Merkel 2015 wurde und wird immer noch Handeln aus ethischer Verantwortung unterstellt. Dass das AUCH eine Rolle gespielt hat, will ich nicht in Abrede stellen, aber ihr "alternativloses" Handeln habe ich schon damals als als etwas empfunden, das man heute populistisch nennt. Ja, ich war auch dafür, sah und sehe die politischen Zwänge. Aber hätte sie es ernst gemeint, hätte danach weit mehr geschehen müssen. Das aber war wiederum nicht opportun
Zitat von sprachlos im Beitrag #8775[quote="Timarete"|p1367103] Warum wählen diese Protestwähler eigentlich nicht die Linken wenn es denen ausschließlich um Protest ginge? Es muss schon ein bisschen mehr als das sein, es ist rechte Ideologie, die sie wollen und das meint meist, sich irgendwelche Minderheiten rauszupicken und die für alles verantwortlich machen. Das sollte nicht gesellschaftsfähig werden.
Tja, weil links, egal welche Schattierung = Kommunismus. Den kennen "wir" doch noch aus eigener Erfahrung und jetzt grade sind das doch alles Putin-Versteher, Wagenknecht eine Putin-Freundin. BÄBÄBÄÄÄ. Liebers tot als rot, also jedenfalls die, die wir in den Kampf schicken
BSW hat zuletzt den Durchmarsch der Rechten verhindert, die Linke hat bei den Bundestagswahlen keine Chance
Zitat von vacaville im Beitrag #8751Ich frage mich ernsthaft ,wenn man 12-14 Millionen Wähler ausgrenzt und am politischen Diskurs nicht teilnehmen lässt, ist das noch Demokratie?
Wenn diese 12 - 14 Millionen Menschen für die Abschaffung der Demokratie einstehen, ja.
Und während du beim Zähneputzen noch denkst : " Das wird mein Tag !" , hat dir der Zahnpastavogel schon aufs T-Shirt geschissen....
Hach, wie schön, dass es Menschen gibt, die immer den totalen Durchblick haben...
Zitat von sprachlos im Beitrag #8775 Warum wählen diese Protestwähler eigentlich nicht die Linken wenn es denen ausschließlich um Protest ginge? Es muss schon ein bisschen mehr als das sein, es ist rechte Ideologie, die sie wollen und das meint meist, sich irgendwelche Minderheiten rauszupicken und die für alles verantwortlich machen. Das sollte nicht gesellschaftsfähig werden.
Tun sie doch. Das BSW erreichte aus dem Stand zweistellige Ergebnisse in Thüringen, Sachsen und Brandenburg. In Thüringen und Brandenburg regiert das BSW mit. Wagenknecht ist eine erklärte Marxistin und Putinfreundin und hat sich auch nie davon distanziert. Sind also alle ihre WählerInnen Marxisten?
Zitat von vultura im Beitrag #8776 Aber hätte sie es ernst gemeint, hätte danach weit mehr geschehen müssen. Das aber war wiederum nicht opportun
Das war so geplant. Eine Woche nach der Übernahme der Migranten aus Ungarn war die Schließung der deutschen Grenze vorgesehen. Es war mit dem Parlament abgestimmt, die Bundespolizei stand schon bereit. Im letzten Moment zog Merkel die Reißleine (vermutlich aus Angst vor "bösen Bildern"). Alles nachzulesen im Buch "Die Getriebenen".
Zitat von vultura im Beitrag #8778 Tja, weil links, egal welche Schattierung = Kommunismus. Den kennen "wir" doch noch aus eigener Erfahrung und jetzt grade sind das doch alles Putin-Versteher, Wagenknecht eine Putin-Freundin.
Mich erstaunt es, wie unkritisch man in Deutschland den Linken gegenübersteht. Statt die jüngere Vergangenheit zu reflektieren, vergleicht man die Situation heute mir der vor fast hundert Jahren.
Die DDR war eine schaurige Spitzeldiktatur mitten in Europa und der Terror der RAF in den Siebzigern kam auch vom linken Rand. Das scheint alles schon vergessen zu sein, obwohl es noch gar nicht so lange her ist. Jüngere deutsche Geschichte? Fehlanzeige. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Zitat von sprachlos im Beitrag #8767Es ist unvorstellbar, wie toxisch die Kommentare dort sind und immer mit dem Tenor, man könne überhaupt nicht mehr in die Innenstadt gehen, weil man dann abgestochen oder vergewaltigt würde - was natürlich nicht stimmt. DAS ist das Ergebnis dessen, was die AfD bisher erreicht hat..
Nein, das ist das Ergebnis der letzten beiden Regierungen!
Zitat von vacaville im Beitrag #8751Ich frage mich ernsthaft ,wenn man 12-14 Millionen Wähler ausgrenzt und am politischen Diskurs nicht teilnehmen lässt, ist das noch Demokratie?
Wenn diese 12 - 14 Millionen Menschen für die Abschaffung der Demokratie einstehen, ja.
Dieser Quatsch ist auch nicht auszurotten.
--- Hunde sind Gottes Entschädigung für all die verlogenen Menschen.
Zitat von Timarete im Beitrag #8763Ich fand Weidel auch grausig. Aber wie lange willst du 12-14 Millionen Wähler ausgrenzen? Tendenz steigend? Wenn man all diese Millionen tatsächlich für eingefleischte Faschos hält, ist Hopfen und Malz verloren. Protestwähler kann man dagegen zurückholen. Aber nicht, indem man sie pauschal zu Idioten und Staatsfeinden erklärt.
Sehe ich ebenso. Ich denke auch, dass diese Art des Umgangs mit (derzeit noch) demokratisch gewählten Volksvertretern und deren Anhängern letztlich nur dazu führt, dass sie stärker werden, bzw. weiter Zulauf haben. Man muss sie weder mögen, noch wählen, man darf sie scharf kritisieren, vor ihnen warnen oder ggf. Lügen anprangern.
Aber wenn man sich mal ansieht, wie sich die AfD über die letzten Jahre entwickelt hat, erscheint es eher kontraproduktiv ihnen mit Ignoranz entgegenzutreten oder einfach zu sagen "Ihr seit alle doof und eure Meinung zählt nicht". Ich fürchte, das ist einer der Gründe, warum sie überhaupt erst so erfolgreich wurden.
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[quote=Timarete|p136712 Mich erstaunt es, wie unkritisch man in Deutschland den Linken gegenübersteht. Statt die jüngere Vergangenheit zu reflektieren, vergleicht man die Situation heute mir der vor fast hundert Jahren.
[/quote]
Mich erstaunt das nicht. Das Gegenteil von Rechts ist nunmal Links und sowas wie "linksgrün versifft" wird wohl als Auszeichnung verstanden.
Zitat von Timarete im Beitrag #8765Ob Ausgrenzung tatsächlich die bessere Lösung ist, sei dahingestellt. Die Entwicklung in Deutschland spricht nicht dafür.
Dieses Ausgrenzungs-Märchen dient m. E. doch nur dem ewigen blaunen Mimi trotz der regelmäßigen und umfangreichen medialen Berichterstattung über Parteiveranstaltungen und der vielen Interviews und Talkshow-Runden mit AfD-Funktionär:innen. Die Entwicklung in Deutschland zeigt doch eher, dass eine Ausgrenzung nie stattgefunden hat, denn dann hätte z. B. Julia Klöckner nie Gemeinsamkeiten betont, als sie schrieb "Für das, was ihr wollt, müsst ihr nicht AfD wählen. Dafür gibt es eine demokratische Alternative: die CDU."
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von Timarete im Beitrag #8782 Die DDR war eine schaurige Spitzeldiktatur mitten in Europa und der Terror der RAF in den Siebzigern kam auch vom linken Rand. Das scheint alles schon vergessen zu sein, obwohl es noch gar nicht so lange her ist. Jüngere deutsche Geschichte? Fehlanzeige. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Hast du ausnahmsweise recht. Die ganze Bedrohung der Neonazi-Szene der letzten Jahre, die lassen wir mal schön außen vor, richtig?
Und während du beim Zähneputzen noch denkst : " Das wird mein Tag !" , hat dir der Zahnpastavogel schon aufs T-Shirt geschissen....
Hach, wie schön, dass es Menschen gibt, die immer den totalen Durchblick haben...
Aber wenn man sich mal ansieht, wie sich die AfD über die letzten Jahre entwickelt hat, erscheint es eher kontraproduktiv ihnen mit Ignoranz entgegenzutreten oder einfach zu sagen "Ihr seit alle doof und eure Meinung zählt nicht". Ich fürchte, das ist einer der Gründe, warum sie überhaupt erst so erfolgreich wurden.
Sehe ich genau so.
Das Problem ist halt, das "lieber" mit Pfui und Böh gearbeitet wird und mit "dusseligen" Fragen wie " wie gehen sie in der Partei mit Höcke ( seinen Gesinnungsgenossen) um" ? (sieht man doch selber)
statt sie Inhaltlich zu stellen. "Sie wollen wieder Kernkraftwerke" um dann alle Fragen beantworten zu lassen, die dagegen sprechen ( scheint doch genügend gute Argumente dagegen zu geben) Nur ein kleines Beispiel
Zitat von Timarete im Beitrag #8782Mich erstaunt es, wie unkritisch man in Deutschland den Linken gegenübersteht. Statt die jüngere Vergangenheit zu reflektieren, vergleicht man die Situation heute mir der vor fast hundert Jahren.
Es ist keine Frage von Kritik, sondern von realistischer Betrachtung, welche Gefahr größer ist. Die durch eine Partie mit einem Umfragewert von um die drei Prozent, die mit sich selbst beschäftigt ist, aber nicht mit Plänen, der rechtsstaatlichen Demokratie zu schaden, oder durch eine Partei mit einem Umfragewert von fast 20 Prozent mit nachgewiesen verfassungsfeindlichen Bestrebungen?
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von vultura im Beitrag #8778Tja, weil links, egal welche Schattierung = Kommunismus. Den kennen "wir" doch noch aus eigener Erfahrung und jetzt grade sind das doch alles Putin-Versteher, Wagenknecht eine Putin-Freundin. BÄBÄBÄÄÄ. Liebers tot als rot, also jedenfalls die, die wir in den Kampf schicken
BSW hat zuletzt den Durchmarsch der Rechten verhindert, die Linke hat bei den Bundestagswahlen keine Chance
Das sollte doch alles gar keine Rolle spielen. Ich denke, die "Protestwähler" wollen doch in Wirklichkeit gar nicht das haben, was sie wählen? Dann könnte es doch egal sein, ob Links oder Rechts?
(Und ich denke ja eigentlich, BSW ist nicht links, nur weil sie es von sich behaupten - aber das ist ein anderes Thema).
Utopisch? Mag sein, aber wer sich nichts wünscht, dem kann man nichts erfüllen ...
Zitat von sprachlos im Beitrag #8791Das sollte doch alles gar keine Rolle spielen. Ich denke, die "Protestwähler" wollen doch in Wirklichkeit gar nicht das haben, was sie wählen? Dann könnte es doch egal sein, ob Links oder Rechts?
Ich vermute aus Sicht von Protestwählern hat die AfD einfach mehr Potenzial dem Establishment weh zu tun, als die Linken.
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Zitat von Lilith10 im Beitrag #8789statt sie Inhaltlich zu stellen. "Sie wollen wieder Kernkraftwerke" um dann alle Fragen beantworten zu lassen, die dagegen sprechen ( scheint doch genügend gute Argumente dagegen zu geben)
Hast du das verlinkte Interview gestern von Weidel mit Christian Sievers im ZDF gesehen und wahrgenommen, was sie unter Fragen beantworten versteht? Erinnerst du dich noch daran, dass die AfD lieber ihren Spitzenkandidaten Krah mit einem Auftrittsverbot im Europa-Wahlkampf belegt hat, statt ihn möglichen Fragen zu Bezahlung aus Russland, seinem als chinesischer Spion verdächtigen Mitarbeiter und seiner SS-Verharmlosung auszusetzen? Kennst du die Szene, als Chrupalla von Sandra Maischberger zu seinem "Lieblingsgedicht" von Heinrich Heine befragt wurde?
Wenn ja, für wie wahrscheinlich hältst du es, dass AfDler:innen auf konkrete Fragen mit stichhaltigen Antworten reagieren könnten?
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von Brausepaul im Beitrag #8792Ich vermute aus Sicht von Protestwählern hat die AfD einfach mehr Potenzial dem Establishment weh zu tun, als die Linken.
Warum erkennen sie deiner Meinung nach dabei nicht, dass die AfD-Politik z. B. weiblichen, normal- und geringverdienenenden, in Mietwohnungen lebenden Wähler:innen weh tun wird?
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von noBarbie im Beitrag #8793Wenn ja, für wie wahrscheinlich hältst du es, dass AfDler:innen auf konkrete Fragen mit stichhaltigen Antworten reagieren könnten?
Wohl wahr, aber ehrlicherweise muss man sagen, dass das für nahezu alle Spitzenpolitiker gilt
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Zitat von Brausepaul im Beitrag #8792Ich vermute aus Sicht von Protestwählern hat die AfD einfach mehr Potenzial dem Establishment weh zu tun, als die Linken.
Warum erkennen sie deiner Meinung nach dabei nicht, dass die AfD-Politik z. B. weiblichen, normal- und geringverdienenenden, in Mietwohnungen lebenden Wähler:innen weh tun wird?
Vielleicht, weil sie sich lieber ins eigene Fleisch schneiden als dem vermeintlichen Establishment etwas zu gönnen.
Zitat von Brausepaul im Beitrag #8795Wohl wahr, aber ehrlicherweise muss man sagen, dass das für nahezu alle Spitzenpolitiker gilt
Ich kann mich kann mich an keinen einzigen Fall hierzulande erinnern, bei dem ein:e Spitzenkandidat:in von der eigenen Partei offiziell ein Auftrittverbot im Wahlkampf bekommen hätte.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von Timarete im Beitrag #8780 Wagenknecht ist eine erklärte Marxistin und Putinfreundin und hat sich auch nie davon distanziert. Sind also alle ihre WählerInnen Marxisten?
Wann hast du ihr zuletzt zugehört?
In jedem Interview, in jeder Talkshow lange schon vor ihrem eingestandenen Irrtum des Angriffs auf die Ukraine erklärt sie mit mit übermenschlicher Geduld und Gelassenheit, warum und wie sie Marxistin wurde, dass sie den real existierende Kommunismus und ganz speziell Putin aufs schärfste verurteilt, ebenso wie den Einmarsch in die und den Krieg gegen Ukraine. Wieder und wieder distanziert sie sich, aber das Märchen haftet ihr an wie Pech und Schwefel. Warum wohl und zu wessen Nutzen? Ihre Gesellschafts- und vor allem Wirtschaftsananlysen sind bestechend präzise und qualitativ eine völlig andere Liga als die Dossier-Reports fast aller Politiker (Habek ist da noch am ehesten eine Ausnahme).
Zum Marxismus: Ich war und bin keine Marxistin, aber mehr und mehr könnte ich mir vorstellen, eine zu werden, wenn ich daran glauben könnte, das Menschen rational handeln. Was ist inhaltlich am Marxismus falsch oder schlecht? Was am Christentum? (Da fiele mir schneller was ein, aber da kenne ich mich auch besser aus). Gemeinsam ist beiden: irreale Utopie, grausame Realität