Toiletten, da kann ich in Antwerpen ein Lied davon singen. Alle Lokale, die wir bis jetzt aufsuchten, hatten die Toiletten oben oder unten, über zum teil abenteuerlichen Treppen zu erreichen, teilweise ohne Geländer.
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Pragmatisch wäre, eine Hebebühne für RollstuhlfahrerInnen anzumieten oder gleich anzuschaffen. Damit würden dann auch keine Sitzplätze entfallen. Pragmatisch wäre auch, wenn der OB dafür Sponsoring-Partner suchen würde. Aber Palmer gibt sich lieber die Blöße einer so nassforschen Unverschämtheit und versucht, den eigenen Mangel an Kreativität und seine Behindertenfeindlichkeit mit der Vorwärtsverteidigung "Fetischismus" abzubügeln. "... Das wäre aus seiner Sicht sinnvoller als "1.200 Euro für eine Minute auszugeben, nur damit eine Person auf der Bühne steht", so Palmer gegenüber dem SWR. ..." Also, meines Wisen stehen RollstuhlfahrerInnen nicht auf Bühnen, sondern sitzen, aber hey ... Boris Palmer eben. Mundwerk und SM-Tippselfinger schneller als das Gehirn. Der ist wohl schlicht so, der kann's offenbar nicht anders, geschweige denn besser.
Ich zitiere oft unseren ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau :" Nicht behindert zu sein ist kein verdienst, sondern ein Geschenk Gottes, das einem jederzeit wieder genommen werden kann "
Das ist ein super Spruch und den sollte jeder mal für sich verinnerlichen. Natürlich sollte man sich seine Tage nicht verderben, indem man über eine mögliche kommende Behinderung nachdenkt. Aber immer mal wieder sich ins Bewusstsein zu rufen, dass es nicht selbstverständlich ist, 2 Beine zu haben, 2 Arme, alles funktionstüchtig zu haben, keine Lähmung usw. ist schon ganz hilfreich und weitet den Blick. Als Physiotherapeutin habe ich ja jeden Tag mit verschiedenen Formen der Behinderung zu tun, mir ist da nichts fremd und ich sehe, egal in welcher Umgebung, immer genau hin und erkenne durchaus wenn etwas nicht behindertengerecht geregelt ist.
Nun hat ein enger Freund von mir ein Bein amputiert bekommen, ich versuche gerade, mit ihm die ersten Gehübungen mit der Prothese zu machen, bevor er hoffentlich bald in Reha kommt. Letztes Mal sagte er zu mir: "Fels, weißt du, mir fällt jetzt erst auf, wieviele Einrichtungen nicht behindertengerecht sind. War dir das bewusst?" Ja, habe ich gesagt, ich überlege immer mit meinen behinderten Patienten, wie man Dinge verbessern könnte oder versuche Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie mit den Gegebenheiten zurecht kommen können.
Nur ein Beispiel: eine 30jährige Frau, die schon von Kindheit an bei uns behandelt wird, hat eine frühkindliche Parese linksseitig. Da versuchen wir gerade, ihr die Angst vor Schwellen und unerwarteten Stufen zu nehmen. Ich denke, wenn sie sich auskennt, kann sie sich darauf einstellen, wenn sie wo hinkommt, wo sie nicht damit gerechnet hat, dass sich ihr Hindernisse in den Weg stellen, blockiert bei ihr der ganze Körper.
Hindernisse wird es immer geben, aber wir dürfen nicht aufgeben, diese so weit immer möglich, zu minimieren.
pinao
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Screenshot_20260530_07233
Screenshot_20260530_07233
habe versucht, geduldiger zu werden, hab aber damit aufgehört. ging mir einfach nicht schnell genug.
you get older and you learn there is one sentence, just four words long, and if you can say it to yourself it offers more comfort than almost any other. It goes like this: At least I tried. -Ann Brashares -