Helau und Alaaf! Hier kommt der letzte Bericht aus Lanzarote. Den Samstag begannen wir mit einer längeren Tour an die Westküste der Insel. Das erste Ziel war El Golfo, am Ufer des Ozeans, ein Fischerdorf, das im Naturpark Parque Natural de los Volcanes liegt. Umgeben von den spektakulären Lava- und Geröllfeldern, die die Vulkanausbrüche von 1730-1736 geschaffen haben, liegt das Dorf wie eine wunderschöne Postkartenansicht mit seinen kleinen Häuschen im marinen Stil, weiß getüncht und mit flachen Dächern über engen Straßen, vor dem ewigen Motiv der kleinen Fischerboote, die auf dem schwarzen Sand ruhen. Wir waren nicht alleine dort, denn vier Busse mit Kreuzfahrttouristen wollten diesen Ort auch sehen. Es war schon fantastisch, wie die Wellen sich an den Basaltfelsen brachen und meterhohe Gischtfontänen nach oben spritzten. Mit Ausblick auf dieses Naturspiel, tranken wir allerdings nur einen Kaffee und überließen dir bereits gedeckten Tische den zahlreichen Gästen. Weiter ging unsere Fahrt nach Süden zu den Salzfeldern von Janubio. Sie sind die größten ihrer Art auf den Kanarischen Inseln und bilden eine von Menschenhand geschaffene Landschaft von großem architektonischem und kulturellem Wert. Auch heute noch produzieren sie das weiße Gold, das für die Wirtschaft der Insel noch bis vor relativ kurzer Zeit von großer Bedeutung war. Die Salinen liegen in einer Lagune, die durch Vulkanausbrüche geschaffen wurde, die eine Lavabarriere zum Meer hin schufen. Sie Salinen wurden wegen ihrer Bedeutung als Rastplatz für Zugvögel zum „Ort von wissenschaftlichem Interesse“ erklärt. Die Bewohner sind tief mit ihrer Insel verwurzelt, auf der das Handwerk der Salzgewinnung über Generationen hinweg von den Vätern auf ihre Söhne übertragen wurde. Zwei Statuen erinnern an die nicht leichte Arbeit der Salzgewinnung. Vom dort aus machten wir uns auf den Heimweg, denn wir hatten für den Abend einen Tisch mit Meeresblick in Arrieta im Lokal El Charcon reserviert und so ließen wir den Tag ausklingen:
Meererfrüchtesuppe - gegrillte kleine Tintenfische Seezunge gegrillt - Lendenfilet mit Gorgonzolasoße 2 Bienmensabe (heißt "Was mir schmeckt" und ist eine kanarische Süßspeise aus gemahlenen Mandeln, Honig und Zimt, gekrönt mit Vanilleeis) 2 Espresso
Den Sonntag verbrachten wir in unserem Haus, das das erste war, das der Mann der heutigen Besitzerin erbaute. Wir lernten ihren Sohn kennen (der Gründer dieses Touristendorfes ist inzwischen verstorben), der uns die abenteuerliche Geschichte von Charco del Palo erzählte. Sein Vater kam ohne jegliche Sprachkenntnisse von Norddeutschland hierher, verliebte sich in den „Ort“ und beschloss hier zu bleiben. Er kaufte Land und baute das Haus. Das war der Anfang von Charco del Palo. Es gibt ca. 225 ständige Einwohner, 3 Restaurants, eine Bar, ein Café und einen kleinen Supermarkt. Da es keine Sandstände gibt, hat man kleine, gezeitenabhängige Naturschwimmbecken geschaffen.
Am Montag verließen wir wieder unser Domizil, um in das hoch gelobte Costa Teguise zu fahren. Hier soll es die schönsten Sandstrände der Insel geben. Der Ort wurde ab den 1970er Jahren unter Mitwirkung von César Manrique als gehobenes Ferienziel konzipiert und besteht nur aus riesigen Hotelanlagen, Appartementhäusern, Restaurants, Supermärkten und unzähligen Sportangeboten. vor allem Surfen. Die Straßen waren voll mit Touristen, die alle zum Strand strömten. Wir fuhren ein bisschen abseits des Ortes und hofften, dort weniger Leute anzutreffen, aber da begann die Industrie. Da verließ uns die Lust auf Strand und wir kehrten um und fuhren wieder in unser, zwar auch touristisch angehauchtes, aber weitaus geruhsamere Charcos del Palo. Es war der erste richtig heiße Tag, den wir dann im Schatten auf der Terrasse verbrachten. Auch für den Dienstag verordneten wir uns Ruhe, um dann am Mittwoch die letzte Tour zu unternehmen. Und das haben wir am Mittwoch unternommen: bei strahlend blauem Himmel, Sonne und angenehmer Wärme (im Tagesverlauf bis 28 Grad) fuhren wir über La Amosada und weiter nach Femes. Dieser Ort liegt im Landesinneren auf einer Höhe von 450 m. Auf drei Seiten ist der kleine Ort von erloschenen Vulkankegeln umgeben, die vierte Seite öffnet sich zur Ebene von Rubicon mit dem Atlantik im Hintergrund. Auf dem „Balcon de Femes“ haben wir im „Balcon de Femes“ mit Blick in die Rubiconebene zu Mittag gegessen: Queso Frito y Marmelada (Frittierten Käse von Lanzarote und Marmelade) – Scampi, Pulpo y Champignons en Aioli (Garnelen, Tintenfisch und Champignons in Knoblauchöl) Conejo frito (gebratenes Kaninchen) – Carne Cabra (mit Salat und Pommes) – Ziegenfleisch (mit Gemüse, fritierten kleinen Paprikaschoten und ebenfalls Pommes) und dann musste es noch einmal die Nachspeise sein: 2 Bienmensabe mit 2 Cafe latte Zum Glück mussten wir nur noch zum Auto laufen.
Das Abendessen haben wir dann ausfallen lassen und haben den Donnerstag bei wunderschönem, heißen Wetter wieder auf der Terrasse verbracht. Am Nachmittag wurde dann gepackt und oh Wunder, alles passte wieder in die Koffer. Abends sind wir noch einmal in das Lokal neben uns zum Abendessen gegangen. Wir verabschiedeten uns von unserer Hauskatze und genossen den letzten Abend mit Olympia im Fernsehen. Am Freitagmorgen erfuhren wir per Mail, dass sich der Abflug verspäten würde, da die Machine aus Frankfurt zu viel Gegenwind hatte. Wir fuhren trotzdem wie geplant zum Flughafen, gaben das Auto zurück, checkten ein und gingen in die VIP Lounge. Wieder erwarten erfolgte der Abflug doch früher, das Essen (es war das gleiche wie auf dem Rückflug von Gran Canaria) ließen wir ausfallen und tranken nur einen Kaffee. Trotz verspätetem Abflug landeten wir pünktlich, aber die Koffer dauerten fast eine Stunde. Da war natürlich der Shuttlebus zum Hotel schon auf dem Weg zum Terminal 2, so nahmen wir ein Taxi. Da wir schon online eingecheckt hatten, holten wir nur unsere Zimmerkarte und nachdem das Gepäck im Zimmer war, gingen wir gleich ins Restaurant und tranken erst einmal ein dort gebrautes Bier und dann kam auch ein bisschen Hunger auf und es gab ein Handkäsbrot bzw. einen Flammkuchen. Am Samstag sind wir dann ohne Frühstück losgefahren und haben im Edeka bei uns gefrühstückt, bevor es nochmal am Haus vorbei (wir luden den Kofferraum noch voll für das Sozialkaufhaus) wieder nach N ging. Inzwischen sind die Koffer ausgepackt, die Waschmaschine läuft und wir legen die Füße hoch.
Damit sind 3 wunderschöne, nicht so heiße Wochen auf dieser unwahrscheinlich interessanten Insel leider vorüber. Bilder kommen noch! Ein schönes Wochenende wünschen allen die Hillies!
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Wow Hillie, tolle Bilder. Besonders was ihr euch so leckeres einverleibt habt sagt mir sehr zu. Bis jetzt war ich nun 12 mal auf Malle und 1 mal auf Gran Canaria. Nun weiß ich auch mehr über Lanzarote. Danke.
Goededag aus Antwerpen Nachdem wir nun schon einige Tage unterwegs waren, soll es heute den ersten Reisebericht geben. Die zwei Tage Anfahrt bis nach Antwerpen verliefen bis auf die letzten beiden Stunden recht angenehm. Das Navi fing an zu spinnen und leitete uns durch den ganzen Hafen durch immer zu Straßen, die gesperrt waren. Da haben wir das Smartphone bemüht und siehe da, es fand den Weg und dann klinkte sich auch das Navi wieder ein. Allerdings war erst am Eingang zum Campingplatz ein Hinweisschild auf den Platz. Eigentlich eine Schande für eine so große Stadt. Wir fanden einen der wenigen noch freien, große, trockenen Plätze (es hatte stark geregnet und viele Plätze waren matschig). Zum Glück hatte ich schon zu Hause Lokale in der Nähe ausgesucht (montags haben auch in Belgien viele Lokale geschlossen) und mit Blick auf die Schelde aßen wir nach einem Lachscarpaccio jeder 3 kleine perfekt gebratene Seezungen mit einem Rucolasalat und … natürlich leckere Fritten. Somit begann der Urlaub schon vielversprechend. Am Dienstag machten wir uns nach dem Einkauf für das Frühstück und das Abendessen auf in die Stadt, denn der Campingplatz liegt auf der anderen Seite der Schelde. Wir benutzten die Fähre, allerdings mussten wir bis zur Ablegestelle 25 Minuten laufen, dann waren wir gleich in der Altstadt und am Rathausplatz. Das Rathaus ist ein wahres Schmuckstück, und auch die vielen Häuser, die den Platz säumen, zeugen von dem ehemaligen Reichtum der Stadt. In der Touristinfomation besorgten wir einen Stadtplan und erhielten viele gute Tipps. Dann wollten wir in den Dom, aber der hat nur von 10:30 Uhr bis 12 Uhr geöffnet. So werden wir diese Besichtigung auf einen der nächsten Tage verschieben. Inzwischen fing es heftig an zu regnen und so machten wir eine Kaffeepause, bevor wir dieses Mal mit dem Wasserbus zurückfuhren. Das hatte den Vorteil, dass wir näher am Campingplatz aussteigen konnten., was bei dem regnerischen Wetter angenehm war. Am Mittwoch fuhren wir gleich mit dem Waterbus über die Schelde und statteten gleich der Liebfrauenkathedrale einen Besuch ab. Es erwartete uns eine hohe, helle Kirche, die vier Gemälde Rubens beheimatet: Die Kreuzerhöhung, die Kreuzabnahme, die Auferstehung und als mächtiges Bild im Chorraum die Himmelfahrt Mariens. Daneben zieren unzählige Gemälde, Statuen und wunderschöne Glasfenster diese Kirche, deren Fassadenkirchturm 132 m hoch und damit das höchste Gebäude Antwerpens ist. Bemerkenswert ist auch die reich verzierte Holzkanzel und die Grablegung Isabella von Bourbon. Aber auch zeitgenössige Künstler haben hier einen Platz erhalten. Nach eineinhalb Stunden in der Kathedrale knurrte der Magen und zufällig fanden wir in einer Nebenstraße ein peruanisches Lokal, das uns mit Ceviche und Pisco Sour lockte. Wohlgestärkt liefen wir die Haupteinkaufsstraße Meir entlang um, dann wieder zurück zum Waterbus und zum Campingplatz zu gelangen: 7,6 km zeigte der Schrittzähler für heute an.
Demnächst geht es weiter. Herzliche Grüße die Hillies
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Der zweite Bericht aus Antwerpen (oder Antwerp wie die Stadt hier genannt wird) soll mit einer gruseligen Geschichte beginnen: Der Riese Druoon Antigoon beherrschte die Region am Unterlauf der Schelde und verlangte von den Schiffern Wegegeld. Zahlungsverweigeren soll er die Hand abgeschlagen haben. Der römische Soldat Silvus Brabo machte dem Geschehen ein Ende, indem er dem Riesen die Hand abhackte und in die Schelde warf. Mit dem Wurf der Hand soll der Name der Stadt „HAnt-Werpen“ geboren sein. Der tapfere Held schmückt als überlebensgroße Figur den Brabo-Brunnen am Grote Markt und den schmiedeeisernen Brunnen am Handschoenmarkt.
Weniger blutig, dafür aber wissenschaftlich belegt, stammt der Name von „aan t’werp“ ab: „werp“ bezeichnet eine aufgeschüttete Landzunge, die in Höhe der Burg Steen in die Schelde ragte.
Den Donnerstag begannen wir mit einer 1 ½-stündigen Stadtrundfahrt, aber nicht in den gewohnten Hop on hop of Bussen, sondern in einer kleinen Bimmelbahn, die durch die vielen engen Gassen der Altstadt und durch das Diamant- und Schokoladenviertel zum Prachtbau des Bahnhofs führte. Er ist einer der schönsten Bahnhöfe der Welt und wird auch Eisenbahnkathedrale genannt. Ausladende Treppen und Aufgänge, eine lichtdurchflutete Kuppel und marmorverzierte Wände bilden ein schönes Gesamtensemble. Wieder zurück am Rathausplatz musste es das belgische Nationalessen sein: Muscheln und Fritten. Wir kauften noch ein bisschen ein und fuhren über die Schelde wieder zurück ans linke Ufer. Wir hatten Glück mit dem Wetter: es war trocken und wesentlich wärmer als die Tage vorher. So soll es auch bleiben.
Am Freitag legten wir einen Ruhetag ein, der mit einem ausführlichen Einkauf im Sparmarkt, nicht weit vom Campingplatz entfernt, begann. Dann gab es ein ausführliches Frühstück anschließend wurde der Wohnwagen innen geputzt, denn bei regnerischem Wetter trägt man schon viel Schmutz hinein. Es folgte eine Kaffeepause mit leckerem Aprikosenkuchen und dann hatte ich um 15 Uhr einen Friseurtermin. Die Campingstühle warteten schon im Schatten und mit ihnen ein kühles, alkoholfreies Leffe (das beste belgische Bier). Dieser Ruhetag war notwendig, denn die Tage vorher sind wir schon sehr viel unterwegs gewesen.
Am Samstagmorgen fuhren wir auf gewohnte Weise in die Stadt. Eigentlich wollten wir noch ein bisschen laufen und ein Museum besuchen, aber in der Stadt war es unerträglich heiß geworden und so gab es für Herrn Hillie eine Portion Fritten und für mich einen Kaffee und wir fuhren wieder zurück in den Schatten am Campingplatz. Die Fahrt ist ja nicht teuer: 2 € pro Person für Hin- und Rückfahrt.
Am Sonntag nahmen wir uns das 40 km entfernte Lillo vor. Der Wasserbus brachte uns in 50 Minuten in das Polderdorf. Das Fort von Lillo ist einzigartig in seiner Art. Nicht nur wegen seiner strategischen Lage an der Schelde, direkt gegenüber dem Fort Liefkenshoek, sondern auch, weil es noch immer bewohnt ist. Während die umliegende Polderlandschaft und das alte Dorf der Erweiterung des Antwerpener Hafens weichen mussten, blieb das Fort erhalten. Mit seinen rund dreißig Bewohnern ist das Fort Lillo heute ein lebendiges Stück Geschichte.
Das um 1580 erbaute Fort Lillo hat die Flaggen vieler Nationen wehen sehen: spanische, niederländische, französische, österreichische und schließlich belgische. Zusammen mit dem Fort Liefkenshoek konnte es den Zugang zur Schelde sperren. Damit wurde es zu einem entscheidenden Verteidigungspunkt für den Zugang zu Antwerpen. Die Festung von Lillo zeigt, wie Landschaft, Verteidigung und Besiedlung miteinander verwoben sind. Die strategische Lage am Gezeitenfluss Schelde machte sie zu einem Zentrum der militärischen Kontrolle, aber auch zu einem Ort der Beharrlichkeit. Selbst als die Umgebung verschwand, blieb die Festung bestehen. Heute ist sie bewohnt, wird erlebt und erhalten. Über die Dauer des Aufenthalts sagt man: es reicht eine Stunde, nach 3 Stunden ist man bereits Einwohner. Nun wir waren 1,5 Stunden dort, denn das Poldermuseum hatte am Sonntag geschlossen. Am Montag geht unser Aufenthalt in Antwerpen zu Ende. Wir werden am späten Vormittag den Wohnwagen wieder anhängen und rund 260 km in die Niederlande nach Den Helder fahren (an der Nordspitze Hollands) denn von dort geht am Dienstag die Fähre auf die Insel Texel. Beide Campingplätze sind bereits vorgebucht und so freuen wir uns auf 18 Tage Natur und Ruhe. Von dort melden wir uns dann das nächste Mal.
Tot ziens! die Hillies
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Texel 1 Goededag aus Texel Nachdem wir nun schon einige Tage auf Texel (das Teschel ausgesprochen wird) sind, soll es wieder einen Bericht geben. Die Fahrt aus Antwerpen (am Pfingstmontag) hinaus gestaltete sich genauso kompliziert wie auf der Hinfahrt. Irgendwie sind Navi im Auto und GPS im Handy mit den Straßenverhältnissen in dieser Stadt nicht kompatibel. Als wir zum dritten Mal an der Kreuzung standen, an der wir auf eine sichtbar im Bau befindliche Straße fahren sollten, schaltete Herr Hillie sein inneres Navi an und siehe da, wir kamen auf die Autobahn Richtung Norden. Ohne Probleme erreichten wir den vorgebuchten Campingplatz, ein kleiner ländlicher Platz mit 100 qm großen Plätzen. Zum Abendessen fuhren wir in die Stadt in die umgebaute, ehemalige Schiffs- und Reparaturwerft Willemsoord in Den Helder.
Den Dienstag ließen wir ruhig angehen, denn es gab erst um 9 Uhr frische Brötchen. Dann fuhren wir die wenigen Kilometer bis zur Fähre nach Texel. Diese geht alle 30 Minuten und da wir online bereits gebucht hatten, erkannte man unser Nummernschild und wir konnten gleich in den Bauch der Fähre einfahren. Die Überfahrt war kurz, nur 20 Minuten und kaum waren wir oben an Bord, mussten wir schon wieder hinunter. Dank Navi fanden wir den Campingplatz in Den Burg (es ist ein kleiner Platz an einen Bauernhof angegliedert, mit 15 Stellplätzen, Strom am Platz, Wasser nicht weit und saubere Sanitärräume mit Waschmaschine). Als später der Platzbesitzer kam, fragte ich ihn, was das Waschen koste, da es an der Maschine keinen Einwurfschlitz gab, er meinte, auf der Maschine gäbe es eine Kasse und jeder lege hinein, was er denkt.
Zum Abendessen machten wir uns auf in die „Stadt“. Der ganze Ort ist Fußgängerzone und sehr belebt. Wir fanden ein Lokal, bei dem man außen sitzen konnte und wir speisten gut, aber nicht spektakulär zu Abend.
Am Mittwoch kauften wir zunächst frischen Fisch fürs Abendessen, dann fuhren wir in einen Baumarkt, denn nach zwei Jahren ohne Wohnwagenurlaub, war so einiges zu reparieren und dann noch ins Fremdenverkehrsamt und besorgten uns Karten und Prospekte. Dann war Spielen, Lesen und Ausruhen angesagt.
Bevor es mit den persönlichen Berichten weitergeht, einige Infos zur Insel: Texel ist die größte und westlichste der niederländischen Nordseeinseln und gehört zur niederländischen Provinz Nordholland. Der älteste Bereich der Insel ist um den Hoge Berg, der um die Eiszeit entstand. Ein Gletscher formte die Hügelgegend und ist auch für den Verlauf der niederländischen Küste verantwortlich. Ohne den Hoge Berg würden die Niederlande heute anders aussehen, denn er schützte die Küste vor den Wassermassen der Nordsee. Durch eine Sturmflut im Jahre 1170 wurde die Insel vom Festland getrennt. Die Insel ist 24 km lang und rund 10 km breit. Auf den 17 000 Hektar leben fast 14 000 Einwohner und genauso viele Schafe, im Frühjahr ca. zusätzlich 24 000 Lämmer. Die Texeler Schafrasse heißt Texelaar. Ein Texelschaf hat einen markanten Kopf und ist ein mittelgroßes Schaf. Es ist an Kopf und Extremitäten unbewollt. Die Insel Texel besteht aus 7 Dörfern, von denen nur De Koog einen langen, breiten Sandstrand aufzuweisen hat. Diese Dörfer werden wir in der Zeit, in der wir auf Texel sind, besuchen und erkunden. Soviel für heute. Ein schönes Wochenende wünschen allen die Hillies
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Texel 2 Nun, was haben wir bisher auf Texel unternommen? Wir haben uns zunächst in Den Burg orientiert. Es ist der Hauptort und das Verwaltungszentrum der Insel Texel in den Niederlanden und der Sitz des Gemeinderates von Texel. 2024 wohnte fast die Hälfte der Inselbevölkerung, rund 7.600 Einwohner, hier. Aufgrund der Funktion als Touristenzentrum sind in Den Burg viele Geschäfte und Institutionen angesiedelt. Da der Ortskern Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist, ist die Parksituation fatal und sehr teuer. Für eine Stunde zahlt man 5 €. Es gibt aber auch eine kostengünstigere Variante: ein Jahresticket für 40 €, das wir uns online gekauft haben und das auf unser Nummernschild zugelassen ist. So können wir auf allen Parkplätzen parken. Das haben wir gleich am Donnerstag in De Koog im Westen genutzt. Wir wollten unbedingt den „sagenhaften“ weißen Strand sehen und er ist wirklich sehenswert. Die beiden folgenden Tage waren wir wieder faul, kauften bei einem Lammmetzger wunderbare Lammkoteletts ein und natürlich wieder Fisch, der hier so frisch ist, wie man es sich gar nicht vorstellen kann. Am Sonntag machten wir uns auf in den nördlichsten Ort nach De Cocksdorp. Dieser Ort liegt auf der ehemaligen Insel Eierland und wurde durch Eindeichen dem Festland angegliedert. Kurz nach dem Einpoldern wurde der Grundstein für die Waddenkerk gelegt. Nach vier Jahren wurde sie eingeweiht und für die Inneneinrichtung legten die Bewohner zusammen und erwarben zum Beispiel die Kanzel von einer evangelischen Kirche in Den Haag, die 1822 geschlossen wurde. Weithin sichtbar ist neben der Kirche auch der Leuchtturm, dem wir nach einem langen Spaziergang am Wattenmeer einen Besuch abstatteten. Dazu gibt es zwei Geschichten: Die erste berichtet vom Bau des Turms, der wegen des heftigen Seegangs zwischen Texel und der benachbarten Insel Vlieland notwendig wurde. Kam es doch im 19.Jh. in 12 Jahren zu 72 Schiffshavarien. In der zweiten Geschichte spielt der Leuchtturm eine wichtige Rolle im Georgieraufstand. Der Leuchtturm war Teil des von Deutschen errichteten Atlantikwalls. Georgier waren auf Texel, da sie am Ende des 2. Weltkriegs vor die Wahl gestellt wurden, in Kriegsgefangenschaft zu gehen oder ins deutsche Heer einzutreten. Sie rebellierten gegen die deutschen Besatzer, nahmen den Leuchtturm ein und verschanzten sich. Am 21. April 1945 griffen die Deutschen dieses letzte Bollwerk der Georgier mit Flammenwerfern und Panzern an und die 110 Georgier starben. Heute ist der Leuchtturm beliebtes Ausflugsziel, vor allem am Wochenende und nur im Luftfahrt- und Kriegsmuseum oder auf dem Georgierfriedhof kann man mehr über diese unselige Zeit erfahren. Auf dem Rückweg machten wir Halt auf dem „Eis“ Bauernhof, denn dort stellt man aus der Milch der eigenen Kühe ein sehr leckeres Eis zu annehmbaren Preisen her: eine Kugel, auf Niederländisch heißt sie „Bollen“ (und das ist sie auch wirklich) kostet in der großen Waffel 2,60 €. Das haben wir uns gegönnt, bevor es zurück zum Campingplatz ging.
Bis zum nächsten Mal grüßen Vrouw und Meener Hillie
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Texel 3 Hallo! Weiter geht es mit dem Montag. Für diesen Tag haben wir uns den „Hoge Berg“ vorgenommen. Er ist eine Lehmaufschüttung aus der Eiszeit, denn Texel ist schon immer Land gewesen. Am Fuße des Berges hat man Lehm abgebaut und dabei festgestellt, dass dort eine Ansammlung von Insekten lebt, die in den Lehmwänden haust. So wurde das einzige Insektenreservat in Holland geschaffen, das jetzt unter Naturschutz steht. Trotz unseres fortgeschrittenen Alters haben wir den 15,50 m hohen Berg, die einzige Erhöhung auf Texel erklommen und konnten ihn auf einem Rundweg umrunden. Das war aber nicht der einzige Höhepunkt dieser Reise, denn am Montag hatten wir 53. Hochzeitstag und aus diesem Anlass sind wir abends essen gegangen. Herr Hillie aß den Lammpottje und ich zwei Seezungen, beide Gerichte natürlich mit Fritten und Salat. Als Nachspeise genehmigten wir uns je einen Espresso mit Pralinen aus der Texeler Schokolaterie. Die eine Praline sah wie ein kleines Schäfchen aus.
Für den Dienstag war Regen angesagt, der dann auch prompt (teilweise sehr stark) einsetzte, begleitet mit Windböen. Aber unsere Markise ist gut verspannt. Zwischendurch konnten wir jedoch auch draußen lesen. Für diesen Tag haben wir uns nichts vorgenommen, nur gespielt, gelesen und geschlafen (Herr H.). Und natürlich wieder Fisch gegessen.
Am Mittwoch sind wir am Morgen in das Naturschutzgebiet „Slufter“ gefahren. Es liegt im Nordosten der Insel und ist eines der intressantesten und faszinierendsten Gebiete der Watteninsel, das zur Nordsee hin offen ist. Als Eigenname bezeichnet ein „Slufter" eine einzigartige, von Gezeiten geprägte Salzwiese oder ein Dünental, das in offener Verbindung zur Nordsee steht. Als geografischer Gattungsbegriff lässt es sich am besten mit Priel (Gezeitenrinne), Marsch oder Salzwiese übersetzen . Der Slufter auf Texel bietet eine spannende Landschaft, die von Gezeiten, Sand, Wasser und besonderer Flora und Fauna erzählt. Es handelt sich um eine große Salzwiesenfläche zwischen zwei Sanddeichen. Das Besondere ist, dass diese Salzwiesen an der Nordseeküste liegen. Deshalb strömen Priele mit Salzwasser quer durch das Gebiet und die Nordsee dringt bei jeder Flut immer weiter in die Landschaft ein, das sich durch eine wunderschöne, bewachsene Dünenlandschaft auszeichnet. Wir haben einen langen Spaziergang bei Wind und Sonne gemacht und uns dann zum Schluss im Café, das am Anfang oder Ende der Wanderung steht (je nachdem, wie man es sieht), zwei Stück Kuchen für den Kaffee im Wohnwagen mitgenommen. Am Mittwochnachmittag setzte heftiger Sturm ein und wir mussten die Markise zusätzlich vertäuen. Der Sturm dauerte auch den ganzen Donnerstag. Zum Mittagessen fuhren wir in die Stadt ins Mans‘ Gastro Pub und aßen Texeler Tapas oder Bites wie sie hier genannt werden:
-Süßkartoffelpommes mit Trüffelmayonnaise und reifem Käse -gebratene Miesmuscheln in Sahnesoße -Hähnchenkebab, Knoblauchsoße und Salat -Steakspitzen, Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Paprika -gebackene Tortilla gefüllt mit Räucherlachs und frischem Rahmkäse -Texeler Mini-Rindfleischkroketten
Dazu ein alkoholfreies Bier und eine Apfelschorle.
Den Nachmittag verbrachten wir im Wohnwagen. In der Nacht zum Freitag setzte heftiger Regen ein, der den Sturm vertrieb und am Freitagmorgen herrschte wieder Sonnenschein und ruhiges Wetter. Nach einer ausführlichen Einkaufsfahrt, bei der wir in einem Spargelhof wunderschönen (schon geschälten) Spargel fürs Abendessen kauften, frühstückten wir und dabei fiel Herrn H. eine Plombe aus einem Backenzahn. Die Zahnärzte auf Texel waren telefonisch nicht erreichbar. In der Touristinformation erfuhren wir auch den Grund: Texeler Zahnärzte behandeln nur Bewohner von Texel. Also mussten wir mit der Fähre um 14:30 Uhr aufs Festland nach Den Helder. Dort hatten wir für den Nachmittag einen Termin. Die Wartezeit war kurz und die Behandlung erfolgte in einer sehr modernen Praxis. Wir erreichten sogar noch die 16:30 Fähre wieder zurück nach Texel. Damit kam dieses Abenteuer zu einem guten Ende. Wie es weitergeht? Davon beim nächsten Mal. Viele Grüße von den Hillies
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Am Samstag nahmen wir uns das Ecomare vor. Es handelt sich dabei um eine gut gemachte Ausstellung rund ums Wattenmeer, seine Ökologie, seine Entstehung, seine Flora und Fauna. Vieles ist interaktiv und trägt zum Verständnis dieser besonderen Lebensform bei. So kann man z.B. die Gesänge der einzelnen Walarten hören. Angegliedert ist ein Meeresaquarium. Das Ecomare wurde 1952 als Robbenaufzuchtstation ins Leben gerufen, in der vor allem junge Robben (die Heuler) aufgepäppelt wurden, bis man sie wieder in ihre natürliche Umwelt entlassen konnte. Heute ist das Ecomare Heimat von Seehunden und Robben, die nicht mehr ins Meer zurückkehren können, da sie zu sehr behindert sind: so ist beispielsweise eine Robbe blind, eine hat nur noch eine Vorderflosse usw. Daneben werden auch kranke Seevögel gesund gepflegt. Mehrmals am Tag finden Fütterungen statt, bei denen über die Arbeit in der Station berichtet wird. Sie erfolgt zwar auch in deutscher und englischer Sprache, aber während dieser Zeit sind die holländischen Besucher sehr laut, so dass man fast nichts versteht. Das Ganze ist von einer schönen, hügeligen bewachsenen Dünenlandschaft umgeben. Auf der Rückfahrt kamen wir an einem Stand mit Erdbeeren und Eis vorbei. Da konnten wir nicht widerstehen.
Am Sonntag haben wir den letzten der sieben Orte besucht: Oosterend im, wie es der Name schon sagt, Osten der Insel. Bevor 1629-39 die beiden Inseln Texel und Eierland durch einen Sanddamm verbunden wurden, war hier der östliche Teil der Insel Texel. Oosterend war ein Fischer- und Schifferdorf. Mittelpunkt dieses wunderschönen Dorfes, das das Herz des Fotografen höherschlagen ließ, ist die Martenskerk, aus Tuffstein errichtet. Sie ist dem Hl. Martin gewidmet. Am Ortsende steht die bemerkenswerte Windmühle „Het Noorden“, die eine Besonderheit darstellt. Sie ist ein achteckiger „Grundsegler“, dessen Flügel fast bis auf die Erde reichen (daher der Name). Sie hatte die Aufgabe, Wasser aus den Poldern zu pumpen. Wir sind die Straßen mit wunderschönen Häusern und interessanten Türen sowie prächtigen Vorgärten entlang geschlendert und dann weiter – parallel zum Deich – nordwärts gefahren bis zum kleinen Örtchen Oos, das nur aus wenigen Häusern besteht. Dort mussten wir umkehren, denn nur für Wanderer und Radfahrer ging es weiter. Wir sind dann nach Süden bis zum südlichsten Punkt, nach ’t Horntje gefahren. Es ist ein kleiner Ort mit etwa 50 Einwohnern, der aber seine Bedeutung durch die Fähren, die von dort aufs Festland abgehen, erhalten hat. Die Fährverbindung erfolgt in den Hauptreisestunden und -tagen halbstündlich und in 20 Minuten hat man die Insel verlassen, bzw. erreicht.
Montag ist Markttag in Den Burg und so haben wir den Markt auch aufgesucht, Es ist sehr überschaubar und bietet neben den üblichen „Brauch ich oder Brauch ich nicht“ Waren Lebensmittel aus der Region. Wir haben Fisch eingekauft und dann in unserer Stammbäckerei Brötchen fürs Frühstück und was Süßes für den Nachmittagskaffee. Außerdem waren wir noch auf dem Spargelhof und haben frischen Spargel und kleine Kartöffelchen mitgenommen. Somit ist das Abendessen gesichert.
Die folgenden Tage verbrachten wir bei teilweise kühlem, windigem und nassen Wetter im und am Wohnwagen. Am Mittwoch rollten wir bei schönem Wetter die Markise ein, denn sie sollte schon trocken sein. Heute gibt es zum Abschluss als Mittagessen noch einmal Texeler Tapas und am Freitag wird der Wohnwagen wieder angehängt und es geht heimwärts. Damit verabschieden wir uns von Texel, einer wunderschönen, ruhigen Insel mit einmaliger Landschaft, vielen regionalen Produkten und unwahrscheinlich netten Menschen, die Fremde grüßen, wenn sie ihnen begegnen und sehr viel Rücksicht auf den doch sehr engen Straßen, auf denen auch Radfahrer und Fußgänger unterwegs sind, nehmen.Vie Viele Grüße von den Hillies
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."