"Naturbewahrung" der Konservativen ist leider nicht das, was man heute so landläufig, gestützt auf Forschung und Wissenschaft, darunter versteht. Der Mensch steht für die Konservativen immer an erster Stelle, "Natur" (also Flora und Fauna, der Rest eben) ist damit nachrangig.
Diese Ordnung hat erstaunlich lange funktioniert aber inzwischen hat der Mensch so viel kaputt gemacht und Einfluß auf komplexe Systeme ausgeübt, dass sich die Situation drastisch verändert hat.
Trotzdem bleiben die Vorstellungen der Konservativen (nicht nur in den USA) teils auf dem Niveau von vor 50 - 100 Jahren - da war ja die Welt auch noch in Ordnung? Bisschen Schwund ist halt immer.
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #7575 Die machen das, weil ihnen langweilig ist - und weil sie es können.
Und weil sie größenwahnsinnig sind.
Zitat von Nicolo im Beitrag #7576 Sie halten es schlicht für ihr Recht, so zu handeln - sei dieses Recht nun sozialdarwinistisch oder religiös begründet.
Ja, nach dem Motto: hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Ergo: wer superreich ist, dem ist Gott wohlgesonnen und der macht alles RICHTIG. Richtiger als andere, deshalb muss er auch die Hoheit über alles und alle haben...
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Zitat von Wendy im Beitrag #7578... Und weil sie größenwahnsinnig sind. ...
Größenwahnsinnig ist, wer sich Mächte oder Kräfte zudenkt, über die er oder sie de facto nicht verfügt. Insofern betrachte ich diese Leute nicht als größenwahnsinnig.
Und ich rate zur Vorsicht bei abschätzigen Bemerkungen über die USA. So viel anders läuft es in Europa oder D m.E. nämlich auch nicht.
Zitat von Nicolo im Beitrag #7574 Grundsätzlich: Was konservativ oder Konservatismus eigentlich wirklich ist, beinhalten muss oder sollte, darüber streiten sich ja sogar schon die Konservativen.
Konservativ ist doch erstmal nur das Gegenteil zu progressiv.
Als geistige Haltung, beide im menschlichen Denken verankert, sie kommt, auch aus der Veranlagung des Menschen, den Erfahrungen, verändert sich im Leben durchaus, auch nicht nur in eine Richtung.
In der Politik ergänzen sich idealerweise beide politischen Strömungen - die einen wollen verändern, die anderen erhalten. Darum wird - sinnvollerweise - gerungen.
Inhaltlich kann es da um ganz unterschiedliche Dinge gehen
Aktuelle Beispiele > Geschlechtsdefinition verändern, die einen wollen, dass es um eine selbst definierte Identität geht, die anderen, die erprobte biologische Rechtsfestlegung behalten.
Drogen - die einen wollen Cannabis als neue Droge, die anderen nicht,.aber wollen auf keinen Fall Bier verteuern.
Sprache - die einen wollen Gendern, die anderen nicht.
Im Wirtschaftsbereich funktioniert das nicht ganz so einfach, aber in der Tendenz geht es auch da oft um Bewährtes oder Neues. Vergaser gegen E-Autos.
Natürlich können auch Konservative Neues entwickeln, zum Beispiel in der guten alten Erfindertradition stehen und Progressive bewahren wollen - auf neuen Wegen.
Ich finde beide Elemente wichtig und den Streit darum und auch die Abwechslung der beiden Kräfte.
In Zeiten, die die Menschen als unsicher empfinden, gibt das Bewährte oft mehr das Gefühl von Sicherheit. Veränderung braucht oft mehr Mut und passiert im Idealfall aus einer gefertigten Position.
Und natürlich können sich auch Dinge zum Negativen verändern, durch progressive Politik und wichtige Werte weggeworfen werden, Veränderungen können aber auch verschlafen werden.
Bestimmte Sachen, wie diese Waffenfreiheit in den USA, keine Versicherungen etc. das kommt eben noch durch deren "Tradition" sich selbst einst das Land erobert zu haben, es besiedelt und zu Landwirtschaft genutzt und mit Waffengewalt verteidigt zu haben.
Bei uns ist es halt so, dass die Konservativen (CDU) eher die Wirtschaft betonen, gibt aber auch kleine konservative Parteien (ÖDP), die sehr Umweltbewusst sind.
Haben sich aus verschiedenen Gründen nicht so durchgesetzt. Man kann nicht 1 zu 1 alle Konservativen oder alle Progressiven gleichsetzen.
Zitat von Sally im Beitrag #7580 … deren "Tradition" sich selbst einst das Land erobert zu haben, es besiedelt und zu Landwirtschaft genutzt und verteidigt zu haben.
Jetzt hab ich doch tatsächlich “besudelt” statt “besiedelt” gelesen! Passt irgendwie besser. Fast alle Einwohner weggemäht und den Reichtum mit Millionen entführten und ausgebeuteten Menschen aufgebaut. Also schon eher besudelt …
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
Zitat von Sally im Beitrag #7580... Man kann nicht 1 zu 1 alle Konservativen oder alle Progressiven gleichsetzen.
Nö- und die meisten mir persönlich bekannten klugen und einfühlsamen Menschen vertreten progressive wie konservative Positionen quer durch die Last. Damit habe ich schon meine Großeltern und Eltern irritiert - und heute meine Kinder
Zitat von Nicolo im Beitrag #7583 Nö- und die meisten mir persönlich bekannten klugen und einfühlsamen Menschen vertreten progressive wie konservative Positionen quer durch die Last. Damit habe ich schon meine Großeltern und Eltern irritiert - und heute meine Kinder
Dito.
@Kaffeesahne Und ja, da hast Du recht. Bei dieser Vance-Rede hat man aber nicht den Eindruck, dass diese Ursprünge der USA noch irgendeine negative Rolle spielen. Da wird eher romatisiert.
Ich habe sie noch zuende gehört, und Vance erzählte beispielsweise ganz stolz, dass bald die 7. Generation seiner Familie auf einem bestimmten Friedhof begraben werde. Da wird auch eine "Tradition" und "identität" gestrickt.
Ohne das jetzt im Einzelfall positiv oder negativ bewerten zu wollen, halte ich so ein Verhalten für menschlich. Auf jeden Fall kommt es bei vielen an.
Und weil es gerade so schön ist: "Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme" (Thomas Morus, 1478-1535 - das war der mit Utopia). Oder auch pointierter: "Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers." (Jean Jaurès, 1859-1914 - aber der war Sozialist)
Ich denke mir: Bewahren, was sich bewährt hat und weiter bewähren kann. Und um das zu ermitteln, alles immer wieder auf den Prüfstand stellen.
Zitat von Sally im Beitrag #7582Nun ja, so war es halt. Das ist der Beginn der USA.
Kann man ja ruhig noch mal betonen, dass diese Staaten auf jede Menge Blut und Knochen aufgebaut sind. Und wenn man sich ein bisschen in deren Geschichte auskennt, kann man unter anderem auch die Waffengeilheit und diese diffuse Land-of-the-free-Idee verstehen. Und die Bewunderung für einen solchen Hau-drauf-Clown.
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
Zitat von Nicolo im Beitrag #7587Und weil es gerade so schön ist: "Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme" (Thomas Morus, 1478-1535 - das war der mit Utopia). Oder auch pointierter: "Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers." (Jean Jaurès, 1859-1914 - aber der war Sozialist)
Ich denke mir: Bewahren, was sich bewährt hat und weiter bewähren kann. Und um das zu ermitteln, alles immer wieder auf den Prüfstand stellen.
Das ist vermutlich eine sehr progressive Einstellung zur Tradition im Vergleich zu der die Vance da beschreibt.
Witzig, weil er ja genau das beschrieb, mit dem Friedhof und Du mit der Asche kommst.
Ich denke, man kann dann sagen, das viele Konservative einfach für das Recht des Stärkeren sind. Waffentechnisch, Muskulär, Monetär.
Also wie Putin. China gegen Taiwan, Weiße gegen Schwarze, Männer gegen Frauen.
Ich hatte gehofft, wir wären weiter.
Ich kaue ua deshalb so darauf herum, weil Konsevativ für mich in der Vergangenheit zumindest respektabel war. Im klassischen Sinn bin ich weniger Konservativ. Das waren für mich keine Gegner in dem Sinn, keine Unmenschen oder so.
Zitat von Sally im Beitrag #7589... Das ist vermutlich eine sehr progressive Einstellung zur Tradition im Vergleich zu der die Vance da beschreibt.
Witzig, weil er ja genau das beschrieb, mit dem Friedhof und Du mit der Asche kommst.
Kannst Du mir sagen, wo ich nachlesen kann, was Vance dazu sagte oder schrieb? (Und es wäre schon sehr befremdlich, wenn meine Wünsche an oder Ideale von Konservatismus, Tradition oder auch Progressivität nicht ganz Andere wäre als seine.)
Zitat von Nicolo im Beitrag #7591 Kannst Du mir sagen, wo ich nachlesen kann, was Vance dazu sagte oder schrieb? (Und es wäre schon sehr befremdlich, wenn meine Wünsche an oder Ideale von Konservatismus, Tradition oder auch Progressivität nicht ganz Andere wäre als seine.)
Zitat von Rotweinliebhaberin im Beitrag #7588Kann man ja ruhig noch mal betonen, dass diese Staaten auf jede Menge Blut und Knochen aufgebaut sind. Und wenn man sich ein bisschen in deren Geschichte auskennt, kann man unter anderem auch die Waffengeilheit und diese diffuse Land-of-the-free-Idee verstehen. Und die Bewunderung für einen solchen Hau-drauf-Clown.
Aber wie passt die Idee eines Land of the Free zu den reaktionären Gesetzen, die die Rechten immer mehr durchdrücken? Das passt doch gar nicht zusammen.
Zitat von Leuchtkachel im Beitrag #7593 Aber wie passt die Idee eines Land of the Free zu den reaktionären Gesetzen, die die Rechten immer mehr durchdrücken? Das passt doch gar nicht zusammen.
Land of the Free ist “bei denen” so ein Cowboyding: gesetzlos, Knarre, der stärkere bollert den schwächeren nieder. Voll reaktionär. Ich nehme mir, was ich haben will. Dazu passt auch der Pussy-Grabber.
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
Zitat von Rotweinliebhaberin im Beitrag #7595... Land of the Free ist “bei denen” so ein Cowboyding: gesetzlos, Knarre, der stärkere bollert den schwächeren nieder. Voll reaktionär. Ich nehme mir, was ich haben will. Dazu passt auch der Pussy-Grabber.
Ein bemerkenswerter Widerspruch zu Law and Order, n'est-ce pas?
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #7597... Schlanker bis kein Staat, vs Polizeistaat.
Zwischen schlankem Staat und Polizeistaat sehe ich (leider) keinen Widerspruch. Und die ganz hart Libertären, die "keinen Staat" präferieren, dürften selbst in der AfD ein schillernde Minderheit sein.
Zitat von Leuchtkachel im Beitrag #7593 Aber wie passt die Idee eines Land of the Free zu den reaktionären Gesetzen, die die Rechten immer mehr durchdrücken? Das passt doch gar nicht zusammen.
Land of the Free ist “bei denen” so ein Cowboyding: gesetzlos, Knarre, der stärkere bollert den schwächeren nieder. Voll reaktionär. Ich nehme mir, was ich haben will. Dazu passt auch der Pussy-Grabber.
Ja. Umso schlimmer, dass auch Frauen dabei mitmachen.