Vorher habe ich mir noch einmal die Fotos von den Hurtigrouten angeschaut. Ich scroll so vor mich hin und wundere mich, wie ähnlich der Baustil dem hiesigen ist... Tja, da war ich halt schon bei Dinkelsbühl/Ellwangen
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
Hola! Der Sonntag begann mit einer Überraschung: es war kein Wasser da. Ich kontaktierte die Nachbarn von gegenüber und erfuhr, dass es anscheinend in der ganzen Straße kein Wasser gab. Das war schon mal gut, dass es nicht nur unsere Wohnung betraf. Frühstücken konnten wir, da wir 15 l Trinkwasser hatten. Nach etwa einer Stunde (die Polizei fuhr mehrmals in höchster Geschwindigkeit die Straße rauf und runter) hieß es „Wasser marsch“. Als erstes haben wir uns den Putzeimer mit Wasser gefüllt. So sitzen wir nicht mehr auf dem Trockenen. Da die Kathedrale in Las Palmas am Sonntag geschlossen hat und die Geschäfte sowieso, nahmen wir uns das Aquarium in der Hauptstadt vor. Wir waren relativ früh dort, so gab es keine Wartezeiten an den Kassen und es war auch nicht so voll. Die Beschreibungen klangen allerdings vollmundiger als die Tatsache es war. Es ist allerdings wirklich ein sehr schönes Aquarium mit einem beeindruckenden Tiefseeteil. Dort saßen wir lange und beobachteten die gemächlich vorbeiziehenden Haie und die beeindruckenden riesigen Mantarochen. Nach drei Stunden machten wir uns auf den Heimweg. Unterwegs kauften wir für den Kaffee noch Mandelplätzchen. Auf der Terrasse planten wir dann den nächsten Tag.
Der Montag sollte unter dem Motto Rum und Bananen stehen. Deshalb fuhren wir nach Arucas im Nordosten der Insel. Arucas hat eine imposante Kathedrale, die wie eine gotische in Frankreich aussieht. Jedoch wurde sie im 20 Jh. gebaut und der gotische Stil, allerdings perfekt, kopiert, inklusive beeindruckender Rosettenfenster. In der Fußgängerzone gab es einige schöne Häuser, mit den für den spanischen Kolonialstil typischen Balkonen zu sehen. Die Rumfabrik war nur mit Führung zu besichtigen und als wir im Laden die Preise sahen, verzichteten wir. Das Wetter wurde immer drückender und heißer (28 Grad), denn es herrschte die Wetterlage „Calima“ über Gran Canaria, das heißt: hohe Temperaturen, Trockenheit, starker Wind und hohe Luftverschmutzung durch Sand aus der Sahara. So ließen wir auch die Bananenplantagen und machten uns auf den Heimweg, kauften unterwegs noch ein und genossen unsere kühle Wohnung.
Für den Dienstag verordneten wir uns einen Ruhetag. Es begann mit langem Schlafen (bis 8 Uhr) und einem schönen Spaziergang am Meer. Gegen 11 Uhr wurde es jedoch zu heiß und wir zogen nach dem Frühstück unsere kühle Terrasse vor. Um die Mittagszeit kam die Reinigungsfrau, bezog die Betten neu und legte frische Handtücher ins Bad. Die Reinigung wird per WhatsApp angekündigt und wir müssen damit einverstanden sein.
Am Mittwoch ging es wiederum auf Tour. Zwei Städtchen standen auf dem Programm: Guia und Cáldar. Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch die Höhlenwohnungen Cenobio de Valerón. 298 Kammern und Höhlen haben die Altkanaren aus dem weichen Tuffstein gekratzt. Sie dienten als Unterkünfte und als Getreidespeicher. Guia ist eine kleine Stadt mit einige schönen Häusern, Gáldar ist malerisch an den Berg gleichen Namens gebaut und hat eine schöne Fußgängerzone. Im Innenhof der Touristinformation steht und wächst der immer noch älteste und mächtigste Drachenbaum Gran Canarias. Würde der Innenraum ihn nicht begrenzen, wäre er sicherlich noch ausladender. Es fing an zu regnen, so statteten wir noch den Markthallen mit ihrem reichhaltigen Angebot vor allem an Gemüse und Früchten einen Besuch ab und machten uns nach einem Einkaufsstopp wieder auf die Heimfahrt.
Der Donnerstag war wieder ein Ruhetag, denn für den Freitag haben wir uns Las Palmas, die Hauptstadt vorgenommen.
Am Freitag änderten wir zunächst unser Programm, denn das Auto zeiget ständig den Hinweis, eine Werkstatt aufzusuchen mit der Zusatzinformation: Fehler in der Bremsanlage. So fuhren wir zunächst sehr vorsichtig zum Flughafen zum Autovermieter und bekamen selbstverständlich einen neuen PKW. Es ist wieder ein Citroën, allerdings ein C3. Das war uns sehr recht, denn die Straßen sind von der Autobahn abgesehen, schon sehr eng. Mit einer Stunde Verspätung fuhren wir dann nach Las Palmas. Mit dem Navi gab es dieses Mal kein Problem, denn es funktionierte wie unseres im eigenen Auto ohne Smartphone. In Las Palmas fanden wir zentrumnah einen Parkplatz und machten uns auf den Weg in die historische Altstadt, die uns sehr gut gefallen hat. Nach einem belegten Brötchen und einem Kaffee als Mittagsessen erkundeten wir die Kathedrale Santa Ana. Mit dem Aufzug ging es den Turm hinauf zur Aussichtsplattform. Von dort oben hatten wir einen sehr schönen Ausblick und Überblick über Stadt und Hafen. Dann ging es mit dem Hop on – Hop off Bus 1 ¼ h durch die Stadt und wir bekamen einen guten Überblick über die Stadt Danach machten wir uns mit viel Stau auf den Rückweg in unser Haus. Da ich keine Lust mehr hatte zu kochen, gingen wir ins Panoramalokal im Einkaufszentrum. Wir saßen im Freien mit wunderschönem Ausblick auf den Atlantik und ließen uns Kaninchen und gegrillte Calamares schmecken. In der Heladeria holten wir uns ein Eis für den Heimweg. So, das war es dann für heute. Ein schönes Wochenende wünschen die Hillies
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Ich lese interessiert mit. Ihr kommt ja ganz schön herum, wenn ihr im Süden der Insel wohnt und bis in den Norden Ausflüge macht. Das ist ja eine komplette Inselumfahrung? Apropos Norden. Ist es dort wirklich merklich kühler als im Süden?
Ich plane 1 Woche Gran Canaria im März und hätte es natürlich nach dem deutschen Winter im Zweifelsfall lieber warm. Also sollte ich im Süden bleiben? Was meinst du dazu?
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Wir haben bis jetzt festgestellt, dass es im Süden wirklich wärmer ist. So groß sind die Entfernungen nun wirklich nicht: Las Palmas-Maspalomas: 57 km Autobahn.
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Zitat von Nocturna im Beitrag #284Vielen Dank für die Infos. Es bleibt also beim Süden im März. Sollte ich jemals im Sommer hinfliegen, dann in den Norden.
Hast du schon eine Unterkunft?
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Hola! Da wir uns heute (29.11.) vor 53 Jahren kennengelernt haben, sind wir zum Mittagessen nach Maspalomas gefahren und haben Tapas gegessen. Das waren:
kalter Salat und Gambas mit Seranoschinken gefüllte Paprika junge Glasaale und Crevetten Datteln mit Speck umwickelt Champignons in Knoblauchöl gebratene kleine grüne Paprika Brot und Wasser
Den Nachmittag haben wir bei 27 Grad und lauem Wind auf der Terrasse verbracht.
Für den Sonntag stand eine Tour ins Landesinnere auf dem Programm. Wir wussten, dass wir uns auf eine kurvige Strecke einlassen würden. Die Straße war geteert, aber teilweise eng mit Ausweichstellen. Da es Sonntag war, waren viele „Easyrider“ und „Anwärter für die Tour de France“ unterwegs. Unsere Tour führte uns durch eine wunderschöne Landschaft, geprägt von weiten, tiefen Talkesseln, in denen leuchtend weiße Ortschaften mit roten Dachziegeln lagen. Die Berge rundherum ragten hoch hinauf und trugen die Spuren des Vulkanismus. Der erste Ort, durch den wir kamen, war Fataga, ein Ort, wie man ihn sich nicht schöner vorstellen kann. Blauer Himmel, weiße, bemalte Häuser, kleine Gässchen und eine Blumenpracht sondergleichen. Musik spielte, um die Kirche fand ein kleiner Markt statt, der nicht den sonst üblichen Ramsch anbot, sondern Kunstgegenstände aus der Region. Bei einem Milchkaffee auf der Terrasse einer kleinen Bar genossen wir das sonntägliche Treiben. Weiter ging es dann nach San Bartholomé de Tirajana, Treffpunkt der Motorradfahrer und Radler. Hier trafen wir sie wieder, die uns überholt, bzw., die wir überholt hatten. Wir genehmigten uns je ein Brötchen mit Schinken und Käse belegt, je einen Kaffee und zu zweit ein Stück Kuchen. Auf der Weiterfahrt nach Tejeda, dem Zentrum der Mandelkekse, ließen wir den Roque de Nublo, das Wahrzeichen Gran Canaria rechts liegen. Wir sahen ihn nur von Weitem und in Wolken, denn der Weg dorthin ist steinig und steil und erfordert Trittsicherheit. In Tejeda fanden wir sofort in einer Tiefgarage einen Parkplatz. Das ist nämlich in den Ortschaften ein Problem, da alle – Bewohner und Besucher – entlang der Straße parken. Allerdings gestaltete sich die Ausfahrt etwas problematisch, da Ein- und Ausfahrt über die gleiche Rampe führten, die Kasse sich außerhalb der Garage befand und jeder meinte, der erste gewesen zu sein und nicht zurückfahren zu müssen. Nun mit viel Gekurbele, Vor- und Rückwärtsfahren, begleitet von einer lauten Geräuschkulisse durcheinanderrufender Canaren und Gehupe, waren auch wir – ohne Schramme – wieder auf der Straße. Da mussten wir uns zum Trost erst einmal ein Eis kaufen und natürlich die wirklich leckeren Mandelplätzchen. Heimwärts wählten wir dann die schnellere Route über die Autobahn.
Da der Sonntag doch für den Fahrer etwas anstrengend und auch die Beifahrerin ständig gefordert war, erklärten wir den Montag zum Ruhetag. Bis um die Mittagszeit war der Himmel bedeckt, dann setzte starker Wind ein, vertrieb zwar die Wolken, aber reduzierte die Temperatur.
Am Dienstag fuhren wir noch einmal nach Puerto Mogan und wir fanden den Ort dieses Mal sehr schön, so ganz ohne Ramsch- und Kitschmarkt. Die Kanäle mit den Brücken darüber erinnerten schon ein bisschen an Venedig. Zum Mittagessen sind wir dann nach Arguineguin gefahren und haben im „Cofradio de Pescadores“, dem Restaurant der Fischereigilde zu Mittag gegessen. Wir waren zum Glück eine Viertelstunde vor der Öffnungszeit dort und bekamen gleich einen Platz. Beim Verlassen standen die Leute Schlange. In diesem Lokal gibt es nur Fisch, allerdings den frischesten, den man sich nur denken kann. Zu Beginn gab es Brot mit roter Mojosoße und Aioli, dann entschieden wir uns für eine Portion gegrillte Muscheln (zu zweit) und dann gab es für jeden Papageifisch mit Salat, Papas Arrugadas und rote Mojosoße. Die Fische (für jeden zwei) waren knusprig gebraten und schmeckten hervorragend. Den Nachmittag verbrachten wir auf der Terrasse und am Mittwoch starteten wir mit einem Spaziergang am Meer, das nur wenige 100 Meter von unserer Unterkunft entfernt ist. Es gibt zwar einen kleinen Sandstrand, aber parallel dazu führt ein geteerter Weg, der angenehm zu laufen ist. Auf dem Rückweg nahmen wir uns frisches Brot für das Frühstück mit. Nun haben wir noch eine Woche und so Einiges wollen wir uns doch noch ansehen. Davon dann demnächst mehr.
Viele Grüße von den Hillies
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Den Mittwoch verbrachten wir nach einem langen Strandspaziergang wieder in unserem Haus, um dann am Donnerstag erneut auf Tour zu gehen. Teror stand auf dem Plan, eine der schönsten Städte Gran Canarias und das stimmt auch so. Sie hat nicht umsonst eine Straße der Balkone, in der sich einer schöner als der andere aneinanderreihen. Die Kirche „Unsere Liebe Frau von der Pinie“ geht auf eine Erscheinung zurück. Im September 1481 sollen kanarische Bauern die Muttergottes in einer Kiefer gesehen haben. Prompt erklärte der Papst das als Wunder und den Ort als Wallfahrtsort. Und da ein Wallfahrtsort eine Kirche braucht, wurde diese auch gebaut. Wir blieben lange in dieser Stadt und machten dort auch Mittagspause. Anstelle des sonst üblichen belegten Brötchens mit Schinken und/oder Käse gab es im Restaurant Araucara je ein Baguette mit gegrillten Zucchini, Ziegenkäse und karamellisierten Zwiebeln belegt. und den obligatorischen Café con Leche dazu. Damit die Ziege nicht alleine meckern musste, schoben wir noch je ein Ziegenmilcheis hinterher. Es war nur aus natürlichen Zutaten hergestellt und schmeckte ebenso wie die Brötchen sehr gut. Wir wollten noch Telde besuchen, aber es war einfach unmöglich einen zentrumsnahen Parkplatz zu finden, da das Parkhaus wegen Überfüllung geschlossen hatte.
Der Freitag war wieder ein Ruhetag, nur von Tapas unterbrochen, dafür ging es am Samstag erneut mit dem Auto los. Agüimes war unser Ziel. Der ehemalige Bischofssitz hat ca. 45 000 Einwohner und zeigt eine Vielzahl von Bronzeskulpturen, die über die Stadt verteilt, Szenen des bäuerlichen Lebens darstellen. Da der 6. Dezember, der „Verfassungstag“, Feiertag ist, waren leider die Kirche und auch das historische Museum geschlossen. Deshalb machten wir uns auf abenteuerlichen Straßen auf zu einer der beeindruckendsten Natursehenswürdigkeiten in der Nähe von Agüimes, der Barranco de Guayadeque. Dieses tiefe Tal erstreckt sich über mehrere Kilometer und ist bekannt für seine atemberaubende Berglandschaft und das Höhlendorf Cuevas Bermejas mit zahlreichen noch existierenden Höhlenwohnungen, die einst von den Ureinwohnern der Insel, den Guanchen, bewohnt wurden. Heute sind einige dieser Höhlenhäuser in Restaurants und Museen umgewandelt, die Besuchern einen Einblick in das Leben der alten Kanarier geben. Am Eingang des Tales erhielten wir in einem Museum einen guten Überblick über die Lebensweise der Ureinwohnen, die vermutlich aus Afrika stammten. Diese vielen Höhlen sind Ergebnisse des Vulkanismus. Bei Vulkanausbrüchen bilden sich Glasblasen. Durch weitere Ausbrüche oder Erdbeben, entweichen die Gase, aber die Höhlen bleiben. Auf direktem Weg fuhren wir wieder zurück.
Erst am Montag brachen wir zu unserer letzten Tour auf. Sie führte uns zum Höhepunkt der Insel, den Pico de Bandama (569 m hoch) und die Caldere de Bandama, die vor ca. 5000 Jahren durch den Vulkanausbruch des Pico de Bandama entstanden ist. Sie ist ca. 1000 m weit und 200 m tief. An ihren Hängen wird Wein angebaut. Von verschiedenen Aussichtspunkten konnte man gut in diesen Vulkankessel hineinschauen. Da der Montag (Mariä Empfängnis) in Spanien ein Feiertag ist, hatten Geschäfte und Museen geschlossen. Auch die meisten Bars und Restaurants waren zu und so machten wir uns relativ bald wieder auf den Heimweg und genossen noch einmal unsere Terrasse.
Heute, am Dienstag haben wir einen Abschiedsspaziergang am Meer gemacht. Wieder wie in den vergangenen Tagen bei tiefblauem Himmel und Windstille. Heute, am späten Nachmittag wird gepackt, denn morgen geht es mit einer Zwischenübernachtung in Frankfurt wieder zurück nach Deutschland. Wir sind froh, diese wunderschöne Insel bei so angenehmen Temperaturen erlebt zu haben.
Ade sagen die Hillies
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Danke, dass ich an deiner/ eurer Reise „ teilhaben „ durfte. Tolle Bilder, das war bestimmt eine tolle Zeit. Die Hurtigrutenbilderhab ich mir auch angeschaut, jetzt hab ich Hunger 😋 Danke dir für deine Reiseberichte 🤗
Tolle Bilder aus Gran Canaria. Ich bin mal neugierig wie das Wetter so wird, wenn wir dort im März sind. Und ja, ich habe auch gleich noch Norwegen angesehen wie Mariell. Eine Stunde vor dem Abendessen sind die Essensbilder besonders verlockend.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Lanzarote 1 Hallo aus Lanzarote! Heute soll es den ersten Bericht geben. Wie üblich bei frühem Abflug sind wir auch dieses Mal am Tag vorher bereits ins Flughafenhotel nach Frankfurt gefahren und haben dort übernachtet, denn am Freitag um 10:05 Uhr startete ziemlich pünktlich der Flieger von Discovery Air nach Lanzarote. Wir hatten das Auto bereits vorreserviert (es sollte wieder ein Navi haben). Aber das Auto, das man uns gab, hatte keines. Es dauerte über eine Stunde, bis der Vertrag gecancelt war (die Dame meinte zwar, wir sollten einen Tag zahlen!), aber nicht mit uns. Bei einem anderen Anbieter klappte es dann und zum Glück hatte ich das Kabel für die Verbindung mit dem Smartphone dabei und nach einigen Versuchen klappte es dann auch und wir erreichten nach ca. 50 Minuten unser Domizil in Charco del Palo, ein kleines Dorf, das nur zum Zwecke des Tourismus vor etwa 60 Jahren gebaut wurde. Der Schlüssel für unser Haus lag im Kästchen an der Türe. Wir packten nur das Notwendigste aus und gingen dann gleich gegenüber zum Essen. Das Bett winkte danach und wir schliefen tief und fest, denn es ist absolut ruhig.
Am nächsten Morgen wurde ausgepackt und im Supermarkt gegenüber ein leckeres Körnerbaguette für das erste Frühstück geholt. Die Hausdame kam und wir klärten noch einige Dinge wie Reinigung und Handtuchwechsel. Nachmittags machten wir einen Spaziergang am Meer und aßen im Lokal gleich nebenan zu Abend. Damit konnte am Sonntag der erste Ausflug starten. Wir fuhren zunächst in den Kakteengarten, wo inmitten von schwarzem Lavagestein eine unwahrscheinliche Vielfalt von Kakteen aus der ganzen Welt gepflanzt worden waren und nach einem Rundgang weiter nordwärts nach Ozola zur nördlichen Spitze von Lanzarote, von wo die Schiffe zur kleinen Insel Graciosa abgehen. Hier zeigt der Atlantik seine volle Macht und hohe Fontänen spritzten über das Lavagestein. Eigentlich ist Lanzarote eine schwarze Insel, die aber in diesem Jahr dank ergiebiger Regenfälle im Dezember und Anfang Januar grün und bunt geworden ist. Darüber sind vor allem die Einheimischen sehr froh. Von dort fuhren wir weiter zum Mirror del Rio, einem schönen Aussichtspunkt genau gegenüber der Insel Graciosa. Am Montag machten wir uns auf in die 30 km südlich gelegene Hauptstadt Arrecife. Die Bedeutung ist „Riff“, was sich auf die Lavafelsen vor dem geschützten Hafen bezieht. Hier wohnt mit 68 169 Einwohnern knapp die Hälfte aller Lanzaroteños. Wir bekamen gleich am Hafen in einem Parkhaus einen Platz und machten uns auf den Weg zum Fremdenverkehrsbüro, um einen Stadtplan zu bekommen. Aber die „nette“ Dame meinte lakonisch, ist solle den großen Wandplan abfotografieren. Heute kämen viele Kreuzfahrttouristen und die wollten alle Pläne. Wir ließen nicht locker und siehe da, sie rückte einen heraus. Nun viel zum Anschauen gab es nicht. Wir statten der Kirche San Gines einen Besuch ab, die von außen hübscher war, als im Inneren, schauten uns das Kastel San Gabriel an und liefen ein bisschen durch die Fußgängerzone, tranken einen Kaffee und das war es dann auch. Wir tätigten noch einen Großeinkauf und fuhren dann zurück. Für den Dienstag haben wir den Besuch im Nationalpark geplant. Davon dann im nächsten Bericht mehr. Viele Grüße von den Hillies
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Es ist kühler, als wir erwartet hatten: tagsüber so um die 20 Grad, nachts 17-18 Grad. Morgens meist bewölkt, später blauer Himmel und Sonne. Heute Nachmittag war es in der Sonne zu warm.
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Lanzarote 2 Der heutige Bericht soll mit ein bisschen Geschichte beginnen: Lanzarote entstand vor ca. 15–20 Mio. Jahren durch den "Kanaren-Hotspot" und wurde ab ca. 1100–500 v. Chr. von berberischen Völkern aus Nordafrika, den Majos (Guanchen), besiedelt. Sie lebten als Hirten, Fischer und Sammler in Höhlen/Hütten. Die isolierte Kultur bestand bis zur europäischen "Entdeckung" im 14. Jh. und der Eroberung. Die Insel war bereits in der Antike Phöniziern und Römern bekannt und wurde 1312 durch den Genuesen Lancelot Maloisel, nach dem die Insel benannt wurde, "wiederentdeckt". Die spanische Eroberung begann Anfang des 15. Jahrhunderts durch Jean de Béthencourt. Für den Dienstag haben wir uns den absoluten Höhepunkt der Insel, den Nationalpark Timanfaya vorgenommen. Er entstand vor über 300 Jahr durch den Ausbruch von mehr als 100 Vulkanen. Und obwohl es seitdem (der letzte Ausbruch war 1824) keine Ausbrüche mehr gab, sind sie immer noch aktiv. Man kann zwar in den Nationalpark mit dem Auto hineinfahren, muss es aber dann parken. Eine schmale, enge Straße wurde durch die Lavamassen gebaut, auf der Busse verkehren. Wir nahmen an einer dieser (auch in deutscher Sprache) geführten Bustour statt und fuhren an beeindruckenden Calderen und riesigen Lavafeldern vorbei. Fast tunnelartig war teilweise die Straßenführung. Anschließen frühstückten wir, denn wir waren sehr früh aufgebrochen. Zum Glück, denn so mussten wir nicht am Eingang warten und es stand auch gleich ein Bus bereit. So gestärkt unternahmen wir die Bustour ein zweites Mal. Allerdings saßen wir damals auf der rechten Seite und konnten so diese Vulkankrater sehen. Es wird nämlich nicht angehalten und auch während der 45-minütigen Tour kann man nicht aussteigen. Das wäre bei den vielen Menschen auch katastrophal. Da mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen der Hauptstadt lagen, war es ganz schön trubelig. Vor, bzw. nach der Bustour finden Vorführungen statt, die die noch aktive Tätigkeit der Erde zeigen: die Hitze entzündet z.B. Stroh oder kaltes Wasser erhitzt sich unterirdisch und schießt einem Geysir gleich in die Höhe. Man hätte im Lokal auch über heißem Dampf gegartes Fleisch und Hühnchen essen können. Aber angesichts der Massen und des Preises, haben wir darauf verzichtet und lieber noch dem Informationszentrum einen Besuch abgestattet und sind nach einem schönen Plankenweg durch die Lavafelder wieder zurückgefahren.
Da das Wetter an den Folgetagen nicht so rosig war, teilweise bewölkt und manchmal leichter Nieselregen, haben wir es uns im Haus und im Windschatten auf der Terrasse gemütlich gemacht. Am Samstag sind wir bei schönstem Wetter Richtung Teguise gefahren, aber je näher wir an die Stadt kamen, die im Inselinneren liegt, umso unwirtlicher wurde das Wetter. Es kam Nebel auf und es begann zu regnen. Obwohl wir einen schönen, Altstadt nahen Parkplatz gefunden hatten, kehrten wir zurück, um den Nachmittag in der Sonne auf der Terrasse zu verbringen. Die Hauskatze (eine schöne, saubere, orange Katze) kam auch, um es sich zwischen uns bequem zu machen. Herr Hillie war nicht sehr davon angetan. Am Sonntag begrüßte uns der Tag schon um 8 Uhr mit blauem Himmel und Sonne. So machten wir uns zur nächsten Tour auf. Sie führte uns nach Norden in die kleine Stadt Haria. Da sie genauso wie Teguise eng mit dem Namen des Künstlers César Manrique verbunden ist, hier einige Informationen. Der berühmte Sohn Lanzarotes war ein Tausendsassa. Was konnte er nicht alles? Er war Maler, Architekt, Designer, Autor, Umweltschützer, … 1919 in Madrid geboren, ist er vor allem für seine architektonischen Projekte als künstlerischer Leiter und seinen entscheidenden Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung von Lanzarote bekannt. Seine Kunstwerke, oft abstrakter Gestalt sind auf der ganzen Insel zu sehen. Er stirbt 1992 bei Tahiche. Eng mit der Insel verknüpft sind seine 6 Schätze, die alle Sinne erwecken sollen:
SEHEN. Die Schönheit der Insel versetzt uns in eine andere Ebene der Wahrnehmung. HÖREN. Bühnenstücke in einer Lavaröhre. SCHMECKEN. Kochen mit der Glut des Vulkans. FÜHLEN. Glühende Asche, stachelige Kakteen. RIECHEN. Meeresbrise, Salpeter und Landschaft. DER SECHSTE SINN. Eins werden durch seine Kunstwerke mit der natürlichen Umwelt. Die Großartigkeit des Werks von Manrique in den Zentren für Kunst, Kultur und Tourismus auf Lanzarote, ist seine Fähigkeit, uns wieder mit unserer Umgebung und mit uns selbst zu versöhnen
Da Sonntag war, gab es natürlich viel Trubel und um die Mittagszeit füllten sich die Lokale schnell. Wir hatten in einem kleinen, ursprünglichen Lokal Glück und bekamen einen schönen Tisch im Freien. So konnten wir die Leute beobachten und leckeres kanarisches Essen genießen.
Es gab Tapas, nämlich: Tortilla mit Zwiebeln Gemischte Kroketten (Spinat, Fisch, Huhn) mit Aioli Churros de Pescados = frittierte Fischstreifen Dazu Kaffee con Latte und später noch ein Eis in der Waffel.
Die Gegend um Haria wird auch "Tal der 1000 Palmen" genannt. Waum wohl? Wohl gesättigt fuhren wir zu einem wunderschönen Aussichtspunkt an der Nord-Ostküste; zum Mirador de Guinate. Guinate ist ein kleines Dorf im Norden der Insel, am Fuße des Vulkans La Corona. Etwa 40 Einwohner leben hier. Das Dorf erreichte durch seine Sehenswürdigkeit en, den Mirador de Guinate, große Bekanntheit auf der Insel. Er liegt 600 m hoch und von dort oben kann man die kleinen Nachbarinseln La Graciosa, Alegranza und Montaña Clara sehen. Die durch Lava geformten Felsküsten, auf welchen sich der Aussichtspunkt befindet, und der schwarz gefärbte Strandabschnitt darunter bilden weitere Höhepunkte, nicht nur für den Fotografen. Weiter ging es in das kleine Dörfchen Ye, das ebenfalls im Schatten des zerklüfteten Vulkans La Corona liegt und für seinen Weinanbau bekannt ist.
Soviel für heute. Demnächst mehr. Hasta la vista
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Lanzarote 3 Hallo! Am Dienstag ist es uns im 3. Anlauf gelungen, bei schönem Wetter in die frühere Hauptstadt Teguise zu fahren. Sie wird vom mächtigen Castillo Santa Barbara bewacht. So hatten es sich die Erbauer gedacht, aber nicht berücksichtigt, dass die Piraten vom Meer kamen. 1586 richteten algerische Piraten ein Blutbad in der Stadt an, an das eine Tafel in der Nähe der Kirche erinnert. 1618 brannten Seeräuber den Ort völlig ab. Den Namen hat die Stadt von der Frau des Gründers Bethencourt, einer Prinzessin der Maya. Weithin sichtbar zeigt der Turm der Kirche von der Hl. Jungfrau von Guadelupe das Zentrum der Stadt an. Am Hauptplatz steht der Palast Spinola mit seinen im Originalzustand erhaltenen Innenräumen. Heute beherbergt er ein Museum für Saiteninstrumente aus der ganzen Welt und eine Werkstatt, in der man die Herstellung sehen kann. Wir schlenderten durch die engen Straßen und da ein kalter Wind aufkam, machten wir uns am Nachmittag auf den Heimweg. Es galt ja auch noch abends Herrn Hillies Geburtstag mit einem spanischen Sekt zu feiern.
Am Mittwoch führte uns eine Tour in den Westen an die sturmgepeitschte Atlantikküste. Endlich konnten wir in Caleta de Famara am Meer laufen und die teilweise sehr hohen Wellen und zahllosen Surfer beobachten. Aber es gab noch einen anderen Grund, das Restaurante Sol. Es bereitete für uns:
Salade Sol - kleine gegrillte Tintenfische Gambas in Knoblauchöl - Kalbslende gegrillt, papas arrguadas, gedämpftes Gemüse Tiramisu - Mousse au chocolade 2 Latte 1 Flasche Wasser
Die Weiterfahrt führte uns über Calette de Caballo und Soo, La Santa und über Tiagua, Teguise wieder nach Hause.
Für den Donnerstag haben wir uns ein besonderes Ziel ausgesucht: die Slot Canyons Las Grietas. Was ist das? Die Grietas von Lanzarote sind eine der spektakulärsten Orte, die man auf der Insel besuchen kann. Der Berghang des Vulkans Montaña Blanca Risse hatte Risse bekommen und die Lavaschichten der verschiedenen Ausbrüche, die er im Laufe der Jahre erlebt hat, freigelegt. Es handelt sich im einen 600 m hoher Riss, der sich in der Seite des Vulkans gebildet hat. Diese Spalte verläuft etwa 20 m durch einen engen Korridor aus erstarrter Lava bis zu ihrer Endwand, nach der man sich umdrehen muss, um wieder herauszukommen! Der Canyon besticht durch seine unterschiedlichen Farben, ist allerdings sehr eng und nicht einfach zu gehen. So haben wir auch nur den Anfang besucht, um wenigstens einen Eindruck von dieser erdgeschichtlichen Besonderheit zu bekommen.
Am Freitag statteten wir der Weinstraße Lanzarotes, La Geria, einen Besuch ab. Hier nutzt man die Tatsache, dass die schwarze Lavaerde die Wärme speichert und pflanzt die Weinreben in halbrunde Vertiefungen. Lavasteine bilden die Begrenzung und halten den Wind ab. Entlang dieser Straße gibt es, wie bei Weinstraßen üblich “Bodegas“, also die Möglichkeit, Wein zu verkosten und auch zu kaufen. Wir haben zufällig in einem gut sortierten Supermarkt, eine Flasche weißen Wein von Lanzarote entdeckt, der uns sehr gut geschmeckt hat. Da wir jedoch mit dem Auto unterwegs waren, haben wir die Bodegas links liegen gelassen und sind weiter nach Uga gefahren. Dort ist die Sammelstelle für Dromedare. Dromedare auf Lanzarote, wie kommt das? Wahrscheinlich mit den ersten Europäern kamen sie nach Lanzarote. Man benutzte sie als Lasttiere, die mit der Einführung der Maschinen überflüssig wurden. Deshalb dürfen sie seitdem Touristen schaukelnd durch die Aschefelder der Feuerberge tragen.
Weiter führte uns unsere Tour nach Yaiza, dem wohl urtümlichsten Dorf Lanzarotes. Es ist so, wie es sich der große Künstler Manrique vorgestellt hat: weiße Häuser und grüne Balkone. Ein wahrlich wunderschöner Anblick. Vorbei an beeindruckenden Lavafeldern, die teilweise von Flechten (diese Flechten zerstören im Laufe von vielen hundert Jahren das Lavagestein) bedeckt sind, ging es wieder zurück. Nun haben wir noch eine Woche und noch Einiges, was wir uns anschauen wollen. Davon dann demnächst mehr. Ein schönes Wochenende wünschen die Hillies
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."