Zitat von Kleines grünes Dreieck im Beitrag #4724Für das ältliche und arbeitsunfähige Paar sicherlich. Aber irgendwann sagte sie doch was von "zwei Kindern". Gesetzt, jedes 1 Zimmer, ein gemeinsames Bad und Flur (und vllt. Gästezimmer), dann ist die 1. Etage schon "voll" und es bleibt der Bereich im EG. Dann ist es schon nicht mehr gar so überdrüber.
Dem wurde aber geschickt unauffällig das andere paar mit 2 kleinen kindern in beengten und trotzdem unbezahlbaren verhältnissen gegenübergestellt.
Mir ist u.a. noch die Szene im Hinterkopf, als die Musikerin vor der Kirche stand und das Plakat von der Tafel las. Erst hatte ich das nicht verstanden, warum. Just kam da ihre Freundin und sagte: (sinngemäß) Tafel, komm mal vorbei, hilf mal mit, das tut gut. Nicht ahnend, warum die Geigerin davor stand....
Später beim Helfen in der Tafel: "Das macht Spaß, oder?" Ja, für sie sicher, aber nicht für die anderen, die auf der anderen Seite der Theke stehen....
Mit welchem Adjektiv bezeichne ich diese Situationen jetzt?
Anderes sehr schlimmes Beispiel (wurde hier schon erwähnt): "Geht mal arbeiten" - Da wäre ich sicher auch ausgetickt anstelle des Masseurs.
Zitat von Malaita im Beitrag #4727 Mit welchem Adjektiv bezeichne ich diese Situationen jetzt?
Wohlstandsblindheit, saturierter Blick. "Ja die gibt es, sicher, und da können wir helfen, aber zum "wir" gehören sie eben nicht dazu." (ich kann auch nur mehrere Worte.)
Ich bin mal aus einem Weihnachtsgottesdienst rausgegangen, in dem es da oben von der Kanzel hieß: "Und wir denken auch an die, die heute Abend nicht unter uns sein können: die alten Menschen, die Kranken, die Arbeitslosen ..." (ich war da ein paar Monate arbeitslos, war bitter genug, es ist 30 Jahre her). Hallo, "sie" sind unter euch, ist das so unvorstellbar?!
Der Tatort war sehr gut und spannend, wie schon von vielen geschrieben. Wegen dem "überdimensionierten Haus": irgendwann ging es der Familie wohl mal gut, sie wohnten ja offensichtlich schon länger im Haus. Und an einem Haus kann man ja nicht herunter beißen, ihr wisst, was ich meine.
Natürlich hätten sie schneller die Notbremse ziehen sollen. Habe ich damals auch gemacht, nach der Trennung als mir klar wurde, dass ich das Haus nicht würde halten können. Es wurde verkauft und ich kaufte mir eine kleinere Eigentumswohnung. Aber das ist oft gar nicht so einfach, sich einzugestehen, dass man "gescheitert" ist.
Als Therapeutin erlebe ich oft Patienten, die in Not geraten sind, trotz Arbeit und ohne faul zu sein. Z. B. ein Paar Mitte 50, sie kann nach einem Schlaganfall nicht mehr arbeiten, war zuvor Putzfrau, er arbeitet für Mindestlohn. Jetzt kam letztes Jahr eine saftige Nachzahlung für Nebenkosten an. Sie hat geweint, diese können sie nur ratenweiße abstottern. Und dieses Geld fehlt ja dann wieder zum Leben. Sehr bitter, aber nicht selten.
Was ich sehr oft beobachte, ist dass bei Gutverdienenden eben auch die Ansprüche steigen. Dann muss das Haus eben so ein Mords-Statussymbol sein. Und für den Mann in dem Fall kam ja ein Verkauf (=Symbol des Scheiterns) gar nicht in Frage. Dann lieber trocken Brot essen und das warme Wasser abstellen. (Ich finde generell, dass viele Menschen auf geradezu irrationale Weise an ihren zu groß und im Unterhalt zu teuer gewordenen Häusern hängen, aber das nur eine Beobachtung nebenbei.)
Ich fand's gut, dass im Großen und Ganzen Menschen aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft gezeigt wurden, die nicht mehr aus der teuflischen Spirale aus Schulden, Zinsen und Gebühren herauskamen.
Öde und lanweilig ... so sehr ich Borowski mag, dass er alleine und ohne jemanden zu informieren zu der bewaffneten Stalkerin fährt, dafür hätte er es verdient gehabt, dass sie ihn erschießt.
Und den Hintergrund zu Frau Sahin und ihrem Lover kenne ich auch nicht ... vielleicht kam es auch gar nicht vor bisher. Wobei das "erste Date" hatte schon einen speziellen Reiz.
Den besten Musikgeschmack hatte der Mann der Täterin, sofern man sie als Täterin bezeichnen kann, denn mir ist nicht klar ob der Schuss absichtlich oder versehentlich abgefeuert wurde.
Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen
God gave rock 'n' roll to you, put it in the soul of everyone. (KISS)
Kann zu der Vorgeschichte jemand was Erhellendes sagen? Würde mich interessieren.
...
Ich kann da leider nichts dazu sagen. Wenn ich dazu mal die Vorgeschichte gesehen hätte, war ich wohl zu wenig beeindruckt, sonst hätte ich mir das gemerkt.
Zitat von PeggySue im Beitrag #4744Den besten Musikgeschmack hatte der Mann der Täterin, sofern man sie als Täterin bezeichnen kann, denn mir ist nicht klar ob der Schuss absichtlich oder versehentlich abgefeuert wurde.
Vorweg: nee, der Tatort hat mir auch gar nicht gefallen.
"Täterin": Ich denke, die Nachbarsfrau hatte nicht die Absicht zu schießen. Die Erotik-Feierdame hat die Hand von der Frau mit Gewalt so hingeschoben, dass ein Schuss losging (denke ich).
Vielleicht kommt ja der Schluss für Borowski doch noch durch Nele. Die ist ja wohl wieder auf freiem Fuß und hat sich direkt bei "Klaus" gemeldet oder hab ich das am Ende falsch mitgekriegt?
Mir war das ganze zu oversexed, aber nach einer Nacht drüber schlafen denke ich, das war ja genau so gewollt bei diesem Tatort.
Es blieb ein schales Gefühl zurück wie bei vielem, das man zuviel erfährt. Sogar der Sex zwischen Kommissarin und ihrem Ex machte nur den Eindruck der Triebbefriedigung. Wie sie dann auch selber sagte. So gesehen finde ich diesen Borowski schon wieder ganz stark.
Was war denn mit einer Haushälterin und ihm? Ich glaube, ich habe ein paar Folgen verpasst.
Und was hieltet Ihr von der Szene als Borowski gekocht hat? Warum hab ich überlegt, ob ich das Essen aus einem Topf nun eklig finden soll oder nicht?
Zitat von Utetiki im Beitrag #4749Vielleicht kommt ja der Schluss für Borowski doch noch durch Nele.
Das war auch mein Gedanke.
ZitatUnd was hieltet Ihr von der Szene als Borowski gekocht hat? Warum hab ich überlegt, ob ich das Essen aus einem Topf nun eklig finden soll oder nicht?
Ich fand die Szene ganz ok - ein Zitat der frühen Folgen, als "Roland" bei ihm im Exil lebte. Dass er aus dem Topf aß passte für mein Gefühl zur Erinnerung an diese Männerwirtschaft.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.