Zitat von just me im Beitrag #1Die bayerische Kultusministerin Stolz möchte darüber zumindest diskutieren, Söder ist dagegen. Ich auch, auch wenn ich nicht maßgeblich bin. Die Schüler sollen schließlich grundsätzlich bei der Sache bleiben, sich mit den Lerninhalten auseinandersetzen und gut mitarbeiten. Dann verlieren die Exen ihren Schrecken - aus eigener Erfahrung. Ich sehe es generell so, dass von den Schülern immer weniger verlangt wird und wohin das führt, macht Pisa deutlich.
Zitat von noBarbie im Beitrag #11Was für ein Tausendsassa, der Söder. Nicht nur Experte für Bratwürste und Linguistik, sondern auch noch für schulische Bildung.
Aus dem verlinkten Artikel: Unterstützung bekam der Antrag von vielen Organisationen und Experten – vom Forum Bildungspolitik in Bayern bis zur Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Studien legen in der Tat nahe, dass Exen keinen höheren Lernerfolg erbringen. Deshalb ist die Stegreifaufgabe in vielen deutschen Bundesländern bereits abgeschafft oder ein Auslaufmodell. Hervorhebung von mir.
Kein besonderer Lernerfolg, aber Druck, Stress und Angst. Johanna Haarer wäre begeistert.
Söder ist aber mehrfacher Vater ... und kennt das bayer. Schulsystem und das Thema "Stegreifaufgaben" nicht nur aus seiner eigenen Schulzeit!
1. Hier geht es nicht um Grundschulen und die dort geschriebenen Proben... sondern es geht um eine bestimmte Art der schriftlichen Notenerhebung an den weiterführenden Schulen!
Denn während der Grundschulzeit schreiben die Kinder in Bayern keine Extemporalen = Stegreifaufgaben oder Schulaufgaben und schon gar keine Klausuren... sie schreiben sog. "Proben" .. fest vorgeschrieben war zu Schulzeit meiner Kinder, dass man diese von Klasse 1 bis 3 alle unangekündigt schreibt und in Klasse 4 aber alle angekündigt.
2. Extemporalen ( Stegreifaufgaben) sind also nicht vor Klasse 5 zu erwarten... und jene schriftlichen Test sind schriftliche Kurzarbeiten und dauern in der Regel 20 bis ca. 30 Minuten ( in der Unterstufe). Sie umfassen den Stoff der letzten beiden Unterrichtseinheiten und selbstverständlich auch immer ein "Grundwissen" ... und gehen nur einfach gewichtet in die Notengebung ein ... Schulaufgaben zählen z.B. doppelt.
3. Stegreifaufgaben empfinden Schüler oft als Strafe und als Dauerbedrohung... denn das kann jederzeit passieren ... und gerade schlechte Schüler haben am meisten Angst vor ihnen, denn diese Kurzarbeiten reißen viele Schüler oft rein, weil man damit seine mündliche Leistungen in der Regel verschlechtert! Viele Schüler verbessern sich durch ihre mündlichen Leistungen ... dieser Schnitt wird ihnen durch eine schriftliche Arbeit aber eben evtl. schnell mal verhagelt. Exen sind recht oft "das Zünglein an der Wage" zu Versetzt werden, oder eben auch nicht ... das was notentechnisch nach dem Komma kommt.
4. Schüler finden es ungerecht, in ihrem Bundesland so etwas an der Tagesordnung ist und andere ja auch zum Abitur oder zur mittleren Reife kommen, ohne je mit Stegreifaufgaben konfrontiert worden zu sein. Sie sehen das als Nachteil und argumentieren, dass man sie damit ungerecht benachteiligt ... Zeugnisnoten sollten vergleichbar sein, ähnlich entstehen ... Schulabschlüsse sollten nicht in einem Bundesland schwerer zu erwerben sein, als in anderen ...
5. Stegreifaufgaben eignen sich eigentlich nur für die Standartunterrichtsform "Frontalunterricht", denn nur der garantiert, dass alle Schüler zu einer bestimmten Schulstunde, den gleichen Stoff der beiden Schulstunden vorher vorbereitet haben und parat haben müssen ... das klappt also nie in modernen Konzepten, wo alle unterschiedliche Inhalte im eigenen Lerntempo abarbeiten. Sie müssen ja alle auf dem selben Stand sein und in der Regel auch die selbe Hausaufgabe erledigt haben ...
6. Es besteht zwar ein Konsens, das Extemporalen unangekündigt geschrieben werden, aber nicht alle Lehrer halten sich immer dran. Auch das kann man negativ sehen, weil manche eben immer reinrasseln und es nicht ahnen, wann die kleine Leistungskontrolle nun geschrieben wird ... und andere es aber genau wissen. Schüler kritisieren die "Willkürlichkeit"!
und weil das eben so ist, wundert es mich nicht groß, das man das diskutiert und hier im Forum so kontrovers diskutiert wird.
Zitat von Wolkenschaf im Beitrag #44 Gibt es bei euch keine Stundenpläne mir. Also hier steht fest ob man Dienstag morgens Mathe oder Englisch macht
Nein. Wir wissen, wann Sport und Religion ist, davon ab sind alle anderen Stunden Klassenlehrerstunden, innerhalb derer munter verteilt werden kann.
Ob unangekündigte Kurztests funktionieren, hängt vermutlich sehr vom Kind, vom Lernumfeld, vom Notendruck ab.
Kindern, die in der Schule gut mitmachen, aber zu Hause wenig tun, tut man damit vermutlich einen Gefallen. Die, die die Zuhausearbeit benötigen, damit sich Themen festigen, müssten jedoch auf jeden dieser Tests lernen, mit entsprechend viel Arbeit und Stress, zumindest, wenn hoher Notendruck da ist.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Zitat von London im Beitrag #51Sie umfassen den Stoff der letzten beiden Unterrichtseinheiten und selbstverständlich auch immer ein "Grundwissen" ... und gehen nur einfach gewichtet in die Notengebung ein ... Schulaufgaben zählen z.B. doppelt.
Das ist doch eigentlich ganz gut. Denn das heißt ja, dass es ausreicht, gut mitgemacht zu haben, dann hat man das ja normalerweise noch im Gedächtnis. Und es ist ein Ansporn, die letzte Unterrichtseinheit zumindest noch einmal zu überfliegen. Dass sich gute Schüler damit leichter tun als schlechtere, liegt auf der Hand. Mich wundert allerdings, dass das nicht zu besserem Wissen führen soll (irgendwer hätte das verlinkt), ich hätte mir da schon einen gewissen Lernerfolg erwartet.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
In der Praxis haben in Bayern diejenigen Schüler in den Exen einen Vorteil, die jeden zuverlässig Tag Hausaufgaben machen und dabei eben auch einer gewissen Kontrolle unterliegen und Unterstützung haben... diejenigen, denen also jemand zuverlässig Vokabeln abfragt, die Hefte korrigiert und den Mathe auf 3 Arten erklären kann ...
Schüler, die in Ruhe in einer 1 : 1 Situation an jedem Schultagtag alle Inhalte für morgen mit einem Erwachsenen nochmal durchgehen, dem dann doch sofort auffällt, wenn was falsch gemacht wird und der Erfahrung mit dem Stoff hat und weiß, worauf Wert gelegt wird und was dazu verstanden sein muss.
Eltern von 5. oder 6.Klässlern wissen oft zuverlässiger, wann die nächste Ex kommen wird ... Geschwisterkinder haben auch diverse Vorteile.
Hätte ich heute noch einen 5.Klässler, könnte der mit Hilfe einer App die alten Exen seiner älteren Geschwister immer wieder neu bearbeiten und so Routine gewinnen ???
Das "Exensystem" zementiert halt auch zu einem gewissen Teil den Lernerfolg, der aus dem Elternhaus stammt ... denn es baut immer auf den schriftlichen und mündlichen Hausaufgaben mit auf!
Soweit ich informiert bin, fallen jene Exen am schlechten aus, bei dem man jungen Schülern sagt: "wiederholt alleine und selbständig den Stoff, so wie ihr meint ... Hausaufgabe "Lernen".
Zitat von London im Beitrag #54könnte der mit Hilfe einer App die alten Exen seiner älteren Geschwister immer wieder neu bearbeiten
Den Zusatzaufwand wäre es mir nicht wert. Irgendwo muss ja auch die Zeit für diese Übungen herkommen, bei unserer Sechstklässlerin wäre die definitiv nicht vorhanden.
Zitat von London im Beitrag #54wiederholt alleine und selbständig den Stoff, so wie ihr meint ... Hausaufgabe "Lernen".
Ja, das führt zu Ungleichheit durch Elternmitwirkung. Lässt sich aber sehr leicht beheben: kleine Nachricht an die Schüler: "Thema x und y werden behandelt. Ihr solltet das auf dem Niveau von Aufgabe 5 Kap 3 können. Wer noch Übung benötigt, kann zu x die Aufgaben 2 und 3, zu y die Aufgaben 12 -14, S. 57 bearbeiten."
Das klappt gut, damit haben auch die Kinder, deren Eltern nicht unterstützen (können) eine Chance.
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Zitat von Pia im Beitrag #52Die, die die Zuhausearbeit benötigen, damit sich Themen festigen, müssten jedoch auf jeden dieser Tests lernen, mit entsprechend viel Arbeit und Stress, zumindest, wenn hoher Notendruck da ist.
Richtet sich nicht direkt als „Antwort an Dich“, Pia, aber an Die Idee die Du damit darstellst, und die viele SchülerInnen und Eltern haben.
Eigentlich soll das vermittelte Wissen von Stunde X in der Stunde X+1 vorhanden sein. Und wenn ich weiß, daß es das nicht ist, beschäftige ich mich halt besser nochmal damit, egal ob Hausaufgaben dazu oder nicht. Dann entfallen auch „Büffelarien“ vor den diversen curricularen Leistungsnachweisen.
Die Existenz von unangekündigten Minitests - dieser Zwang zur „permanenten Testbereitschaft“ - soll die SchülerInnen quasi dahinführen, immer vorbereitet zu sein. Eigentlich eine gute Idee. Ist aber irgendwie unbequemer, ständig etwas tun zu müssen, als „Blasenlernen“ - das sah ich als Schülerin genauso…
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Dieser Hinweis darf in der klassischen Stegreifaufgabensituation aber doch gar nicht gegebene werden... den jene schreibt man bekanntlich ja "unangekündigt". Es soll und darf also nicht kommuniziert werden, dass das nächste Stunde ein bestimmter Schulstoff dann in einer schriftlichen Prüfungssituation relevant ist und man diesen besonders gut vorbereiten sollte.
Und Hausaufgaben... sollen ja bekanntlich ebenso abgeschafft werden...
Ich pers. kann beitragen ich hatte es in diesem Jahrtausend eben auch noch mit keiner schulischen Betreuung oder Hortsituation in Bayern zu tun, wo man die Hausaufgabenbetreuung auf ein Level erhoben hätte, dass Kinder zuverlässig angehalten würden, die Hausaufgaben komplett und fehlerfrei zu erledigen, die verpflichtend aufgegeben werden ...freiwillige zusätzliche Aufgaben also mal komplett außen vor.
Und. so wirklich niemand sieht sich in Nachmittagsbetreuungen in der Verantwortung, Schulkindern die Hausaufgaben zu kontrollieren und da die gemachten Fehler mir dem Kind durchzusprechen und das anschließend aus der Welt zu schaffen ???
Das mach in der Regel Eltern... bezahlte Nachhilfe... private AuPairs, die für jenen Zweck engagiert werden ...
Von daher, sind das für mich eher die üblichen Schulthemen die den Mittelschichtskindern den schulischen Erfolg mit garantieren können ... weil die da bessere Voraussetzungen vorfinden als andere Kinder. Polit. so gewollt ... von den akademisch geprägten Elternhäusern ebenfalls so gewollt ... und ja, diesen Kindern nutzt das ... die kommen damit klar!
Nutzen für Kinder, die neben der Schule das passende Lernumfeld haben ...
Gut, die Freiarbeitsstunden in der Schule unserer Damen wurde ja -da im Stundenplan eingearbeitet- während der "normalen" Unterrichtszeit erledigt. Da fiel, auch wenn der aufsichtführende Lehrer vielleicht eigentlich ein sprachliches Fach unterrichtet, schon auf, dass Schüler X in Mathe oder NW ( Naturwissenschaften) grundsätzlich (mehr) Probleme hat.
Auf mich wirkt dieses "Exen" System eher als "Halte die Schüler ständig unter Spannung ", was ich unangenehm finde.
Zitat von London im Beitrag #57Und Hausaufgaben... sollen ja bekanntlich ebenso abgeschafft werden...
Genau, weil, Übung hilft ja nicht, Wissen und Fähigkeiten zu verfestigen 🤦🏻♀️🤦🏻♀️🤦🏻♀️
ZitatIch pers. kann beitragen ich hatte es in diesem Jahrtausend eben auch noch mit keiner schulischen Betreuung oder Hortsituation in Bayern zu tun, wo man die Hausaufgabenbetreuung auf ein Level erhoben hätte, dass Kinder zuverlässig angehalten würden, die Hausaufgaben komplett und fehlerfrei zu erledigen, die verpflichtend aufgegeben werden ...freiwillige zusätzliche Aufgaben also mal komplett außen vor. Und. so wirklich niemand sieht sich in der Verantwortung, Hortkindern die Hausaufgaben zu kontrollieren und da die gemachten Fehler mir dem Kind durchzusprechen und das anschließend aus der Welt zu schaffen ...
Korrekte Situationsbeschreibung. Kann frau nur sagen…
Finde den Fehler!
ZitatVon daher, sind das für mich eher die üblichen Schulthemen die den Mittelschichtskindern den schulischen Erfolg mit garantieren können ... weil die da bessere Voraussetzungen vorfinden als andere Kinder. Polit. so gewollt ... von den akademisch geprägten Elternhäusern ebenfalls so gewollt ... und ja, diesen Kindern nutzt das ... die kommen damit klar! Nutzen für Kinder, die neben der Schule das passende Lernumfeld haben ...
Und damit kommen wir zum Kern der Sache.
Wenn die Schule nicht die Kinder zum Lernen ZWINGT, Indem sie ganz klar macht, was zu leisten ist, um eben die Notenerwartungen zu erfüllen, tut sie denen, denen das „Weichspülen“ helfen soll, in Wirklichkeit den größten Fehler an.
Die „bildunsproblematischen“ wissen nämlich garnicht, wie Wissen erworben wird. Warum diesen Kindern eben nicht deutlich klarmachen „Jeden Tag sich den Stoff des Tages ansehen“, als Pflichaufgabe, und dazu als als Pflichtaufgabe etwas üben? Was ist falsch an dieser Anforderung? Dann hätte das KIND wenigstens die Chance, selbst etwas zu tun, ohne eben Erwartungen nicht erfüllen zu können, weil es die es garnicht kennt - und die ihm eben auch niemand zuhause nahebringt/nahebringen kann - wie aber in „Akademikerhaushalten“ möglich.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von SASAPI im Beitrag #58Auf mich wirkt dieses "Exen" System eher als "Halte die Schüler ständig unter Spannung ", was ich unangenehm finde.
Das ist es auch. Aber ich finde das nicht falsch - Schule hat nun mal hauptsächlich einen anderen Zweck als „nur“ sozialer Anker- und Entwicklungspunkt der Schüler zu sein.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
weil diese Exen samt ihrer ganzen 5er die Kinder gar nicht wirklich dazu zwingt, mit dem Lernen zu beginnen?
Und weil das bayer. Schulsystem darauf ausgelegt ist, das gar nicht alle gut sein sollen und auch nicht alle bestehen, weil gar kein Interesse daran besteht, alle zum Abitur zu führen? Lehrer wollen gar nicht, dass alle gut oder sehr gut sind... es muss und soll eigentlich auch immer diejenigen geben, die dann auch miese Noten bekommen ... Man hält den 5er für ebenso "normal", wie alle anderen Noten im Schulbetrieb... "Mangelhaft" ist auch ein zu erwartendes Resultat und Ergebnis für Schüler in allen Klassen.
Niemand lernt aus der verhauten Ex nun wirklich, wie er sich selbst Inhalte besser erarbeitet und wo mehr Disziplin oder Konzentration sinnvoll wäre ... die schlechte Note ist existent und Lücken bleiben bestehen ...
sorry, aber es ist ja nun nicht so, dass irgendwer als Konsequenz nun dann anfängt, einem Schulkind speziell irgendwas beizubringen ... anders machen zu lassen ... das Kind wurschtelt doch nach jenen geschriebenen Exen ganz genauso weiter, wie bis dato ... solange bis es ausreichend schlechte Noten geschrieben hat und von der weiterführenden Schule fliegt.
Denn es ist doch nicht so, dass eine Note dann bedeutet: mir geht ein Licht auf, ich verändere mich und mein verhalten komplett und arbeite alleine und ohne Hilfe die Grammatik aus dem 2. Halbjahr 6. Klasse auf.
Selbst wenn ein Kind dann meint, ab jetzt mache ich immer alle Hausaufgaben... fragt sich doch weiterhin, kann es das alleine ... und was wäre denn zusätzlich sinnvoll ... und wer übernimmt die Verantwortung, schafft Erfolgserlebnisse beim Lernen?
Damit es gerade nicht dazu kommt, dass ein Kind den Stoff des gesamten ersten Halbjahres nachlernt, gibt es gerade Exen. Optimalerweise könnte man am Beginn jeder Stunde eine Ex schreiben, dann passt der Begriff nicht mehr, aber es wird klar, worum es geht.... vorher kann man Fragen stellen usw.
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
Nicht nur in Bayern hab ich das Gefühl, von sehr vielen Eltern wird das Abitur als der alleine seelig machende Schulabschluss gesehen. Die Kinder werden in der vierten Klasse auf Teufel komm raus zum Übertritt vorbereitet, ohne dass vielen bewusst ist, dass die Arbeit im Gymnasium dann erst anfängt. Wie weit soll das Niveau denn noch abgesenkt werden, damit möglichst jedes Kind Abitur machen kann? Das geht doch gar nicht. Und inzwischen ist das Schulsystem in Deutschland doch so durchlässig, dass auch Spätzünder die Chance haben, auf Umwegen zum Abitur zu kommen
Jemand, der ständig "unter Druck "steht, weil er ständig auf einen -wie auch immer man das nun nennt- Test gefasst sein muss, der ihm vielleicht die Note verhagelt, der lernt garantiert nicht mehr darüber, wie er -für sich, individuell- Dinge, die er nicht verstanden hat, aufarbeiten kann, wie er Lernstoff persönlich am besten einübt und vertieft. Bestenfalls kommt dabei perfektes "Bulimie Lernen" heraus, was gerade zu den schlechten Ergebnissen bei PISA führt. Und was hat jemand, der am Ende nach 13 Jahren unter solchen Verhältnissen zum Abitur kam, am Ende davon? Er rangelt sich mit anderen Abiturienten, die ein "weichgespültes" Schulsystem hinter sich hat oder gar über Umwege zum Abitur kam, wegen Zehntelnoten um Studienplätze. Super Idee. Am Ende zählt nur der Schnitt. Nicht wie hart und steinig der Weg war.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #62Damit es gerade nicht dazu kommt, dass ein Kind den Stoff des gesamten ersten Halbjahres nachlernt, gibt es gerade Exen. Optimalerweise könnte man am Beginn jeder Stunde eine Ex schreiben, dann passt der Begriff nicht mehr, aber es wird klar, worum es geht.... vorher kann man Fragen stellen usw.
Aber warum muss man denn ständig kontrollieren, ob ein Schüler dem Unterricht wirklich folgt oder schläft, Hausaufgaben macht oder nicht? Es scheint massenweise Lehrer zu geben, die sowas auch ohne ständige Testerei merken, gibt ja genügend Bundesländer, die ohne so ein System auskommen.
Bei meinen Großen läuft das in Mathe und Chemie so...da wissen alle, dass es sich lohnt zu wissen was dran war...
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
Für mich wird hier vor allem ständig plausibel die Frage bewantwortet, wieso häufige Leistungskontrollen sinnvoll sind. Wo ich voll mitgehe. Aber nie die, wieso dies unangekündigt geschehen sollte?
Zitat von Klemenzia im Beitrag #62Optimalerweise könnte man am Beginn jeder Stunde eine Ex schreiben, dann passt der Begriff nicht mehr, aber es wird klar, worum es geht....
Das wäre super. 5-10 min knackig den Stoff der letzten Stunde abgefragt. Wäre viel sinnvoller als vieles andere. Kostet aber auch Zeit. Bei 45min Stunden vermutlich zu viel.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Und müssten auch nicht benotet werden, weil sie ja nur dazu dienen, festzustellen, ob der Stoff sitzt. Müsste dann aber auch gleich korrigiert werden. Vermutlich unrealistisch.
Warum es unangekündigt sein müsste, weiß ich nicht, Stina.
Seit Jahrzehnten beobachten alle, wie die Gesellschaft immer mehr Risse bekommt, und keiner kittet sie. Da darf man sich nicht wundern, wenn sie schließlich zerbricht. (Views, Marc-Uwe Kling)
Im Prinzip würde dafür eine superkurze Multiple Choice Abfrage ausreichen. 5min, 10 Fragen. Könnte man auf dem Tablet sogar instantan korrigieren lassen. Es geht ja im Gegensatz zur echten Klassenarbeit gerade nicht darum, dass der Schüler komplexe Zusammenhänge seitenlang erörtert, sondern nur um ein Abprüfen, ob der Stoff der letzten Stunde sitzt. Und wenn der Lehrer 80% Fehlerquote in Aufgabe 7 sieht, weiß er auch gleich, was noch einmal wiederholt werden müsste.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Zitat von Stina im Beitrag #67Für mich wird hier vor allem ständig plausibel die Frage bewantwortet, wieso häugfige Leistungskontrollen sinnvoll sind. Wo ich voll mitgehe: Aber nie die, wieso dies unangekündigt geschehen sollte?
Das wurde beantwortet? Damit permanent klar ist „konstantes Lernen wird erwartet“, nicht „auf den Punkt reinbolzen“.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #62Optimalerweise könnte man am Beginn jeder Stunde eine Ex schreiben, dann passt der Begriff nicht mehr, aber es wird klar, worum es geht....
Das wäre super. 5-10 min knackig den Stoff der letzten Stunde abgefragt. Wäre viel sinnvoller als vieles andere.
Beim Abfragen „erwischt“ es einzelne Schüler - damit ist für die Lehrkraft lediglich klar, ob Susi es verstanden hat, oder ob Peter seine Vokabeln gelernt hat. Exen sind gerechter, weil eben für alle - und auch sinnvolker, weil lehrkraft weiß, ob „die Klasse“ es verstanden hat.
ZitatKostet aber auch Zeit. Bei 45min Stunden vermutlich zu viel.
Wäre aber echt gut investiert… Wenn entsprechend Lücken nochmal adressiert werden.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #62Optimalerweise könnte man am Beginn jeder Stunde eine Ex schreiben, dann passt der Begriff nicht mehr, aber es wird klar, worum es geht....
Das wäre super. 5-10 min knackig den Stoff der letzten Stunde abgefragt. Wäre viel sinnvoller als vieles andere. Kostet aber auch Zeit. Bei 45min Stunden vermutlich zu viel.
ja, aber exakt das findet in Bayern ja zusätzlich am Anfang von vielen Unterrichtsstunden statt.. 1 oder 2 Schüler werden abgefragt... und dabei wird auch allen Schülern klar, ob sie nun die Fragen beantworten könnten.. oder nicht. Selbstverständlich sind Abfragen auch unangekündigt ... also keiner weiß genau, wann er dran kommt, jeder kann immer spontan abgefragt werden! Tag für Tag ... auch an Schulaufgaben- und Klausurentagen. Abfrage einzelner.. oder eben Ex für alle! Kein großer Unterschied, außer dass eben oft die Zeit fürs Schreiben wegfällt.
Das sind dann die echten "mündlichen Noten ...
Multiple Choice Ankreuztests kenne ich aus Bayern übrigens gar nicht... das findet hier kaum statt in den Schulen! sorry, aber die würde ich auch nicht einführen wollen, denn damit kann man ja oft per Ausschlussverfahren und Raten ganz ordentliche Ergebnisse erzielen ...
Zitat von Stina im Beitrag #67Für mich wird hier vor allem ständig plausibel die Frage bewantwortet, wieso häugfige Leistungskontrollen sinnvoll sind. Wo ich voll mitgehe: Aber nie die, wieso dies unangekündigt geschehen sollte?
Das wurde beantwortet? Damit permanent klar ist „konstantes Lernen wird erwartet“, nicht „auf den Punkt reinbolzen“.
Erstens - wo ist da der Unterschied zu "jeden Dienstag gibt es einen Vokalbeltest?" - so ist das übrigens tatsächlich hier in der Realschule. Würde ich mir auch wünschen. Das fördert konstantes Lernen, trotz (oder wegen) der Ankündigung. Und zweitens - ich habe oben dargelegt, wieso mir rein zeitlich nicht klar ist, wie das in jedem Fach gehen soll. Die SchülerInnen sind drauf angewiesen, zu priorisieren. Und das Ziel soll doch sein, dass sie Wissen erwerben. Was ist schlechter, wenn sie das terminiert tun? (Der oben gebrachte Hinweis auf den Job und spontan abrufbares Wissen von Letti hinkt da für mich in zweierlei Hinsicht: denn jedem qualifizierten Job gehen Studium und/ oder Ausbildung voraus. Weder im Studium noch in der Ausbildung wurde von mir erwartet, dass ich alles jederzeit sofort weiß. Das kommt mit der Zeit durch Routine, also Wiederholung und Anwendung. Und in den meisten Jobs ist es völlig legitim, sich in außergewöhnliche Situationen zunächst die Zeit zu nehmen, zu recherchieren. Mein Ex-Chef: "Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht". Zweitens gibt es wohl wenig Jobs, wo man sich in mehr als 10 Fachbereichen gleichzeitig gut auskennen soll.)
Zitat von SASAPI im Beitrag #65Aber warum muss man denn ständig kontrollieren, ob ein Schüler dem Unterricht wirklich folgt oder schläft, Hausaufgaben macht oder nicht?
Weil Schüler nunmal eben auch dem Naturgesetz der Trägheit folgen, und meist lieber „weniger“ machen?
ZitatEs scheint massenweise Lehrer zu geben, die sowas auch ohne ständige Testerei merken, gibt ja genügend Bundesländer, die ohne so ein System auskommen.
Nein, das wissen Lehrer eben nicht - wie sollten sie? Die können nicht hellsehen und in 25-32 Köpfe reingucken. Bei 8 oder mehr Klassen. Eine gute Lehrkraft macht guten Unterricht, aber DEN Hattrick (einfach so zu wissen, ob Schüler alles verstanden haben) beherrscht sie nicht.
Und daß es das in anderen Bundesländern nicht gibt, bedeutet nur, daß das so beschlossen wurde - nicht, daß das sinnvoll ist…
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.