Hier hängen die ersten Wahlplakate (oder liegen schon wieder unten). Teilweise hängen sie so tief und die Kabelbinder stehen weit hervor, dass blinde Menschen zwar den Pfahl auf dem Gehweg mit ihrem Stock ertasten können, aber vermutlich voll ins Plakat laufen würden und sich zudem an den Kabelbindern verletzen könnten. Gibt es da nicht klare Vorschriften? Schlimm genug mit den E-Rollern und jetzt auch noch das!
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Zitat von Kleinfeld im Beitrag #717Ich habe gerade noch mal überlegt, bin ja auch als Begleitung oft bei verschiedenen Ärzten dabei, aber nein, nur in der Klinik ist es ebenerdig. Nur bei der Zahnärztin ist alles auch behindertengerecht.
Auch der Stuhl? Nützt nämlich nix, wenn rollstuhlfahrende Person rein kommt, aber dann nicht auf den Stuhl krabbeln kann.
20% aller medizinischen Einrichtungen in D sind rollstuhlfahrendengerecht. 20%.
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
Die Antwort auf eine Anfrage, dass der Bundesregierung keine validen Erkenntnisse darüber vorliegen, dass es oftmals weder über die Terminvergabe der Krankenkasse noch im elektronischen Terminbuchungsverfahren kurz- oder langfristig einen MRT-Termin gibt, sobald das Merkmal "behindert" bekannt wird, und dass die Regierung hiergegen auch nichts Wesentliches zu tun gedenkt, das hat Prof. Dr. Sigrid Arnade enorm geärgert.
Heute bin ich mal wieder öffentlich zum Universitätsklinikum in einer anderen Stadt gefahren. Ich habe extra einen MEX Zug gewählt, weil ich dachte, das ist sicherer beim Ein- und Ausstieg. Da gibt es zwar keine Stufen, aber der Höhenunterschied zwischen Bahnsteigkante und Zug ist sehr hoch und das ausgefahrene Trittbrett ist genauso weit unten, wie der Einstieg in den Zug, überbrückt also nur den Abstand zwischen Zug und Bahnsteig. Erneut habe ich mich gefragt, wie es Menschen mit stärkeren Einschränkungen schaffen sollen, in und aus dem Zug zu kommen.
Ich bin mir sicher, dass ein Entwickler oder Konstrukteure selber nie längere Zeit auf den vorgesehenen, klappbaren Sitzen in Bussen oder in Zügen gesessen sind, denn sonst wüssten sie, wie unbequem das ist, insbesondere bei längeren Fahrten. Die Lehne geht nur bis zur Unterkante der Scheibe, ist also extrem verkürzt, im Verhältniszu normalen Sitzen und wenn es blöd läuft hat man noch zusätzlich die Fensterkante im Kreuz. Ist halt praktisch ...
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Meine Patentochter hat für ihren Sohn einen Schwerbehindertenausweis beantragt (er hat Pflegegrad 4, nur so zur Einordnung). Nach 2,5 Monaten kam jetzt der Bescheid, dass der Antrag eingetroffen sei und die Bearbeitung ca.10 Monate dauern wird. Im Ernst?!
Ich wäre dafür, dass wie bei den Krankenkassen eine zeitlich festgelegte Bearbeitungspflicht eingeführt wird und wenn diese nicht eingehalten wird, es wie bei einem Antrag für ein Hilfsmittel als automatisch genehmigt gilt. Ich bin wirklich immer wieder fassungslos, wie Menschen mit Behinderung das Leben zusätzlich und unnötig schwer gemacht wird!
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Das ist wirklich unmöglich. In diesem Fall kommt eine Wartezeit von einem Jahr zusammen. 🤬 Du hast recht, da müsste es unbedingt eine festgelegte Bearbeitungsfrist geben.
Hör auf, dich Menschen zu erklären, die sich bereits entschieden haben, dich falsch zu verstehen.
Monkele hier bearbeiten das nicht die Krankenkasse sondern die Kommunen. Und auch bei waren letztendlich 14 Monate ins Land gegangen ehe ich den Bescheid hatte, da zwischendurch nochmals Unterlagen angefordert wurden, die sie angeblich noch nicht hatten.
harder, better, faster, stronger
beating the competition ist easy, beating yourself is a never ending commitment
Zitat von Monkele im Beitrag #732 Nach 2,5 Monaten kam jetzt der Bescheid, dass der Antrag eingetroffen sei und die Bearbeitung ca.10 Monate dauern wird. Im Ernst?!
... Ich bin wirklich immer wieder fassungslos, wie Menschen mit Behinderung das Leben zusätzlich und unnötig schwer gemacht wird!
Zeigt unsere Wertigkeit, vor allem die der "Nichtleister", also arbeitsloser oder arbeitsunfähiger Behinderter.
Die läuft gegen 0 inzwischen.
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
In Berlin rechnet man beim Neuantrag mit 9-12 Monaten. Zum einen ist der Rücklauf der Ärzte sehr ...sparsam... wurde mir mitgeteilt. Da bleiben Nachfragen nicht aus. Dann gibt es Leute, die einen Antrag stellen, aber die letzten drei Jahre nicht beim Arzt waren.
Und seitdem ich weiß, wie viele oder eher, wie wenige, MitarbeiterInnen das Versorgungsamt Berlin hat, kann ich denen keinen Vorwurf machen.
Ich finde es allerdings eine Katastrophe, den es hängt viel dran.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Das mit der Bearbeitungszeit des Schwerbehindertenausweises scheint von Stadt zu Stadt unterschiedlich zu sein.
An meinen eigenen Antrag kann ich mich nicht mehr erinnern, da das schon 15 Jahre her ist.
2022 hatte ich einen Antrag für eine demente Frau gestellt. Den Bericht des Hausarztes und des Neurologen fügte ich direkt hinzu. Entscheidet war wohl, dass der Hausarzt nicht nur die Diagnosen bescheinigte, sondern detailliert in den Bericht schrieb, warum die Frau ohne Hilfe nicht mehr leben kann und wie die Einschränkungen konkret aussehen. Nach 6 Wochen kam der Bescheid: 100 Prozent mit Merkzeichen.
Hier war es auch unerheblich, dass die Frau erst drei Mal vorher beim Arzt war (sie lebte erst 3 Monate in Deutschland). Wichtiger waren die aussagekräftigen Atteste. Die selben haben wir beim Antrag auf Pflegegrad benutzt (da kam aber noch eine Mitarbeiterin zur Überprüfung raus) und zur Vorlage beim Jobcenter (damit die Tochter der dementen Frau nicht arbeiten muss).
Die Erfahrung, dass es schnell gehen kann, habe ich bei meinem Mann erlebt. Antrag wurde vom Krankenhaus heraus gestellt. Da Lebenserwartung sechs Monate Betrug, kam der Bescheid nach drei Monaten. (Allerdings mit Fehlern und ohne Merkzeichen).
Das war allerdings die Ausnahme und bei mir ist das Alltagsgeschäft.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Was ich noch als Erfahrungswert von Betroffenengruppen und auch von meiner Arbeit beisteuern kann: Ein höherer GdB scheint wahrscheinlicher zu sein, wenn eine psychische/psychiatrische Erkrankung diagnostiziert wurde oder als zusätzliche Diagnose zu einer körperlichen Erkrankung dazu kommt. Vorausgesetzt natürlich wieder: der behandelnde Arzt schreibt etwas ausführlicher über die Art der Einschränkungen.
ich glaube, das ist wohl sehr unterschiedlich je nachdem bei welchem versorgungsamt man den antrag stellt und vor allem welche und wie ausfuehrlich die unterlagen sind, die man dem antrag bereits beifuegen kann
muessen viele rueckfragen an behandelnde aerzte oder kliniken gestellt werden, dauert das schon mal seine zeit
gerade wenn aerzte noch bescheinigungen oder formulare auszufuellen haben
frohes neues jahr * happy new year * sa watt dii bpii ma * Chúc mừng Năm Mới
alone we can do soo little together we can do so much kleinschreiberin
Ich vermute eher, dass es wie bei mir ist, das Problem ist die Seltenheit seiner Erkrankung.
Ich musste vor das Sozialgericht, um einen entsprechenden Grad der Behinderung zu bekommen und das dringend benötigte Merkzeichen (G) wird mir bis heute verweigert. Die wirkliche Problematik interessiert nicht und da helfen auch keine Arztbriefe meiner Neurologin, vom Zentrum für seltene Erkrankungen.
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Das deutsche Gesundheitssystem ist wie die Bahn: In der Theorie gibt es viele Verbindungen und einen dichten Fahrplan an Leistungen. In der Praxis jedoch: kaputte Züge, Strecken voller Baustellen, und nicht selten fährt der Zug genau dann nicht, wenn man ihn am dringendsten braucht. Doch was für Gelegenheitspatient*innen eine geringfügige Unannehmlichkeit ist, wird für Menschen mit komplexen chronischen Erkrankungen und Behinderungen schnell existenzbedrohend. Sie erleben nicht nur dieselben strukturellen Probleme wie alle Patient*innen, sondern zusätzlich Diskriminierung, Gaslighting und eine Versorgung, die ihre Lebensrealität ignoriert. Mit einer Mischung aus Betroffenenperspektive, Fakten und Bahn-Analogien zeigt Karina Sturm auf, auf welche Barrieren Personen mit komplexen chronischen Erkrankungen heute im Gesundheitssystem stoßen.
Ich war die Woche sehr überrascht, als ich einen Termin in einer rheumatologischen Praxis hatte, wo ich zuvor schon auf der Homepage Fotos vom besonders schönen Treppenhaus sah und feststellen musste, dass es für Rollstuhlfahrende keinen extra Zugang gibt. Außerdem habe ich meiner Richterin vom Sozialgericht mal wieder einen besonderen Karmagruß geschickt, als ich meinen zum Glück relativ leichten Rollator die Treppen rauf und runter getragen habe.
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Zitat von Monkele im Beitrag #743Ich vermute eher, dass es wie bei mir ist, das Problem ist die Seltenheit seiner Erkrankung.
Ich musste vor das Sozialgericht, um einen entsprechenden Grad der Behinderung zu bekommen und das dringend benötigte Merkzeichen (G) wird mir bis heute verweigert. Die wirkliche Problematik interessiert nicht und da helfen auch keine Arztbriefe meiner Neurologin, vom Zentrum für seltene Erkrankungen.
Dem VDK beitreten und dort die Sache durchfechten lassen?
Je nach Kompetenz deiner Ortsvereins-Geschäftsstelle des VDKs kann das deine Chancen beträchtlich erhöhen.
Danke Zinn, ich bin dort schon lange Zeit Mitglied. Es kommt allerdings auch sehr auf den betreuenden Sachbearbeiter an, da gibt es nämlich auch 'Schlaftabletten', wie ich es in Sachen Rollator erleben musste.
Der oben verlinkte Artikel trifft in allen Bereichen zu, auch bei der Feststellung des Behindertengrades, wo häufig nach Aktenlage entschieden wird und die Entscheider keinerlei Vorstellung von den wirklichen Symptomen der Krankheit und deren Auswirkungen haben.
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Monkele, ja, beim VDK ist in Sachen Sachverstand und Engagement alles dabei.
Vom Schlafsaal (Ortsstelle, die ein ziemlich simples Anliegen meiner Angehörigen nicht auf die Reihe kriegte) bis zu Superwoman hier in meiner Stadt, vor der selbst Endgegner einknicken.
Ich möchte mich gerne über das Thema Krankheit und soziale Kontakte austauschen, da ich immer wieder merke, dass sich beides gegenseitig beeinflusst. Ich bin seit sehr vielen Jahren verrentet und habe immer noch keine gute Haltung zu sozialen Kontakten gefunden.
Man sieht mir meine Krankheit nicht an. Wenn ich nicht darüber spreche, weiß der andere nichts davon. Ich habe keine gute Erfahrung gemacht anderen davon zu erzählen: - Ich bekam ungefragt zahllose (meist sinnlose) Tipps. - Ich wurde nicht mehr kontaktiert, weil andere für mich entschieden haben, ob ich an einer Unternehmung teilnehmen kann oder nicht. - Es gab unterschiedliche Auffassungen davon, was andere an Details weitererzählen können. - Für gestresste Bekannte war meine „viele Freizeit“ ein Problem. Neid wäre nicht das richtige Wort. - Für Freunde von früher war es ein Problem zu sehen, wie sehr Krankheit das Leben einschränken kann. Das auszuhalten ist auch für andere nicht leicht. Vielleicht noch die Angst davor, einmal selbst betroffen zu sein. - Die Verbundenheit nahm ab, weil die gemeinsamen Themen und Erfahrungen abgenommen hatten. - Freundschaften kühlten sich ab, weil ich nicht mehr mithalten konnte. Für mich waren die wenigen Treffen und der Austausch immer noch wichtig, aber ich hatte für andere nicht mehr die Bedeutung von früher. Das hat mir weh getan.
Nach einem Umzug in eine andere Stadt habe ich nichts mehr von meiner Erkrankung erzählt. Einschränkungen, die für die Treffen relevant waren, habe ich als „Macken“ dargestellt. Wirklich gut hat das auch nicht funktioniert. Aus Bekannten sind keine Freunde geworden, mein Leben unterscheidet sich einfach zu sehr von dem der anderen, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.
Meine Probleme mit anderen sind, dass sich meine Lebenserfahrungen durch die Krankheit oft von denen anderer unterscheiden. Meine Sicht auf die Welt und meine Werte haben sich geändert. Ich bin auch dünnhäutiger, nehme mir mehr zu Herzen und schaffe es nicht immer über die Eigenarten anderer hinwegzusehen. Ich merke auch, dass andere kaum bereit sind, auf meine Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen, meine „Macken“ (Erkrankung) sind mein Problem.
Ich bin verheiratet, weitere Familie habe ich nicht. Mein Mann versteht, wie ich ticke und sagt, dass er meine Einschränkungen nicht als solche wahrnimmt, weil ich so viele Qualitäten habe, die das aufwiegen und auch für ihn von Vorteil sind. Ich bin sehr dankbar dafür, weil ich genau das bei anderen nicht hinkriege: Dass das, was ich bin und zu geben habe, für andere nicht von Wert ist oder ausreicht.