Hallo in die Runde, da wir hier zwar alle mindestens 10 Jahre jünger aussehen, aber viele doch in der Mitte des Lebens angekommen sind, möchte ich die Schwarm-Intelligenz nutzen und Tipps und Mythen sammeln, wie es gelingen kann, bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Mit „fit“ meine ich hier mental, körperlich, seelisch, so rundum. Dass natürlich Faktoren wie Vererbung und Glück eine riesige Rolle spielen, sei mal dahin gestellt, das ist ja klar. Aber vorausgesetzt, ich altere gemütlich und ohne schwere Krankheit oder Gebrechlichkeit vor mich hin - wie gelingt es, fit zu bleiben?
Ich fange mal an mit: beweglich bleiben. Habe gerade im direkten Umfeld einen Fall, wo ein alter Mensch (ü 85), seitdem er im Altersheim angekommen ist, ein „Liegender“ wird, der sich nicht mehr gerne bewegt und selten aufsteht. Und ich sehe: mit Nachlassen der körperlichen Beweglichkeit nimmt deutlich auch die geistige Beweglichkeit ab, die bis dahin definitiv vorhanden war. Also nicht, dass wir uns falsch verstehen: ich gönne dem alten Menschen die Ruhe und auch die Kraftlosigkeit mit über 85 nur noch liegen zu wollen. Nehme aber den Zusammenhang ganz deutlich wahr.
2. Meine Oma hat jeden Tag eine Gemüsezwiebel gegessen. Aus der Hand, wie andere Äpfel essen. 😊 Darauf hat sie geschworen und sie wurde 94, bis zum Schluss relativ fit und kratzbürstig.
Kontinuierliche körperliche Aktivität. Ich habe sehr sehr fitte Nachbarn, alle ü80. Ihnen gemeinsam ist, sie haben immer viel Sport gemacht. Tanzen, Tennis, Bergwandern, Schwimmen. Ich bewundere sie so, was sie alles schaffen, alleine bei der Gartenarbeit sieht man das ja, wenn ein 80er noch auf hohen Leitern rumturnt und stundenlang körperliche Arbeit verrichtet. Auch essen sie sehr bewusst, viel Gemüse - und wenig, was ich so mitbekomme.
Bewegung! Möglichst vielfältig, durchaus auch anstrengend, koordinativ fordernd. Dabei auch Krafttraining, um dem altersbedingten Muskelschwund vorzubeugen (Sturzprävention!).
Interessen pflegen, möglichst vielfältige und solche, die einen mit Menschen in Kontakt bringen, auch mit jungen Menschen.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
Aus beruflicher Beobachtung kann ich beisteuern dass es keine (oder vielleicht selten, aber mir fällt tatsächlich keiner ein) dicken, alten Patienten bei uns gibt. Die alten sind alle schlank/"normal". Ob die sich gesund ernähren weiß ich nicht, aber dass sie nicht über die Maßen essen ist ja offensichtlich.
Zitat von Mendo im Beitrag #2Kontinuierliche körperliche Aktivität. ……Tanzen……
Das habe ich kürzlich aufgeschnappt, dass Tanzen ganz besonders fit hält, weil es körperlich anstrengend u n d koordinativ herausfordernd ist, dadurch werden wohl auch wichtige Synapsen trainiert.
Zitat von Mendo im Beitrag #2 Auch essen sie sehr bewusst, viel Gemüse - und wenig, was ich so mitbekomme.
Das war auch Tenor in einer „Körperwelten“-Ausstellung vor vielleicht 10 Jahren. Da gab es einen Extra-Raum über sehr sehr sehr alte, fitte Menschen in ….ähm….ich glaube Japan? Eines ihrer Geheimnisse war damals tatsächlich, wenig zu essen.
Zitat von Vamos! im Beitrag #5 Da gab es einen Extra-Raum über sehr sehr sehr alte, fitte Menschen in ….ähm….ich glaube Japan? Eines ihrer Geheimnisse war damals tatsächlich, wenig zu essen.
Vermutlich Okinawa, Südjapan.
Das deckt sich mit den Ergebnisse von Studien an diversen Säugetieren, die mit einer kalorienreduzierten Ernährung über längere Zeit signifikant länger lebten. Voraussetzung: die kalorienreduzierte Ernährung muss trotzdem alle benötigten Nährstoffe enthalten. Und: es darf keine auszehrende Krankheit wie z.B. Krebs dazu kommen. Also doch wieder auch ein Quäntchen Glück nötig.
Klettern hat einen ähnlichen Effekt wie Tanzen. Koordinativ fordernd, sämtliche Muskelgruppen des Körpers trainierend (und zwar mit jeder einzelnen Bewegung immer wieder anders belastend) und - wenn man nicht nur kurze Routen in der Halle klettert, sondern Mehrseillängen draussen, mit Zu- und Abstieg - gutes Herz-Kreislauf-Ausdauertraining. Ausserdem sozial - man braucht mindestens einen Seilpartner, aber oft geht man in Mehr-Personen-Gruppen.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
Bewegung und Kognition sind eng miteinander verknüpft. Insbesondere Bewegungsformen, bei denen komplexe Abläufe und Bewegungen, die über die Körpermitte hinaus gehen, eine Rolle spielen, die koordinativ anspruchsvoll sind, halten auch das Gehirn beweglich.
Bewegung in der Natur ist da noch einmal heraus zu heben. Durch die Exposition das ganze Jahr über, dadurch, dass es in der Natur keine Geraden und auch keine echten Ebenen gibt, durch die frische Luft, den Regen, Schnee, unterschiedliche Untergründe, Steigung und Gefälle wird der gesamte Organismus angeregt und gefordert und ist Teil eines größeren Ganzen. Die Nase nimmt Gerüche auf, die Augen haben viel zu entdecken, die Haut spürt die Luftbewegungen, Temperaturunterschiede, Feuchtigkeit oder Trockenheit. All das stimuliert unser Nervensystem.
Neugierig sein, sich für die Dinge interessieren und nicht aufhören, Neues zu lernen - use it or lose it.
Ernährung - zuckerarm, bunt, möglichst natürlich und in guter Qualität mit ausreichend Protein und jeden Tag auch eine Phase der längeren Nahrungskarenz tun dem Organismus gut und wirken vielen Erkrankungen entgegen.
Sozialkontakte - Freundschaften, Bekanntschaften pflegen, aktiv bleiben, sich für andere engagieren, Mitglied eines Vereins / Kreises sein
Kreativität und Spiritualität kultivieren. Das kann jeder auf seine ganz individuelle Weise tun, aber es sind ebenfalls wichtige Bausteine, die Selbstwirksamkeit fördern und das Gefühl, eingebunden in etwas Größeres, eine Sinnhaftigkeit zu sein.
Arbeiten - und zwar im Sinne einer Tätigkeit, die als sinnstiftend und befriedigend erfahren wird. Einer der größten Risikofaktoren für alternde Menschen ist tatsächlich oft die Rente.
Ich habe in meiner Pilatesgruppe zwei Frauen, beide 79 und beide machen seit jungen Jahren ‘Physie’. Keine Ahnung, ob das was typisch Australisches ist. Es ist ein Mix aus choreografierter Bodengymnastik, Aerobic und Jazzdance. Grob beschrieben. Das laeuft ueber Vereine und wird als Wettkampfsport betrieben. Von ca 4 Jahren an und open end. Beide Frauen haben ihre altersbedingten Probleme, kuenstliche Huefte, leichte Schlaganfaelle, Makula Degeneration, versteiftes Fussgelenk, usw. Aber sie sind sehr beweglich, haben top Balance und auch noch Kraft. Und ich glaube, der jahrzehntelange Sport bzw die Bewegung und die Hirnarbeit fuer die Choreografien helfen ihnen, mit den nicht so dollen Dingen klarzukommen und sich trotzdem gut zu fuehlen. Genetik spielt sicher auch eine Rolle, aber ich glaube auch, dass Bewegung (koerperlich und geistig) und ein gutes Sozialleben viel dazu beitraegt, dass man gut durchs Alter kommt.
Meine Urgrossmutter ist 97 geworden, war bis zum Schluss fit und hat sich ihr Leben lang sehr viel bewegt, keinen Mist gegessen und nur alle Jubeljahre mal einen Schluck Alkohol getrunken. Sie ist - zusammen mit ihrer Tochter, meiner Grosstante, die beiden Einzigen aus dem Zweig, die so alt worden sind.
Es laeuft auch grad in der mediathek eine wdr Doku aus der Reihe Menschen hautnah ueber 2 Ü100jaehrige. Sehr ansprechend gemacht.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Zitat von Horus im Beitrag #6 Da gab es einen Extra-Raum über sehr sehr sehr alte, fitte Menschen in ….ähm….ich glaube Japan? Eines ihrer Geheimnisse war damals tatsächlich, wenig zu essen.
Vermutlich Okinawa, Südjapan.[/quote]
Das wird mit der Änderung der Ernährungsgewohnheiten dort nicht so bleiben. Als ich da war, gab es auch viel Fast Food etc.
Es gibt ja mehrere von diesen "Blue Zones", die mediterrane Ernährung gehört dazu. Dan Buettner hat dazu ein lesenswertes Buch geschrieben.
Zitat von Horus im Beitrag #6Das deckt sich mit den Ergebnisse von Studien an diversen Säugetieren, die mit einer kalorienreduzierten Ernährung über längere Zeit signifikant länger lebten. Voraussetzung: die kalorienreduzierte Ernährung muss trotzdem alle benötigten Nährstoffe enthalten.
Interessanterweise ist die Okinawa-Ernährung reich an Kohlenhydraten und relativ proteinarm.
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Zitat von frangipani im Beitrag #8 Genetik spielt sicher auch eine Rolle,
Selbstverständlich!
Aber man ist den Genen weder ausgeliefert, noch ist es Anlass gebend, sich auf vermeintlich gen. Benachteiligung auszuruhen.
Wenn man also feststellt oder glaubt, man sei in einem oder mehreren Aspekten gen. nicht bevorzugt - tja, dann ist es wohl eine gute Idee das nicht noch durch Verhalten zu befeuern oder zu verstärken.
wenn man also genetisch eher zum zulegen neigte, warum nicht mit einem Mehr an Bewegung und sehr bewusster Ernährung versuchen den empfundenen Nachteil auszugleichen? Wenn man eh keinen Nachteil empfindet, dann halt nicht.
Ich hab z. B. schlechte Zähne. Meine sind gen. nicht besonders hart im Schmelz und ich hab immer schon bemerkt, dass andere Menschen da in einer glücklicheren Lage sind Dental ;-)
Ich putze also wesentlich!! mehr und intensiver und bewusster und ... als z. b. mein Mann oder Freundinnen von mir. Eine Freundin von mir putzt sich nach wie vor nur mal flott morgens, damit sie "nicht aus dem Maul stinkt" (O-Ton). Resultat: keinerlei Karies, oder P. Nix. Wunderbare weiße Beißer seit über 50 Jahren.
Me?
Ich beschäftige eine U-Schallbürste und 5 verschiedene Interdentalbürstln in Vollzeit. Gehe dauernd zur Prophylaxe und habe so "Mittleren Erfolg".
Ärgert mich auch immer voll. Finde ich so fies.
Ändern kann ich es nicht. Nur versuchen, es nicht noch schlimmer werden zulassen.
und das finde ich gilt für alle "genetischen Benachteiligungen" die man so hat oder zu haben glaubt.
Zitat von Horus im Beitrag #6Das deckt sich mit den Ergebnisse von Studien an diversen Säugetieren, die mit einer kalorienreduzierten Ernährung über längere Zeit signifikant länger lebten. Voraussetzung: die kalorienreduzierte Ernährung muss trotzdem alle benötigten Nährstoffe enthalten.
Interessanterweise ist die Okinawa-Ernährung reich an Kohlenhydraten und relativ proteinarm.
Ich dache, der Okinawa Hype/Effekt sei Geschichte? Weil die Nachkommen beim Mäces essen und so?
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #16 was soll man jetzt dazu sagen?
Dass es tatsächlich von Vorteil für die Gesundheit sein kann, nix reinzufressen, Gefühle zu ventilieren und ja, lieber zu nerven, als genervt zu sein? Wie siehst du dich da denn selber?
Ich rede bei den Damen nicht von „Deutlich sein“, oder „Direkt“. Noch nicht mal von „Zickig“. Sondern von rabenschwarzer Bosheit.
Gerüchte verbreiten. Mit Wonne schlecht über andere Reden. Interfamiliär ein paar „krumme Dinge“. Lieber nichts sagen, als was positives.
Nein, not my cup of tea!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #11Und es wird Fisch, Meeresfrüchte und Soja gegessen. Ich bin nicht sicher, ob das unter „wenig“ fällt?
The longest living people are the residents of the Japanese island of Okinawa, who have as many as five times more centenarians than other developed nations [8]. There are many factors that contribute to their exceptional longevity including mild caloric restriction, food quality, genes and physical activity. The energy from their diets was derived from 9% protein and 85% carbohydrates [9] (Figure (Figure1).1). These Okinawan values for dietary protein and the protein to carbohydrate ratio (1:10) are very low and remarkably similar to those that have been found to optimise lifespan in recent animal studies of ageing [7]. Quelle.
Natürlich sind das ältere Daten (in dem Fall hier von 1949) und nicht die der heutigen 20-Jährigen.
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM