Zitat von Izzie123 im Beitrag #20Ist kein Elternbashing. Ich beschreibe nur, was ich beobachte - seit Jahren. Und das tut den Kindern nicht gut, untergräbt ihre Selbstwirksamkeit.
Ich fühle mich da einerseits nur halb angesprochen, weil ich mich wirklich nicht über die Maßen in Schulangelegenheiten einmische. Gleichzeitig, analog zu meinem Posting drüber, nein, ich beobachte das nicht. Meinen Kindern wird viel mehr Selbständigkeit abverlangt als uns früher.
Das ist so ein Bayern-Ding, oder? Ich kenne das so systematisch weder aus meiner Schulzeit noch von meinen Kindern - beides nicht in Bayern.
Wie bei so vielem im deutschen Schulsystem fände ich es gut, wenn sich als erstes mal jemand Gedanken machen würde, wozu solche unangekündigten Tests eigentlich gut sein sollen. Um festzustellen, ob der Stoff sitzt und ob man weitermachen kann oder vertiefen muss, fände ich das super. Dann bräuchte die Lehrkraft im dümmsten Fall aber auch die Zeit, das Thema noch zu vertiefen, und ich fürchte, die Zeit ist gar nicht da. Noten bräuchte es in so einem Fall auch nicht.
Was ich viel besser fände als die zwei Klassenarbeiten, die meine Kinder in den Hauptfächern pro Halbjahr seit der 5. Klasse nur noch schreiben, wäre eine kurze angekündigte Überprüfung, wenn die Klasse mit einem Thema durch ist. Dann könnten alle sehen, ob sie es verstanden haben, und das Thema könnte abgehakt werden. Wenn ich manchmal sehe, wie viele verschiedene Themen hier in eine Mathe- oder Deutscharbeit gequetscht werden, komme ich aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus.
Noch besser die Methode der Klassenlehrerin vom Sohn in der 2. Klasse Grundschule: Da gab es einfach jeden Freitag einen Test, mal Mathe, mal Diktat, mal was anderes in Deutsch .. Und es wurde auch drauf hingeübt. Das war für die Kinder total normal und alles andere als stressig.
Seit Jahrzehnten beobachten alle, wie die Gesellschaft immer mehr Risse bekommt, und keiner kittet sie. Da darf man sich nicht wundern, wenn sie schließlich zerbricht. (Views, Marc-Uwe Kling)
Ja, viele Tests finde ich auch super, aber eben angekündigt. Meine Schulzeit war wie du weißt in BaWü, damals war das hier auch gängige Praxis.
Dass so viele unterschiedliche Themen in die Arbeiten gequetscht werden, kann ich eigentlich nicht mal sagen, das baut ja meist schon logisch aufeinander auf. Irgendwie wüsste ich auch gar nicht, wann sie rein terminlich noch mehr Arbeiten schreiben könnten. Gegen angekündigte Tests in noch mehr Fächern als den Sprachen hätte ich aber auch nichts
Das Problem ist doch, dass du an Tagen mit Schulaufgaben (= angekündigte Tests) keine Stegreifaufgaben schreiben darfst. Wenn also die Schulaufgabenrunden November/Dezember und im Januar/Februar laufen, müssen nebenbei in den Schulaufgabenfächern meist auch noch Stegreifaufgaben geschrieben werden. Nicht Schulaufgabenfächer brauchen auch noch Noten. Das heißt für die Kinder, dass sie dann pro Woche 2 Schulaufgaben schreiben und schlimmstenfalls auch noch 2 Stegreifaufgaben pro Tag (das ist gestattet) schreiben müssen. Da die Kinder sich schwerpunktmäßig auf die Schulaufgaben vorbereiten, fallen dann die Stegreifaufgaben zum Teil schlecht aus, weil ein Teil der Kinder barfuß ist. Auf der anderen Seite ist es gerade für einstündige Fächer schwierig, Noten zu bekommen. Den Stress haben also nicht nur die Kinder. Deshalb wäre auch ich dafür, dass die Stegreifaufgaben entweder angekündigt würden oder aber durch echte mündliche Noten ersetzt werden könnten.
Ich denke auch, dass das eine bayrische oder vielleicht süddeutsche "Spezialität" ist, ich kann mich nicht an solche unangekündigten Tests erinnern. Es gab nur angekündigte Tests- das waren Kurztests, die sich aber nicht auf die Note auswirkten. Vokabeltests oder ein 5 Minuten Diktat. Ansonsten gab es Klassenarbeiten, die Termine standen schon Anfang des Schuljahres fest. Bei unseren Töchtern war es ähnlich. Da wäre ein "auf Noten lernen" die meiste Zeit eh sinnlos gewesen, sie hatten ( bedingt durch die besuchte Schulform) nur in Klasse 3 und 4 sowie 9 und 10 Ziffernnoten. Und zwei von ihnen später Punkte:)
Dass "Ex-en" zu einem besseren Schulerfolg führen sollen, kann ich mir nicht vorstellen. Höchstens, dass die Schüler in dauerhafte Anspannung versetzt werden, es könnte ja ein Test drohen. Für Schüler mit Prüfungsangst vermutlich der Horror.
In Sachsen waren Exen/ Tests zu meiner Zeit üblich und sind es noch. Für uns sind sie sowohl eine Rückmeldung an Lehrer, als auch an Schüler, welche relevanten Inhalte verstanden wurden. Sie können sich daher auch auf mehr als nur die vorhergehende Stunde beziehen. Zum einen ergibt sich daraus eine objektivere Note als eine rein mündliche, die wir meist als sehr subjektiv wahrgenommen haben. Zum anderen soll die Möglichkeit des ständigen Monitoring zum konzentrierten Folgen im Unterricht und zur Reflexion am Nachmittag motivieren. Offene Fragen, wurden üblicherweise noch vor der Ex geklärt.
In Bezug auf Schüler mit Prüfungsangst sind häufigere Leistungsabfragen vermutlich sogar besser, da besser verinnerlicht werden kann, dass daraus keine Katastrophen folgen.
Ich finde, mehr Noten entkatastrophisieren die einzelne und verschaffen ein realistischeres Bild von Verständnis und Lernleistung des Schülers.
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
In Bezug auf Schüler mit Prüfungsangst sind häufigere Leistungsabfragen vermutlich sogar besser, da besser verinnerlicht werden kann, dass daraus keine Katastrophen folgen.
Weiter gedacht, könnte so auch eine Gewöhnung einsetzen.
Zitat von Izzie123 im Beitrag #21Wir sind mit diesem Lernen nur für die Note sehr weit weg vom humanistischen Bildungsideal.
Leider ja.
Zitat von Izzie123 im Beitrag #16Ich sehe es auch nicht so, dass von Schülern immer weniger verlangt wird. Sie werden nur immer unselbstständiger,
Zitat von Stina im Beitrag #26Meinen Kindern wird viel mehr Selbständigkeit abverlangt als uns früher.
Das sehe ich wie Stina. Meine Sechstklässlerin koordiniert sämtliche Schuldinge schon seit einigen Jahren selbständig. Klassenarbeiten, Referate, IT, Lernpläne, Wettbewerbe, Tests, Vokabeltest, Halbjahresarbeiten, AGs am Nachmittag, Hobbys. Wenn ich Glück habe, sehe ich ein Ergebnis, oft nur die Endnote im Zeugnis. Das geht ganz selten schief. Ich hätte das in dem Alter nicht gekonnt. Der Drittklässler tut sich manchmal schwer, die vielen verschiedenen Lernformen im Griff zu haben, Wochenplan, Werkstattarbeit, Selbstlernzeit, normaler Unterricht, längere Projekte, das ist für einen etwas verpeilten 8 jährigen nicht ohne. Wir genossen in dem Alter klassischen Frontalunterricht und mussten vielleicht einmal im Jahr ein Referat halten. Das war einfach wesentlich leichter für uns Kinder nachzuhalten.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #31Ich finde, mehr Noten entkatastrophisieren die einzelne und verschaffen ein realistischeres Bild von Verständnis und Lernleistung des Schülers.
Allerdings. Viele kleine Arbeiten finde ich viel sinnvoller als weniger große. Da muss man zum einen am Ball bleiben, zum anderen ist ein einzelner Ausrutscher nicht so gravierend. In der Grundschule wurde das so gehandhabt, bevor die Kinder wussten was Noten und Klassenarbeiten sind. Die haben Unmengen von kurzen Tests geschrieben, die wir Eltern nie gesehen haben, die den Lehrern aber eine realistische Rückmeldung gaben, was schon saß und was noch einmal wiederholt werden müsste. Das war super!
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Unangekündigte Tests gab es in meiner Gymnasialzeit in den 90ern in NRW (allerdings an einem als eher streng und anspruchsvoll bekannten Gymnasium) lehrerabhängig. Ich erinnere mich vor allem an Bio/Chemie und Latein, Geschichte, Reli, wo das beliebt war. Da gab es aber auch keine Klausuren.
So ein Test zählte wie die mündliche Note für einen (oder wenige? Weiß nicht mehr Tag(e), also eher wenig. Ich hatte immer die Vermutung, dass da diejenigen abgeholt werden sollten, die den Stoff konnten, sich aber mündlich schwertaten. Insofern hatte ich da keine Angst vor und fand es eher lästig.
Und ich stimme Stina und Pia zu, was die Selbständigkeit angeht. Meine Tochter ist erst seit ein paar Wochen in der Schule, aber das ist für mich eine totale Black Box - die Arbeitshefte verbleiben in der Schule, ich sehe nur 3-4x die Woche ein paar einzelne Arbeitsblätter, die Hausaufgaben sind, sie organisiert sich mit noch 5 nahezu komplett selbst im Rahmen des Geforderten. Ich staune. Ob ich das so gekonnt hätte? Ich glaube nicht. Bei uns war Frontalunterricht, alles kam mit nach Haus und meine Mutter hat sich das angeschaut.
Und mein Kind kommt mittags Heim, der Großteil geht in den Ganztag und erledigt alles dort, ich sehe also schon richtig viel im Vergleich.
Von der Selbständigkeit her, sehe ich gar keine Unterschiede zu damals. Hier in Ostdeutschland hatten die meisten Eltern so sehr mit sich selbst zu tun und Vieles war so anders als zuvor, dass es keine Hilfestellungen gab.
Im Vergleich zu früher sehe ich bei meinen Kindern einen großen Unterschied, welche Unterstützung, welch sicheres und erfahrenes Umfeld hier daheim da ist. Das klingt auch bei manch anderem aus den Kindersträngen so, früher etwas kompliziertere Verhältnisse, heute sehr viel förderlicher. Ich finde, das darf man nicht unterschätzen.
Letztlich scheint mir, die Kinder wachsen mit ihren Aufgaben, wenn die wichtigsten Ressourcen da sind....
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Zitat von Klemenzia im Beitrag #35Von der Selbständigkeit her, sehe ich gar keine Unterschiede zu damals. Hier in Ostdeutschland hatten die meisten Eltern so sehr mit sich selbst zu tun und Vieles war so anders als zuvor, dass es keine Hilfestellungen gab.
Das war bei mir im Westen nicht anders, meine Eltern haben sich um schulische Dinge überhaupt nicht gekümmert (was allerdings nicht unbedingt die Norm war, das war vermutlich anders als im Osten), damit war ich allein. Aber die Schule selbst fand ich wesentlich weniger kompliziert als Schule es heute ist. Frontalunterricht, klare Ansage, da war nichts mit Themen selbst erarbeiten, der Lehrer hat's an der Tafel erklärt, Aufgabe 3+4 rechnen, Hausaufgabe 5+6, fertig. Heute müssen Grundschüler selbst entscheiden, ob sie dienstags morgens an Mathe oder Englisch arbeiten, ob sie danach im Rechtschreibheft weitermachen oder vielleicht eher ihre Werkstattarbeit bearbeiten sollten. Da finde ich es wirklich nicht leicht für die Kinder, den Überblick zu behalten.
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Ich bin mit exen in Bayern aufgewachsen. Den Vorteil sehe ich darin, dass der Stoff in jedem Fach halt immer irgendwie mitgelernt wurde. Manchmal war ich blank, da konnte eine ex die note versauen. Ich kann mich sogar an eine ex erinnern, da fragte der Lehrer ob wir alles verstanden haben oder ob es noch Fragen gäbe. Im Leben hätte ich nicht zugegeben, dass ich nicht alles verstanden habe. Er hat dann in der gleichen Stunde noch die ex geschrieben, was wahrscheinlich gar nicht zulässig war. Das hat mir auch die Note komplett versaut. Aber in der damaligen Zeit ( 70er bis Anfang 80er Jahre) war es nicht wichtig, ob jemand auf dem Gymnasium war, es gab genug Berufe, für die mittlere Reife oder Hauptschule völlig ausreichend war.
Heute gehen über 40 % aufs Gymnasium ( ich hätte gefühlt sogar noch mehr geschätzt, damals waren es ca 25 % ) In der 5. Klasse waren wir 44 kinder, in der 6. Klasse nur noch 35.
Ich weiß, dass du weniger Unterstützung hattest. Du warst gemeint.
Hier haben Kinder nur in manchen Privatschulen Laborunterricht. Völlig frei entscheiden, wann sie sich mit welchen Themen beschäftigen, ist an öffentlichen Schulen unüblich. Wenn es natürlich um Hausaufgaben geht, wurden solche Aspekte doch auch früher schon entschieden?
Experimente, Protokolle, Gruppenarbeit, Wettbewerbe, Erarbeiten inhaltlicher Themen usw., die ich bei meinen Kindern sehe, gab es früher auch.
Was ich als schwieriger empfinde, ist, sich im sozialen Netzwerkjungel emotional zu behaupten und digitale suchtfördernde Apps zu puffern.
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Bei uns ist das die öffentliche Grundschule, die so unterrichtet. Und wir haben die gewählt, weil die andere öffentliche noch viel freier unterrichtet.
Ich kann mich nicht erinnern, dass wir inhaltliche Themen in der Grundschulden oder Unterstufe selbst erarbeiten mussten.
Daher ist der gefühlte Unterschied zum Schulleben meiner Kinder groß.
Was Du zu den Hausaufgaben aussagen möchtest, habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden, beziehst Du Dich auf die Entscheidung, wann und in welcher Reihenfolge die zu Hause gemacht werden?
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Wie wird das mit diesen Tests/ "Ex" -Dingens an Schulen mit Ganztagsunterricht ( hatten meine Töchter von 08.00 bis 16.10) gehandhabt, an denen es weder Hausaufgaben gibt noch Schulmaterial mit nach Hause genommen wird, gehandhabt?
Da ist das mit der "Reflexion am Nachmittag " doch eher schwierig.
Pia, bei den HA entscheiden die Kinder, wann sie was tun. Ich war mir unsicher, was genau du meist. In Grundschulen kenne ich es auch nicht, dass größere Themenfelder selbst erarbeitet werden müssen. Das gilt aber für damals wie heute in den Schulen hier, für die ich das beurteilen kann. So, Ende OT
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Zitat von SASAPI im Beitrag #40Wie wird das mit diesen Tests/ "Ex" -Dingens an Schulen mit Ganztagsunterricht ( hatten meine Töchter von 08.00 bis 16.10) gehandhabt, an denen es weder Hausaufgaben gibt noch Schulmaterial mit nach Hause genommen wird, gehandhabt?
Da ist das mit der "Reflexion am Nachmittag " doch eher schwierig.
Denke ich auch. Für Kinder, denen es zufällt, sicher kein Problem, für die anderen schwierig. Ich würde mein Kind dann wohl bitten die Bücher und Hefte mit nach Hause zu bringen, damit es am Abend nochmal drüber schauen oder Vokabeln lernen kann.
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An der Schule meiner Töchter gab es -anstelle von Hausaufgaben- in den Stundenplan eingearbeitete Zeiten der sog. "Freiarbeit". Es gab montags den sog Wochenplan, da war aufgeführt, was in welchem Fach in diesen Stunden zu erledigen war, auch zb "Als Vorbereitung für die Klassenarbeit am XY sieh dir bitte AB nochmal an". Aufgrund des großen Einzugsgebiets waren die Schüler dann zwischen 16.45 und 17.00 Uhr zu Hause. Dann noch irgendwelche Wiederholungen zu erledigen fände ich gerade für jüngere Schüler ziemlich heftig.
Eine unserer Töchter hatte Probleme in den sprachlichen Fächern- sie hat Rechtschreibung und Vokabeln am PC geübt, es gab da Programme, täglich 10 Minuten. Mappen/Bücher mit nach Hause nehmen um zu lernen war - na, sagen wir, "unüblich", und eigentlich nur für die Vorbereitung auf den MSA in Klasse vorgesehen.
Zitat von Pia im Beitrag #36 Aber die Schule selbst fand ich wesentlich weniger kompliziert als Schule es heute ist. Frontalunterricht, klare Ansage, da war nichts mit Themen selbst erarbeiten, der Lehrer hat's an der Tafel erklärt, Aufgabe 3+4 rechnen, Hausaufgabe 5+6, fertig. Heute müssen Grundschüler selbst entscheiden, ob sie dienstags morgens an Mathe oder Englisch arbeiten, ob sie danach im Rechtschreibheft weitermachen oder vielleicht eher ihre Werkstattarbeit bearbeiten sollten. Da finde ich es wirklich nicht leicht für die Kinder, den Überblick zu behalten.
Gibt es bei euch keine Stundenpläne mir. Also hier steht fest ob man Dienstag morgens Mathe oder Englisch macht
Zumindest an der hiesigen Grundschule gibts es zwar Stundenpläne, in die aber "Wochenplanarbeit" eingearbeitet ist- in diesen Stunden arbeiten die Schüler an einem vorgegebenen Plan und entscheiden selbst, was sie wann erledigen. So starr wie zu meiner Schulzeit oder vor 20 Jahren sind die Stundenpläne nicht mehr. In Klasse 1 unterrichtet die /der Klassenlehrer:in Mathe, Deutsch und Sachkunde, da sind nur Sport/Musik/Kunst "fix", den Rest entscheidet die Lehrkraft.
Zitat von Klemenzia im Beitrag #41In Grundschulen kenne ich es auch nicht, dass größere Themenfelder selbst erarbeitet werden müssen.
Ich glaube wir kommen nie auf einen gemeinsamen Zweig, weil unsere Schulsysteme in den einzelnen Bundesländer einfach zu gravierend voneinander abweichen.
Mein Junior musste 2007, vierte Klasse Grundschule, eine Buchvorstellung abliefern. Der Fragebogen zum Buch war komplex, Autor, Verlag, Kosten, Hauptfiguren, Inhalt, Lieblingsstelle, gerne ein selbst gemaltes Bild dazu. Nicht nur, dass das Kind natürlich diese 248 Seiten lesen musste um darüber Bescheid zu wissen, es musste ein Vortrag darüber geschrieben werden und vor der Klasse gehalten werden. Dazu musste eine Mappe erstellt werden mit Bildern vom Buch (PC, Drucker glücklicherweise vorhanden), das dann durch die Klasse gereicht wird. Kommunikation mit dem Autor, sofern lebend, ist gewünscht.
Es wurde dann ein intensives Kind/Eltern-Projekt, ein Hefter mit 20 Seiten, wir haben mit dem Autor von Hui Bui Filmbuch Mailkontakt aufgenommen, um auch diesen Punkt zu erfüllen. . Das Kind wurde dann in Punkto "wie halte ich einen Vortrag" geschult, auf Video aufgenommen um Schwachstellen zu erkennen und abzustellen (äh, herumzappeln, zu schnelles Reden, Text herunterleiern, kein Augenkontakt) und anschließend gab es die Note 2. Ich schätze das war der Abzug für die Elternunterstützung, denn der Rest war allererste Sahne. Den Hefter zu diesem Projekt halte ich in Ehren, außerdem weiß man nicht ob der Emailkontakt zum Kinderbuchautor in Jahrzehnten mal musealen Wert hat.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Zitat von Klemenzia im Beitrag #41In Grundschulen kenne ich es auch nicht, dass größere Themenfelder selbst erarbeitet werden müssen.
Ich glaube wir kommen nie auf einen gemeinsamen Zweig, weil unsere Schulsysteme in den einzelnen Bundesländer einfach zu gravierend voneinander abweichen.
Danke, Nocturna, ich hab grad eigens den PC hochgefahren, um in etwa dasselbe zu schreiben: Wir werden diese Diskussion nie sinnvoll führen können, indem jeder schreibt, was er erlebt - ich fasse mir da auch an die eigene Nase. Hier ist Grundschule auch noch klassisch mit Hausaufgaben von Tag zu Tag und festem Stundenplan, aber das bringt uns nicht weiter.
Ich finde aber, die Frage, ob Tests und Abfragen unangekündigt passieren sollten, lässt sich doch unabhängig davon erörtern. Und ich stelle sogar mal in soweit einen Konsens unter den Mitschreibenden fest, dass eigentlich alle finden, dass ein häufigeres Überprüfen des Stoffes sinnvoll ist und besser als seltenes.
Mir persönlich fällt kein einziger Grund ein, wieso es nun von Vorteil ist, das unangekündigt zu tun. Aber vielleicht könnte man da ja ansetzen, wenn man nicht in die x-te "aber bei uns..."-Diskussion abtriften möchte?
Ich finde es schade dass es in meinem Bundesland keine unangekündigten Kurz Kontrollen mehr gibt. Sie bilden wesentlich realistischer und gerechter den Bildungsstand eines Kindes ab und sie bereiten besser aufs Leben vor, indem man Wissen auch ohne Vorbereitung jederzeit abrufen muss. Zudem hatte es den Vorteil dass es mehr Zensuren gab und man Patzer besser ausbügeln konnte.
harder, better, faster, stronger
beating the competition ist easy, beating yourself is a never ending commitment
Aber Wissen muss ich ja erst mal haben und es muss sich verfestigen, bevor ich es abrufen kann. Das bei einer Vielzahl von Wochenstunden in jedem Fach voraszusetzen, finde ich viel verlangt. Wieso ist es schlechter, wenn man sich darauf vorbereiten kann? Das dürfte doch dem eigentlichen Ziel, nämlich zu lernen und Wissen abzuspeichern, wesentlich dienlicher sein?
Ganz konkret: meine Tochter hat derzeit 13 Fächer, in denen es nach früher Regelung potenziell solche Abfragen (Test, abgefragt werden) geben könnte. Kunst und Sport hab ich schon rausgelassen. Dem gegenüber stehen unter der Woche ca. 14 Stunden "Freizeit" - gerechnet von 14-18 Uhr, dafür hab ich keine Hobbys reingerechnet, die ja Privatvergnügen sind, allerdings Konfi, weil das mindestens die Hälfte des Jahrgangs in diesem Schuljahr verbindlich betrifft. Plus die Wochenenden. Also Zeit, in der auch Hausaufgaben, Lernen für Arbeiten, Vorbereiten von Präsentationen und Arzttermine stattfinden müssen.
Ich finde es da nicht realistisch rein aus dem Unterricht in allen Fächern jederzeit so vorbereitet zu sein, dass eine spontane Leistungserhebung das Kind weiterbringt uns nicht reinreitet. Aber völlig machbar, sich auf angekündigte Tests vorzubereiten. Dass mehr Tests gut wären, finde ich auch, aber weiterhin fehlt mir die Begründung, wieso es besser sein soll, wenn die ohne Ankündigung kommen.
Zitat von SASAPI im Beitrag #45Zumindest an der hiesigen Grundschule gibts es zwar Stundenpläne, in die aber "Wochenplanarbeit" eingearbeitet ist- in diesen Stunden arbeiten die Schüler an einem vorgegebenen Plan und entscheiden selbst, was sie wann erledigen. So starr wie zu meiner Schulzeit oder vor 20 Jahren sind die Stundenpläne nicht mehr. In Klasse 1 unterrichtet die /der Klassenlehrer:in Mathe, Deutsch und Sachkunde, da sind nur Sport/Musik/Kunst "fix", den Rest entscheidet die Lehrkraft.
Ist bei uns anders allerdings unterrichtet der Klassenlehrer auch nicht alle Hauptfächer. Wochenplan gab es bei meiner großen für einzelne Fächer ab Klasse 4