Zitat von Nordsee im Beitrag #1775Eine grandiose schauspielerische Leistung von Jonathan Perleth (Daniel). ...
Fragt sich, wie viel er als trans Mann spielen musste.
Amüsant: Hübner (Buckow) ist raus, nun ermittelt seine Ehefrau (Böwe). Albern und unnötig: Das Kindergartenverhalten von König, Böwe und den "Kollegen".
Zitat von PeggySue im Beitrag #1779 Der Polizeiruf gefiel mir soweit ganz gut, nur der Polizist dessen Tochter das Baby hatte war etwas übertrieben dargestellt.
Stimmt. Fand ich auch.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Zitat von Nordsee im Beitrag #1775 Eine grandiose schauspielerische Leistung von Jonathan Perleth (Daniel). Und das versöhnlche Ende hat mir auch gut gefallen.
2x ja. Insgesamt für mich dennoch nur ne 3+.
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"Paradise has never been about places. It exists in moments. In connection. In flashes across time."
Mir hat der Polizeiruf auch gut gefallen, wenngleich mir Buckow wohl noch ein paar Folgen schmerzlich fehlen wird.
Das Kollegenverhalten ... unterirdisch. Wobei ich offene Feindseligkeit nicht besser oder schlechter finde als versteckte.
Sehr gut nachvollziehbar fand ich die Ängste und das Verhalten von Daniel - ich möchte nicht wissen, wie viele da über Jahre hinweg erst für sich selbst klar kommen müssen. Dazu lange Zeit Verstecken bis der Mut zum Outing da ist ... sicher alles sehr anstrengend.
Buckow fehlt mir trotzdem. Eine Sache am Schluss hab ich nicht kapiert, kann mir jemand auf die Sprünge helfen? Wo waren Hanna und ihr LG als Daniel mit Waffe ins Haus stürmte? wieso waren die nicht dort? hat er sich im Haus geirrt oder was war da?
Mir hat der Tatort überhaupt nicht gefallen. Die lieben Kollegen warten nicht nur drauf, sie scheinen sich fast auch drauf zu freuen, dass die Frauen sich die Schädel einschlagen, was ja - meiner Erfahrung nach - kein so abwegiger Gedanke ist. Gut fand ich den Großvater/Polizisten. Aber den sehe ich sowieso gern. Den Namen weiß ich nicht auswendig.
Never argue with idiots. They drag you down to their level and beat you with experience.
Zitat von sturmfalke im Beitrag #1786Buckow fehlt mir trotzdem. Eine Sache am Schluss hab ich nicht kapiert, kann mir jemand auf die Sprünge helfen? Wo waren Hanna und ihr LG als Daniel mit Waffe ins Haus stürmte? wieso waren die nicht dort? hat er sich im Haus geirrt oder was war da?
Ich glaube, die waren in einem Hotel (versöhnungsversuch). Bin mir aber nicht sicher
Mir hat es sehr gut gefallen. Ein ruhiger Krimi, dessen Hauptaugenmerk eben nicht auf der Krimihandlung lag. Der Hauptdarsteller - selbst ein Transmann - hat die Zerrissenheit sehr gut dargestellt. Man fühlte seine Qualen förmlich mit. Großartig gespielt
Buckow fehlte mir erst auch. Aber die neue Konstellation Frau König und Frau Böwe verspricht interessant zu werden. Klar, das erste Zusammentreffen - das natürlich wieder zunächst wie üblich abläuft, nämlich die Alte will die Neue nicht - war überflüssig. Ebenso das Rumstänkern der männlichen Kollegen "Hihi, Zickenkrieg, kloppt euch doch".
Aber hier die stachelige Frau König, die ihre Verachtung und ihre schlechte Laune so wunderbar raus hängen lassen kann, und dort die tapsige Frau Böwe, die auf ihre konziliante Art durchaus auch mehr erreichen kann - das hat Potential. Und auf einmal dachte ich: Buckow muss gar nicht unbedingt dabei sein, es geht vielleicht auch ohne.
Das Ende hat mich überrascht. Ich hatte ein Vollkatastrophe erwartet. Diesmal dann nicht. Eigentlich gut so.
Was ich noch dazu sagen wollte, ich finde das ganze Thema wird momentan für meinen Geschmack völlig überreizt. Also in gefühlt jedem Krimi ist einer der Protagonisten schwul, lesbisch, trans oder was weiß ich. Muss das jetzt derart omnipräsent dargestellt werden?
Danke, sturmfalke, das habe ich auch gedacht. Was dem schauspielerischen Potenzial des Daniels aber trotzdem keinen Abbruch tut. Manchmal habe ich auch das Gefühl, in jedem Spielfilm oder Krimi müssen queere Leute dabei sein, das nervt manchmal. Wobei es diesmal ja stimmig war, da die Geschichte drum herum gebaut wurde.
Das Gezicke von der König war nur nervig. Was hat sie davon, eine neue Kollegin nicht erstmal anzunehmen, sondern offen ablehnend an sie heran zu treten? So eine Kollegin hätte wohl keiner gerne. Sie war ja auch mal irgendwo die "Neue".
Ansonsten hat mir der Krimi recht gut gefallen, es wurde ruhig und mit Zeit eine Geschichte erzählt.
Zitat von sturmfalke im Beitrag #1790Was ich noch dazu sagen wollte, ich finde das ganze Thema wird momentan für meinen Geschmack völlig überreizt. Also in gefühlt jedem Krimi ist einer der Protagonisten schwul, lesbisch, trans oder was weiß ich. Muss das jetzt derart omnipräsent dargestellt werden?
Und genau deswegen habe ich den Polizeiruf gar nicht erst angeschaut. 😒
Hör auf, dich Menschen zu erklären, die sich bereits entschieden haben, dich falsch zu verstehen.
Zitat von sturmfalke im Beitrag #1790Was ich noch dazu sagen wollte, ich finde das ganze Thema wird momentan für meinen Geschmack völlig überreizt. Also in gefühlt jedem Krimi ist einer der Protagonisten schwul, lesbisch, trans oder was weiß ich. Muss das jetzt derart omnipräsent dargestellt werden?
Anscheinend sehen wir sehr unterschiedliche Krimis, denn "mein Gefühl" ist ein Anderes. Womit Deine Frage beantwortet oder erledigt wäre.
In diesem Falle musste "das" allerdings unbedingt dargestellt werden, es war handlungstragend.
Als ich die Vorankündigung zum Polizeiruf im meiner Zeitung las, dachte ich im ersten Moment, mit Problemen überlastet und lieber nicht gucken. Ich bin aber froh, dass ich ihn doch gesehen habe, das war ein richtig guter Polizeiruf.
Genau, und hier ist die Wahl auf eine plausible, spannende Geschichte gefallen, in der Leben und Nöte eines Transmannes eben ein zentrale Rolle spielt.
Oder auch: Du empfindest es so, das Dir offenbar Missliebiges aus dem Bereich Sexualität oder Geschlechtlichkeit zu häufig in Krimis vorkommt. Und das missfällt Dir.
Mit der Tatsache, dass in fast jedem Krimi Mord oder Totschlag vorkommt, hast Du offenbar kein Problem. Dabei sind Mord und Totschlag in der Realität sind sind zum Glück sogar weit seltener, als TV-Krimis uns vorgauckeln. Und Mord bzw. Totschlag sind doch wohl definitiv viel unerfreulicher als Homosexualität, Transmenschen oder derlei.
(Ich bin zudem fast sicher, dass Dein Häufgkeitsempfinden Dich trügt.)
Da liegst du nun komplett daneben. Mir ist da nichts missliebig an diesen Formen von Sexualität. Das einzige was mir an irgendeiner Sexualität missliebig ist, ist wenn sie nicht auf beiderseitigen Einverständnis beruhen würde, sonst soll doch jeder machen was er will.
Zitat von sturmfalke im Beitrag #1790Was ich noch dazu sagen wollte, ich finde das ganze Thema wird momentan für meinen Geschmack völlig überreizt. Also in gefühlt jedem Krimi ist einer der Protagonisten schwul, lesbisch, trans oder was weiß ich. Muss das jetzt derart omnipräsent dargestellt werden?
Dein Gefühl ist weitab von der Realität. Wenn nur in der Hälfte aller Krimis queere Menschen dargestellt würden, wären das täglich mindestens sieben. Ich habe nur alte Zahlen gefunden, nach denen täglich 19 Stunden lang im frei zugänglichen Fernsehen Krimis gezeigt werden (Quelle) - ich denke nicht, dass die Zahl signifikant gesunken ist. Ausgehend von einer durchschnittlichen Länge von einer bis eineinhalb Stunden sind das 15 Filme pro Tag, monatlich also 450. Ob wohl im Jahr 450 Krimis im deutschen Fernnsehen laufen, in denen "einer der Protagonisten schwul, lesbisch, trans oder was weiß ich" ist?
Ich frage mich, wie viele Krimis mit queeren Rollen wohl im Fernsehen noch laufen müssen, bis sie nicht mehr für besonders erwähnenswert gehalten werden.
Die Wahrscheinlichkeit von einem Bären angefallen zu werden, liegt für Frauen weltweit bei 1:2,1 Millionen. Die Wahrscheinlichkeit von einem Mann angegriffen zu werden, liegt für Frauen weltweit bei 1:4. Wenn ich im Wald verschwinde, denkt niemand, dass es ein Bär war, haben die Frauen im Internet geschrieben. Wenn ich von einem Bären verletzt werde, wird mir wenigstens geglaubt. Und: Nach einem Bärenangriff fragt mich niemand, was ich anhatte.
Mareike Fallwickel in „Das Penismuseum“, ab Seite 98