Einschulung war dieses Jahr wie immer am Donnerstag. Erst ökumenischer Gottesdienst, dann Turnhalle, dann erste Schulstunde. Zu Gast waren wir Eltern, das Geschwister, zwei Paten. Großeltern haben wir kaum noch, selbst wenn, wären die nicht mitten in der Woche für einen Nachmittag gekommen. Gleiches gilt für berufstätige Paten. Wir haben gemeinsam zu Mittag gegessen, noch 'nen Kaffee, Schultüte und Geschenke ausgepackt, das war's. Ist mir auch ganz lieb so. Die Religionsersatzfeiern aus dem Osten sind hier im tiefen Westen noch nicht so verbreitet, das Programm der anderen Familien war ähnlich, halt noch mit Großeltern, wenn die in der Nähe wohnen.
Was die Zahl angeht, steht und fällt es mit dem Anhang der Paten. Kommen zwei oder drei Paten mit Familie + dann noch Großeltern, ist man ja ruckzuck bei einer recht großen Zahl. Wobei anderen Kinder nur Kitakinder sein können, außer dem Geschwister (wenn auf der gleichen Schule, bekommen sie 2h frei) müssen die ja alle zur Schule.
Ich bin eigentlich ganz froh, dass es hier überschaubar bleibt. Die Kinder müssen eh viel verarbeiten, da brauchen die nicht noch eine große Party. Der Donnerstagstermin gefällt mir gut, Do haben sie dann eine erste Stunde (mit Hausaufgaben) und Freitag den ersten vollen Schultag und dann erst einmal Pause. Das lässt Raum, alles zu verdauen.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
An der Zahl der Gäste würde ich nicht die Opulenz der Feier festmachen wollen. Es gibt einfach Familien, die selbst im kleinen Kreis schon eine stattliche Zahl Menschen zusammen bringen. Und ich finde für Einschulung Eltern+Geschwister+Paten (die ja auch Familie mit Partner/eigenen Kindern dabei haben können) und Großeltern durchaus normal, wenn alle in der Nähe wohnen und am Einschulungstag kommen können. Ich kenne es allerdings so, dass nicht alle mit zur Schulfeier gehen, aber dann sich dann später im Restaurant/Café oder halt daheim zum Grillen (oder wie man feiern mag)treffen
@Pia, ich kenne es auch nur so, dass Einschulung 1. Klasse immer an einem Samstag war...bei mir selbst war das so und auch bei allen anderen Kindern meiner Familie und Bekannten (allerdings nur verteilt auf 3 Bundesländer)
Hier, östliches Bundesland, wird die Einschulung seit Jahren sehr groß gefeiert. Je nach Familie, ist die Zahl ja auch schon entsprechend schnell erreicht. Der engste Familienkreis sind bei mir beispielsweise schon um die 25 Personen, Paten oder Großeltern dazu, eine zweite Familie (Vater gibt es hier nicht), ...
ja, der religiöse Quatsch hätte nicht sein müssen.... das ist respektlos.
und zum Thema Einschulung Riesenparty... das ist evtl die einzige freudige Feier mit Bildungshintergrund, die ein Kind so erlebt... und und die man völlig unbelastet feiern kann... vielleicht deswegen der Hype? Eingeschult muss jedes Kind werden... alles andere bei der schulischen Laufbahn ist ja nicht garantiert... kein Erfolge, kein Abschluss... sicher feiern lässt sich ganz bestimmt die Einschulung!
Pessimimus pur... aber dann hatte man wenigstens einmal den großen Spaß und jedes Kind seinen besonderen schulischen Ehrentag... ob weitere in dieser Richtung folgen, ist ja nicht gewiss ...
Besser wir machen also sofort das große Faß auf ...
und dann ist das bestimmt auch dem Umstand geschuldet, dass es gar nicht so super viele Kinder in den Familien mehr gibt... 3 Kinder sind ja oft schon eher ein Problem heutzutage und man kann sich bei nur einem Kind eben mehr Luxus leisten und dieses üppiger feiern und alles eine Runde mehr genießen ... Familien erleben es oft eben nur einmal ... und dafür als Event! Kinder stehen sehr im Mittelpunkt einer Familie, so sie eben auch nur Einzelkind sind.... da richtet sich alles auf das eine Kind aus. Maximalaufwand betreiben diejenigen, die es nicht ständig müssen und es sich eben leisten können und wollen.
Dass Einzelkinder größere Einschulfeiern bekommen, kann ich hier jetzt auch nicht beobachten. Allerdings auch nicht, dass es wenige 3-Kind-Familien gibt. Wir sind hier mit zwei Kindern eher unterdurchschnittlich. Aber wie bei allem glaube ich auch nicht, dass sich „groß feiern“ nur finanziell messen lässt.
Und dass es unter Umständen künftig nichts mehr zu feiern geben könnte, ist ja eine lustige Theorie. 😂 Ganz so schwarz sehe ich dann doch in den wenigsten Fällen. An der Grundschulabschlussfeier hatten bei uns zum Glück alle Kinder Spaß, so sah es zumindest aus.
Bei mir wurde in der Hinsicht gar nichts gefeiert.
Die Einschulung war privat ein Tag wie jeder andere und nach dem Abitur gingen wir in die Schule, bekamen das Zeugnis in die Hand gedrückt und durften wieder gehen. Abends haben wir dann im Klassenverband allerdings privat gefeiert. Eltern waren komplett außen vor.
Und an der Uni wurde das Abschlusszeugnis einfach zugeschickt.
Das waren sehr nüchterne Zeiten in den 70ern des vorigen Jahrhunderts.
Bei meinen Kindern war das zum Glück anders. Da gab es offizielle Feiern in der Schule und auch in der Uni. Es konnten auch Eltern und andere Angehörige oder Freunde teilnehmen.
Also ich hab mir für meine Patenkinder und meine Neffen am Einschulungstag jeweils Urlaub genommen, um den Tag mit ihnen zu verbringen. Ist ja nun mal ein einmaliges Erlebnis der Kinder.
Bisher wurde dies bei gutem Wetter nach der Schule im Garten der Eltern mit Familie (Großeltern, Tante/Onkel, Cousins) und Paten mit Grillen und Kaffee/ Kuchen gefeiert.
Wenn es in vielen Jahren bei unserem Zwerg soweit ist, wären wir allein bei enger Familie + Paten bei knapp 20 Personen. Ist auch die klassische Geburtstagsrunde ( + ein paar Freunde) bei uns. Empfinde die Einschulung da als viel zu besonders als dass ich da 'weniger' machen würde als beim alljährlichen Geburtstag.
Verwandtschaft hätte bei uns zur Einschulung extra anreisen müssen... so haben wir nur die Großeltern eingeladen. Ich selber nehme auch keinen Urlaub für die Einschulung meines Neffen nächste Woche, zumal die quasi mitten in der Woche ist, und ich zwei Urlaubstage opfern müsste. (Auch organisatorisch ist es nicht so einfach.) Ich vermute, meine Kolleginnen mit ostdeutscher Sozialisation könnten das nicht nachvollziehen, da wird schon monatelang vorher der Urlaub gebucht und alles geplant.
Von mir aus kann auch echt jeder so viele Leute dazu einladen, wie er will. Ich fände es aber schöner, wenn zumindest beim offiziellen Teil (in Kirche und Schulaula oder wo auch immer das stattfindet) die Teilnehmerzahl pro Kind begrenzt wäre. Hier sind es immer so roundabout 60 Erstklässler:innen, wenn da jedes Kind 10 Leute mitbringt... so groß ist unsere Aula gar nicht. Und vor Corona durfte man anschließend immer noch ins Klassenzimmer, das fand ich auch nicht sooooo witzig, wenn da die Tanten und Onkel der anderen Kinder alles verstopft haben und wir als Eltern gar nicht reinkamen. (Ich meine, ganz im Ernst, in meinem Klassenzimmer waren früher vielleicht mal meine Eltern, aber warum muss man das Klassenzimmer vom Enkelkind oder vom Neffen oder der Nichte besichtigen?)
Seit Jahrzehnten beobachten alle, wie die Gesellschaft immer mehr Risse bekommt, und keiner kittet sie. Da darf man sich nicht wundern, wenn sie schließlich zerbricht. (Views, Marc-Uwe Kling)
Das ist regional einfach sehr unterschiedlich. Hier in Niedersachsen ist Einschulung Samstag. Da kann man schon mehr Party machen. Wir haben Nachmittags mit 10 Gästen im Garten gefeiert.
In Ostdeutschland z.B. ist Einschulung tradionell schon immer eine größere Feier, dafür feiert dort kaum jemand Taufe oder Konfirmation, bzw. Kommunien, evtl. noch Jugendweihe
Hi, da sich der Eingangspost wohl auf mich bezieht😉 und ich den Strang gerade zufällig entdeckt habe: 17 Mann hört sich viel an, setzen sich zusammen aus uns (Eltern plus 3 Kinder), 6 mal Oma u Opa durch Patchwork, meine Schwester plus Kinder, zwei Paten. Also keine Megaparty, sondern der Grundstock der Familie. Ich bin auch nicht dafür, Feiern ausarten zu lassen, aber die Einschulung ist halt nur ein Mal im Leben und bestand aus zusammen im Garten sitzen, Geschenke auspacken, bisschen Plaudern und was essen🙃. LG Sonnenwiese
Nichts muss jetzt so sein wie früher und jeder kann es machen wie er mag.
Was mich aber wundert: Dass es offenbar die Tendenz gibt, solche Ereignisse heute größer zu feiern als früher - obwohl damals die Familien (im Westen) fürs Feiern mehr Freiraum hatten wegen hoher Hausfrauendichte. Heute arbeiten meist beide Eltern, die Kinder sind bis nachmittags betreut und es fehlt immer Zeit für alles.
Und trotzdem macht man sich ohne Not den Stress solcher Events? Während früher (im Westen) die Eltern das Kind quasi nur am Schultor abgegeben haben...
Zitat von schlaucher im Beitrag #63Und trotzdem macht man sich ohne Not den Stress solcher Events? Während früher (im Westen) die Eltern das Kind quasi nur am Schultor abgegeben haben...
Sorry, aber das ist Quatsch. Meine Einschulung damals (im Westen) war bestimmt nicht nur eine Abgabe am Schultor. Bei meinen Klassenkameraden auch nicht. Das wurde durchaus innerhalb der Familie gefeiert. Wenn die Kernfamilie größer war, warens eben auch mal mehr Personen.
A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one. George R. R. Martin
Zitat von schlaucher im Beitrag #63Nichts muss jetzt so sein wie früher und jeder kann es machen wie er mag.
Was mich aber wundert: Dass es offenbar die Tendenz gibt, solche Ereignisse heute größer zu feiern als früher - obwohl damals die Familien (im Westen) fürs Feiern mehr Freiraum hatten wegen hoher Hausfrauendichte. Heute arbeiten meist beide Eltern, die Kinder sind bis nachmittags betreut und es fehlt immer Zeit für alles.
Und trotzdem macht man sich ohne Not den Stress solcher Events? Während früher (im Westen) die Eltern das Kind quasi nur am Schultor abgegeben haben...
Das ist eigentlich erstaunlich
Meine Tochter ist 1997 in die Schule gekommen, vorher war Gottesdienst, dann Begrüssung in der Schule, dann waren die Kinder eine Stunde etwa in der Klasse und ich bin danach mit Tochter Essen gewesen.
Was die anderen gemacht haben, weiss ich nicht, aber keiner hat sein Kind in der Schule abgegeben und ist wieder gegangen
In a world full of Kardashians be a Morticia
Ich benutze oft das generische Femininum, Männer sind selbstverständlich immer mitgemeint
Bei uns ist es schon so, dass die Eltern sich nach einer kleinen Feierstunde verabschieden und die Kinder mit den Lehrern in die jeweiligen Klassenräume gehen.
Bei uns läuft es folgendermaßen ab: Kurzer Gottesdienst (freiwillige Teilnahme), Feier in der geschmückten Turnhalle, bei der zB die höheren Klassen was singen/ ein Theaterstück vorführen und der Schulleiter eine Ansprache hält. Anschließend lassen die Einschulungskinder Ballons steigen, dann folgt eine Unterrichtsstunde, während die Begleitpersonen mit Kaffee u Kuchen verköstigt werden. In der Schule ist dann Schluss, und es bleibt jedem selbst überlassen, wie es weitergeht. Mein Mann und ich konnten uns glücklicherweise beide freinehmen, aber das ist sicher nicht selbstverständlich.
Mal so ganz allgemein verstehe ich nicht, wie man sich darüber aufregen kann, wer was wie feiert. Das kann und sollte doch jeder für sich selbst entscheiden.
Nie käme mir in den Sinn, meinem Kind zu sagen... "hör mal, ich hatte früher auch keine Party, so was braucht man einfach nicht." Was ist dagegen einzuwenden, das Ganze ordentlich zu feiern, wenn man Lust dazu hat? Mein Kind erwartet schließlich nicht, dass zukünftig jeder Schultag ne Party wird.
Onkel Erwin fährt am 60. Geburtstag mit Tante Hannah an den Rhein, und Opa Horst lässt es krachen und lädt 70 Mann ins Dorfgemeinschaftshaus ein. Jeder, wie er mag😉.
@ Nordsee, ich wollte nur vermitteln, bei uns läuft es eben nicht so, wie vorher irgendwo beschrieben... kleine Ansprache, Kinder gehen in den Unterricht und fertig.