aber wenn es nur darum geht, die Schüler konstant am Wiederholen und Lernen zu halten, kann es funktionieren. Man kann durchaus auch komplexe MC Fragen stellen.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Zitat von Stina im Beitrag #67Für mich wird hier vor allem ständig plausibel die Frage bewantwortet, wieso häugfige Leistungskontrollen sinnvoll sind. Wo ich voll mitgehe: Aber nie die, wieso dies unangekündigt geschehen sollte?
Das wurde beantwortet? Damit permanent klar ist „konstantes Lernen wird erwartet“, nicht „auf den Punkt reinbolzen“.
Erstens - wo ist da der Unterschied zu "jeden Dienstag gibt es einen Vokalbeltest?" - so ist das übrigens tatsächlich hier in der Realschule. Würde ich mir auch wünschen. Das fördert konstantes Lernen, trotz (oder wegen) der Ankündigung.
“Wir schreiben jeden Dienstag einen Test“ geht nicht wegen der Regeln zu „angekündigte Tests dürfen nur unter folgenden Bedingungen…“. Aber grundsätzlich wäre das eine Option.
ZitatUnd zweitens - ich habe oben dargelegt, wieso mir rein zeitlich nicht klar ist, wie das in jedem Fach gehen soll. Die SchülerInnen sind drauf angewiesen, zu priorisieren. Und das Ziel soll doch sein, dass sie Wissen erwerben. Was ist schlechter, wenn sie das terminiert tun? .
Die Quintessenz dieser Aussage ist, daß es SchülerInnen grundsätzlich nicht möglich sein soll, den Stoff, der im Verlauf eines aktuellen Tages vermittelt wurde, in irgendeiner im Gedächtnis verbliebenen - und dann wieder ausspeicherbaren Art - zu verinnerlichen. Das würde aber „Schule“ ad absurdum führen.
Priorisieren? Ja - für Hauptfächer ist es am wichtigsten, und dann eben „wo ich mieser drin bin“. Natürlich kann was hintenrunter fallen. Fehlt dann aber und muß eigentlich nachgearbeitet werden.
Zitat(Der oben gebrachte Hinweis auf den Job und spontan abrufbares Wissen von Letti hinkt da für mich in zweierlei Hinsicht: denn jedem qualifizierten Job gehen Studium und/ oder Ausbildung voraus. Weder im Studium noch in der Ausbildung wurde von mir erwartet, dass ich alles jederzeit sofort weiß.
Wieso gehst Du davon aus? Deine Ausbildercrew hoffte definitiv, Dir nur einmal was beibringen zu müssen, und daß Du das dann „weißt und kannst“. Bei Profs galt dasselbe Prinzip wie in der Schule - Nur war da rein vom Ablauf und der „Unterrichssystematik“ keine so direkte Rückmeldung möglich.
ZitatDas kommt mit der Zeit durch Routine, also Wiederholung und Anwendung.
Der flüssige Ablauf, die Sicherheit kommt dadurch! Nicht das „Wissen“. Nennt sich auch „Übung“. Das funktioniert bei SchülerInnen übrigens durch viele Hausaufgaben: je öfter ich etwas mache, desto besser und sicherer bin ich darin. (Normalerweise.)
ZitatUnd in den meisten Jobs ist es völlig legitim, sich in außergewöhnliche Situationen zunächst die Zeit zu nehmen, zu recherchieren.
Außergewöhnliches, richtig. Standardkram hat zu sitzen, oder Du bist nicht gut in dem, was Du tust.
ZitatMein Ex-Chef: "Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht".
Bei Außergewöhnlichem, ok. Wenn Du aber z.B. als MFA jedesmal den ICD-Code für „ordinärer grippaler Infekt“ nachschlagen müßtest, oder drüber nachdenken mußt, wie Du einen Verband richtig anlegst, würde sich die ÄrztIn, die Dich beschäftig, auch nicht so äußern.
ZitatZweitens gibt es wohl wenig Jobs, wo man sich in mehr als 10 Fachbereichen gleichzeitig gut auskennen soll.)
Das ist aber nunmal Aufgabe einer SchülerIn! Und da es „Einser-Schülerinnen“ gibt, und schon immer gab, ist das auch keine unmögliche Forderung. Die, die überall richtig gut sind, sind eben die „richtig guten“. Und andere müssen entweder mehr dafür arbeiten, oder eben Schwerpunkte setzen.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Ich wundere mich sehr über diese Diskussion. Weder finde ich, dass alle locker durchs Gymi geschleift werden müssen, noch dass alle immer super und gute Noten haben müssen. Ständig Tests, damit auch permanent überprüft werden kann, ob der Stoff sitzt? Hättet ihr als Schüler wirklich so ein System gewollt? Echt jetzt? Selbst als Mutter möchte ich sowas nicht für mein Kind. Warum darf es denn nicht auch 3en oder 4en geben? Warum darf nicht festgestellt werden, dass das Gymnasium für einige Schüler nicht die richtige Schulart ist? Schlechte Noten gehören dazu, ja. Sei es nun durch Exen oder angekündigte Arbeiten oder was auch immer.
A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one. George R. R. Martin
Zitat von Liane im Beitrag #80Weder finde ich, dass alle locker durchs Gymi geschleift werden müssen, noch dass alle immer super und gute Noten haben müssen.
Eben.
ZitatStändig Tests, damit auch permanent überprüft werden kann, ob der Stoff sitzt? Hättet ihr als Schüler wirklich so ein System gewollt? Echt jetzt? Selbst als Mutter möchte ich sowas nicht für mein Kind.
Ich hatte das, das war einfach „normaler Schulalltag“! Wenn das eben so ist, und keine Eltern das „Überforderungsfass“ dazu aufmachen, kommt das den SchülerInnen überhaupt nicht in den Sinn, sich ob des mißhandelt zu fühlen.
ZitatWarum darf es denn nicht auch 3en oder 4en geben? Warum darf nicht festgestellt werden, dass das Gymnasium für einige Schüler nicht die richtige Schulart ist? Schlechte Noten gehören dazu, ja. Sei es nun durch Exen oder angekündigte Arbeiten oder was auch immer.
Das mußt Du die „Bildungsexperten“ der letzten 30 Jahre, zumeist Schwerpunkt SPD und Grüne, fragen. Da sind nämlich Besserverdienende und Akademiker dran schuld (oder so).
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #81Ich hatte das, das war einfach normaler Schulalltag! Wenn das eben so ist, und keine Eltern das Überforderungsfass dazu aufmachen, kommt das den SchülerInnen überhaupt nicht in den Sinn, sich ob des mißhandelt zu fühlen.
Ich hatte selten mal einen unangekündigten Test, hat mich nicht um den Schlaf gebracht. Aber ständig Tests schreiben hätte ich nicht gewollt und finde ich unnötig.
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Nicht an allen weiterführenden Schulen in Bayern werden unangekündigte Exen geschrieben. Das wird schulintern entschieden.
Im Zusammenhang mit der Aussage von Söder gab es hier in der lokalen Presse eine Umfrage, die ergab, dass die beiden Realschulen immer dabei geblieben sind, unangekündigte Exen zu schreiben, während diese Praxis an drei Gymnasien schon seit mehreren Jahren nicht mehr üblich ist.
Das vierte Gymnasium hat zu diesem Schuljahr die Exen ohne Ankündigung wieder eingeführt, nachdem sich die meisten Lehrer dafür ausgesprochen haben. Als Begründung wurde genannt, dass besonders bei jüngeren Schülern das kontinuierliche Lernen gelitten habe. Angeblich hat es weder von Eltern noch von Schülern wegen dieser Änderung Proteste gegeben.
Am Gymnasium meines Enkels in München werden nach einem gemeinsamen Beschluss von Lehrerkonferenz, Eltern- und Schülervertretung auch keine Exen mehr geschrieben. Unangekündigte Abfragen sind weiterhin möglich, werden aber nur von einem Teil der Lehrer praktiziert.
Was spricht denn gegen ein Reflektieren oder Überblick über den Stoff der letzten Stunde? Was wird denn erleichtert, wenn ein Kind den nicht hat und stattdessen am Wochenende oder Wochen später nachlernt? Ist es nicht viel zeitsparender sich am Abend kurz zu erinnern und dafür in der nächsten Stunde direkt Mitdenken und Anknüpfen zu können, als bis zum Nachholen zu warten, mehr Fragezeichen anzusammeln und den hinzukommenden Stoff gar nicht ins Wissensnetzwerk aufnehmen zu können?
Eigentlich gehe ich davon aus, dass ein Kind grundsätzlich den Inhalt der Unterrichtseinheiten versteht, es also maximal einer Auffrischung bedarf. Unverständnis und Fragezeichen kann es sicher mal fachbezogen geben, aber doch nicht in jedem Fach in jeder Stunde?
Und wenn ich ein Kind habe, dem es so schwer fällt mitzukommen, ist dann nicht gleich alles nachzuarbeiten die günstigere Variante vor umfangreichen Freizeitaktivitäten und Mammutlernwochenenden?
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
Diejenigen, die in allen Fächern gleich gut sind, sind wohl immer in der Minderheit gewesen und sind es heute noch. Die meisten Schüler entwickeln über die Schulzeit hinweg bestimmte Stärken in einigen Fächern und haben auch einige Fächer, in denen sie deutlich mehr tun müssen, um auf eine 3 und besser zu kommen. Unabhängig davon festigt sich Wissen zwar durch ständiges Wiederholen, wenn es sich aber nur- und das in allen Fächern- darauf bezieht, den Stoff der letzten Stunden möglichst originalgetreu wiederzugeben, bringt das wenig und führt genau zu den Problemen, die zum schlechten Abschneiden bei PISA führen- Schlussfolgerungen aus dem Erlernten ziehen, das Wissen also umzusetzen, funktioniert so nicht.
Abgesehen davon, dass die Bildungslandschaft in Deutschland so verschieden ist, dass Vergleiche sehr schwer sind. Man kann sich die Skala mal am unteren Ende angucken- in welchem Bundesland verlassen denn wie viele Schüler die Schule ohne HSA- dem ersten anerkannten Abschluss, der eine Ausbildungsreife attestiert . Hier hat Bayern mit 5,1 Prozent zwar den geringsten Wert. Auf Platz 2 findet sich jedoch schon NRW, mit 6,3 Prozent. Ein Bundesland, in dem ein sehr großer Teil der Schüler eine Schulform ( Gesamtschule) besucht, die es in Bayern kaum gibt ( lt Internetseite gibt es in Bayern 3 Gesamtschulen). An der Spitze stehen Thüringen und Sachsen mit deutlich zweistelligen Werten. Zu beachten ist bei dieser Statistik allerdings, dass darunter auch Schüler der Förderschulen L und G fallen, die die Förderschule mit dem Abschluss der Förderschule verlassen- der aber nicht als "ausbildungsqualifizierend" gilt. Wenn man als Minimalziel annimmt, dass möglichst jeder Schüler mindestens den HSA haben soll, wenn er die Schule verlässt, zeigt diese Statistik sehr gut, dass dieses Ziel auch ohne aufbauen von Druck und Zwang zu erreichen ist. Ich finde das Bild, was hinter dem "Die Schule muss die Schüler zum ständigen Lernen zwingen " persönlich unsäglich, hätte das weder für mich noch für meine Töchter gewollt. Das ist doch kein "Prozess", der auf Biegen und Brechen "optimiert" werden muss.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #84Was spricht denn gegen ein Reflektieren oder Überblick über den Stoff der letzten Stunde? Was wird denn erleichtert, wenn ein Kind den nicht hat und stattdessen am Wochenende oder Wochen später nachlernt? Ist es nicht viel zeitsparender sich am Abend kurz zu erinnern und dafür in der nächsten Stunde direkt Mitdenken und Anknüpfen zu können, als bis zum Nachholen zu warten, mehr Fragezeichen anzusammeln und den hinzukommenden Stoff gar nicht ins Wissensnetzwerk aufnehmen zu können?
Nichts. Höchstens das es unrealistisch ist, dass ein Kind das tatsächlich konsequent in jedem Fach tut. Und oft auch wirklich die Zeit dafür gar nicht da ist. Trotzdem spricht gegen diese Forderung grundsätzlich nichts - weiterhin frage ich mich aber, wieso es dafür unagekündigte Tests brauchen soll.
Zitat von Nora im Beitrag #79“Wir schreiben jeden Dienstag einen Test“ geht nicht wegen der Regeln zu „angekündigte Tests dürfen nur unter folgenden Bedingungen…“.
Zitat
Aber grundsätzlich wäre das eine Option.
Ich weiß nicht., welche Regeln es andernorts gibt. Hier ist das möglich, wie gesagt, wird es in der Realschule im Nachbarort auch so praktiziert. Ob "jeden Dienstag" oder "jede Woche" weiß ich nicht genau, vielleicht wird bei Klassenarbeiten auch mal ausgewichen. Ich vermute aber, dass bei uns da auch die Lehrkräfte zu sehr an ihre zeitlichen Grenzen kommen würden, es muss ja alles auch korrigiert werden. Das ist bei einer kleinen Schule machbarer als wenn ein Lehrer in 8 Klassen unterichtet.
Zitat
ZitatUnd zweitens - ich habe oben dargelegt, wieso mir rein zeitlich nicht klar ist, wie das in jedem Fach gehen soll. Die SchülerInnen sind drauf angewiesen, zu priorisieren. Und das Ziel soll doch sein, dass sie Wissen erwerben. Was ist schlechter, wenn sie das terminiert tun? .
Die Quintessenz dieser Aussage ist, daß es SchülerInnen grundsätzlich nicht möglich sein soll, den Stoff, der im Verlauf eines aktuellen Tages vermittelt wurde, in irgendeiner im Gedächtnis verbliebenen - und dann wieder ausspeicherbaren Art - zu verinnerlichen. Das würde aber „Schule“ ad absurdum führen.
Nein. Nur weil es nicht machbar ist, jede Woche jedes Fach nachzubereiten, heißt das nicht, dass es grundsätzlich nicht möglich ist, den Stoff übers Schuljahr zu erlernen. Übrigens musst du nicht so schreien.
Zitat Priorisieren? Ja - für Hauptfächer ist es am wichtigsten, und dann eben „wo ich mieser drin bin“. Natürlich kann was hintenrunter fallen. Fehlt dann aber und muß eigentlich nachgearbeitet werden.
Wird es ja auch. Wenn die KA ansteht. Wobei wir wieder beim Kern wären - häufigere Tests fände ich auch sinnvoller als seltenere. Aber nicht unangekündigt.
ZitatWieso gehst Du davon aus? Deine Ausbildercrew hoffte definitiv, Dir nur einmal was beibringen zu müssen, und daß Du das dann „weißt und kannst“. Bei Profs galt dasselbe Prinzip wie in der Schule - Nur war da rein vom Ablauf und der „Unterrichssystematik“ keine so direkte Rückmeldung möglich.
Schön, dass du dabei warst. Ich war in der Ausbildung sehr gut und habe definitiv alle Anforderungen erfüllt. Mir gig es auch nicht darum, ob man Dinge einmal oder mehrfach erklärt bekommen hat. Sondern dass Ausbildungszeit Lernzeit ist und lernen ist immer ein Prozess und benötigt Zeit und Wiederholung, damit Routine und verfestigtes Wissen entsteht. Und ich finde, Schüler sind da im Status Lernzeit und nicht im Status Job.
Zitat
ZitatUnd in den meisten Jobs ist es völlig legitim, sich in außergewöhnliche Situationen zunächst die Zeit zu nehmen, zu recherchieren.
Außergewöhnliches, richtig. Standardkram hat zu sitzen, oder Du bist nicht gut in dem, was Du tust.
Nichts anderes schrieb ich.
Zitat
ZitatZweitens gibt es wohl wenig Jobs, wo man sich in mehr als 10 Fachbereichen gleichzeitig gut auskennen soll.)
Das ist aber nunmal Aufgabe einer SchülerIn! Und da es „Einser-Schülerinnen“ gibt, und schon immer gab, ist das auch keine unmögliche Forderung. Die, die überall richtig gut sind, sind eben die „richtig guten“. Und andere müssen entweder mehr dafür arbeiten, oder eben Schwerpunkte setzen.
Nora, du verdrehst mir mal wieder die Worte. Ich habe auch nichts davon geschrieben, dass es grundsätzlich zu viel verlangt ist, in allen Fächern den Überblick zu haben. Ist es nicht. Wenn man dich liest, könnte man daraus schließen, ich sei generell dagegen, von Schülern was zu fordren und gegen Leistungserhebungen. Bin ich nicht, ganz im Gegenteil. Ich bin gegen unagekündigte Tests und Abfragen. Und zwar wie gesagt auch nicht deshalb, weil ich selbst unter denen gelitten habe. Sie waren nur einfach selten effektiv und weiterhin verstehe ich die Annahme nicht, dass unangekündigte Tests zu konstanterem Lernen führen sollen als angekündigte. Ich hätte es damals zeitlich vermutlich schaffen können, bei meiner Tochter (die notenmäßig ja auch im vorderen Bereich mitspielt) geht es faktisch nicht, dass man in allen Fächern jede Woche so vorbereitet ist, dass ein Test dann auch ein halbwegs motivierendes Ergebnis bringt. Die Einserschüler auf ganzer Linie sind da ein schlechter Maßstab - bei einem Teil bräuchte es die Leistungserhebung nicht, weil sie tatsächlich alles aus dem Unterricht heraus können oder schon vorher wussten, der andere Teil wäre in unserem Umfeld dann nicht mehr auf Einserniveau, weil eben auch nur durch punktuelles Lernen erarbeitet. (Und da gehe ich sogar mit, dass das vielleicht fairer wäre. Nur rutschen im selben Maße dann auch Durschschnittsschüler ans hintere Ende).
Unangekündigte Tests helfen, wenn keine stündlichen Test stattfinden, eine regelmäßige Wiederholungs-, Erinnerungsroutine zu entwickeln, bzw. auch selbst darauf zu kommen und diese beizubehalten.
Wenn die Zeit nicht fehlt, wieso ist ein abendliches Erinnern an die Schulinhalte für eine bessere Konsolidierung unrealistisch? Das dauert vielleicht 10 Minuten, am besten im Bett anstelle vom Chatten.
Gute Schüler sind meist gut, weil sie ein gutes Gedächtnis haben und/oder sich für die Inhalte interessieren und am Tag noch darüber nachdenken und zu aufkommenden Fragen recherchieren oder/und vorausschauend den Stoff wiederholen und dabei offene Fragen erkennen. Sich an die Tagesinhalte zu erinnern ist die Voraussetzung für eine günstige Vernetzung und ein Mitdenken in der nächsten Stunde.
Erst alles zu vergessen oder gar nicht erst verstanden zu haben und sich drei Wochen später den halben Tag mit Inhalten hinzusetzen, die man schon die letzten drei Wochen nicht verstanden hat, muss doch extrem frustig sein. So sinkt doch die Lust auf Schule und Wissen eher?
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
Zitat von Klemenzia im Beitrag #88Unangekündigte Tests helfen, wenn keine stündlichen Test stattfinden, eine regelmäßige Wiederholungs-, Erinnerungsroutine zu entwickeln, bzw. auch selbst darauf zu kommen und diese beizubehalten.
Angekündigte auch, nur besser.
Zitat Wenn die Zeit nicht fehlt, wieso ist ein abendliches Erinnern an die Schulinhalte für eine bessere Konsolidierung unrealistisch? Das dauert vielleicht 10 Minuten, am besten im Bett anstelle vom Chatten.
Wie, wenn die Zeit nicht fehlt? Sie fehlt ja aber? Nicht generell, aber dafür, alle Fächer abzudecken. Ich muss übrigens immer schmunzeln, wie viele Dinge man "nur 10 min" täglich tun soll. Übrigens hab ich ja keine Problemschülerin, im Gegenteil. Und bei uns gibt es auch keine unangekündigten Tests. Ich wettere also gar nicht gegen ein bestehendes Problem, ich beziehe mich weiterhin auf das Ausgangsposting und hinterfrage, wieso die Vorstellung, dass unangekündigte Tests wegfallen könnten, direkt zur Annahme führt, dass Schüler dann weniger leisten. Meine Kinder chatten im Bett übrigens nicht - aber sich noch im Bett mit Schulkram zu beschäftigen, davon würde ich ihnen auch dringend abraten.
ZitatErst alles zu vergessen oder gar nicht erst verstanden zu haben und sich drei Wochen später den halben Tag mit Inhalten hinzusetzen, die man schon die letzten drei Wochen nicht verstanden hat, muss doch extrem frustig sein. So sinkt doch die Lust auf Schule und Wissen eher?
Es geht nicht um vergessen oder nicht verstehen. Aber beim Vorbereiten auf einen angekündigten Test darf aus begreifen und passivem Wissen anwenden und aktives Wissen werden. Das ist ein großer Unterschied.
Du schriebst oben, dass die Zeit nicht fehlt. Unangekündigte Test helfen, wenn keine regelmäßigen Tests stattfinden, besser, weil sie die Option auf eine Abrage jederzeit enthalten.
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Konsolidierung funktioniert sogar besonders gut, wenn es nach dem Erinnern keinen besonders ablenkenden Input mehr gibt.
Meiner Erfahrung nach, setzt das Begreifen eben gerade durch erneute Auseinandersetzung, Fragen die dabei in anderem Kontext aufkommen, ein. Das Drübergucken mit passivem auswendig Lernen gleichzusetzen, trifft den Prozess meines Erachtens nicht. Es bilden sich mehr Assoziationen als bei einem genervten Vorbereiten auf die nächste Arbeit unter Zeitdruck.
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
Ich bin hier aber raus - bei uns läuft es ja so, wie ich es gut finde, bis auf dass ich mir in einigen Fächern häufigere Tests wünschen würde. Bei uns spielt übrigens auch die mündliche Note eine meist große Rolle, an Noten fehlt es also trotzdem nicht und auch ohne Abfrage bekommt da ja ein Lehrer mit, ob ein Schüler schwimmt, interessiert oder desinteressiert ist, ob Basics fehlen etc.
Ich wollte einfach nur die Eingangsfrage beantworten und darstellen, dass der „Stegreif“ nicht das entscheidende Element ist.
Ich bin ja in bis zur 8. Klasse in der DDR zur Schule gegangen. Unsere Mathelehrerin hatte damals ein System, was sich tägliche Übungen nannte Am Anfang jeder Stunde gab es ein paar Aufgaben dieeingesammelt und bepunktet wurden, dauerte vielleicht 10 Minuten. Aus 5 dieser Tests wurde der Notendurchschnitt berechnet der dann eine Note ergab. Kein schlechtes System aber viel Arbeit für die Lehrerin
Zitat von Stina im Beitrag #87 Ich vermute aber, dass bei uns da auch die Lehrkräfte zu sehr an ihre zeitlichen Grenzen kommen würden, es muss ja alles auch korrigiert werden. Das ist bei einer kleinen Schule machbarer als wenn ein Lehrer in 8 Klassen unterichtet.
An normalgroßen Schulen ist diese Klassen-Menge üblich. Mir ist es immer noch ein Rätsel, wieso heutige Lehrkräfte mit 2 Arbeiten je Klasse und Halbjahr an der Kapazitätsgrenze hängen, Es die Lehrkräfte vor 30, 40 Jahren aber offensichtlich problemlos schafften, bis zu 5 Klassenarbeiten pro Hauptfach und Klasse zu korrigieren (5te Klasse Gymnasium… in der Oberstufe waren es immer noch 3). Da ist irgendwas Krudes passiert…
Zitat
ZitatUnd zweitens - ich habe oben dargelegt, wieso mir rein zeitlich nicht klar ist, wie das in jedem Fach gehen soll. Die SchülerInnen sind drauf angewiesen, zu priorisieren. Und das Ziel soll doch sein, dass sie Wissen erwerben. Was ist schlechter, wenn sie das terminiert tun? .
Die Quintessenz dieser Aussage ist, daß es SchülerInnen grundsätzlich nicht möglich sein soll, den Stoff, der im Verlauf eines aktuellen Tages vermittelt wurde, in irgendeiner im Gedächtnis verbliebenen - und dann wieder ausspeicherbaren Art - zu verinnerlichen. Das würde aber „Schule“ ad absurdum führen.
ZitatNein. Nur weil es nicht machbar ist, jede Woche jedes Fach nachzubereiten, heißt das nicht, dass es grundsätzlich nicht möglich ist, den Stoff übers Schuljahr zu erlernen.
Das was Du da postilierst, mit „nicht in der Woche, nur übers Schuljahr“ ist für mich das Absurde. Wieso soll das „nicht möglich sein“? Was verhindert diese Lerntechnik?
ZitatWird es ja auch. Wenn die KA ansteht.
Wie Klemenzia schon schrieb… Ich halte es für sehr sinnfrei, erst mal mit Halbwissens rumzuirren, und dann auf den Punkt bulkzulernen, und nachzuerarbeiten. Das nenne ich verschwendete Lebenszeit - Vor allem: Das hilft dem Kind auch nicht, sich in den Stunden dazwischen sicher zu fühlen, und Punkte in der Mitarbeit zu sammeln. Denn wer weiß, daß sie nix weiß, arbeitet nicht mit, und hofft, daß sie nicht drankommt.
Sowohl für Azubis als auch für SchülerInnen ist der Job LERNEN. Das hat dieselbe Wertigkeit und Verpflichtung.
Zitat
ZitatZweitens gibt es wohl wenig Jobs, wo man sich in mehr als 10 Fachbereichen gleichzeitig gut auskennen soll.)
Das ist aber nunmal Aufgabe einer SchülerIn! Und da es „Einser-Schülerinnen“ gibt, und schon immer gab, ist das auch keine unmögliche Forderung. Die, die überall richtig gut sind, sind eben die „richtig guten“. Und andere müssen entweder mehr dafür arbeiten, oder eben Schwerpunkte setzen.
Nora, du verdrehst mir mal wieder die Worte. Ich habe auch nichts davon geschrieben, dass es grundsätzlich zu viel verlangt ist, in allen Fächern den Überblick zu haben. Ist es nicht.[/quote]Doch, das hast Du mehrfach. Du schreibst, es sei nicht möglich, das in der Woche mitzuhalten und auch „ Zweitens gibt es wohl wenig Jobs, wo man sich in mehr als 10 Fachbereichen gleichzeitig gut auskennen soll.“
ZitatIch hätte es damals zeitlich vermutlich schaffen können, bei meiner Tochter (die notenmäßig ja auch im vorderen Bereich mitspielt) geht es faktisch nicht, dass man in allen Fächern jede Woche so vorbereitet ist, dass ein Test dann auch ein halbwegs motivierendes Ergebnis bringt.
Warum ist das bei Deiner Tochter nicht möglich, aber war es bei Dir aber schon? Was ist in ihrem Leben so anders? Vielleicht verstehst Du auch falsch, was so ein adhoc-Test sein soll - kein elaborates Ausarbeiten von irgendwas in epischer Breite, sondern 2, 3 kurze Fragen, eine Rechenaufgabe, 10 Vokabeln… eben „das was wir in der letzten Stunde gemacht haben“.
Zitatder andere Teil wäre in unserem Umfeld dann nicht mehr auf Einserniveau, Nur rutschen im selben Maße dann auch Durschschnittsschüler ans hintere Ende).
Die wären eher allgemein weiter oben, wenn eben Bulimielernen durch solides Wissen ersetzt würde.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #95Warum ist das bei Deiner Tochter nicht möglich, aber war es bei Dir aber schon?
Ich war zwar nicht angesprochen, antworte aber mal, da es bei uns genauso ist. Meine Kinder leben ein ganz anderes Leben als ich. Sie sind viel länger in der Schule; essen dort, machen dort Hausaufgaben. Wenn sie am späten Nachmittag nach Haus kommen sind sie zum einen platt, zum anderen müssen in die verbleibende Zeit noch die Hobbys reingequetscht werden. Sprich: mein Sohn ist nachmittags nicht mehr aufnahmefähig, meine Tochter noch unterwegs (sie hätte allerdings eh kein Problem mit Stegreifaufgaben).
Ich hingegen bin in kompletter Langeweile aufgewachsen, nach der Grundschule war ich mittags zu Hause, nach der weiterführenden nachmittags, da hätte ich alle Zeit der Welt gehabt - denn es gab nichts anderes zu tun. Kein Schwimmkurs, keine Freunde in erreichbarer Nähe, 20min Musikunterricht pro Woche in unserem Wohnzimmer, keine weitere Hobbys, weil da nichts war.
Die zwei, drei kurzen Fragen sollten sie jedoch auch ohne Vorbereitung zurechtkommen. Das fände ich gut.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Ich war in zwei verschiedenen Bundesländern in der Schule, darunter Bayern mit diesen Extemporalen. Wie Pia und Stina sehe ich, dass das Schulleben meiner Kinder sich erheblich unterscheidet von meinem eigenen, sowohl von den Zeiten, als auch von den Inhalten und den Lehrmethoden. Einiges finde ich besser, einiges schlechter.
Das, was angeblich durch die Exen geübt werden soll, kann meiner Meinung nach auch anders gut geübt werden, und das, was durch das „Unangekündigte“ erreicht wird, ist meiner Erfahrung nach eher negativ (Druck, Stress, Angst) oder kann auch anders erreicht werden. In meiner bayerischen Zeit wurden z.B. in Fächern wie Wirtschaft&Recht, Erdkunde etc. öfter Exen geschrieben, aber an angekündigte Tests in den Fächern kann ich mich eigentlich nicht erinnern, jedenfalls nicht in der Mittelstufe.
Meine Kinder schreiben in den Fremdsprachen wöchentliche Vokabltests, und auch sonst mal angekündigte Kurztests, um z.B. am Ende eines Themas zu überprüfen, was verstaenden wurde. Einige Lehrer fangen die Stunden auch damit an, den Stoff der letzten Woche ueber 1-3 SchuelerInnen abzufragen und dafuer eine mündliche Note zu vergeben. Das finde ich ok, die Kinder stellen sich darauf ein und schauen halt vor der Stunde nochmal ins Heft. Noch besser finde ich, wenn zu Beginn der Stunde ein bis zwei Schülerinnen ihre Hausaufgaben vorstellen und mit der Klasse diskutieren. Damit wird sichergestellt, dass sie Gelerntes auch Anwenden koennen, und im Gespraech koennen sich dann alle einbringen.
Ich finde, hier gab es ganz gute Ideen fuer das regelmäßige Abfragen von Wissen - mir ist auch im Rückblick auf meine eigene Schulzeit nicht so ganz klar, was nun eigentlich der einmalige Vorteil der schriftlichen, unangekündigten Stehgreifaufgabe ist, den man nicht durch andere Pruefungsformen auch erreichen koennte.
Ich war in den meisten Fächern eine mittelmäßige Schülerin und Exen haben mir nicht die Schullaufbahn versaut. Aber ich habe sie gehasst, sie erzeugten Druck und Stress und eigentlich haben sie nur dazu geführt, dass man in der Pause vor der Stunde panisch versucht hat, den Hefteintrag auswendig zu lernen.
Wie ich oben schon schrieb, wenn en Kind Schwierigkeiten hat, sich die Haltevom Tag zu merken, wäre es villeicht im Sinne der Lernfreude und der Erfolgserlebnisse hilfreicher, nicht täglich AGS bis 20 Uhr einzuplanen, sondern etwas seit zur Erinnerung einzurichten. Sonst müssen für Vorbereitungen von Arbeiten ja noch größere Zeitspannen eingeplant werden.
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
Also, wenn Lernen der Job eines Schülers ist, dann müssten folgerichtig solche unangekündigten Tests erst in Klasse 10 beginnen- da werden Schüler erst das erforderliche Mindestalter für eine Berufsausbildung haben werden. Augenscheinlich beginnen diese Stehgreifaufgaben aber früher. Und: An der hiesigen Gesamtschule sind 1700 Schüler in den Klassen 5 bis 13. Für diese Schüler gibt es exakt 2 Lehrer im Fachbereich NW, die bei einer stundentafel mit 39 Stunden alle Klassen in diesen Fächern unterrichten. Das ist auch die Erklärung dafür, warum "mehr Korrekturen, mehr Tests " nicht drin sind.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #98Wie ich oben schon schrieb, wenn en Kind Schwierigkeiten hat, sich die Haltevom Tag zu merken, wäre es villeicht im Sinne der Lernfreude und der Erfolgserlebnisse hilfreicher, nicht täglich AGS bis 20 Uhr einzuplanen, sondern etwas seit zur Erinnerung einzurichten. Sonst müssen für Vorbereitungen von Arbeiten ja noch größere Zeitspannen eingeplant werden.
Aber die Kinder haben ja nicht täglich alle Fächer. Bis z.B. meine Kinder wieder Englisch haben, vergehen 3 Tage mit x anderen Fächern. Da ist das Kurzzeitgedaechtnis schon wieder voll mit anderen Dingen.