Hier möchte ich einen Strang für etwas besondere Männermode eröffnen. Ich warte schon lange darauf, dass sich bei den Männern etwas tut, über Jeans+Shirt oder klassische Anzüge+klassische Hemden hinaus. Wobei ich dagegen nichts habe, aber Männermode ist da halt etwas langweilig und es ist längst überfällig, dass Männern auch ein wenig anfangen zu experimentieren.
(Bitte den Strang nach Möglichkeit nicht damit zerschießen, wie schlimm man das alles findet und dass Männer keine Männer sind wenn sie nicht XYZ tragen.)
Innerhalb von ein paar Tagen fand ich zweimal Timothée Chalamet als stilbildend erwähnt und ja, ich kann mit diesem etwas androgynen Männerbild etwas anfangen, auch wenn ich den Schmuck auf diesem Foto nicht auf Anhieb schön finde hat das was, ich mag Brüche sowieso.
Also hier wünsche ich mir gerne weitere Beispiele für außergewöhnliche Männeroutfits, weniger um darüber abzulästern, sondern aus Spaß an (Männer)Mode.
Wenn Jared Leto im Samtanzug den roten Teppich betritt und Harry Styles im Rock für das Cover der VOGUE abgelichtet wird, ist das rein geschichtlich betrachtet eigentlich gar nichts Neues. Trotzdem scheint es häufig noch ungewöhnlich oder gar revolutionär, wenn Kleidung nicht den "typischen" Konventionen für männlich oder weiblich gelesene Personen entspricht. Das jüngste Beispiel: Timothée Chalamet. Der US-amerikanisch-französische Schauspieler, der die männliche Hauptrolle im Drama "Bones and All" spielt, beeindruckte in letzter Zeit häufiger mit spektakulären Looks auf dem Red Carpet. Timothée Chalamets Looks beweisen, dass Mode nichts mit Geschlechtergrenzen zu tun hat
So trug er bei den Filmfestspielen in Venedig einen rückenfreien Jumpsuit und glänzte nicht nur bei den Oscars, sondern kürzlich auch im Rahmen mehrerer "Bones and All"-Premieren mit funkelnden Halsketten. Seine Offenheit für genderfluide Styles und Accessoires hat ihn nicht nur innerhalb kürzester Zeit zu einer Red-Carpet-Ikone werden lassen. Der Schauspieler setzt damit auch ein klares Zeichen und beweist: Genderfluider Schmuck ist nicht nur ein Modetrend, sondern steht für eine neue Art der Maskulinität. Und zwar eine, die bewirkt, dass Mode sich freier über konventionelle Geschlechtergrenzen hinaus entfalten kann. [Quelle]
Utopisch? Mag sein, aber wer sich nichts wünscht, dem kann man nichts erfüllen ...
Generell scheint sich die Gesellschaft immer noch sehr schwer damit zu tun, wenn Männer vermeintlich weibliche Dinge tragen. Seien es glitzernde Halsketten, lackierte Fingernägel und es gab ja auch vor ca. 2 oder 3 Jahren noch diese riesige Diskussion ober "Boys in Make-Up". Ich fände es auch toll, wenn das zu etwas vollkommen Normalem werden würde. Ich habe da immer sofort das Bild im Kopf von Sarah Jessica Parker in einem weißen Smoking mit offener Fliege. Ich fand das einen großartigen Look. Und niemand hatte Zweifel an der Weiblichkeit von SJP. Im Gegenteil, ich fand, die wurde so noch unterstrichen.
Daher sollte es doch in der heutigen Zeit auch genauso normal sein, wenn ein Mann einen Rock trägt oder geschminkt ist, ohne gleich seine Männlichkeit in Zweifel zu ziehen. Das ist ein genauso überholtes Rollenbild wie "Männer weinen nicht".
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Ich finde da hat sich in der jungen Generation schon viel getan, zumindest im urbanen Raum. Ich bin nicht oft in der Stadt aber allein in der Vorweihnachtszeit habe einige junge geschminkte Männer gesehen die auch hochhakige Schuhe und Röcke trugen, mir zumindest sind nur wenige negative Kommentare aufgefallen und meistens von sehr alten Leuten.
Ich hab neulich irgendwo in Social Media ein Paar entdeckt. Sie sehr burschikos, blond, Typ Schwimmerin, ungeschminkt, lässig. Er dunkelhäutig und sehr feminin wild gekleidet. Die beiden sind wohl seit Jahren ein Paar und erregen Aufmerksamkeit. Das fand ich sehr spannend anzusehen. Wie der Mann auch direkt in die "schwul" Ecke geriet, weil er sich gern schminkt und falsche Wimpern trägt. Ich such das mal und editiere dann. https://www.youtube.com/watch?v=3HLnSD0drEE da sind sie, ein tolles Paar
Ich weiß nicht, ob du sowas meinst, aber bei tiktok gab es Mal den Trend "men in dresses r hot" als Antwort auf Candice Owens "Bring Back manly men." und dabei ist mir bewusst geworden wie schön Männer in Kleidern aussehen. Fand viele richtig attraktiv.
Ich persönlich finde, jeder sollte das tragen, was er möchte.
Die Perlenkette, die derzeit viele Männerhälse schmückt, ist meiner Meinung nach ein kleiner fast unscheinbarer Vorstoß, sich "weiblicher" zu stylen. So nach dem Motto: ich fang erstmal mit 'ner Kette an und dann kommt irgendwann der Rock.
Einschlägige Promis, wie der schon genannte Harry Styles haben natürlich auch Einfluss auf solch einen Trend.
Ich weiß nicht, warum Männer das nicht düften. Frauen tragen schon seit gefühlten Jahrzehnten Männerhosen, Papas Sakko oder Opas Weste. Geschlechtergrenzen wurden also schon vor langer Zeit überschritten.
Ich find's gut, wenn es gut gemacht ist und gut aussieht. Was ich nicht mag, sind aufgesetzte Looks, bei denen man schon von weitem sieht, dass der/die/das jenige ihn nur trägt, um zu provozieren.
Kommt aufs Alter an. Beim erwachsen werden gehört eine Phase der Provokation oft dazu. Mit Sicherheitsnadeln, zerrissenen Hosen und lila Haaren kann man heute niemanden mehr schockieren. Also nun mit Perlenkette.
Ich find’s gut und sehe hier im Stadtbild schon viele junge Männer damit spielen.
Tolles Thema! Ich finde ja Männer in Röcken spätestens seit Braveheart supersexy und manchmal sieht man auch welche im Real Life auf entsprechenden Rock-Konzerten (puh, das Wortspiel ist jetzt ein bisschen, naja). Also Hard-Rock, Metal usw. Was mir bei meinen Schülern auffällt: Nagellack und Kanal sind ebenfalls auch für Männer (oder solche die es werden wollen) absolut ok. Übrigens im eher ländlichen Raum, könnte mir vorstellen, dass das in großen Städten noch viel mehr vorkommt. Mich erinnert es ein bisschen an die 80er (also meine eigene Jugend), mit Boy George, The Cure, Kajagoogoo usw. Also, ich mag das. Ich mag aber auch umgekehrt den Tomboy-Look bei Mädchen/Frauen. Allerdings kann man als Frau glaube ich leichter mit der Identität spielen.
Wer im Regen nicht mit mir tanzt, wird im Sturm nie bei mir sein und wer im Sturm nicht bei mir ist, den brauche ich auch nicht bei Sonnenschein.
Zitat von sprachlos im Beitrag #1 (Bitte den Strang nach Möglichkeit nicht damit zerschießen, wie schlimm man das alles findet und dass Männer keine Männer sind wenn sie nicht XYZ tragen.)
Ich finde es widersprüchlich, dass Du Deinen Strang dann gerade "Männermode oder Wann ist ein Mann ein Mann?" überschreibst.
Zitat von fini. im Beitrag #6Ich persönlich finde, jeder sollte das tragen, was er möchte.
Das sowieso.
ZitatIch weiß nicht, warum Männer das nicht düften.
Dürfen sie doch, oder?
Und die Männer, die diesem femininen Kleidungsstil zugetan sind, kennen mit ziemlich großer Sicherheit auch Beschaffungsquellen und Inspirationen.
Ich denke auch - es verwehrt ihnen ja niemand.
Einer meiner Kollegen trägt öfters "untypische Männerkleidung" - manches gefällt mir, manches nicht. So wird es ihm mit meinen Outfits wohl auch gehen.
Den Gedanken, dazu einen Strang aufzumachen, hatte ich heute spontan auch, als ich die Bilder sah. Ich finde "das Verschwimmen der Geschlechtergrenzen" sehr schön. Schon immer!
Ich hatte schon als Jugendliche oder junge Frau Freunde, die sich einen Kajalstrich malten, sich die Wimpern tuschten, sich sehr um ihre langen Haare oder Top-Haarschnitte kümmerten und sich sogar Klamotten nähten - letzteres mit mehr oder weniger Erfolg. Man unterstellte ihnen damals (Ende der 70er, Anfang der 80er) natürlich Homosexualität. War aber nicht immer der Fall.
Gefällt mir heute noch sehr und zeitlebens fand ich solche Männer sehr viel attraktiver als den kräftigen haarigen maskulinen Typ.
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Das waren jetzt alles ziemlich stylische Typen. Das wir uns auf die als "cool" einigen können, wundert mich nicht so sehr. Es gibt aber auch die, die nen einfachen Rock tragen und sich halt die Fingernägel lackieren (was ich inzwischen von vielen jungen Männern kenne). Wie Moritz Neumeier z.B. Immer noch gut? Ich find schon, er erzählt allerdings von ganz heftigen Anfeindungen deswegen.
I imagine one of the reasons people cling to their hates so stubbornly is because they sense, once hate is gone, they will be forced to deal with pain.
Chalamet ist toll! Auch in the Dune und Don t look up
Ich mochte schon immer wenn Männer sich bissl schminken und total gepflegt sind Mein männerbild ist nicht der haarige stinker in der durchgeschwitzten Oder gesessenen Cordhose auf halbmast
Dann lieber kajal und gepeelt gelackt und enthaart 😉
Zitat von sprachlos im Beitrag #17Holst du dir Anregungen für dein Outfit, Paul?
Tja, ähmm, also wenn ich ehrlich bin kann ich mit diesem femininen Stil bei Männern überhaupt nichts anfangen. Das ist für mich .... nun ja. Aber ich denke, dass ich auch nicht die passende Generation dafür bin. Wir sind so nicht aufgewachsen. Bei Jüngeren gibt es ja keine so starren Geschlechtergrenzen mehr.
Ich finde eher die weiblichen Reaktion darauf interessant.
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Zitat von djinnchiller im Beitrag #15Das waren jetzt alles ziemlich stylische Typen. Das wir uns auf die als "cool" einigen können, wundert mich nicht so sehr. Es gibt aber auch die, die nen einfachen Rock tragen und sich halt die Fingernägel lackieren (was ich inzwischen von vielen jungen Männern kenne). Wie Moritz Neumeier z.B. Immer noch gut? Ich find schon, er erzählt allerdings von ganz heftigen Anfeindungen deswegen.
Da hast du natürlich irgendwie Recht. Als ich das Video vom David Bowie Tribute sah und der von mir hoch, wenn nicht höchst verehrte John Cale in einer Art Rock, nackten Waden und sowas wie Turnschuhen auf die Bühne kam (er war da über 70), war ich - äh - verwundert. Aber ich hab es ihm verziehen.
Zitat von sprachlos im Beitrag #1... Ich warte schon lange darauf, dass sich bei den Männern etwas tut, über Jeans+Shirt oder klassische Anzüge+klassische Hemden hinaus. Wobei ich dagegen nichts habe, aber Männermode ist da halt etwas langweilig und es ist längst überfällig, dass Männern auch ein wenig anfangen zu experimentieren. ...
Wieso sollte das überfällig sein - weil Du Dich langweilst? Ich denke, Menschen sollten einfach das anziehen, was ihnen gefällt und was sie als praktisch und situationsangemessen betrachten. Ob Andere (Frauen oder Männer) meine Bekleidung zu langweilig finden, ist mir egal. Es wäre mir allerdings auch egal, wenn Andere meinen würden, meine Bekleidung wäre zu feminin, wild, bunt, [wasauchimmer].
Ich oute mich da mal als altmodisch, mir gefällts nicht. Traditionelle Röcke wie der Kilt bei der passenden Gelegenheit, alles fein. Ansonsten, gar nicht mein Geschmack. Dann tatsächlich lieber die abgewetzte Cordhose, die ja nicht unweigerlich an einem ungepflegten Mann sitzt, das ist nochmal ein anderes Thema. Die Bilder schau ich mir eher schmunzelnd zur Erheiterung an und bleib dann bei meinem altbackenen "So mag ICH Männer"-Modell. Bin aber auch ein olles Landei und hier sind ausgefallene Männerstyles sehr sehr selten.
** Das mit dem Deckel und dem Topf klappt bei mir nicht... ich glaube, ich bin ein Backblech ! **
Zitat von Brausepaul im Beitrag #19[ Aber ich denke, dass ich auch nicht die passende Generation dafür bin. Wir sind so nicht aufgewachsen. Bei Jüngeren gibt es ja keine so starren Geschlechtergrenzen mehr.
Ich weiß nicht, @ Paul, ich bin ja viel älter als du ...
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Zitat von Nicolo im Beitrag #21Wieso sollte das überfällig sein - weil Du Dich langweilst?
Ich langweile mich ja gar nicht. ...
Und warum ist es dann überfällig, dass Männer mehr mit ihren Outfits experimentieren?
Ich sage mal: das eigentlich Überfällige ist, dass mit Geschlechterklischees herumexperimentiert wird. Das geschieht aber idealerweise mehr in den Köpfen, weniger den Kleiderschränken.